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Oft ist es im Tierschutz so, dass die sich dort engagierenden Menschen im Laufe der Zeit an ihrem Wohnort zu Ansprechpartnern für viele Anliegen und Probleme rund um die Tierhaltung werden. Vieles davon bezieht sich auf ganz andere Rassen und Arten und manches, was zunächst eine eher private, personenbezogene Hilfe in Einzelfällen ist, verselbständigt sich, weitet sich ohne eigenes Dazutun aus. Seit vielen Jahren gibt es daher die Katzenhilfe, die sich dank gewonnener treuer Spender und Paten selbst trägt und vor allem im ländlichen Raum rund um den Vereinssitz Freudenstadt tätig ist. Hier werden vor allem Futterstellen versorgt, Kastrationen durchgeführt, erkrankte Tiere eingefangen (hauptsächlich Streuner und scheue Bauernkatzen) und zur Behandlung gebracht.
Nicht jeder genesene Streuner kann und will zurück auf die Straße, ausgesetzte ehemalige Hauskatzen, Handicapler, alte oder chronisch kranke Tiere bleiben lieber in der Nähe der Menschen und genießen das Leben im Warmen ohne Futtersorgen. Diese und andere Notfall-Samtpfoten sollen hier eine Möglichkeit bekommen, von ihren potentiellen neuen Dosenöffnern gefunden zu werden.

 

 

 

Aktuelles aus der Katzenhilfe im August

Hallo liebe Freunde der Samtpfoten heute möchte sich Lotte einmal zu Wort melden:

Miauuuuuu, hier ist Lotte! Ich wollte Euch mal ein bisschen etwas von meinen „neuen“ Leben erzählen. Wie ja sicher einige gelesen haben, ging es mir anfangs nicht so besonders gut, als ich hier auf der Pflegestelle eingezogen bin. Aaaaaaber, jetzt ist alles gut!

LotteLotteEs gefällt mir eigentlich total hier. Langeweile kommt nie auf, obwohl ich eigentlich fast den ganzen Tag mit Schlafen beschäftig bin. Ich könnte, wenn ich das wollte, aber mit den anderen Vierbeinern hier spielen oder mich auf die Dachterrasse legen und Vögel und Autos beobachten. Mein Appetit ist immer noch sehr groß, nur kürzlich ging es mir mal schlecht. Ich hatte Bauchschmerzen und es war mir übel. Ein paar Mal musste ich mich erbrechen und wollte auch gar nichts essen, was mein Pflegefrauchen gleich zum Stirnrunzeln brachte. Besorgt hat sie mich alle paar Stunden ins Ohr gepiekt um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Sie war erst etwas ratlos, da die Werte immer mehr in den Keller gingen und sie mich daher auch gar nicht mit Insulin spritzen konnte. Ich glaube sie hat sich echt richtig Sorgen gemacht. Sie holte dann auch so seltsames Zeug, was sie mir ins Fell träufelte, sie sagte, eine Tablette bekäme sie ja wohl kaum in mich rein.

 Hmmmm, na ja, ich fresse nur was ich mag und kenne und diese komischen weißen Teile kenne ich erstens nicht und zweitens schmecken die ja auch überhaupt mal gar nicht. Anscheinend sollen die aber gegen Würmer helfen. Nun ja, die waren wohl in meinem Bauch und deshalb war es mir schlecht. Nachdem ich die Tropfen ins Fell bekommen habe, merkte ich, dass es mir langsam besser wurde, ich bekam auch wieder Appetit. Auch der Blutzucker stieg langsam wieder. Pflegefrauchen musste nun die ganze Insulineinstellung wieder von vorne beginnen. Anfangs spritze sie nur ganz wenig um zu sehen, wie mein Körper reagiert. Leute ich sage euch, jetzt bekomme ich zurzeit nur 1,75 i.E. obwohl es davor über 4 waren. Das ist schon seltsam alles. Weil meine Werte im Moment recht gut sind, d.h. also meist sind sie im Normbereich, habe ich auch gar nicht mehr diesen wahnsinnigen Hunger. Zudem war es die letzten Tage ja auch so heiß, da hatten selbst die kleinen Katzen hier keinen Appetit und lagen irgendwo im Kühlen. Ich ziehe es vor, auf der kalten Treppe im Flur zu liegen. Das ist auch manchmal spaßige, weil alle die rauf oder runter wollen, an mir vorbei müssen. Ganz lustig finde ich es wenn Besuch kommt und die sich nicht trauen, grrrrrrrrr ich bin schon eine respekteinflößende Katze…… smile.

Bedauerlicherweise hat sich bisher auch keiner gemeldet, der mich adoptieren möchte, vielleicht liegt es tatsächlich daran, dass ich so grummelig bin. Aber was soll ich machen? Ich bin wie ich bin, ich kann mich nicht ändern….. Mein Pflegefrauchen kommt mit meinen Eigenheiten klar und ich mag sie auch, das dürft Ihr ihr aber nicht verraten. Manchmal kuschle ich mich neuerdings sogar zu ihr ins Bett, oft, weil ich etwas Hunger verspüre und ich weiß, dass sie dann aufsteht und mir was zu Fressen gibt, manchmal mag ich aber auch einfach nur eine Weile in dem weichen Bett neben ihr schlafen und ein wenig gekrault werden.

Irgendwie wäre es schon auch schön, eine richtige eigene Familie zu haben, aber hier lässt es sich für mich auch gut aushalten.

Lotte

Kürzlich habe ich mal mitbekommen, dass wohl die Kassen der Katzenhilfe leider ziemlich leer sind. Die weggefallenen Pflegestellen konnten noch immer nicht besetzt werden und Vermittlungen hat es zu Zeit auch sehr wenige. Meine Unterhaltskosten sind leider doch recht hoch, und daher wollte ich mal fragen, ob nicht jemand von Euch ein paar Euro spenden mag. Die anderen Katzen hier sind ja auch hungrig und mittlerweile sind einige schon recht alt und es entstehen immer wieder mal Tierarztkosten. Wir Miezen sind für jede Spende dankbar.

Zudem würden wir uns auch über Patenschaften freuen. Jeder Pate erhält eine Patenurkunde für sein Tier und mind. 2 x im Jahr einen kleinen Bericht, wie es seinem Schützling geht.
So Ihr Lieben, jetzt habe ich genug gequatscht, ich werde mich nun auf den Balkon in den Schatten legen und ein wenig dösen.

Alles Liebe Eure Lotte Miauuuuuuuuuuu

Liebe Katzenfreunde, das war nun der Bericht unserer Lotte, wir hoffen er hat euch gefallen. Sollte jemand spezielle Fragen zu Lotte und oder das Thema Diabetes haben, dürft Ihr Euch gerne melden.

Trotz der Tatsache, dass wir im Moment leider kaum Katzen aufnehmen können, sind wir trotzdem aktiv. So hat uns z.B. das Veterinäramt Freudenstadt um Hilfe gebeten. Hier sollen ein paar Katzen kastriert und ggf. auch weitervermittelt werden. Wir tun natürlich unser Möglichstes und sind froh über einen guten Kontakt zu den Ärzten des Amtes.

Das Team der Katzenhilfe

 


 

Timea oder auch liebevoll „Brummi“ genannt…

Vor ein paar Wochen klingelte mein Telefon. Eigentlich gehe ich während der Arbeitszeit ja nicht ans Handy, aber es war kurz vor Mittag und somit meldete ich mich.GefangenHunger

 An anderen Ende war eine junge Dame aus Freudenstadt. Sie bat um Hilfe: Bei ihnen im Betrieb sei eben ein LKW aus Bosnien angekommen und beim Abladen sei eine Katze hinter den Paletten hervorgesprungen und hätte sich nun im Lager versteckt. Da es eh kurz vor der Mittagspause war, sagte ich zu, mir die Sache vor Ort anzusehen und gleich eine Falle mitzubringen. Gesagt, getan, hingefahren, Falle gestellt. Kurz vor Feierabend kam der nächste Anruf: „Die Falle ist zu, die Katze sitzt drin!“ Wunderbar!

Beim Ultraschall

Abgestempelt und los zur Firma. In der Falle saß dann eine früher wohl einmal weiße Katze mit Tigerflecken. Jetzt war sie eher grau….. Es war eigentlich sofort zu sehen, dass sie einen sehr dicken Bauch hatte, der auf eine Trächtigkeit hinwies. Ansonsten war sie ganz ruhig und überhaupt nicht besonders verängstigt. Nun gut, ein Überraschungspaket – smile. Ich habe die Falle dann eingeladen und wir fuhren erst mal nach Hause.BrummiBrummi

 Das Quarantänezimmer war schon hergerichtet und so konnte die Mieze dort gleich einquartiert werden. Schnurrend stieg sie aus der Falle aus und schmiss sich gleich auf den Boden um gekrault zu werden. So eine liebe und zutrauliche Katze, der Hammer. Timea, wie wir die Mieze tauften, hatte einen unglaublichen Hunger und war natürlich auch sehr durstig. Kein Wunder, wenn man 2 Tage als blinder Passagier in einem Lkw verbringt.

Tags darauf hatte ich für Timea einen Termin beim TA vereinbart, wir wollten Gewissheit, was sich da in ihrem Bäuchlein so tat. Der Ultraschall ergab dann eindeutig 2 Fruchtblasen, mehr konnte man nicht erkennen, sie war dann doch auch recht ungeduldig und zappelte bei der Untersuchung. Trotz allem hat sie sich vorbildlich während der Untersuchung benommen. Nun hieß es abwarten. Tima erhielt ein weiteres kuscheliges Bettchen, damit sie dann, wenn die Geburt einsetzt, auswählen kann, wo es ihr am bequemsten ist.

Brummi

Am 22. April war es dann soweit, Timea gebar 2 süße Welpen. Leider ist eines wohl kurz nach der Geburt verstorben. Ich war arbeiten und kam erst in der Endphase der Geburt des 2. Kittens dazu. Leider kommt es immer wieder mal vor, dass es Schwierigkeiten während der Geburt gibt und es das ein oder andere Katzenkind nicht schafft. Wir waren alle sehr traurig, aber doch froh, dass es dem anderen Kätzchen und der Mama gut ging. Der klLouie_wiegeneine Zwerg wurde täglich gewogen um rechtzeitig eingreifen zu können, falls die Mama zu wenig Milch produziert hätte. Doch zum Glück lief alles zu unserer Zufriedenheit. Louie nahm gut zu, Timea kümmerte sich sehr gut um ihn. Louie

wiegen

Zu allem Überfluss hatten die beiden auch schon ein Zuhause in Aussicht. Timea war noch nicht richtig in der Pflegestelle eingezogen, als sich jemand meldete, der gerne ein Kätzchen adoptieren wollte, da die eigene Mieze leider eingeschläfert werden musste. Im Gespräch erwähnten wir die „Brummi“ fahrende Mieze und schickten Bilder von ihr.

Fütterung

Es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Es ging keine halbe Stunde, da kam schon die Zusage, dass Timea die Auserwählte ist. Was eine Freude, obwohl klar war, dass Timea erst in Wochen umziehen kann, schreckte es die Leute nicht ab. Nein, sie besuchten sie und freuten sich auch auf den Nachwuchs. Nach einem weiteren Besuch, nach der Geburt war auch schnell klar, dass Timea mit ihrem Sohn aufgenommen wird, da ja das Geschwisterchen verstorben war und somit Louie alleine gewesen wäre.

Natürlich hätten wir ihn nicht in Einzelhaltung gegeben, Kitten werden immer zu zweit vermittelt oder zu einer etwa gleichaltrigen Katze dazu.

(Juli 22 die Pflegemama Bine)

 


 

Heute wollen wir den Katzenfreunden unter Euch/Ihnen einen kleinen Einblick in unsere Arbeit geben.

Bericht einer Pflegestelle Abteilung Katzenhilfe

FutterMahlzeit und wir gehen erst einmal eine Runde Gassi. Nach dem Spaziergang bekommen die Hunde ihr Futter. Nun werden die übrigen Tiere versorgt, so z.B. 2 Kaninchen, welche aus schlechter Haltung kommen, gerettete Hühner und ein irgendwo mal übrig gebliebener Hahn.

Hühner

Nun begebe ich mich auf den Weg zur Arbeit. In der Mittagspause fahre ich nach Hause um einen kurzen Rundgang durchs Haus zu machen um nach allen zu sehen, ggf. nochmals Lotte testen, eine kurze Pipirunde mit den Hunden drehen und ab geht es wieder ins Büro. KarnickelInsulinbesteck

Am Spätnachmittag, nach der Arbeit, so gegen 17 Uhr, wird erst einmal ein Kontrollgang durchs Haus gemacht um ggf. die Pfützchen der Pinkelkatzen zu reinigen, dann wird das Futter der Hunde gerichtet und die ausgehungerten Tiger werden gefüttert. Nachdem die Wauzels „angezogen“ sind, d.h. sie ihre Geschirre angezogen bekommen haben werden sie ins Auto geladen und wir fahren ein Stück um eine schöne große Runde zu laufen.

Wieder Zuhause bekommen sie ihre Futterration für den Abend. Um 19 Uhr ist wieder Lotte dran: Sie wird getestet und bekommt ihr Insulin. Danach werden wieder die Toiletten geputzt, ggf. Medikamente verteilt und auch noch mal Augen oder Rotznasen geputzt. Wieder werden die restlichen Tiere gefüttert und versorgt.

Nun muss die Waschmaschine gefüttert werden, da durch die „Pinkler“ doch sehr viel Wäsche anfällt. Näpfe und Schälchen werden gereinigt, evtl. mal eben noch ein Fellnäschen, welches zufällig in der Nähe ist gekämmt, oder es wird eine Runde gespielt.

Das ist so das Übliche an einem normalen Arbeitstag.

Dazwischen kommen immer wieder einmal Anrufe von Interessenten oder von besorgten Menschen, die ein verletztes Kätzchen gefunden haben oder deren Katze entlaufen ist.

In diesen Fällen versuche ich natürlich so gut wie möglich Schützenhilfe zu geben, bzw. wenn nötig besuche ich die Leute und helfe vor Ort

So kommt es vor, dass ich wie vor einiger Zeit abends kurz vor 22 Uhr per Whats App einen Hilferuf bekomme, dass eine verletzte Katze auf der Terrasse sitzt. Auch hier wird natürlich geholfen, egal wie spät es ist.

Zwischendurch müssen dann noch Verträge, Vermittlungsanzeigen und Berichte geschrieben werden. Und am wichtigsten, gaaaaaaaaanz viele Streichel- und Schmuseeinheiten müssen verteilt werden!

Ja, ihr Lieben, so oder so ähnlich sieht ein Tag in der Pflegestelle aus.

Mai 2022

 


 

Nachdenkliches und Nützliches

Lillys Botschaft zum Thema Zähne
Lilly

Um unseren Miezen ein langes, gesundes und schmerzfreies Leben zu gewähren, sollten wir regelmäßig die Maulhöhle unserer Tiere inspizieren.

Laut Aussage meines Tierzahnarztes wäre es sogar vorteilhaft, die Zähne der Katze regelmäßig, d.h. täglich zu reinigen. Dies könnte so manchem Tier große Schmerzen und ggf. Zahnsanierungen durch Operationen ersparen.

Vielleicht schüttelt nun so manch einer, der das liest verständnislos den Kopf und überlegt, wie man auf die Idee kommt, seiner Katze die Zähne zu putzen. Folgende Geschichte soll zur Erklärung dienen:

Lilly kam im Alter von 16 Wochen zu mir. Sie wurde als kleines Babykätzchen auf Kreta in einem Mülleimer entsorgt. Eine Tierschützerin hat sie dort gefunden und mit nach Hause genommen. Die Kleine war in einem schlimmen Gesundheitszustand, verschnupft, verfloht und unterernährt. Ihre Augen waren durch den Katzenschnupfen so geschädigt, dass sie entfernt werden mussten. Lilly war bei ihrer Ankunft ein sehr scheues und misstrauisches Kätzchen, das sich kaum anfassen ließ.

Nach ca. einem halben Jahr hatte sie aber soweit Vertrauen gefasst, dass sie abends zu mir ins Bett kam um sich ihre Leckerchen abzuholen und schlief auch oftmals die ganze Nacht bei mir. Sie erkannte mich am Schritt und lief nicht mehr panisch davon und verstand sich mittlerweile auch mit meinen anderen Katzen sehr gut. Alles schien sich in eine gute Richtung zu entwickeln. Im Sommer genoss sie es auf der gesicherten Terrasse oder auf dem gesicherten Balkon in der Sonne zu liegen und zu dösen. Ich hoffte, dass sie noch ruhiger und entspannter werden würde, da sie trotzdem noch ab und zu in Panik verfiel und kopflos flüchten wollte, sobald sie sich durch irgend etwas erschreckte. Festhalten und hochnehmen ging auch noch gar nicht.
Lilly
Nach ca. einem weiteren ¾ Jahr, machte Lilly plötzlich Rückschritte. Sie erschrak häufiger, wich oft rückwärts aus. Nachdem der Feldweg, der direkt an unserem Haus vorbei läuft saniert wurde und eine riesige Walze mehrmals am Haus vorbeifuhr und dieses zum Beben brachte, hatte ich den Eindruck, dass ihr Verhalten noch extremer wurde. Sie machte meterhohe Sätze in irgendwelche Richtungen, ohne zu wissen wohin, lief orientierungslos herum und wollte auch nicht mehr richtig fressen. Mein TA, mit dem ich telefonisch Kontakt aufnahm und ihm die Lage beschrieb, meinte auch, dass dieses Verhalten durch Erschrecken ausgelöst sein könnte. Ich dachte, dass sich dieser Zustand mit der Zeit wieder verliert, beobachtete sie aber vermehrt und stellte dann plötzlich fest, dass sie häufiger zu speicheln anfing.

Nun endlich hatte es bei mir „Klick“ gemacht. Sofort vereinbarte ich einen Termin mit meinem Tierzahnarzt. Das Ergebnis der Untersuchung war erschreckend! Bei einem gerade mal 2 Jahre alten Kätzchen habe ich noch nie solch einen fürchterlichen Zahnstatus gesehen. Das Zahnfleisch war total entzündet und zurückgegangen, die Zähne mit Belägen und Zahnstein übersät. Sie musste schreckliche Schmerzen gehabt haben! Ein Op-Termin wurde vereinbart und in der Zwischenzeit bekam sie täglich ein schmerz- und entzündungshemmendes Mittel gespritzt.
Mittlerweile hat sie die Operation gut überstanden. Übrig geblieben sind ihr noch ihre 4 Fangzähne sowie die Schneidezähnchen im Oberkiefer. Alle anderen Zähne mussten entfernt werden, da sie entweder kaputt waren und/oder der Kieferknochen schon soweit abgebaut war, dass die Wurzel freilag.

Lilly

Ich bin froh, dass es ihr nun wieder gut geht, hätte mir aber gewünscht, dass ich früher auf die Idee gekommen wäre, nach den Zähnen schauen zu lassen.
Darum mein Appell an sie: Inspizieren sie ab und zu das Maul ihrer Katze auch wenn sie jung ist. Viele Katzen mögen es nicht, wenn man ihnen ins Maul schaut, aber versuchen sie es. Freunden sie sich mit dem Gedanken an, ihrer Katze die Zähne zu putzen, nicht jede wird es tolerieren, aber mit viel Geduld hat es auch schon bei vielen geklappt. Nicht jedes Kätzchen ist so scheu wie Lilly und lässt sich nicht fixieren, doch auch bei ihr werde ich nicht aufgeben und hoffe, dass sie sich irgendwann daran gewöhnt, dass ich sie festhalte und ihr ins Maul schaue.

Muna beim Zahnarzt

Für Besitzer von FIV- und Leukose positiven Katzen ist dies übrigens besonders wichtig, da diese Miezen besonders zu Zahnfleischentzündungen neigen!

Das Team der Katzenhilfe

 


 

Liebe Freunde der Katzenhilfe

Hoffentlich haben Sie alle einen guten Start ins Jahr 2022 gehabt. Der Januar ist bereits vergangen, es ist kaum zu glauben.

Unser Sorgenkind Grisu hat es leider nicht geschafft. Schweren Herzens mussten wir uns von ihm verabschieden. Es ist so traurig, dass dieses arme alte Katerchen nicht noch ein paar schöne Jahre in Geborgenheit verbringen durfte. Einer von vielen Streunern, die auf den Straßen rings um uns herum leben und um die sich keiner kümmert. Wir wünschen uns: „Schauen Sie nicht weg, wenn sie ein Tier in einer Notlage sehen, versuchen Sie Hilfe zu finden, oft genügt schon ein Anruf bei der Tierrettung oder einem Tierschutzverein vor Ort.“

Die Vermittlung unserer Schützlinge ist im Moment recht verhalten. Ob das alleine an Corona liegt wissen wir nicht. Sicher spielt dies auch eine Rolle, aber so manch einer scheut sich auch vor der Verantwortung, die er übernimmt, wenn er ein Tier adoptiert. Oder es kommt so, wie es „Lotte“ ging.

LotteLotteLotte, einst eine wunderschöne Main Coon, wurde mit 9 Jahren krank. Nach einigen Tierarztbesuchen stellte sich heraus, dass Lotte Diabetes hat. Oh weh, Diabetes bei einer Katze, was tun. Im Grunde ist es nichts anderes wie bei uns Menschen. Die Katze wird engmaschig überwacht und auf ein Insulin eingestellt. Das heißt, anfangs mehrmals täglich Blutzuckerwerte testen. Das geht ganz einfach, wie Sie vielleicht schon bei jemanden mit Diabetes gesehen haben, man nimmt einen Tropfen Blut aus dem Ohr, gibt ihn auf einen Teststreifen und misst den Wert mittels eines kleinen Gerätes. Die Werte werden dokumentiert, anhand der Höhe des Wertes ermittelt der TA die Einheiten, die an Insulin gespritzt werden müssen. Zudem erhält die Katze eine Diät, die aus hochwertigem, zucker- und getreidefreiem Futter besteht. Eigentlich war es das schon. Na ja, eigentlich. Natürlich ist das anfangs recht zeitaufwändig, die Katze muss sich erst daran gewöhnen, dass sie ständig ins Ohr gestochen wird. Man muss Buch führen und sich öfter mit dem Tierarzt besprechen. Lotte hatte leider das Pech, dass ihre Menschen diese Zeit nicht aufbringen konnten, oder wollten oder wie auch immer. Es ging ihr immer schlechter. Wohl wurde ihr Insulin gespritzt, aber ohne jegliche Überwachung. So ein Handling kann tödlich für eine Katze enden. Lotte begann zudem auch noch überall hinzupinkeln, ein absolutes no go für die Besitzer. Sie wurde ins Treppenhaus verbannt.

Lotte

Doch Lotte hatte Glück im Unglück. Ihre Tierärztin bekam durch Zufall mit, dass es ihr schlechter ging und sie bat die Besitzer, sich doch zu überlegen, Lotte abzugeben. Ja, und so kam Lotte dann zu uns in die Nothilfe.
Lotte zog am 06.02. auf einer Pflegestelle ein. Ein Häufchen Elend, geplagt von schlimmen Durchfall, der ihr geradezu aus dem Po lief. Verfilztes und verknotetes Fell und übelriechend saß sie ihn ihrer Transportbox. Das Equipment um den Blutzucker zu testen hatten die Besitzer mitgebracht, nagelneu und ungeöffnet…… nun darf Lotte erst einmal ankommen, wir versuchen sie wieder salonfähig zu bekommen – smile – der Durchfall hat sich bereits innerhalb eines Tages gebessert, sie wird nun engmaschig getestet und bitte drücken Sie alle Daumen, dass wir die Zuckerwerte gut eingestellt bekommen.
Wir werden weiterhin berichten.

Ansonsten haben wir noch immer einige Jungtiere, die ein neues Zuhause suchen. Machen Sie doch ein bisschen Werbung für die Zwerge, vielleicht sucht ja in der Verwandtschaft oder der Nachbarschaft jemand einen Haustiger……

Hiermit beenden wir den Bericht und wünschen Ihnen weiterhin: Bleiben Sie gesund!
Sollten Sie Fragen zur Katzenhilfe haben, melden Sie sich gerne.

Das Team der Katzenhilfe
Februar

 


 

Neues von der Katzenhilfe

Katzen

Liebe Freunde der Katzenhilfe,

Littke Joe Little Joezuerst wollen wir etwas berichtigen: Im letzten Beitrag hatte sich ein Fehlerteufelchen eingeschlichen. Unser gerettetes Katzenkind war keine 8 Wochen alt, sondern erst maximal 2 Wochen. So hatte die Pflegestelle natürlich alle Hände voll zu tun, da der kleine Mann, wir haben ihn „Little Joe“ getauft, alle 2 Stunden sein Fläschchen mit Aufzuchtmilch brauchte. Nach dem Füttern musste sein Bäuchlein massiert werden, um den Kot- und Urinabsatz anzuregen. Mittlerweile ist Litte-Joe schon so groß, dass er selbständig fressen und trinken kann. Nur hin und wieder fordert er lautstark sein Fläschchen ein, in dem er dem Pflegefrauchen am Bein hochklettert und laut schreiend auf sich aufmerksam macht. Ansonsten ist der kleine Kerl wohl auf und bespielt alles was er findet.

Little Joe unterwegs
Little Joe

Little Joe und BinxKatzenSeine kleinen Kameraden, 2 Katzenkinder die ca. 10 Wochen alt waren und hungrig und ausgemergelt mit blutigem Durchfall in einem Nachbardorf gesichtet und eingefangen wurden, sind schon wieder aus der Pflegestelle ausgezogen. Sie konnten zusammen in ein liebevolles Zuhause vermittelt werden. An dieser Stelle möchten wir gerne darauf hinweisen, dass wir Katzenkinder nur zu zweit oder zu einem gleichaltrigen Kätzchen vermitteln. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Kätzchen in Einzelhaltung meist ein sehr schlechtes Sozialverhalten entwickeln, sich oft zu kleinen Tyrannen entpuppen und ihre Menschen teils zum Verzweifeln bringen.

Es wurden auch tatsächlich noch zwei weitere ausgesetzte Kätzchen gesichert. Die Meldung, dass weitere kleine Katzen im Wald herumspringen, erreichte uns 1 bis 2 Wochen, nach Sicherung der ersten beiden. Wir berichteten darüber im vorherigen Beitrag. Die kleinen Racker sind nun auch auf einer Pflegestelle eingezogen und warten auf ein neues Zuhause.

Fast zeitgleich haben wir in einem Teilort von Freudenstadt eine junge Mamakatze mit ihren Kitten eingefangen. Die junge Kätzin wurde von einer älteren Dame schon längere Zeit gefüttert, da der ehemalige Besitzer umgezogen ist und die Katze zurückgelassen hat. Eines Tages kam die hübsche Katze, sie heißt nun „Elsa“ mit 5 kleinen Kätzchen zur Futterstelle. Die nette Dame fiel aus allen Wolken und wusste erst nicht wie ihr geschah. Sie fütterte nun also 6 Katzen, war sich aber bewusst, dass das nicht auf Dauer so weitergehen konnte. So kam dann der Hilferuf zu uns. Es war klar, dass schnell gehandelt werden muss, um die kleinen Kätzchen schnell an Menschen zu gewöhnen und sie nicht verwildern. So haben wir an einem Sonntagnachmittag, da hatte sich die kleine Familie zum Fressen versammelt, eines nach dem anderen mit der Falle gefangen. Zu guter Letzt konnte auch die Mama gesichert werden.

Bei Elsa haben wir gleich festgestellt, dass sie eine „dicke Lippe“ hat, noch war unklar, was dafür als Ursache galt. So stellten wir Elsa bei Tierarzt vor und bekamen die Diagnose: Eosinophiles Granulom. Es hört sich erst mal schlimm an. Wodurch die Erkrankung bei Elsa ausgelöst wurde wissen wir nicht. Es können mehrere Faktoren dabei eine Rolle spielen. Oft sind Allergien oder Parasitenbefall Auslöser der Krankheit. Auch kann eine Autoimmunerkrankung vorliegen. Laut unserem Tierarzt, der das kleine Ulcus, das sich bei Elsa an der Lippe gebildet hatte operativ entfernt hat, ist es auch möglich, dass sich nichts mehr nachbildet. Es würde zu weit führen, das komplette Krankheitsbild zu erklären. Wir suchen nun für die hübsche Kätzin ein Zuhause bei Menschen, die sich vor dieser Erkrankung nicht scheuen. Wir klären Interessenten natürlich genau auf, auf was man achten sollte. Im Grunde ist die junge Mama eine Katze wie alle anderen auch, man muss nur ein wenig öfter nachsehen, ob im Mäulchen alles okay ist.

GrisuDas Elend reisst nicht ab, am 14. Oktober bekamen wir einen dringenden Hilferuf: Ein Streunerkater, der von einer netten Frau gefüttert wird, kam mit einer schlimmen Verletzung zur Futterstelle. Um dem Kater schnellst möglich helfen zu können sind wir sofort los um nachzusehen was wir tun können. Der Kater war vor Ort, die Helferin hatte aber einen Termin und konnte ihn in der Eile nicht sichern. GrisuDa es ihr aber keine Ruhe ließ, fuhr sich spät in der Nacht nochmals zu der Frau und tatsächlich war das Katerchen wieder da. In die Falle wollte er aber partout nicht, da er aber nicht ganz wild erschien und bis auf Armlänge heran kam, die Wunde echt übel aussah, packte die Helferin kurzentschlossen zu und konnte den überraschten Kater sichern. Sie glauben nicht, was für eine Erleichterung es ist, wenn so eine Aktion gut geht und es Tier und Mensch unbeschadet davonkommen. „Grisu“, so heißt der Kater, wir hatten ihn vor Jahren kastrieren lassen, da er aber stock wild war wurde er wieder in die Freiheit entlassen, hatte tatsächlich eine schlimme Bissverletzung mit Abszess Bildung am Beinchen. Unsere Helferin konnte die Wunde aber erst einmal versorgen, Grisu ließ es anstandslos zu. Am nächsten Tag bei Tierarzt, wir konnten ihn nur abgeben, da wir alle berufstätig sind, zeigte er aber, dass er doch ein ganz Wilder ist. Er musste tatsächlich sediert werden um ihn untersuchen zu können. Wieder auf Pflegestelle zeigte er sich sofort wieder von seiner charmanten Seite und schmuste mit seinem Pflegefrauchen wie nie zuvor.

Grisu

Leider hat auch Grisu noch eine größere Baustelle: Es zeigte sich, dass er einen üblen Durchfall hatte und somit nochmals beim Tierarzt vorgestellt werden musste. Dieses Mal ging das Pflegefrauchen mit und alles klappte wunderbar, sogar das Blutabnehmen tolerierte Grisu ohne große Probleme. Leider sind Darm, Magen und Bauchspeicheldrüse angegriffen. Wir sind noch in der Diagnosefindung und hoffen sehr, dass wir den schmusigen Wilden wieder in die Spur bekommen.

Katze Katze Katze
Katze Katze
  Katze  

Liebe Katzenfreunde, nun ist es ein doch langer Bericht geworden, aber wir wollten Euch alle einmal einen Einblick in unsere Tätigkeit geben…… so vieles läuft einfach nebenher und ist schon Normalität für uns. Wenn man dann mal darüber nachdenkt, was in den letzten Wochen und Monaten geschehen ist, kommt man selber ins Grübeln.

Sollte jemand von Euch noch Fragen zu dem einen oder anderen haben, dürft ihr euch gerne melden.

Wir wünschen Euch nun eine wunderschöne Vorweihnachtszeit und melden uns sobald wir Zeit für einen Bericht finden wieder ……
Euer Team der Katzenhilfe

 


 

Liebe Katzenfreunde der Nothilfe

Wieder einmal ist es uns nicht gelungen, zeitnah zu berichten….. Die Ereignisse überschlagen sich leider. Wir hoffen, dass Sie die Osterfeiertage gut verbracht haben und die Zeit genießen konnten. BinxBinx

Nun erst einmal zu Binx. Der junge Kater wurde entgegen der Empfehlung der Tierklinik zur Euthanasie, wieder zurück in die Pflegestelle gebracht. Die Blindheit hatte sich in kurzer Zeit zurückgebildet und auch alle anderen neurologischen Auffälligkeiten waren binnen weniger Tage nicht mehr zu sehen. Unter weiterer Medikation mit AB, Cortison und Vitamin B zeigte er sich bald wieder wie zuvor als scheuer aber neugieriger Kater, der ausgelassen mit seinen Geschwistern spielte. Leider hing er nach Absetzten der Medikamente schnell wieder durch. Es ist zum verrückt werden. Wir sind ratlos und müssen weitere Diagnostik durchführen lassen. Im Moment geht es ihm wieder gut, er bekommt seine Medis und zeigt keine Krankheitsanzeichen.

Durch tragische Umstände mussten die Geschwister unsere Pflegestelle verlassen. Binx kam bei Sabine unter, die nun die Medikation und weitere ärztliche Abklärung übernimmt. Seine Geschwister wurden von einem befreundeten TS-Verein übernommen. Wir konnten leider nicht anders handeln: Die jüngste Tochter unserer Pflegestelle erkrankte ernsthaft. Die Kleine liegt derzeit auf der Onkologie in Tübingen. Wir sind alle entsetzt und hoffen, dass Alyssa alles gut übersteht. Da sie eine Chemotherapie erhält, muss der Haushalt nach ihrer Rückkehr tierfrei sein, eine tragische Situation, da auch die eigenen Tiere eigentlich weg müssen. Bitte halten auch Sie die Daumen für das Kind gedrückt! Sandra und Mikel, die Eltern, waren immer einsatzbereit, wenn wir einen Katzennotfall hatten. Sie haben sich stets aufopfernd um die Pfleglinge gekümmert. Auch die 4 Kinder, unter anderem Alyssa kümmerten sich liebevoll um die Katzen. Außer hoffen und beten können wir nun im Moment leider nichts tun…

Spielstunde Schmusestunde

Auch unsere andere kompetente Pflegestelle ist derzeit krankheitsbedingt nicht mehr belastbar. Unsere Nadine hat sich das Knie verdreht und muss operiert werden. Glücklicherweise können die Pflegekatzen durch die Hilfe von Nadine’s Familie bleiben und werden versorgt.

Nun sind wir sozusagen ohne Plätze für zukünftige Notfälle, da alle Pflegestellen besetzt mit Dauerpfleglingen sind.

Sollte jemand von Ihnen jemanden kennen, der gerne in der Katzenhilfe tätig wäre, würden wir uns über eine Kontaktaufnahme freuen.

Bitte bleiben Sie weiterhin gesund wünscht das Team der Katzenhilfe

 


 

Hallo liebe Katzenfreunde,

Gina und BobbyGina und BobbyDarf ich mich vorstellen? Ich bin Bobby und dies ist meine Freundin Gina.

Wir sind „Rückläufer“, wisst Ihr was das ist? Und vor allem warum wir das sind?

Egal, wir hatten ein Zuhause gefunden, aber nur für 5 Monate, dann war man uns leid. Na ja, unser Frauchen meint es wäre das falsche Zuhause für uns. Sie wusste von meinem Pflegefrauchen, weil ich und Gini ja zuerst in einer Pflegestelle waren, dass wir sehr scheu sind. Sie meinte aber, das sei kein Problem, sie kenne sich mit schüchternen Katzen aus. Da ich einen chronischen Schnupfen habe, ist sie mit mir zum Tierarzt, dadurch war ich so gestresst, dass ich meinen Unmut an Gina ausgelassen habe. Die hat sich erschreckt und ist unter das Bett gezogen, menno eigentlich bin ich doch ein ganz lieber Kerl. Ja, sie traute sich kaum mehr raus und Frauchen fütterte sie unterm Bett. Das hat das Fass wohl zum Überlaufen gebracht; die Frau nahm den Telefonhörer hoch und rief die Pflegemama damit die uns schnell abholt. Das wollte ich doch gar nicht! Und ich dachte, es heißt: Bis dass der Tod Euch scheidet!

Gina und Bobby

Hier zurück auf der Pflegestelle haben wir uns rasch wieder eingelebt, lassen uns nicht nur blicken sondern ich bin sehr mutig und lass mich mitunter auch streicheln. Die Pflegemama will mich trösten und sagt immer, ich sei nicht schuld und wir finden eine bessere Familie, eine für die „Bis-dass-der-Tod-Euch-scheidet“ auch gilt. Nun ja, daran glaube ich noch nicht so wirklich. Gina ist noch immer etwas beleidigt mit mir, aber sie wird auch wieder viel entspannter und läuft hier herum um die Gegend zu erkunden.

So nun wisst ihr was „Rückläufer“ sind. Es grüßt Euch Bobby mit einem herzlichen MIAU

Ja, so spielt das Leben. Wir vom Team der Katzenhilfe hatten uns so riesig gefreut, dass Gina und Bobby gemeinsam ein Zuhause gefunden hatten. Welch Glück für die scheuen und überaus mißtrauischen Katzen. Wir hatten ausführliche Gespräche mit den Interessenten und immer wieder betont, dass eine Eingewöhnungsphase bei solchen Tieren oft sehr lange dauern kann. Leider hat es in Falle von Gina und Bobby nicht geklappt und wir haben die beiden selbstverständlich wieder aufgenommen, als uns das verzweifelte und Frauchen anrief und die Situation schilderte. Es war gleich klar, dass hier auch keine weiteren Gespräche und Tips helfen würden. Der Entschluss stand fest, dass die Katzen wieder zurück zu uns sollten. Nun hoffen wir, dass wir vielleicht doch irgendwann ein geeignetes Plätzchen für die beiden Stubentiger finden in denen sie glücklich bis an ihr Lebensende herumstromern dürfen. Bobby ist mittlerweile auf einem guten Weg, er traut sich immer mehr. Nur Gina ist noch immer äußerst vorsichtig, aber auch sie zeigt Neugierde und mit der Zeit denken wir, wird auch sie ihre Hemmschwelle überwinden und ihre Streicheleinheiten einfordern.

BinxBinxEigentlich sollte hier unser Bericht enden, doch wieder einmal hat uns ein Notfall auf einer unserer Pflegestellen in Alarmbereitschaft versetzt. Aus einer Fangaktion im letzten Jahr sind noch 3 mittlerweile halbstarke aber noch immer äußerst scheue Jungkatzen in unserer Obhut. Die 3, eigentlich sind es 4, doch eines der Kleinen ist in eine andere PS eingezogen, da dort ein anderes Kätzchen auf Gesellschaft wartete, wurden von ihrer verwilderten Mama so gut erzogen, dass sie Menschen noch immer als große Gefahr werten und sich dementsprechend verhalten. Dieses Muttertier ist eine der schlausten Mamas, die wir bisher eingefangen hatten. Sie hat uns echt auf die Probe gestellt. Wir mussten mit allen Tricks arbeiten um die kleine Familie zu fangen.

Nun hat Binx von jetzt auf nachher das Essen verweigert, war lethargisch und zog sich noch mehr zurück wie zuvor. Alarmstufe rot für uns. Sofort wurde er bei unserer Tierärztin vorgestellt. Kein einfaches Unterfangen für sie, einen halbwilden Kater zu untersuchen. Er bekam Schmerzmittel und ein Antibiotikum. Sollte die Behandlung nicht anschlagen, war die Option ihm in Narkose Blut zu nehmen, anders kommt man an ihn nicht heran. Die Verletzungsgefahr wäre zu groß. Leider hat sich nur einen Tag nach der Behandlung sein Zustand so sehr verschlechtert, dass wir ihn notfallmäßig in die Tierklinik bringen mussten. Wir bangten wirklich um sein Leben. Er zeigte plötzlich neurologische Ausfälle, atmete ganz flach, es war einfach nur beängstigen. Nun befindet sich Binx zur weiteren Abklärung noch immer in der Tierklinik. Wahrscheinlich wird ein Schädel-CT gemacht werden müssen. Bitte halten Sie die Daumen, dass wir kein schlimmes Ergebnis bekommen und der Kleine alsbald als genesen in seine Pflegestelle entlassen werden kann.

Binx

Wir werden Sie über den weiteren Verlauf natürlich auf dem Laufenden halten. Wer uns gerne unterstützen möchte, darf für Binx natürlich auch eine kleine Spende machen. Die Kosten für die Untersuchungen und den Klinikaufenthalt werden uns sicher zu schaffen machen. Ohne Ihre Unterstützung könnten wir unsere Arbeit gar nicht leisten. Herzlichen Dank dafür.

Ihr Team der Katzenhilfe NfP Freudenstadt
Februar 2021

 


Katzenhilfe bis 2020

03.09.22