Post von schon lange glücklich vermittelten Hunden

Sie sind nicht unbedingt der Schreiber von Mehrzeilern fürs Journal für Nordische Hunde? Würden aber dennoch gerne mal ein paar Worte über den an Sie vermittelten Hund verlieren und ein, zwei Fotos seiner Entwicklung zeigen? Oder Sie haben DEN Schnappschuss gemacht?
Hier haben Sie Platz dafür! Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen an gluecksfell@polarhunde-nothilfe.com

 

 

Malek – Kumpel Chinuk bringt ihm vieles bei, nicht NUR Gelassenheit

Malek, der acht Jahre lang mit seinem Wurfbruder Kyro zusammengelebt hat, ist gewohnt, dass er sich an anderen orientiert. Kyros Stelle hat nun Chinuk eingenommen, der gelassene Rüde von Maleks neuer Familie. Malek ist in seiner neuen Familie, in die er im Oktober 2019 einziehen durfte, inzwischen voll angekommen. Er hat viel an Selbstbewusstsein dazugewonnen, man lässt ihm auch alle Zeit der Welt, keine Erwartungshaltung zwingt ihn in irgendeine Verhaltensweise oder in irgendeine Situation, mit der er überfordert wäre. Die Zweieiner freuen sich über jeden noch so kleinen Fortschritt. Und so entwickelt sich Malek prächtig.

MalekMalek„Wir hoffen sehr, dass dieser Bericht Mut macht, auch Kyro ein Zuhause zu geben“ schreiben Maleks Menschen. Das hoffen wir auch!

Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde Freudenstadt,

nachdem wir Euer Update zu Kyro gelesen haben, möchten wir Euch ein wenig über die Entwicklung seines Wurfbruders Malek schreiben.
Seit fünf Monaten bereichert Malek, der acht Jahre primär mit seinem Bruder im Zwinger gelebt hat und sehr wenig von der Welt kennen gelernt hat, unsere Familie.

Bereits in den ersten Tagen hat uns Malek gezeigt, dass er ein absolut liebenswerter und toller Hund ist, der viel Interesse für neue Dinge und Wesen hat. Er hat aber kaum Erfahrungen, wie er sich in den damit einhergehenden Situationen verhalten soll. Dies hat von Anfang an zu einigen Schwierigkeiten geführt und ist auch heute hin und wieder eine Herausforderung, denn je nach Lichteinstrahlung sehen die Schatten jeden Tag anders aus, so dass das, was gestern ging, heute wieder herausfordernd sein kann. Aus diesem Grund versuchen wir möglichst viel Routine in unser Leben zu bekommen, aber dennoch auch jeden Tag ein klein wenig Neues einzubauen. Auch Begegnungen mit anderen Hunden bringen immer wieder ein wenig Spannung in unser Leben, da Maleks Unsicherheit logischerweise auch hier ein stetiger Begleiter ist, doch mit etwas Geduld und Feingefühl wird es von Mal zu Mal besser.

Malek und Chinuk

Unser Ersthund Chinuk, den so gut wie nichts aus der Ruhe bringt, zeigt Malek jeden Tag, wie entspannt man auch die größten Herausforderungen angehen kann.Malek MalekUnd in der Zwischenzeit sind die beiden Kumpels geworden. Aber wie das halt auch bei Vorbildern so sein kann, haben die nicht nur positive Verhaltensweisen, und so hat Malek gelernt, wie man im Büro Mülleimer leert oder herumliegende Kleidungsstücke, wie etwa Handschuhe, stibitzt und genüsslich zerkauen kann. Noch vor fünf Monaten hätte sich Malek nicht getraut, an die Mülleimer zu gehen, doch die neu gewonnene Sicherheit hat diese Hürde in der Zwischenzeit locker überwunden. Von daher sehen wir die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Jetzt muss er halt lernen, dass diese Dinge tabu sind.

Denn eigentlich sind für Malek seine Menschen viel wichtiger, denen möchte er gefallen und deren Nähe sucht er, auch bei Freilauf an der Schleppleine. Es ist wirklich schön zu sehen, wie er beim Spaziergang voller Freude mit der Schleppleine vor und zurück rennt und immer das Rudel im Blick hat, und falls er vor lauter Begeisterung über die vielen tollen Gerüche feststellt, dass er weiter als 20 Meter entfernt ist, dreht er um und kehrt freudig zum Rudel zurück.

Es wird sicherlich noch einige Zeit dauern, bis Malek seine Unsicherheit größtenteils abgelegt hat, vermutlich wird er einiges davon behalten, und auch das ist absolut o.k.. Wir freuen uns auf jeden Fall gemeinsam mit Malek als 4er Team auf die kommenden Jahre und auf noch ganz viel gemeinsame Erlebnisse. Hier ein paar Fotos aus unserem gemeinsamen Leben.

Herzliche Grüße,
Elke, Frank, Chinuk & Malek

Wir haben uns riesig über diese Post gefreut! Der ganze Bericht strahlt Eure Gelassenheit aus – genau das Richtige für Malek. Herzlichen Dank Euch, dass Ihr Malek ein so sicheres und geduldiges Zuhause geschenkt habt! Euch allen weiterhin viel Freude mit- und aneinander, und bleibt gesund.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde Freudenstadt
April 2020


Ronja – „eine wunderbar zarte und sanfte Hündin“ – und inzwischen sogar ab und zu „albern“

Ronja

Die am 11.10.2006 geborene Hündin kam am 12.08.2018 mit ihren Eltern und zwei Wurfgeschwistern zu uns auf die Alb, das Herrchen war verstorben, das Frauchen konnte das Rudel beim Umzug nicht mitnehmen. Kurze Zeit später bereits hatte das neue Frauchen Ronja als potenziell neues Rudelmitglied entdeckt und lernte sie anlässlich eines Arbeitseinsatzes in der Station näher kennen. Viele Gedanken darüber, ob „es“ passt oder nicht, musste sich das neue Frauchen nicht machen – ihr Rüde Nanuk entschied binnen Sekunden zugunsten von Ronja. Und so durfte Ronja am Ende des Arbeitseinsatzes in die Schweiz umziehen. Anfangs war Ronja sehr vorsichtig, sehr zurückhaltend, wollte sich unsichtbar und vor allem alles recht machen. Kein Wunder, nach zwölf gemeinsamen Jahren zuerst von Herrchen und Frauchen, wenig später von den Eltern und Geschwistern getrennt zu werden und zweimal umzuziehen, muss erst einmal „verdaut“ werden. Jetzt, nach 17 Monaten im neuen Rudel, sieht die Sache schon anders aus: RonjaRonja

"Liebes Nothilfe-Team,

nun lebt Ronja schon 17 Monate bei uns. Sie hat sich gut entwickelt und macht gerade im Moment wieder einen grossen Sprung nach vorne.

Zu Anfang war sie sehr bemüht, ja nichts falsch zu machen und nicht aufzufallen, daher lag sie ausschliesslich in ihrer Kudde. Dies mit grossen Augen und noch grösseren Ohren, deren Haltung immer ein Zeichen ihrer Stimmung sind.

Einmal in der Woche treffen wir uns mit einer Freundin und deren Husky auf dem Hundeplatz – nein, nicht zum Appell, sondern zum Freilaufen, Rennen, Schnüffeln, Unterhaltungen untereinander. Zuerst an der Schleppleine, um sicher zu stellen, dass ich Ronja auch wieder eingefangen bekomme, bewegte sie sich zaghaft auf dem grossen Rasengelände. Mittlerweile strahlt sie förmlich Freude aus, hat grossen Spass an Suchspielen mit feinen Goodies. Vor einer Woche hat Ronja sogar meine Freundin angestupst, um ihr eine Belohnung zu entlocken. Das war anfangs undenkbar, zog Ronja doch immer einen grossen Bogen um sie.

An der Leine laufen, ohne sich dabei zu erwürgen, ist mittlerweile ein kleineres Thema geworden, dies nur noch dann, wenn sie die Umgebung nicht kennt oder aus einem anderen Grund ängstlich reagiert. Die positiven Erfahrungen vom Hundeplatz nimmt Ronja mit auf unsere Spaziergänge und ist nun sehr an den vielen zu entdeckenden Spuren interessiert. Manchmal zieht sie mich sogar zurück, um nochmals genauer nachzulesen – das war in der ersten Zeit überhaupt nicht möglich, da ging es nur vorwärts und das in einer Flucht-nach-vorne-Haltung.Ronja

Im Haus hat sie das Hundesofa für sich entdeckt. Während die anderen zwei immer wieder ihre Liegeplätze wechseln, liegt Ronja wie angetackert darauf, gerne in verschiedenen Positionen, aber immer auf dieser «sicheren Bank». Von da aus startete sie im Sommer eine Diebesrunde. Gezielt zum Wassernapf unterwegs klaute sie im Vorbeigehen der anderen Hündin deren Kaustengel. So etwas hätte selbst Satu ihr nie zugetraut.

Alles in allem ist Ronja eine wunderbar zarte und sanfte Hündin, die in sicherer Umgebung sogar schon mal albern sein kann. Es ist schön, ihre Entwicklung zu sehen.

Leider gibt es, wie so oft im Leben, auch eine schlechte Nachricht: Beim jährlichen Impfen wurden dicke Lymphdrüsen festgestellt, und seit ein paar weiteren Untersuchungen steht fest – Ronja hat Lymphdrüsenkrebs. Die eingeleitete Therapie scheint genau die richtige zu sein, es geht ihr wirklich gut, die Blutwerte sind top, und wir alle hoffen, dass sie ihr neues Leben noch lange so unbeschwert geniessen kann, wie sie es in den letzten Monaten getan hat.

Ronja, Akuna und Nanuk

Es grüsst Euch herzlich
S. mit Ronja, Akuna und Nanuk"

Liebe S., der letzte Teil Deiner Nachricht ist wirklich nicht schön, aber wir drücken Euch allen ganz fest die Daumen, dass Ihr noch lange in dieser Rudel-Konstellation glücklich sein dürft. Und davon sind wir auch überzeugt, denn wie heißt es so schön: „Liebe macht stark“, und diese Liebe bekommt Ronja bei Dir, Akuna und Nanuk. Dank dieser Liebe und der Therapie wird Ronja ihre Krankheit bekämpfen. Wir danken Dir/Euch ganz herzlich dafür, dass Ihr Ronja so fest in Eurer Mitte aufgenommen habt, und wir freuen uns auf das nächste Wiedersehen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde Freudenstadt
März 2019


Nanuk (ehemals Danger) – ohne ihn geht gar nichts mehr

DangerNanukEnde Oktober wurde Danger wegen Überforderung zu uns auf den Hasleberg gebracht. Danger entpuppte sich als interessante Mischung: vom Aussehen her Malamute, vom Wesen her eher ein Husky, denn Danger war erstaunlich verträglich mit Artgenossen. Ein bisschen tollpatschig war er manchmal auch (noch), ein bisschen ungestüm in manchen Situationen (vor allem, wenn ihm Wildgeruch in die Nase stieg), aber er war definitiv kein Hund, der dem Namen Danger „gerecht“ wurde. Kaum war Dangers Beschreibung online, meldeten sich Interessenten, bei denen wir bei unseren Telefonaten das gute Gefühl hatten, dass es passen könnte. Ein erster Kennlern-Termin wurde bereits für das folgende Wochenende vereinbart – und es passte wirklich. Zwar konnte Danger noch nicht sofort umziehen, aber die Zweibeiner scheuten nicht den langen Weg, um Danger bis zu seinem Umzug an den Wochenenden zu besuchen. Seinen dritten Geburtstag am 30.01.2020 durfte Danger dann bereits als Nanuk in seiner neuen Familie feiern. Und auch der erste Bericht von Nanuk zeigt, dass „es“ passt:

Nanuk

Wie Ihr ja wisst, bin ich am 27.12.2019 mit meinen neuen „Leckerlieautomaten“ im Auto aufgebrochen, um den beiden zu zeigen, warum sie gefälligst nicht mehr ohne mich leben wollen.
Ich muss sagen, das ist mir geglückt. Ich glaube, ich sollte einen Ratgeber für die anderen Nothilfe-Hunde schreiben, damit sie alles richtig machen.

NanukNanukAlso, als erstes haben mir die beiden erklärt, dass sie mich nicht mehr Danger, sondern Nanuk nennen wollen … ok, soll mir recht sein. Klingt auch eigentlich besser als „Gefahr“. Dann sind wir mit dem Auto gefahren, ich habe die „Leckerlieautomaten“ mit meinen bernsteinfarbigen Augen tief angesehen, und ich glaube, schon da hatten die beiden verloren.

Als wir dann ankamen, haben sie mir gleich mein neues Domizil gezeigt. Ja, sah ganz nett aus, ein riesiges Hundebett …. Da kann ich mich 20 Mal im Kreis drehen, damit ich auch wirklich die beste Schlafposition finde. Viel Platz; ok, der Boden ist etwas rutschig, zuerst fand ich das doof, aber wenn „Hund“ im vollen Lauf ins Wohnzimmer springt, dann macht es mir mittlerweile sogar etwas Spaß.
Dann führten die beiden mich auf die riesige Terrasse, mit ganz viel Kies, einem Sandkasten mit eingepflanztem Gras … ok … ja … naja … er war einmal … ich habe umdekoriert „smile“.

Nachdem ich alles ausgiebig beschnuppert hatte, gingen wir wieder rein …. Naja … ok …, ich sprintete durch die geschlossene Fliegengittertür. Das Fliegengitter erfüllt nun nicht mehr seinen ursprünglichen Zweck, es dient nur noch dekorativen Zwecken – mir gefällt‘s.

Nach und nach wurden aus den „Leckerlieautomaten“ einfach nur nette Zweibeiner, mit denen ich gerne meine Zeit verbringe. Ich darf mit auf die Arbeit meines Frauchens, und dort ist es immer spannend. So viele junge Teenager, da findet sich immer einer, der mit mir spielt und rauft. Wir machen ausgedehnte Spaziergänge, ich durfte auch schon mal in einem Fluss baden. Und kuscheln, am besten stundenlang. Es ist einfach nur hundsgemütlich.

Ok, irgendwie mögen es meine beiden Zweibeiner nicht, dass ich, wenn ich andere Hunde sehe, immer gleich zeigen muss, wer der Herr des Weges ist, und jetzt haben sie mich sogar in der „Schule“ angemeldet. Meine erste Schulstunde war zwar anstrengend, aber ich habe meinen beiden gezeigt, dass ich es auch anders kann. Sie müssen nur ein bisschen üben, dann klappt das auch besser.

Neulich waren wir jemanden besuchen, und da der Weg so weit war, mussten wir dort übernachten. Ich musste eine sehr seltsame Treppe hinaufgehen, da konnte man durchschauen, die Stufen waren aus Holz und dazwischen NICHTS! Das war mir unheimlich, aber was tut man nicht alles, wenn man bei seinem Rudel sein möchte. Als es ans Runtergehen ging, habe ich mir überlegt „was machen Herrchen und Frauchen für mich? Das interessiert mich!“ Also hingelegt, ängstlich geschaut und auch nicht durch Bestechung die Treppe runter gehen. Zwei Stunden haben die beiden alles versucht, ich bin hart geblieben. Fiel mir aber schwer. Dann verschwanden die beiden auf einmal und kamen mit meiner Hundebox aus dem Auto wieder. Sie haben mich da rein gesetzt – und dann haben die mich wirklich die Treppe runtergetragen! Tja, so ein Hundelift ist schon praktisch, nur komische Geräusche hat er gemacht (war wohl etwas altersschwach). Aber die beiden haben mir schon angedroht, dass sie auch das mit mir „lernen“ wollen.

Nanuk

So, das war es jetzt erst einmal. Ich geb‘ Euch die Pfote und komme Euch im Frühling bestimmt mal besuchen, meine beiden haben mir das nämlich versprochen.

Euer Nanuk mit Heike und Oli.

PS: Ich glaube, mir gefällt das Rudel (aber keinem verraten).

Nein, lieber Nanuk, das verraten wir niemandem, wir bringen Deinen Bericht nur auf unserer Website, aber da bleibt es ja unter uns und unseren Freunden. Wir und bestimmt auch alle Besucher unserer Website wünschen Dir und Deinem „Rudel“ Heike und Oli eine ganz lange, glückliche Zeit. Und wir freuen uns schon auf Euren Besuch – bald ist Frühling ….

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt

Februar 2020


Marley – ein hübsches und schlaues Köpfchen

Marley

Etwas über ein Jahr alt kam Marley im Dezember 2018 zu uns in die Station – er war überfordert mit Alleinebleiben, seine Familie war überfordert mit ihm. MarleyMarleyEs zeigte sich, dass Alleinebleiben nicht die einzige „erzieherische Baustelle“ war, die Marley mitbrachte. Ganz offensichtlich hatte Marley in seinem Leben bis dahin noch nicht viel kennen gelernt; der Umgang mit Menschen und Artgenossen führte bei Marley sehr schnell zur Reizüberflutung. Wir fingen also quasi „bei null“ an, Basics erste Klasse Grundschule. Da Marley nicht nur ein außerordentlich hübsches, sondern auch ein außerordentlich schlaues Köpfchen hat, lernte er schnell, übersprang die zweite Klasse und konnte als überdurchschnittlich guter „Drittklässler“ im Herbst 2019 seiner heutigen Familie anvertraut werden. Im Sturm hat der das Drei-Generationen-Haus erobert, und (wer hätte das gedacht?) bleibt manchmal sogar freiwillig alleine. Und wenn das Alleinebleiben dann doch zu langweilig oder zu stressig wird, ist ja Oma da!

Marley

Hallo liebes Polarhilfe-Team,

mein Frauchen hat endlich mal Zeit, nach fast drei Monaten, meinen Bericht darüber, bei was für einer tollen Familie ich da gelandet bin, niederzuschreiben und Euch zu schicken.

Am Anfang hatte ich ein paar Probleme, die Treppe nach oben zu nehmen, da alles so fremd und offen war, aber nach 14 Tagen war auch das vom Tisch. Jetzt geht's nicht schnell genug nach oben oder unten. MarleyMarley

Morgens geht immer mein Frauchen mit mir Gassi, sie sagt, dass es da am schönsten ist, wenn noch nicht alle unterwegs sind. Nur mir ist das um 7:30 Uhr in der Woche viel zu früh, aber wir bringen dann Jolie in die Schule, über den Feldweg, da laufe ich lieber lang. Dann geht mein Frauchen arbeiten, und ich kann, wenn ich mag, hoch zur Oma. Aber meistens bleibe ich unten liegen, da mein Frauchen mir etwas zur Beschäftigung gibt. Mein Herrchen ist da schon laaannge weg. Um die Mittagszeit geht Oma eine kleine Runde mit mir. Und dann kommt das Herrchen bald wieder, und ich freu mich sooo, wenn beide wieder daheim sind vom Arbeiten. Dann wird erst mal eine Runde gekrault, gestreichelt, das liebe ich ....

Nachmittags geht meistens mein Herrchen mit mir Gassi, wenn wir dann wieder daheim sind, darf ich mich immer noch mal mit ihm im Garten austoben. Da habe ich meine Lederbälle und Stöcke und kann da richtig dolle herumrennen. Nachbars Katzen trauen sich auch nicht mehr her, die wissen, dass ich jetzt der Boss im Garten bin. Bei Katzen ist mein Frauchen ganz streng, da nimmt sie mich immer ganz kurz, da ich dann immer ziehe wie ein Wilder. Aber sonst laufe ich ganz entspannt an der Leine.

Marley

Ja, das mit dem Geschirr anziehen ist so eine Sache, die locken mich immer mit Leckerli an, und ich falle meistens darauf rein. Ich gebe sogar zwischenzeitlich Pfötchen für Leckerli.

Ich freu mich schon auf den Sommer, da fahre ich mit meiner kleinen Familie an die Nordsee, die haben ein Haus gemietet direkt am Meer mit Hundestrand. Aber bis dahin schreibt mein Frauchen Euch dann wieder.

Liebe Grüße an alle und bis dann
Marley und Familie D.

Lieber Marley, wir würden mal sagen „Klassenziel übertroffen“! Dein Bericht hört sich nach der für Dich richtigen Mischung aus Action und Entspannung an, und es hört sich ganz so an, dass Du wirklich angekommen bist bei Deiner Familie, und das in der kurzen Zeit. Richte bitte allen Deinen Zweibeinern aus, dass wir uns sehr freuen, Dich so gut aufgehoben zu wissen. Und wir freuen uns jetzt schon auf Deinen (oder Frauchens) nächsten Bericht und wünschen Euch allen weiterhin viel Spaß miteinander.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt
Januar 2020


Kaya – dass man Kaya einmal als „charmant“ bezeichnen würde, hätten wir uns nicht träumen lassen

Und ob wir uns an Kaya erinnern! Ihr Schicksal konnte niemanden kalt lassen. Kaya war bereits als Welpe inkontinent, aber statt nach der Ursache zu forschen und diese zu behandeln, wurde Kaya in eine Garage verbannt. Kein Kontakt zu Menschen, keine Spaziergänge, ein Welpe, der isoliert von allem aufwuchs. Ein Defizit, das nicht mehr so leicht aufzuholen war. Unter dem Begriff „Deprivationssyndrom“ werden solche seelischen Schäden und Beeinträchtigungen zusammengefasst, die aus Mangel an Zuwendung, liebloser Behandlung und Vernachlässigung entstehen. Als Kaya dank lieber und beherzter Menschen, die nicht weggesehen haben, zu uns auf die Alb kam, war sie also sowohl körperlich als auch seelisch krank. Die Operation an den Harnleitern, deren Fehlbildung zu Kayas Inkontinenz führte, kam zu spät, Kaya blieb inkontinent. Hinzu kam ihr ausgeprägtes und oftmals unvermitteltes Schnappverhalten, vor allem wenn sie überfordert war – und das war Kaya schnell, denn sie kannte ja nichts. Trotzdem fand Kaya eine Familie, doch dieses Glück währte leider nur 1,5 Jahre, dann veränderte sich das Leben ihres Frauchens in einer Weise, mit der Kaya nicht zurechtkam. Seine Familie zu verlieren ist schlimm für jeden Hund, für Kaya war es eine Katastrophe, und entsprechend verunsichert, gestresst und orientierungslos reagierte sie. Ihre Aussichten auf eine neue Familie waren denkbar schlecht, aber wie so oft, EIN/E Interessent/in reicht, wenn es denn der oder die richtige ist. Und das war Familie M., wo Kaya an Ostern 2015 einziehen durfte. Fast fünf Jahre sind seither vergangen, fünf Jahre, in denen Familie M. mit ganz viel Liebe, Geduld, Einfühlungs- und Durchhaltevermögen aus der „deprivationsgeschädigten Schnappschildkröte“ eine liebenswerte und lebensfrohe Husky-Hündin machte.

Liebe Burladinger,

KayaKayaich weiß nicht, ob Sie sich noch an das arme kleine Notfellchen erinnern, das vor mehr als fünf Jahren zum zweiten Mal bei Ihnen in der Station ankam. Kaya hatte ihr erstes Lebensjahr in einer Garage verbracht, weil sie inkontinent ist. Tierschützer befreiten sie aus dieser unglücklichen Situation und brachten sie zum ersten Mal nach Burladingen. Dort wurde die hübsche Hündin auch relativ schnell wieder vermittelt, musste aber nach circa 1 1/2 Jahren wieder zurück, weil sie nicht mehr in das Leben der Zweitbesitzerin passte.

Damals dachte ich, dass Kaya, wenn sie mit Menschen nicht so gut kann, vielleicht in unser Rudel, das damals aus den Mischlingsrüden Kolja, Pluto und Cerberus bestand, passen könnte. Allerdings war ich vorsichtig, denn Kaya hatte bei ihrer Vorbesitzerin einen Welpen gerissen, und unseren kleinen Cerberus wollte ich auf keinen Fall in Gefahr bringen.

Kaya

Als mehrere Begegnungen friedlich verlaufen waren, habe ich Kaya schließlich am Karfreitag 2015 abgeholt. Es war ein warmer und sonniger Tag, und so sind Kaya und ich erst einmal joggen gegangen.

Der Start war dann allerdings etwas holprig, da sich Kaya als außerordentlich verunsichert erwies. Sie stand unter dem Eindruck, dass alle ihr ans Leder wollten und sie sich mit Klauen und Zähnen verteidigen müsse, was sie auch tat. Ihre Erziehung verlief deshalb wie eine Echternacher Prozession: Drei Schritte vor und zwei zurück.

KayaHeute, zwei Hundetrainer, unzählige Wickelaktionen und einige tausend Spazier-Kilometer weiter, fällt es mir schwer, mich an diese Anfangszeit zu erinnern, denn Kaya ist nun zu einer liebenswerten und lebensfrohen Husky-Hündin mutiert. Den Ausschlag dafür gab nicht nur eine konsequente und beharrliche Erziehung, sondern auch ein Ereignis, das beinahe Kayas Leben gefordert hätte.

Trotz Operation ist Kaya immer noch inkontinent. Das liegt daran, dass die Op relativ spät erfolgte und Kaya nicht mehr gelernt hat, ihren Schließmuskel zu kontrollieren. Alle einschlägigen Medikamente brachten keinen Erfolg, sondern machten die Hündin nur nervös und unruhig. Wegen der Inkontinenz litt Kaya relativ oft an Blasenentzündung, die wir dann antibiotisch behandeln ließen. Einmal fing sie sich dabei einen multiresistenten Keim ein, und es dauerte sehr lange, bis Kaya wieder keimfrei war. Zum Glück war das Bakterium nicht in die Nieren vorgedrungen, sonst hätte Kaya keine Chance gehabt.

Da wir unter allen Umständen verhindern wollten, dass sich so etwas wiederholt, beschlossen wir nach langem Zögern und vielen Beratungen, Kaya dauerhaft ein Antibiotikum zu verabreichen. Und von diesem Moment an ging es Schritt für Schritt bergauf. Kaya hat - toi, toi, toi - seither keine Blasenentzündung mehr gehabt und verträgt auch das Antibiotikum sehr gut. Sie wurde zunehmend ruhiger und ausgeglichener, und es war möglich, kontinuierlich mit ihr zu arbeiten. Kaya

Eine Tiertrainerin, die damals mit Kaya arbeitete, zeigte mir, wie Klicker-Training geht, und das liebt Kaya, sodass wir schon sehr viel mit ihr erarbeiten konnten. Von der Tiertrainerin mussten wir uns allerdings verabschieden, denn als sie einmal Kaya "at her best" erlebt hatte - wir hatten einen langen Scooter-Ausflug gemacht, und Kaya wollte einfach ihre Ruhe haben, was sie immer auch deutlich signalisiert -, riet uns die Trainerin, die Hündin einschläfern zu lassen. Natürlich war das für uns keine Option.

Seit es Kaya gesundheitlich besser geht, kommen wir aber auch ohne Trainer/in gut aus. Kaya ist ein ganzes Mama-Mädchen geworden. Pluto und Kolja mussten uns mittlerweile verlassen, und auch Cerberus kann mit seinen zwölf Jahren nicht mehr alle Scooter-Runden mitmachen. Deshalb sind Kaya und ich oft allein unterwegs, sodass wir ein tolles Team geworden sind. Letzten Sommer waren wir zum ersten Mal gemeinsam im Urlaub, und Kaya hat das ganz toll gemacht. Sie hat ihre Box im Auto als ihr Zuhause akzeptiert und wollte dort sogar übernachten, als wir auf dem Campingplatz waren. Im Herbst waren wir dann im Bayerischen Wald und sind stundenlang durch den Nationalpark gestromert. Sobald es wärmer wird, ziehen wir wieder los. Bis dahin nutzen wir hier jede freie Minute, um gemeinsam durch die Gegend zu streifen.

Trotz ihrer sieben Jahre ist Kaya ein richtiges "Spielkind". Ihre große Liebe ist Xaver, ein Rhodesian Ridgeback. Er wird bei jeder Begegnung ausgiebig beschmust. Ihr offenes und freundliches Wesen wirkt auch auf Menschen anziehend. Sie geht auch ganz freundlich auf andere Menschen zu, aufgrund ihrer Vergangenheit bin ich aber eher vorsichtig, wenn andere sie streicheln wollen. So kommt es, dass Kaya einen Vor- und einen Nachnamen hat. Sie heißt nämlich „Kaya Bitte-nicht-Streicheln“.

Natürlich wissen wir, dass die Dauerantibiose die Gefahr von multiresistenten Keimen in sich birgt, aber wenn man die Verbesserung der Lebensqualität berücksichtigt, sind wir dennoch der Überzeugung, dass dies der richtige Weg ist. Wir achten sehr auf Sauberkeit und wechseln auch die Windeln tagsüber circa alle vier Stunden. So konnten wir bisher Kayas Gesundheit stabilisieren, sodass sie ein lebensfrohes und überaus charmantes Husky-Mädchen ist. Außerdem sind wir fest entschlossen, die Zeit, die uns gemeinsam vergönnt ist, in vollen Zügen zu genießen und blicken voll Zuversicht ins neue Jahr.

Auch allen Mitarbeitern und den Hunden in der Auffangstation wünschen wir einen angenehmen Jahreswechsel mit möglichst wenig Krach und ein erfolgreiches Jahr 2020.

Familie M.

Wie heute ist uns noch die Zeit des Probewohnens präsent – das Daumendrücken und die Freude und der Jubel, als die Nachricht kam, dass Kaya bleiben darf. Und noch immer ziehen wir ganz tief den Hut vor Ihnen, liebe Familie M., dass Sie trotz aller Schwierigkeiten zu Kaya standen und stehen. Kaya wird nie „einfach“ sein, und was dieser Bericht schildert – freundliche Begegnungen mit fremden Menschen, Urlaub in ungewohnter Umgebung, … – ist ein Wunder. Ein Wunder, das wahr wurde durch Liebe, Vertrauen, Geduld und null Erwartungshaltung. Danke, liebe Familie M., und Ihnen allen weiterhin viel Freude mit- und aneinander.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt
Januar 2020


Lee (ehemals Ilva) – Flummy, Muschelsucherin, Kuschlerin

Anfang 2018 hatten wir dieses sympathische Husky-Mädchen namens Ilva in der Vermittlung. Damals einjährig, verträglich mit allem und jedem und stets fröhlich spielte sie sich in die Herzen von Anja S. und Husky-Bub Blue. Bereits nach drei Wochen war sie, jetzt Lee, aus diesem kleinen Rudel nicht mehr wegzudenken. Daran hat sich bis heute nichts geändert – im Gegenteil! Das Frauchen ist nach wie vor begeistert, Blue liebt sie – und für Lee ist Blue sowieso ihr „strahlender Held“. Obwohl sich das „Engelchen mit den verrutschten Flügeln“ (siehe „Glücksfelle-Text“) super in seine heutige Familie eingefügt hat, schreibt das Frauchen: „Es bleibt spannend.“ Und genau so soll es sein!

Liebe Nothilfler,

LeeLeeseit 1 3/4 Jahr lebt Lee nun schon mit uns. Versuche, ein Lebenszeichen zu senden, sind echt schwierig, denn meistens hüpft ein kleines Flummy an, klettert auf mir rum und schlägt das Handy aus der Hand: „HEY, weg mit dem Ding, lass uns was Tolles erleben!“ Na ja, nur zu gern gibt man diesem vehement vorgebrachten Wunsch nach.

ABER JETZT!!!!

Ja, Lees Leben ist bunt, wild und lustig!

Sie hat sich erstaunlich entwickelt, wenn auch immer mal wieder Pubertätsphasen auftreten, wo ich schon ein paar Diskussionen mit ihr führen musste. Allerdings nimmt sie dies nie krumm, und es tut ihrer stets guten Laune keinen Abbruch.

Lee

Draußen ist sie eine mega aktive Hündin. Meine stille Hoffnung, dass sie als Mix nicht ganz so viel Jagdtrieb hat, bestätigte sich leider nicht. Aber nun gut, so gehört Impulskontrolle zu einem Toppunkt beim Training.

LeeLeeTraining/Beschäftigung braucht Lee wie die Luft zum Atmen. Alle zwei Wochen darf sie Agility machen. Okay, ab und an kreiert sie noch ihren eigenen Parcour, doch es bereitet ihr so viel Spaß. Hüpfen, Flitzen UND dafür noch belohnt werden ... genau nach ihrem Geschmack! Aber auch beim wöchentlichen Training beim Mantrailen wird sie immer besser. Zuletzt arbeitete sie einen 2,1 km langen Trail bei verkaufsoffenem Sonntag durch die Innenstadt Mannheim. Ich war soooo stolz auf sie!!! Sicher wird sie irgendwann so gut wie ihr Kumpel Blue sein.

Der ist sowieso IHR strahlender Held! Dank ihm geht sie im Meer schwimmen, traut sich, in der Bademuschel zu planschen, entdeckt sie, dass Physiotherapie super ist, hat sie öfter ein weiches Kissen (seinen Rücken), kann toben, bis der Arzt kommt, kann Fähre fahren und hat Gesellschaft, wenn es zu warten gilt. Und Blue? Ich denke, er hat sie auch lieb, allerdings freut er sich, glaub ich, auch mal, wenn ich abends und am Wochenende das Entertainment übernehme.

Übrigens ist Lee auch schon recht viel verreist, sogar mit Campen. Luxemburg, Ostsee und Nordsee durfte sie entdecken. An der Nordsee entstand ihr Berufswunsch "Muschelsucherin". Sie findet tatsächlich kleine Schätze. Okay, dass man nebenbei kleine Krebse vertilgen kann, dürfte der eigentliche Grund hierfür sein.

Lee

Aber es gibt auch leise Momente mit ihr: Kuscheln und sich gaaaanz eng an den Menschen drücken ist nämlich toll. Und nicht nur für sie!

Wie Ihr lesen und sehen könnt, geht es Lee sehr gut, und sie scheint rundum glücklich zu sein. Und nächstes Jahr warten noch ganz viele Abenteuer auf sie. Wir werden nämlich Frei-Schnauze an den Küsten Deutschlands reisen. Und das eine oder andere Mantrailing-Event besuchen. Es bleibt spannend!

Ich versuche zu berichten.

Ganz liebe Grüße

Anja S: mit Lee und Blue

Liebe Anja, dann hoffen wir, dass es nicht beim Versuch bleibt! Und wenn keine Nachricht kommt – kommen kann! -, wissen wir Ilva-Lee in den besten Händen. Das Leben ist schön im richtigen Rudel, nicht wahr, Lee? Wir haben uns riesig gefreut über diesen Bericht und unser Herz hüpfte mit Lee und Blue und natürlich auch mit Dir, liebe Anja! Viel Spaß Euch dreien weiterhin!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt
Dezember 2019


Juno (ehemals Silas) und Frauchen – „ein Team, das sich vertraut“

Juno

Als Vierjähriger wurde Silas wegen Überforderung bei uns in der Station abgegeben. Dabei war Silas „eigentlich“ ein „ganz normaler“ Husky-Bub – mit vielleicht ein bisschen mehr Flausen und Selbstbewusstsein als viele andere. Er musste nicht lange warten, bis er „entdeckt“ wurde – und in seinem heutigen Frauchen seine Meisterin fand. Nicht falsch verstehen, das hat nichts mit Dominanz zu tun, vielmehr mit Vertrauen und Arbeit an sich selbst, wie das Frauchen berichtet:

JunoJunoLiebes NfP-Team,

ich habe schon lange nichts mehr von mir und meinem Juno (ehemals Silas) hören lassen, gerne möchte ich das hiermit nachholen.

Juno ist nun mittlerweilen 1 Jahr, 6 Monate und 16 Tage bei mir und uns, respektive Juno geht es sehr gut.

Nach grösseren Problemen, die nach circa drei/vier Monaten, nachdem er bei mir war, aufgetaucht sind – Probleme wie, dass er absolut keine anderen Artgenossen mehr akzeptierte, diese sofort angriff, wenn Juno andere Hunde sah, richtig austickte und ich ihn durch nichts mehr ablenken konnte, er wie eine Mauer um sich aufbaute – sind nun diese Probleme durch viel Arbeit, konsequente und klare Führung, mit viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Liebe, nicht kein Thema mehr, aber absolut händelbar geworden, weil Juno mir heute vertraut und weiss, ich regle das schon. Wir sind nach diesen Anderthalbjahren ein Team geworden, das sich vertraut, er weiss, was ich von ihm will, und ich weiss heute ganz genau, wie er reagiert in gewissen Situationen.

Juno

Und in der ganzen Zeit der täglichen Arbeit, an der Bindung und der Führung wurde mir wieder mal so richtig klar und vor Augen geführt, dass das Problem in 95 % nicht der Vierbeiner ist, sondern das andere Ende der Leine, der Mensch. Und ich habe sehr viel Zeit in mich auch investiert, damit ich Juno eine gute und klare Führung geben kann, weil für mich war klar, als ich Juno so sah, wie er reagierte und ich in dem Moment nicht an ihn herangekommen bin, DU MUSST AN DIR ARBEITEN, DANN FOLGT UND VERTRAUT DIR AUCH DEIN HUND. Und das möchte ich jedem mitgeben! Juno

Unterdessen trainieren wir jetzt schon die zweite Saison im Zughundesport. Wir trainieren mit dem Dogscooter! Das ist Junos grosse Leidenschaft. Er ist einfach super. Wenn er nur mit seinen Hundekumpels um die Wette rennen kann, und Juno ist da sehr ehrgeizig. Also hinten rennen geht dann gar nicht, er will immer der Vorderste sein, nur ich stehe ja auf dem Scooter und habe somit auch die „Gewalt“ über die Bremsen, ich sage mal „Gott sei Dank“ … Juno ist wirklich meega schnell. Wenn es klappt, plant mein Trainer, ihn in dieser Saison in sein Wagengespann zu integrieren. Darauf freue ich mich sehr, und ich weiss, mit seinem Huskyrudel geht das tiptop.

Dann habe ich seit zwei Monaten mit Juno noch die Ausbildung Mantrailing begonnen, als Ausgleich und einfach als etwas Ruhigeres und mehr Kopfarbeit als Leistungssport, und auch diese Art von Arbeit macht er super und vor allem, und das ist für mich das wichtigste, Juno hat richtig Spass dabei.

Wie Ihr seht, wir sind beschäftigt, aber haben auch unsere ganz ruhigen und gemütlichen Spaziergang-Tage ohne Action und Arbeit. Das Schöne ist, Juno kann heute alles: Arbeiten, sich auspowern, gemütlich spazieren, Blödsinn im Kopf haben, Ohren auf Durchzug haben (hihi), ein grosses Schlitzohr sein, ein grosser Schmusebär sein, relaxen, alleine sein usw..

Er ist ein absolut toller, einfühlsamer und cooler Hund mit einem starken Charakter, den man weiter fördern muss.

Ich liebe diesen Hund über alles, und ich weiss, wieso ich mich für Juno entschieden habe.

In diesem Sinn wünsche ich Euch allen dann eine besinnliche und freudige Adventszeit mit vielen schönen und glücklichen Momenten mit Euren Familien und Euren Vierbeinern.

Herzlichst
Eure
Nicole M. mit Juno
aus der Schweiz

Wie schrieb das Frauchen in ihrem ersten Bericht? „… kein Tag mehr ohne meinen Juno“. Nach bereits vier Wochen war Juno „fester Bestandteil“ in ihrem Leben und ihr „Seelenhund“. Daran scheint sich nichts geändert zu haben, im Gegenteil, die Bindung ist noch enger geworden. Dazu möchten wir Ihnen beiden herzlich gratulieren – tolle Arbeit, liebe Nicole M.! Juno wird endlich verstanden, akzeptiert und geliebt, so wie er ist. Danke dafür! Wird es Fotos geben von Juno im Wagengespann? Wir hoffen es und wünschen Euch beiden weiterhin viel Freude bei allen aufregenden und gemütlichen Unternehmungen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt
Dezember 2019


Shanuk - es hat sich richtig gelohnt!

ShanukShanuk„Es hat sich richtig gelohnt“ schreibt das Herrchen, ohne zu erwähnen, ob für ihn oder für Shanuk. Wir gehen aber mal davon aus, dass für beide! Trotz gesundheitlicher Probleme, die Shanuk mitbrachte, und obwohl er zunächst ein ängstlicher Hund war, war das Herrchen von Anfang an begeistert von Shanuk.

Shanuk

Und wir sind sicher, dass auch Shanuk von Anfang an von diesem seinem „neuen Leben“ begeistert war – endlich nach vielen Jahren unbeachtet in einem Zwinger kümmerte sich jemand um ihn, und er durfte erfahren, wie das Leben „draußen“ ist. Inzwischen sind Herrchen und Shanuk seit drei Jahren ein Team. Anlässlich Shanuks neuntem Geburtstag hat uns das Herrchen wieder berichtet:

Shanuk

Liebes Team der Nothilfe,

ShanukShanukzum Geburtstag von Shanuk möchte ich mich bei Euch melden und mich zum wiederholten Male für diesen wunderbaren Hund bei Euch bedanken.

Shanuk

In diesem dritten Jahr an der schwäbischen Donau ist Shanuk richtig aufgeblüht. Vorbei sind die vielen Tierarztbesuche, das nervige Herummäkeln am Futter sowie der dauernde, kräftezehrende Durchfall. Hauptsächlich durch die ausführlichen Erklärungen von Dr. Ziegler zum Barfen und einigen anderen aufgeschlossenen, geduldigen Tierärzten ist Shanuk wieder auf die Beine gekommen.ShanukShanuk

Heute sind tolle Spaziergänge mit dem Fahrrad über zwei bis drei Stunden täglich ein Muss. Shanuk hat sich dabei zu einem noch ruhigeren und noch ausgeglicheneren Gesellen entwickelt. Viel Lob erhält er für sein tolles, kuschelweiches und glänzendes Fell, seine aufrechte Haltung und seine ruhige Art. Kaum jemand möchte glauben, dass er schon neun Jahre alt ist.

Wie schon immer hält Shanuk ausgiebig Siesta und verpennt große Teile des Tages. Dies ist auch gut so, sind wir doch seit dem Frühjahr schon über 5000 km rund um Ulm und Neu-Ulm unterwegs gewesen. Da gibt es immer etwas zu erschnüffeln und immer wieder etwas Neues.

Nun wünsche ich Euch für Eure Arbeit für die Zukunft weiterhin so viel Erfolg und nochmals vielen Dank.

Viele Grüße aus Neu-Ulm

G. B.

Lieber G. B., herzlichst danke für diesen Bericht und die guten Wünsche! Unser Erfolg ist nur möglich mit Menschen wie Ihnen, die sich, wenn sie sich einmal für eine Fellnase entschieden haben, durch nichts beirren lassen und bereit sind, mit ihrem neuen Familienmitglied durch dick und dünn zu gehen. Shanuk sieht toll aus – und glücklich. Genau das hat er verdient, und sein Leben bei Ihnen ist Ausgleich für seine verlorenen Jahre in einem verwahrlosten Zwinger. Danke, lieber G. B., und Ihnen und Shanuk noch viele schöne tausende von Kilometern „um Ulm und um Ulm und um Ulm herum“.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt
Dezember 2019


Lennox (ehem. Borox) – alles „top“

Lennox hat ein bewegtes Leben hinter sich: Geboren am 10.04.2012 in Spanien landete er mit fünf Monaten im Tierheim. Zwei Jahre vergingen, Lennox war immer noch im Tierheim. Dann wandte sich eine deutsche Tierschutzorganisation an uns und bat um Hilfe für den lieben und menschenbezogenen „Husky-Mischling“. Aufnehmen konnten wir den damals noch namenlosen Rüden nicht, denn es gab eine lange Warteliste mit Notfellen aus Deutschland. Aber als es zwischen einem Interessenten und keinem unserer Schützlinge passen wollte, brachten wir IHN ins Spiel. Der Interessent und seine Husky-Hündin ließen sich auf das Abenteuer ein, und ER führte als Borox fortan ein glückliches, „richtiges Hundeleben“ bei seinem Herrchen und Shiela. Leider erkrankte das Herrchen vier Jahre später und überließ Borox schweren Herzens uns. Lange sollte Borox jedoch nicht in unserer Station bleiben, denn die Beschreibung seines lieben Charakters, seiner Anhänglichkeit und vor allem seiner Verträglichkeit mit Artgenossen beiderlei Geschlechts ließ Interessenten aufhorchen: Mit so einem „tollen Kerl“ könnte die Vergesellschaftung mit der „Hundedame des Hauses“ namens Joy klappen. Es klappte, und aus Borox wurde Lennox. Zum Jahrestag erhielten wir diese liebe Mail:

Vor einem Jahr, am 01.11.2018, haben wir Lennox (Borox) zu uns geholt. Wir sind unglaublich glücklich, ihn bei uns aufgenommen zu haben. Er ist ein wirklich toller Kerl. Bei größeren Menschenansammlungen noch etwas ängstlich, aber das kriegen wir hin.

Und du Lennox, wie gefällt es dir bei uns?

Hi. Hier spricht mal wieder euer Lennox:

1. Dreimal am Tag Gassi gehen (top).
2. Zweimal am Tag einen vollen Futternapf (top).
3. Abends im Hof ein Leckerli-Weitwurfspiel für Joy und mich (noch besser).
4. Danach regnet es Kauknochen (noch viel besser).
5. Streicheleinheiten abholen (am besten).
6. Viele schöne Urlaube.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit meiner Wahl. Joy und ich sind zu einem tollen Team zusammengewachsen, und die Menschen sind mein Ein und Alles.

Es grüßt euch herzlich

Lennox

Lennox

Dann, lieber Lennox, sind wir auch „sehr zufrieden“, und Deinen Menschen sind wir sehr dankbar, dass sie Dir diese „dritte Chance“ gegeben haben. Wir wünschen Euch vieren weiterhin viel Spaß miteinander!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt
November 2019


Cody – vom Fundhund zum „prächtigen, tollen Husky“

Als „prächtigen und tollen Husky“ bezeichnet das neue Herrchen Cody. Inzwischen eineinhalbjährig hat Cody in seinem neuen Zuhause schon viel gelernt: alleine im Auto bleiben, kuscheln, und er ist ruhiger geworden. Trotzdem strotzt der Bericht des Herrchens über die letzten acht Monate vor aufregenden Momenten:

"Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde, CodyCody

Cody hat sich zu einem prächtigen, tollen Husky entwickelt, sein Laufdrang ist immens, er hängt sehr an mir und läuft mir auf Schritt und Tritt nach. Auch ich habe ihn schon längst ins Herz geschlossen und bin sehr glücklich mit ihm; meine Tierärztin meinte schon im Mai, dass Cody nun zu Hause angekommen sei!

Obwohl ich eine sehr gute Tierarztpraxis habe mit drei sehr kompetenten Tierärzten, war ich doch öfters über den Sommer bei ihnen, als mir lieb war, denn, wie schon im ersten Bericht geschrieben, hat Cody die dumme Angewohnheit, alles in den Mund zu stopfen und es auch noch zu schlucken; so geschehen mit einer Biene, einem Brillenputztuch sowie einem Glasauge von einem Stofftier. Zum Glück lief alles glimpflich ab, doch die Aufregung in dem Moment war riesengroß! Andererseits bereiteten mir seine immer wiederkehrenden Durchfälle große Sorgen, trotz gutem Futter. Cody bekam von Röntgen über Ultraschall bis zu einer großen Magen-Darm-Passage und einem großen Blutbild mit Allergietest auf Nahrungsmittel die ganze Palette, zum Glück waren alle Ergebnisse in Ordnung! CodyCody

Cody geht es gut, und er ist auch ruhiger geworden; ich habe auch immer, wie es die Stationsleiterin geraten hat, auf ausreichend Ruhepausen geachtet. Was mich auch sehr freut, er bleibt jetzt auch mal für drei Stunden im Auto (selbstverständlich abhängig von den Temperaturen), ohne etwas anzustellen, vorausgesetzt, ich bin vorher ausreichend mit ihm gelaufen!

Cody ist ein sehr lieber, gelehriger und hochsensibler Hund; wenn ich mit ihm doch mal schimpfen muss, weil er eben ein Schlittenhund-typisches Starrköpfchen hat, dann ist es ihm lange nicht wohl, bis er wieder mit mir raufen und spielen darf, was er liebend gerne tut!

Was jedoch mir und auch den Tierärzten Sorgen bereitet, ist gerade seine fast zu liebe Art gegenüber seinen Artgenossen, Cody wurde schon dreimal aufs heftigste attackiert, sogar von manchen Weibchen wurde er angeknurrt. Einmal musste ich mit energischen Fußtritten und Schreien einen Berner Sennenhund vertreiben, da er Cody sonst fast zerfleischt hätte, und Cody steht wie ein Opferlamm da, knurrt nicht einmal und wehrt sich nicht! Überhaupt ist er gegenüber seinen Artgenossen weder aggressiv noch dominant, er möchte gerne mit ihnen spielen, doch wird dabei meistens angegriffen! Zum Glück gibt es zwei Weibchen, die sich mit ihm gut verstehen! CodyCody

Abends sitzen wird dann auf der Couch zur großen Kuschelrunde, wobei Cody meinen Nacken, Ohren und Hals hingebungsvoll abschleckt. Wie schon erwähnt, ist er ein ganz Guter, und ich denke, wir zwei geben ein gutes Duo ab, denn nun weiß jeder vom anderen, wie er tickt!

Ich bin froh, dass der Sommer nun auch vorbei ist, denn sowohl ich als auch vor allem Cody tun sich sehr schwer mit den warmen und schwülen Temperaturen; von allen drei Schlittenhunden, die ich hatte, tut sich Cody am schwersten damit, obwohl wir hier oben doch 530 Meter hoch liegen!

Nun bin ich gespannt, wie sich Cody weiterentwickelt, vor allem, ob er weiterhin noch so kindlich verspielt bleibt, oder ob er einfach noch etwas Zeit braucht, um erwachsener zu werden! Andererseits denke ich, dass es eben so seine Art ist und er so bleibt, was mich auch freuen würde!

Cody

In diesem Sinne hoffe ich, Ihnen einen kleinen Einblick in Codys Leben gegeben zu haben, und verbleibe

mit vielen Grüßen

M. S. mit Cody"

Lieber Herr S., wir sagen herzlich danke für diesen „Einblick in Codys Leben“. Besser hätte es der Jungspund nicht treffen können! Auch wir sind gespannt auf Codys weitere Entwicklung und hoffen, dass Sie uns daran weiter teilhaben lassen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt
Oktober 2019

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