Post von schon lange glücklich vermittelten Hunden

Sie sind nicht unbedingt der Schreiber von Mehrzeilern fürs Journal für Nordische Hunde? Würden aber dennoch gerne mal ein paar Worte über den an Sie vermittelten Hund verlieren und ein, zwei Fotos seiner Entwicklung zeigen? Oder Sie haben DEN Schnappschuss gemacht?
Hier haben Sie Platz dafür! Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen an gluecksfell@polarhunde-nothilfe.com

 

 

Wolfi – ehemals Duman – wenn die „Zeichen auf Sturm stehen“, Wolfgang – berichtet aus Bayerisch-Schwaben

Ende Mai 2021 zog Duman in der Station ein. Nett und freundlich im „Normalfall“, in manchen Situationen war aber das Anlegen eines Maulkorbs nicht verkehrt, ohne großartige Erfahrung, Erziehung und Sozialisation. Wir rechneten damit, dass es ein bisschen dauern könnte, bis sich für Duman die richtigen Menschen finden würden, aber wir hatten die Rechnung ohne Familie M.-R. gemacht. Familie M.-R. hatte bereits zwei nicht ganz „einfachen“ NfP-lern ein Zuhause geschenkt und beide auf tragische (und fast dieselbe) Art und Weise viel zu früh verloren. Wann sie wohl wieder bereit wären für ein neues Familienmitglied? Genau! Just an dem Tag, als Duman online ging! Einem Impuls folgend schaute Familie M.-R. auf unsere Website und verliebte sich spontan in Duman. Am 4. Juli 2021 kamen sie in die Station, zusammen mit Ella (einer Dackel-Schäferhund-Mix-Lady), um Duman kennen zu lernen. Nach einem gemeinsamen Spaziergang, auf dem die Rollen „Königin“/“Untertan“ eindeutig geklärt worden waren, fuhr Duman mit in sein Zuhause-für-immer. Jetzt gibt es seinen ersten Bericht: WolfiWolfi

Liebe Zwei- und Vierbeiner von der Alb,

ich muss mich jetzt endlich mal bei euch melden, immerhin bin ich schon seit mehr als einem Jahr in Bayern.

Am 4. Juli 2021 bin ich bei euch auf dem Hasleberg schon mit so einem eigenartigen Vorgefühl in den Tag gestartet. Als dann ein Auto mit Augsburger Nummer vorfuhr und eine Frau und ein Mann gleich an den Zaun gekommen sind und mich begrüßen wollten, habe ich sie ordentlich verbellt. „Nicht mit mir, ich bin unbestechlich!“ hab‘ ich mir damals gedacht und keine Ausnahme gemacht. Wir sind dann Gassi gegangen und Ella, die hübsche Dackel-Schäferhund-Mischlingsdame von den beiden, hat mir gleich gezeigt, wo es beim Dackel lang geht. Aber sie ist die Chefin, das war mir gleich klar, und das ist auch total in Ordnung für mich. Schade nur, dass sie nicht mit mir spielen will. Aber sie sagt dann immer zu mir: „Die Königin spielt nicht mit dem Untertan“. Dann weiß ich wieder, wo ich stehe. Aber es kann ja mal klappen, ich gebe nicht auf.

Als wir dann am Schluss bei ihrem Auto vorbeikamen, hat die Frau die Heckklappe geöffnet und etwas von „Probe-Wohnen“ gemurmelt. Nachdem sie so einladend auf die Kuscheldecke geklopft hat, konnte ich nicht widerstehen und bin ins Auto gesprungen. Es hat sich gut angefühlt und alle haben sich gefreut. Ich bin dann nach dem Bürokram mit Ihnen knapp zwei Stunden Berg und Tal gefahren, dann waren wir „daheim“. Mein Garten ist eine Wucht! Aber im Haus habe ich mich anfangs ziemlich unsicher gefühlt. Wir sind gemeinsam überallhin gegangen, und mit meinem Kuschelkorb im Schlafzimmer, am Fußende des Bettes, konnte ich erst mal gar nichts anfangen. Als dann die Frau auch noch das Fenster geöffnet hat - um die kühle Nachtluft reinzulassen - konnte ich nicht widerstehen und bin sofort auf das Fensterbrett gesprungen, um das Haus erst mal wieder zu verlassen. Es hat mir gereicht mit geschlossenen Räumen. Beide sind zu Tode erschrocken, wie ich so geschmeidig aus dem Stand auf dem schmalen Fensterbrett gelandet bin. Die Frau meinte nachher, nur das Fliegennetz hätte mich davon abgehalten, aus dem ersten Stock rauszuspringen. Sie hat dann sofort todesmutig in mein Geschirr gegriffen und mich sanft wieder ins Zimmer gezogen. Beide waren ziemlich blass und aufgeregt, ich hab‘ das gar nicht verstanden.

Dann ging die Hektik erst richtig los, sie haben verzweifelt nach etwas gesucht, das mich zumindest in dieser Nacht davon abhalten würde, mich noch einmal so in Gefahr zu bringen. Es war schließlich Juli und eine Nacht bei geschlossenem Fenster für meine beiden Frischluftliebhaber total undenkbar. Der Mann hat dann kurzentschlossen ein hölzernes Spalier im Garten abgeschraubt, und dieses wurde hinter den Heizkörper unter dem Fenster eingeklemmt. So hatten wir nun vor der Fensteröffnung „schwedische Gardinen“ aus Holz, durch die die Luft wehen konnte, aber ich passte echt nirgendwo durch. Erst jetzt konnten meine Menschen an entspanntes Schlafen denken. Die ersten Nächte waren aber nicht so schlafintensiv, denn ich bin bei jedem Umdrehen oder Husten der beiden sofort aufgesprungen und habe nachgeschaut, ob alles in Ordnung ist. Inzwischen schlafe ich entspannt auf dem Teppich unter dem Fenster oder in meinem herrlich kuscheligen Bett, und nicht mal monumentales Schnarchen bringt mich aus der Ruhe. Wolfi und EllaElla und Wolfi

Bald nach meinem Einzug habe ich Einzelunterricht in Benimm bekommen, denn ich bin oftmals sehr unfreundlich zu anderen Zweibeinern und Hunden – sagen meine Menschen. Dabei will ich nur nicht, dass uns jemand zu nahekommt oder womöglich auf Besuch – in mein Reich!

Ach ja, einen neuen Namen habe ich auch gleich bekommen: Die Frau meinte, dass man aus meinem alten Namen erstens keinen richtigen Kosenamen - womöglich mit einem zärtlichen „i“ am Ende - machen kann. Außerdem findet sie, dass ich viel von einem Wolf habe. So wurde ich Wolfi. Manchmal Wolfgang, aber dann weiß ich, dass die Zeichen auf Sturm stehen.

Eines meiner bisherigen Highlights ereignete sich im Januar – auf dem Weg zum Hundetraining – als wir bei einem Gassi davor auf einem Stauden-Waldweg ein Känguru entdeckten. Ella und mir blieb im Sinne des Wortes die Spucke und das Bellen im Halse stecken. Wir haben das fremdartige Tier nur angestarrt. Und es uns. Dann war das dem Beuteltier zu langweilig und zu wenig Action, und es ist über den Weg gehoppelt und auf der anderen Seite im Wald verschwunden. Das war eine Sache! Der Mann konnte drei gute Bilder schießen, denn ich habe vor Schockstarre nicht mal an der Leine gezogen und auf den Hinterbeinen getobt - anders als sonst üblich. Die Beweisfotos haben wir noch am selben Tag an die Zeitung geschickt. Die können uns am ehesten dabei helfen, den Besitzer zu finden, dachten wir uns. Dann habe ich einen kleinen Mediensturm erlebt. Ich hatte eine halbe Seite in der Augsburger Zeitung mit Foto von mir und dem Känguru. Ich schicke euch die Fotos mit, sonst glaubt ihr es mir vielleicht nicht. Noch ein paar Zeitungen mehr riefen an, auch die mit den vier großen Buchstaben. SAT1 und der Bayerische Rundfunk haben mich und meine Lieben gefilmt und interviewt – es war unglaublich – Wolfi und das Stauden-Känguru in aller Munde! Aber ich glaube, das hatte mit Corona zusammengehangen. Viele Menschen waren froh, endlich mal nichts mehr über Viren und Inzidenzen zu hören, sondern von einem exotischen Känguru im verschneiten Winterwald mit türkischem Husky davor. Auf jeden Fall war das toll. Bloß Kameramänner mag ich auch überhaupt nicht. Sie sind mir unheimlich mit ihrem großen Apparat und kommen oftmals so nah ran. Ich bin froh, dass ich nun wieder meine Ruhe habe. Die genieße ich sehr. Wolfiein Känguru

Viele Gassis, oft Radfahren mit dem Mann. Wobei der sagt, dass ich nicht so der Renner bin. Nah ja, anstatt Tempo zu machen, schnüffle ich lieber. Anfangs war mir das Fahrrad auch ziemlich unheimlich, und ich traute mich gar nicht so recht mitzulaufen.

Mich erschreckt so einiges und macht mir Angst, ich fange dann an, wild zu bellen und zu toben, aber meine Menschen verstehen das, und wir üben Situationen. Ich bin jetzt auch in einer Hundegruppe, die sich am Wochenende immer trifft. Aber da bin ich ganz brav, denn die Menschen-Chefin dort durchschaut mich immer schon, eh ich selber weiß, was ich vorhabe, und schreitet ein. Dann spiel‘ ich halt das Lamm, so lange ich dort bin, so funktioniert es gut. Neulich habe ich mich furchtbar über einen Heißluftballon erschreckt, seitdem macht mir sogar der Mond am Morgenhimmel Angst. Aber der Mann und die Frau sagen, dass ich das immer wieder sehen werde und dass es mir irgendwann einmal nichts mehr ausmachen wird. Mal schauen, eigentlich hatten sie ja schon oftmals Recht.

Jetzt liege ich gerade genüsslich in einer meiner kühlen Kuhlen im Garten und genieße den Tag. Irgendwie fange ich auch an, zu verstehen, dass ich mich am Zaun nicht wie der Wahnsinnige aufführen darf, wenn Menschen vorbeigehen, -radeln oder Autos vorbeifahren. Wenn meine Todfeinde des Wegs kommen, kann ich natürlich nicht widerstehen …. Die Postbotin habe ich übrigens ERFOLGREICH erzogen: Die bringt mir und Ella immer Leckerlis mit. Und mit Leckerlis im Maul bellt der wachsamste Hund nicht.

Ihr seht, ich habe ein gutes Leben in angenehmer Gesellschaft, mit Ruhe, Abwechslung und viiiiielen Annehmlichkeiten. Ich freue mich schon auf euch, denn ich habe fest vor, am 3. September mit Ella und meinen Menschen am Tag der offenen Tür bei euch reinzuschauen. Macht es gut, ich schicke euch viele Grüße aus meiner angenehmen Erdwanne. Ein Foto von mir in meiner neuesten Kuhle liegt bei – nur kein Neid!

Euer Wolfi, ehemals Duman

Lieber Wolfi, Dein Bericht zauberte in unserem Team ein Lächeln in viele Gesichter. Zum einem, weil Deine Odyssee endlich ein Ende hat und wir Dich in der für Dich bestmöglichen Familie wissen. Zum anderen, weil viele Situationen, die Du schilderst, so „typisch Duman“ bzw. „typisch Wolfi“ sind. Aber wir sind sicher, dass Deine Zweibeiner und Deine Königin Dich so an die Pfote nehmen, dass „Wolfgang“ immer seltener wird. Danke Dir für den Bericht, und sag bitte lieben Dank an Deine Familie, dass sie Dich aufgenommen hat, dass sie Dich akzeptiert, wie Du bist, und Dir den Himmel auf Erden schenkt. Wir freuen uns auf Deinen nächsten Bericht!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
September 2022


Shanuk – Das Herrchens schreibt: „Dass ein Mensch und ein Tier ein so tolles Team bilden können, habe ich nicht für möglich gehalten.“

„Dass ein Mensch und ein Tier ein so tolles Team bilden können, habe ich nicht für möglich gehalten“, schreibt Shanuks Herrchen in seinem diesjährigen Bericht. Aber dann kam Shanuk und zeigte es dem Herrchen ! Sechs Jahre lebt Shanuk nun schon im Glück – genauso lange hatte er davor in einem verwahrlosten Zwinger dahinvegetiert. Das ist lange vorbei und vergessen, und trotz seiner 12 Jahre ist Shanuk mit seinem Herrchen viel unterwegs:

Hallo liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,

vor nunmehr fast exakt sechs Jahren haben wir bei Ihnen einen super tollen Begleiter entgegengenommen.

Nach vielen gemeinsamen Spaziergängen wird es jetzt, entsprechend der Herrschaft, ruhiger. Weniger so:

Shanuk

Sondern etwas gediegener, wie es sich für einen nunmehr fast 12-jährigen Herrn gehört.

Shanuk

Die schwere Erkrankung des vergangenen Herbstes haben wir mit ganz viel Kampfkraft und Ausdauer fast unbeschadet überwunden. Sofern es das Wetter zulässt, sind wir den halben Tag unterwegs. Da gibt es immer viel zu erkunden. Danach lassen wir uns bei Massagen und Beweglichkeitsübungen verwöhnen.

So hoffen wir, dass uns dieser super tolle Hund noch ein paar Jährchen bei bester Gesundheit erhalten bleibt.

Shanuk

Nochmals ganz vielen lieben Dank, dass Sie mir damals Shanuk vermittelt haben. Dass ein Mensch und ein Tier ein so tolles Team bilden können, habe ich nicht für möglich gehalten.

Herzliche Grüße

G. B.

Lieber Herr B., wir haben uns sehr gefreut, zu lesen, dass Sie und Shanuk wieder fit sind. Shanuk sieht einfach immer noch toll aus! Einen halben Tag unterwegs sein, wenn auch mit einigen Schnüffelpausen, ist für einen 12-Jährigen ein sportliches Pensum. Wir wünschen Ihnen und Shanuk noch viele spannende und anschließend entspannte Tage.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
August 2022
 


 

Balu – ein „netter, unkomplizierter Husky“ (doch, doch, hier geht es um Balu, den „Bissigen“)

Balu

Balu, der „Bissige“, der „Dauersitzer“ in der Station. Drei lange Jahre musste er warten, mussten auch wir warten (aber nicht untätig), bis endlich der richtige Mensch kam, der einzig richtige für Balu. Dieser Mensch kam mit E. P., die „eigentlich“ überhaupt keinen dritten Hund wollte, schon gar keinen über drei Jahre und keinen „Spezialfall“; E., die sich von vielen beraten ließ, ob Balu, der all diese „Vorgaben“ NICHT erfüllte, trotzdem der Richtige sein könnte. ALL ihre „Berater“ rieten E. von Balu ab – E. aber war „beratungsresistent“, sie wollte NUR einen, BALU. Nun ist Balu seit drei Jahren Eidgenosse, er hat sich (unter viel Gegrummel und „Getue“) in den Alltag von Familie P. eingelebt – auch sein Herrchen sagt inzwischen über ihn, er sei ein „netter, unkomplizierter Husky“. Es gibt einen neuen Bericht über Balu und wunderschöne Fotos aus den Schweizer Bergen: BaluBalu

Liebe Alle,

wir haben offiziell schon länger nichts mehr von uns hören lassen, mea culpa. Das hat zum einen damit zu tun, dass es bei uns (von Codys Einzug abgesehen) sehr unspektakulär zugeht, zum anderen ist das auch dem letztjährigen Bergunfall geschuldet, wo die Schadensabarbeitung etwas langwierig ist, obwohl ich in Sachen Frühstmobilisation sicher sehr gut unterwegs bin.

Balu auf dem Gipfel

 Ich glaube, die längste Gassipause betrug 1 Woche. An der Stelle bin ich auch wirklich froh und dankbar, dass meine bessere Hälfte und Balu sich so gut verstehen und er sich dann gekümmert hat und findet, dass Balu ein netter, unkomplizierter Husky ist.

Balu und Franca   Balu
Balu Balu Balu

Das ist er in der Tat, er ist überall dabei, fährt Bahn, weiß sich im Hotel und im Restaurant zu benehmen und lässt sich mittlerweile auch mal von Fremden begrapschen, wenn sie ihn vorher hinreichend bewundert haben; einzig seine Kommentiererei ist für Außenstehende manchmal etwas irritierend (er brummt und tut dies ja in jeder Tonlage), Tussi halt.

Eigentlich kommt er ja jetzt ins Seniorenalter, er wird 11 im November, will davon aber noch nichts wissen, er ist ja auch energieeffizient unterwegs.

Sonst gibt es von dieser Seite nicht viel zu berichten.

Liebe Grüße
E.

Balus Geschichte zeigt wieder einmal: Wenn die Chemie stimmt, wenn Hund und Mensch zusammenpassen, wenn Hund sich angenommen weiß und langsam Vertrauen aufbauen darf, ist vieles (alles?) möglich. Liebe E., ein ganz, ganz großes DANKE, dass Du Balu diese einmalige Chance gegeben hast. Wir haben drei Jahre lang davon geträumt, Balu einmal so relaxt und glücklich zu sehen wie auf den Fotos hier – nun ist dieser Traum in Erfüllung gegangen. Dir weiterhin gute Besserung und Euch allen noch viele erlebnisreiche Bergtouren.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
Juli 2022


Pelle – der „kleine Lump“ hat seine Familie gut erzogen

PelleWenige Wochen vor seinem ersten Geburtstag kam Pelle Mitte Oktober 2020 in die Station, abgegeben wegen Zeitmangels seiner ehemaligen Familie.Pelle Unsere Telefone „liefen heiß“ wegen dieses freundlichen, offenen „Strahlemanns“, aber Corona verhinderte eine schnelle Vermittlung. Und so machte Pelle auf der Station „Party“. Ende März 2021 durfte er dann die Station verlassen – eine bessere Familie als Familie S. hätte er sich nicht aussuchen können. Pelle wird bald drei Jahre alt, hat aber immer noch „Party! Party! Party!“ im Kopf. Sein neuester Bericht zeugt davon. Das Frauchen schreibt dazu: „Natürlich gibt es noch viel mehr, was der junge Herr so alles anstellt, wer weiß, vielleicht fülle ich damit mal ein ganzes Buch.“ Hier ein kleiner Ausschnitt aus Pelles aufregendem Leben:

Hallo liebes Team von der Nothilfe für Polarhunde,

jetzt, nach etwas mehr als einem Jahr, ist es an der Zeit, dass sich Party-Pelle mal wieder meldet:

„Der Umzug war ja schon recht aufregend. Hier wohne ich jetzt in einem Haus mit vielen Leuten, das bedeutet viele Hände, die streicheln, Bälle und Stöckchen werfen und Gassi gehen können. Ganz wichtig! Aber am besten ist der große Garten, wo ich rennen und buddeln kann. Ich hab schon zwei Löcher geschafft, wo ich komplett rein passe. Besonders wichtig! Das ist jetzt, wo es warm ist, sehr angenehm. Wenn es richtig heiß ist, gehe ich am liebsten in den Pool oder an einem der Seen ins Wasser, wo mein Frauchen mit mir so gerne spazieren geht.

Pelle

Ein echtes Highlight ist, wenn wir zum Rursee fahren. Vom Boot aus kann man ganz viel sehen, nur leider kann man nicht sofort dahin. Dass das Boot manchmal ein wenig schräg liegt, stört mich nicht, nur Frauchen wird etwas unruhig, wenn ich dann auf dem Boot überall hin laufe. Sie hat wohl Angst, dass ich ins Wasser fallen könnte. Manchmal stellt sie sich schon ein wenig an.

PelleIch habe auch einen klasse Kumpel gefunden, mit dem ich meinen Garten unsicher mache. Wir toben stundenlang durch die Hecken und Büsche, rennen über die Wiese und spielen Tauziehen. Das ist hyper wichtig! Pelle

Das Essen ist auch gut. Frauchen bäckt mir sogar meine Lieblingsleckerlis mit Thunfisch und bemüht sich um Essen nach meinem Geschmack. Meine nette Ärztin hat gesagt, dass ich nicht zu schwer bin. Na ja, meinte aber auch, dass ich nicht mehr zunehmen soll. Bin halt ein starker Kerl. Ich ziehe mein Frauchen auf dem Fahrrad gerne durch die Gegend. Sie ruft dann öfter, dass ich langsamer werden soll. Verstehe nicht, warum.

Zur Schule gehen muss ich auch. Das ist schon eine recht lustige Sache. Frauchen ruft, dass ich zu ihr kommen soll, aber ich bin dann doch zu der niedlichen Hündin abgebogen. Manchmal muss man halt Prioritäten setzen.

Silvester waren wir auf einem besonders langen Spaziergang unterwegs mit super Aussicht, aber nach 3 ½ Stunden war ich dann doch etwas erledigt, zumindest für die nächste halbe Stunde. An dem Abend haben mich alle ganz viel gekrault und im Arm gehalten, denn die Knallerei draußen hat mir nicht gefallen. Die kann einem schon ganz schön Angst einjagen.

Ansonsten läuft hier alles prima, und ich hab die Familie schon gut erzogen. Das ist ganz besonders mega wichtig!“

Ja, ja, er hat uns gut erzogen, der kleine Lump. Außerdem hat er eine scheinbar ständig wachsende Fan-Gemeinde. Es gibt Momente, wo meine Kinder sich nicht sicher sind, ob ihre Freunde sie besuchen oder zu Pelle wollen. Mein Sohn hat Pelle schon einen eigenen Insta-Account (im.pelle) eingerichtet, damit alle auf dem Laufenden sind. Pelle ist ein Lausbub und ein echter Schatz!

Ganz liebe Grüße von allen aus A.

Offensichtlich erfüllt Pelles Familie alles, was für Pelle „ganz“, „besonders“, „hyper“ und „ganz besonders mega“ wichtig ist. Dann können wir uns ja beruhigt zurücklehnen und uns auf die nächste Post von „Party-Pelle“ freuen. Spaß beiseite (was bei Pelle schwerfällt): Liebe Familie S., danke, dass Sie dem „Lausbub“ ein so passendes Zuhause geschenkt haben und ihn liebevoll und augenzwinkernd zum Erwachsenwerden begleiten. Oder meinen Sie, ein Pelle wird nie „erwachsen“? Wir werden es hoffentlich miterleben dürfen ….

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
Juli 2022


Hardy – Happy Birthday!

Im Dezember 2008 schrieben wir im Glücklich-vermittelt-Text auf unserer Website: „Wir wünschen Hardy und seinen sympathischen Herrchen viele schöne gemeinsame Jahre“. Unser Wunsch ging in Erfüllung: Am 15.07.2022 wurde Hardy 17 Jahre alt! Nach den vielen „Turbulenzen“ in Hardys ersten Lebensjahren ist er nun seit fast 14 Jahre geliebtes Familienmitglied. Sein Herrchen schickte uns Fotos von Hardys Geburtstagstorte:

Impressionen vom 15.7.22

Hardy hat Geburtstag Herzliche Grüße aus Berlin
B. J.
Hardy hat Geburtstag
  Hardy hat Geburtstag  

Lieber Hardy, ganz herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag und weiterhin eine schöne Zeit mit Deinen Herrchen. Wir drücken auch ganz fest die Daumen, dass Dein Tierarzt „grünes Licht“ für den Sommerurlaub gibt.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
Juli 2022


Ein Glücksfell lädt Sie ein zum Ratespiel: Wer bin ich?

Steckbrief:
• Geboren am 25.10.2019
• Siberian Husky
• Hündin
• Blauäugig
• 20-22 kg schwer
• Erziehung finde ich ätzend.
• Unsinn finde ich toll.
• Ich mag alle Hunde.
• Ich fresse alles, was unterwegs so rumliegt.
• Ich ziehe wie verrückt an der Leine.
• Martin nennt mich manchmal Chaot (vermutlich, weil ich so gut erzogen bin).
• Im Haus bin ich überwiegend entspannt.
• Wenn ich raus muss, melde ich mich (wer sagt denn, dass Erziehung nicht funktioniert!).
• Vor über 6 Monaten bin ich bei den Polarhunden ausgezogen.
• Ich bin unendlich verfressen.
• Ich kriege nie genügend zu fressen.

Haben Sie’s erraten? Erziehung ist „ätzend“, Unsinn „toll“ und „unendlich verfressen“ – das kann nur Nala sein! Und richtig:

Nun habt Ihr es sicherlich schon erraten – ich bin es: Nala. Am 15.10.2021 bin ich bei den Polarhunden ausgezogen, das war ganz gut dort, aber es gab auch nicht genug zu fressen. Ich bin halt ein Fressmonster. Zwischenzeitlich kriege ich fast die gleiche Futtermenge wie Lasko, mein 10-jähriger Freund, der Malamuterüde, der gut 10 kg schwerer als ich ist.

Ja, bei uns ist immer was los. Etwa dreimal pro Woche machen wir eine längere Wanderung auf der Alb, im Donautal oder in den Alpen. Natürlich wandern wir hier regelmäßig auf der Uracher Alb.

Martin hat jetzt eine Hundegruppe im deutschen Alpenverein (Sektion Reutlingen) ins Leben gerufen. Toll, da lernt man mehr Hunde kennen und kann auch Unsinn machen. Die ersten Wanderungen in einer größeren Hundegruppe haben stattgefunden und waren einfach toll.

Neulich bin ich bergab, bei einer Wanderung, so kräftig in die Leine gesprungen, dass Martin richtig gestürzt ist. Der Rucksack hat dabei als „Airbag“ gedient. Der Unterarm war allerdings nicht geschützt. Martin musste sich hinterher die Steinchen aus der Wunde holen. Naja, ich hatte natürlich überhaupt nichts mit dem Sturz zu tun. Martin war halt einfach zu ungeschickt.

Leider soll das jetzt Konsequenzen für mich haben. Martin sagt nicht mehr „Nala langsam“ und zieht gegebenenfalls an der Leine, sondern nun lässt Martin mich bei schwierigen Wegen nicht mehr vorne gehen. Ich muss jetzt hinter ihm laufen (Lasko macht das schon lange so). Das ist aber so gemein. Ich habe mich natürlich kräftig gegen so eine Einschränkung meiner Freiheit gewehrt – aber Martin kann genauso stur sein wie ich. Erziehung ist einfach Sch….

Wir üben nun regelmäßig, aber dass mir irgendjemand sagt, was ich tun soll, finde ich ganz blöd und auch richtig gemein. Vermutlich sind Menschen aber so!

Wir haben jetzt ein tolles neues Spiel. Ich nehme irgendetwas, „Abfall“ (Folien, Pferdeäpfel, Mist, Tempos etc.) ins Maul und Martin sagt „aus“. Wenn ich es ausspucke, kriege ich ein Stück Putenfleisch. So blöd, wie einige Hundetrainer denken, bin ich aber doch nicht. Ich nehme jetzt noch mehr „Abfall“ ins Maul und kriege im Austausch etwas Tolles zu fressen. Solche Spiele sind einfach toll.

Ein zweites Spiel habe ich mir noch ausgedacht. Ich melde mich bei Martin, dass ich raus muss. Er geht dann mit uns raus! Aber eigentlich muss ich weder einen Haufen noch Urin absetzen – sondern will einfach nur eine weitere Gassirunde. Solche Spiele gefallen mir. Martin allerdings nicht ganz so.

Ich habe schon ganz viele Freunde gewonnen, allerdings haben einige richtig große Hunde auch Angst vor mir, weil ich so wild spiele. Neulich habe ich meinem Freund ein Leckerlie geklaut. Ich bin halt superschnell. Der war allerdings richtig sauer auf mich. Lasko musste mich retten, sonst hätte ich sicherlich etwas „auf das Maul gekriegt“. Ja, auf Lasko ist einfach Verlass.

Im Mantrailing werde ich immer besser. Es macht mir tierisch viel Spaß, und zu fressen gibt es ja bei Erfolg auch immer, und ich finde die gesuchte Person ja auch immer.

Neulich hatte ich meinen ersten Termin „Anti-Gift-Köder-Training“. Das war super. Die hatten für mich extra ein kaltes Buffet mit Saitenwurst, Hundefutter, Rinderhack, Pferdeäpfel, Burger und sonstige Leckerlies vorbereitet. Wer dachte, ich ginge einfach daran vorbei, hat sich aber richtig getäuscht. Natürlich habe ich mit einem kräftigen Sprung erstmal versucht, mir ein paar Würste zu schnappen. Leider hat die Trainerin aufgepasst, und die haben ein paar Schellen in Richtung Wurst geworfen. Nach der vierten Schelle und einem kräftigen „Zisch“ habe ich dann aber von der Beute abgelassen. Das war richtig gemein! Wie können die mir sowas antun. Aber irgendwie war ich doch beeindruckt und habe die anderen Leckerlies einfach ignoriert. Fairerweise muss ich sagen, dass die anderen Hunde nach einem „Zisch“ und einer Schelle schon so beeindruckt waren, dass sie die anderen Leckerlies ignorierten. Das waren halt alles Weicheier!
Dann kam der zweite Durchgang. Ich war doch etwas beeindruckt und wollte nun an der neuen Buffetreihe gar nicht mehr vorbeigehen. Aber ich hatte Martin an der Leine, und dann bin ich doch am Buffet entlang gegangen. Die ersten Leckerlies habe ich ignoriert und bin richtig ausgewichen. Dann kam doch die Fressgier wieder durch, und ich wollte endlich mal einen Snack erwischen. Leider war Martin ganz schnell mit einem „Zisch“ und dann flog auch noch eine Schelle. Die waren verdammt schnell, sogar schneller als ich.
Danach habe ich alle anderen Snacks ignoriert. Martin war im Gegensatz zu mir ganz zufrieden.
Bei der nächsten Gassirunde (8 Stunden später) habe ich aber wieder zugeschlagen und etwas Mist gefressen. Das „Zisch“ von Martin habe ich einfach ignoriert. Ich bin halt ein Fresssack.
Martin hoffte daraufhin auf den nächsten Termin „Anti-Gift-Köder-Training“. Der kam, und ich war fast vorbildlich. Naja, auch nach dem 2. Termin kann ich Tempos immer noch ganz schwer liegenlassen.

Seit einigen Wochen habe ich ein großes gesundheitliches Problem. Ich laufe erst ganz normal, und mit einmal knicke ich mit meinem rechten Vorderlauf ein. Meine Tierärztin weiß auch nicht so richtig, was ich habe. Sie meint, dass es von der Schulter kommt.
Ich hatte inzwischen sechs Termine in der Tierklinik in Stuttgart-Plieningen. Der Orthopäde wusste nicht so richtig zu sagen, was es ist. Auch der Neurologe wusste nicht so richtig, was ich habe. Dann haben die Ärzte mich tief schlafen lassen und ein MRT gemacht. Danach haben Sie Martin gesagt, dass ich Krebs (Nervenwurzelkarzinom – nicht zu operieren) habe. Martin war furchtbar traurig, und ich musste ihn trösten. Wir sind dann in den Urlaub nach Ramsau bei Berchtesgaden gefahren. Martin wollte sich von mir verabschieden. Ich weiß zwar nicht, was das ist, aber Martin war den ganzen Tag mit mir und Lasko zusammen, und das war ganz toll.
Manchmal konnte ich zum Anfang einer Tour kaum laufen (oder wollte nicht). Nach dem Urlaub sollte ich eingeschläfert werden. Glücklicherweise weiß ich nicht, was das ist. Nach einer Woche kam die Nachricht aus der Klinik, dass die Diagnose Krebs vermutlich eine Fehlinterpretation des MRT war.
Nun kam eine weitere Untersuchung in der Klinik hinzu. Der Vorschlag der Ärzte war, eine Computertomografie zu machen. Martin hat dann gefragt, ob sicher sei, dass man danach auch wüsste, was ich habe. Das haben die Ärzte verneint. Stattdessen habe ich erstmal Cortison gekriegt. Martin hofft, dass ich eine Nervenentzündung habe und diese durch das Cortison weggeht.
Die Tabletten kriege ich mit dem Futter zusammen. Da ich so verfressen bin, geht das ganz einfach. Die Magenschutztabletten spucke ich aber immer wieder aus. Dann versucht Martin, mir diese mit einem Leckerchen, wie getrocknete Lunge, zu geben. Na ja, dann inhaliere ich die Tablette ganz schnell. Wie gut, dass ich so verfressen bin.

Dachstein: Pfingsten 2022 - Lasko und ich am Pfingstmontag (der letzte Sonnentag im Urlaub)Aufstieg zum Guttenberghaus/Dachstein (2.146 m NN)Die Pfingstwoche waren wir im Dachstein/Schladminger Tauern. Auf dem Dachsteingletscher war es so schön kalt (1° C) und total nebelig. Es hat auch im Sommer geschneit, das war richtig toll. Auch Lasko fand das super. Naja, dass wir einen Maulkorb in der Seilbahn tragen mussten und das, obwohl die Seilbahn nur mit drei Personen besetzt war, war einfach ätzend. Aber der Gletscher entschädigte uns Vierbeiner.

Wir haben im Urlaub trotz Nebel und Regen ganz tolle Bergtouren gemacht. Am besten waren natürlich die Schneefelder. Bergauf ziehe ich nicht stark, dafür aber bergrunter. David, ein Neffe von Martin, hat mich im Urlaub geführt. Naja, wenn ich ehrlich bin – eigentlich habe ich eher David geführt als er mich. Dann kamen immer die Kommandos „Nala langsam“. Aber das fand ich nicht so lustig und zog ich lieber David bergab.

In der Nähe der Steirischen Kalkspitze auf etwa 2.315 m NN Salzburgerland/Steiermark

Martin hatte Lasko an der Leine. Ich muss ja zugeben, Lasko läuft in den Bergen viel sicherer als ich, und bergrunter läuft er in schwierigen Passagen hinter Martin. Martin hatte mir ja schon angedroht, dass ich auch hinter ihm bergab laufen muss. Ich finde das aber Schei….
Hoffentlich reicht es auch in Zukunft, dass ich Martin mit meinen blauen Augen ansehe und er sich einfach von mir wieder bergab ziehen lässt. Die Hoffnung stirbt halt zuletzt.

Durch die Tabletten bin ich den ganzen Tag am Saufen und Fressen. Naja, nachts kann ich nicht mal richtig schlafen, da ich etwa einmal pro Stunde raus muss. Leider schaffe ich es nicht immer rechtzeitig raus. Das machte Martin nicht so glücklich. So langsam wird das aber auch besser.
Ich knicke nun aber nicht mehr mit meinem rechten Vorderlauf ein und laufe wieder besser. Ich bin immer noch mit den Vorderläufen etwas ungelenkig, aber hoffentlich wird auch das besser. Nun hatten wir noch einen Termin in der Tierklinik. Ich habe weitere Medikamente erhalten und hoffe, dass ich bald wieder fit bin.

Ich habe so unendlich viel erlebt und könnte noch ganz viel schreiben, wie die Sache mit dem Igel, aber vielleicht behalte ich das lieber für mich. Irgendwann muss auch mal Schluss sein. Ich werde Euch aber bald wieder was berichten.

Schlussendlich muss ich sagen, dass Martin mir ziemlich viel bietet. Ich ihm allerdings auch.

Diesen Bericht habe ich geschrieben – aber Martin hat mich etwas unterstützt.

Nala

Ich und mein Freund Lasko, vor meiner Krankheit Ich und mein Freund Lasko, vor meiner Krankheit

Liebe Nala, weiterhin gute Besserung, wir drücken ganz fest die Daumen, dass Du bald wieder so richtig „Gas geben“ kannst, wie auf dem Foto.
Lieber Martin, welchen Albtraum Du durchlebt hast in den letzten Monaten! Das kann man sich kaum vorstellen. Wir wünschen Dir und Deinen beiden Fellnasen, dass es weiterhin bergauf geht mit Nalas Gesundheit. Nalas Abenteuerlust und Lebensfreude hat die Krankheit offenbar keinen Abbruch getan – das ist gut so, und das hat Nala nicht nur ihrer Jugend, sondern vor allem Deiner Liebe und Unterstützung zu verdanken. Danke, dass Du und Lasko „die kleine Motte“ aufgenommen habt, Nala hätte nichts Besseres passieren können. Alles Gute Euch Dreien!
Das Team der Nothilfe für Polarhunde
Juli 2022


Jacky – „und nun nehmen wir jeden Tag mit Dankbarkeit“

Jacky

„Und nun nehmen wir jeden Tag mit Dankbarkeit“ schreibt Jackys Familie. Das Alter (Jacky ist am 24.02. vierzehn geworden) und Jackys Spondylosen hinterlassen leider immer mehr Spuren. Sein „Rudel“ unterstützt Jacky und nimmt Rücksicht, wenn er dies braucht. Und Jacky zeigt ihnen im Gegenzug seine Lebensfreude – das ist das Wichtigste.

JackyHallo liebes NfP-Team,

weil wir eigentlich, seit wir Jacky vor über fünf Jahren im Februar 2017 von Euch anvertraut bekamen, jedes Jahr einen kleinen Bericht geschrieben haben, sind wir wieder einmal dran.

Unser letzter Bericht war überschrieben mit „Im Geiste jung geblieben“. Das fällt Jacky inzwischen leider zunehmend schwer, beeinträchtigen ihn doch seine Krankheiten im Alltag deutlich. Etwa an Ostern, es war Karfreitag und meine Frau war mit Amor auf einem Hundesport-Turnier, lag Jacky den Tag schwach bei mir in der Küche. Hatte er sich dann mal ein Leckerli bei mir abgeholt, war allein das Hinlegen schon wieder eine Prozedur.

Nachdem er vor Ostern zwei Zwischenfälle hatte, wonach er sein hinteres rechtes Bein nicht mehr belasten konnte, bekam er eine erhöhte Dosis Schmerz-Medikamente. Inzwischen geht es ihm wieder besser. Wir hatten eine ähnliche Situation schon einmal im vergangenen Jahr und darauf folgte eine lange gute Phase. Das hoffen wir uns auch für die kommende Zeit. Bei unserer heutigen etwa einstündigen Gassirunde hier im Hintertaunus sprang er schon wieder aufgeweckt vor uns her, natürlich nach seinen Möglichkeiten. Und eine Stunde ist meist auch schon absolut ausreichend. Mehr schafft er dann nicht mehr.Jacky

Wenn wir das vergangene Jahr reflektieren, hatte Jacky trotz alledem eine schöne Zeit. Wir waren im frühen Winter noch einmal in der Schweiz. Die lange Hin- und Rückfahrt hat er mit Bravour gemeistert. Und vor Ort konnten wir sogar kleine Wanderungen unternehmen.

Und nun nehmen wir jeden Tag mit Dankbarkeit, an dem uns Jacky morgens begrüßt, wenn wir in die Küche kommen, wo er schläft, weil er die Treppen ins Schlafzimmer nicht mehr laufen kann, und uns höflich bellend nach seinem Frühstück fragt. Wir genießen die Zeit, die wir mit ihm verbringen dürfen, und nehmen einfach ein wenig Rücksicht. So nehmen wir nicht mehr gemeinsam an längeren Veranstaltungen teil, um Jacky lange Wartezeiten im Auto zu ersparen. Einer von uns bleibt dann bei ihm zuhause.

Und den Alltag zuhause, den schafft unser Husky-Opa schon noch irgendwie. Dank liebevoller Unterstützung unseres Hunde-Physio-Teams und unserer Tierärztin. Die drei sind wirklich toll. So melden sie sich manchmal proaktiv bei uns mit dem Satz „ich habe da noch einmal nachgedacht und eine Idee, wie wir Jacky noch helfen könnten“. Was soll man da sagen?

Wir bauen unsere Hoffnung auf das Frühjahr, die Sonne und die Wärme, die Jacky hoffentlich gut tun werden. Wir spüren auch immer noch seine Lebensfreude, wenn er manchmal in leichtsinnigem Übermut unsere anderen Hunde zum Spielen auffordert.

Und schön wäre es natürlich auch, wenn sich sein Zustand so stabilisiert, dass wir mit ihm noch einmal bei Euch vorbeischauen könnten. Wir haben ohnehin noch so einige Sachen hier liegen, die wir in der Coronazeit für Euch gesammelt haben. Drückt ihm mal die Daumen.

Wir grüßen Euch herzlichst

I. und D. mit dem Rudel Jacky, Minus, Amor und Yuri

Liebe I., lieber D., und wie wir die Daumen drücken! Euch sechs nach so langer Zeit in der Station wiederzusehen – das wäre soooooo schön! Das WIRD schön sein! Hier sagen wir erst einmal auf diesem Wege „danke“ für die liebevolle Begleitung, die Ihr alle Jacky zuteilwerden lasst. Man sieht Jacky auf den Fotos an, dass er glücklich ist, so behütet alt werden zu dürfen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
Mai 2022


Nala – sie sprudelt immer noch über vor Tatendrang und Lebensfreude

Es ist noch nicht lange her, dass der kleine Wirbelwind Nala die Station unsicher gemacht hat. Anfang September 2021 zog sie ein, am 15.10., zehn Tage vor ihrem zweiten Geburtstag, verließ sie die Station wieder. Als gut sozialisiert, jung, voller Tatendrang und mit mancher Flause in ihrem hübschen Köpfchen hatten wir sie beschrieben, und mit diesem Wesen wickelte sie den zehnjährigen Malamuterüden Lasko und das zweibeinige Herrchen Martin um ihre Pfoten. Seither scheint sie die beiden Männer auf Trab zu halten – so jedenfalls hört sich ihr neuester Bericht an:

Ich bin Nala und will Euch von den letzten fünf Monaten bei Lasko (meinen Freund, dem Malamuterüden) und Martin berichten. Am 15. Oktober 2021 bin ich bei der Nothilfe ausgezogen, und es hätte wirklich schlimmer kommen können.

NalaAm Anfang war ich völlig untrainiert und nach vier Kilometern Gassirunde völlig fertig. Heute macht mich keiner mehr fertig. Ich konnte nicht über Baumstämme springen oder klettern. Das ist heute auch kein Problem mehr. Lasko hat mir gezeigt, wie man es macht, und ich habe es irgendwann nachgemacht. Naja, anfangs habe ich mich vor das Hindernis gelegt und gewartet. Der Baumstamm ging aber einfach nicht weg.

Martin lässt mich fast nie allein, und Lasko ist ja auch noch da. Wir gehen mindestens drei Mal am Tag raus und mindestens 100 km pro Woche. Wäre da nicht das Problem mit dem Fressen. Ich kriege nur etwa 120 % der oberen Fütterungsempfehlung, zusätzlich viel zu wenig Leckerlies. Da ist es natürlich ganz normal, dass ich unterwegs mal Pferdeäpfel, Mist, Erde, Kompost, Holz, Papiertaschentücher und auch mal Zigarettenkippen fressen muss. Das mit den Zigarettenkippen lasse ich jetzt aber sein. Irgendwie schmecken die nicht.

Neulich wollte Martin mir eine Plastikfolie wegnehmen. Da habe ich kräftig zugebissen. Martin musste danach ins Krankenhaus. Er war aber nicht mal richtig sauer auf mich. Ich habe ihn danach mit meinen blauen unschuldigen Augen angesehen, und alles war wieder gut. Aber Martin hat etwas gelernt und nimmt mir nie mehr was zu fressen (Martin nennt es Abfall) weg.

Neulich habe ich einen Komposthaufen geplündert. Danach ging es mir richtig schlecht. Es kam hinten und vorn wieder raus und das zeitweise gleichzeitig. Obwohl Martin mit mir zigmal in der Nacht draußen war, habe ich fünf Mal einen Haufen im Haus hinterlassen. Ich musste schon zwei Mal zum Tierarzt, weil es mir richtig dreckig ging, nachdem ich irgendwas gefressen hatte, was ich lieber hätte liegen lassen sollen. Die Spritzen waren verdammt schmerzhaft. Martin versucht immer wieder, mir das Fressen von Abfall zu verbieten, aber er müsste wissen, dass ich viel zu stur dazu bin. Erziehen lasse ich mich eher nicht.Nala

Dafür muss ich demnächst zum „Anti-Giftköder-Training“. Was das ist, weiß ich noch nicht, aber solange es was zu fressen gibt, ist es bestimmt toll.

Neulich habe ich versucht, Martin auf dem Scooter zu ziehen. Oh, war das ein Chaos. Ich bin losgerannt und dann wieder stehen geblieben. Dann nach rechts und links, dann noch einen Haufen setzen. Es war wirklich lustig. Schade, dass Lasko für den Scooter zu alt ist. Sonst hätte er mir es sicher richtig gezeigt.

Seit ein paar Wochen gehen wir regelmäßig zum Mantrailing. Das macht richtig Spaß, und wenn ich das „Opfer“ gefunden habe, gibt es immer was ganz Leckeres zu fressen. Die Trainerin hatte früher Malamute und kann ganz toll mit mir umgehen. Immer, wenn ich suche, bin ich so konzentriert, dass ich selbst leckere Pferdeäpfel ignoriere. Meine Erfolgsquote beim Suchen liegt bei 100 %. Neulich habe ich eine Spur über 5 km verfolgt und das „Opfer“ auch gefunden. Das gab ein großes Knuddeln und was Tolles zu fressen. Letzte Woche habe ich sogar mein „Opfer“, das mit dem Fahrrad gefahren ist, gefunden. Die Belohnung hat super gut geschmeckt. Andere Hunde sind nach dem Training immer fertig, ich aber nicht. Nach dem Training möchte ich spielen oder eine große Gassirunde laufen. Dazu hat Martin aber nicht immer Lust.

Mit Lasko verstehe ich mich meistens sehr gut. Neulich habe ich ihn allerdings so in die Pfote gebissen, dass er danach mehrere Tage humpelte. Die Tierärztin hat ihm Schmerzmittel und sonstige Medikamente verordnet. Das Spielen mit Lasko ist toll, ich bin aber ziemlich grob und beiße ihm in die Ohren und den Hals. Meistens findet Lasko das auch ganz gut. Wenn ich übertreibe, sagt er mir das aber auch manchmal deutlich.

Einmal pro Woche treffe ich Coda, der kam schon vor Jahren von der Nothilfe. Coda hat ein riesiges (und eingezäuntes) Grundstück mit großen Komposthaufen. Da macht das Spielen richtig Spaß. Nur ist Coda viel ruhiger als ich, und etwas mehr Aktion wäre toll, aber zwei Rüden und ich ist auch schon ganz gut. Ärgerlich ist allerdings, dass Lasko viel schneller ist als ich.

In der Nacht muss ich mindestens einmal raus. Anfangs habe ich einfach ins Haus gemacht. Das fand Martin nicht ganz so gut. Inzwischen melde ich mich aber rechtzeitig.

Insgesamt ist Martin mit mir aber ganz zufrieden und würde mich auch nicht wieder gehen lassen.

Es gäbe noch zu viel zu berichten, jetzt ist aber Schluss, sonst versäume ich das Fressen ….

Viel Grüße
Nala, Lasko und Martin

Alleine beim Lesen kommt man außer Puste! Liebe Nala, einfach mal tiiiiiiief durchschnaufen – dann kommen Lasko und Martin auch mal dazu durchzuatmen. Diesem tollen Bericht gibt es nichts hinzuzufügen, außer: Wir sind gespannt auf das Ergebnis des Anti-Giftköder-Trainings, und wir sagen herzlich DANKE an Euch, Martin und Lasko, dass Ihr Euch der Herausforderung Nala gestellt und das Mädel an die Pfoten genommen habt! Und es gibt Hoffnung: Auch Nala wird älter und (vielleicht) ruhiger ….

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
April 2022


Lennox – „Back to the Roots“

LennoxLennoxVor ganz langer Zeit wurde Lennox in Spanien geboren. Über viele Umwege landete er bei seiner heutigen Familie. Jetzt verbrachte der inzwischen routinierte Wohnmobil-Urlauber vier Wochen mit seiner Familie in Spanien und Portugal und hat uns schöne Fotos geschickt:

Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,

Lennox und Xenga sind auf großer Fahrt. Vier Wochen Spanien und Portugal. Drei Wochen sind schon vorbei. Wir sind schon auf dem Rückweg.

Die Strände waren eine Sensation für Lennox. Das hat er vorher so noch nicht genießen können. Pandemie sei Dank.

Lennox

Mein großer schwarzer Freund. Du wirst im April 10 Jahre alt. Deine Fitness ist enorm. Man kann dein Alter kaum glauben.

You are the best ever.

Dein Frauchen H.

Lieber Lennox, nachträglich herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag am 10. April! Wir wünschen Dir und Deiner Familie noch viele schöne Urlaube – solche Unternehmungen werden Dich fit und die Liebe Deiner Familie wird Dich gesund halten.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
April 2022


Senja (ehem. Mystica) – „eins, zwei, drei im Sauseschritt ...“

Ja, “im Sauseschritt läuft die Zeit“ (Wilhelm Busch) – kaum zu glauben, dass es schon sieben Jahre her ist, dass Mystica als zehn Monate alte kleine Maus bei uns in der Station war. „Im Sauseschritt“ durfte sie die Station auch wieder verlassen, und „im Sauseschritt“ scheint sie, als Senja, immer noch unterwegs zu sein. Nachdem die Zweibeiner zu Anfang zwischen Senja und Kumpel Finn des Öfteren schlichten mussten, sind die beiden inzwischen ein Dream-Team. Senjas Charme konnte selbst der wählerische Finn nicht widerstehen:Finn

Liebes Team der Nothilfe,

es sind doch tatsächlich schon sieben Jahre her, damals war sie zehn Monate alt, dass wir unsere Senja auf der Schwäbischen Alb abgeholt haben.

Sie macht einem so viel Freude, ist immer gut gelaunt und für jeden Spaß zu haben. Es braucht nicht viel, sie zu animieren. Will man im Laufschritt die Straßenseite wechseln, ist sie der Meinung, wir machen ein Spiel daraus. Das ist dann mitten auf der Straße nicht so angebracht.

Auch freut sie sich immer auf das Agility-Training und hüpft erstmal wie ein „Kängeru“ (O-Ton Trainerin) auf und ab. Eine von uns Dreien hat schon mal Spaß. Es dauert immer ein wenig, bis sie sich regelkonform am Start platzieren lässt. Dann ist aber kein Halten mehr. Außer bei der A-Wand oder der Wippe meint sie manchmal, es könnte sich etwas geändert haben seit dem letzten Training. Dann wird sie sanft überredet, und beim nächsten Durchgang ist es, als wäre nichts gewesen. Unser Finn ist auch mit seinen zwölfeinhalb Jahren noch dabei, wenn auch mit niederen Hürden.

Auch haben wir zwei Mal bei Camp Canis (Hindernislauf ohne Zeitmessung) teilgenommen. Senja war zwar in einigen Situationen zurückhaltend, am Ende klappte aber doch noch alles einwandfrei. Mein Ziel ist es, sie noch an Stand-up-Paddeln heranzuführen. Nur Finn hat es nicht so mit Wasser. Muss er ja auch nicht.

Urlaub ist auch gar kein Problem mit der Maus. Sie wusste nach kurzer Zeit, wo ihr Platz im Wohnwagen ist. Sie genießt dann auch die Spaziergänge in fremder Umgebung, da gibt es schließlich auch immer etwas Neues zu erschnüffeln. Darin ist sie sowieso super. Eine Fahrt mit der Fähre nach Norderney, als wir Finns Bruder besucht haben, hat sie auch tapfer mitgemacht. Nur leider hat sie sich nicht die Treppe dort runter getraut und musste getragen werden. Senja

Ein Problem hat sie auch nach wie vor teilweise mit unserem Bodenbelag, besonders bei dem Übergang vom Flur ins Schlafzimmer, Fliesen bzw. Laminat. Auf dem Weg bis zum Teppich könnte sie ja vom Erdboden verschluckt werden. Das hat sich in all den Jahren nicht gegeben.

Im Winter steht noch gelegentlich Rollerfahren auf dem Programm. Dabei hat sie es nicht sonderlich eilig, nur die letzten paar 100 Meter nach Hause gibt sie total Gas. Finn läuft dann neben dem Fahrrad her, ziehen wollen wir ihn nicht mehr lassen.

Sie ist einfach nur brav und auch verträglich mit anderen Hunden. In den ganzen Jahren, in denen sie bei uns ist, gab es nur einmal einen Zusammenstoß mit einer anderen Hündin. Da hat bestimmt die andere angefangen.

Die einzigen Sorgen, die die kleine Maus uns bereitet, ist ein allergischer Ausschlag an der Lefze seit Herbst letzten Jahres. Eine Biopsie hat nicht wirklich zum Erfolg beigetragen. Zum Glück kratzt sie sich nicht vermehrt. Wir hoffen, dass es nur ein „kosmetisches“ Problem bleibt. Zum Jahresanfang hatte sie auch noch eine Ohrentzündung. Sie ließ sich nicht in die Ohren schauen und musste deshalb sogar sediert werden. Diese Ohrenentzündung ist hoffentlich im Griff, und wir haben nie wieder damit etwas zu tun. Neu hinzugekommen: Rücken. Hoffen wir auch hier, dass es eine einmalige Sache war und keine Auswirkungen hat.

„... läuft die Zeit, wir laufen mit.“

„Ob gut, ob schlecht, wird später klar,“ dichtet Wilhelm Busch weiter. In diesem Fall ist längst klar, dass die Entscheidung für Mystica-Senja gut war – für alle Beteiligten. Liebe Familie D., wir haben uns sehr über diesen Bericht und die tollen Fotos gefreut. Danke, dass Sie damals vor sieben Jahren die Geduld und Umsicht „investiert“ haben, Senja und Finn zu vergesellschaften. Wir wünschen Ihnen allen weiterhin eine gute Zeit bei bester Gesundheit und Lebensfreude.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
März 2022


Suki (ehemals Wyoming) – eine der „Ureinwohnerinnen“ der Station wurde 13 Jahre jung

„Und die ganze Familie hat wieder öfter ein Lächeln im Gesicht.“ Das war der Schlusssatz der Glücklich-vermittelt-Geschichte von Suki anno 2014. Als Wyoming weihte Suki zusammen mit ihren zehn Kumpeln am 07.03.2014 unsere Auffangstation auf dem Hasleberg ein. Obwohl ausgesprochen hübsch, agil und im besten Alter interessierte sich anfangs niemand für Wyoming. Auch Familie B. kam nicht wegen Wyoming in die Station, um für ihren Ben nach dem Tod von Hündin Aimy eine neue Gefährtin zu suchen. Aber: Familie B. fuhr mit Wyoming nach Hause! Dort wurde aus Wyoming die glückliche Suki, die Ben und den Zweibeinern wieder ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Vor wenigen Wochen wurde Suki 13, und dies nahm sie zum Anlass, uns einen ausführlichen Bericht über ihr Leben zu schicken:Suki Suki

Hallo Ihr Lieben von der Nothilfe,

vielleicht erinnert Ihr euch noch an mich. Ich war eine von der 11er-Gruppe, die die neue Auffangstation bezogen haben. Damals hieß ich noch Wyoming, aber seit meinem Umzug 2014 in den Taunus nennen mich alle Suki.

Im letzten Dezember habe ich mit meiner Familie meinen 13ten Geburtstag bei bester Gesundheit und mit ungebremstem Tempo gefeiert. Meine Familie sagt mir öfter mal, dass ich vielleicht etwas langsamer machen könnte oder sollte, wegen Alter und so. Aber sich alt zu fühlen, beginnt im Kopf und da ist bei mir die Uhr vor einiger Zeit wohl stehen geblieben.

Es war eine gute Entscheidung von euch, dass ich 2014 zu meiner Familie und Ben ziehen durfte. Ich habe hier ganz viele neue, aufregende und mir unbekannte Sachen kennenlernen dürfen. Das ist mir nicht immer leichtgefallen, denn ich kannte ja nichts und war ja ein bisschen zurückhaltend.

Als erstes habe ich aber gelernt, dass man Menschen vertrauen kann. Das war die größte Überraschung nach den Erfahrungen in meinem „ersten“ Leben.

Und dann z. B. die Sache mit den Wiesen und Bächen. Da darf man rennen und buddeln, oder man springt rein und plantscht, dass es nur so spritzt.

Suki und Ben

Allerdings wollte ich von Anfang an gerne lernen und war neugierig auf alles Neue. Ben war da mein großes Vorbild und perfekter Nachhilfelehrer. Er hat mir auch gezeigt, wie man mit Menschen „spricht“ und sich ihnen mitteilt. Und soll ich Euch noch etwas verraten: von Menschen gekrault und geknuddelt zu werden, ist gar nicht gruselig, wie ich immer dachte. Im eigenen weichen Bettchen liegend und noch leicht verschlafen sich das Köpfchen oder den Bauch kraulen zu lassen, um so den Tag zu beginnen, ist einfach nur schööööön. Das gilt natürlich auch für den Rest des Tages ….SukiSuki

Meinen großen Belgier Ben habe ich schon ganz schön vermisst, als er Ende April auf einmal nicht mehr mit nach Hause kam. Ich habe ja seit dem ersten Tag immer mit anderen Hunden zusammengelebt. Erst in dem großen Rudel, dann mit Ben als Mini-Rudel und auf einmal Single-Hund. Das war schon eine ziemlich große Veränderung für mich, an der ich ziemlich zu knabbern hatte.

Aber meine beiden Menschen haben sich dann mal zwei Wochen Urlaub genommen, sind mit mir zu Hause geblieben und haben mich aufgefangen. So waren wir die ganzen Tage zusammen und haben ziemlich viel gemeinsam unternommen. Da war ich dann auch das erste Mal in einem Hotel. Das Prinzip „Urlaub“ mit Ferienhäusern, Stränden und Meer kannte ich ja schon und habe die immer sehr genossen. Aber Hotel ist auch klasse. Wir haben alle in einem Zimmer geschlafen, und ich war völlig entspannt. Selbst in einem Aufzug zu fahren oder in ein Restaurant zu gehen, war kein Problem für mich. Seitdem komme ich sehr gut mit meinem neuen Status klar. Alleinsein hat auch ein paar Vorteile, auch wenn sie Ben nicht aufwiegen. Die zwei Zweibeiner sind jetzt nicht mehr ganz so konsequent, und es fällt häufiger mal eine besondere Leckerei zusätzlich für mich ab. Aber da ich immer noch mit Vollgas unterwegs bin und meine sportliche Figur behalten habe, sehe ich auch keinen Grund, warum sich das in nächster Zeit ändern sollte.

Suki

Aber über die Zeit ohne Ben haben mir auch unsere Hundefreunde aus der Ben-Zeit sehr geholfen. Besonders Onyx, so ein großer, schwarzer Lausbub, der mal aus Griechenland hierherkam. Das war am Anfang so ein kleiner, scheuer Furzknoten und hatte fürchterlich Angst vor anderen Hunden. Da haben Ben und ich ihn einfach in unserer coolen Husky-Art in unser Rudel aufgenommen und ihm gezeigt, dass man vor anderen Hunden keine Angst zu haben braucht. Er war auch ein großer Fan und Bewunderer von Ben und hat sich viel von ihm abgeschaut. Wir sind seit der Zeit ziemlich beste Freunde und genießen unsere gemeinsamen Spaziergänge, wenn wir uns treffen.

So, ich muss jetzt mal ein Nickerchen machen, als kleines Zugeständnis an das Alter.

Bis nach dem Aufstehen, Eure Suki.

Liebe Suki, ob wir uns an Dich erinnern? Das war keine ernst gemeinte Frage, oder? Nachträglich herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und noch viele aufregende Jahre bei bester Gesundheit. Und natürlich ganz lieben Dank für Deinen tollen Bericht! Liebe Familie B., dass es Suki so gut geht, verdankt sie Ihnen, die dem „Rohdiamanten“ alle Zeit der Welt ließen, um in Ihrer Familie anzukommen und zum Juwel zu werden. Unser herzlichster Dank dafür. Weiterhin viel Gesundheit und Lebensfreude für Sie alle!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
Februar 2022


Buddy (ehemals Bobi) hat seine Meisterin gefunden!

Sie erinnern sich an Bobi, unseren Grantler? Geboren am 22.06.2009 - Einzug in die Station im März 2017 - hasste Veränderungen - zeigte keine Lust, sich damit auseinanderzusetzen, am wenigsten mit sich selbst - gab gerne mal den fletschenden Hund - vergraulte Interessenten … STOPP! Dann trat SIE in sein Leben und wollte es wissen, fuhr zig Kilometer, um zusammen mit ihm zu trainieren. An seinem 12. Geburtstag verließ Buddy mit Simone das Gehege, um nach Hause zu fahren.

Liebes Nothilfe Team

Vor einem halben Jahr habe ich Bobi abgeholt – viel hat sich seither verändert und das bisherige Ergebnis besticht durch Zufriedenheit. Anfangs unvorstellbar, genießen wir nun doch mehrheitlich friedliche Tage mit einem gut gelaunten Hund. Dies sicher auch durch eine Zahnsanierung (die Restnarkose wurde zum ausbürsten seines Kragens ohne Halsband genutzt) und Dauerschmerzmedi. Die Entscheidung für Buddy hat ein kleines Stück auch mein Nanu getroffen. Dieser tolle Hund nahm im Laufe seines Lebens Laika (Ella), Akuna (Aphrodite), Ronja und Kyro (alle von der Nothilfe vermittelt) bei uns auf und war ihnen ein feiner Wegbegleiter. Daher zähle ich Nanu auch ein bisschen zu den Nothilfehunden, durch ihn fand ich damals den Weg zu euch. Nach seinem Abschied im März hinterließ er eine leere Kudde, die von meinen anderen Zwei keines Blickes gewürdigt wurde. Perfekt also für einen Hund, der dringend auf sein eigenes Körbchen pocht und das keinesfalls teilen will.

Buddy in seinem Korb

Die Vorbereitungen und vielen Überlegungen zur Übernahme von Bobi haben sich ausgezahlt, bei keinem Hund waren sie so umfangreich, wie bei ihm. Angefangen bei den vielen Kennenlerntreffen auf der Alb, über die Auffrischung meiner Tetanusimpfung bis zum Basteln eines Futternapfes mit „Rückholleine“. Ein Termin für eine Komplettuntersuchung mit Röntgenbildern in Narkose wurde geplant. Weiter ging es mit der längst fälligen Fertigstellung des Anbaus an meinem Haus, für den Fall, ihn räumlich trennen zu müssen. Dazu gehörte auch das Aufstellen eines Zaunes, um den Garten abzuteilen. Es folgte der Kauf eines Holz-Laufgitters für drinnen, das der Schlingel beim zweiten Mal alleine lassen durchgefressen hat und durch ein Metallgitter ersetzt werden musste. Ergänzend konnte ich Dank meinem Team 32 arbeitsfreie Tage für die Eingewöhnung planen. Sehr wichtig war einen neuen Namen für ihn zu finden, nach seiner Lebensgeschichte sollte es ein kompletter Neuanfang werden. Aus Bobi (im englischen benutzt für Polizist) wurde Best Buddy (bester Kumpel), dies aus dem Gedanken an die „sich selbst erfüllende Prophezeiung“ heraus – und für’s Umgewöhnen hört er sich Buddy auch noch ähnlich an – perfekt!

Trenngitter Zaun

Die ersten Schritte im Haus führten ihn zu seiner Kudde, dieser Plan ging auf. Die folgenden Tage waren sehr nervenaufreibend, immer wieder hörte ich im Geiste Satu sagen «atme Simone, atme». Buddy war zutiefst verunsichert ob all den neuen Eindrücken, alles wurde mit knurren und Zähne zeigen beantwortet. Jede Hundebewegung musste lautstark kommentiert, jede von mir aufgestellte Regel erst mal per se abgelehnt werden. Daher verbrachten wir, Buddy und ich, viel Zeit am «Runden Tisch». Es war ein großer, massiver, schwerer Eichentisch, mit ausladenden, geschwungenen Tischbeinen. Wir verhandelten, so kam ich ihm bei manchen Themen entgegen, bei Anderen musste er nachgeben. Der größte Knackpunkt war die Hausleine, die er vehement bewachte. Zunächst versah ich das Ende und eine andere Leine mit einem Magnet, so konnte ich ihn überlisten und im Vorbeigehen quasi einfangen. Erst als ich diese komplett verbannte, konnte Buddy sich von seinem ständigen bewachen lösen. Bald merkte ich auch, dass er absolut kein Morgenhund ist, alles, was vor 11 Uhr geschieht, ist schlicht zu früh und sorgt für schlechte Laune. Schön zu sehen ist auch, wie er sich langsam freier bewegt. Seine Kudde ist ihm immer noch sehr wichtig, aber er hat inzwischen noch zwei andere Lieblingsplätze und wechselt zwischen diesen umher.

Buddy Buddy im Team

Zu meiner Überraschung hat er große Freude am campen, auch wenn dies eine ständige Veränderung darstellt, hat er großen Spaß daran.

Camping campen

Mit Akuna gibt es keine Probleme, auf sie geht er in letzter Zeit öfter zu. Auf dem Hundeplatz fordert er sie zum Spielen auf, geht sie darauf ein, wird es Buddy immer noch mulmig und er wird knurrig. Buddy steht sich eben oft selbst im Weg. Mit Kyro führt er ab und zu noch ernsthafte Gespräche am runden Tisch, wobei dieser langsam an Massivität verliert. Dies liegt auch daran, dass er mehr auf mich achtet und meine Klärungshilfen annehmen kann. Das größte Kompliment machte mir Buddy vor ein paar Wochen, als ich seine Pfote in die Hand nahm, um ihn von der Leine zu befreien – eigentlich ein absolutes Tabu seinerseits – da nahm er zur Warnung meine Hand ins Maul, biss aber nicht zu.

Buddy übt   Trainingsstunde
Buddy

Inzwischen sitzen wir für unsere Besprechungen an einem klapprigen Campingtisch, diese werden wir wohl beibehalten. Schließlich ist er schon über 12 Jahre alt, da ist man(n) im Geiste nicht mehr ganz so beweglich. Ich bin unendlich froh, dass Buddy so gut mitgearbeitet hat, um hier anzukommen.

Bleibt gesund – Simone mit den Bären Akuna, Kyro und Buddy

Und wie froh wir sind, dass Ihr das geschafft habt! Das ist eine enorme Leistung, nicht nur von Buddy’s Seite. Chapeau!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
Februar 2022


Dana – sie und ihre Hundegefährten haben ihr Frauchen immer wieder, Stufe für Stufe, aus ihrem schwarzen Loch nach oben gezogen

Dana

Dana war bereits zwölf Jahre alt, als sie, zusammen mit ihrer Gefährtin Fenja, erst zu uns in die Auffangstation und wenige Tage später in ihre neue Familie einzog. Der Abgabegrund für die beiden betagten Mädels schnöde: „Wir wandern aus und können die Hunde nicht mitnehmen.“ Wunderbar! Tschüss, Auswanderer, viel Glück! Und ja nicht umschauen, denn dann hättet Ihr ja in enttäuschte, ungläubige Hundeaugen sehen müssen, die Euch zuvor zwölf (!) Jahre lang treu begleitet haben. Aber es war zum Glück nicht zum Schaden von Dana und Fenja. Im Gegenteil, die beiden fanden den Himmel auf Erden: in einer Familie mit zwei Zweibeinern, zwei weiteren Islandhunden, Solveig und Nic, und Islandpferden. Dana und Fenja lebten sich in Windeseile ein. Am 29.05.2021 verlor Dana ihre Gefährtin Fenja, die in den Armen ihres Frauchens das große weiße Schiff bestiegen hat, das sie zum anderen Ufer brachte. Dana ist inzwischen 16 Jahre alt, und sie ist ihrem Frauchen eine treue Stütze, denn das Frauchen hatte nicht nur Fenjas Tod zu verkraften.

Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,

ich habe das Bedürfnis, mich wieder mal bei euch zu melden. Seit meinem letzten Update ist bei mir sehr viel passiert. Das Schlimmste war, dass mein Mann, der gleichzeitig mein bester Freund war, im März 2020 verstarb und ich von heute auf morgen mit unseren 50 Pferden, der dazugehörigen Landwirtschaft und den vier Hunden alleine dastand. Eine Zeitlang war ich wie gelähmt, und ich habe es nicht zuletzt meinen Hunden zu verdanken, dass ich Stufe für Stufe aus meinem schwarzen Loch herausklettern konnte. Wenn ich mal wieder ein paar Stufen nach unten wollte, waren sie es, die kräftig an der Leine nach oben zogen.

Ich hätte nie erwartet, dass sich zwei so alte Hunde wie Dana und Fenja (schließlich waren sie schon zwölf, als ich sie bekam), so bedingungslos auf fremde Menschen und Familien einlassen können, aber wir fünf, Dana, Fenja, Nic, Solveig und ich, sind in dieser Zeit noch inniger zusammengewachsen.

Wir haben einfach die täglichen Versorgungsarbeiten der Pferde übernommen, und Dana und Fenja haben mir, genauso wie Solveig und Nic, nach Kräften geholfen. Ja, Dana fing sogar an, hinter dem Traktor herzurennen, wenn ich Futter holen musste. Dass sie zu dem Zeitpunkt schon 14 Jahre alt war, hat sie dabei überhaupt nicht gestört.

Am 29.05.2021 verstarb Fenja an Altersschwäche. Wir haben sie hier bei uns im Wald begraben. So können wir sie alle noch regelmäßig besuchen gehen.

Ich habe immer gesagt, dass Fenja mein Gute-Laune-Hund war. Man musste einfach zurücklächeln, wenn sie mit breitem Grinsen über den Hof mäanderte, immer auf der Suche nach etwas Fressbarem und unbedingt immer auf dem Misthaufen. Sie hatte so viele Freunde unter unseren Einstellern. Zu denen ging sie immer hin, legte ihnen die Pfote aufs Bein und genoss die Streicheleinheiten. Dabei schloss sie genießerisch die Augen und lächelte, wie sie es immer tat. Ich bin so froh, dass sie dieses Lächeln bis zu ihrem letzten Tag beibehielt und nicht gelitten hat.

Dana, die ich wegen ihres unfassbar dicken Fells im Frühjahr immer scheren lassen muss, damit sie gut durch die heißen Sommertage kommt, entwickelte nach der letzten Frühjahrsschur eine heftige Bronchitis. Die Untersuchung des Herzens und der Lunge ergab keinen pathologischen Befund, wir konnten aber eine stark vergrößerte Schilddrüse ausmachen, die für das Husten verantwortlich war. Mit der Einnahme der entsprechenden Medikamente verschwand der Husten, und sogar der Mundgeruch wurde deutlich besser.

Letztes Jahr im Herbst haben wir eine Woche Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern gemacht. Das ist Dana allerdings gar nicht gut bekommen, und so habe ich entschieden, dass ich Dana nie wieder „Urlaub“ zumuten werde, solange sie lebt.

Es macht mir eine Riesenfreude, wenn ich sehe, wie sie mit knapp 16 Jahren morgens zur Haustür rausgaloppiert und sich dann intensiv ihrem Morgengeschäft widmet. Treppensteigen und Ablegen fällt ihr zunehmend schwerer, aber sie hat ja Zeit und keine weiteren Termine.

Als ich diese beiden alten Damen am 04.02.2018 in Burladingen-Gauselfingen abholte, tat ich es, weil ich den Gedanken nicht ertragen konnte, dass zwei Hunde, die im Kreis einer Familie alt geworden waren, ihr Leben hinter Gittern beenden sollten. Der Plan war, dass ich einfach noch ein paar Monate auf sie aufpasse und sie in dieser Zeit wieder Familienleben und relative Freiheit haben. Ich weiß aber inzwischen, dass nicht nur wir den Hunden etwas gegeben haben, sondern dass Dana und Fenja es uns tausendfach mit Zinsen zurückgegeben haben. Sie haben unser Leben bereichert, und ich kann nur hoffen, dass sie es auch von mir sagen würden.

Ich würde jederzeit wieder einen alten Hund aus einem Tierheim oder einer Auffangstation holen und bis zum Schluss begleiten, und ich nähme auch wieder ein Doppelpack.

B. M.

Liebe Frau M., wir bewundern Ihre Kraft und Ihre Liebe zu Ihren Tieren, die aus jeder Zeile sprechen! Dana und Fenja konnte nichts Besseres passieren, als bei Ihnen einziehen zu dürfen. Wir können Ihnen aus vollem Herzen versichern, dass die beiden es genauso sehen. Und wir können nur aus genauso vollem Herzen zustimmen: Tiere geben Menschen mehr zurück, als Mensch ihnen jemals geben kann. Ihnen, Dana, Solveig und Nic wünschen wir eine gute Zeit mit vielen schönen, unvergesslichen, gemeinsamen Augenblicken.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
Februar 2022


Chara (ehem. Maya) – „eine wahre Freude“

Maya zog im August 2021 bei uns in der Station ein – ihr damaliges Herrchen musste sie schweren Herzens aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Man merkte Chara an, dass sie es gut gehabt hatte in ihrem Zuhause, sie ist immer guter Laune, liebt Spaziergänge und schmust gerne mit Menschen. Eine uns bekannte Familie war schon länger auf der Suche nach einem passenden neuen Husky-Mädel gewesen, und mit Maya passte es nicht nur – es war Liebe auf den ersten Blick. Mayas Aufenthalt in der Station dauerte deshalb nur ein paar Tage, dann fuhr sie als Chara in ihr neues Zuhause. Chara hat sich so schnell und unkompliziert eingelebt und sich an ihre neuen Menschen angeschlossen, dass auch der Wohnwagen-Urlaub wenige Tage nach Charas Einzug entspannt verlief.CharaChara

Hallo, liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,

wir durften im August diesen Jahres die fast achtjährige Maya von der Auffangstation zu uns nach Hause in die Hohenlohe holen. Der relativ schnelle und unkomplizierte Vermittlungsprozess war optimal für uns alle.

Chara

Aus Maya wurde Chara – wir dachten nicht, dass es so schnell und einfach geht, eine achtjährige Hündin an einen neuen Namen zu gewöhnen. Chara hört aber auch auf „Prinzessin“, „Hundedame“, „Süße“, „Schöne“, „Gaunerin“ – Hauptsache, es gibt Streicheleinheiten, einen Spaziergang, Leckerli oder Futter.

Chara hat sich gut und schnell an ihre neue Lebenssituation gewöhnt. Der Campingurlaub, den wir Ende August mit Wohnwagen und ihr antraten, war sehr entspannt, und wir konnten Chara gleich zu Beginn mit vielen schönen Wanderungen im Chiemgau verwöhnen.

CharaCharaVielleicht sollte ich noch erklären, warum ich „unbedingt“ eine Chara wollte. Durch die vermehrte Zeit während des Lockdowns befasste ich mich mit dem Sternenhimmel, der in den Wintermonaten bei unseren nächtlichen Spaziergängen wunderschön war. Auf einer Sternenkarte entdeckte ich das mir bis dato unbekannte Sternbild der Jagdhunde, das aus zwei Sternen besteht: Cor Caroli und Chara. In dem Fall des Sternes wird der Name aus dem Griechischen abgeleitet und bedeutet Freude. Perfekt ... wenn wir jemals wieder eine Husky-Hündin aufnehmen sollten, sollte sie diesen Namen erhalten. Denn es ist eine pure Freude für uns, mit einer so ursprünglichen Hunderasse unser Zuhause zu teilen. Wenn Chara auch kein Jagdhund ist, der Jagdtrieb macht sich doch immer wieder gut bemerkbar. Auch bei unserer dritten Husky-Hündin haben Mäuse schlechte Papiere.

Für unsere Lebenssituation ist Chara die perfekte Fellnase. Sie ist sehr unkompliziert (nachdem wir herausgefunden hatten, dass etwas Joghurt auf das Futter die Lösung für Appetit ist), ist ganz freundlich mit Menschen und vor allem auch mit Kindern. Chara fährt gerne Auto, bleibt auch mal alleine zu Hause, ist entspannt und sehr verschmust. Das Verschmuste kannten wir von ihren Vorgängerinnen gar nicht. Und klar, sie ist unsere persönliche Fitness-Trainerin.

Chara ist eine wahre Freude und zum Glück nicht 27 Lichtjahre entfernt, sondern liegt, mich mit einem Auge beobachtend, zwei Meter hinter mir! „Ist es jetzt nicht Zeit, wieder mal spazieren zu gehen?“

Es gibt noch ein paar Bilder, denn Fotomodell ist Chara natürlich auch.

Mit ganz, ganz lieben Grüßen,

E. und H. N. mit Chara

Für uns ist immer wieder eine Freude, solch glückliche Berichte über „Menschen-Hund(e)-Gespanne“ zu lesen, und wir sind sehr froh, dass gerade dieses liebe Husky-Mädel schnell eine neue Familie gefunden hat. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude an und mit Chara!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
Januar 2022


Chase – der Türöffner

Chase

Chase wurde Anfang August 2020 – ungefähr zwei Wochen vor seinem ersten Geburtstag – als Notfall zu uns gebracht. Chase war ein freundlicher und sozialer Junghund, klug und lernbegierig und natürlich voller Power. Damit traf er genau die Vorstellungen, die sich ein junges Paar aus der Schweiz von seinem ersten gemeinsamen Hund machte. Ein Nordischer sollte es werden – dass Chase auch die Gene eines weißen Schäferhundes in sich trägt, war kein Hinderungsgrund. Im Gegenteil. Ende September 2020 wurde Chase „Eidgenosse“. Jetzt hat er uns einen tollen Bericht und Fotos von seinem ersten Jahr bei seiner Familie geschickt: ChaseChase

Liebes Polarhunde-Team,

gerne erzähle ich Euch von meinem ersten Jahr in der Schweiz, bei meiner neuen Familie.

Der Start in mein neues Leben war etwas kompliziert und hat scheinbar etwas Nerven und Geduld gebraucht.

Die Autofahrt und die Einreise in die Alpen war jedoch recht einfach, und ich wusste sofort, dass hier eine schöne und Husky-freundliche Umgebung ist.

Da ich der erste Hund im Haus bin, ging meine neue Familie mit mir in die Hundeschule. Nach sechs Lektionen in der Junghundeschule haben wir dann ein Jahres-Abo in der Schule gebucht, und ich durfte so jede Woche etwas Neues lernen. Ich habe mich dort stets von meiner besten Seite gezeigt, und mein Frauchen war richtig stolz. So durfte ich bald die Übungen vorzeigen. Leider sind die anderen dort nicht immer so schnell, und ich langweilte mich meistens.

Chase

Man hat schnell gemerkt, dass ich eine sehr gute Spürnase habe und gerne jagen gehe. Alles, was neu ist, ist interessant, und ich muss dem Geruch folgen, ein wenig zum Leidwesen meiner Begleiter. Egal, ob auf Spaziergängen oder im Training, bin ich dadurch schnell etwas abgelenkt. Das meiste lass ich aber inzwischen in Ruhe. Aber wenn sich etwas schnell von mir wegbewegt, muss ich hinterher, da kann ich nicht viel dafür. Wieso müssen auch diese Katzen immer so schnell wegspringen.ChaseChase

Diese Hundeschule bietet auch Maintrailing an, und das macht riesig Spaß. Die rennen weg von mir und verstecken sich immer so gut. Sobald das Zeichen kommt, dass ich hinterher darf, bin ich kaum zu bremsen und ziehe meinen Begleiter hinter mir her.

Ich bin immer gerne draußen; auch wenn ich nur auf dem Balkon etwas ausspionieren kann, bin ich zufrieden. Ich darf mich auch immer wieder mit dem Dogscooter oder Fahrrad voll auspowern. Aber am liebsten gehe ich mit meiner Familie auf Wanderung oder auf Skitour. Dabei muss ich immer an der Leine sein, sonst geht der Husky in mir durch.

Chase

Auf unseren Spaziergängen weiß ich oft schon im Voraus, wo es langgehen wird, sehr zum Erstaunen meines Frauchens. Oft treffe ich auch andere Hunde, aber leider haben viele Hunde-Halter Angst vor mir, da ich größer bin als ihre Hunde. Wenn ich dann doch mal mit einem spielen darf, geht die Post ab. Meistens haben die aber nicht so viel Energie wie ich, und so drehe ich noch ein paar Runden allein.

Zum Schluss noch etwas Lustiges: In meinem ersten Urlaub mit meinem Frauchen haben wir im Hotel eingecheckt, sind mit dem Lift nach oben gefahren und haben das Zimmer bestaunt. Da mein Frauchen und ihre Schwester ihr Gepäck noch im Auto hatten, dachten sie, es wäre einfacher, mich kurz im Zimmer zu lassen. Da haben sie aber nicht an meine Skills zum Türenöffnen gedacht. Sie also aus dem Zimmer, mit dem Lift wieder runter - ich kurzerhand die Tür geöffnet und über das Treppenhaus hinterher. In der Lobby sind sie mir mit ihrem Gepäck entgegengekommen. Da waren alle sehr erstaunt, dass ich es bis in die Lobby geschafft habe, und lustig war es auch. Das Hotel hat uns dann ein anderes Zimmer gegeben mit einer Vortür, die abschließbar war. Die ging leider nicht so einfach auf.

Chase

Falls Ihr mal in der Zentralschweiz im Urlaub seid, meldet Euch doch – dann können wir Euch ein paar schöne Stellen in der Schweiz zeigen. Danke fürs Zuhören und bis bald einmal.

Euer Chase

Ja, ja, unschuldig dreinschauende Mandelaugen und ein strahlendes Lächeln lassen schnell mal vergessen, was eine Fellnase so alles anstellen kann. Chases Fähigkeit, Türen zu öffnen, haben wir auf der Station auch kennen gelernt. Wir freuen uns riesig für Chase, dass er in noch so jungen Jahren „abgefangen“ wurde und nun ein unbeschwertes Leben vor sich hat. Ein herzliches Dankeschön dafür in die Schweiz. Lieber Chase, Du wirst weiter berichten, ja?

Das Team der Nothilfe für Polarhunde
Januar 2022

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