Post von schon lange glücklich vermittelten Hunden

Sie sind nicht unbedingt der Schreiber von Mehrzeilern fürs Journal für Nordische Hunde? Würden aber dennoch gerne mal ein paar Worte über den an Sie vermittelten Hund verlieren und ein, zwei Fotos seiner Entwicklung zeigen? Oder Sie haben DEN Schnappschuss gemacht?
Hier haben Sie Platz dafür! Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen an gluecksfell@polarhunde-nothilfe.com

 

 
 

Marley – „besser hätte es mich nicht treffen können“

Marley

MarleyMarleyAls Marley im Dezember 2018 zu uns kam, konnte er „quasi nichts“: Nicht alleine bleiben (das war der Abgabegrund), nicht stillhalten beim Geschirranziehen, nicht ruhig durch Türen gehen, nicht auf das andere Ende der Leine achten, nicht …. Er kannte auch „quasi nichts“ und war schnell völlig überfordert mit all den neuen Reizen. Das war natürlich nicht Marleys „Schuld“, denn, lernbegierig und klug wie er ist, hätte er dies durchaus in seinen eineinhalb früheren Lebensjahren lernen können. Schon in der Station hat Marley viel „aufgeholt“, in dem Jahr bei seiner Familie erst recht. Und so erreichte uns dieser „Glücklich-vermittelt-Bericht“:

Hallo liebes Polarhunde-Team,

am 03.10.2019, also fast genau vor einem Jahr, habe ich meine jetzige Familie kennengelernt. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich damals direkt ins Auto gesprungen. Mein Frauchen und Familie sind noch genauso glücklich wie am ersten Tag. Vor allem Jolie, das „Jungfrauchen“, spielt sehr viel mit mir draußen. Als die Corona-Zeit anfing, war mein Frauchen auch etwas mehr daheim als sonst, das war so schön. Im Mai war Jungfrauchen Jolie mit Patentante und Oma eine Woche weg. Das war echt komisch, wo ich doch jeden Morgen ins Zimmer flitze, sie aufwecke und mit ihr noch kuscheln darf. Aber da war nur ein unglücklicher Hundeblick ....

Im Sommer war das Herrchen drei Wochen daheim, zwecks Arbeitswechsel, und später im August das Frauchen zwei Wochen in den Ferien. Da hat im Garten so ein riesen Ding (Pool) gestanden mit Wasser – das war mir nicht geheuer. Ich habe mich immer davor gelegt, wenn keiner da war. Mein Frauchen hat mir meinen eigenen Pool befüllt, das hat mir immer Spaß gemacht, wenn es sooo heiß war. Aber ich habe mir meine Löcher gebuddelt, dann mich da reingelegt, das hat auch gekühlt.

Marley

Beim Gassigehen gibt es ein paar Hunde, mit denen ich gerne spiele, aber es gibt auch welche, die einen Bogen um mich machen. Auf dem Rückweg weiß ich schon, wenn wir auf dem kleinen Weg bei uns am Grundstück sind, dass ich den Rest frei laufen darf (50 Meter) bis zur Gartentür, und dann warte ich davor. Marley und "Jungfrauchen"Marley entspannt

Ich war auch schon mit zu Frauchens Freunden, die haben auch zwei Kinder, die kennen mich und ich die, zu denen gehe ich auch gerne mit.

Wenn Jungfrauchens Freundin bei uns schläft, lege ich mich auch noch ins Zimmer dazu.

Marley mit den Mädels

Alles in allem habe ich die im Griff und sie mich, besser hätte es mich nicht treffen können.
Wie Ihr sehen könnt, geht es mir sehr gut. Ihr habt ein passendes Zuhause für mich gefunden, vielen lieben Dank dafür. Ich wünsche Euch viel Freude mit den anderen Huskys auf der Station und Grüße an meine alten Freunde.

Marley "erleichtert"

Ich grüße Euch ganz herzlich,
Euer Marley
mit Jungfrauchen Jolie, Frauchen und Herrchen

Lieber Marley, danke für diesen tollen Bericht aus Deinem heutigen Leben. Wir sind sehr glücklich, dass wir Dich und Deine heutige Familie zusammengebracht haben. Ihr scheint ein richtig gutes „Quartett“ zu sein. Deine Grüße richten wir aus – grüße bitte Du Dein Frauchen und Herrchen und das „Jungfrauchen“! Euch allen weiterhin viel Spaß miteinander.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
Oktober 2020


Lennox – er ist einfach umwerfend (was leider diesmal wörtlich zu nehmen ist)

Lennox hat in seinen acht Jahren schon viel erlebt: ein spanisches Tierheim (zwei Jahre, damals namenlos), ein sorgenfreies Leben bei einem lieben Herrchen und Hündin Sheila (vier Jahre, als Borox). Dann erkrankte das Herrchen, und Borox musste in unsere Station umziehen. Zum Glück gab es Menschen, die schnell erkannten, welchen Schatz wir da beherbergten: Menschenbezogen und mit allen Artgenossen verträglich – Borox war einfach so umwerfend charmant, dass selbst Hundedame Joy damit einverstanden war, dass Borox bei seiner heutigen Familie einzog. Und so wurde am 01.11.2018 aus Borox Lennox. Seine Familie hat diesen Schritt nie bereut, im Gegenteil: „Wir sind unglaublich glücklich“ haben sie uns damals geschrieben. Jetzt hat Lennox sein „umwerfendes“ Wesen leider wortwörtlich unter Beweis gestellt: Lennox

Hallo liebes NfP-Team,

ich glaube, ich muss mal wieder was von mir hören lassen.

Mir geht's sehr gut hier in Rheinhessen. Wir haben super viel Spaß zusammen. Wegen dem Corona- Dingsbums hatten meine Leute noch viiiel mehr Zeit für uns, obwohl sie ja schon Rentner sind.

Seit März haben wir auch einen Garten. Das ist toll, mmh, nur buddeln ist verboten. Schade. Der Einzige, der da rumbuddelt, ist ein Maulwurf, und das finden meine Leute doof. Aber ich find's lustig. Er macht echt schöne Hügel. Lennox

Leider ist mein Frauchen lädiert, und das ist meine Schuld. Ich hab‘ ihr nämlich beim Spielen mit anderen Hunden das Schienbein gebrochen, und stellt Euch vor, das musste operiert werden. Ich hab's nicht mit Absicht gemacht. Irgendwie stand sie im Weg, als ich einem Baum ausweichen musste.

Jetzt fährt sie mit dem Rollstuhl mit uns Gassi, und damit sie nicht umfällt, laufen Joy und ich brav bei Fuß bzw. Rolli. Herrchen umsorgt uns alle sehr gut, und wir hoffen, dass Frauchen in vier Wochen wieder hüpfen kann. Momentan schläft sie bei uns im Wohnzimmer, und das ist schööön. Wir geben uns alle Mühe, nicht zu schnarchen.

So ist einiges passiert, aber wir sind guter Dinge.

Bleibt alle schön gesund und fidel!

Lennox und Anhang

Oh, lieber Lennox, was für eine Geschichte! Dass Du Dein Frauchen nicht mit Absicht verletzt hast, glauben wir Dir sofort, aber weißt Du, Deinem Frauchen tut es trotzdem (fast) genauso weh. Wir wünschen auf diesem Wege ganz schnelle Genesung! Dass Ihr dabei alle „guter Dinge“ seid, hilft sicher. Alles Liebe Euch vieren und weiterhin so „super viel Spaß zusammen“.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
Oktober 2020


Big Nanuk: „Wer keine Narben hat, der hat nicht gelebt!“

Das schreibt Big Nanuks heutige Familie. „Narben“ hat der heute knapp vierjährige Nanuk bereits genug: Nach rund eineinhalb Jahren in seiner ursprünglichen Familie wurde er von dieser wegen Schnappens nach einem Kleinkind an uns abgegeben. Den Stationsmitarbeitern gegenüber verhielt sich Nanuk manchmal etwas futterneidisch, aber ansonsten höchst anständig. Trotzdem nahmen wir den Abgabegrund ernst und suchten nach hundeerfahrenden Menschen. Im April 2019 durfte Nanuk umziehen – und zeigte bald sehr deutlich, dass es ihm nicht gefiel. Er benahm sich so daneben, dass er wieder in der Station landete – nicht zu seinem Leidwesen. Aber da wir natürlich keinen Hund, schon gar keinen so jungen, „für immer“ in der Station behalten möchten, suchten wir weiter nach einer passenden Familie. Und diese wurde gefunden. Auch in dieser Familie machte Nanuk anfangs deutlich, dass er definitiv und strikt gegen Veränderungen ist. Aber diesmal hatte er die Rechnung ohne „Frau und Herr Zweibeiner“, wie er seine Menschen nennt, und ohne seine beiden „Fell-Mädels“ gemacht. Alle zeigten, dass sie einen noch größeren Sturkopf haben als Nanuk – und vor allem, dass sie ihn wirklich lieben, dass sie zu ihm halten und alles tun wollten, um ihn zu integrieren. Mit Erfolg! Nanuks zweiter Bericht aus seinem endgültigen Zuhause klingt schon weitaus begeisterter als sein erster, auch wenn nicht alles nach seinem Kopf geht:

Liebes Team der Station, liebe Freunde der Polarhundhilfe,

wie versprochen, schicke ich euch einen zweiten Bericht.

Big NanukBig NanukDass ich mich entschieden habe, hier im Land der 1000 Hügel zu bleiben, habt ihr euch bestimmt schon gedacht. Es läuft zwar nicht alles nach meinen Wünschen und Vorstellungen, aber scheinbar gehören Kompromisse zum Leben eines Hundes dazu. Zumindest sagen das Herr und Frau Zweibeiner, haben auch was von Integration und sozialem Frieden in der Gruppe erzählt. So ganz genau hab ich es noch nicht verstanden, gebe aber mein Bestes. Kleine Rückfälle in unerwünschtes Verhalten passieren hin und wieder. Zunehmend bin ich darüber mehr erschrocken als alle anderen. Sie nehmen es gelassen, erklären mir geduldig wieder und wieder die Benimmregeln und versichern mir, dass wir das gemeinsam schon hinbekommen. Ich will es auf jeden Fall auch, so ein Leben in der Großfamilie ist nämlich gar nicht schlecht.

Ich liebe unsere ausgiebigen gemeinsamen Spaziergänge. Egal ob im Wald, über die Felder oder in den Weinbergen, ich bin für alles zu haben. Genau wie für jede Art von abwechslungsreicher Beschäftigung, für Spielereien mit den Fellmädels oder den Zweibeinern. Versteck etwas, und ich finde es. Zeig mir ein Hindernis, und ich überwinde es. Bitte mich, sitzen oder liegen zu bleiben und zu warten, und ich werde es tun. Hauptsache, wir machen es gemeinsam.

Das Rudel

Radfahren gehört übrigens definitiv nicht zu meinen Vorlieben. Herr und Frau Zweibeiner dachten, ich bräuchte als Schlittenhund mehr Ausdauerbewegung. Also kamen sie auf die abwegige Idee, ich könnte ab und zu eine Extrarunde am Fahrrad absolvieren. Langweilig! Gleich bei den ersten paar Versuchen habe ich das klargestellt und die Sache ein für alle Mal vom Tisch gefegt.Big Nanuks Rudel

Abwechslung gab es dann in den letzten Wochen plötzlich mehr als mir lieb war.
Opa-Zweibeiner ging es nicht so gut, und wir waren viel in Richtung Thüringen unterwegs. Wow, so viel Neues auf einmal und völlig ungewohnte Tagesabläufe und Schlafstätten. Manchmal hatte ich schwer zu kämpfen. Habe es aber hervorragend hinbekommen, sagen die Zweibeiner, und ich bin dabei, mich zu einem tollen Reisehund zu entwickeln. So können wir den noch bevorstehenden Fahrten ohne Sorge entgegensehen.

Arbeiten muss ich seit April übrigens auch. Das ist gar nicht so schlimm, wie es klingt! Ich laufe dann mit Frau Zweibeiner in den Nachbarort, und bevor es so richtig losgeht, gehört die ganze Bibliothek mir. Nicht was ihr jetzt denkt, lesen finde ich doof! Nö, ich darf überall nach Leckerli und Kaustangen suchen. In und unter den Regalen, im Schreibtisch, auf den Fensterbrettern oder im Treppenhaus. Während der Öffnungszeiten ruhe ich dann die meiste Zeit in meiner Höhle = Schreibtisch, lege höchstens mal kurz meine Schnuffel oben drauf. Nur um ein paar anerkennende Worte für mein gutes Benehmen und natürlich für meine strahlend blauen Augen zu ergattern. Am Abend spazieren wir wieder gemeinsam nach Hause. Dabei treffen wir ab und zu am See auf Herrn Zweibeiner und die Fellmädels, und wie es der Zufall so will, meist mit einem für ein Abendpicknick gefüllten Rucksack. Das Leben ist schön.

Wie es sich für einen hart arbeitenden Hund gehört, brauchte ich nun ja auch ein für Ausgleich sorgendes Hobby. Frau Zweibeiner schlug vor, ich könnte mich gemeinnützig engagieren und mit meiner Ausbildung zum Co-Trainer im Hundesportverein beginnen. Da Jolly, die Grande Dame unserer Hundegruppe, dieser Beschäftigung schon seit mehreren Jahren nachgeht, führte ich zunächst ein informatives Gespräch mit ihr. Ihrer Meinung nach überwiegen die Vorteile bei weitem: viel Einzelzeit mit Frau Zweibeiner, zusätzliche Beschäftigung und reichlich Leckerli und nach einer gewissen Zeit jede Menge Erfahrung im Umgang mit anderen Hunden. Also genau genommen, eine gute Möglichkeit, so eine richtig coole Socke zu werden. Etwas, das Jolly nun mal ganz eindeutig ist. Also erklärte ich mich einverstanden.

Bis jetzt läuft alles prima. Ich helfe beim Aufbau und teste die geplanten Übungen, bevor die Junghunde mit ihren Menschen zum Training kommen. Während der Übungsstunden döse ich am Rand oder gerne auch im Tunnel, oder ich beobachte und kommentiere das Fußballtraining der Kids auf dem Nachbarplatz. Wenn alle wieder weg sind, sorge ich mit viel Einsatz für ein bisschen Chaos beim Aufräumen und nehme noch ein erfrischendes Bad in der Enz. Meine Erfahrungen mit gemeinnütziger Arbeit sind also ebenfalls rundherum positiv. Ich kann es nur empfehlen.

Wie ihr sehen könnt, geht es mir sehr gut. Ihr habt ein passendes Zuhause für mich gefunden, vielen lieben Dank dafür. Ich wünsche euch viel Freude und Erfolg mit den anderen Hunden auf der Station.

Ich grüße euch ganz herzlich, bis bald,
euer Nanu.

Liebes Team der Station,

auch wenn wir uns in der letzten Zeit ziemlich rar auf dem Hasleberg gemacht haben, wir denken ganz oft an euch und bedauern, nicht öfter bei euch sein und helfen zu können. Aber sicher kommt irgendwann wieder mehr Ruhe in unser Leben und damit auch wieder freie, für die Station reservierte Zeit.

Wir danken euch herzlichst für die Vermittlung dieses ganz wunderbaren Schlawiners, wir haben sehr viel Spaß miteinander und schließlich gilt: Wer keine Narben hat, der hat nicht gelebt!

Big Nanuk im neuen Verbund

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

Liebe Grüße

Anja und Micha mit den drei Wilden

Liebe Anja, lieber Micha, wir bedanken uns herzlichst bei Euch, dass Ihr „dem Großen“ diese Chance auf ein Leben gegeben habt, das ihm ganz offensichtlich gefällt. Und danke für den Bericht, obwohl Ihr gerade so sehr anderweitig eingespannt seid. Wir haben vollstes Verständnis dafür, dass Ihr im Moment keine Zeit habt, in die Station zu kommen, aber wir freuen uns jetzt schon auf das Wiedersehen mit Euch Fünfen!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde September 2020


Aska (ehem. Liesel) – aus hyperaktiv wird tiefenentspannt

Liesel kam zu uns Anfang Juni diesen Jahres. Fast auf den Tag genau siebzehn Monate alt war die kleine Husky-Hündin bei ihrem Einzug, und diese Monate hatte Liesel im Ausland an einer Kette verbracht. Entsprechend groß war Liesels Nachholbedarf – im Gegensatz zu manch anderen Hunden, die in solchen Situationen erst einmal ängstlich reagieren, saugte Liesel alle neuen Eindrücke mit purer Begeisterung auf. Wir mussten Acht geben, dass Liesel nicht überdrehte, und uns war bewusst, dass es, obwohl Liesel ein absolut fröhlicher und freundlicher Hund ist, besondere Menschen sein mussten, die das junge Husky-Mädel „in die richtigen Bahnen“ lenken konnten. Und dann kamen genau diese Menschen! Leider war dem – wie so oft – vorausgegangen, dass ein geliebtes Familienmitglied über die Regenbogenbrücke hatte gehen müssen: Ayla. Nicht nur die Zweibeiner trauerten, auch Husky-Rüde Aino, und so sollte Aino möglichst bald eine neue Gefährtin bekommen. Von vielen Begegnungen auf der Station her kennen wir die Familie und ihre Hunde – immer alle in allen Situationen tiefenentspannt. Das war genau das richtige Umfeld für „unsere“ (manchmal hyper-)aktive Liesel! Es passte: Sympathie auf allen Seiten, und so durfte Liesel Mitte Juli als Aska in ihrer neuen Familie einziehen. Jetzt haben wir die erste Post von Aska bekommen:

Liebe Satu,

ich möchte mich ganz herzlich bei dir bedanken, dass du mir eine so tolle Familie ausgesucht hast.

Die waren zwar furchtbar traurig, weil ihre Hündin Ayla über die Regenbogenbrücke gegangen ist und ihr Rüde Aino Ayla furchtbar vermisst hat, aber jetzt bin ich ja da ….

Gut, zugegeben, sie haben meinen Namen verändert, aber mal ehrlich, wer will schon Liesel heißen? Aska gefällt mir da schon besser. Aska bedeutet „die, die aus der Asche kam“, und mein neues Frauchen sagt, das sei eine Reminiszenz an die Hündin Ayla, deren Asche wir letzte Woche im Garten verstreut haben. Der Name bedeutet aber auch Kriegerin und steht für Hunde, die eine große Lebensfreude haben, und da setze ich meine vier Pfoten voll drunter.

Der Aino war anfangs äußerst skeptisch, was er mit mir jungem Hüpfer so anfangen soll. Hat dann seine Liegeplätze und auch das ganze Spielzeug nicht teilen wollen. Du glaubst es nicht, was der alles hat.

Aska Aska Aska Aska
 

Ich hab dann zwar mal versucht, ihm beizubringen, dass ich jetzt die Chefin im Hause bin, aber das hat nicht geklappt. Er ist halt doch recht groß, und ich hab eingesehen, dass ein Zweithund auch ein schönes Leben haben kann. Also hab ich nachgegeben, und jetzt vertragen wir uns ganz gut.

Am Anfang musste ich in der geschlossenen Box schlafen, aber weil ich so brav war, bleibt die jetzt offen. Anbei der Beweis:

Aska Aska Aska
 

Mein Frauchen hat dir ja schon berichtet, dass ich Aino im Mäusefangen mit 3:1 geschlagen habe. Aber ich muss dir doch noch berichten, dass ich jetzt absoluter Tagessieger bin: 10 Mäuse an einem Tag!! Mein Frauchen sagt, das sei absolute Spitze.
Außerdem sagt sie, dass der Aino irgendwie gefühlt größer geworden ist, seit ich da bin. Die spinnt doch, das geht doch gar nicht, oder will sie damit sagen, dass ich vielleicht auch noch wachse? Da hat sie sich aber schwer getäuscht. Mir reicht meine Größe völlig.

Aska Aska Aska
 

Wir haben auch schon viele andere Kumpels von Aino getroffen, die sind alle toll. Sowohl die Rüden als auch die Hündinnen sind alle sehr nett, und ich freu mich immer, wenn wir jemanden treffen. Ganz toll finde ich die Cassie. Das ist ein Chihuahua-Mädchen, das mit dem Sohn von meinem Frauchen immer zu Besuch kommt. Die Arme musste am Bein operiert werden, und da hab ich mich voll lieb um sie gekümmert. Ist ja noch viel kleiner als ich und muss beschützt werden. Den Job übernehme ich gerne.

Im Übrigen ist mein neues Herrchen wegen diesem Corona-Dings momentan im Home-Office. Find ich toll, da werde ich immer zwischendurch mal geknuddelt, und wenn dann mein Frauchen heimkommt, gleich nochmal. Ich freu mich auch immer ganz arg, wenn sie kommt. Weil sie mit mir so tolle Übungen macht: Sitz, Platz, Pfote kann ich alles schon, und auf „hier“ und ihren Pfiff reagiere ich auch immer öfters. Ich krieg dann ja auch immer ´ne Belohnung, lohnt sich also.

So, das wärs jetzt mal fürs erste. Du siehst, es geht mir sehr gut, und wenn du mich fragen würdest: nein, ich will nicht zurück auf die Station, ich bleib lieber hier, sorry …
An der Mitgliederversammlung sehen wir uns leider nicht, da bin ich nämlich mit dem Aino, meinem Herrchen und dem Frauchen im Urlaub, aber zu Weihnachten komm ich dann wieder vorbei, versprochen.

Es grüßt dich ganz herzlich
deine Aska

Liebe Aska, wir gratulieren Dir zu Deinem neuen Namen! Wie schön und passend, nicht „nur“, weil die Asche Deiner „Vorgängerin“ kurz nach Deinem Einzug im Garten verstreut wurde, sondern weil dieser Name auch Deinen Lebensweg beschreibt: erst ein Leben an der Kette im Staub – jetzt bist Du für immer auf der Sonnenseite gelandet! Wir freuen uns riesig für Dich und sind Deiner Familie sehr dankbar, dass sie Dich in ihrer Mitte aufgenommen haben. Und wir freuen uns schon heute auf Euch alle an Weihnachten!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
August 2020


Jacky – auf 15 bewegte Monate folgten (bis dato) 10 gechillte Jahre

Die ersten 15 Monate ihres Lebens waren bewegte Monate gewesen für Jacky. Zu bewegt für ein so junges Hunde-Mädel. Wo Jacky ihre Welpenzeit verbrachte, weiß man nicht, aber ihre Zurückhaltung gegenüber Menschen ließ nichts Gutes vermuten. Dann wurde Jacky verschenkt – ja, Sie lesen richtig: Jacky war ein Geschenk an eine husky-unerfahrene (!) Dame, die um dieses Geschenk nicht gebeten hatte. Die Dame bemühte sich wirklich, sie schaffte sich sogar einen zweiten Hund an, um Jacky das Alleinebleiben zu erleichtern, aber der „Schuss ging nach hinten los“: jetzt heulten während der Abwesenheit des Frauchens zwei Hunde.JackyJacky Dem Frauchen blieb letztendlich nur die Abgabe der Hunde, und Jacky zog in unserer Station (damals in Horb) ein. Wegen ihres Problems mit dem Alleinebleiben, ihrer Zurückhaltung und ihrer Rasse (Alaskan Husky) tat sich Jacky schwer in der Vermittlung, und sie brauchte sogar die „Schützenhilfe“ eines Stationkumpels: Rüde Damon generierte einen wahren Interessentenansturm, aber da er eben nur einmal vermittelt werden konnte, blieben Interessenten „übrig“, die auch für einen anderen Hund offen waren. Das potenziell neue Herrchen hatte Husky-Erfahrung, das potenziell neue Frauchen Chihuahua-Erfahrung, und die Familie hatte eine Hunde-Sitterin, die bereits den verstorbenen Chihuahua der Familie betreut hatte. Diese Betreuung sollte nach Möglichkeit weiter genutzt werden, und so brachte die Hunde-Sitterin ihr „Rudel“ mit: einen Malamute(Husky-Mix?)-Rüden und eine Labrador-Husky-Mix-Hündin. Letztere entschied sich nach den Spaziergängen mit Jacky und einer weiteren Hündin (Sinja) eindeutig für Jacky – und die Zweibeiner waren mit dieser Entscheidung einverstanden. Nach fünf Monaten durfte Jacky im Dezember 2009 endlich aus der Station ausziehen. Die entspannte Haltung von Jackys neuer Familie übertrug sich auf Jacky: ihre Scheu, insbesondere Männern gegenüber, löste sich alsbald in Wohlgefallen auf, und auch das Alleinebleiben über zwei Stunden klappte überraschend schnell und problemlos. Wie die folgenden mehr als zehn Jahre in Jackys Leben aussahen, können Sie im Bericht des Frauchens lesen:

Hallo liebes Team,

wir wollten seit Jahren mal wieder schreiben, damit Ihr wisst, dass es unserer Jacky gut geht. Wir haben leider seit 2010 nichts mehr von uns hören lassen. Nun knappe zehn Jahre später blicken wir zurück auf viel Spaß und Freude. Jacky geht mittlerweile auf stolze zwölf Jahre zu, und noch bemerkt man ihr etwas betagteres Alter nicht.

Nach ihrer Eingewöhnungsphase bei uns haben wir recht schnell bemerkt, dass wir vielleicht nicht genug für sie sind. Da wir damals noch in einer Wohnung mit Gartenanteil gewohnt haben, wollten wir allerdings nicht noch einen „großen“ Hund. Daher entschieden wir uns für ein schönes Handtaschenformat – Rehpinscher sind ja schon auch süß. Wir wollten sicher gehen, dass die beiden sich auch wirklich lieben – von daher haben wir dem Züchter gesagt, dass unsere Husky-Dame mitkommen muss und auch wählen wird. Etwas ungewöhnlich vielleicht, aber effektiv. Jackys Wahl ist auf die damals neun Wochen alte Luna gefallen. Was sollen wir sagen? Die beiden sind seit März 2010 ein Herz und eine Seele. Sie lieben sich wahrhaftig, und eine Trennung der beiden wäre undenkbar. Jacky hat all ihre Muttergefühle investiert, und niemand darf so viel wie ihre Luna. Die beiden gehen nun seit mehr als zehn Jahren durch dick und dünn. Zurückblickend war es sicherlich eine unserer besten Entscheidungen, Jacky einen Partner fürs Leben zu geben.

JackyJackyDa sich bei mir auch viel geändert hat, führen die beiden ein absolutes Luxus-Leben. Wir stehen morgens gechillt auf, gehen spazieren und fahren dann gemeinsam ins Büro. Die beiden Ladies sind super Bürohunde geworden. Die Kleine bellt dank des guten Vorbilds von Jacky so gut wie nie, und durch Lunas forsche Art ist auch Jacky mutiger geworden. Jahreslanges Treffen von fremden Menschen zahlt sich aus. Sie ist zwar oft immer noch zurückhaltend, aber bei weitem nicht mehr so scheu und nervös wie am Anfang. Es hat sich auch herausgestellt, dass Frauen und Kinder immer super sind. Besonders Kinder haben es ihr angetan, und wenn der Pinscher schon längst flüchtet, bietet sich Jacky als williges Spielopfer an – es ist wirklich süß!

Nachdem wir nach fast zwei Jahren auch endlich das perfekte Futter gefunden hatten, hat sie auch zugelegt, und ihre ständigen Magenprobleme waren behoben. Damit hatten wir wirklich zu kämpfen – mit 16 Kilo von Euch bekommen und dem ständig gereizten Magen war es schwer, sie zum Zunehmen zu kriegen. Jetzt haben wir geschmeidige 20 Kilo, und der Tierarzt ist mehr als zufrieden.

Überhaupt muss man sagen, dass Jacky nie irgendwas Ernstes hatte. Das Schlimmste ist ihr vor zwei Jahren widerfahren. Wir mussten mal wieder an den Zahnstein, denn sie neigt stark zur Bildung. Irgendwann hat mir der Tierarzt mitgeteilt, dass er einen Zahn leider ziehen muss. Sie hat es gut überstanden, aber manchmal, wenn die Lefze ungünstig hängt, dann sieht man, dass da was fehlt. Sie ist dadurch aber nicht beeinträchtigt, insofern ist das für uns und auch für sie okay. Sie ist auch heute noch extrem fit. Man merkt zwar langsam, dass sie älter wird, aber für uns passt das noch immer sehr gut. Die eine oder andere Ausfallerscheinung, wenn sie begreift, dass sie unsere Haustreppe nicht mehr in einem Sprung nach oben schafft, aber was soll´s, dann nimmt man die Treppe eben wie ein „normaler“ Hund.

Jacky in Gesellschaft

Sie ist ein gutes Mädchen und ein treuer und dankbarer Begleiter. Eine Seele von Hund, und wir hoffen, dass wir trotz ihres jetzt schon schönen Alters noch eine Weile mit ihr haben. Sie hat viele Hundefreundschaften geschlossen, und wir hoffen, dass sie ihren Lebensabend noch lange im Rasen lungernd genießen kann.

Liebe Grüße
D. und S. K
.

Das hoffen wir auch, liebe Familie K.! Nicht alle unseres heutigen Teams waren damals 2008/2009 schon dabei, aber wir alle haben uns über Ihren Bericht sehr gefreut! Was gibt es Schöneres, als wenn Zwei- und Vierbeiner jahrelang „Spaß und Freude“ miteinander haben. Solche Berichte sind der „Lohn“ für unsere Arbeit. Wir wünschen Ihnen, Jacky und Luna von Herzen Gesundheit und weiterhin eine gute Zeit.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
August 2020


Aiko springt dem Sensenmann nochmal von der Schippe

Im April 2016, nach Aikos zweiter und „endgültiger“ Vermittlung, schrieben wir im Glücklich-Text: „Und so haben sie (Anm. die Familie) … Aiko in ihre Mitte aufgenommen und werden mit ihm sämtliche Klippen umschiffen, die sich womöglich noch auftun.“ Wir dachten dabei eher an „Klippen“, die sich durch Aikos Verhalten aufbauen würden. Immerhin hatte der Bursche seine erste Adoptantenfamilie ganz schön durcheinander gewirbelt: das Herrchen hatte er mehrfach gestellt, andere Hunde mochte er auch nicht, und schließlich hatte auch das Frauchen kein Vertrauen mehr in Aiko, und Aiko hatte offensichtlich auch kein Vertrauen aufbauen können. Es dauert eben ein bisschen, bis ein Aiko einem Menschen Vertrauen schenkt – dieses Geschenk muss sich Mensch erst verdienen. Mit seinen heutigen Zweibeinern hat Aiko nun Menschen, die sich dieses Geschenk verdient haben, bei Aiko genauso wie bei seinem Vorgänger Arkas – mit Fairness, Respekt, ganz viel Liebe und unerschütterlichem Zusammenhalt, eben dem Umschiffen sämtlicher Klippen. Das zeigt die Familie Aiko jeden Tag – ganz besonders in den letzten Monaten, in denen Aikos Gesundheit, ja sogar Aikos Leben am seidenen Faden hing. Aber lesen Sie den „Krimi“, den Aikos Frauchen uns schrieb, selbst:

Aiko ist am 10.10.2019 zehn Jahre alt geworden. Viel hat sich inzwischen zum Positiven verändert, und er bekommt immer mehr Vertrauen. Ein pflegeleichter Hund wird er nie sein, aber wir lieben unseren Buben, wie er ist.

Schon das Jahr 2019 begann mit vielen Tierarztbesuchen. Aiko war auch mit größter Fütter-Anstrengung immer gewichtsmäßig am unteren Limit. Aber 2019 begann er, wieder auffällig abzunehmen, und fraß schlechter denn je. Aiko wurde auf „Herz und Nieren“ schulmedizinisch und naturheilkundlich untersucht, aber glücklicherweise konnte nichts Schwerwiegendes gefunden werden. Das Untergewichtsproblem blieb. Nach vielen Experimenten und Futterumstellungen wurde klar, er kann sein BARF-Futter (artgerechte Rohfütterung) offensichtlich nicht mehr voll verwerten. Auf gekochtes Futter – das er über alles mochte – reagierte er leider hochallergisch. Inzwischen frisst er Trockenfutter für Allergiker auf Insektenproteinbasis, das er bestens verträgt (Vet-Concept Dog Sana Hermetia https://www.vet-concept.com/alle-produkte/trockennahrung/dog-sana-hermetia) Leider fehlt es an Begeisterung. Aber das ist ja nichts Neues.

frisch operiertmit KragenAiko ist knochig, und bereits im Winter fühlte sich am linken Oberschenkel etwas seltsam an. Ein Vergleichs-Kontrollgriff am rechten Oberschenkel führte dann aber zu einem ähnlichen Ergebnis. Ich meinte, den Sitzbeinhöcker getastet zu haben. Der - genauso wie die ganze Wirbelsäule und die Rippen - ohne viel Speck unter der Haut – bei ihm deutlich fühlbar ist.

Der März kam - das warme Husky-Unterfell ging, und nun wurde es deutlich: Auf Höhe des Sitzknochens hatte Aiko einen nun mittlerweile fast halb Tischtennisball-großen Tumor. Unsere Tierärztin zog uns leider gleich den Zahn mit harmlosem Lipom (gutartiges Fettgeschwür) und punktierte vorsorglich die Geschwulst. Das Ergebnis ergab sowohl gutartige als auch bösartige Zellen. Anstatt einer weiteren, umfangreichen Gewebsentnahme sollte die Wucherung gleich nach Ostern - wenn der Bluterguss von der Punktion abgeheilt war – in der Praxis komplett entfernt und dann untersucht werden. So konnten wir unserem Hund eine Narkose „ersparen“. Bei der präoperativen Blutentnahme - zwei Wochen später - war der Tumor dann aber schon so gewachsen, dass unsere Tierärztin die Operation nicht mehr in ihrer Praxis machen wollte und uns an die Universitäts-Tierklinik nach München weiterverwies. Mittlerweile herrschte in Bayern der Corona-Lockdown, und auch die Tierklinik hatte nur noch Notdienst. Man durfte sein Tier nicht begleiten, sondern musste es vor der Tierklinik dem behandelnden Arzt übergeben. Das erfüllte uns mit großer Sorge, aber Aiko war brav und umgänglich, natürlich mit Maulkorb. Beim ersten Besuch in München wurde eine Gewebsentnahme gemacht. Drei Tage später bekamen wir die absolut niederschmetternde Nachricht, dass es ein bösartiger Nervenscheiden-Tumor ist. Bei uns startete sofort der Horror-Film im Kopf-Kino: Wir hatten 2015 Aikos Vorgänger, Arkas, an genau derselben bösartigen Erkrankung - sogar am selben Bein - verloren. Bloß war bei Arkas das Krebsgeschwür gleich nach innen gewachsen, und es hatte sich erst bemerkbar gemacht, als es schon absolut zu spät war. Arkas hatte sich so gut entwickelt, und wir verloren ihn nach nicht einmal zwei Jahren. Dieser Schock sitzt noch immer tief, und umso schlimmer war Aikos Diagnose für uns.

gesund schlafen

wieder daheimwieder on TourSollte es sich bei Aiko um den Ischialen Nerv handeln, so wäre die einzige Behandlungs-Option eine Amputation seines linken Hinterbeins. Wir waren uns schnell darüber einig, dass wir dies unserem nicht mehr ganz jungen Hund keinesfalls antun würden. Sein größtes Glück ist es, am Fahrrad zu rennen, das wollten wir ihm nicht nehmen. Wir hatten noch eine kleine Chance, dass es nicht der Ischiale Nerv ist, sondern ein befallener Muskel- oder Hautnerv. Das konnte aber nur ein CT klären. Wir fuhren ein zweites Mal nach München, und ein CT wurde gemacht. Wir hatten großes Glück, und der Ischiale Nerv konnte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Damit war eine Amputation als einzige Behandlungsmethode „vom Tisch“. Jedoch wurde unsere Freude schnell gebremst. Es sollte vor einer Operation ausgeschlossen werden können, dass der Tumor bereits auf andere Organe gestreut hatte. Ein MRT bringt hier Klarheit. Dies schien ohne Befund zu sein. Jedoch schärfte uns der Chirurg immer wieder ein, dass nichts sicher sei und dass es beim Aufmachen noch böse Überraschungen geben könnte. Jedoch war nunmehr der Versuch einer Entfernung der Krebsgeschwulst möglich. Wäre es nach dem Operateur gegangen, hätte er so schonungslos geschnitten, dass Aiko hinterher lahm gewesen wäre. Wir handelten jedoch einen Deal mit ihm aus, dass er so gut wie möglich entfernen sollte, jedoch unter der Prämisse, dass unser Hund hinterher auf jeden Fall noch laufen kann. Dieses Vergnügen wollten wir ihm um nichts in der Welt nehmen, lieber schenkten wir ihm „nur“ Zeit. Unser Handel war perfekt, und der Termin wurde schnellstmöglich für die folgende Woche angesetzt.

Gleich nach der OP meldete sich der Chirurg bei uns und meinte, er hätte sich mächtig reingekniet und der Eingriff sei seiner Meinung nach gut gelungen. Jedoch habe er etwas vom Muskel entfernen müssen, eine Lahmheit sei nicht ganz auszuschließen. Ebenso müssten wir noch die finale Gewebsuntersuchung abwarten. Wir holten unseren Hund nach insgesamt drei Tagen und zwei Nächten in der Klinik ab, und zu unserer größten Erleichterung lief er überraschend gut und hob sogar das Bein, stehend auf dem operierten Hinterlauf.

Erleichtert fuhren wir heim. Jedoch kam die wirklich harte Zeit erst jetzt, zusätzlich nach den Wochen der Unsicherheit, der Angst und des Bangens. Aiko war ein extrem schwieriger Patient. Sein Arzt hatte uns eingeschärft, dass die Naht (knapp 20 cm) AUF KEINEN FALL aufgehen darf und dass Bewegung für zwei Wochen nur in drei Einheiten á fünf Minuten am Tag erlaubt ist. Wir sollten ihn notfalls am Tischbein anbinden. Wenn nach dieser Frist die Fäden gezogen werden, ist die Gefahr vorbei, und man kann dann das Lauf-Pensum langsam wieder erhöhen.

Treppen steigen war auch ein Risiko für die Naht. Leider erreicht man unser Haus an allen Eingängen nur über Treppen. Mein Mann baute über die Treppe vor der Eingangstür eine Rampe, damit Aiko ins Freie und zurück schonend über eine schiefe Ebene geführt werden konnte. Das Hauptproblem jedoch blieb der so wichtige Nachtschlaf: Unser Hund hat seinen Korb in unserem Schlafzimmer im 1. Stock. Und das Rudel verbringt bei uns die Nacht gemeinsam. Gerade, wenn es Aiko nicht gut geht, wollten wir unseren Patienten nicht im Erdgeschoß „isolieren“. Also begann der Hochseilakt des Hund-nach-oben-und-nach-unten-Hievens. Ein Albtraum, da Aiko sich nicht tragen lässt, was durch den Schmerz noch befeuert wurde. Wir versuchten es gemeinsam mit einem speziellen Tragetuch für verletzte Hunde, auch mit einem Geschirr, mit vorne und hinten heben. Jedoch war nichts die Königslösung. Wir mussten ihm jedes Mal den Maulkorb anlegen, und er war grantig und drohte uns zornig. Uns graute vor jedem Treppengang.

wunde heuteAiko bekam auch einen Kragen verpasst, damit er nicht an die Wunde gehen konnte. Die neuesten Kragen sind eine tolle Erfindung, denn sie sind weich, und im Gegenzug so groß, dass der Hund nicht mit der Schnauze über den Rand – und somit an die Wunde – gelangen kann. Stößt er damit beispielsweise an den Türrahmen, gibt es keine krachende Erschütterung für ihn, sondern das weiche Teil gibt nach und „entfaltet“ sich danach gleich wieder. Beim Schlafen kann er es wie ein Kissen benutzen. Lediglich die Treppe hinunter muss man es jedes Mal abnehmen, weil der Hund die Stufen nicht sehen kann. Pflasterwechsel sollte nur gemacht werden, wenn es abfällt. Glücklicherweise blieb es lange dran, bald nur noch so halb, aber somit kam Luft an die operierte Stelle. Nach etwa einer Woche begannen wir, den Kragen tagsüber wegzulassen. Unser Bub war überhaupt nicht interessiert an der Naht. Der Arzt hatte uns auch geraten, die Schmerzmittel lange genug zu geben, denn wenn die Wunde nicht „zwickt“, interessiert sie den Hund auch eher nicht.

Das kurze Schrittgehen beim Gassi wurde Aiko zunehmend zu wenig, aber wir mussten hart bleiben. Auch Traben musste unterbunden werden. Spontane Hüpfer nach Mäusen waren strengstens verboten. Die Naht musste einfach halten. Sie stand ein wenig unter Spannung, aber heilte gut.

Unser absolutes Highlight jedoch war der Anruf des Chirurgen drei Tage nach der OP: Er hatte den Tumor im Ganzen erwischt und somit im Gesunden entfernt. Das war der absolute Idealfall, wir hatten uns das zwar gewünscht, aber nicht unbedingt für möglich gehalten bei unserer schonenden Vorgabe. Das linderte natürlich alles und gab uns Kraft und Zuversicht. Erleichternd war auch der Umstand, dass wir bald den Kragen auch nachts weglassen konnten. Aiko leckte kein bisschen an der Wunde. Nach gut 14 Tagen wurden die Fäden gezogen von unserer Tierärztin. Leider mussten wir unseren diesbezüglich extrem grantigen Hund dafür sedieren lassen, er hätte uns sonst allesamt aufgefressen....

 

Mittlerweile ist das Fell schon fast komplett nachgewachsen und von der OP sieht man nur noch eine schwarze Linie im weißen Fell. Aiko rennt wieder am Rad wie früher. Die von der Klinik empfohlene Physiotherapie wurde vier Mal durchgeführt. Beim letzten Mal meinte unsere Therapeutin, sie hätte noch nie erlebt, dass sich ein Hund so schnell und so gut von einem so großen Eingriff erholt. Wir sind dem Chirurgen der Münchner Uniklinik für Kleintiere unendlich dankbar für seine außerordentlich gute Arbeit und seine freundliche Geduld und Zeit, die er uns in den Gesprächen davor gewidmet hat. Er liebt Tiere und handelt bevorzugt in deren Interesse. Wir können ihn und die Unitierklinik wärmstens weiterempfehlen.

Aiko geht es wieder bestens, und er genießt sein Leben. Gerade heute Morgen beim Radeln hat er angeleint gezeigt, dass er sogar wieder zum Jagen bereit wäre …

Liebe Leserin, lieber Leser, haben Sie auch Gänsehaut? Wir hatten beim Lesen dieses Textes, und viele Tränen in den Augen. Die Fürsorge für und die Achtung vor Aiko und dessen Wohlergehen springt einem aus jedem Satz entgegen. Es fehlen Worte, deshalb sagen wir nur „einfach“: DANKE! Und von ganzen Herzen wünschen wir dem „Aiko-Rudel“ weiterhin so viel Glück und Lebensfreude und ganz viel Gesundheit!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
August 2020


Umiak sendet Urlaubsgrüße

Wer hätte das im Juni 2018 gedacht! Umiak im Urlaub mit einer Familie – SEINER Familie – ohne Maulkorb, im „Getümmel“ mit anderen Hunden und Menschen. Nicht ohne Stolz möchten wir sagen: WIR haben das gedacht, haben daran geglaubt, haben an Umiak geglaubt (wie auch an seinen Kumpel Unik). Am 13.03.2019 wurde, dank der einfühlsamen Arbeit unserer Stationsleiterin, den beiden „gefährlichen“ und zur Maulkorbpflicht „verdonnerten“ Huskys bei einem Wesenstest bei der Polizeihundestaffel bestätigt, dass sie freundlich und für Huskys ungewöhnlich gehorsam sind. Aber viel wichtiger: Es gab und gibt außer uns weitere Menschen, die an Umiak geglaubt haben und die ihm trotz seiner Vergangenheit ein Zuhause geben wollten und gegeben haben. Seit August 2019 lebt Umiak nun in seiner Familie, und bereits beim Besuch auf der Station im September sahen wir nur strahlende Gesichter. Hier haben sich drei gesucht und gefunden!

Hallo liebes Nothilfe-Team,

ich bin‘s Umiak!

Umiak im Urlaub

Wie ich Euch versprochen habe, wird es Zeit, mich aus meinem neuen Zuhause mal zu melden. Ich bin jetzt schon fast ein Jahr da und habe mich gut eingelebt. Wir machen jeden Tag lange Spaziergänge, und am Samstag ist Mantrailing.AgilityAgility

Diese Woche fällt es aus, denn wir sind im Urlaub am Meer. Da gibt es eingezäunte Hundestrände und einen Agility-Park. Herrlich toben mit anderen Hunden. Rennen und schwimmen um die Wette nach dem Ball. Wusste erst gar nicht, dass ich schwimmen kann.

Abkühlung

Toll bei der Hitze. Auch über die Agility-Hürden traue ich mich. Zum Schluss sogar über die Wippe.

Zum Felltrocknen nehme ich auch gerne ein Sonnenbad im Hotelgarten.

Sonnenbad

Dann waren wir noch bei Herrchens Geschwistern. Da wurde gegrillt. Toll, obwohl für mich könnte man sich die Arbeit sparen.

Wie Ihr hört, geht es mir gut.

Ich sage Ciao bis zum Weihnachtsmarkt, da habe ich gehört, wollen wir Euch besuchen.

Ich schicke noch ein paar Bilder vom Urlaub.

Bis dann

Umiak und Family

Jede Vermittlung ist – immer noch, auch nach so vielen Vermittlungen – für uns ein Glücksmoment. Aber wenn so „schwierige“ bzw. schwer vermittelbare Hunde wie Umiak aus der Station ausziehen dürfen und sich problemlos in ihren Familien einleben, ist das ein ganz besonderer Glücksmoment. Und zu solchen besonderen Glücksmomenten verhelfen uns Menschen wie Familie K. und Hunde wie Umiak. DANKE!!! Wieder einmal hat sich unsere Arbeit gelohnt, und wieder einmal gab es die ganz besonderen Menschen für einen ganz besonderen Hund. Weiterhin eine gute Zeit miteinander!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
Juli 2020


Grinch – „ein wahrer Sonnenschein, ein Sunnyboy … ein Geschenk als Familienmitglied“

Grinch ist ein Phänomen – er bewegt jeden! Das merkten wir schon bei seinem Einzug in der Station im Oktober 2018, an seinem damaligen Herrchen und an uns: Das Herrchen fragte uns, ob wir etwas für Grinch tun könnten, denn er selbst könne die für die Korrektur der Fehlstellung des Beines notwendige Op nicht finanzieren. Wir waren uns SOFORT einig „ja, wir helfen Grinch“ (obwohl wir zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung hatten, wie). Das Herrchen trennte sich unter Tränen von Grinch, Grinch zuliebe, um ihm ein besseres Leben zu ermöglichen. Als die Dimension der Op feststand, entschlossen wir uns zu einem Spendenaufruf – und waren „platt“ ob der Hilfswelle, die auf Grinchs Konto schwappte. Wir waren sehr dankbar, dass eine Pflegestelle Grinch vor der Op übernehmen wollte, da seine ideale Versorgung nach der Op in der Station nicht sichergestellt hätte werden können.Grinch Auch wenn das bedeutete, dass die Pflegeeltern für die Op nach Weihnachten quer durch Deutschland fahren mussten. Egal, Grinch war das wert. Inzwischen, zwei weitere Ops (und entsprechende Fahrten durch Deutschland) später, darf Grinch in seiner Familie das leben, was er ist: ein Wirbelwind, ein Sonnenschein, ein Charmeur – und seit neuestem ein Schmusebär! Die Familie schrieb uns kürzlich: Grinch

"Einige haben sicher Grinchs aufregende Wochen in der Station verfolgt, samt aller Hochs und Tiefs, auch als er schon bei uns war. Einige OPs und einen langen Heilungsprozess hat unser Junge mitgemacht, bis seine schlimme Pfotenfehlstellung endlich Geschichte war.

Etwa alle ein bis zwei Wochen geht es nun noch für seinen verspannten Rücken zur „Wellness-Behandlung“ bei einer unglaublich lieben Tierärztin und Physiotherapeutin. Anfangs ließ er unserem älteren Husky-Mädchen Jessie gerne schüchtern den Vortritt; heute komplimentiert er sie dezent zur Seite, indem er sich - ganz „Gentlemen-unlike“ – nach dem Betreten der Praxis einfach schnell auf die Behandlungs-Matte legt. ERSTER!!

Grinch ist ein wahrer Sonnenschein, ein Sunnyboy, der jeden um die Pfoten wickelt. Manch einer, der ihn nicht kennt und ihn von Weitem mit Jessie im Schlepptau sieht, hat im ersten Augenblick ein wenig Sorge angesichts der beiden „großen Hunde“. Aber beim Näherkommen weicht dies nahezu immer einer anerkennenden Bewunderung.

Grinch

Manchmal schlagen noch – ach, zwei Seelen in seiner Brust – einerseits zugänglich und zutraulich und dann plötzlich wieder ängstlich und scheu.

Hier sehen wir aber den Weg der kleinen Schritte und freuen uns über jeden kleinen Fortschritt, den Grinch macht.

Im letzten Urlaub an der Nordsee war er so entspannt und anhänglich, dass es eine wahre Freude war. Sogar das körpernahe Schmusen war eine Wohltat für ihn. Er ist förmlich in uns hineingekrochen und hat dabei stundenlanges Streicheln regelrecht in sich aufgesogen. Und das alles bei strahlendem Wetter am Sandstrand. Wobei wir uns nicht sicher sind, was am Ende schöner war: der Urlaub oder Grinchs Schmusebedürftigkeit. Endlich wieder ein großer Schritt in Richtung „Ankommen“.

(Während wir das schreiben, liegt er – sich genüsslich streckend – auf seiner Hundedecke ... gechillt geht also auch zuhause!)

Grinch

Manchmal wirkt er fast verschmitzt und lächelnd, und das sind die Momente, für die wir uns so für ihn freuen.

Ein toller Hund, ein Geschenk als Familienmitglied! Danke, dass er bei uns sein darf!

Ganz liebe Grüße an alle und bleibt alle gesund!!

H. und A. d'H. "

Grinchs Fortschritte, physisch wie psychisch, sind unglaublich. Wir sind sicher, Sie zaubern in Zukunft noch öfter ein verschmitztes Lächeln in Grinchs sanfte dunkle Augen! Wir freuen uns riesig für ihn, und wir freuen uns für Sie, dass Sie in Grinch so wertvollen Familienzuwachs bekommen haben. Vor allem aber sind wir dankbar, Ihnen und auch immer noch den Spendern und dem ehemaligen Herrchen, dass Grinch dieses schöne Leben ermöglicht wurde.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
Juli 2020


Lana – ihre Menschen schreiben: „Lana und wir sind eine glückliche Familie geworden.“

Lana

Lana wurde in der Station liebevoll „unser Aal“ genannt, weil sie anfangs wie ein solcher versuchte, durch jede sich öffnende Tür zu schlüpfen. Es war nicht bös gemeint, auch keine Panik – Lana versuchte nur, jede Gelegenheit wahrzunehmen, die Welt kennen zu lernen, was ihr in ihrem vorigen Leben versagt geblieben war. Die meiste Zeit war sie in diesem vorigen Leben sich selbst überlassen gewesen, in einem Garten. Was macht ein junger Hund – Husky sowieso – dann? Richtig – er sucht das Weite … die weite Welt, Beschäftigung, Abenteuer. Und da Lana ein „helles Köpfchen“ und kreativ ist, gelang ihr das immer öfter. So landete sie schließlich Ende Juli, ein Jahr und vier Monate alt, wegen Überforderung ihrer Menschen in unserer Station. Bereits im Oktober jedoch konnte sie zwei Menschen, die wegen eines anderen Hundes in die Station gekommen waren, restlos von sich überzeugen und durfte in ihr neues Zuhause ziehen. Der heutige Bericht der Menschen zeigt: „Unser Aal“ ist angekommen! LanaLana

Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,

nun ist es mal Zeit, dass wir uns mit ein paar Bildern von Lana melden und kurz berichten, wie es uns so geht. …

Lana entwickelt sich prächtig, sie hat uns, glaube ich, endgültig auch adoptiert, und es geht uns allen gut. Jan ist täglich bis 5,5 Stunden mit ihr unterwegs (ich schaffe momentan, so mal eine Stunde spazieren zu gehen, da ich ernsthafte Probleme mit der Achillessehne habe). Lana hat Schwimmen im Neckar entdeckt, und ich glaube, sie ist sehr glücklich.

Lana

Mittlerweile geht sie mit mir „bilderbuchmäßig“ an der Leine, an der Schleppleine ist sie für die Gehorsamkeits-Ausstellung fertig: Sie geht an Hunden brav vorbei (mit etwas Ablenkung durch Leckerlis), läuft Fuß, links, rechts, stop, warte, langsam – alles fein .... Manchmal passiert es, dass die Schleppleine sich irgendwo verfängt, und man muss Lana ableinen – sie wartet brav.LanaLana

Aber! Auf dem Hundeplatz vergisst die gute Lana alles und ist kaum zu fangen .... So muss damit erst mal wieder eine Pause eingelegt werden... was schade ist, denn Lana hat es so gerne, mit Freunden zu spielen und zu toben. Sie hat dort allerdings gelernt, den „guten Hunde-Ton“ perfekt zu beherrschen, und bevor sie sich in die Menge stürzt, lässt sie sich geduldig abschnüffeln etc.. Nur nach Hause - no go.

Lana

Mit dem Fahrrad kann sie noch nicht viel anfangen. Ich glaube, das fangen wir dann im Herbst von vorne an. Jetzt ist es eh zu warm. Mit Joggen ist es auch mal so, mal so – das langweilt sie.

Lana

Aber, um es einfach zu sagen: Lana und wir sind eine glückliche Familie geworden.

Bürsten ist auch so ein Ding, müssen wir zu zweit machen: Einer muss sie ablenken, und der andere schnell bürsten …. Aber dies wird auch besser.

Auto, offene Treppe – alles kein Thema mehr. Sie war noch nie alleine zu Hause – sie bleibt halt im Auto beim Einkaufen oder sogar, als wir im Konzert waren. Jetzt ist dies sowieso nicht nötig. Aber, peu à peu, wird sie auch lernen, zu Hause mal alleine zu sein. Jetzt ist es schon so, dass viel weniger aus Protest kaputt gekaut wird ... und so kann man langsam anfangen zu üben.

Wir spielen noch immer mit dem Gedanken, ein „Geschwisterchen“ für Lana zu holen .... Sommer wäre vielleicht eine gute Zeit dafür, da man viel draußen sein kann. Mal sehen.

Ich hoffe, Sie alle sind gut durch diese Corona-Krise durchgekommen, gesund und „unbeschädigt“. Vielleicht ergibt sich bald die Möglichkeit, uns mal alle wiederzusehen.

Viele liebe Grüße
Ihre
Snezana und Jan D.

Herzerfrischend Ihr Bericht! Danke! Ihre Gelassenheit tut Lana ganz offensichtlich gut – deshalb entwickelt sie sich „so prächtig“. Wir sind sehr froh, dass Sie sich für Lana entschieden haben. Jetzt muss sich Lana das Leben, das sie sich gewünscht hat, nicht mehr selbst erkämpfen und gestalten – sie bekommt es geschenkt, von Ihnen! Wir hoffen auch auf ein baldiges Wiedersehen!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt
Juni 2020


Hera – 14 Jahre alt, seit 3 Jahren in ihrer Familie – „gefühlt, als wäre es nie anders gewesen“

Hera, die „Göttliche“, ist mit ihren 14 Jahren immer noch eine „Powerlady“ und genießt stundenlange Spaziergänge mit ihrer Familie durch die Natur. Hera kam 2017 mit ihrem Sohn Panda zu uns in die Station, und wir hatten etwas Sorge, wie schnell sie ein Zuhause finden würde, da sie damals bereits elf Jahre alt war und nur in Draußenhaltung gelebt hatte – zwei Faktoren, die viele Interessenten ungerechtfertigterweise abschrecken. Aber dann eroberte Hera die Herzen ihrer heutigen Familie „im Flug“ (Zitat von damals) und durfte noch vor ihrem Sohn umziehen. Hera

Liebe Crew von der Nothilfe-Station für Polarhunde,

immer wieder denken wir dran, dass es doch mal an der Zeit wäre, uns zu melden.

HeraUnsere Hera hat vor circa einem Monat ihren 14. Geburtstag gefeiert. Nun lebt sie bereits seit drei Jahren mit uns – gefühlt, als wäre es nie anders gewesen.

Die C-Krisen-Zeit ist für sie der volle Gewinn, denn wir haben vermehrt Zeit für sehr ausgedehnte Wanderungen. Gesundheitlich geht es ihr noch immer gut – manchmal tut sie sich etwas schwer mit dem Hinlegen – so wie ihr Frauchen mit dem Aufstehen 😊. Unsere Gelenke machen sich wohl bei uns beiden manchmal bemerkbar, aber das ist für uns kein Hinderungsgrund, stundenlang durch die Landschaft zu wandern.

Manchmal besuche ich Eure Homepage, und es ist echt erstaunlich, was Ihr so während eines Jahres alles schafft.

Liebe Grüße und weiterhin gutes Gelingen für Eure Arbeit!

Elka, Hannes und Hera

Hera ist uns in lebhafter Erinnerung. Wir haben nur tolle Hunde, aber Hera ist wahrhaft „göttlich“, und wir schwärmen immer noch von ihr - friedlich, souverän, anhänglich, verschmust, aber nie aufdringlich. Wie schön, dass es Menschen gibt, die nicht nach dem Alter geschaut haben, sondern diesen wunderbaren Charakter gesehen haben. Liebe Elka, lieber Hannes, ganz herzlichen Dank dafür! Ihr wurdet mit einem wunderbaren Familienmitglied belohnt, und das freut uns riesig für Euch alle. Ach ja, liebe Elka, wie ist eigentlich der „Streit“ mit Hera um Deinen Schaukelstuhl ausgegangen? Die guten Wünsche geben wir gerne zurück – bleibt gesund!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt
April 2020


Jacky – er genießt …

Jacky

Jacky genießt die Sonne, Urlaub im Schnee und trotz seines Alters (er wurde am 24.02. 12 Jahre alt) gemeinsame sportliche Aktivitäten mit seinem Rudel …. Das ist nicht selbstverständlich. Denn Jacky war, bevor er zu seiner heutigen Familie umziehen durfte, bereits neun Jahre alt und hatte damals schon Spondylosen. Für viele ein Grund, sich gar nicht erst für diesen absolut lieben und sanften Husky-Jungen zu interessieren. Aber nicht für Familie H. und ihre beiden Rüden Minus und Amor – und das ist gut so, denn die fünf sind ein tolles „Gespann“. Jackys RudelJacky

Hallo liebes NfP-Team,

Jacky grüßt mit seinem Rudel.

Zunächst hoffen wir insbesondere, dass es Euch in dieser für uns alle sicherlich schwierigen Zeit gut geht. Lasst uns wissen, wenn wir etwas für Euch tun können.

Jacky möchte Euch mitteilen, dass er seinen Umständen entsprechend wohlauf ist. Er genießt derzeit die ersten warmen Tage im Garten. Die Spondylose und den Diabetes haben wir medikamentös „gut im Griff“.

Jacky schreibt uns:

„Kurz bevor der ganze Schlamassel mit dem Virus los ging, konnten wir noch ein paar Wintertage in der Schweiz verbringen. Das war sehr schön. Da mein Herrchen Probleme mit der Bandscheibe hatte, konnten unsere Menschen nicht viel Skifahren und hatten umso mehr Zeit für uns. Und wir hatten vieeeel Sonne und vieeeel Schnee und dem entsprechend vieeeel Spaß.

Jacky

Nun sind wir Vierbeiner froh, dass unserer Spezies das Virus nichts anhaben kann, und wir hoffen, dass Ihr Zweibeiner gut auf Euch aufpasst. Wir lieben Euch doch. Ihr gehört zu unserem Rudel, und wir brauchen Euch. Also, Ihr Menschen: bleibt gesund!

Und dann sind wir schon voller Erwartung, wann unser Hundesport wieder möglich ist. Auch wenn ich, Jacky, altersbedingt kürzertreten muss, so ist doch die gemeinsame sportliche Aktivität mit unseren Menschen ein wesentlicher und schöner Bestandteil unseres Rudellebens. Gemeinsam stehen wir das durch und freuen uns auf bessere Zeiten.

Jacky

Liebe Grüße,

Jacky mit seinem Rudel Minus, Amor und den Häuptlingen Ilo und Didi

Liebe Ilo, lieber Didi, genau das wünschen wir Euch auch: Bleibt gesund! Und herzlichen Dank, dass Ihr Jacky damals, nach dem Verlust seiner Familie – zum zweiten Mal – abgefangen habt und Euch so liebevoll um ihn kümmert!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt
April 2020

 

Shanuk – sein Hobby: Radeln

Shanuk am Rad

ShanukShanukObwohl Shanuk dieses Jahr zehn Jahre alt wird und er gesundheitliche Baustellen hat (andere bereits „gemeistert“ hat), genießt er es, draußen aktiv zu sein, am liebsten am Fahrrad. Shanuk hat ja auch einiges nachzuholen, lebte er doch viele Jahre, zusammen mit Kumpels, in einem wegen Krankheit des ehemaligen Frauchens verwahrlosten Gehege, Spaziergänge natürlich auch Fehlanzeige. Seit drei Jahren nun ist er an der Seite seines neuen Herrchens unterwegs, und die beiden sind ein tolles Team geworden.

Liebes Polarhunde-Team,

in diesen etwas ungewöhnlichen Zeiten möchte ich mich mit viel Dankbarkeit an Euch wenden und am Beispiel von Shanuk Mut machen, um Eure Arbeit auch unter den veränderten Verhältnissen fortzusetzen.

Eigentlich wollten wir Euch besuchen, aber das verschieben wir.

Die viele Zeit, welche ich jetzt gerade habe, nutze ich nicht nur, um den Schreibtisch leer zu bekommen, sondern sie kommt auch Shanuk zugute.

ShanukBeim „Frühjahrscheck“ hat sich eine leichte Verschlechterung der Nierenwerte gezeigt. Die daraufhin sofort begonnene homöopathische Therapie wirkte bei Shanuk wie ein Raketenbooster. Daher sind wir derzeit zwischen drei und vier Stunden am Tag mit dem Radel unterwegs. Shanuk gefällt es, und ich komme auch an die frische Luft.

Nochmals vielen Dank, macht weiterhin so tolle Arbeit, und bleibt gesund!

G. B.

Shanuk

Lieber Herr B., ganz herzlichen Dank für Ihre guten Wünsche – wir sind sehr dankbar und wissen es sehr zu schätzen, dass Sie, wie viele andere, trotz bestimmt eigener Schwierigkeiten an uns denken! Herzlichen Dank dafür und auch herzlichen Dank dafür, dass Sie Shanuk so ein schönes und abwechslungsreiches Leben bieten und auch in gesundheitlich schwierigen Zeiten zu ihm halten. Weiterhin gute Gesundheit für Sie beide und viel Spaß bei Ihren gemeinsamen „Radel-Touren“!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt
April 2020


Grappas und Pinos „Rudel“ senden Kraftgrüße aus Ettenheimmünster!

Das „Ettenheimer Trio“ ist bei uns eine Legende. Wer die Geschichte nicht kennt, kann sie nachlesen bei <klick> . Und sie ist wirklich lesenswert, denn sie handelt von vielen Happy Ends für Chancenlose und von zwei Menschen, die diese Geschichten wahr werden lassen.

Zuletzt, nachdem Luna über die Regenbogenbrücke gegangen war, musste aus dem Ettenheimer Trio Luna/Grappa/Pino allerdings erst einmal ein Duo werden, denn das Frauchen hatte sich kurz vor Lunas Tod im Februar 2019 beim Spaziergang schwer verletzt und war froh, zwei Hunde händeln zu können. Inzwischen sind sie wieder ein Trio – natürlich erweitert um eine Chancenlose – und das Frauchen berichtet über die beiden Fellnasen, die sie von uns übernommen hat: Sowohl Grappa mit ihren fast 15 Jahren also auch Pino, mit fast 10 Jahren auch nicht mehr „der Jüngste“, geht sehr gut. Grappa, die aufgrund ihres nicht-nordischen Aussehens ohne die Ettenheimer bestens „geeignet“ gewesen wäre, bei uns dauerhaft „übersehen“ zu werden, hat zwar nur noch ein Auge, aber das tut anstandslos seinen Dienst für zwei, und die Nase funktioniert sowieso am besten. Pino, der mit circa sieben Jahren wegen Überforderung seiner Vorbesitzer bei uns in der Station gelandet ist, kann in Ettenheim einfach nur er selber sein und genießt das Leben. Typisch Ettenheimer Rudel, dass sie in diesen Krisenzeiten auch an uns denken und uns diesen Bericht schicken:

Liebes NfP-Team,

unsere Gedanken sind in diesen Wochen sehr oft bei euch, und wir wollen euch auch, wie viele andere NfP-Fans, von ganzem Herzen viele gute Wünsche senden. Bitte bleibt gesund und habt genug Kraft für eure anspruchsvolle Arbeit mit den Fellnasen!

Ich will kurz berichten, wie es den beiden Schätzen bei uns geht:

Unsere Grappa wird im Juni 15 Jahre alt! und ist zum Glück gut drauf. Sie schläft sehr viel, aber wenn es raus geht, dann steht sie wie eine Eins da und freut sich, hopst herum und rennt zur Gartentür. Nur nach dem Spaziergang, da will sie sofort wieder in ihr Bettchen und raus aus der Sonne, dann ist ausgedehnte Siesta-Time für alte Ladies angesagt! Aber wenn ich Suchspiele im Garten mache, dann ist sie sofort wieder zur Stelle. Die Nase ist das, was nun im Alter noch richtig gut funktioniert, das Hören hat doch schon etwas nachgelassen – am besten ist es, wenn ich in die Hände klatsche – und beim Sehen muss sie sich ganz auf ihr linkes Auge verlassen, das andere ist ja leider schon seit zwei Jahren nicht mehr da. Aber das macht sie so, als wären beide Augen vorhanden ... unglaublich! Sie hatte im Februar leider auch noch aus heiterem Himmel eine heftige Harnwegsentzündung, hat aber zum Glück mit Antibiotika alles gut überstanden.

Und Pino, unser sensibler, witziger Bub, der freut sich, dass er sooo viel im Garten sein, auf dem Hundesofa liegen und mit Bessi, unserer "Maus" von der Tötungsstation in den Pyrenäen, spielen kann. Er läuft perfekt an der Leine, kann Sprünge von fast 360 Grad machen, wenn er sich freut und guter Laune ist, heulen wie ein Wolf, wenn er sein Fressen noch nicht vorgesetzt bekam, und danach am besten bis Mitternacht draußen liegen und die frische Luft und Ruhe genießen.

Da wir nun auch nur zuhause sind, ist diese Corona-Situation aus Hundesicht natürlich traumhaft, denn sie sind gar nie allein in diesen Wochen. Wir haben viel trainiert in den letzten Monaten, und es geht auch tatsächlich, dass alle drei frei laufen beim Spaziergang auf den weiten Feldern Richtung Rhein. Im Wald, an dessen Rand wir wohnen und wo wir auch täglich laufen, da probieren wir das aktuell allerdings nicht aus ... man muss ja nicht noch mehr Risiken haben ....

Anbei zwei Fotos für euch, dass ihr wisst, dass bei uns alles o.k. ist.

Alles, was wir aus der Ferne machen können, ist euch etwas zu spenden. Macht es alle gut und bleibt gesund!

Ein riesengroßes Danke allen, die euch gerade jetzt helfen und für die Hunde und euch da sind!

Liebe Grüße, besonders an Satu

B. R. und T. B.-M.

Liebe Ettenheimer, das „riesengroße Danke“ können wir nur zurückgeben, danke für Euer Engagement für die „Chancenlosen“ und danke für Eure Unterstützung, finanziell und vor allem auch gedanklich. Es ist gut zu wissen, dass man in solchen Ausnahmesituationen wie jetzt nicht alleine ist.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde  Freudenstadt
April 2020

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