Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Juni 2019 ein neues Zuhause gefunden haben

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Balu

oder: es geschehen auch Wunder auf dem Hasleberg

Balu

 Balu wurde im November 2011 geboren und ziemlich genau vor drei Jahren bei uns auf dem Hasleberg mit reichlich wenig Rahmeninformationen als Notfell abgegeben. Sein mitgebrachter Auftrag – von wem auch immer – war wohl, uns zu fordern und zu fördern. Er legte gewissermaßen den Grundstein, dass wir die neuen Herausforderungen im Tierschutz annehmen und uns Gedanken machen konnten, wie wir uns im Sinne der Tiere darauf einstellen müssen. Balu hat uns immer unterstützt und eine Chance gegeben, indem er sich ‚gut lesbar‘ zeigte und so unsere Fähigkeiten im Umgang mit eher schwierigen Fellnasen förderte.

Wir wurden öfter angesprochen, ob wir denn Balu schon aufgegeben hätten. Nein, das taten wir niemals, sprachen auch aktiv viele prädestinierte Menschen an. Es wollte einfach bisher nicht passen. Und das Wichtigste für Balu war uns, dass wir eben genau den passenden Menschen für ihn finden. Das dauerte und das Schicksal musste wohl auch wieder seinen Beitrag leisten, aber nach drei Jahren war es endlich so weit. Eine Frau meldete sich bei uns, kam sehr oft zu Balu in die Station und brachte auch weitere Menschen zur Beurteilung der Situation und Balu mit. Alle rieten ihr ab, aber sie hatte ein Ziel, das sie mit dem Sturkopf einer Malamutin verfolgte und gegen alle Widerstände durchsetzte: sie wollte Balu! Und genau das hat ihn offensichtlich überzeugt und geöffnet.BaluGipfelstürmer Balu

 ‚Eigentlich wollte ich keinen dritten Hund mehr, wenn denn dann keinen über 3 Jahren und keinen „Spezialfall“ und schon gar nicht nach dem Tod meines Herzenshundes Chadie. Aber irgendwie war dann plötzlich für mich klar, dass wenn es einen Hund nach Chadie gibt, es doch einer sein sollte, der schlechte Chancen bei der Vermittlung hatte, aber die Chemie irgendwie stimmt. Irgendwie kam es dann mehr beiläufig, dass ich mich nach Balu erkundigt habe, dass er ein Dauersitzer auf der Station ist, war mir doch aufgefallen. Mal hingefahren, Hundeprofi war man schließlich wirklich nicht, erster Eindruck ok, was wird wohl die bessere Hälfte sagen und will man das wirklich? Um das Ganze abzukürzen (hat etwas länger gedauert), Balu zog dann Mitte April hier ein.

Balu

Nach der ein oder anderen Diskussion in der ersten Woche hinsichtlich der Hausregeln und eifrigem Gebrumme und Getue seinerseits, aber alles gut handelbar, entspannte sich vieles, wir gehen eifrig zu Berg, er begleitet mich mit den anderen Hunden ab und zu ins Büro, wir gehen joggen, er zieht mit Ferry vor dem Bike und Gehirnjogging machen wir auch etwas.BaluBalu ganz oben

Zwischenzeitlich bürste ich ohne Maulkorb, er legt sich auch auf die Seite oder auf den Rücken dazu und wird zunehmend verschmuster. Nur ab und zu muss er dann doch mal wieder ein bisschen kackbratzig tun, der Motzi.

 Aber er möchte gern selbst ein paar Worte schreiben:

Hallo zusammen

Hier ist der Balu. Komme hier zu gar nichts, daher erst jetzt.

Balu

Ich bin hier viel unterwegs, die scheinen hier noch Schnee im Sommer zu haben und spannende Tiere, die pfeifen. Frauchen sagt, das ist kein Lebendbarf und es wird auch nicht dazu, wenn ich quietsche wie der Weltmeister.

Manche Dinge finde ich hier ziemlich tierschutzrelevant, vielleicht könnt ihr mal etwas machen?BaluSofa chillen

Menschenfutter würde ich eigentlich viel besser finden, Frauchen sagte zu mir in der ersten Woche „kein gesunder Hund ist vor dem vollen Napf verhungert, Du hast ja Reserven Balu“. Pfff. Hier gibt es auch so Hausregeln, keine Türen öffnen, kein Essen klauen, nicht den Eingang der Hundeklappe blockieren, Handwerker nicht anknurren und von der Couch fliegt man runter, wenn man blöd tut. Na ja, ich bin ja ein Cleverchen und hartnäckig, leider ist Frauchen noch sturer und hartnäckiger als ich, das finde ich ganz schön lästig. In der Hundeschule war ich auch schon und die sagten dann „Streberchen“ zu mir. Heute hab ich meinen ersten 3000er bestiegen, das war ganz gut, vor allem weil es am Gipfel Brotzeit gab. Am Rad ziehen tue ich hier auch, obwohl Satu sagte, dass ich da keine so Lust darauf habe. Aber der Jungspund hier wäre ohne mich sonst wohl auch überfordert. Sonst gefällt es mir hier ganz gut, ab und zu muss ich aber doch mal motzen, Frauchen sagt dann zu mir, ich soll die Klappe halten und „Du olles Motzi“. Glaube sie nimmt das nicht so ernst, das finde ich schon etwas dreist. Aber sonst mag ich sie schon und wenn sie auf Tour mal in eine andere Richtung läuft, will ich unbedingt hinterher, muss ja aufpassen. So ihr Lieben, muss gucken, ob beim Abendessen nicht doch etwas abfällt, denn ganz habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Machts gut und bis bald.

Euer Balu‘

Wir sind über die Entwicklung sehr glücklich und ziehen den Hut vor Frau P. Wieder einmal zeigt sich: wenn man etwas wirklich will, bekommt man es hin! Und für uns: Probleme lösen wir a.s.a.p., Wunder dauern eben etwas länger! Aber im Zentrum unserer Arbeit steht nun mal das Tier und es musste der richtige Mensch für Balu sein! Und SIE kam!

 Habt weiterhin viel und lange Freude an- und miteinander und besucht uns wirklich bald mal wieder!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt