Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Januar 2018 ein neues Zuhause gefunden haben

Lesen Sie auch
Ehemalige Vereinshunde erzählen aus ihrem neuen Leben

Lucy (jetzt Smilla) – für ihre neue Familie ist sie eine zauberhafte kleine Sonne

Die hübsche eineinhalbjährige Siberian-Husky-Hündin Lucy mit der nicht so häufigen braunen Fellfarbe hat nicht nur ein hübsches Köpfchen, sondern weiß dieses auch durchzusetzen. Ihren Hundekumpel in ihrer ehemaligen Familie hat sie damit so sehr „untergebuttert“, dass nur – schweren Herzens, aber dem Kumpel zuliebe - übrig blieb, Lucy zu uns zu geben und eine neue Familie zu suchen. In ihrer neuen Familie hat Lucy, die dort Smilla heißt, ihre Meister gefunden: Die Zweibeiner huskyerfahren und ihre fünfjährige hündische Mitbewohnerin souverän genug, um Smilla mit zu erziehen. Lucy, jetzt Smilla

„Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,

Lucy, das feine kleine Husky-Mädchen, heißt jetzt Smilla, weil wir schon eine Lucy haben.

Smilla hat sich vom ersten Tag mit der fünf Jahre alten Lucy aus Zypern gut verstanden. Unsere Lucy beschützt und erzieht Smilla auch ein bisschen, wie eine mütterliche Freundin. Wenn Bailey, unser dreizehn Jahre alter Husky-Rüde (ehemals Tiger, 2007, Nothilfe Freudenstadt), Smilla angrummelt, ist Lucy sofort zur Stelle. Aber mittlerweile kommt das kaum noch vor.

Smilla

Smilla scheint sich mit jedem Hund zu vertragen, sie ist wie eine kleine Sonne. Es gibt gar kein problematisches Verhalten, so gut passt sie in ihr neues Rudel. Wir sind so glücklich, sie ist zauberhaft.

SmillaWir wohnen in der Nähe von Dortmund. Ich habe einen Hundetrainer in Bottrop, der selber einen Husky hat, empfohlen bekommen. Wir müssen nur noch einen Termin finden, die Schule ist sechzig Kilometer von uns entfernt. Aber Smilla nicht die Chance auf eine Husky-gerechte Ausbildung zu geben, wäre eine Schande. So ein intelligenter, sozialer Hund braucht mehr als nur etwas sportliche Auslastung, sie verkümmert sonst und wird traurig. Auch unsere Lucy, ein ganz empfindsames, zurückhaltendes und wahrscheinlich traumatisiertes Mädchen, profitiert von Smillas positivem Wesen. Sie ist viel offener und weicher geworden, wirkt nicht mehr so traurig. Sie spielt sogar mit Smilla, das hat sie vorher mit keinem Hund getan. Smilla macht sich sehr gut am Dog Scooter, sie zieht sogar unsere Lucy mit. Aber wir fangen ganz vorsichtig an.

Bailey haben wir vor vielen Jahren von Ihrer alten Station übernommen. Er wird sehr von uns geliebt. Er kann nicht mehr richtig sehen und hören und schläft sehr viel. Ich darf gar nicht an den Abschied denken, der nicht mehr so fern ist. Aber auch dabei werden uns Lucy und Smilla helfen.

Bailey

Liebe Grüße K. G.“

Wir sind sehr froh, dass Smilla sich so gut in ihr neues Rudel eingefügt hat und sich nun weiter ihrem Wesen entsprechend entwickeln darf. Wir wünschen dem ganzen Rudel eine lange schöne gemeinsame Zeit.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Aika – unser Wunsch „erfülltes Leben mit Familienanschluss“ ging in Erfüllung

Die siebenjährige Border-Collie-Mix-Hündin, die wegen eines Krankheitsfalls zusammen mit ihrer Tochter Cora und Vroni zu uns kam, brachte alles mit, wovon man als Hunde“besitzer“ träumt: lieb, freundlich zu allen Menschen jeder Größe und jeden Alters, zu Artgenossen, sogar zu Katzen, leinenführig mit der Option „Freilauf“. Obwohl nicht gerade „nordisch“ konnte Aika angesichts dieser Beschreibung doch recht bald Menschen auf sich aufmerksam machen und für sich gewinnen. Und so verließ eine stolze Aika an der Seite ihrer neuen Menschen die Station. Ihr erster Bericht zeigt, dass alles bestens passt:

„Hallo zusammen!Aika

Ich bin‘s, Aika. Wie Ihr seht, fühl ich mich pudelwohl hier! Hoffe, Euch geht‘s auch allen gut?

Aika und ihre Freunde

Wenn ich zuhause bin, vertreibe ich mir die Zeit im Bettchen oder einem anderen gemütlichen Plätzchen .... Aika und ihre FreundeHab ja noch drei Freunde hier, einen großen schwarzen Freund namens Rex und zwei Katzen, Ronja und Findus. Manchmal ist es zwar ein bisschen nervig, aber ich hab das schon im Griff! Sind ja alle sehr lieb zu mir, so wie es sich gehört.

Aika am FutternapfBin nun seit Dezember im neuen Zuhause. Und ich glaube, ich vermisse die Polarhundestation nicht so arg, vielleicht ein bisschen.... Essen habe ich von Anfang an gut vertragen. Ist auch lecker, muss ich sagen. Bei uns gibt‘s viele hochwertige Sachen, auch Mineralien, Gemüse und so ein Zeugs, egal, solange es schmeckt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mein Essen mit meinem Freund teilen muss oder ob‘s die Portion dann für beide gibt? Ich mache sicherheitshalber leer, dann bleibt die Portion jedenfalls immer gleich groß.

Aika mit Stöckchen

Draußen bin ich total gerne. Ich renne viel, und so langsam weiß ich auch, was die mit dem Stock und so machen, da kann man ganz schön Spaß haben. Und andere Hunde treffe ich auch genügend, aber die interessieren mich nicht so. Auto fahre ich sehr gerne. Mein Freund lässt mir immer viel Platz im Auto.

Aika im Auto

AikaAika im GlückAnsonsten weicht er mir nicht von der Seite, vielleicht sollte ich ihm auch mal ein bisschen Aufmerksamkeit schenken. Wir fahren jeden Sonntag zum Wandern, und sonst sind wir auch überall dabei, wo es nur geht. Somit komme ich viel rum, kann mich nicht beklagen, sehe immer wieder was Neues! Meine Familie redet immer von Urlaub und Meer, mal sehen, was das sein wird? Wir wollten noch schönere Bilder machen, aber das Wetter....

Hoffe, Euch geht es allen gut, wir sehen uns auf jeden Fall, spätestens beim nächsten Fest.

Herzliche Grüße an alle
AIKA mit Familie“

Wir nehmen Dich beim Wort, liebe Aika, und freuen uns schon jetzt auf das Wiedersehen. Bis dahin wünschen wir Dir und Deiner ganzen Familie weiterhin viel Freude an- und miteinander!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V.

 

 

 

 

 

 


Chico (jetzt Hachiko) – Vertrauen gegen Vertrauen

Den zehnjährigen Akita-Inu-Rüden Chico haben wir von einem anderen Tierheim übernommen – mit nur wenigen Informationen über ihn und sein Vorleben.Chico im Auto Wir beobachteten ihn in der Station und beschrieben ihn in seinem Vermittlungstext ehrlich, so, wie wir ihn einschätzten: sehr menschenbezogen und verschmust, ABER: Rüden, Kinder, Katzen, Kleintiere – alles eher nein, futterneidisch, eifersüchtig, ressourcenverteidigend. Klingt alles ein bisschen negativ, meinen Sie? Vielleicht, für einen Akita-Kenner und –Liebhaber ist diese Beschreibung allerdings nicht unbedingt eine Überraschung. Und solche Menschen suchten wir für den Prachtburschen. Chico musste warten, aber das Warten hat sich gelohnt: Es meldeten sich genau die richtigen Menschen, die Chemie stimmt, Chico war sofort zuhause, vertraut seinen Menschen und diese vertrauen ihm – sogar in Bezug auf den ebenfalls zur Familie gehörenden Kater!

„Chico, den wir Hachiko nennen, denn irgendwie passt der Name zu ihm (in Anlehnung an seinen berühmten Namensgeber), ist hier zuhause, und es fühlt sich für uns alle so an, als ob er schon immer hier gewesen wäre.

Er hat ein so wunderbar liebes Wesen. Und er ist so verspielt wie ein junger Hund. Wenn wir mit ihm spielen, macht er immer ganz süße Schnaufgeräusche und streckt seine Beine nach vorne und nach hinten. Er liebt es zu spielen, und er sucht selbst oft nach Gegenständen, mit denen wir dann mit ihm spielen sollen. Er wirkt oft, als ob er lachen würde.Chico

Auf einem der Fotos ist er gerade auf dem Weg von Ihnen zu uns, zu seinem neuen Zuhause.

Wir hatten ihm für seine Ankunft ein Bett gemacht, eine große Matratze mit einigen kuscheligen Kissen und Decken, die bei uns im Schlafzimmer ist und in die er sich gleich am ersten Abend gelegt und eingekuschelt hat. Morgens ist er dann gegen 6:30 Uhr aufgewacht, weil er es wohl so gewohnt war.

Dann ging es daran, die Gegend zu erkunden, was ihm viel Spaß macht.

Nach einer Woche hat er bereits länger geschlafen, nun muss man ihn beinahe morgens aufwecken, so gerne und lange schläft (und schnarcht) er.

Seine Spaziergänge, die anfangs nur relativ kurz waren, da er dann bald zurück wollte, werden auch allmählich länger, gestern hat er es sogar geschafft, mit meinem Mann den Berg hoch zu laufen, was ihm gut gefallen hat, denn da hat er Kühe getroffen, und es gab viele neue Gerüche.

Chico und die KatzeSein Futterneid, den er anfangs hatte, ist komplett weg. Er isst sehr gerne, aber wartet ganz brav, bis man ihm etwas gibt. Er ist eine kleine Naschkatze, aber er weiß, dass er nur ein wenig warten muss und dann immer etwas bekommt.

Mittlerweile lässt er sogar dem Kater den Vortritt. Der Kater scheint für ihn spannend zu sein, er beobachtet ihn immer sehr neugierig. Der Kater, der vor drei Jahren zu uns aus dem Tierheim kam, findet Hachiko sehr spannend und liebt es, an ihm zu schnuppern, Hachiko scheint ihn sehr an seinen verstorbenen Bruder Musashi, unseren geliebten Akita, zu erinnern.

Chico

Hachiko war von Beginn an bereits Teil der Familie. Wir können kaum glauben, wie lieb er ist trotz seiner Vorgeschichte. Er ist sehr anhänglich. Wir sind Ihnen sehr dankbar, dass er nun bei uns sein kann.

Familie B.“

Und wir sind Ihnen dankbar, dass Hachiko nun zu Ihrer Familie gehören darf! Endlich erfährt „unser Großer“, was Liebe, Vertrauen und Achtung bedeutet. Wir wünschen der ganzen Familie eine lange schöne gemeinsame Zeit.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Nayeli – ein Name, so schön und vielseitig wie seine Trägerin

Nayeli

Nayeli bedeutet „die besonders Schöne", "die Unantastbare", "die Willkommene", "ich liebe dich", „Anmut“, „Liebreiz“, „Weisheit“. Alles trifft zu – nun ja, das mit der Weisheit noch nicht so, aber dafür darf sich die Siberian-Husky-Hündin auch noch ein bisschen Zeit nehmen, wird sie doch in 3 ½ Monaten, am 1. Mai 2018, erst ein Jahr alt. Zum Glück darf sie ihren Geburtstag in ihrer neuen Familie feiern. Die junge Dame war, als sie zu uns in die Auffangstation kam, ein „unbeschriebenes Blatt“ und entdeckt nun unerschrocken-neugierig die Welt -Wasser, Enten, Schnee, Schneemänner,…: NayeliNayeli

„Als wir im November die kleine Nayeli zu uns holen durften, haben wir uns sehr gefreut. Nayeli hat ihr neues Zuhause ab der ersten Stunde problemlos angenommen und sich wunderbar in unsere Familie mit Kleinkindern eingelebt.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit einer Darmentzündung ist sie nun zum Glück wieder putzmunter. Sie ist eine sehr aufgeweckte Hündin und genießt es, viele neue Dinge kennen zu lernen und auszuprobieren.

Nayeli am Bodensee

Auf unserem ersten gemeinsamen Wochenendausflug an den Bodensee hat sich herausgestellt, dass Nayeli eine richtige Wasserratte ist. Sobald Wasser in Sicht war, musste man sofort hineinlaufen und die Enten beobachten.Nayeli

Sie liebt ausgedehnte Spaziergänge durch verschneite Landschaften, im Allgäu bei ca. 30 cm Schnee war sie nicht mehr zu bremsen und hat Frauchen und Herrchen durch die Landschaft getrieben.

Nayeli im Schnee

So langsam wirft Nayeli ihre letzte Scheu/Zurückhaltung ab. Sie hat sich zu einer richtig frechen kleinen Dame entwickelt, die sich auch beim Spielen nicht mehr so einfach die Stöckchen abnehmen lässt. Nayeli

Ihr Ritual beim Aufwachen ist trotzdem seit dem ersten Tag unverändert: Sobald sie bemerkt, dass jemand von uns aufgewacht ist, wird ins Bett gesprungen und das Frauchen oder Herrchen durch Schmusen begrüßt.

Nayeli

Wir sind sehr froh, Nayeli bei uns zu haben und möchten uns einen Alltag ohne sie nicht mehr vorstellen.

Vielen lieben Dank an das Polarhunde-Nothilfe-Team!

Viele Grüße

Sebastian S. und Merle L.“

Wir sind sehr froh, unser „Baby“ in guten Händen zu wissen, in einer Familie, wo Nayeli alle Möglichkeiten hat, sich zu entfalten und zu einer Husky-Dame zu entwickeln. Wir wünschen allen eine lange glückliche gemeinsame Zeit.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Bijou - Verzeihen ist die beste Rache (deutsches Sprichwort)

Bijou

Bijou, ist unser damaliges Sorgenkind, das durch die Unterstützung vieler Menschen den Weg in ein neues Zuhause gefunden hat. Es war nicht einfach, für die Akita-Hündin, die in ihrem Zuhause, in dem sie vier Jahre lebte, nach einem Beißvorfall ganz schnell abgegeben werden sollte, einen Platz zu finden.Bijou

Als der Besitzer dann auch eine Anzeige auf Ebay schaltete, und sie dort als zu verschenken anbot, sahen wir es als unsere Pflicht an, hier sofort einzugreifen. Die Station war belegt und wegen der Unverträglichkeit mit den meisten Artgenossen waren wir gezwungen, Bijou in einer Hundepension unterzubringen. Nur Dank der riesigen Anteilnahme und Unterstützung der Besucher unserer Website konnte wir diese Hündin abfangen und ihr den vorprogrammierten Weg zum Wanderpokal zu werden ersparen – nochmals herzlichen Dank dafür.

Bijou

Es dauerte eine Weile, bis sich die passenden Menschen fanden. Wir alle waren sehr glücklich, dass sich die neue Familie mit Bijou ein Zuhause geben und sich mit ihren bekannten Ecken und Kanten auseinandersetzen wollte.BijouBijou
Leider kam es dann durch das Zusammentreffen vieler blöder Umstände dazu, dass Bijou die Tochter biss und die Familie wegen der Heftigkeit des Vorfalls zunächst keinen Ausweg sah, als sich wieder von Bijou zu trennen. Nach vielen Gesprächen und Beratungen in der Familie waren sich dann aber alle Familienmitglieder einig, dass die bis dahin so nette Hündin eine zweite Chance bekommen sollte und dieser Vorfall ein Ausrutscher war. Wir sagen, Hut ab, vor so viel Courage, denn das Vertrauen zu Bijou war verständlicherweise bei allen auf dem Nullpunkt.

Bijou

Eine Hundetrainerin wurde involviert und der gemeinsame Urlaub, bei dem alle Familienmitglieder über längere Zeit zusammen waren, sollte letztlich entscheidend sein, ob Bijou wirklich in die Familie passt.Bijou

Der tolle Urlaub ist leider vorbei, aber die gute Nachricht ist, Bijou wird BLEIBEN!

Bijou

Wir danken der Familie Sch. dafür, dass sie diesen sicherlich für sie nicht einfachen Weg gegangen sind und nun Leckerchen für alle Zweibeiner eine besondere Bedeutung und vor allem Achtsamkeit geschenkt wird.

Bijou

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt


Naomi – Wunder geschehen, selbst wenn man die Hoffnung fast aufgegeben hat

Naomi und Chica

Die Hoffnung, für Naomi ein Zuhause zu finden, war gleich Null, als die Ergebnisse von Naomis letzter Blutuntersuchung bekannt wurden: Allergie gegen Hausstaubmilben, Futtermittelallergie, Flohspeichelallergie usw.
Doch auch die Pflegestelle – ausgelegt mit Teppichen für all die älteren und kraftlosen Pfleglinge, die sich auf glatten Böden schwer tun, und immer wieder „überschwemmt“ mit Katzennotfällen – war nach dieser Diagnose alles andere als auf Dauer das geeignete Zuhause für Naomi.

Naomi im neuen HeimNaomiZum Glück war Weihnachtszeit – die Zeit, in der (vermehrt?) Wunder geschehen. Zu unserem Weihnachtsmarkt in der Station kam lieber Besuch von „alten“ Freunden der NfP – erst einmal nichts außergewöhnlich „Besonderes“ – anlässlich unserer Feste in der Station treffen wir viele „alt“ bekannte und liebgewordene Freunde. Aber diese „alten“ Freunde fragten nach dem Fest vorsichtig an, ob Naomi denn schon zur Vermittlung stünde! Von diesen Freunden ist bekannt, dass sie mit dem Shiba-Virus infiziert sind, sich keinen anderen Hund als einen Shiba vorstellen können, das Shiba-Mädel, das sie begleitete, Chica, war von uns vermittelt worden. Und eben dieses Shiba-Mädel hatte kürzlich ihren langjährigen Kumpel über die Regenbogenbrücke ziehen lassen müssen und hatte sehr bald sehr deutlich gemacht, dass sie kein Einzel-Shiba bleiben möchte. All das alleine hörte sich schon wunderbar an, aber es kam noch besser: Chicas Herrchen hat Hausstaubmilbenallergie und der Haushalt ist bereits auf diese Bedürfnisse eingerichtet!

Nein, Naomi war noch nicht vermittelbar. So hatten wir auch in unserem Update am 09.12. geschrieben. Und doch: Im Hinterkopf war immer das Angebot, die Frage, eigentlich eher die Bitte der Shiba-Familie … Eine Chance für Naomi, die sich so schnell nicht wieder ergeben würde, zu einem Kumpel, den sie so sehr braucht.

Naomi mit ihrem neuen Kumpel

Wie manch schwere Entscheidung, deren Ausgang unsicher ist, es eben so mit sich bringt: Erst Hin- und Herüberlegen, Hin- und Herwenden – aber dann wird einem auf einmal bewusst, dass es nur einen Weg, den des Versuches, gibt. Deshalb entschied sich die Shiba-Vermittlungsstelle – mit Herzklopfen, aber doch recht schnell –, den Versuch zu wagen und Naomi in ein – vielleicht – festes Zuhause zu entlassen.

Und so hielt Prinzessin Naomi bereits kurz vor Weihnachten Einzug in ihrer neuen Familie. (Nein – nicht als Weihnachtsgeschenk, aber wenn die Feiertage zuhause und in Ruhe verbracht werden, ist Weihnachten eine ideale Zeit für die Eingewöhnung eines neuen Familienmitglieds.)

Prinzessin Naomi

Merken Sie den Umbruch bereits in unseren Worten? Urplötzlich, mit dem Einzug, wurde aus dem vorsichtigen Shiba-Mädel Naomi „Prinzessin Naomi“, die genau weiß, was sie will und wie sie dies durchsetzt.

Naomi wird chauffiert

Selbstverständlich wurde Naomi von ihrer Pflegefamilie und Hundefreundin Gipsy ins neue Zuhause chauffiert. Das war natürlich auch notwendig – die Begleitung vor Ort weniger. Die Pflegeeltern erkannten Naomi kaum wieder: Naomi kam ins Haus, sah sich um, war zuhause, und siegte: Die Menschen waren im Nu um die Pfötchen gewickelt – wenn Naomi ins Bett will, darf sie. Chica war ebenfalls gleich „eingenordet“ – die beiden Mädels spielen miteinander, orientieren sich aneinander, bewachen beide ihr „Schloss“.

2 Schloßbewacher

Naomi hätte es nicht besser treffen können. Die Kratzerei hat fast völlig aufgehört. Am Bäuchlein wächst Flaum, keine nässenden Hautstellen mehr. Man hält sich auch an die Empfehlungen in Bezug auf Ernährung und Medikamente. Naomi darf sich weiter entwickeln, darf sich frei entfalten, wie sie möchte. Die Menschen haben und nehmen sich viel Zeit für ihre beiden Hunde, sind viel unterwegs mit ihnen, und die Hunde haben freien Zugang zu einem ausbruchsicheren Garten. Hundeherz – was begehrst Du mehr?

Naomi und Chica im GartenEin schöner Garten

Wir denken: nichts! Die Entscheidung, Naomi in dieses Zuhause zu entlassen, fiel schnell, viel schneller als jemals gedacht oder erträumt, aber sie war richtig – richtig vor allem für Naomi. Die Pflegestelle muss den Verlust nach acht Monaten mit Naomi erst noch „verdauen“, aber die Sicherheit, dass es keinen besseren  Platz für Naomi gegeben hätte, macht es leichter und bestätigt uns wieder einmal in unserem Grundsatz „IMMER im Sinne des Hundes und immer FÜR den Hund entscheiden“.

Wir sind glücklich, für diese vernachlässigte, verwahrloste, geschundene Hundeseele eine Familie gefunden zu haben, die es Naomi möglich macht, ihre Vergangenheit wahrscheinlich nicht zu vergessen, aber hinter sich zu lassen – ganz weit hinter sich zu lassen.

Naomi schläft

Naomis neuer Familie sagen wir ganz herzlich Danke für die unvoreingenommene Aufnahme von Naomi und für die Liebe, die Sie dieser kleinen großen Persönlichkeit bereits nach der kurzen Zeit entgegenbringen. Wir wünschen uns von ganzem Herzen, dass Naomi und ihre Familie eine sehr lange und glückliche gemeinsame Zeit verbringen dürfen.
Besonders danken wir auch den treuen Paten, die Naomi auf dem langen Weg bis zu ihrer Vermittlung begleitet haben.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Lea – des einen Freud, des anderen Leid

Lea

LeaLeaVor drei Jahren hatten wir die inzwischen zehn Jahre alte Siberian-Husky-Hündin Lea vermittelt. Jetzt ist ihre Familie umgezogen, und Lea kam mit der neuen Situation nicht zurecht. Die Familie bat uns deshalb, für Lea über unsere Website nach einer neuen Familie zu suchen. Nun hat die Familie selbst eine Lösung gefunden:

„Lea hat sich in den drei Jahren bei uns sehr gut eingelebt, und es war ein sehr harmonisches Zusammensein. Trotz ihres hohen Alters ist sie sehr neugierig, agil und ihr Vertrauen zu uns ließ es zu, dass sie uns überall mit hin begleitete. Aufgrund eines Arbeitsplatzwechsels hat sich der Tagesablauf und die Wohnsituation geändert. Ihr doch sehr sensibles Gemüt konnte sich nach vier Monaten nicht auf die neuen Lebensumstände einstellen. Auch die Unterstützung einer Hundesitterin war zeitweise eine Erleichterung für uns, brachte Lea jedoch durcheinander, warum nicht jeden Tag sich jemand so lieb um sie kümmert. Wir entschieden uns zusammen mit der Familie meines Lebensgefährten, Lea wieder in ein ihr gewohntes Umfeld umziehen zu lassen. Diese Entscheidung fällt man nicht schnell und nicht leichtfertig. Aber es war die richtige, wie wir merken. Im neuen Zuhause (in dem bis Anfang 2017 Leas 17-jähriger Husky-Freund wohnte) bekommt sie wieder die Aufmerksamkeit, die sie braucht und ist sehr entspannt.“

Lea

Und wir freuen uns sehr über diesen glücklichen Zufall und auch darüber, dass durch den guten Kontakt alles reibungslos vonstatten gehen konnte.
Vielen Dank, liebe Familien J.

 Das Team der NfP – Freudenstadt


Lara – dem gelehrigen Sahneschnittchen steht nun die Welt offen

Lara

Die Siberian-Husky-Hündin Lara, die Ende Dezember 2017 gerade mal ein Jahr alt geworden ist, war wegen Überforderung abgegeben worden. Man merkte Lara an, dass sie bisher kein schlechtes Leben gehabt hatte, sie ist freundlich zu jedermann, offen für alle und alles, hatte mit ihrer Familie im Haus gelebt und offenbar auch draußen viel kennen lernen dürfen. Also durch und durch ein „Sahneschnittchen“, nicht nur des Aussehens wegen, sondern eben auch ihres Verhaltens wegen. Und nun konnte sie zum Glück eine neue Familie für sich gewinnen, mit der sie weiter die Welt erobern darf – wenn es auch auf dem Weg dahin noch einiges zu lernen gibt für Lara. Aber Lara wäre nicht Lara, wenn sie dies nicht in Windeseile hinbekommen würde. Hier ihr übersprudelnder Bericht von der ersten Zeit in ihrer neuen Familie:

„Hallo liebes Polarhunde-Team,

ich bin ja nun schon einige Zeit bei meinem neuen Rudel, und ich muss sagen: es gefällt mir sehr. Ich wohne jetzt in Bayern; sogar die dreistündige Autofahrt habe ich überstanden: die erste halbe Stunde wusste ich nicht, wie und ob ich mich hinlegen soll, habe gefühlte hundert Mal meine Liegestellung gewechselt, aber dann habe ich die restliche Fahrt verschlafen.Laras Platzwahl

Zu Hause angekommen habe ich gleich alles begutachtet, all meine angebotenen Liegeplätze für gut befunden und mich dann woanders hingelegt. Papierkorb geleert

Hier drinnen habe ich übrigens alle Pfoten voll zu tun mit meinem Rudel. Verlässt jemand den Raum, muss ich immer hinterher und aufpassen, dass er sich nicht verläuft. Für Ordnung bin ich auch zuständig: alles, was in Schnauzenhöhe liegt, räume ich weg. Und wenn der Papierkorb nicht regelmäßig geleert wird, muss ich nachhelfen ....

Neuerdings haben sie angefangen, mein Hundespielzeug zu verstecken, und ich muss es dann wieder suchen und ihnen bringen. Das macht sogar Spaß! Auch von den ganzen Tricks und Intelligenzspielchen kann ich nicht genug kriegen ... naja, die Belohnung ist ja auch sehr lecker. So habe ich schon ganz viel gelernt: ich kann schon "guten Tag" sagen, Socken ausziehen, Slalom durch die Beine laufen, und heute habe ich gelernt, wie man sein Spielzeug "aufräumt"... hey, dass macht alles so viel Freude, und ich lerne so schnell, dass meinem Rudel fast die Ideen ausgehen.

Spielzeug

Draußen brauche ich mein Rudel eigentlich nicht; es reicht, wenn ich sie am anderen Ende der Leine hinterher ziehen darf. Draußen gibt es ja auch so viel Interessanteres: andere Hunde, andere Menschen und die ganzen Gerüche von Katzen, Rehen ... da bin immer sehr aufgeregt, und mich hält nichts mehr. Auch drei-, vier-, fünf-, sechsstündige Spaziergänge machen mich nicht müde. Auf einem Berg waren wir natürlich auch schon, und weil ich meinem Herrchen "so brav das Laufen erleichtert habe", habe ich oben auch ein Schweineohr zur Belohnung bekommen. Lara

Insgesamt ist mein Rudel - so glaube ich - sehr glücklich mit mir. Naja, ich muss noch ein "bisschen" entspannter werden: wenn wir andere Hunde treffen, bin ich so aufgeregt, dass ich springe und kreische, dass sie mich kaum halten können. Aber mein Frauchen ist - so glaube ich – über die neuen Armmuskeln auch nicht traurig. Auch den Hundeplatz habe ich meist nur von außen gesehen: Sie sagen, ich darf erst rauf, wenn ich nicht mehr so rumquietsche und hüpfe, aber ich will doch mit den anderen so gern toben. Alleinsein fällt mir auch sehr schwer, aber ich habe mich schon gebessert. Anfangs waren es so fünf Sekunden ... dann musste ich hinterher. Nun kann ich mich auch schon fünf Minuten allein entspannt in den Flur legen, wenn mein Herrchen links in der Küche und mein Frauchen rechts im Wohnzimmer ist.

Ich bin froh, dass ich hier sein darf und hoffentlich auch bleiben kann. Wie gesagt, drinnen bin ich ein Traumhund, aber draußen nerve ich ganz schön ... Mein Herrchen sagt, wenn ich alt genug bin und schön höre, dann will er mit mir Scooter fahren. Oh, das wäre toll, dann hätte die ganze Zieherei für mein Rudel wenigstens einen Sinn. Aber dafür müssen wir erst noch ein paar Befehle üben ... obwohl ich finde, dass ich das "Halt - links - rechts" sogar schon ganz gut kann. So hoffe ich, dass ich noch viele schöne Dinge lernen kann.

Viele Grüße von Eurer Lara sowie meinem Rudel M & J“

Mit einem Ziel vor Augen lernt es sich leichter, liebe Lara. Wir sind sehr froh und danken der Familie herzlich für die unkomplizierte Aufnahme des jungen Wirbelwindes und wünschen eine lange glückliche und aufregende Zeit.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Mogwai – im Turbogang ins Abenteuerland

Mogwai

Der knapp zweijährige Husky-Mix-Rüde Mogwai hat seiner Vermittlungsüberschrift „Mit Turbo in die Zukunft“ alle Ehre gemacht: So schnell wie Mogwai die Herzen seiner Familie erobert hat, konnten wir ihn nicht einmal von der Vermittlungsseite auf die Reserviert-Seite setzen. Die Zweibeiner sind begeistert von seinem souveränen Verhalten, seiner Neugierde, Cleverness und seiner Energie. Seine Hundegefährtin ist nicht minder begeistert, gibt er doch ihr gegenüber den Gentleman, und sie lässt sich sowohl von seiner Spielfreude als auch von seiner Ruhe - sogar an Silvester - anstecken.

Mogwai am Dogscooter„Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,

seit einer Woche lebt Mogwai jetzt bei uns, und er hat unsere Herzen im Sturm erobert. Mit großer Neugierde erkundet er die neue Umgebung und ist für jedes kleine Abenteuer zu haben. An das Leben im Haus hat er sich schnell gewöhnt, war von Anfang an stubenrein und genießt jetzt die Annehmlichkeiten. Sein Talent zum Türenöffnen hat er gleich zu Beginn unter Beweis gestellt. Er ist einfach ein cleverer Hundejunge, der schnell lernt und sich jeder Herausforderung stellt. Mit unserer Hündin Ikuma versteht er sich sehr gut, ist ganz Gentleman und schafft es sogar, die ältere Hundedame zum Spielen aufzufordern. Beim Joggen oder Scooterfahren kann er ganz seiner Lauffreude nachkommen, wenn auch ab und an die Mäuse am Wegesrand dann doch interessanter sind.

                    Mogwai

MogwaiDer Lärm an Silvester hat Mogwai nicht beeindrucken können, und er hat das Ganze einfach verschlafen. Durch seine ruhige und entspannte Ausstrahlung hat er sogar Ikuma ein wenig die Angst nehmen können.

Wir sind sehr glücklich und dankbar, dass Mogwai von nun an ein Teil unserer Familie ist und wir mit ihm gemeinsam die Abenteuer des Alltags erleben dürfen.

Viele liebe Grüße und mit besten Wünschen für das neue Jahr,

Mogwai und Ikuma mit Familie K.“

 

Wir bedanken uns herzlich bei der Familie für die schnelle Entscheidung für Mogwai und wünschen der ganzen Familie noch viele aufregende Abenteuer.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Leon - Nach 14 Jahren endlich richtig glücklich

Für den Husky-Mix-Rüden Leon bat ein befreundeter Verein vor längerer Zeit um Vermittlungshilfe, da dieser keine Chance sah, für ihn ein Zuhause zu finden. 10 Jahre lebte er als Kettenhund und bereits 4 Jahre im Tierheim. Es schien so, dass auch unsere Bemühungen im Nichts enden würden, bis dann eine Fügung des Schicksals ergab, dass eine ältere Dame gerne ausschließlich einem alten Hund ein Zuhause geben wollte.

Leon

Eine Weile dauerte es, bis alle Formalitäten erledigt waren und Leon endlich bei ihr einziehen konnte. Entgegen aller Vorstellungen fand Leon sein neues Leben von Anfang an einfach nur schön. Seinen ersten Tierarztbesuch meisterte er vorbildlich und auf den Spaziergängen hagelt es nur Lob, was er doch für ein hübscher und vor allem lieber Hund ist.

Diese Vermittlung zeigt wieder einmal, die Hoffnung soll man niemals aufgeben, auch wenn es noch so aussichtslos erscheint.

Wir wünschen Frau F. und Leon noch eine sehr lange gemeinsame Zeit.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt


Baku – Begeisterung pur auf allen Seiten

Baku

BakuDer achtjährige Husky-Malamute-Rüde Baku hat sich schnell und gut in seiner neuen Familie eingelebt und ist, wie seine Familie schreibt, „noch immer genauso anständig, wenn auch nicht mehr ganz so zurückhaltend wie zu Beginn“. Baku war wegen Umzugs zusammen mit Majana bei uns im Tierschutz gelandet. Keine einfache Situation für einen so sensiblen und anhänglichen Hund wie Baku. Er wäre am liebsten 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr mit seinen Menschen zusammen, was natürlich in der Station nicht machbar war. Aber nun hat er das Glück, wieder eine Familie zu haben, mit der er sogar mit zur Arbeit darf:

„Hallo liebe Polarhunde-Freunde,
                           Baku

vor circa zwei Monaten ist bei uns ein neues Familienmitglied eingezogen. Baku, der Husky-Malamute-Mischling, hat uns beim ersten Spazierengehen sofort den Kopf verdreht.Baku Er kam immer zu uns her, als wir an seinem Gatter vorbei gingen. Auch mit unserer kleinen Hündin Nana hat er sich auf Anhieb super verstanden. So war die Entscheidung gefallen, und Baku durfte bei uns einziehen. Er kam zu uns, und die Freude war riesig, dass Baku endlich bei uns ist. Er hat erst einmal das ganze Haus abgeschnüffelt und hat sich dann zufrieden in sein neues Körbchen gelegt. Am nächsten Morgen ging es für Baku auch schon zum ersten Mal zur Arbeit.

Baku

Nach einem langen Spaziergang mit Nana und seiner neuen Freundin Cindy hat er sich glücklich schlafen gelegt. Baku ist so entspannt beim Autofahren, dass er gar nicht mehr aus dem Auto aussteigen will. Auch den Garten hat Baku erst einmal ausgiebig erkundet und war ganz im Glück. Den Abend hat er mit uns vor dem Kamin genossen und hat zufrieden und glücklich geschlafen.

Baku liebt es, mit seinen Spielzeugen zu spielen. Wenn wir kurz einkaufen sind und wieder zurückkommen, ist die Freude riesig bei ihm. An Weihnachten waren alle seine Hundefreunde da und haben nach einem langen Spaziergang zusammen Hühnchen verspeist.

Baku ist so ein toller Hund, der jeden Menschen sofort um den Finger wickelt! Wir sind überglücklich, ihn als neues Familienmitglied zu haben und werden Baku nie wieder hergeben!

Baku                                                    Baku

Liebe Grüße
A. und N. mit Nana und Baku“

„Glück(lich)“, so der Eindruck, ist das am häufigsten verwendete Wort in diesem Bericht, und bezieht sich dabei sowohl auf Baku als auch auf seine Menschen und seine „kleine Schwester“ Nana. Und so können wir auch sagen, dass wir glücklich sind, diese Familie und Baku zusammengebracht zu haben – für hoffentlich viele glückliche Jahre.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Chio – Schönheit schützt vor Dummheit nicht

Chio ist ein absoluter „Hingucker“ – er ist markant, er ist unverwechselbar, einmalig – aber man konnte hinter diesem Aussehen bereits vermuten, dass der zweijährige Siberian-Husky-Mix-Rüde nicht „ohne“ ist. Von seiner vorigen Familie war er abgegeben worden, weil sich zweibeiniger Nachwuchs angekündigte. In unserer Station zeigte er sich mit anderen Hunden friedfertig, verhielt sich aber bei Anpöbeleien nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“. Wir suchten daher für ihn Menschen, die ihn liebevoll, aber bestimmt führen würden. Solche Menschen – und noch mehr – konnte der schöne Chio offenbar für sich begeistern, denn sein anfängliches Verhalten – Schönheit hin oder her - hätte durchaus zur Rückgabe führen können. Ob ihm das bewusst war?

ChioChio„Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,

jedes Mal, wenn ich dachte, "jetzt haben wir es endlich geschafft", und voller Elan Chios Loblied für den Glücklich-vermittelt-Text singen wollte, dann ist wieder irgendetwas passiert, das mich wieder total zurückgeworfen hat.

Ich fange mal mit dem Loblied an:
Chio - jetzt Tikaani - gehört inzwischen zur Familie, er hat sich wunderbar in unseren Tagesrhythmus eingefügt, ist eigentlich recht pflegeleicht, und durch die langen Spaziergänge, bei denen Bella erstaunlich gut mithält, sind wir auch schon selbst viel fitter geworden.

Er kann auch allein zu Hause bleiben, aber er fährt einfach leidenschaftlich gern Auto, deshalb nehme ich ihn meistens doch mit, wenn ich zur Arbeit fahre. Sowohl im Auto als auch zu Hause ist er recht brav und hat noch (fast) nichts kaputt gemacht.

Tikaani

Am Anfang hat er mir an den Fersen geklebt und musste immer Sichtkontakt haben, aber das hat sich nach der ersten Woche gelegt - dann hat er wohl daran geglaubt, dass er nicht wieder weggeschickt wird.

Der Durchfall ist inzwischen auch verschwunden (mit Platinum Huhn-und-Reis), allerdings merkt man, wenn er sich aufgeregt hat, dann wird der Stuhlgang gleich wieder dünner.

Er ist zu fast allen Menschen lieb, vor allem zu Kindern (das war mir wichtig wegen unserer Nachbarstochter), und ich konnte zuerst gar nicht glauben, dass er nach seinem Besitzer geschnappt haben soll. Inzwischen glaube ich es aber schon.

TikaaniAls wir meinem Nachbarn einmal im Wald begegnet sind und der anders angezogen war (in Arbeitshose und dicken Stiefeln), ist Tikaani an dem Nachbarn hochgesprungen und hat versucht zu schnappen. Und als er jetzt zu Weihnachten meinen Vater das erste Mal gesehen hat, da hat er ihn angeknurrt und ebenfalls geschnappt. Das muss ihn an irgendetwas erinnert haben - in angstbesetzten Situationen scheint er so zu reagieren. Meinen Vater hat er am zweiten Tag akzeptiert, als er gemerkt hat, der tut ihm nichts, aber theoretisch könnte bei fremden Menschen auch mal etwas passieren - man muss schon auf ihn aufpassen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass er ein Baby so behandeln würde, wie er Bella behandelt - falls denn der angegebene Abgabegrund zutrifft.

Das Zusammenleben mit den beiden Hunden ist sehr wechselhaft. Tikaani versucht immer noch, Bella zu dominieren und am liebsten der einzige Hund im Haus zu sein. Auf der anderen Seite profitiert auch Bella davon, dass Tikaani da ist – sie ist viel unternehmungslustiger und lebhafter geworden, hat viel mehr Lust zu langen Spaziergängen, buddelt wieder zusammen mit dem Neuen nach Mäuschen (anscheinend macht das allein keinen Spaß) und fordert ihn sogar gelegentlich zum Spielen auf. Am liebsten dann, wenn er draußen angeleint ist und sie bei Bedarf aus seiner Reichweite entkommen kann, weil seine Art zu Spielen doch sehr an Körperverletzung grenzt.Tikaani

Das wäre alles schön und gut, wenn er nicht immer wieder aus vermeintlich heiterem Himmel über sie herfallen würde, wenn es um irgendwelche Ressourcen geht und er meint, sie kleinkriegen zu müssen. Wir gehen spazieren, alles ist schön, wir machen Rast, Tikaani zerlegt einen Ast (der wirklich lang genug für beide wäre), Bella ist gut gelaunt und nimmt das andere Ende, und schon fällt er über sie her, Bella ist verstört und die Laune im Keller. Oder Bella liegt friedlich in ihrem Körbchen, ich spiele mit Tikaani, und plötzlich entdeckt er, dass sie noch eine Kaustange vor sich liegen hat - siehe oben. Oder er hat draußen eine Kaustange vergraben, Bella schnuppert an der Stelle - siehe oben. Leider kann man solche Situationen nicht immer vorhersehen und vermeiden. Und dann kommt mir wieder in den Sinn, was die Hundepsychologin in der ersten Woche gesagt hat: "Wollen Sie Ihrem alten Hund das wirklich antun?"

Zum Glück ist Bella nicht nachtragend und kann sich dann nach einiger Zeit auch wieder entspannen, aber das dauert dann ein, zwei Tage, und dann habe ich ein schlechtes Gewissen, ihr diesen Rüpel ins Haus gebracht zu haben.

Wir versuchen, Bellas Selbstbewusstsein zu stärken, und Tikaani zu zeigen, dass wir Bella nicht verdrängen lassen. Inzwischen war er sogar einmal entspannt, als Bella ihr Quietschespielzeug bearbeitet hat - das hat ihn immer am meisten aufgeregt, und das hatte den ersten Beißvorfall ausgelöst. Es besteht also noch Hoffnung.

TikaaniIm Moment üben wir den Rückruf und Nicht-an-der-Leine-Ziehen. Ein großes Problem sind Hundebegegnungen - zum Glück wohnen wir praktisch im Wald, so dass wir im Zweifelsfall weiträumig ausweichen können.

Ich wollte eigentlich mit dem Tikaani in die Hundeschule, aber nach der ersten Einzel-Probestunde meinte der Trainer, ich sollte doch lieber erstmal allein üben. Anscheinend wollte er sich den Stress nicht antun, nachdem er gesehen hat, wie Tikaani auf andere Hunde reagiert...

Beide "Hundeexperten", die Tikaani gesehen haben, meinten unabhängig voneinander, dass er eigentlich ein ziemlich geringes Selbstbewusstsein hat und dies durch seine Macho-Allüren (insbesondere, wenn jemand kleiner und schwächer ist als er) zu kompensieren versucht. Das Zusammenleben in der Auffangstation mit den vielen anderen Hunden muss extrem belastend für ihn gewesen sein, wahrscheinlich war das auch der Grund für den Durchfall. Seine Sozialisation dürfte wohl suboptimal gewesen sein. Wenn so ein Hund erzählen könnte...

                                                Tkaani

Aber mit seinem Kuschelfell und den blauen Augen erweckt er überall Sympathien, sogar bei der Besitzerin des armen kleinen Zwergpudels, den er gerade verprügelt hatte, weil dieser unglücklicherweise unangeleint und männlichen Geschlechts. Zum Glück musste die Versicherung nicht tätig werden.Tikaani

Meine Nachbarin ist jedenfalls richtig verliebt in ihn (gute nachbarschaftliche Beziehungen sind wichtig!), mit Frauen und Kindern ist er kuschlig und verschmust, und auch meine Eltern kommen (nach kurzer Probezeit) mit ihm klar (auch wichtig).

Bella und er werden sich wohl niemals wirklich lieben, aber trotzdem profitiert das alte Mädchen von der Jungbrunnenkur durch den jungen Hüpfer, und es ist auch schon vorgekommen, dass er ihr zur Begrüßung über die Nase geleckt hat statt wie sonst den ganzen Bella-Hals in seinem Rachen verschwinden zu lassen. (Das findet er wohl lustig, sie aber nicht.) Wie gesagt, es besteht Hoffnung.

Vor allem bewundere ich unsere Bella, weil sie sich von ihm nicht dauerhaft einschüchtern lässt und es immer wieder aufs Neue mit ihm versucht. Das ist auch der Grund, warum wir nicht aufgegeben haben.

Chio-Tikaani ist jedenfalls eine größere Herausforderung, als ich gedacht habe, aber er ist auch eine Bereicherung, die wir nicht mehr missen möchten.

Wir wünschen dem ganzen Nothilfe-Team alles Gute für das Neue Jahr - es ist gut, dass es Sie gibt, damit Hunde wie Chio eine zweite Chance bekommen. Vielen Dank für Ihre Arbeit!

M. H. & Rudel“

Wir sind sehr beeindruckt von dem Durchhaltevermögen von Bella und der Familie und sehr, sehr dankbar dafür. Wir hoffen, Tikaani ist oder wird sich bewusst, welchen Schatz an Familie er da für sich gewinnen konnte und dass er sich immer mehr entsprechend benimmt! Wir drücken alle Daumen und Pfötchen für ein harmonisches Zusammenleben und eine glückliche gemeinsame Zeit.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt