Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Februar 2019 ein neues Zuhause gefunden haben

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Tinka – wird zu einer kleinen Kölnerin

Tinka kam Mitte August 2018 mit ihren zwei Wurfgeschwistern und ihren befellten Eltern zu uns auf die Alb. Das Rudel seines verstorbenen Herrchens verlor sein Zuhause, da die Witwe die fünf Fellnasen bei ihrem Umzug nicht mitnehmen konnte. Die am 11.10. 2006 geborene Hündin war körperlich die fitteste aus dem Rudel und gewöhnte sich gut in der Station ein. Nach und nach verkleinerte sich das Rudel, Ronja wurde als erste glücklich vermittelt, Opa Nanouk verstarb leider wegen seiner vielen körperlichen Gebrechen und Mutter Lisa durfte zusammen mit Sohn Semmel noch vor Weihnachten auf eine Dauer-Pflegestelle ziehen. Tinka blieb mit ihren ‚neuen Männern‘ im Gehege zurück und trauerte erstaunlicherweise kein bisschen. Sie musste aber auch nicht mehr lange warten, da kamen Interessenten Mitte Januar auch auf sie zu. Panda kam mit seinem Frauchen auf die Station, da die zwei schon länger wieder nach einer passenden Ergänzung suchten und auf Tinka aufmerksam wurden. Lesen Sie selbst die Rückmeldung aus Tinkas neuem Zuhause:

"Tinka, ein Zappelphillip erobert die Stadt

TinkaSeit dem 19. Januar wohnt Tinka nun bei uns in Köln.

Panda war von Anbeginn an mit der Wahl einverstanden und kümmert sich rührend um das spindeldürre betagte Mädel. Die kleine Lady stand vor großen Aufgaben:
erst mal musste sie im Transportcontainer von der Alp bis nach Köln fahren – Anfangs rumorte sie sehr in ihrer Behausung und dann – wie bei kleinen Kindern – hat sie das gleichmäßige Rauschen und Ruckeln in den Schlaf gewiegt. So haben die beiden die vielen Kilometer verschlafen – die beste Art, so eine Fahrt hinter sich zu bringen.
Angekommen haben wir erst mal das Büro inspiziert, das ist schließlich das Tag-Zuhause. Sehr aufgeregt tappelte sie alle Wege einmal ab, viel zu aufgeregt um irgendetwas zu realisieren. So haben wir dann einen mehr oder minder gemütlichen Abendspaziergang unternommen, denn auch Panda musste mal dringend auf die grüne Wiese … Tinka und Panda

Die größte Herausforderung folgte dann: sie musste in den Aufzug einsteigen. Das hat 10 Tage gedauert, bis sie geschnallt hat, dass diese kleine Blechdose, die auch noch Geräusche macht und schuckelt, nichts Bedrohliches ist. Nun tobt sie nicht mehr darin umher, sondern steht einfach da und leckt die Blechwände ab -> wozu das gut sein soll ist mir schleierhaft, aber es scheint sie zu beruhigen. Edelstahl schlecken… hm.

Tinka und Panda

In der Wohnung wurde gründlich alles abgetappelt, fressen wollte sie nicht und dann hat sie sich Chariots Höhle als ihren Platz ausgesucht. Panda stand die meiste Zeit einfach neben mir und hat sich das Schauspiel angeschaut. Er kennt sowas: wir haben oft Hundegäste gehabt und diese Show findet eigentlich jedes Mal statt – nur ohne Höhlenwahl. Charis Höhle ist seit ihrem Tod unbenutzt. Ich durfte sie aber auch nicht abbauen, dann schmiss Panda sich da rein und wollte nicht raus. Okay, das war deutlich: die Höhle musste bleiben und blieb: nun hat sie einen neuen Bewohner und Panda ist zufrieden: siehste, sag ich doch … Tinka
Von da an hat Tinka unseren ganz normalen Alltag mitgemacht und sich unglaublich schnell eingewöhnt. Nur ein einziges Mal hatten wir Pipi in der Wohnung – großartiges Mädel! Sorgen bereitet uns ihr Gewicht: sie wog nur 18 kg bei ihrer Ankunft, spindeldürre die Kleine. Also bin ich auf 3 x am Tag füttern umgestiegen, immer frisch gekocht, immer fitzelklein geschnitten denn sie kann größere Stückchen kaum kauen, schluckt sie lieber „en bloc“ runter, selbst weiche Nudeln bereiten ihr Mühe. Wenn das Futter ganz klein geschnitten ist, dann frisst sie wie ein Krokodil mit großem Hunger und noch größerem Appetit. Ein Kilo habe ich schon auf die Rippchen füttern können – zwei weitere müssen noch drauf: vorher wagen die Tierärzte keine Narkose -> die Zähne und das Zahnfleisch sind in gruseligem Zustand. Zahnfleisch komplett entzündet, Backenzähne kaputt. Sie kann einfach nicht kauen: es bereitet ihr große Schmerzen – und ich denke, deshalb hat sie auch so viel Gewicht verloren, denn auf den Bildern als sie auf der Station ankam, war sie ein rechtes Pummelchen … Gibt es ein „Lecker“, dann ist Tinka, ganz im Gegensatz zu Panda, eine Schnappschildkröte: man muss verflucht schnell sein, sonst sind die Finger dazwischen … Panda nimmt sein Lecker sehr vorsichtig aus meinen Fingern, schaut einen dabei an und nimmt das Stückchen. Tinka schnuppert in die richtige Richtung und schnappt zu …Tinka

Spazieren gehen ist toll – sie orientiert sich ganz stark an Panda und läuft neben ihm her, schaut immer zu ihm rüber, schnuppert mit ihm an den gleichen Stellen und hat sich als „ihren Platz“ die rechte Seite ausgesucht. Kommen zu viele Reize auf einmal, dann verfällt sie umgehend in ihren Renn-Wahn und Panda beginnt zu trödeln … so lange und so langsam, bis Tinka schauen muss, wieso der Kerl so langsam ist und überall, an jedem Halm überbetont schnuppern muss. Renn-Wahn unterbrochen – sie kann wieder neben ihm im Normaltempo laufen. Was die Kleine leistet ist enorm – und was Panda leistet ist unglaublich! Manchmal ist er genervt von dem Gehampele, dann will er seine eigenen Wege gehen, so wie bisher. Das funktioniert mit ihr noch nicht, das habe ich (leider) ausprobiert. Ich habe Panda frei laufen lassen in den Rheinauen – er hat mich soooo sehnsüchtig angeschaut und ich habe ihn losgemacht. Sehr zu seiner Freude, er ist losgeflitzt, überglücklich. Tinka wusste von der Sekunde an nicht mehr, was sie machen soll. Sie hat gezogen als wäre jemand hinter ihr her, sie ist vor und zurück, rechts und links und war total verwirrt und überfordert – armer Panda: noch ein bisserl flitzen lassen und dann zurück an die Leine: sofort war wieder Ruhe im Mini-Rudel. Puh: Panda wieder da, ihr Referenzpunkt. So muss Panda leider die gemeinsamen Gänge an der Leine bleiben, er hat aber auch täglich 90 Minuten ohne Tinka, da das für sie zu viel wäre. Sie tappelt mit uns drei Stunden und zusätzliche 90 Minuten gehören Panda alleine. Die braucht er auch – das ist dann seine „Panda-Zeit“, ungeteilte Aufmerksamkeit, alle gewohnten Freiheiten.

Tinka

Zwei Dinge an Tinka finde ich irrsinnig komisch (darf aber nicht lachen, denn das wäre gemein!

TinkaTinkaWenn Tinkachen knurrt, dann hört es sich an, als würde eine olle Stadttaube gurren – zu goldig (aber ernst gemeint von ihr) „gurr gurr gurr“ -> ernst bleiben, bloß jetzt nicht lachen, sie meint „gurr gurr gurr“ wirklich ernst.
Wenn Tinkachen über die Straßen geht, dann tritt sie nicht auf die weißen Markierungsstreifen: sie hüpft drüber. Möglichst hoch! Wenn wir über einen Zebrastreifen müssen, dann läuft links Panda und rechts hüpft ein Känguru … (Skippy, das Buschkänguru für die Ü50 Generation).

Genau wie bei Chariot ist die Treppe im Büro ein Hindernis: Tinka traut sich (noch) nicht hoch und bleibt also lieber im Erdgeschoß. Panda, der eigentlich immer da ist, wo ich bin, bleibt bei Tinka unten – er lässt Tinka nicht oder nur sehr selten unten allein. Wenn die Mitarbeiter nachmittags weg sind und somit auch unten niemand mehr ist – dann liegt Panda ganz selbstverständlich unten bei Tinka. Er passt auf das Mädel auf, auch wenn sie ihn manchmal nervt.

Wenn wir beim Spazieren gehen einen seiner stürmischen Freunde treffen, dann stellt Panda sich vor Tinka: ein Bild für die Götter, Panda beschützt Tinka (hinten gurrt Tinka, vorne quatscht Panda) und Panda passt auf, dass keiner der stürmischen Gesellen der alten Dame zu nahe kommt. Wenn es Tinka zu viel wird, dann bellt sie – um sie nicht zu überfordern suchen wir dann das Weite – denn das Bellen war für die versammelten Lümmel nicht so furchtbar Angst einflößend, sie haben es einfach ignoriert. Auch nicht charmant, aber so sind sie, die Bengel …
Im Büro und in der Wohnung ist Tinka bereits komplett sicher: sie weiß wo alles ist, (vor allem die Küche), sie hat das Sofa erobert, es läuft die allabendliche Challenge: wer ist zuerst im tiefen Kuschelbett ist (sie haben genug Betten – aber dieses Bett scheint besonders begehrenswert), sie fühlt sich so sicher, dass selbst Besuch ignoriert wird.

Wir sind auf einem guten Weg – sie wird im Laufe der nächsten Wochen immer stabiler werden und hoffentlich auch wieder ein kleines Speckchen ansetzen. Wenn dann die Zähnchen gemacht sind, dann geht es noch mehr bergauf … wir freuen uns drauf.

Herzliche Grüße von dem Kölner Mini-Rudelchen

A. mit Panda und Tinka"

Wir sind platt, wie sich unser ehemaliges ‚Land-Ei‘ in Windes Geschwindigkeit zu einer Großstädterin entwickelt! Wer hätte das gedacht, aber sie ‚grinst‘ auf den Fotos. Und das Essensangebot trägt sicher auch zum Wohlbefinden bei, da läuft einem ja selbst als Mensch das Wasser im Mund zusammen.
Danke A. und Panda, dass Sie Tinka diese Neue Zukunft schenken und sich hingabevoll um sie kümmern.
Das Team der NfP – Freudenstadt e.V. Freudenstadt


Rakete – genannt Käte

Rakete

Die Siberian Husky-Hündin Rakete mit der tollen Ausstrahlung wurde am 25.09.2012 geboren und kam im Oktober 2018 zusammen mit Asira und Grinch zu uns auf die Station. Sie war als Langstreckensportlerin angekündigt, aber bereits bei der ersten Probefahrt war sie der Meinung, Alb-Zeitung lesen am Wegrand ist doch auch ganz schön interessant. Das veranlasste uns lachend, sie fortan Käte zu nennen. RaketeAnfänglich war sie eher zurückhaltend und schätzte ihr menschliches Gegenüber erst mal aus der Distanz ein. Ganz besonders bei erwachsenen Männern. Das brachte ihrer neuen Familie viele Wochenendbesuche per Camp-Mobil auf dem Hasleberg ein, an denen sie nicht nur zusammen über die Alb gingen, sonders das ‚neue Herrchen‘ sich immer wieder sehr um ihr Vertrauen bemühte. Es wurde Januar, bis das komplette Quintett, bestehend aus zwei Menschen und drei Huskys – endlich zusammen nach Hause fuhr.

Rakete

Wir erfuhren, dass Käte gleich das ganze Haus inspiziert hat und sich den für sie passenden Sessel aussuchte. Ja, so kennen wir sie, die ‚Ex-Gehege-Huskys‘, kaum entdecken sie den Luxus Polster, schon kommt die Definition ‚meins‘!

Treppe/Hundeklappe/Geräusche – kein Problem für Käte. Und die Freude sei groß, wenn es auf Tour geht, auch über die Transportbox im Auto. Langsam und in Ruhe gewöhnen sich alle aneinander und das gemeinsame glückliche Leben.

Rakete Rakete

Wir freuen uns riesig, und bedanken uns recht herzlich für die rücksichts- und liebevolle Aufnahme von Käte, und erst recht auf Euren angekündigten nächsten Besuch!
Ihr seid jederzeit herzlich willkommen. Bis bald…

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Flummy – klein aber oho – auf dem Weg ins große Glück

Flummy

FlummyFlummy kam über einen anderen Tierschutzverein zu uns auf die Alb. Die kleine Mischlingshündin wurde am 1.11.2016 als wahre Frohnatur geboren. Als sie im Januar 2018 in unserer Auffangstation einzog, zeigte sie, dass Ausruhen bisher nicht zu ihrem Lernprogramm gehörte. Sie ist stets zu einem Spiel mit Artgenossen, zu einem Spaziergang in der Natur, zu von Menschen gestellten Aufgaben aller Art bereit, die Hauptsache, es gibt ‚Action‘ in ihrem jungen Leben.

Der vielseitige Wirbelwind musste fast ein Jahr warten, bis die passende Familie auf sie aufmerksam wurde. Aber dann! Zusammen mit dem Rüden Inuk, der auch bei uns adoptiert wurde, holten ihre Menschen Flummy im Dezember auf der Station ab und fuhren mit ihr in den Weihnachtsurlaub nach Hause.

Flummy beim Auszug

Die Freude war sichtlich groß und das nicht nur bei Flummy! Wir sind glücklich, dass das kleine Mädchen endlich ankommen darf und bedanken uns herzlich bei der ganzen Familie. Wir wünschen dem Quartett viele fröhliche gemeinsame Jahre und freuen uns heute schon auf Post oder vielleicht einen Besuch.

Das Team der NfP – Freudenstadt e.V. Freudenstadt


Flake: plötzlich Prinzessin

Flake

Auch für Flake schafften wir keine Vorstellung auf unserer Homepage. Ihre Beschreibung war gerade fertig, als sie die Zusage ihrer neuen Familie bekam. Flake war Ende November 2018 zusammen mit Unalac und Inook über einen Amtsveterinär aus einer großen aufgelösten Hundegruppe zu uns auf die Alb gekommen. Die fast 8-jährige Alaskan Husky-Hündin (geboren am 24.2.2011) wurde mit 2 Rüden und einer Hündin vergesellschaftet. Sie suchte keinen Streit, machte aber von Beginn an souverän klar, dass sie Menschen mehr zugeneigt ist als ihren Artgenossen. Im Gehege lag sie meist mit gekreuzten Vorderpfoten in ihrer Hütte und beobachtete entspannt das Treiben der anderen aus der Distanz.
Fortuna erfüllte ihren Wunsch und schickte Menschen zum Hasleberg, die schon länger nach einem passenden Hund suchten. Weihnachten durfte Flake bereits zuhause verbringen.

FlakeFlakeFlakeFlake

Die Rückmeldungen beschreiben, dass Flake - Zuhause angekommen - gleich den Eindruck erweckte, sich mit einem Leben im Haus auszukennen. Sie war sofort stubenrein und brachte auch die Kenntnis sämtlicher haushaltsüblicher Geräusche mit. Sie ist seit dem ersten Tag sehr anhänglich und folgt ihrem Herrchen auf Schritt und Tritt. Alleine bleiben möchte sie nun aber nicht mehr, an dieser ‚Baustelle‘ wird bereits trainiert. Mit anderen Hunden ist sie tendenziell eher ‚zickig‘. Hmm – ganz Prinzessin?!

Flake

Die Fotos, die wir aus dem neuen Heim bekommen haben, sagen viel. Wir haben uns sehr darüber gefreut und drücken die Daumen für den begonnenen gemeinsamen Weg. Es bleibt spannend, wer den ‚längeren Atem‘ hat, und wann wir wieder Nachrichten zur weiteren Entwicklung bekommen.

Wir sagen vielen herzlichen Dank und wünschen weiterhin viel Geduld und Spaß auf dem Weg in eine lange glückliche Freundschaft!

Das Team der NfP – Freudenstadt e.V. Freudenstadt


Inook: veni-vidi-vici

Unala, Inook und Flake

InookInook gehört zu den Hunden, die schneller die Station wieder verlassen konnten, als wir in der Lage zu einer Beschreibung in einem Steckbrief für unsere Homepage gewesen sind. Er kam am 22.11.2018 zusammen mit Unalac und Flake über einen Amtsveterinär aus einer großen aufgelösten Hundegruppe zu uns auf die Alb. Der am 01.01.2013 geborene hübsche Siberian Husky benahm sich ab seinem Einzug unauffällig und war mit Mensch und Hund gleichermaßen verträglich. Frei nach dem bekannten Spruch des Römers Gaius Julius Caesar kam es, wie es kommen musste. Er begeisterte sofort Menschen, die auf die Station kamen, um ein befelltes Familienmitglied zu adoptieren. Bereits Mitte Dezember durfte er mit seiner Familie in sein neues Zuhause umsiedeln. Seither joggte er mit seinem Frauchen und darf viele Wanderungen und Spaziergänge mit der gesamten Familie genießen und das Zusammenleben klappt gut. Die aktuellen Meldungen beschreiben, dass er wohl mittlerweile angekommen ist und sich als Einzel- und Familienhund soweit sicher fühlt, dass er es schon teilweise wagt, seinen nordischen Sturkopf auszupacken und die Grenzen auszutesten. Aber das erschüttert seine Familie keineswegs, es wird als problemlos und gut handle bar gewertet.

Inook

Das freut uns, denn es zeigt Verständnis und Kompetenz im Umgang mit ‚Nordischen‘. Wir möchten uns recht herzlich dafür bedanken und sind sehr gespannt auf Nachrichten zur weiteren gemeinsamen Entwicklung.

Das Team der NfP – Freudenstadt e.V. Freudenstadt