Die "Glückspelze" der Nothilfe für Polarhunde e.V. danken allen, die mitgeholfen haben, ihnen einen Platz zum Leben zu geben.
Nordische, die im Januar 2020 ein neues Zuhause gefunden haben

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Monty – ein Exot wird vom ‚Jungen Wilden‘ zum Traumhund

Monty

Was sucht ein Altdeutscher Hütehund in einer Auffangstation für Nordische? Liegt doch auf der Hand! Sein Glück in einer neuen Familie!MontyMonty

Monty hat sich seinen Lebensstart nicht ausgesucht. Er wurde am 05.01.2017 geboren und lebte ohne anständige Sozialisation nur draußen, sich selbst überlassen und ohne Aufgabe. Eine Schande, ein Vergehen an einem jungen Vertreter einer sehr ursprünglichen Hütehund Rasse. Entsprechend verlief sein weiteres Leben, bis man uns um Hilfe bat. Er zog Mitte Februar 2018 auf die Station.

Monty benahm sich erst mal grob und unverschämt uns Menschen gegenüber. Er wollte unbedingt unsere Aufmerksamkeit. Wenn er uns mit seiner jugendlichen unbändigen Kraft ansprang, war das alles andere als eine gute Voraussetzung für eine Vermittlung. Wir mussten mit Monty arbeiten und ziemlich weit vorne anfangen.

Eine ehrenamtliche Helferin, die jeden Mittwoch mit unseren Hunden Trainingseinheiten durchführt, nahm sich seiner an. Kleine Grundübungen, Spazierengehen an lockerer Leine, Rückruftraining, Suchspiele im Wald sowie auch gemeinsames Ausruhen und Entspannen standen erst mal auf dem Programm. Es zeigte Erfolg. Monty arbeitete hervorragend mit und war zu begeistern. Man sah den beiden ihren Spaß bei der Sache auch an und so trug auch alle Mühe letzten Endes Früchte. Monty entwickelte sich zum vermittlungsfähigen Hund.

Monty

Eine weitere Hürde war zu nehmen. Wie bekommen wir es hin, dass dieser ‚Exot‘ bei uns gesehen wird? Bekanntlich sucht man in unserer Homepage zurecht eher nach nordischen Charakteren. Eine auf Montys Rasse spezialisierte Nothilfe existiert nicht, die bestehende Interessengemeinschaft war schon länger informiert. Es kam auch mal ein Hobby-Schäfer in der Station vorbei und fragte, ob Monty auf Schafe-hüten ausgebildet sei. Halleluja! Wir haben weder die Kompetenz noch den Auftrag dazu in der Nothilfe für Polarhunde, aber vom Tierschutz kann man ja wohl ein bisschen was erwarten, oder?! Der vermeintliche Interessent ward übrigens nie mehr gesehen.

Stattdessen schrieb die persönliche Trainerin ein sehr witziges update für Monty in unserer Homepage. Wir haben alle kräftig gelacht, wie Monty um seine dem Nordischen so ähnliche bzw. einrichtbare Qualitäten wirbt, um zu gefallen und eine Familie zu finden.

Bald darauf meldeten sich Interessenten, die in der Region der Station leben. Sie waren von Anfang an total begeistert von Montys Wesen. Mitte November durfte er mit ihnen in sein endgültiges Zuhause ziehen. Monty hat sich sehr bemüht, von Anfang an alles richtig zu machen und seine Menschen zu begeistern. In der Verwandtschaft lebt auch eine Hündin, mit der er gerne spielt. Es läuft alles super, die Mensch-Hundekombination ist ein Volltreffer! Am Weihnachtsmarkt durften wir in drei gleichermaßen strahlende Gesichter schauen und Monty war im größten Trubel am Grill völlig tiefenentspannt.

Monty

Er hat sein Ziel erreicht: Familienanschluss, Hundefreundin und SEINE Menschen für sich.

Konnten wir mehr erreichen? Nein, es ist fantastisch, Monty und seine Menschen so glücklich miteinander zu erleben. Auch wir haben nach fast zwei Jahren das angestrebte Ziel erreicht und sind sehr dankbar und glücklich, wie es gelaufen ist.
Wir wünschen Monty und seinen Menschen, dass dieses Glück ein Hundeleben lang anhalten wird.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt


Snow – der sanfte Große

Snow

Dem jungen Husky-Wolfshund-Mix wurde seine Körpergröße zum Verhängnis. Nein, nicht seiner Familie wurde er zu groß, aber deren Vermieter. Das führte ihn im Alter von gerade mal sieben Monaten zu uns, obwohl der Große offensichtlich sehr liebevoll sozialisiert und aufgezogen wurde. Wir lernten ihn im Umgang mit Menschen und Artgenossen als sehr anständig kennen.SnowSnow

Ein Sprichwort sagt: Des einen Leid ist des anderen Freud. Eine junge Familie aus der Umgebung hatte ihren Rüden verloren, der auch aus unserer Station kam, und ging wieder öfter mit unseren Notfellen Gassi. Dabei lernten sie Snow kennen, der seine Chance nutzte. Noch vor seinem Geburtstag (geb.: 09.11.2018) zog der ‚Lulatsch‘ zu einer sehr betagten ‚Greisin‘ auf vier Pfoten, mit der er auch sehr rücksichtsvoll umgeht. Den täglichen Bürodienst hat er deshalb gleich mal übernommen!

Snow

Snow ist sehr gut bei uns angekommen. Er hat dazu sehr viel Zeit gebraucht bis er sich an alles gewöhnt hat. Er wird jetzt von Tag zu Tag ruhiger und kann auch mal in Ruhe schlafen ohne uns auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Er fühlt sich also von Tag zu Tag wohler und gewöhnt sich so langsam an den Alltag. Morgens aufstehen, laufen und danach arbeiten gehen.

Snow ist ein unglaublich neugieriger Hund, der alles wissen und kennenlernen möchte.SnowSnow

Das hören fällt im noch schwer, aber da sind wir kräftig am üben. Er hat manchmal Testphasen in denen er schaut wie wir reagieren, zum Bespiel wenn er von heute auf morgen nicht mehr in die Box im Auto einsteigt.

Sein Fressverhalten hat sich um 180 Grad gewendet. Er ist jetzt völlig entspannt und lässt auch mal sein halb vollen Napf stehen und isst später weiter.

Snow

Mit seiner kleinen alten Schwester Nana versteht er sich klasse. Er findet nur manchmal, dass sie doch auch mal mit ihm spielen könnte und gibt ihr einen Klaps.

Auch seinen ersten Geburtstag hat er bei uns gefeiert. Es gab eine große Portion Geburtstagshühnchen für ihn. Das fand er so klasse, dass er der Meinung war, dass es das ab jetzt jeden Tag geben könnte. Doch das gibt es nur zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel an Weihnachten. Das Fest begann mittags mit einem großen Spaziergang mit der ganze Familie und dem Hunderudel. Abends gab es dann das besondere Weihnachtsessen für die Vierbeiner. Und Snow hat sogar auch ein kleines Geschenk vom Weihnachtsmännchen bekommen. Ein Stehaufmännchen. Das findet er so spitze, denn er liebt es etwas anzustupsen und dann abzuwarten bis etwas passiert.

Snow

Wir sind so glücklich, dass der „kleine“ Snowy zu uns in die Familie gekommen ist und unser Leben auf Trapp hält.
Wir freuen uns auf die tollen und erlebnisreichen Momente mit ihm.

Ganz liebe Grüße aus T.
Anja und Nico mit Snow und Nana ‘

Das Glück durften wir am Weihnachtsmarkt ‚life‘ erleben und haben uns alle sehr gefreut. Wir wünschen Euch von Herzen eine lange frohe gemeinsame Zeit!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt


Unalac – wird zu ‚Eddy der Showman‘!

Unalac Unalac

Der Alaskan Husky Unalac kam Ende November 2018 über ein Veterinäramt zu uns auf die Schwäbische Alb. Der am 10.09.2011geborene Rüde lebte vorher in einer Gruppe mit mehreren Artgenossen zusammen, suchte aber dennoch die Nähe zu uns Menschen und zeigte sich sehr freundlich und aufgeschlossen.
Bei Spaziergängen merkt man ihm seine sportliche Vergangenheit deutlich an und er brachte damit den einen oder anderen Gassi-Geher durchaus an seine Grenzen. Sport ist zweifelsohne ‚sein Ding‘, aber bereits auf der Station konnten seine Bezugspersonen ihm zeigen, wie schön entspannen, streicheln und ruhen sein kann.
Erstaunlicherweise gab es lange Zeit keine passende Chance zur Vermittlung für ihn. Aber dann kam SIE! Nach knapp einem Jahr zog er mit seinem ‚Traumfrauchen‘ um.
Die beiden starteten zusammen mit einem gemeinsamen Urlaub in die neue gemeinsame Zukunft. Erst mal gab es einen neuen Namen für Unalac, er heißt jetzt Eddy. Das passt sehr gut zu ihm. Die beiden nahmen sich alle Zeit, um sich einander zu nähern, zusammen zu sporteln, zu ruhen und zu lernen.

Unalac Unalac
Unalac Unalac

Die ersten Rückmeldungen machten uns auch sehr glücklich und brachten uns bereits zum Lachen. Im endgültigen Zuhause angekommen, gab es nochmals eine Steigerung:

‚Hallo, Ihr Lieben vom Huskyhof,

ich bin‘s mal wieder euer Eddy. Jetzt bin ich schon seit einer Woche in München und die Zeit fliegt dahin, ich komm gar nicht mehr mit. Was ich alles erlebt hab …. Boah. Dauernd bin ich mit Claudi irgendwo unterwegs, lerne neue Leute und Hunde kennen und weiß deshalb gar nicht, wo ich anfangen soll.
Ich will es mal so sagen: Ich hätte nie gedacht, dass mir ein Leben in der Stadt gefällt oder, dass ich es hinbekomme, so zu leben, wie ich es jetzt gerade tue. Aber, ich muss ganz ehrlich zugeben – Ich finde es super. Ich komme viel rum und raus, darf jeden Tag Sport machen und Claudi sagt, wenn ich noch ein bisschen sicherer bin mit den Kommandos und nicht dauernd rechts und links verwechsle, fährt sie mit mir jeden Morgen mit dem Mountainbike an der wilden Isar entlang. Ich hab zwar in der Schweiz nicht als Leithund gearbeitet, aber natürlich hab ich das längst gecheckt, wie das alles geht. Eigentlich gibt es nichts cooleres, als mit Claudi im Wald oder an der Isar entlang zu fegen.
Meine neue Bleibe in München gefällt mir übrigens auch sehr gut. Krass bequeme Hundebetten gibt es da. Ich weiß manchmal gar nicht, wo ich mich zuerst hinlegen soll.

Eddy

In jedem Zimmer kann ich es mir gemütlich machen. Am Liebsten lieg ich ja bei Claudi auf dem Bett. Das mag sie nicht ganz so gern, aber eigentlich hat sie auch noch nie gesagt, dass sie es gar nicht will. Wenn ich mich so richtig flauschig an sie kuschle, kann sie gar nicht anders und streichelt mich stundenlang. „Bis mal der Pelz ab geht“, hat sie neulich gesagt. Streicheln finde ich so schön, dass ich gar nicht mehr aufstehen will. Ich bin zwar der wilde Eddy und darauf leg ich auch sehr viel Wert, aber ich hab’s natürlich auch drauf, die Ladies um die Pfote zu wickeln. Und nicht nur die vierbeinigen. Ha, ha, kleiner Scherz von mir.
Auf alle Fälle ist es auch so, Leute, dass ich jetzt einen Job habe. Ich gehöre in Claudis Firma zum Team und bin bei allen Besprechungen dabei. Auch wenn Kunden kommen. Sie sagt dann, ich sei der Assistent der Geschäftsführung und für das Ressort Work-Life Balance zuständig. Da bin ich mords stolz drauf und achte natürlich ganz genau drauf, dass in dem Bereich alle Vorschriften penibel eingehalten werden. Claudi sagt, obwohl ich neu bin im Team, hätt ich mich schon sehr gut integriert. Also mal ehrlich Hunde, ich hab als Schlittenhund gearbeitet und wer da kein Teamplayer ist, fliegt sowieso gleich raus. Hab ich so keinem erzählt. Aber ich glaube, Claudi weiß das.
Ich muss jetzt gleich los, Claudi und ich haben einen Termin. Deshalb mach ich hier mal Schluss. Es gibt so viel zu erzählen und ich schreib euch noch mal.
Aber so viel noch zum Schluss, was Ihr auf dem Huskyhof auch nicht wusstet: ich mag Kinder, sogar kleine, ich bin stubenrein (dass ich das überhaupt erwähnen muss, ist mir fast peinlich), ich mag Klaviermusik, (Huskys haben eben Kultur) und liebe Gartenarbeit. Ja! Keiner gräbt so schöne Löcher für Blumenzwiebeln wie ich.
Habt es gut alle zusammen.

Viele fröhliche Wuffs, von eurem Eddy.‘

Was der richtige Deckel zum Topf alles bewirkt!? Wir sind platt und freuen uns riesig mit Euch. Kommt doch mal wieder vorbei, wenn Ihr in der Nähe seid!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt


Lana – a.n.a. der kleine Aal

Lana

Was passiert wohl, wenn man einen jungen Hund die meiste Zeit sich selbst in einem Garten überlässt? Na er lässt sich etwas einfallen, wie er auf eigene Faust die noch unbekannte Welt außerhalb des Zauns kennen lernen kann!LanaLana

Die am 28.02.2018 geborene Lana gehört zu den pfiffigen und kreativen Exemplaren ihrer Gattung und machte sich immer öfter selbstständig, was sie letztlich Ende Juli 2019 zu uns auf die Alb führte.
Sie witterte ihre Chance, nun endlich ihre Defizite nachzuholen. Anfangs hatten wir alle Mühe beim Betreten des Geheges ihre Flucht nach draußen zu verhindern. Das brachte ihr den Beinamen Aal ein. Sie lechzte regelrecht nach der Aufmerksamkeit von uns Menschen und genoss auch die Spaziergänge in der Natur sehr.

Die Hübsche bekam bald ihre Chance und begeisterte und überzeugte - nicht zuletzt durch ihre große Neugierde und Freude an gemeinsamen Unternehmungen - Interessenten, die sich eigentlich in einen anderen Hund auf unserer Homepage verguckt hatten. Als sich die Blätter an den Bäumen Ende Oktober bunt färbten, durfte Lana bereits mit ihrer neuen Familie nach Hause fahren.

Lanas Abreise

Dort angekommen, wollte das schlaue Mädchen es gleich wissen: wieweit kann ich meine neuen Menschen in meinem Sinn konditionieren, damit ich in meinem künftigen Leben auch ja nichts mehr verpasse? Aber ihre Menschen waren schlauer und haben Lana durchschaut!

Mittlerweile waren alle drei zusammen schon gemeinsam entspannt in Urlaub, was Lana wohl ausgezeichnet gefallen hat.
Wir sind gespannt, wie sich das Mensch-Hund-Team gemeinsam weiter entwickelt und wünschen noch viele schöne gemeinsame Unternehmungen. Vielleicht schreibt ihr uns mal wieder darüber?

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt


Cano – verdient den Namen Skjómi!

Als Cano im Juni 2019 wegen Überforderung auf dem Hasleberg abgegeben wurde, zeigte sich uns der junge hübsche (geboren am 28.02.2018) als äußerst rücksichtsvoller Hund gegenüber Menschen und Artgenossen. Kein Wunder, dass sein Aufenthalt in der Station nicht sehr lange dauerte.

„Hallo Zusammen.

Wer kennt diese Situation nicht. Da wird bei der Vertragsunterzeichnung in der "Nothilfe für Polarhunde" Satu K. die Zusage gemacht, zeitnah für Christiane B. einen Text zu verfassen und dann sitzt man vor der Tastatur und weiß nicht wie der Einstieg gestaltet werden soll. Den ehrlicherweise habe nicht ich die Zusage gemacht, sondern meine neue «Chefin» Nathalie D.
Und da diese mir das Wort geben will, hat sie mir für den ersten regulären Abschnitt des Berichtes die Tastatur übergeben. Da kann ich nur sagen: «Danke für den Knochen, ich versuch es einmal»

Also wie ihr nun lesen könnt, hat sich in meinem Leben einiges verändert. Als erstes mein Name. Denn meine «Chefin» Nathalie hat mir mit der Übernahme Ende Oktober (und auch schon einige Male davor auf Besuch auf dem Hasleberg) erklärt, dass sie mich als Typ sehr mag, mit dem Namen «Cano» aber nur wenig anfangen kann. Sie hat sich jedoch ausgiebig Gedanken dazu gemacht was passt, sie hat eine schöne Alternative gefunden: «Skjómi».
«Skjómi», wie bitte? Gesprochen wird er als *Sk-j-o-m-i*, bzw. wer es genau wissen will fragt am besten meine Chefin am Weihnachtsmarkt oder Google Translate. Der Name stammt übrigens aus dem Isländischen und bedeutet «der Glänzende, der Helle» und Hey, wenn ich nicht gerade zusammen mit meinen Kollegen Chinook, Muna und Navajo den Trainingswagen durch den Dreck ziehe, dann «Glänze» ich auf der ganzen Linie. Wobei, das mit dem "Glänzen" soll nun ruhig meine Chefin erzählen denn «Eigenlob» stinkt, und eigentlich ist es ja ihre Aufgabe den Text zu verfassen…

Abkühlung

Ja, Skjómi du hast Recht, es ist mein Job die richtigen Worte für die Homepage zu finden… Nur wo soll ich denn nun anfangen?

Ich fange am besten mit dem Abschied von Youkon an. Denn lange bevor ich Anfang September Youkon auf seinen letzten Weg begleitet habe war klar: Nach ihm wird ein neuer Rüde bei uns einziehen. Dies nicht um die Lücke von Youkon schnellstmöglich zu füllen, sondern weil ich sicher war: Sobald wir (ich und meine Hunde) nach der Trauer um Youkon wieder offen für einen neuen Kollegen sind, darf ein weiterer Husky aus dem Tierschutz bei uns einziehen.

bergaufSo habe ich Satu K. geschrieben und gefragt ob es derzeit einen jungen, sportlich-ambitionierten Rüden gibt, der sich bei meiner Truppe gut einfügen könnte. Einfachhalber, bzw. da ich nicht bereit bin in einer «Hau- Ruck- Aktion» einen Hund in meine Gruppe aufzunehmen, bin ich zusammen mit Chinook, Muna und Navajo Ende September auf den Hasleberg gefahren und habe mir «Cano» bzw. nun Skjómi angeschaut. Der erste Eindruck mit den Vieren: Verhalten positiv. Das lag nicht an "Cano" selber, sondern an meiner ungewohnten Ausgangslage. Denn im Gegensatz zu früher mit Youkon konnte ich meine Truppe dieses Mal nicht auf einen souveränen Rüden aufbauen. Und ich war eben auf der Suche nach einen jungen gut habituierten Rüden, der mit seiner ausgeglichenen Art meine «drei Musketiere» positiv ergänzen kann. Die Einschätzung um «Cano» konnte ich jedoch nicht im ersten Moment bzw. gleich mit der ersten Begegnung evaluieren. Weitere Besuche wurden daher geplant und mit jeder Beobachtung der Truppe, und mit jeder Rückmeldung durch Kollegen, stieg die Zuversicht, dass Skjómi der «Richtige» ist. Denn Skjomi hat sich mit seiner Ausgeglichenheit, seinen Charme und seiner Sportlichkeit in unser aller Herzen geschlichen.

Skjómi lebt nun seit einigen Wochen bei uns und was soll ich sagen: Er macht meine Truppe wieder komplett und mich glücklich. Skjómi ist kein Ersatz für Youkon, er ist eine eigenständige und großartige Persönlichkeit. Er zeigt sich für seine junges Alter von 20 Monaten von einer beeindruckenden Souveränität, er verhält sich gegenüber Fremden und grösseren Kinder freundlich zugewandt. Er bleibt ruhig bei Unruhe und bei Stress, er kommt mit neuen Situationen gut zurecht. So hat der "weiße Riese" seit seinem Umzug schon einiges erlebt. Er ist mit uns hunderte von Kilometer im Auto gefahren, er hat sich in seinem neuen Zuhause gut integriert. Wobei dieser Prozess aus verschieden Gründen nicht immer ganz reibungslos verlief. Denn Skjómi hat mit der ersten Besichtigung des Hauses mein Schlafzimmer und mein Bett als Schlafgegebenheit entdeckt. Er hat dabei übersehen, dass dieses Privileg «Chinook» gebührt, bzw. nachdem diese ihm kurz und heftig die Hausordnung verlesen hat, und ich ihm erklärt habe das meine Bettseite und mein Kopfkissen nicht sein «Eigentum» wird, herrscht nun Ruhe im Schlafzimmer. Auch mit Navajo hat es schon etwas gekracht. Wobei diese Konflikte den Umständen entsprechend in einen moderaten Rahmen gelöst wurden. Denn was können die beiden Junghunde dafür, dass «Chinook» im Zeitfenster der «Vergesellschaftung und Zusammenführung» auf den Trichter kommt in die Phase der Hitze zu wechseln….
Da sind nun zwei testosterongesteuerte (kastrierte) Jungrüden von knapp zwei Jahren. Da ist eine reife und auf «Krawall gebürstete» intakte Chinook die alles anpöbelt was ihr zu nah aufs Heck aufläuft und den beiden gleichzeitig das Wort «Galanterie» buchstabiert. Da ist Muna die sich ab dem «aufwirbelnden Staub» am Liebsten unsichtbar machen würde bzw. ihre Position in der Gruppe nicht unnötig aufgeben mag. So herrscht derzeit etwas Unruhe im Haus bzw. zum Glück reagieren alle meine Hunde auf Spielaufforderung und Deeskalation.
Für mich bedeutet die derzeitige Phase der Zusammenführung einfach noch sensibleres Management im Umgang mit den Hunden. Wobei eins sicher ist: Wenn diese Phase durch ist, ist Skjómi definitiv bei uns angekommen.

Was ist sonst noch zu erzählen: Skjómi macht sich super am Trainingswagen und bei der Zugarbeit. Er zeigt Freude und Spass beim Laufen am Wagen. Er bringt erstaunlich viel Schub aufs Zugsystem und dabei ist es ihm egal in welcher Position er im Gespann läuft. Er zeigt sich souverän im Umgang mit neuen Erfahrungen, sei dies zu Hause oder am Stakeout. Denn unter anderem ist er mit uns in den letzten beiden Wochen an zwei kleinen internationalen Wagenrennen gestartet bzw. er hat gemeinsam mit mir ein drittes als «Zuschauer» besucht. Die Rennanlässe liefen wir ausschliesslich zu unser aller Freude und ohne jegliche Ambitionen auf allfällige Spitzenplätze. Die Fotos sprechen für sich.

Zum Schluss: Ich freue mich, dass Skjómi bei uns eingezogen ist. Ich freue mich über diesen sanften und grossartigen «weißen Riesen». Ich bin zuversichtlich, dass Skjómi uns alle noch weiter beeindrucken und positiv überraschen wird. Ich freue mich auf die Wintersaison am Schlitten und in den Bergen. Skjómi, ich hoffe das du bei uns Glücklich wirst. Skjómi, ich hoffe das ich dir bis zum Ende deiner Tage ein sicheres und schönes zu Hause bieten kann, du hast es verdient.

Nathalie D. mit Chinook, Muna, Navajo und Skjomi “

Was sollte Euch ‚Fünf‘ dabei im Wege stehen? Das bekommt Ihr hin!
Wir freuen uns schon auf Euren nächsten Besuch.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt