Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im November 2019 ein neues Zuhause gefunden haben

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Joyce – der Volltreffer!

Joyce

Die am 19.5.2012 geborene Joyce haben wir als Überraschungspaket im August 2018 von einem anderen Tierheim übernommen. Ihre Vorgeschichte war gänzlich unbekannt.
Und sie war eine ausschließlich positive Überraschung! Wer auch immer mit ihr Kontakt in der Station hatte - ob Mensch oder Artgenosse – war von ihrem offenen, kommunikativen und stets fröhlichem Wesen angetan. Es war nur eine Frage der Zeit, wann sie einen Interessenten in ihren Bann ziehen würde... JoyceJoyce am Teich

"Hallo zusammen,
heute möchte ich euch mal schreiben, wie es der kleinen Joyce bisher bei uns gegangen ist, dafür lassen wir Sie doch am besten selber erzählen:

Hallo liebes Tierheim,

heute möchte ich euch erzählen wie es mir die letzten paar Wochen so ergangen ist.

Bucci und Joyce

Ich kam zu meiner neuen Familie wie die Jungfrau zum Kinde. Eigentlich wollte mein neues Frauchen und Herrchen Bobi bei sich in der Familie aufnehmen, es war schon alles klar, aber Herrchen hatte zur Sicherheit, nochmals zur letzten Prüfung, eine Tiertrainerin mitgebracht. Diese hat ihm dann erklärt, dass Bobi eine schlechte Wahl wäre und er mit einigen Problemen rechnen müsste, die viel Zeit in Anspruch nehmen, die er leider nicht hat.

Gott sei Dank (für mich), hörte Frauchen und Herrchen auf die Dame und machte sich auf die Suche nach einem anderen Hund. Da Herrchen Husky verrückt ist, fiel die Auswahl auf Kyro und mich. Die beiden probierten erst Kyro aus, stellten aber fest, dass das mit Bucci (ein ganz lieber und super toller Husky, auch von hier) nicht passte und so musste ich ran. Was soll ich sagen, das passte und innerhalb von einer Stunde war ich nicht mehr im Tierheim, WOW was für ein Tag.

Zuhause angekommen musste ich erst mal meinen neuen Garten und das Haus kennenlernen, toll. Ich hatte sowas noch nicht kennengelernt, aber das Beste daran, Frauchen, Herrchen und Bucci hatten mich von Anfang an ins Herz geschlossen, dass mir nichts anderes übrig blieb, als mich ebenfalls, in meine neue Familie, sofort zu verlieben.

Joyce und Bucci

Acht Tage später ging es dann in Urlaub, wir fuhren ca. 3 Stunden mit einem Auto und waren dann in den Bergen. Das bedeutet 1 Woche lange Gassi gehen, mit meiner Familie rumtoben und schmusen und nur für uns Zeit haben. Was für ein Start in mein neues Leben! Ich war jeden Tag total platt und wollte nur noch schlafen, aber falsch gedacht, ich musste Abends mit ins Restaurant und erlebte, wie man als lieber und hübscher Husky und einer ganz tollen Familie, die so tut als ob wir gut erzogen wären, überall bewundert und gestreichelt wird, puh das Leben ist einfach schön.

Bucci und Joyce im Büro

Nach 8 Tagen Urlaub war ich echt fertig, also nach Hause und erholen und schon wieder falsch gedacht. Ich musste ab sofort, jeden Tag mit Bucci und Herrchen in seine Firma und Kundenbetreuung machen. Bucci hat sich aus dem Job zurückgezogen und pennt lieber den ganzen Tag. Also musste ich den Job übernehmen, gleichzeitig hatte ich noch ein wenig Angst, dass das alles nur ein toller Traum war und ist und wenn ich aufwache, alles wieder vorbei ist. Darum habe ich Herrchen am Anfang überall hin begleitet, aber langsam aber sicher weiß ich, dass der Traum Wirklichkeit ist und ich mich entspannen kann.

Joyce Joyce Joyce

Gleichzeitig habe ich diese Woche ein Gespräch von Herrchen mit einer Kundin belauscht, die mich unbedingt haben wollte, da hat er doch glatt gesagt, soviel Geld gibt es auf der ganzen Welt nicht, als das er seine zwei Huskys jemals wieder hergeben würde, denn er liebt beide bis über beide Ohren. Dafür habe ich Ihn später ganz arg küssen müssen und er hat es sichtbar genossen.

Joyce

Wie Ihr seht, habe ich es toll hier und ich bin gespannt was noch alles kommen wird.
Liebe Grüße aus dem Neckartal
Eure Joyce"

Kann es besser passen? Wohl kaum! Wir wünschen den Vieren ein weiterhin erfülltes, unbeschwertes und glückliches gemeinsames Leben!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt


Grinch – ein Weihnachtsmärchen

Selten haben wir ein Notfell anvertraut bekommen, das mit seiner persönlichen Aura so viele Emotionen auslösen und Menschen für seine Zukunft in Bewegung setzen kann.
Es begann bereits bei seiner Abgabe im Oktober 2018. Der Besitzer hatte uns zwei Hündinnen avisiert und schaute sich die Station bei seinem Besuch genau an. Er kam wohl zu der Überzeugung, dass wir die richtige Anlaufstelle für seiner Hunde seien. Kurz vor seiner Abfahrt fragte er, ob er uns einen weiteren Hund zeigen dürfe. Grinch kam aus seiner Box und drückte sich an sein Herrchen. Unter Tränen erzählte dieser, Grinch sei bei ihm am 08.10.2015 geboren worden, bekam diese Missbildung an der Pfote, und er habe sich über die Möglichkeiten beim Tierarzt erkundigt. Eine zielführende Operation könne er leider nicht finanzieren. Ob wir seinem geliebten Alaskan Husky eine Chance geben wollten? Wir schauten uns nur an und waren uns ‚nonverbal‘ einig, JA!

Grinch

Wir wussten zwar auch noch nicht wie, aber man wächst ja schließlich mit seinen Aufgaben. Der erste Besuch bei einem Knochenexperten ergab, dass er an seine Grenzen stößt. Das war sehr ehrlich und wir erhielten den Tipp für eine Spezialklinik. Zwei Besuche mit Analysen und 3D-Modellen waren notwendig, bis eine OP besprochen und ein Termin ins Auge gefasst werden konnte.
Zwischenzeitlich gewöhnte sich Grinch bei unseren Oldies auf dem Hasleberg ein und wurde auch zunehmend offener für Kontakte zu Menschen. Er ging es sehr vorsichtig aber auch charmant an, sich uns Menschen zu nähern.

Grinch Grinch

GrinchGrinchAls wir die Größenordnung der Kosten kannten, entschlossen wir uns zu einem Spendenaufruf für Grinch. Die Emotionswellen waren bis auf die Alb zu spüren. Viele Menschen besuchten Grinch, um ihn persönlich kennenzulernen, und noch mehr spendeten für die OP seiner Pfote, damit sie endlich gesund würde. Es war unglaublich! Noch vor dem OP-Termin hatte Grinch sein ‚Sparbuch‘ gefüllt. Wir waren platt.
Jetzt war noch eine weitere Herausforderung zu meistern. Auf unserer Auffangstation würden wir Grinch nach der OP ganz sicher nicht angemessen betreuen und versorgen können. Wir mussten uns unter den Bewerbern für die richtige Familie entscheiden, die bereit war, für Grinchs Genesung die höchste Priorität einzuräumen. Und wir fanden sie noch Ende 2018!
Wir wollten nur ganz sicher sein, dass Grinch völlig gesund ist, bevor wir uns wieder in der Homepage zu ihm melden.
Bei dem Ehepaar hatte Grinchs Steckbrief offensichtlich ein ‚Déjà vu‘ bewirkt. Diese wunderbaren Menschen hatten bereits entsprechende Erfahrungen, ihnen war auch nichts zu viel, sie fuhren immer wieder quer durch Deutschland, um die bestmögliche Versorgung für Grinch sicherzustellen.

Am besten lassen wir sie selbst erzählen:

‚Grinch – unser Weihnachtsmärchen

Lieber Grinch,

lange hatten wir Dich schon auf der Homepage der “Nothilfe für Polarhunde“ beobachtet.
Du wurdest als „Notfell“ mit einer schlimmen Pfoten-Fehlstellung vorgestellt. Dunkle Hunde sind schwer zu vermitteln, sagt man; aber Deine schwarze Erscheinung, Deine dunklen, warmen Augen, gingen uns sofort ins Herz.

Grinch

Ein Jahr zuvor hatten wir unsere beiden Sibirischen Husky-Rüden Sammy und Piccolo verloren und waren uns recht sicher, dass es erst einmal bei den beiden verbleibenden, auch bereits etwas betagteren -aber recht fitten- Husky-Damen bleiben sollte. „Es sei denn“, sagten wir jedoch stets, „uns fällt nochmal ein Tierchen vor die Füße“ (wie damals Kira, die uns bei einem Tierarzt-Besuch quasi ins Leben fiel: knapp 6 Monate alt, schwerst verletzt durch einen LKW-Unfall, nicht laufen könnend, jedes Futter inhalierend und sofort wieder hochwürgend und mit panischer Angst alleine zu sein. Heute ist sie unser fröhlichster Hund, mit 14 Jahren immer noch quirlig und lebensfroh).

Grinch, immer wieder kamen wir auf Deinen Bericht, auf Deine Bilder und hatten stets großes Interesse an Deinem Befinden. Irgendwann riefen wir an und erkundigten uns nach dem Sachstand und fragten immer wieder nach, wie es Dir geht. Und weil Du uns (natürlich) nicht aus dem Kopf gingst, boten wir unsere Hilfe an.
Und dann ging alles ganz schnell: Ein Anruf, ob wir Dich denn übernehmen würden - … nach der OP, die für Anfang Januar 2019 angesetzt war. ?! Was ?! Na klar! Das war ja wie „vor die Füße fallen“! Aber nach der OP? Es war kurz vor Weihnachten, wir hatten 2 Wochen Urlaub, da wäre es doch schön, wenn Du Dich erst etwas eingewöhnen und erst dann operiert werden würdest..?! Das war der Plan – und so kam es auch. Am 21.12. fuhren wir mit unseren Mädchen zur Station, damit sich alle kennenlernen können. Und es passte. Es passte so gut.Grinch

Du warst zwar unglaublich ängstlich, aber Du hast Dich recht schnell auf uns alle eingelassen. Am 22.12. ging es heim in Dein neues Zuhause. So wurdest Du, Grinch, unser Weihnachtsmärchen.
Im Januar fuhren wir vom Niederrhein nach Böbingen in die Spezialklinik, um die Pfoten-Fehlstellung fachmännisch korrigieren zu lassen. Anschließend: 6 Wochen ruhig stellen. Ein Drama für einen so quirligen Hund wie Dich. Es folgte Dein erster Urlaub mit uns im Schnee – aber Du durftest ja nicht viel laufen. Aber wenigstens warst Du dabei.

GrinchLeider bestätigte sich, was wir die ganze Zeit argwöhnisch beobachtet hatten: die Pfote drehte sich langsam wieder in die alte Fehlstellung zurück. Zudem bildete sich eine Entzündung im Bein. Vom Urlaubsort in Bayern ging es daher wieder zur Klinik zur Kontroll-Untersuchung. Resultat: erneute OP.
Somit wurde kurz darauf wieder operiert: ein größerer Keil wurde in die Knochen geschnitten; diese wurden mit größeren Platten noch besser fixiert. Und wieder 6 Wochen ruhigstellen und wieder viel Physiotherapie, weil der Rücken durch die Fehlhaltung stets verspannt und Wirbel blockiert waren.

Aber das Laufen wurde immer noch nicht so schön, wie wir es uns gewünscht hatten.
Nach Rücksprache mit dem Operateur und unserem Haustierarzt stand dann schnell die Entscheidung fest, dass die Platten schnellstmöglich entfernt werden müssten. Wir fuhren erneut nach Böbingen. Du kamst aus der OP – und: die große Überraschung! Du warst ein anderer Hund. Schon am nächsten Tag konntest Du frei und locker laufen, der Kopf wippte nicht mehr, der Rücken war grade – Du hattest offenbar Spaß an der Bewegung!

Grinch

Heute – etwa 7 Monate danach, rennst und spielst Du. Du bist ein Wirbelwind. Du lernst schnell und gerne. Du willst gefallen und das tust Du. Jeder mag Dich – wie Satu damals sagte „Kein Wunder, dass das Bein so krumm ist. Grinch wickelt ja jeden um die Pfoten.“ Und das ist wahr. Du bist ein Sonnenschein – ein wahres Geschenk.GrinchGrinch
Wir wünschen Dir, dass wir Deine Panikattacken noch etwas besser in den Griff bekommen sowie die plötzlich eingetretenen Futterprobleme, wenn Du zu schnell oder zu große Futterpellets frisst – aber da bleiben wir am Ball.
Vielen lieben Dank, dass Du in unser Leben getreten bist und Du bei uns sein darfst!

Liebe Nothilfe-Freunde: euch vielen Dank für euer Vertrauen und eure Hilfe und allen, die für Grinch gespendet haben: vielen vielen Dank, dass ihr ihm dieses tolle Leben ermöglicht habt!‘

Alle drei

Unser vollster Respekt und Dank gehört Grinchs Familie und allen, die Grinchs ‚Neue Zukunft‘ finanziell und mit gedrückten Daumen unterstützt haben. Wir konnten die ‚Plattform‘ bieten, aber Sie haben diese märchenhafte Geschichte gestaltet. Möge das Glück sein Leben lang an Grinchs Seite bleiben!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V. Freudenstadt