Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Oktober 2019 ein neues Zuhause gefunden haben

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Ede – der Glückspilz im ‚falschen Fell‘
Ede

Manchmal geht es auf dem Hasleberg wie ‚verhext‘ zu. Man munkelt, es wirken mystische Kräfte! Menschen, die sich auf unserer Homepage nach einem Nordischen umgesehen und in einen für sie wohl passenden Husky verguckt haben, kommen mit einem völlig anderen hündischen Partner nach Hause. Was passiert da?Terra

Sie erinnern sich an Terra, die ursprüngliche Mischlingshündin, die Ende 2018 ihr Glück bei einer Familie fand? Ja, sie eroberte ihre Menschen bei der ersten Suche nach einem Husky wie im Flug und alle leben seit einem Jahr glücklich zusammen. Nun ist leider die Dogge verstorben, die als Tagesgast mit zur Familie gehörte, und es reifte erneut der Wunsch, einen Husky aufzunehmen.
Ein zweiter Anlauf startete. Die Familie nahm erneut Kontakt mit uns auf. Wir freuten uns sehr auf den Besuch! Terra war natürlich dabei, denn auch ihr als Familienmitglied wurde selbstverständlich ein Stimmrecht bei der Wahl des zweiten Hundes eingeräumt.

Ede bei der Abreise

Und sie ahnen es vermutlich schon! Terra - wie auch der Rest der Familie - suchte auf der Alb Ede aus. Ede, der am 10. Februar 2015 geborenen Mischling mit der Vorliebe für Suchspiele, der seit Ende 2018 in der Station auf sein Glück wartete und Terra nur knapp nicht dort kennengelernt hatte. Nun, ein Husky ist er ganz sicher nicht, aber ein wunderbarer Hund, der das ‚Quattro‘ perfekt ergänzt! Die Nachrichten aus dem neuen Zuhause sind sehr positiv.
Eine Frage können wir allerdings nicht ganz aus unseren Köpfen verdrängen: ob es wohl bei einem dritten Anlauf dann mal ein Husky werden würde? Die Antwort überlassen wir in dem Fall lieber den Sternen!

Wir freuen uns ganz besonders, dass es zwischen allen Vieren so gut klappt und wünschen ihnen zusammen noch eine lange Zeit mit viel Spaß zusammen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V. - Freudenstadt


Umiak

Tiere können nicht für sich selbst sprechen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir als Menschen unsere Stimme für sie erheben und uns für sie einsetzen.
(Gilian Anderson)

Das Zitat trifft die Situation ziemlich gut, die Umiak mit Unik zu uns führte. Vom Ordnungsamt initiiert wurden die beiden in ein Tierheim gebracht, das uns um Hilfe bat. Oh ja, die zwei Huskys waren in Not, hatten sie doch mit den an ihnen haftenden Auflagen kaum eine Chance auf ein neues Zuhause. Wir hörten uns die Erzählungen über ihre Vergangenheit an und nahmen sie Anfang Juni 2018 bei uns in der Station auf. Beobachten und mit ihnen arbeiteten war erstmal das zentrale Thema. Dann wurden seitenweise Anträge ausgefüllt, um sie bei einem Wesenstest vorstellen zu dürfen. Leider wurde uns der Termin kurzfristig abgesagt. Wir waren in eine Umstrukturierung der Zuständigkeiten geraten. Aber wir gaben nicht auf.

Umiak

Am 13.03.2019 war es dann endlich soweit und wir durften Umiak und Unik bei der Polizeihundestaffel zum Wesenstest vorstellen! Das war äußerst spannend für alle Beteiligten. Wir sind zurecht mächtig stolz auf die beiden Nordischen! Sie haben unter der Führung unserer Stationsleiterin den herausfordernden Test bestanden! Das Gutachten bescheinigt ihnen jeweils ein freundliches Wesen gegenüber Menschen und Hunden und bei Provokationen eher leicht ängstliches als aggressives Verhalten. Zudem wurde bei ihnen ein für Huskys ungewöhnlich guter Gehorsam erkannt. Resümee: ganz normale, rassetypische Siberian Huskys, von denen unter kundiger Führung keinerlei Gefahr gegenüber Menschen oder Hunden ausgeht. Es folgte noch etwas notwendiger amtlicher Schriftverkehr, aber seit dem 07.05.2019 gehen Umiak und Unik ohne Maulkorb Gassi. Was für ein Freudentag! Nach fast einem Jahr waren sie bereit für eine neue Zukunft.

Umiak

Als erster durfte der am 01.01.2016 geborene Umiak dem Hasleberg den Rücken zeigen, um Anfang August in sein neues Zuhause umzusiedeln. Er hat sich dort innerhalb kürzester Zeit gut eingelebt. Seine neue Familie geht mit ihm zur Hundeschule, was ihm offensichtlich viel Spaß macht, denn er lernt ja gerne. Mantrailing ist eine weitere tolle Beschäftigung für ihn geworden und er ist natürlich regelmäßig und gerne mit seinen Menschen in der Natur unterwegs. Zur Mitgliederversammlung Ende September hat er uns auf der Station besucht und strahlend begrüßt. Sein Frauchen hat uns auch verraten, dass er eine Vorliebe für Obst entwickelt. Seit er Birnen kennt, lässt er Äpfel liegen, ein Gourmet!

Umiak Umiak Umiak

Wir haben uns riesig gefreut, Umiak so glücklich wieder zu sehen. Vielen herzlichen Dank Familie K., dass Sie für ihn mit Ihnen dieses artgerechte schöne Leben möglich machen!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V. Freudenstadt


Kyoschi

Ein Akita Inu bekommt seine 2. Chance auf der ‚Re-Startrampe‘ Schwäbische Alb. Alles war ihm unbekannt, Menschen, Hunde, Alltagssituationen.
Für Kyoschi gab es nur eine Lösung: Nochmal ganz von vorne anfangen!

Als Kyoschi im Juli 2018 anlässlich der Trennung seiner Menschen abgegeben wurde, war er bereits 2 Jahre alt. Der am 10.06.2016 geborene Hund begegnet uns zurückhaltend, abwartend, mit stark tränenden Augen und stellenweise dünnem, schlechtem Fell. Bezüglich der Augen konnte unsere Tierärztin feststellen, dass sich allerlei Erreger darauf befanden und diese zwingend mit Antibiotika behandelt werden mussten. Das Ergebnis einer Hautbiopsie bestätigt unseren Anfangsverdacht. Es handelt sich um eine Sebadenitis, die bei der Rasse Akita Inu leider des Öfteren vorkommt.

Kyoshi Kyoshi

Er bezog alleine unser kleines Gehege, um langsam – mit einem Zaun dazwischen – Kontakt zu Artgenossen aufnehmen zu können. Oft verbellte er die Hunde im Nachbargehege, es würde Zeit brauchen. Mit Kontakt zu Menschen begannen wir mit einer Person, die in winzigen Schritten seinen Aktionsradius auf der schönen Alb ausweitete und auch in der Lage war, seine körperlichen Baustellen zu versorgen. Langsam gesellten sich weitere Menschen dazu.
Kyoschi lebte sich auf der Station ein und wir suchten nach einfühlsamen, geduldigen Menschen, die ihm eine zuverlässige, sichere Führung anbieten und ihn damit insgesamt stabilisieren können.
Anfang 2019 meldete sich ein Ehepaar, das Erfahrung mit Akitas hat. Sie kamen immer wieder, mal einzeln, mal zusammen und auch mit ihrer Hündin, um Kyoschi zu besuchen und mit ihm über die Alb spazieren zu gehen. Und sie hatten zum Glück keinerlei Erwartungshaltung. Es dauerte nicht sehr lange und Kyoschi war die Freude anzusehen, wenn sie sich ihm näherten. Mitte Juni durfte Kyoschi mit neuem Namen in sein neues Zuhause umsiedeln.

Kyoshi

Wir waren sehr gespannt, wie es zwischen den Menschen und Hunden in der für Kimi neuen Umgebung laufen wird. Kimis neue Familie schrieb es uns:

"Liebe Satu, liebe Polarhunde in Not.
Zuerst mal das wichtigste vorweg: Kimi bleibt ganz sicher bei uns!
Der Anfang war nicht leicht und hat uns schon etwas an unsere Grenzen gebracht!
Kimi hatte einfach Angst vor allem! Schon nur der Weg von der Wohnung zum Auto war eine große Herausforderung. Menschen, Stimmen, parkierte Autos, irgendwelche Gegenstände, alles machte ihm Angst.
Alle 4 Pfoten in den Boden rammen und am liebsten gleich wieder zurück!
Mit viel Geduld, Liebe und auch zureden haben wir aber schon viel geschafft.
Mittlerweile läuft Kimi problemlos zum Auto. Manchmal zögert er, lässt sich aber gut motivieren.
Draußen in der Natur läuft er super! Er schnüffelt gerne, ist interessiert und vertraut uns!
Mittlerweile wissen wir auch genau, wo er Angst hat, und wo er den pubertierenden 3 jährigen Akitabuben zum Vorschein bringt!
Er zeigt sehr genau, wenn‘s ihm zu viel wird. Dann macht er einfach rechtsum kehrt!
Manchmal geht's halt nicht anders, und dann gibt's nur Augen zu und durch!
Zuhause ist er einfach nur toll!! Er ist sehr verschmust, genießt Streicheleinheiten, und ein total liebes Kerlchen.

Kimi Kimi
Kimi Kimi

Uns anknurren? Nein, hat er noch nie. Von Aggression keine Spur.
Er und Akira ist so eine verhaltene Liebe. Gehen wir zusammen spazieren, läuft Akira nicht weiter ohne Kimi, und Kimi läuft auch nicht weiter ohne Akira. Aber so ganz zusammen geht auch nicht.
Ich glaube, Akira weiß nicht so ganz wie sie ihn einschätzen soll. Mal ist er ein Jungspund, der sie zum Spielen auffordert, und dann wieder dieses ängstliche Akitabübchen.
Kimi orientiert sich aber gut an Akira. Gestern sind wir das 1. Mal hier um die Häuser gezogen. Kimi sehr vorsichtig, und auch etwas ängstlich, aber er ist immer schön Akira gefolgt.
Wenn die alte Lady das kann, kann ich das ja wohl auch!
Für uns ist Kimi halt einfach auch ein Akita, wie wir die Rasse kennen.
Wir möchten ihn nicht mehr missen und sind sicher, dass wir noch viel mehr erreichen werden!
Ganz liebe Grüße an alle,

Christine, Willi mit Akira & KIMI/Kyoshi "

Wir freuen uns sehr über Kimis Entwicklung. Vielen herzlichen Dank an Christine, Willi und Akira, dass Sie mit so viel Sachverstand und Empathie Kimis Weg zu einem glücklichen Hund fördern! Wir wünschen allen Vieren viel Spaß zusammen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V. Freudenstadt