Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im April 2019 ein neues Zuhause gefunden haben

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Queen Rose

Jeder Hund ist einzigartig und unser Bestreben ist es stets, sein Wesen zu erkennen und ihn mit den passenden Menschen für eine neue Zukunft zusammenzuführen. Dabei kommt es manchmal vor, dass ein ankommendes Notfell einem direkt mit dem ersten Blick tief im Herzen trifft.

Liebe Queen Rose,

als ich Dich bei Deiner Abgabe Mitte Mai 2018 in Hexes Hütte zum ersten Mal sah, ist es passiert. Du hast mich tief im Herzen berührt und ich gab Dir das Versprechen, im Rahmen meiner Möglichkeiten immer besonders auf Dich zu achten. Dein erster Eindruck erinnerte mich an eine der Figuren aus Astrid Lindgrens Büchern. Du warst so ‚klein und einsam‘ und ungewollt, weil Du nicht zum Zughundesport taugst. Selbst Dein gutes rotes Halsband wurde Dir zum Abschied abgenommen. Ich hätte ausrasten können, war aber dankbar, dass Du endlich in unserer Obhut warst. Am liebsten hätte ich Dich selbst gleich eingepackt und mit nach Hause genommen. Aber unter meinen Lebensumständen hätte ich Dir nicht gerecht werden können. Ich gab Dir den Beinamen Rose und Du solltest bekommen, was Du brauchst: Menschen, die Dich nehmen wie Du bist und Dir ein artgerechtes, behütetes und glückliches Leben ermöglichen. Wichtig war jetzt erst mal, Deine seit Deiner Geburt am 06.05.2016 unbehandelte Krankheit in den Griff zu bekommen.

Queen Rose

Wir konnten Dir nach Deinem ersten Anfall leider nicht die Nebenwirkungen der Medikamente ersparen, aber so gelang es, Dir langsam Deine Lebensqualität wieder zu geben. Durch die Kastration war eine weitere Voraussetzung erfolgt.
Es war so schön und gefiel uns allen gut, Dich in der Station aufblühen zu sehen! Du hattest Spaß an den Spaziergängen mit allerlei Schabernack, liebtest Deine Onkels Konrad und Karlson und den Körperkontakt mit ihnen. Als die Seniorensuite kernsaniert war, war es Dir täglich ein besonderes Vergnügen, dem Zimmerservice nachzuarbeiten und erst mal alles neu aufzuschütteln. Bobi fand das richtig doof, aber auch er ließ Dich gewähren. Dein Leben war wieder schön für Dich und Du zeigtest es uns mit Deiner kindlich natürlichen Art.

Queen Rose und Konrad Queen Rose und Konrad Queen Rose
  Queen Rose  

Anfang 2019 bekamst Du oft Besuch von Deiner neuen Familie, die Dich Mitte März sanft im neuen Zuhause aufnehmen wollte. Doch das Schicksal hatte es mal wieder anders für Dich vorgesehen. Ganz so reibungslos sollte es nicht geschehen. Als Karlson am 23. Februar verstarb, wurdest Du zum Glück gleich von Deinen neuen Menschen abgefangen. Die plötzliche Veränderung löste wieder Krämpfe in Deinem Körper aus, die aber durch die bereitliegenden Notfall-Medikamente von Deinen aufmerksamen neuen Menschen sofort behandelt werden konnten. Du wurdest wieder medikamentös eingestellt. Es freute uns sehr, zu erfahren, dass Du danach in Deinem neuen Zuhause ‚angekommen‘ bist und das gemeinsame Leben beginnen konnte. Und ganz besonders freut uns zu hören, dass Du zwischenzeitlich wieder topfit und glücklich bist und mit allen Menschen und Hunden um Dich rum auskommst und Dich wohlfühlst. So wünschten wir es für Dich und sind sehr dankbar, dass Deine neue Familie Dir dies alles ermöglicht! Queen Rose, ‚meine‘ Queen Rose, es ist so schön, Dich endlich wieder in Deinem Rosengarten zu wissen.

Queen Rose

Besucht uns mal wieder, wir würden uns alle sehr freuen!
Bis bald...

Christiane mit dem Team der Nothilfe für Polarhunde e.V.


Lup – Nordischer mit Handicap, na und ?!

Lup

Lup lebt auf drei Pfoten. Wegen eines übergroßen, lange Zeit unbehandelten Tumors wurde ihm Anfang 2019 das linke Vorderbein amputiert. Er kommt damit prima klar und stellt seine Bewegungsabläufe langsam darauf ein. Freunde brachten ihn Ende März zu uns auf die Alb, um seine Vermittlungschancen zu erhöhen. Lup wurde am 15.07.2015 geboren und hat ja noch fast ein ganzes Leben vor sich, das er artgerecht und mit Familienanschluss verbringen möchte!

Lup Lup Lup

Er beteiligte sich kräftig und überzeugend an diesem Vorhaben. Er mag Menschen sehr und gestaltete das Fotografieren für den Steckbrief etwas herausfordernd für uns, weil er sofort auf die Fotografin zu hüpfte, sobald sie in seine Nähe kam. Dann legte er sich zu ihren Füßen und streckte ihr den Bauch zum Kraulen entgegen, das genießt er sehr. Die meisten Fotos wurden unscharf! Aber sie waren auch gar nicht mehr nötig, denn er überzeugte sein jetziges Frauchen sofort, dass er der Richtige für ihre Familie sei, bevor der Steckbrief fertig werden konnte!
Am 06.04. wurde er abgeholt. Lup sprang auf drei Pfoten in den Kofferraum, als hätte er das schon immer gemacht, und zeigte: ja, das passt auch sehr gut für mich.

Lup   Lup

So fuhren die zwei glücklich nach Hause, um den Rest der Familienmitglieder auf zwei Beinen und vier Samtpfoten zu überzeugen, was absolut gelang. Lup hat mittlerweile bereits viele Freunde im Allgäu und sein Frauchen wusste zu berichten, dass selbst Verkäuferinnen vor lauter Freude über den Einkaufs-Begleiter Lup fast vergessen zu kassieren. Er ist schon eine besonderer Nordischer von ganz besonderem Wesen!
Wir danken Lups neuem Frauchen von Herzen, dass sie sich sofort für das ihr noch unbekannte Thema ‚Hund mit Handicap‘ geöffnet hat und wünschen den beiden viele schöne gemeinsame Jahre mit allen Familienmitgliedern.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V. Freudenstadt


Chloey
Chloey
Der Weg einer außergewöhnlichen Hündin in eine entspannte glückliche Zukunft.

ChloeyChloeyIhre ehemaligen Menschen kündigten uns Chloey als wunderbare Hündin im Umgang mit Menschen an. Sobald allerdings ein Artgenosse ins Spiel kam, wurde sie damals regelrecht zur Furie und war nicht mehr handle bar. Wir nahmen die aparte Mischlingshündin Mitte Februar 2018 in unserer Station auf. Sie war knapp sieben Jahre alt (geboren am 01.05.2011) und wir waren gespannt, wie sie sich entwickeln lassen würde.
Chloey wurde im Gehege mit Rüden vergesellschaftet. Sie machte deutlich, dass sie sich damit arrangieren kann, aber lebensnotwendig sei diese Wohngemeinschaft keinesfalls für sie. Viel wichtiger für sie wären ‚IHRE‘ Menschen und - wenn sie es sich aussuchen dürfte – hätte sie die gerne für sich alleine.

Chloey

Das Trainingsprogramm zu den Hundebegegnungen startete in der Halle zur Gassi-Zeit. Sie saß an der Seite unserer Stationsleiterin mit lockerer Leine am Rande der Halle, während die Gassi-Geher mit den anderen Stationshunden an ihr vorbeiliefen. Wollte sie wieder mal regelnd nach vorne, bekam sie ruhig zu verstehen, dass sie sich da raushalten soll. Der Mensch macht das schon für sie, falls es nötig wird. Sie nahm die angebotene Führung an und konnte bald zusammen mit ausgewählten Hunden über die Alb spazieren gehen. Es machte großen Spaß, sich mit ihr in der Natur zu bewegen und zu beschäftigen, sie strahlt dabei so viel Lebensfreude aus.ChloeyChloey
Chloeys Wunsch wurde erhört. Bald kamen neue Gassi-Geher. Sie brachten Erfahrung mit einem Akita mit und wir weihten sie in unser Trainingsprogramm ein. Das klappte sehr gut zwischen den dreien. Und so kam es, wie es kommen musste. Ihre ‚neuen Menschen‘ boten Chloey einen Platz in ihrer Familie an. Sie mussten nur noch umziehen, dann konnte es nach knapp einem Jahr in der Station für Chloey losgehen! All ihre Wünsche werden erfüllt. Sie hat vollen Familienanschluss, zusätzlich bereichert durch die Eltern. Alle vier nehmen sich viel Zeit für die kleine Hübsche. Wir durften uns persönlich bei einem Besuch Anfang April davon überzeugen, wie entspannt Chloey ist. Sie fühlt sich auch schon sicher und wohl genug, um sich zum Ruhen zurückzuziehen. Den Kennenlern-Besuch beim Tierarzt hat sie mit Bravour absolviert. Gemeinsame Ausflüge – immer an der Leine – fördern und festigen das vertrauensvolle Verhältnis. Und falls es mal aufregend wird, kann sich das Hundemädchen auf die Führung ihrer Menschen verlassen. Der erste gemeinsame Urlaub ist bereits gebucht.

Die Fotos aus dem neuen Zuhause sprechen Bände, besser hätte es Chloey nicht erwischen können!

Wir möchten uns herzlich für die kompetente und liebevolle Aufnahme dieser außergewöhnlichen Hündin bei M. und B. bedanken und freuen uns darauf, wenn Ihr drei uns mal wieder auf der Alb besuchen kommt.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V. Freudenstadt


Arco

Arco

ArcoArcoArco wurde am 19.03.2009 geboren und lebte lange Jahre mit seinem hündischen Partner in seiner Familie. Als dieser verstarb wurde er Mitte Dezember 2018 zu uns auf die Alb gebracht, weil er nicht mehr alleine bleiben wollte. Er ist ein total netter, umgänglicher Vertreter seiner Art, sowohl mit Menschen als auch in der Hundegruppe. Hundekumpels hatte er nun wieder, aber wo blieben die für ihn mindestens so wichtigen Menschen? Mit großer Ausdauer stand er am Tor und wartet - oft heulend -, dass er abgeholt wird und alles ein Irrtum ist.

Vor ein paar Monaten war ein Ehepaar auf der Suche nach einem Nordischen ein paar Tage zu Besuch bei uns auf der Alb. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings kein passender Hund bei uns. Vermutlich musste das so sein, denn jetzt trafen sie mit Arco zusammen und es passt perfekt! Am 10. März 2019 fuhren sie zusammen nach Hause. An seinem 10. Geburtstag erreichte uns folgende Rückmeldung:

Arco

„Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,

zum heutigen Tag (Geburtstag von ARCO) wollen wir Euch ein kleiner Bericht und einige Bilder (als Nachweis) zukommen lassen.
ARCO ist ein sensibler Menschen bezogener Hund, der die Zuwendungen seiner Menschen sehr genießt. Er ist ein sehr großer Schmusebär. Nach den Spaziergängen schläft er. ARCO hat sich an das tägliche Ritual gut angepasst und scheint zufrieden.
Draußen ist er sehr aktiv und manchmal auch stürmisch. Die neue Umgebung und die zahlreichen neuen Düfte interessieren ihn sehr. Manchmal weiß er nicht so recht, wo er zuerst schnuppern soll.

Liebe Grüße aus dem Odenwald

Familie M.“

Arco

Manchmal braucht es einfach etwas länger, bis der ‚Deckel zum Topf‘ findet. Umso größer ist die Freude für Mensch und Hund und uns! Vielen Dank, Familie M., dass Sie die Geduld hatten, auf Arco zu warten. Wir wünschen Ihnen noch viele glückliche Geburtstage mit ihm.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V. Freudenstadt


Sheila – "global player"

Sheila

Sheila ‚aus dem Morgenland‘ war 2012 - während unserer Zeit ohne Auffangstation – bereits in unserer Vermittlung. Die am 12.12.2010 geborene Hündin hatte großes Glück. Von einer in der Türkei lebenden deutschen Frau wurde sie aufgefangen und tierärztliche versorgt, als sie gegen einen Rüden ausgetauscht wurde und einfach ausgesetzt werden sollte. Aber auf Dauer behalten konnte sie Sheila nicht und hat sich darum an uns gewandt. Das zweite große Glück: wir fanden für sie rasch eine Pflegefamilie und bald darauf ihr neues Zuhause, wo sie sich zu einem hübschen, schlanken und schmusenden Familienmitglied entwickelte. Das Glück hielt sechs schöne Jahre im Schwabenland. Leider bekam das Herrchen mittlerweile große gesundheitliche Probleme, weshalb er Sheila nicht mehr gerecht werden kann. Schweren Herzens entschied er zugunsten der Hündin, sie wieder zu uns bringen.

Die kleine langhaarige kam Ende November 2018 mit erneuter Rubensfigur auf die Schwäbische Alb, unterzog sich (ungern) einer Diät und baute langsam wieder Kondition auf. Das lange Fell konnte gut gepflegt werden, weil Sheila zum Glück das Bürsten mag und als Sozialpflege genießt. Sie lebte bei uns mit drei Rüden im Gehege, die Sie souverän auf Abstand hielt. Menschen sind ihr ohne Zweifel viel wichtiger, was sie jedem sehr gerne zeigt!
Und so fand sie Ende Februar 2019 erneut das große Glück für ihren dritten Lebensabschnitt. Menschen, die sie jetzt den ganzen Tag um sich hat. Zur Familie gehört auch Ole auf vier Pfoten, die beiden ergänzen sich prima. So zog sie mit den dreien glücklich strahlend vom Hasleberg in den schönen Westerwald.

Sheila

Wir freuen uns sehr über diese gelungene Familien-Fügung und wünschen allen eine schöne und fröhliche gemeinsame Zukunft!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V. Freudenstadt