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Oft ist es im Tierschutz so, dass die sich dort engagierenden Menschen im Laufe der Zeit an ihrem Wohnort zu Ansprechpartnern für viele Anliegen und Probleme rund um die Tierhaltung werden. Vieles davon bezieht sich auf ganz andere Rassen und Arten und manches, was zunächst eine eher private, personenbezogene Hilfe in Einzelfällen ist, verselbständigt sich, weitet sich ohne eigenes Dazutun aus. Seit vielen Jahren gibt es daher die Katzenhilfe, die sich dank gewonnener treuer Spender und Paten selbst trägt und vor allem im ländlichen Raum rund um den Vereinssitz Freudenstadt tätig ist. Hier werden vor allem Futterstellen versorgt, Kastrationen durchgeführt, erkrankte Tiere eingefangen (hauptsächlich Streuner und scheue Bauernkatzen) und zur Behandlung gebracht.
Nicht jeder genesene Streuner kann und will zurück auf die Straße, ausgesetzte ehemalige Hauskatzen, Handicapler, alte oder chronisch kranke Tiere bleiben lieber in der Nähe der Menschen und genießen das Leben im Warmen ohne Futtersorgen. Diese und andere Notfall-Samtpfoten sollen hier eine Möglichkeit bekommen, von ihren potentiellen neuen Dosenöffnern gefunden zu werden.

 

 

 

Hallo liebe Katzenfreunde,

Gina und BobbyGina und BobbyDarf ich mich vorstellen? Ich bin Bobby und dies ist meine Freundin Gina.

Wir sind „Rückläufer“, wisst Ihr was das ist? Und vor allem warum wir das sind?

Egal, wir hatten ein Zuhause gefunden, aber nur für 5 Monate, dann war man uns leid. Na ja, unser Frauchen meint es wäre das falsche Zuhause für uns. Sie wusste von meinem Pflegefrauchen, weil ich und Gini ja zuerst in einer Pflegestelle waren, dass wir sehr scheu sind. Sie meinte aber, das sei kein Problem, sie kenne sich mit schüchternen Katzen aus. Da ich einen chronischen Schnupfen habe, ist sie mit mir zum Tierarzt, dadurch war ich so gestresst, dass ich meinen Unmut an Gina ausgelassen habe. Die hat sich erschreckt und ist unter das Bett gezogen, menno eigentlich bin ich doch ein ganz lieber Kerl. Ja, sie traute sich kaum mehr raus und Frauchen fütterte sie unterm Bett. Das hat das Fass wohl zum Überlaufen gebracht; die Frau nahm den Telefonhörer hoch und rief die Pflegemama damit die uns schnell abholt. Das wollte ich doch gar nicht! Und ich dachte, es heißt: Bis dass der Tod Euch scheidet!

Gina und Bobby

Hier zurück auf der Pflegestelle haben wir uns rasch wieder eingelebt, lassen uns nicht nur blicken sondern ich bin sehr mutig und lass mich mitunter auch streicheln. Die Pflegemama will mich trösten und sagt immer, ich sei nicht schuld und wir finden eine bessere Familie, eine für die „Bis-dass-der-Tod-Euch-scheidet“ auch gilt. Nun ja, daran glaube ich noch nicht so wirklich. Gina ist noch immer etwas beleidigt mit mir, aber sie wird auch wieder viel entspannter und läuft hier herum um die Gegend zu erkunden.

So nun wisst ihr was „Rückläufer“ sind. Es grüßt Euch Bobby mit einem herzlichen MIAU

Ja, so spielt das Leben. Wir vom Team der Katzenhilfe hatten uns so riesig gefreut, dass Gina und Bobby gemeinsam ein Zuhause gefunden hatten. Welch Glück für die scheuen und überaus mißtrauischen Katzen. Wir hatten ausführliche Gespräche mit den Interessenten und immer wieder betont, dass eine Eingewöhnungsphase bei solchen Tieren oft sehr lange dauern kann. Leider hat es in Falle von Gina und Bobby nicht geklappt und wir haben die beiden selbstverständlich wieder aufgenommen, als uns das verzweifelte und Frauchen anrief und die Situation schilderte. Es war gleich klar, dass hier auch keine weiteren Gespräche und Tips helfen würden. Der Entschluss stand fest, dass die Katzen wieder zurück zu uns sollten. Nun hoffen wir, dass wir vielleicht doch irgendwann ein geeignetes Plätzchen für die beiden Stubentiger finden in denen sie glücklich bis an ihr Lebensende herumstromern dürfen. Bobby ist mittlerweile auf einem guten Weg, er traut sich immer mehr. Nur Gina ist noch immer äußerst vorsichtig, aber auch sie zeigt Neugierde und mit der Zeit denken wir, wird auch sie ihre Hemmschwelle überwinden und ihre Streicheleinheiten einfordern.

BinxBinxEigentlich sollte hier unser Bericht enden, doch wieder einmal hat uns ein Notfall auf einer unserer Pflegestellen in Alarmbereitschaft versetzt. Aus einer Fangaktion im letzten Jahr sind noch 3 mittlerweile halbstarke aber noch immer äußerst scheue Jungkatzen in unserer Obhut. Die 3, eigentlich sind es 4, doch eines der Kleinen ist in eine andere PS eingezogen, da dort ein anderes Kätzchen auf Gesellschaft wartete, wurden von ihrer verwilderten Mama so gut erzogen, dass sie Menschen noch immer als große Gefahr werten und sich dementsprechend verhalten. Dieses Muttertier ist eine der schlausten Mamas, die wir bisher eingefangen hatten. Sie hat uns echt auf die Probe gestellt. Wir mussten mit allen Tricks arbeiten um die kleine Familie zu fangen.

Nun hat Binx von jetzt auf nachher das Essen verweigert, war lethargisch und zog sich noch mehr zurück wie zuvor. Alarmstufe rot für uns. Sofort wurde er bei unserer Tierärztin vorgestellt. Kein einfaches Unterfangen für sie, einen halbwilden Kater zu untersuchen. Er bekam Schmerzmittel und ein Antibiotikum. Sollte die Behandlung nicht anschlagen, war die Option ihm in Narkose Blut zu nehmen, anders kommt man an ihn nicht heran. Die Verletzungsgefahr wäre zu groß. Leider hat sich nur einen Tag nach der Behandlung sein Zustand so sehr verschlechtert, dass wir ihn notfallmäßig in die Tierklinik bringen mussten. Wir bangten wirklich um sein Leben. Er zeigte plötzlich neurologische Ausfälle, atmete ganz flach, es war einfach nur beängstigen. Nun befindet sich Binx zur weiteren Abklärung noch immer in der Tierklinik. Wahrscheinlich wird ein Schädel-CT gemacht werden müssen. Bitte halten Sie die Daumen, dass wir kein schlimmes Ergebnis bekommen und der Kleine alsbald als genesen in seine Pflegestelle entlassen werden kann.

Binx

Wir werden Sie über den weiteren Verlauf natürlich auf dem Laufenden halten. Wer uns gerne unterstützen möchte, darf für Binx natürlich auch eine kleine Spende machen. Die Kosten für die Untersuchungen und den Klinikaufenthalt werden uns sicher zu schaffen machen. Ohne Ihre Unterstützung könnten wir unsere Arbeit gar nicht leisten. Herzlichen Dank dafür.

Ihr Team der Katzenhilfe NfP Freudenstadt
Februar 2021

 


Katzenhilfe bis 2020

28.02.21