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Oft ist es im Tierschutz so, dass die sich dort engagierenden Menschen im Laufe der Zeit an ihrem Wohnort zu Ansprechpartnern für viele Anliegen und Probleme rund um die Tierhaltung werden. Vieles davon bezieht sich auf ganz andere Rassen und Arten und manches, was zunächst eine eher private, personenbezogene Hilfe in Einzelfällen ist, verselbständigt sich, weitet sich ohne eigenes Dazutun aus. Seit vielen Jahren gibt es daher die Katzenhilfe, die sich dank gewonnener treuer Spender und Paten selbst trägt und vor allem im ländlichen Raum rund um den Vereinssitz Freudenstadt tätig ist. Hier werden vor allem Futterstellen versorgt, Kastrationen durchgeführt, erkrankte Tiere eingefangen (hauptsächlich Streuner und scheue Bauernkatzen) und zur Behandlung gebracht.
Nicht jeder genesene Streuner kann und will zurück auf die Straße, ausgesetzte ehemalige Hauskatzen, Handicapler, alte oder chronisch kranke Tiere bleiben lieber in der Nähe der Menschen und genießen das Leben im Warmen ohne Futtersorgen. Diese und andere Notfall-Samtpfoten sollen hier eine Möglichkeit bekommen, von ihren potentiellen neuen Dosenöffnern gefunden zu werden.

 

 

 

Innerhalb von 14 Tagen zogen 17 Katzen in unseren diversen Pflegestellen ein

Hm, ja, sicherlich kann sich jeder einigermaßen vorstellen, dass das nicht ganz so harmlos ist, wie dieser Satz erst einmal klingt, aber so dramatisch und neu ist das ja nun auch nicht …. Oder?

Nein, neu ist eine solche Situation nicht, aber wer noch nie hautnah in solche Aktionen involviert war, ist sich vielleicht nicht im Klaren darüber, welchen „Rattenschwanz“ so eine Übernahme nach sich zieht:

Zunächst einmal sind Übernahmen von meist verwahrlosten, oft kranken Katzen auch für hart gesottene Tierschützer ein enormer Stress, vor allem emotional, aber auch durch die damit verbundene Arbeit und Zeit. Die Katzen müssen ja nicht nur abgeholt werden (Fahrt 1), sondern auch zu den Pflegestellen gebracht werden (Fahrten 2 – n). Im Falle der neun Maine Coons (siehe unten) dauerte das Abholen und Verteilen auf die Pflegefamilien einen ganzen Tag.

Arbeiten während der Unterbringung der Katzen sind: Versorgung, oft auch medizinische; Füttern, bei verwaisten Katzenbabies auch mehrmals nachts; Saubermachen; an den Menschen gewöhnen; Betreuung der anderen Pflegestellen, und, wie überall inzwischen, viel Administratives. Zur Arbeit kommen Kosten: Im Moment brauchen wir für unsere Katzenkinder ca. 15 Dosen Kittenfutter à 400 gr. am Tag. Und natürlich wollen auch die Mamas und die anderen erwachsenen Katzen ihr Bäuchlein füllen. Benötigt werden außerdem Entwurmungsmittel, die ersten Impfungen werden fällig, die erwachsenen Miezen müssen kastriert werden, oft fallen weitere Tierarztkosten an. Außerdem braucht man jede Menge Streu für die Katzentoiletten, das angeschafft, aber auch teuer entsorgt werden muss. Da die Restmülltonnen solche Mengen, wie wir „produzieren“, nicht verkraften, ist immer noch eine zusätzliche Fahrt auf die Mülldeponie erforderlich – Katzenstreu ist Restmüll, d. h. die Entsorgung kostet. Im Winter braucht man vermehrt Heizung, die Decken und Tücher müssen gewaschen werden. Auch diese Dinge belasten dann den privaten Geldbeutel.

Bei der anschließenden Vermittlung der Miezen müssen Anzeigen geschrieben und geschaltet werden. Dann gehen – hoffentlich! – die Anrufe von Interessenten ein. An manchen Tagen geben sich die Interessenten die Klinke in die Hand. Vorkontrollen müssen gemacht werden. Schön, DER Lohn für die Betreuer, wenn es Interessenten gibt und aus diesen Familien werden – Arbeit ist es dennoch und nur am Rande erwähnt: Manche Pflegemama hat auch noch einen Beruf, obwohl die ehrenamtliche Tätigkeit bei der Katzenhilfe „eigentlich“ ein Fulltime-Job wäre. Unsere Ehrenamtlichen sind keine bezahlten Angestellten (wie in Tierheimen) – sie haben nie „Feierabend“.

Dies sollte keine Klage sein – hoffentlich liest es sich auch nicht wie eine solche – wie gesagt, der Lohn aller Mühen sind glückliche Miezen in mit ihnen glücklichen Familien. Aber vielleicht lesen manche von Ihnen mit diesem Hintergrundwissen so manchen Katzenhilfe-Text mit anderen Augen.

Hier aber nun zu unseren 17 neuen Miezen:

Rettungsaktion von Rassekatzen – Maine Coon

Maine Coon AliciaMaine Coon GalaSchon seit langem wissen wir von einer „Hobbyzüchterin“ von Maine Coons im Kreis Freudenstadt. Irgendwann ist die „Zucht“ jedoch eskaliert, die Katzenpopulation explodierte. Als das zuständige Veterinäramt vor ein paar Jahren Wind von der Sache erhielt, wurden die Welpen beschlagnahmt und in einer Tierschutzorganisation untergebracht.

Jetzt Mitte April, drei bis vier Jahre später, hat die Züchterin direkt mit uns Kontakt aufgenommen und um Hilfe gebeten: Es handele sich um elf erwachsene, unkastrierte Miezen. Als Anlass für den Hilferuf gab sie familiäre Probleme an. Sie war der Meinung, die Katzenhilfe könnte übergangsweise die Katzen in Pflege nehmen, bis sie für sich und die Katzen eine Lösung gefunden hätte. Sie wollte die Katzen dann wieder zurücknehmen. Wie wir vom Veterinäramt erfahren hatten, waren die Zustände bei der Züchterin jedoch wieder oder immer noch mehr als fragwürdig, und so bemühten wir uns, das Vertrauen der Besitzerin zu bekommen, um die Miezen dort herausholen zu können. Wir lehnten aber ab, die Katzen nur in Pflege zu nehmen, sondern boten an, sie zu übernehmen und zu vermitteln.

Danach war „Funkstille“; wir rechneten nicht mehr damit, dass die „Züchterin“ sich noch einmal melden würde. Aber dann, am 19.06.2018, der Anruf: Wir sollten die Katzen jetzt abholen – und die Dame meinte damit wirklich „jetzt“. Nun hieß es, innerhalb eines Tages die Katzen zu übernehmen. Einerseits: nichts lieber als das, bevor die Besitzerin es sich wieder anders überlegte. Andererseits: würden unsere bereits im April informierten Pflegestellen noch zur Verfügung stehen oder „voll“ belegt sein?

Alles klappte, einen Tag später waren wir, mit Boxen und vielem mehr bewaffnet, vor Ort, und die Übernahme konnte stattfinden. Wir möchten hier nicht näher auf Details eingehen, nur so viel: Wir waren froh, als wir endlich die Katzen im Auto hatten. Allerdings waren es nur neun; zwei waren angeblich am Morgen schon von Verwandten abgeholt worden.

Abholung der KatzenVirgil

Wir waren doch sehr erschrocken über den Zustand der Katzen. Unter dem Fell fühlte man die Knochen, das verfilzte und von der Vorbesitzerin schlecht teilgeschorene Fell musste nochmals ordentlich nachgearbeitet werden; bei einigen musste man sämtliche Zähne ziehen. Einige der Katzen waren sehr scheu und hatten Angst vor Geräuschen. Trotzdem: Bei all den aufkommenden Emotionen über die verwahrlosten Katzen waren wir letztendlich dankbar, dass die ganze Aktion doch relativ reibungslos vonstattengegangen war.

Jetzt, nach knapp zwei Monaten, sind alle „aufgetaut“. Hat man ihr Vertrauen einmal gewonnen, genießen sie die Streicheleinheiten und Zuwendung. Nun heißt es, die geeigneten Menschen für diese Fellbündel zu finden.

Ginger

Zwei Katzenmamas und sechs Katzenkinder

Anfang Juli zogen zwei Kätzinnen mit ihren Kindern in der Pflegestelle ein, alle Zwerge circa sieben Wochen alt: Die Katze, die wir Melissa tauften, hatte zwei Kinder, die andere, Sophia, vier.

Melissa und Kids

Melissa und ihre beiden Kinder Fiona und Paulchen sind verwilderte Katzen und waren mit einer Lebendfalle eingefangen worden.

Melissa Melissa und Paulchen Paulchen Fiona

Nun lernen sie in der Pflegestelle, wie man mit Zweibeinern umgeht, sie versteht, mit ihnen kuschelt – und sie um die Pfoten wickelt. Melissa benötigt natürlich ein bisschen Zeit und Geduld, um das zu lernen, aber Fiona und Paulchen sind verspielte und aufgeweckte Katzenkinder, die schnell gelernt haben, dass es bei uns Menschen immer einen vollen Napf und streichelnde Hände gibt. Leider hat Paulchen verletzungsbedingt ein Auge verloren; dadurch, dass das Lid sich aufgrund der Verletzung nicht komplett schließen konnte, drangen Bakterien ein – in einer Not-Op musste das Auge entfernt werden. Klingt dramatisch, war es auch, doch Paulchen wird es kaum einschränken, wenn er künftig als kleiner Pirat unterwegs ist.

Sophia und Kids

Kurz nach Melissa zog die circa einjährige Sophia in der Pflegestelle ein. Da die Pflegemama einen Faible für indianische Namen hat, bekam ihre Vierer-Rasselbande also indianische Namen. Die beiden Katerchen heißen Lakota (Freund) und Yukon (großer Fluss), die Mädels Leoti (Prärieblume) und – Chocolate, die damit mit ihrem Namen „aus der Reihe tanzt“. Sophia hatte ihre Welpen in einem Lebensbaum zur Welt gebracht, und als dieser geschnitten wurde, hat man sie entdeckt und die Nothilfe um Unterstützung gebeten. Welpentypisch raufen und spielen die vier Kleinen, bis sie vor Müdigkeit umfallen und aneinander gekuschelt einschlafen.

Sophia Sophias Baby Sophias Baby Sophias Baby

Wenn die sechs Zwerge drei Monate alt sind, können sie bei Ihnen einziehen und durch die Wohnung wirbeln. Dann haben auch Melissa und Sophia ihre Mutterpflichten erfüllt und sind umzugsbereit. Melissa und Sophia sind dann bereits kastriert, sie werden, weil sie eben schon erwachsen waren, als sie den ersten (engeren) Menschenkontakt hatten, etwas Eingewöhnungszeit brauchen, aber beide Kätzinnen genießen es jetzt schon, vom Pflegefrauchen gestreichelt zu werden. Fiona, Leoti und Chocolate müssen dann im Alter von fünf Monaten kastriert werden, Paulchen, Lakota und Yukon im Alter von sieben Monaten. Bis dahin sollten sie keinen Freigang haben.

Wenn Sie eine(n) der kleinen Katzenfamilien kennen lernen möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Egal, für wen Sie sich interessieren und entscheiden – Sie werden ganz entzückende neue Familienmitglieder bekommen.

Und wenn Sie für eine unserer nicht vermittelbaren Miezen eine Patenschaft übernehmen möchten, scheuen Sie sich nicht, unsere Damen von der Katzenhilfe zu kontaktieren. Natürlich sind wir auch offen für jede Art von Spenden – gerne auch nach Absprache - von Sach-Spenden.

Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer fast nie einfachen Katzenhilfe und für Ihre Unterstützung.

Die Katzenhilfe bei der NfP - Freudenstadt


 

Diego – weil nicht sein kann, was nicht sein darf

Diego

Wie schon bei mehreren anderen Katzen (wir berichteten), spielt auch bei dieser Fundmieze Facebook eine Rolle – eine ziemlich unrühmliche Rolle. D. h. daran ist natürlich nicht Facebook Schuld, sondern die Nutzer; ein Medium kann immer nur so gut sein wie seine Nutzer.DiegoDiego

Jedenfalls „geisterte“ mal wieder eine arme Miezensocke durchs Netz. Viele wussten etwas dazu zu sagen, hatten eine Idee, Vorstellungen, die meisten meinten, es könne ja nicht sein, dass so eine edle Katze herrenlos/ohne Besitzer auf der Straße herumirre (auch wenn sie dies offenbar schon tagelang tat und verzweifelt nach Futter und einem warmen Plätzchen Ausschau hielt); man solle die Mieze doch einfach lassen, man könne ja schließlich nicht jede Freigänger-Katze, die sich für paar Tage woanders aufhält, einsammeln.
Wie so oft in den sozialen(?) Medien wurde nur „herumgeschrieben“ – das ist natürlich auch bequem von der Couch aus zu erledigen und einfacher, als sich zum Ort des Geschehens zu bewegen und selbst nachzuschauen, ob man helfen kann.

Als unsere Mitarbeiterin der Katzenhilfe auf den „Fall“ stieß, nahm sie Kontakt zu der Informantin auf, denn es war unverkennbar, dass hier eine Mieze in ganz großer Not war. Mit einer Lebendfalle wurde das Tier eingefangen – es war ein unkastrierter Kater, der so verfilzt war, dass er umgehend geschoren werden musste. Er war weder tätowiert noch gechippt, und unter der dicken Filzdecke befanden sich nur noch Haut und Knochen.

Diego

Dadurch, dass unsere Mitarbeiterin nicht weggeschaut hat, ist die Mieze nun kein Niemandskater mehr – er hat einen Namen, Diego, und er hat Menschen, die sich um ihn sorgen, uns. Wir werden nie in solchen Fällen wegschauen, denn im Lauf der Jahre gewinnt man einen Blick für eine in Not geratene Katze.DiegoDiego

Diego

Beherzt hat unsere Mitarbeiterin sich des Falls bzw. des Fells angenommen – kein leichtes Unterfangen, denn man sieht ja nichts und leicht ist in die Haut geschnitten, wenn das Fell bis dorthin ein einziges Filzknäuel ist. Vorsichtig wird Diego nun aufgebaut, er scheint es gerne anzunehmen, denn er wehrt sich nicht. Zwar ist er ein wenig vorsichtig, doch er teilt keine Hiebe aus und reagiert nicht ängstlich oder panisch. Circa zwei Jahre alt könnte Diego sein; er ist eine kleine Persönlichkeit, wie jede andere Katze ebenso.DiegoDiego

Jetzt heißt es, sich auf die Suche zu machen, ob Diego sich irgendwo selbstständig gemacht und durch einen dummen Zufall sein Zuhause verloren hat, oder ob er einfach nur "weggeworfen“, ausgesetzt wurde. Wenn das erstere der Fall wäre, wäre es wieder einmal unverständlich, warum man sein Tier nicht kennzeichnen und registrieren lässt, um es bei Verlust zuordnen zu können. Wir gehen im Moment vom zweiten Fall aus, und Diego bekommt nun in unserer Pflegestelle die Zeit, die er braucht, um sich in Sicherheit und Ruhe von seinen körperlichen und psychischen Schäden zu erholen.

Es wird einige Zeit dauern, bis Diego sich erholt hat und soweit stabil ist, dass man ihn vermitteln kann. Wer zu Diego etwas sagen kann – ihn bzw. seine Herkunft kennt, möge sich bitte bei uns melden. Und wenn Sie den armen Kerl finanziell unterstützen möchten, würden wir uns natürlich sehr freuen.

Diego

Das Team der Katzenhilfe bei der NfP - Freudenstadt

 


 

„Paketband-Kater“ Ari – Update 29.03.2018

Ja, so gut geht es Ari, dass wir aus seinem schlimmen Schicksal inzwischen einen Spitznamen für ihn erfunden haben. Dies ist auch eine Strategie, wie wir von der Katzenhilfe letztendlich versuchen, solche Greueltaten, wie Ari sie erleiden musste, irgendwie für uns ertragbar zu machen. Trotzdem können wir Aris Geschichte und die Fotos natürlich nicht vergessen: Ari, den ein Tierquäler mit Paketplastikbändern eingewickelt hatte, die bereits tief in die Haut eingewachsen waren. Ari hatte riesengroßes Glück, zum einen, dass ihn gerade noch rechtzeitig eine tierliebe Frau entdeckt hat, zum anderen, dass er überlebt hat, und zum dritten, dass er bei seiner Retterin ein Zuhause fand. Und Ari fängt an, dieses zu genießen, wie der folgende Bericht des Frauchens zeigt:

„Ari war jetzt von Januar bis Anfang März nur Wohnungskater und hat sich sehr gut benommen. Er traut sich immer mehr, durch die Wohnung zu gehen, blieb und bleibt aber auf Abstand. Irgendwann hat er angefangen zu kommunizieren. Der kann ganze Bücher erzählen. Durch einen unvorsichtigen Nachbarn hat Ari jedoch mal das Weite gesucht. Aber immer wieder - "Wunder gescheh‘n", drängt er in die Wohnung. Er spielt gerne, setzt sich gelegentlich in die Wohnzimmertüre und beobachtet alles. Letztens hat er auf dem Sofa in Kater Tommys Bett geschlafen, als ich heim kam. Und er hat Mieze Kalotta vom Dachboden verdrängt. Die schläft jetzt gelegentlich im Hühnerhaus. Mal sehen, wie es sich weiterentwickelt.Ari

Aber Ari ist immer noch in der Testphase der Annäherung, ob der Zweibeiner auch wirklich etwas taugt. Ari kann jetzt wieder freigehen, seitdem wird er viel anhänglicher. Geschlossene Türen sind ihm sehr suspekt, da protestiert er laut und lange, bis diese sich wieder öffnet oder geöffnet wird. Mittlerweile spielt er mit Nähe und Distanz. Er fordert Aufmerksamkeit, sobald der Zweibeiner da ist, und rennt dicht und ständig maunzend an einem vorbei. Aber anfassen lässt er sich noch nicht. Es braucht eben alles seine Zeit. Er hat richtig Blödsinn im Kopf und findet alles als Spielzeug ganz toll. Oft trägt er es wie seine Beute durch die Wohnung.

Ari

Ich vermute, dass er noch nicht so alt ist. Aufmerksam schaut er meinem Hauskater zu, wie der alles macht und dem Zweibeiner vertraut. Und dabei hat er auch gelernt, wie man eine angelehnte Türe öffnet.Ari

Dann lag er doch tatsächlich abends mal in meinem Schlafzimmer auf dem Teppich und hat lange beobachtet und zugehört, wie der Hauskater ausgiebig schnurrte. Dann ist er aber gegangen.

Seine rasierten OP-Stellen sieht man noch immer ganz deutlich, das Fell kommt nur langsam wieder. Er hat schon Schlimmes mitmachen müssen, und ich vermute mal, dass er froh ist, ein Zuhause gefunden zu haben. Probleme hat er mit manchen Futtersorten, er verträgt nicht jedes Futter. Aber das kann man ja gut regeln, und wir kommen klar damit.

Wenn Ari mit seinen Fortschritten so weitermacht, dann könnte er noch ein richtiger Schmusekater werden. Aber wir haben keine Erwartung an ihn – wenn er mag, dann ist er herzlich zu allen Streicheleinheiten eingeladen.

Die Pflegemama“

 

Was für ein schönes Happy End! Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Retterin für die Rettung, für die Aufnahme von Ari und für die „Nicht-Erwartungshaltung“ (eine leider viel zu seltene Einstellung). Und wir bedanken uns nochmals ebenso herzlich bei den vielen Unterstützern, die die Kosten für Aris Op und Behandlung abgefangen haben.

Das Team der Katzenhilfe der NfP, Freudenstadt

 


 

Update 12.03.2018

Lucky hat seine Op gut überstanden.

Lucky

LuckyLuckyLucky hat die erste Metallentfernung gut überstanden. Der lange Pin (in seinem gebrochenen Unterschenkel) wurde entfernt; der kürzere Pin (im versteiften Sprunggelenk) wurde noch belassen; möglicherweise arbeitet sich dieser von selber heraus, das muss das Pflegefrauchen beobachten und ggf. schnell reagieren und einen Op-Termin vereinbaren.

Da Lucky für die Metallentfernung Narkose brauchte, wurde diese Gelegenheit genutzt, um die paar Zähnchen, die er noch hatte, zu richten. Bis auf zwei mussten alle entfernt werden.

Lucky

Außerdem wurde der kleine Polyp in seinem Ohr weggelasert.

Das geduldige Katerchen hat alles prima verkraftet und lässt es sich schon wieder gut gehen. Er muss nun auch nicht mehr in der Box ruhig gestellt werden. Meist liegt er gechillt auf dem Gästebett oder in einem Katzenkörbchen. Ab und zu wandert er durch die Wohnung und schaut, was die anderen so treiben, legt sich auch mal mitten ins Zimmer, um zu beobachten. Er ist ein wirklich sehr braver und sozialer Katermann und ist von den anderen Miezen in der Pflegestelle bereits voll akzeptiert. Es scheint, dass sich Lucky in der Pflegestelle sehr wohl fühlt.

Lucky

Wir bedanken uns nochmals sehr herzlich bei den Paten und Spendern. Durch Ihre Unterstützung ist diese Op und auch die Nachversorgung finanziell abgesichert, und Lucky kann in aller Ruhe vollends gesund werden.

Lucky und die Katzenhilfe der NfP

 


 

Lucky, Ari, die Streuner-Miezen und die Katzenhilfe der NfP sagen DANKE!

Ari

Wir sind überwältigt von der Resonanz, die unser vergangener Bericht ausgelöst hat – so viel Unterstützung für unsere Samtpfoten! Wie immer fehlen die Worte, sich angemessen zu bedanken, und so belassen wir es bei einem ganz herzlichen Danke und der Information, wofür Ihre Spenden verwendet wurden und werden:

VerbandwechselVerbandwechselFür Lucky, der das Bein gebrochen hat und den sein Besitzer deshalb beim Tierarzt „entsorgen“ wollte, sind durch die Spenden die Op und die Nachversorgung abgedeckt.

Verbandwechsel

Beim ersten Verbandwechsel war der Tierarzt mit der Heilung sehr zufrieden, und Lucky war so brav, dass er dafür nur eine sehr leichte Narkose gebraucht hat. Ein großer Vorteil; der Nachteil davon: seine Zahnstummel sind immer noch im Mäulchen, sie werden dann herausoperiert werden, wenn die Pins wieder aus dem Beinchen entfernt werden. Wann das sein wird, wird beim nächsten Verbandwechsel entschieden. Da die Zähne aber nicht vereitert sind, hat die Zahn-Op auch nicht so die Eile, und wir können warten, bis Lucky sowieso wieder eine Narkose braucht.Lucky fühlt sich in seiner Pflegestelle „pudelwohl“, er darf unter Kontrolle aus seiner Box, z. B. um mit Herrchen zusammen fern zu sehen.

Ari

Ari ist ja schon wieder gesund, nachdem die Plastikbänder, die ein Tierquäler ihm um den Brustkorb geschnürt hatte und die eingewachsen waren, entfernt worden sind. Er ist zurück bei der tierlieben Dame, die ihn gefangen und zum Tierarzt gebracht hat, und dort darf er auch bleiben!
Kurzfristig schien es, als wolle Ari dieses Glück gar nicht – er war verschwunden. Aber dann hat er sich wohl doch eines Besseren besonnen und ist zurückgekommen, durch die Katzenklappe, die es für die beiden bereits bei der Dame lebenden Katzen gibt.

Auch den Streuner-Miezen an unserer Futterstelle geht es gut, sie sind in guter körperlicher Verfassung und werden selbstverständlich weiterhin betreut.

Lucky, Ari, die Streuner-Miezen und die Katzenhilfe der NfP sagen nochmals ganz herzlichen Dank!


Pfötchen (eigentlich Sindy)

…so haben wir die kleine Tigerkätzin genannt, als wir sie schwer verletzt auf der Straße bei Freudenstadt aufgelesen haben. Viele haben einfach weggeschaut, doch eine Frau fasste sich ein Herz und bat uns um Hilfe für die scheue Mieze.

Dann ist sie in unsere Pflegestelle eingezogen, wir hatten bereits berichtet <klick>. Mühselig hat die Pflegemama versucht, das verletzte Pfötchen wieder so auf Vordermann zu bringen, dass die kleine Mieze wenigstens einigermaßen damit zurechtkam. Nun ist sie körperlich soweit fit. Anschließend wurde versucht, sie ein wenig zugänglich zu machen. Das hat sich sehr schwer gestaltet und so blieb unser Pfötchen bis heute in der Pflegestelle „hän-gen“ und hat hier ihren Endplatz gefunden.

Jedoch sehen wir unsere eigentliche Aufgabe darin, für jede einzelne Mieze ein neues Zuhause zu suchen. Der Knackpunkt hier ist, dass die Geduld vieler Menschen nicht sehr groß ist, dafür aber die Erwartungshaltung im Gegenzug umso größer. Aber Katzen sind eben „Katzen“, die kann man nicht einfach mal zu etwas zwingen. Man muss ihnen Zeit geben und einen Vorschuss an Liebe - oft sehr viel - aber das bringt dann manchmal wahre Wunder zum Vorschein.

Wir von der Katzenhilfe wissen, wie lange es dauern kann, bis man eine scheue Mieze einigermaßen händelbar bekommt. Das muss nicht zwingend so sein – manchmal geht es auch schnell. Irgendwann tauen auch die scheuen auf und können richtige Schmusekatzen werden. Doch dann wird es schwierig, sie neuerlich „umzupflanzen“. Sie fallen dann meist in ein tiefes Loch und müssen von vorne anfangen, Vertrauen aufzubauen. Denn ihre Lebenssituation ist total verändert, das Umfeld und die Art der Menschen im Umgang mit ihnen. Vermittlungsversuche scheitern dann oftmals bei diesen Katzen, leider kommt auch immer die Zeit den Tieren dazwischen. Die Geduld der neuen Menschen in spe reicht einfach oftmals nicht weit genug. Hinzu kommt, dass so gut wie alle Anfragen nur für kleine Kätzchen erfolgen. Die erwachsenen, oftmals charismatischen Katzen, werden und wurden bedauerlicherweise oftmals übersehen. Jedoch läuft diesen Samtpfoten die Zeit davon: Sie warten vergeblich auf ihr neues Leben und werden dabei immer älter.

Und so achten wir sehr darauf, dass wir solche - ehemals scheuen - Katzen nur an wirklich kompetente Menschen abgeben, die das nötige Gefühl dafür haben.
Pfötchen ist nun - nach fast 2 Jahren (gefunden im September 2015) - endlich dabei, langsam zutraulich zu werden. Die Zeit der Pflege hat sie einfach über sich ergehen lassen. Sie wusste sicher, dass ihr geholfen wird. Danach fiel sie dann wieder in ihr altes Verhaltensmuster zurück und ist den Menschen ausgewichen.

SindySindySindySindy

Doch die Pflegemama ist hartnäckig und lässt nichts unversucht, immer wieder auf einfühlsame Art und Weise der kleinen Tigerkatze zu vermitteln, dass alle Vertrauens-Versuche auf freiwilliger Basis erfolgen. Gerade in letzter Zeit beginnt Pfötchen von Tag zu Tag mehr aufzutauen und sogar Streicheleinheiten einzufordern. Bevorzugt macht sie das beim Füttern, sie schmeißt sich an ihre Pflegemama ran und will gekrault werden. Beide haben dann anfallsweise Angst vor der eigenen Courage, aber der Trend in Richtung Zutraulichkeit ist klar erkennbar. Solche Erfahrungen sind wertvolle Geschenke, die die Arbeit und Geduld mehr als aufwiegen.

SindySindy

Wo finden wir Menschen, die sich die notwendige Zeit nehmen und ein sicheres Zuhause bieten?
Geduldige Menschen, die nicht zu viel von solchen Katzen erwarten, die keinen guten Start im Leben hatten und deshalb erst einmal biestig sein können? Wir würden uns freuen, diese Menschen zu finden. Sie zu überzeugen, dass es sich für jedes Miezchen lohnt, einfach nur abzuwarten, bis sich eine gute Vertrauensbasis aufgebaut hat.
Wer Katzen liebt – wer ein Herz für sie und ihre Eigenwilligkeit hat – der versteht, was wir mit diesen Zeilen sagen möchten.

Die Katzenhilfe der NfP – FDS (August 2017)

 


 

Liebe Freunde der Katzenhilfe,

es war etwas ruhig um uns hier auf der Seite, aber nicht, weil wir nichts zu tun hatten – nein, genau das Gegenteil war/ist der Fall.

Schon lange wollten wir Ihnen von unseren Neuzugängen berichten!

Katzen in der PflegestelleEine Dame aus einem Teilort von Baiersbronn hatte uns um Hilfe gebeten. Sie füttert seit einigen Jahren eine kleine Gruppe Streunerkatzen. Es blieb natürlich nicht aus, dass sich diese auch vermehrten. So machte die Dame mehrmals das örtliche Tierheim auf den Fall aufmerksam und erhoffte sich, dass sich vom örtlichen Tierschutz-Verein jemand um das „wachsende“ Problem kümmern würde. Sie erhoffte sich, dass die Katzen kastriert werden, und bot an, die Tiere weiterhin zu füttern, da sie scheu und daher kaum zu vermitteln sind. Leider verlief die zugesagte Hilfe jedes Mal im Sand, und die Dame versuchte dann, die Kitten, die nach einiger Zeit zur Futterstelle kamen, selber zu vermitteln, was ihr glücklicherweise teilweise gelang.

Junge MiezeNun war es wieder soweit – alle Katzen, unter anderem auch die weilblichen Jungtiere vom Vorjahr, für die sich kein Dosenöffner gefunden hatte, waren trächtig. Spätestens jetzt bekam es die Dame mit der Angst zu tun – wohin mit all den kleinen Katzen? Irgendwoher erhielt sie den Tipp, sich bei uns zu melden, was sie auch tat.

Nachdem sie uns den Fall geschildert hatte, sagten wir ihr natürlich sofort zu, sie in ihrer Notlage zu unterstützen. Leider hatte die Dame den Tipp etwas spät bekommen, denn nun waren die Katzen bereits hochtragend und konnten bis auf eine nicht mehr kastriert werden.

MiezenkindUnd so zogen nacheinander die hochträchtige Ninja und die trächtige Chloé in der Pflegestelle ein. Leider hatten wir keinen Erfolg, die dritte hochträchtige Mieze zu sichern, sie hatte in der Zwischenzeit wohl irgendwo geworfen und war nur noch ganz kurz an der Futterstelle gesichtet worden. Bis heute wissen wir nicht, wo sie abgeblieben ist. Selbstverständlich wurden auch alle Kater eingefangen und kastriert. Sie wurden an ihren Platz zurückgebracht und werden weiterhin dort gefüttert.Ninja mit ihren Kindern

NinjaAm 27. April war es dann soweit – Ninja gebar ihre Kitten. Vier zauberhafte kleine Wesen hat sie in ihrem gemütlichen Nest geworfen. Ninja war leider nur teilweise zugänglich und vergaß immer wieder mal, dass sie in Sicherheit ist und ihr nichts geschieht. Oftmals schlug oder biss Ninja sofort zu, wenn die Pflegemama nach dem Wohl der Kleinen sehen wollte. So wurde zu spät ersichtlich, dass die kleine Mama zu wenig Milch produzierte, um ihre Babies zu ernähren. Zudem entwickelte sie nach der Geburt Fieber und hatte Schwierigkeiten, Kot abzusetzen. Sie bekam mehrere Einläufe und fiebersenkende Medikamente. Durch diese Umstände haben wir eines der Kitten verloren. Möglicherweise war es auch krank, was aber nicht untersucht wurde. Nach diesem Schock wurden alle zwei Stunden die verbleibenden Kitten zugefüttert. Anfangs war es schwierig, an die Kleinen heranzukommen, und es gab so manchen Kratzer; Bisse konnten glücklicherweise vermieden werden. Ninja bekam Lactovetsan, um den Milchfluss anzuregen, was auch gute Wirkung zeigte. Sie gewöhnte sich daran, dass die Kleinen immer wieder herausgenommen wurden, um sie zu füttern und um ihr Gewicht zu kontrollieren. Nach circa einer Woche hatte sich alles gut eingespielt, die Milch lief zusehends gut, die Kitten nahmen an Gewicht zu, und es konnte langsam die Zufütterung eingestellt werden. Mittlerweile sind alle Zwerge wohlauf und toben lustig durch ihr Kinderzimmer.

Am 25. Mai (Vatertag) war es dann bei Chloé soweit. Die Pflegemama schaute nach der Abendrunde mit den Hunden nochmals nach den Kitten, Ninja und Chloé und wurde böse überrascht: Chloé lag in der Katzentoilette, vor ihr ein über und über mit Katzenstreu überzogenes Kitten. Panik kroch in der Pflegemama hoch, aber nun musste schnell gehandelt werden. Das glitschige Etwas schnell unter warmes Wasser und vorsichtig das Streu entfernen. Nebenbei immer die Mama im Auge, die teilnahmslos weiterhin im Katzenklo lag. Was tun? Das Kleine trocken rubbeln und ins Körbchen legen, aber Mama machte keine Anstalten, sich zu kümmern – da stimmte definitiv etwas nicht! Mama ins Körbchen zu dem Kitten verfrachtet, weiterhin machte sie nicht einmal den Anschein, sich um das Krümelchen zu kümmern. FruchtblaseDas war nicht normal. Die Pflegemama untersuchte vorsichtig die werdende Mama und stellte erschrocken fest, dass die nächste Fruchtblase bereits im Geburtskanal steckte, sich aber keinerlei Wehen mehr zeigten. Schnell kontaktierte sie spät abends um 22 Uhr am Feiertag ihre Tierärztin. „Komm sofort” war deren Reaktion auf den Anruf. Also schnell noch ein Fläschchen für das Kitten richten, die Mama mit dem Kleinen gut einpacken und ab zur Tierärztin.

Bei der Untersuchung sah man, dass das nächste Kitten verkehrt herum im Geburtskanal steckte, die Schwanzspitze war gut ersichtlich in der Fruchtblase zu erkennen. Chloé bekam ein Mittel gespritzt, um die Wehen einzuleiten; leider zeigte dieses nicht den gewünschten Erfolg. Es wurde noch ein Kontrollröntgenbild gefertigt, das zeigte, dass noch drei Kitten im Bauch von Chloé waren. Da die Zeit drängte, wurde sofort ein Notkaiserschnitt eingeleitet. 128 Gramm KatzeHier ein großes Dankeschön an unsere Tierärztin, Frau Barbara Piesniewska, ihren Lebensgefährten Markus und die Auszubildende Gitta, die alle mithalfen, Chloé und die Kitten zu retten. Gitta assistierte, Markus und die Pflegemama rubbelten die frisch geborenen Kitten trocken, bis sie endlich alle ordentliche Lebenszeichen von sich gaben.

Mauuu

Da es Chloé nach dieser schweren Geburt nicht gut ging und sie absolut nichts von den Kleinen wissen wollte, musste die Pflegemama auch dieses Mal alle zwei Stunden die Zwerge versorgen. KatzenkinderMiezenbaby

Eine befreundete Tierheilpraktikerin gab der Pflegemama Globuli für Chloé, und als es ihr besser ging, konnte man ihr mit ein paar Tricks beibringen, wie man sich um die Kleinen kümmert. Bereits nach ein paar Tagen konnte auch hier langsam die Zufütterung reduziert werden. Chloé und den Kitten geht es nun prima, das „Klokind” und das zuletzt geborene Kätzchen, die beide ausgesprochen zart waren, sind mittlerweile auch fit. Sie sind zwar noch immer um einiges kleiner und zierlicher als die Geschwister, aber im Raufen und Herumtoben zeigen sie absolut keine Defizite gegenüber ihren Geschwistern.

Katzenbabys

Und munter ging es weiter: Eine weitere Katzenmama mit zwei Kitten zog auf einer Pflegestelle ein, die Mama schon wieder trächtig! Diese Geschichte werden wir aber später erzählen, denn es ist eh schon ein langer Bericht geworden.

Ja, und gerade heute zogen drei weitere scheue Kitten in der Pflegestelle ein. Alle drei mit einer schlimmen Augenentzündung, die behandelt werden muss. Wir hoffen, dass wir auch die dazugehörige Mama bald fangen können, da sie die Kleinen noch säugt.

Liebe Katzenfreunde, wir sind dankbar für jede Art der Unterstützung, da unsere Zwerge nicht nur Unmengen an Futter vertilgen (sie wollen ja auch wachsen), sondern auch die Hinterlassenschaften entsorgt werden müssen.

Kratzbaum

Diesmal haben wir aber eine besondere Bitte: Gibt es jemanden unter Ihnen, der gerne bastelt? Die Kitten und auch die anderen Pflegies brauchen neue Kratzbäume. Nicht, dass es die Rasselbanden stört, dass ihre Kratzbäume nicht mehr schön aussehen, aber leider sind diese mittlerweile nicht mehr ausreichend stabil. Wir haben sie schon ein paar Mal notdürftig repariert, doch nun sind sie in einem Zustand, bei dem nichts mehr hilft. Eventuell hat jemand Lust, Zeit und das nötige Know-how, einen Kratzbaum zu basteln? Die Miezen und wir würden uns wahnsinnig freuen!

Ansprechpartner: Sabine Kern, mobil: 0172 – 62 01 484

Liebe Grüße von der Katzenhilfe bei der NfP und ein herzliches Miauuuuuuuu

 


 

Tier gefunden Was tun?

Im Straßengraben liegt eine schwarze Katze. Soweit der Autofahrer im Vorüberfahren sehen konnte, bewegt sich das Tier nicht. Er fährt weiter, lenkt dann aber seinen Wagen in die nächste Haltebucht, steigt aus und geht zurück. Vorsichtig nähert er sich dem Tier, um zu prüfen, ob es noch lebt. Doch er sieht schnell, dass jede Hilfe zu spät kommt. Der Autofahrer zögert. Er überlegt. Dann steht er entschlossen auf und kehrt zu seinem Wagen zurück. Dort öffnet er den Kofferraum, nimmt eine Decke heraus, geht damit zu dem bedauernswerten Tier zurück und hebt es behutsam auf. Später, nachdem ein Tierarzt den Transponder ausgelesen hat und TASSO informiert wurde, wird die Halterin des kleinen Katers der TASSO-Mitarbeiterin am Telefon mit belegter Stimme sagen: Immerhin weiß ich jetzt, was mit Krümel passiert ist.

Auch ein totes Fundtier hat eine Familie.

Das Schlimmste ist die Ungewissheit. Immer wieder berichten Tierhalter, deren vierbeiniger Liebling entlaufen war, von dieser quälenden Ungewissheit, die sie wochen-, monate- oder sogar jahrelang begleitet hat. Deswegen unser Appell: Fahren Sie nicht einfach weiter, wenn Sie ein verletztes oder totes Tier sehen. Prüfen Sie bitte, ob es noch lebt und helfen Sie ihm, falls das so ist. Ist das Tier bei Ihrem Eintreffen bereits tot, informieren Sie bitte wenigstens das nächste Tierheim oder die Polizei, damit sich jemand um das Tier kümmert und die Chance besteht, dass der Halter erfährt, was mit seinem Liebling passiert ist.

Darüber hinaus gibt es in vielen Regionen auch Gruppen, die sich um die Bergung toter Tiere kümmern. In Darmstadt beispielsweise setzen sich organisierte ehrenamtliche Helfer mit der Facebook-Gruppe Vermisste/Gefundene Tiere Darmstadt und Umland dafür ein, dass jemand zum Fundort fährt und prüft, ob die betreffenden Tiere gekennzeichnet sind, damit ihre Halter von TASSO informiert werden können.

Zum Glück werden die meisten vermissten Tiere lebendig gefunden. Damit das gelingt, werden auch hier Tierfreunde benötigt, die nicht wegschauen. Also helfen Sie, wenn Ihnen ein Hund oder eine Katze zuläuft, und rufen Sie uns an. Wir überprüfen dann, ob das Tier in unserer Datenbank registriert ist und informieren die Halter. Bitte beachten Sie jedoch, dass es wichtig ist, einen Fund auch offiziell zu melden. Aus rechtlichen Gründen müssen Sie die zuständige Behörde (meist ist das das kommunale Fundbüro) oder nachts die Polizei über Ihren Fund informieren, wenn Sie das Tier mitnehmen. Die Meldung bei uns reicht nicht aus. Wenn Sie den Vierbeiner ins Tierheim bringen, wird dieses die Meldung übernehmen. Weitere Informationen rund um das richtige Vorgehen bei Fundtieren finden Sie auf unserer Homepage unter www.tasso.net/Tierregister/Tier-gefunden.

Ob tot oder lebendig, melden Sie bitte auch unregistrierte Fundtiere bei TASSO. Diese werden hier ebenfalls vermerkt. Häufig meldet sich ein Halter erst einige Tage später bei uns, um sein vermisstes Tier im Nachhinein registrieren zu lassen. Dank der Liste, kann er bereits dann erfahren, dass sein Tier gefunden wurde.

Sie haben auch die Möglichkeit, sich bei TASSO als Suchhelfer anzumelden. So erhalten Sie aktuelle Suchmeldungen aus Ihrer Umgebung und können aktiv Ausschau nach vermissten Tieren halten und die Suchmeldungen in sozialen Netzwerken teilen. Hier geht es zur Anmeldung: www.tasso.net/Suchhelfer

Wie auch immer Sie bereits helfen oder in Zukunft helfen werden. Wir danken Ihnen herzlich dafür. Jeder Tierhalter, der dank eines engagierten Helfers seinen tierischen Liebling wieder bei sich hat, wird es ebenfalls tun.

Übrigens: Um den Einsatz von Tierfreunden noch mehr zu würdigen und in den Vordergrund zu rücken, geht unser Tierschutzpreis, die Goldene Pfote, in diesem Jahr an Suchhelfer und Tierfinder. Klicken Sie mal rein: www.tasso.net/goldene-pfote

 © Copyright TASSO e.V.


 

Glücksmomente in der Katzenhilfe

Kleine oder auch größere Glücksmomente in der Katzenhilfe kommen leider selten vor. Viel öfter haben wir es mit Notfällen und traurigen Schicksalen zu tun.

Doch vergangene Woche gab es sogar zwei Glücksmomente – zwei Glücksfelle fanden ihre Familien wieder!

Zum einen die bildhübsche Angel:

Suchmeldung bei TassoAngel ist eine etwas zurückhaltende und sehr hübsche Tigerdame, die im Januar 2017 plötzlich nicht mehr nach Hause gekommen war. Unglücklicherweise war es versäumt worden, Angel bei der Kastration tätowieren zu lassen; auch war ihr kein Chip implantiert worden. Die Familie suchte ihre geliebte Katze überall, hängte Flyer aus und verbreitete die Suche auf Facebook, wo wir den Tipp gaben, die Katze unbedingt bei Tasso als vermisst zu melden, was auch ohne Chip oder Tatoo geht.

Vergangene Woche wurde nun einer Mitarbeiterin unserer Katzenhilfe eine Fundkatze in Baiersbronn-Mitteltal gemeldet. Wir baten, wenn möglich mit der Katze zum Tierarzt zu gehen, um nachsehen zu lassen, ob sie einen Chip hat. Der Tierarzt wurde unsererseits informiert, dass eine Fundkatze kommt, und gebeten, sie gegebenenfalls zu kastrieren.

Leider wurde kein Chip gefunden und somit die Kastration eingeleitet. Dabei wurde festgestellt, dass die Katze bereits kastriert war. Unsere Mitarbeiterin wurde informiert und holte die Katze ab, um sie erst einmal bei sich einzuquartieren. Es war eine getigerte Katze, die uns an die im Januar verschwundene Angel erinnerte. Eine unserer Mitarbeiterinnen machte sich im Netz auf die Suche nach besagter Vermisstenmeldung vom Januar.

Sie wurde fündig, und nun versuchten wir herauszufinden, ob unsere Fundkatze tatsächlich Angel war. Schnell waren wir uns zu 98 % sicher – Tasso wurde informiert und Kontakt zu den Besitzern hergestellt.Angel

Diese machten sich gleich auf den Weg, um die Fundkatze anzuschauen. Sie waren einerseits total glücklich, andererseits aber etwas skeptisch, da sich das Tier in der langen Zeit doch gehörig verändert hatte. So hatte sie einiges an Gewicht verloren, dadurch wirkte das Fell viel dunkler, auch war sie durch den Stress mit der Narkose und den Tieren auf der Pflegestelle doch sehr durch den Wind und erst skeptisch und zurückhaltend.

Nach einigem Hin und Her wurde vereinbart, dass die Katze abends durch unsere Mitarbeiterin ins (hoffentlich) vertraute Heim gebracht wird, um dort die Reaktion der Katze zu sehen.

Es war rührend: Der Sohn rief schon, als er sie in der Box sah, dass es seine Angel sei, und als die Tür der Box geöffnet wurde, kam die kleine Maus stolz heraus und gab dem herannahenden schwarzen Labrador erst einmal Köpfchen. Welcher Beweis war denn noch nötig? Jaaa, das ist Angel!

Wie wunderbar, nach vier Monaten auf der Straße endlich wieder im vertrauten Heim.

Wir freuen uns mit der Familie und Angel, dass diese Odyssee ein Happy End gefunden hat.

Wäre Angel gekennzeichnet gewesen, hätte man ihr eine unnötige OP ersparen können, das muss hier dann doch noch erwähnt werden.

Wir haben herausbekommen, dass Angel vermutlich bei Handwerkern in das Auto gestiegen ist und mit diesen nach Mitteltal mitfuhr. Wir sind froh, dass einer aufmerksamen Dame aufgefallen ist, dass sich die Katze in einer Notlage befand, dass sie sich gekümmert hat und somit wir ins Spiel kamen und helfen konnten.

Zwei Tage später bekamen wir wieder einen Anruf einer Dame, ihr wäre eine Langhaarkatze zugelaufen, die aber nicht bleiben könne und kurzfristig in einem Hasenkäfig einbehalten wurde. Wir wurden gebeten, sie doch bitte abzuholen.Gismo

Eigentlich war unsere Mitarbeiterin auf dem Wege zu ihrer kranken Tochter, aber da es sich nur um einen kleinen Umweg handelte und eine Katzenbox sowieso im Auto war, machte sie noch eben einen Abstecher, um sich um die Mieze zu kümmern.

Sie traf eine Perserkatze in erbärmlichem Zustand an. Die arme Katze war total verfilzt, übersät mit Zecken und Flöhen und unglaublich abgemagert. Trotz allem war die Katze sehr freundlich und schmusig, und man sah ihr an, dass sie heilfroh war, endlich gefunden worden zu sein.

Die Mitarbeiterin packte das Miezerl in die Transportbox, und weiter ging es erst mal auf Krankenbesuch. Die kleine Maus war auf der Fahrt so etwas von gechillt und schnurrte froh vor sich hin, trank und fraß etwas und wartete geduldig in der Box, bis es weiter ging.Gismo

In der Pflegestelle angekommen, wurde sogleich geschaut, ob die Katze einen Chip hat. Zuvor musste sie erst noch an mehreren Stellen geschoren werden, da durch die Filzknoten nicht nach einem Chip gesucht werden konnte. Auch diese Prozedur ertrug die Kleine geduldig. Leider wurde kein Chip ausfindig gemacht. Auch bei Tasso lag keine Vermisstenmeldung vor. So wurde wieder unsere andere Mitarbeiterin gebeten, im Internet zu recherchieren, und sie landete einen Treffer.

Spät nachts meldete sich die Familie noch und fragte, ob sie Gismo, so hieß das Mädel, nicht noch abholen dürften. Natürlich wollten wir dem Glück, wenn auch zu so später Stunde, nicht im Wege stehen, und so durfte Gismo nach einer vierwöchigen Irrreise durch die Wälder wieder in ihrem geliebten Zuhause einziehen.

Gismos Familie konnten nur durch Zufall so schnell gefunden werden. Wäre Gismo gechippt und bei Tasso registriert gewesen, wäre es keine Frage des Zufalls gewesen. Daher unsere Bitte: Lassen Sie Ihr Tier tätowieren, chippen und melden Sie es bei Tasso an. Wie schnell ist es passiert, dass auch eine Wohnungskatze ausbüchst. Ist sie gekennzeichnet, ist es viel einfacher, eine Suchmeldung zu starten, und ein gefundenes Tier kann man wieder leicht zurückführen.

 

Die Katzenhilfe der NfP

 

 


 

Umwege sind nicht immer die kürzesten Wege – und manche sind unnötig

Chaly total verängstigtEs war einmal ein wunderschöner schwarzer Langhaarkater namens Charly, der glücklich und zufrieden mit seinem Frauchen lebte. Von klein auf hatte er einen guten Draht zu seinem Frauchen und schmuste gerne mit ihr, er liebte sein Leben und den Freigang.

Bis zu jenem Tag im April 2016. Das Frauchen wollte Urlaub machen und gab Charly ihren Eltern in Pflege, fast achtzehn Kilometer entfernt von seinem Zuhause. Für Charly DIE Gelegenheit – er entwischte bei den Eltern, und von da an begann für ihn eine Odyssee, ja, es roch förmlich nach Abenteuer.

So verging die Zeit, das Frauchen war sehr traurig, weil es nirgends einen Hinweis auf Charly gab und ihn auch niemand gesehen hat.

Bis Anfang April 2017 unsere Katzenhilfe ein Hilferuf erreichte.Charly frisst gierig
In Freudenstadt, in der Turnhallestraße, circa fünf Kilometer von Charlys Urlaubsdomizil entfernt, tauchte plötzlich bei einer Katzenbesitzerin im Garten ein schwarzes, total verfilztes Fellbündel auf, das nach Futter schrie. Die Katzenbesitzerin lockte das schreiende, aber sehr scheue Etwas in die Wohnung und gab ihm Futter, das gierig verschlungen wurde. Noch spät am Abend, halb in der Nacht, fuhr dann eine ehrenamtliche Mitarbeiterin unserer Katzenhilfe mit dem Chiplesegerät in die Turnhallestraße – um festzustellen, dass es keinen implantierten Chip gab.
Es war klar für unsere Mitarbeiterin, dass sie den Kater mit nach Hause nahm, denn dieser roch entsetzlich nach Kot und Urin – ein Zeichen dafür, dass es sich hier mal wieder um einen unkastrierten Kater handelte. Auch musste das verfilzte Fell, das sich wie ein Brett anfühlte, dringend entfernt, d. h. geschoren werden.

Charlys verklebtes Fell

Zuhause angekommen startete unsere Mitarbeiterin umgehend eine Suchmeldung über Facebook – auf die sich Charlys Frauchen meldete. Sie wollte ihren Charly sofort abholen, doch zwischenzeitlich, die Nacht war vergangen, brachte man den stinkenden Kater schon zum Tierarzt. Da er am Morgen nüchtern war, konnte er gleich in Narkose gelegt, kastriert, geschoren, gechippt und tätowiert werden.

Verklebtes Fell entferntCharly nach der Narkose

Charly und sein Frauchen haben sich wiederAuf dem Weg vom Tierarzt nach Hause erreichte unsere Mitarbeiterin auch schon ein Anruf, dass das Frauchen bereits mit Transportbox auf dem Weg zu ihr sei.

Aber erst musste ja noch geklärt werden, ob es sich tatsächlich um deren Charly handelte. So war es dann aber auch – eindeutig: Als die beiden sich gegenseitig Verlorenen wiedergefunden hatten, äußerte sich der zwischenzeitlich fünfjährige Charly mit einem herzzerreißenden Miauen und sank problemlos dem Frauchen in die Arme. Es war offensichtlich, dass der bis dahin „scheue Kater“ der Schmuse-Charly des suchenden Frauchens war.

Und so hat sich der Kreis geschlossen: Ein Sorgenfell, das schnell wieder ausziehen konnte, und ein glückliches Frauchen, das unserem Verein auch die kompletten Auslagen erstatten wird. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Danke, denn dies sollte zwar selbstverständlich sein, ist es aber leider nicht immer. Wäre Charly kastriert gewesen, hätte man ihn vielleicht schneller identifizieren können – jaaa, wäre er kastriert gewesen, vielleicht wäre er dann auch gar nicht erst auf Brautschau gegangen und hätte sich nicht in der fremden Umgebung „verloren“.

Ende gut, alles gut – aber es hätte nicht sein müssen!

Wir von der Katzenhilfe bei der NfP in Freudenstadt freuen uns, dass wir helfen konnten – unbürokratisch – ohne langes Zögern – einfach helfen, wenn Hilfe benötigt wird.
Denn, wenn unsere Mitarbeiterinnen noch erreichbar sind und sich wenn nötig „auf die Socken machen“, sind die Tore des Tierheims schon lange geschlossen und die Telefone verwaist.

Das Team der Katzenhilfe bei der NfP – Freudenstadt

 


 

Facebook Fluch und Segen   -  Teil II

Am 15.03.2017 stöberte ich gerade ein wenig auf Facebook, als mir die Fundmeldung einer Katze ins Auge stach.

„Wer kennt diese Katze?“ Eine Dame fütterte seit mehreren Wochen eine Streunerkatze und versuchte nun auf diesem Wege, etwaige Besitzer zu finden. Es hieß zudem, die Katze sei tätowiert, aber leider nicht registriert.

Ich sah auf den ersten Blick, dass es sich um Lola, meine verschollene Pflegemieze handelte.

Lola war zusammen mit ihrem Bruder Molle bei mir  in „Pension“ gewesen, da sich die Besitzer für längere Zeit in Irland befanden und die beiden nicht hatten mitnehmen können. Obwohl ich genügend Zeit hatte verstreichen lassen, bevor ich den beiden in der neuen Umgebung Freigang gewährte, war Lola leider nach ihrem ersten Freigang nicht mehr zurückgekommen, und ich meldete sie umgehend bei Tasso als vermisst. Das war am 13.08.2014!

Suchmeldung Lola

Sämtliche Versuche, Lola zu finden, scheiterten, und so schwand auch langsam die Hoffnung, dass die Kleine wiederkommen würde. Molle wurde von mir vermittelt (das stand zur Option, falls ein liebes Zuhause gefunden werden würde, da es nicht absehbar war, wann die Familie nach Deutschland zurückkehrt).

Nun sah ich das Bild von Lola und war ehrlich gesagt platt. Sofort nahm ich Kontakt zu der Dame auf, die die Anzeige gestartet hatte. Sie meldete sich auch recht bald, und nachdem geklärt war, dass es sich tatsächlich um Lola handelte, vereinbarten wir ein Treffen.

Leider war das Tatoo von Lola recht unleserlich, und daher konnte sie bei Tasso nicht zugeordnet werden.

Ich möchte hier ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir empfehlen, die Miezen tätowieren und chippen zu lassen. Das Tatoo ist für jedermann sichtbar und ein Hinweis darauf, dass das Tier wohl Besitzer hat; sollte das Tatoo aber unleserlich sein, ist über den Chip auf jeden Fall der Eigentümer zu eruieren.  Vorausgesetzt natürlich, dass das Tier bei Tasso auch gemeldet ist! Ohne Anmeldung nutzen weder Tatoo noch Chip etwas.

Leider versäumen einige Besitzer die Anmeldung, da sie fälschlicherweise davon ausgehen, dass die Registrierung automatisch mit der Tätowierung oder dem Chippen vorgenommen wird.

Ich sollte die kleine Ausreißerin dann am 15.02. an der Futterstelle bei einem Hotel abholen, aber da ließ sie sich nicht blicken, obwohl sie sonst immer um die Uhrzeit da war.  Die nette Dame, die Lola nun schon ein paar Wochen fütterte, erklärte sich bereit, die Kleine beim nächsten Besuch einzufangen und erst mal mit zu sich nach Hause zu nehmen, wo ich sie dann abholen könne. Wie schön, dass es noch so engagierte Menschen gibt, die mit Herz und Verstand auch mal zupacken und sich selbst einbringen, die nicht nur große Töne spucken und die Arbeit anderen überlassen. Leider erleben wir das bei unserer Katzenhilfe viel zu oft.Lola

Zwei Tage später rief mich die Dame an, und ich konnte Lola abholen. Sie war total gechillt und ließ sich problemlos in ihren Transportkorb setzen. Auch bei mir zuhause angekommen machte sie nicht den Eindruck, dass es ihr nicht gut ginge oder sie sich unwohl fühlte. Wahnsinn, 2,5 Jahre war sie weg und benahm sich, als wäre sie nie fort gewesen.Lola

Zu allem Glück durfte sie am vergangenen Samstag wieder zu ihren ehemaligen Besitzern umziehen, die zwischenzeitlich aus Irland zurückgekehrt waren. Nachdem ich mit der Familie Kontakt aufgenommen hatte und ihnen die freudige Mitteilung machte, dass ihre verschwundene Katze wieder aufgetaucht war, brauchten sie etwas Bedenkzeit. Sie hatten sich mittlerweile eine neues Kätzchen zugelegt, überlegten dann aber, dass sie sich doch damals für Lola entschieden hatten und sie auch gerne wieder in die Familie aufnehmen wollten.

Lola wieder ZuhauseLola

Ich persönlich hätte keine Bedenkzeit gebraucht, aber Menschen sind verschieden, und wir kennen die Hintergründe nicht. Das erleben wir täglich im Tierschutz. Ich hoffe sehr, dass Lola ihr Glück findet und sie sich schnell wieder eingewöhnt. Die Kinder haben sich auf jeden Fall sehr über die Schmuserin gefreut und sie ausgiebig geknuddelt, als sie sie abholten.

Ja, für diese kleine Streunerin war Facebook auch ein Segen. Ich werde weiterhin auf Fb vorbeischauen, und wer weiß, welchem Tierchen das nächste Mal geholfen werden kann.

 

Es berichtete Eure Sabine
- Pflegestelle und Mitarbeiterin der Nothilfe für Polarhunde -

 


 

Facebook ... Fluch und Segen???
Eine Mitarbeiterin der Nothilfe berichtet.

Ja, das mit diesem Facebook ist so eine Sache. Es wird viel Mist dort herumgeschrieben, oft werden Unwahrheiten verbreitet und stellenweise richtig schlimme Dinge gepostet.

Doch auch ich bin in Facebook unterwegs ... nun fragen sich einige vielleicht, warum.

Angefangen hat es, weil ich wissen wollte, was meine Kinder mit diesem Medium zu tun haben und ich mich informieren wollte. Dann habe ich dort einige interessante Gruppen gefunden, die sich im Bereich Tierschutz, Katzen- und Hundeerkrankungen etc. bewegen. Hier habe ich für mich persönlich schon sehr gute Tipps erhalten. Über Facebook habe ich zudem einige wirklich tolle Pflege- und Endstellen für Katzen gefunden und nette Freundschaften im Bereich Tierschutz geknüpft.

Sicherlich treiben sich auf Facebook auch viele schwarze Schafe herum, und man muss sehr gut aussuchen, mit wem man sich dort abgibt. Von einem bzw. zwei wunderbaren aktuellen Ereignissen möchte ich hier berichten:

Freitag, 3. Februar 2017, gegen 22 Uhr: Endlich waren alle hungrigen Mäuler gefüttert, die Katzentoiletten sauber, die Wauzels das letzte Mal Gassi geführt, und ich hatte mich gerade auf das Sofa gesetzt, als sich meine WhatsApp meldete. Bei einer Fb-Bekannten war ein Kater auf der Terrasse, der nicht mehr gehen wollte und offenbar auch verletzt war. Sie fragte, ob ich nicht helfen könne. Wenn es um verletzte Tiere geht, überlege ich nicht lange, und so packte ich eine Falle und diverse Utensilien ein und machte mich auf den Weg nach Freudenstadt.Umreifungsband

Wider Erwarten war die Einfangaktion recht unproblematisch, und so gegen 23 Uhr war der verletzte  Kater gesichert. Nach der ersten näheren Inspektion konnte ich sehen, dass er sich in einem Umreifungsband (das sind diese Plastikbänder, mit denen Pakete verschnürt werden) verfangen hatte. Der arme Kerl hatte das Teil über den Kopf gestülpt und war mit der Pfote wohl durchgeschlüpft, so dass sich das scharfe Band unter seiner Achsel und hinter dem Kopf tief ins Fleisch geschnitten hatte. Die Wunden waren bereits infiziert und eiterten. Es war mir zu riskant, ohne ärztlichen Beistand das Band zu entfernen, da ich nicht wusste, ob dadurch eventuell eine starke Blutung entstehen würde. So entschloss ich mich, unsere Tierärztin vor Ort anzurufen. Leider erst ohne Erfolg.Anton Ich war dann schon auf dem Weg nach Hause, als sie mich zurückrief und, nachdem ich ihr die Notlage des Katers geschildert hatte, auch gleich einwilligte, ihn sofort zu untersuchen. So trafen wir dann um kurz nach 23 Uhr in der Tierarztpraxis ein, und der Kater konnte erstversorgt werden. Noch in der Nacht starteten die Finderin und ich einen Aufruf auf Fb, um eventuell einen Besitzer zu ermitteln, da der Kater nicht den Eindruck eines wilden Streuners erweckte.

Und tatsächlich erkannte jemand den Kater! Anton hieß er, und er war sage und schreibe eineinhalb Jahre verschollen gewesen. Kurz vor dem Termin seiner Kastration war er einfach nicht von seinem Spaziergang nach Hause zurückgekehrt. Vier Tage, nachdem er gefunden wurde und nach operativer Versorgung der Wunde und Kastration, konnte Anton seinen glücklichen Besitzern übergeben werden – dank Facebook.

Die Moral von der Geschichte? Erstens: Unkastrierte Jungmiezen sollten auf keinen Fall  Freigang bekommen, da sich diese leider immer wieder viel zu weit von Zuhause entfernen und, wie Anton, oft nicht zurückfinden. Zweitens: Ohne Facebook hätten wir wahrscheinlich die Besitzer nicht in so kurzer Zeit ausfindig machen können. Für Anton war Fb ein Segen.

Anton

Fortsetzung folgt – von einem weiteren Fall „Fluch und Segen von Fb“ berichte ich demnächst.

-Sabine Kern-


 

Sindy   -   Sei dankbar den Tieren – sie sind der Ursprung Deiner Kraft.
                -Indianische Weisheit-

Sindy mit verletzter PfoteAm 24.09.2015 wurde die noch nicht ganz ausgewachsene Tigerkatze, wir nennen sie Sindy, mit einer blutenden Pfote in einem Teilort von Freudenstadt gefunden. Unsere Vermutung lag nahe, dass sie dem Bestand eines nahegelegenen Bauernhofs angehört. Gekümmert hat sich keiner.Die Zehen sind schon abgefault

Eine nette Anwohnerin, sie hatte Sindy auf der Straße humpeln sehen, rief uns sofort an und bat um Hilfe für die Katze. Sie wusste, dass sie sich auf uns verlassen kann und wir uns kümmern. Unsere Mitarbeiterin der Katzenhilfe fuhr mit einer Falle zu der Dame. Diese erlaubte, die Falle im Hof aufzustellen und versprach und gleich zu informieren, wenn das kleine Miezenmädel gefangen ist. Die Kleine ließ sich mehrere Tage Zeit und wir befürchteten schon das Schlimmste, doch dann kam der erlösende Anruf, dass die Kleine in der Falle sitzt. Da es spät abends war und nur noch ein tierärztlicher Notdienst erreichbar war, übernahm unsere Mitarbeiterin die Erstversorgung der Mieze was sich nicht einfach gestaltete, da sie alles andere als zahm war.

Am nächsten Tag wurde Sindy beim Tierarzt vorgestellt. Hier wurde festgestellt, dass evtl. durch einen Unfall oder durch Misshandlung eine schwere Verletzung der Pfote vorlag. Die gesamte Pfote war ein dicker Klumpen Fleisch aus dem die Zehenknochen herausstanden, die Zehen waren praktisch schon ‚abgefault‘.  Auch am rechten Pfötchen waren an den Ballen bereits eitrige Verletzungen festzustellen.

Lange hätte das arme Samtpfötchen so nicht mehr überlebt.Sindy schont die verletzte Pfote

Sindy setzt die Pfote aufDa man Sindy kaum anfassen konnte und sie selbständig Futter und Wasser aufnahm, sah der Tierarzt von einer stationären Unterbringung ab. Somit war die Wundversorgung Part der Pflegestelle. Jede Versorgung des Beinchens war mit enormem Stress, nicht nur für die Katze, sondern auch für den Mensch, verbunden. Doch irgendwie hat es unsere kompetente Pflegestelle geschafft, alles so gut zu versorgen, dass im Zuge der Kastration lediglich die herausstehenden Knochen entfernt werden mussten. Nun hieß es Geduld und abwarten, wie sich die Wundheilung gestaltet.

Tatsächlich bildete sich nach und nach eine festere Haut über der Wunde. Nur bei starker Belastung, wie anfangs Einfangen zur Wundversorgung, blutete die Wunde oder es trat Wundwasser aus.

Man konnte dann beobachten wie auch das Fell nachwuchs und langsam aber sicher die Wunde kleiner und die Haut darüber immer dicker und stabiler wurde.

Sindy mit Geronimo auf Freigang

Endlich Freigang für SindyNachdem sich Sindy gut eingewöhnt hatte und auch auf ihren Namen hörte bekam sie wieder Freigang, den sie so vermisste. Die Pflegemama achtet aber mit Argusaugen darauf, dass sie nicht zu viel auf dem Pfötchen draußen läuft, damit es nicht doch wieder aufbricht und erneut eine Wundbehandlung zu Folge hätte.

Sie benutzt den Stumpf wie eine normale Pfote, humpelt aber verständlicherweise. Wenn sie es sehr eilig hat, setzt sie die Pfote allerdings nicht ein, da sie auf 3 Beinen bedeutend schneller ist. Wir sind froh, dass wir von einer Amputation erst einmal abgesehen hatten und sie auch so sehr gut zurecht kommt.

Sindy spielt

Natürlich verlief die Suche nach dem Besitzer erfolglos, wer hätte sich schon mit den Kosten und den ganzen Widrigkeiten einer Nachversorgung auseinandersetzen wollen? Es fand sich mal wieder keiner, der die Verantwortung übernehmen wollte. Solche Situationen sind wir ja leider zur Genüge gewohnt.Geronimo und Sindy

Ohne eine gewährleistete gute Versorgung kann man so ein gehandicaptes Sorgenfell nicht einfach aus der Hand geben.

Sindy und GeronimoBis heute ist nun die klein und zierlich gebliebene Tigerkatze Sindy, liebevoll auch Pföti oder Fauchi genannt, in der Pflegestelle verblieben. Sie wird dort von den anderen Katzen nicht gemobbt und hat sogar einen netten Kater als Freund gefunden. Mit Gironimo, dem chronisch kranken Schnupfenkater teilt sie ihr Leid, kein festes Zuhause zu haben.

Immer wieder laufen wir Gefahr, dass die eine oder andere Samtpfote nicht vermittelt werden kann. Das belastet uns nicht nur finanziell, sondern bezüglich der Aufnahmekapazität her auch unsere Pflegestellen.

Natürlich wäre es schön, Pateneltern für diese „Unvermittelbaren“ zu bekommen und wir geben die Hoffnung nicht auf, dass sich durch unsere Berichte immer mal wieder auch ein Hundebesitzer, der keine Katze halten kann oder will, sich mit einer Patenschaft einbringt. Sindy, Gironimo und andere Sorgen-Miezenfelle würden sich sehr freuen.

 

 

 

Das Team der Katzenhilfe bei der NfP - Freudenstadt

 

 


 

Katzen-Kastrations-Aktion

Kastrationsaktion

Ja, es ist Januar und kalt, und es soll noch kälter werden. Das hält unkastrierte Katzendamen nicht davon ab, rollig zu werden, und unkastrierte Kater nicht davon ab, auf Wanderschaft zu gehen, um nach einer passenden Katzendame zu suchen. Wenn Sie also von unkastrierten Katzen und Katern wissen oder Ihr Eigen nennen, sollten diese BEREITS JETZT DRINGEND kastriert werden, um nicht noch mehr Katzen zu produzieren. Es gibt mehr als genug streunende, scheue Katzen, die oft krank und unwürdig ihr Dasein fristen, und es gibt mehr als genug Katzen in Tierheimen, die sehnsüchtig auf ein liebevolles Zuhause warten.Katze

Deshalb ist die Katzenhilfe der NfP-Freudenstadt auch schon wieder in Sachen Katzen-Kastrations-Aktionen unterwegs.

Noch im Dezember war es uns möglich, vier Streuner-Katzen und zwei Streuner-Kater kastrieren zu lassen. Bereitwillig haben die Anwohner mitgeholfen, die Tiere einzufangen. Auf solche Hilfe sind wir bei solchen Aktionen immer angewiesen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an diese Helfer! Ein ehrenamtliches Mitglied unserer Katzenhilfe hat den Fahrdienst und die kurzzeitige Unterbringung der Tiere übernommen, bis die sechs wieder in Freiheit entlassen werden konnten.

Eine betreute Futterstelle ist eingerichtet.

Im Moment, so wurden wir von unserer Tierärztin informiert, gibt es in einem Teilort von Freudenstadt Katzen-Probleme, Dort haben wir früher schon etliche Streuner kastrieren lassen – etliche, aber offensichtlich nicht alle. Eine erwachsene Katze, einen halb-erwachsenen Kater und zwei Kitten konnten wir bereits einfangen. Hier sind leider nicht alle Anwohner kooperativ, weshalb sich diese Aktion in die Länge zieht.

Die Katze wurde bereits wieder an ihre Futterstelle entlassen. Der halbjährige Kater, den wir Chesmu getauft haben, darf zu unserem ehemaligen Sorgenfell Samir umziehen und geht am Sonntag, 08.01.2017, auf die Fahrt in sein neues Zuhause. Die Kitten sind in einer unserer Pflegestellen untergebracht - sie müssen gezähmt werden, bevor sie vermittelbar sind. Wenn Sie also planen, in ein paar Wochen ein Katzenmädel oder einen Katzenjungen in ihrer Familie aufzunehmen, melden Sie sich bitte gerne jetzt schon. UND: Wir haben auch ältere Miezen, die auf ein festes Zuhause hoffen!

 

Rufen Sie uns einfach an und Sie erhalten Auskunft über die Samtpfötchen.

 

 

Das Team der Katzenhilfe bei der NfP-Freudenstadt

 


 

Katzenelend und kein Ende in Sicht …

Eine enorme Anzahl von Katzenproblemen ergibt sich durch herrenlose, freilebende Katzen, meist verursacht durch gedankenlose Katzenbesitzer und der Ignoranz vieler Behörden. Mag ja sein, dass es – wie überall, vor allem bei uns im Tierschutz - am vorhandenen Geld liegt, es ist jedoch in §1 Tierschutzgesetz und Artikel 20a Grundgesetz verankert, dass der Mensch die Verantwortung für das Tier als Mitgeschöpf, dessen Leben und auch sein Wohlbefinden trägt....

...Viel zu wenig Menschen machen sich Gedanken darüber, dass sich die Zahl der herrenlosen und freilebenden Katzen aus gerade dieser Verantwortungslosigkeit heraus ergeben. Verantwortungsbewusste Katzenbesitzer sind ja einsichtig, doch es gibt noch genügend gedankenlose Menschen, die ihre Tiere einfach unkastriert und nicht gekennzeichnet frei herumlaufen lassen...

...Wenn sie klein und niedlich sind, dann hat man die Katzen-Kinder schnell vermittelt. Aber die älteren oder die ganz alten, die haben es nicht leicht.
Aber was ist hier passiert?

Unsere Katzen-Freundin Sabine sitzt bei der Tierärztin, als sie mit einer Kundin ins Gespräch kommt. Sie hat eine mehr tote als lebendige Katze bei sich auf dem Schoß. Angesprochen, was mit der Katze los ist erfährt sie, dass diese Frau die Katze auf der Straße im Wolftal gefunden hat. Was ihr fehlt, das wisse sie nicht. Sie ist jedoch umgehend mit dem Tier zur Tierärztin nach Freudenstadt gefahren, um es versorgen zu lassen...

...Man traute sich auch nicht, sie hochzuheben, was nicht sein musste. Sie war nur noch ein Gerippe und mochte das Hochnehmen auch nicht besonders gerne. Ihr Fell war stumpf und fettig, zeigte also auch die Nierenschädigung an.
Kiki bekam Nieren-Diät-Futter und entsprechende Medizin...

...Nachdem mal wieder niemand erreichbar war, der helfen wollte oder konnte, wurden die Menschen mit Hope über ihren Tierarzt an uns verwiesen. Mit Falle und Box bewaffnet fuhren wir in einen ca. 20 km entfernten Ort, um nach der Katze zu sehen. Hier war ziemlich Gefahr im Verzug und Hope wurde sofort zum Tierarzt gebracht. Dieser stellte fest, dass das Ohr von Hope einer dringenden Behandlung bedarf und sie zudem ein pralles Gesäuge hat...

...Bereits im Herbst 2015 wurden dort 6 Katzen herausgeholt und in ein nahegelegenes Tierheim gegeben, zu welchem wir Kontakt hielten. Dort war man auch sofort bereit, weitere Katzen aufzunehmen, sollten wir erneut aus der verwahrlosten Haltung mit einer Unterbringung in Not kommen. Doch so einfach schien sich der Fall nicht zu gestalten.
Die ältere Frau, die mit der aus dem Ruder gelaufenen Tierhaltung nicht mehr klar kommen konnte, war selbst in größter Not. Ein Fall von Demenz. Unter Einbeziehung der entsprechenden Behörden wurde ein Ortstermin anberaumt, zu dem wir als Tierschutzverein geladen wurden...

...Im Zuge des „dementen Falls“ in unserem Landkreis mussten weitere Katzen, die aus der verwahrlosten Haltung stammten, eingefangen und kastriert werden. Dank der Nachbarin, die in derselben Straße, fast nebenan wohnt und sich seit Jahren dort um das Katzen-Elend kümmert, wurden wir auf diese Frau aufmerksam gemacht. Zwei der Katzen konnten wir übernehmen und kastrieren lassen. Fünf weitere Katzen sollten von Amts wegen vom örtlichen Tierschutzverein eingefangen und übernommen werden.
Auch von Amts wegen erhielt die Nachbarin die Auflage, dass sie draußen kein Futter mehr aufstellen und dadurch weitere Katzen anfüttern darf...

...Trotz Meldung beim Tierschutzverein wird sich um einen verletzten Kater, der an der Futterstelle aufgetaucht ist nicht gekümmert. Man fragt sich, warum sich solche Menschen Tierschützer nennen.
 Ganz bewusst wird in diesem Fall ein neues hausgemachtes Katzen-Problem geschaffen. Und alles ausschließlich zu Lasten der Tiere...

...Anfang Mai wurden wir von Leuten aus einem weiter entfernten Dorf angerufen. Von der Tierärztin hätten sie erfahren, dass wir uns um Katzen kümmern. Auf der Terrasse vor ihrem Wohnzimmer, auf dem blanken Boden hätte eine Katzenmutter ihre beiden Kinder geboren und sie können das so nicht belassen. Obwohl ein Bettchen und Futter bereitgestellt wurde, sollte die Mama ihre Jungen nicht im Freien und ungeschützt vor der damals herrschenden Kälte aufziehen müssen...

Sind Sie neugierig geworden und wollen die ganze unglaubliche Geschichte aus unserem ach so zivilisierten Deutschland lesen? Das können Sie hier online, oder hier als PDF zum Download


 

Wer kein Gewissen hat, den wird auch keines plagen und Gewissen sind mittlerweile Mangelware…

Eine verdammt traurige Realität, die jeden Tag zig Mal in Deutschland vorkommt - bitte halten auch SIE die Augen offen und scheuen es nicht, solche Fälle, wie unten beschrieben, zu melden.

Bußgeldkatalog Deutschland

Wegwerfen einer Kippe ca. 10 – 20 Euro

unerlaubtes Entsorgen von Hausmüll ca. 20 – 35 Euro

unerlaubtes Entsorgen von Bauschutt

1 Kubikmeter ca. 50 – 400 Euro

über 5 Kubikmeter ca. 1.000 – 10.000 Euro

Entsorgen von Haustieren bis 20.000 Euro

Wird aber, zur Anzeige gebracht, fast immer als Kavaliersdelikt gewertet!

Da das Aussetzen und unversorgte Zurücklassen eines Tieres gemäß §3 Nr. 3 Tierschutzgesetz verboten und mit einem Bußgeld bis 25.000,- Euro belegt ist, geht man zu Gunsten des Eigentümers im Zweifelsfall davon aus, dass es sich um ein Fundtier handelt, bis das Gegenteil bewiesen ist. Gemäß §965 BGB ist der Finder verpflichtet, unverzüglich Anzeige beim Eigentümer oder wenn der unbekannt ist, bei der zuständigen Behörde zu erstatten. Zuständige Behörde ist zunächst das Fundbüro bei der jeweiligen Gemeinde bzw. Stadt, in der das Tier gefunden wurde. Alternativ kann das Tier auch im Tierheim abgegeben werden und das Tierheim übernimmt dann die Fundanzeige. (Quelle: Tasso)

„Dass einmal das Wort "Tierschutz" geschaffen werden musste, ist eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung“ (Zitat Theodor Heuss)

und was muss es für ein unverfrorener und berechnender Mensch sein, der seinen Umzug plant und nur einen Teil seiner Katzen mitnimmt und den „Rest“ zurücklässt, wie den alten staubigen Rasenmäher im Schuppen…

So geschehen im Kreis Freudenstadt:

Am 26.06.2015 zog eine angebliche Katzenfreundin fort in einen ca. 400 km entfernten Ort. Einen Teil ihrer Katzen nahm sie mit. 4 Katzen ließ sie einfach am verwaisten Haus zurück.
Das Leidwesen der Nachbarn lag nicht darin, dass die armen Tiere auf sich gestellt waren und zurück gelassen wurden. Nein, die Nachbarn fanden es unerhört, da sie doch zu den Menschen gehören, die grundsätzlich keine Katzen mögen. Und vielleicht passiert ja noch Schlimmeres und es erbarmt sich jemand, die armen Kreaturen sogar zu füttern.

Es ist unfassbar – aber so kam dann auch der Stein ins Rollen.

Eine Mitarbeiterin unserer Katzenhilfe wohnte auch inmitten der „netten“ Nachbarschaft und suchte den Kontakt zu dieser Frau, die ihre Katzen im Stich gelassen hatte. Sie lehnte vehement ab, für die vier Katzen verantwortlich zu sein. Kurzerhand zeigte die Mitarbeiterin die selten gewordene Courage und fuhr jeden Tag zwei Mal 15 km, damit die Tiere Futter bekamen. Erschreckend, in welchem Zustand sich die Tiere befanden. Drei der Katzen, weiblich, waren wahrscheinlich vom Alter her schon in einem 2-stelligen Bereich.

Da die ‚ach so nette Nachbarschaft‘ sehr schnell ein Fütterungsverbot bei der Ortschaftsverwaltung erwirkt hatte, war Gefahr im Verzug. Es wurde jedoch zugestanden, die Tiere so lange am Haus der Besitzerin füttern zu dürfen, bis eine Lösung für die vier Katzen gefunden wurde.

Fest stand für uns wieder einmal einstimmig: sie sollen nicht ins Tierheim!!

Socke beim Tierarzt

Aber wo gibt es so schnell eine Lösung für diese verängstigten und scheuen Tiere – nur eine Katze schien sehr zutraulich zu sein.

Es gab den Lichtblick, dass ein paar Tage zuvor von einem Tierpark in der Nähe die Nachfrage für eine Katze wegen der bestehenden Mäuseplage kam. Die Mitarbeiterin erzählte von diesem akuten Notfall und fragte an, ob man eine Katze von den vier zurückgebliebenen evtl. übernehmen würde. Die spontane Aussage des Parkleiters, alle Katzen zu übernehmen, freute uns riesig. Und auf unsere Bedenken, dass sicher für alle tierärztliche Versorgung notwendig wäre, bot man auch an, diese bei dem eigenen Tierarzt zu regeln. Für uns war nur noch zu klären, wo man alle Katzen bis zum Umzug in den Tierpark unterbringen könnte.Berli

Die Katzen hatten auf die veränderte Gesamtsituation ziemlich verstört reagiert. Daher fing die Mitarbeiterin eine Katze nach der anderen mit der Lebend-Falle ein und brachte die ersten zwei Samtpfoten vorsorglich doch zum Tierarzt, um sie kurz durchchecken zu lassen. Anschließend zogen sie in der üblichen Katzen-Pflegestelle ein.

Was in der Pflegestelle nicht sofort erkannt wurde, war, dass „Berli“, sie hatte ein Glubschauge und total verfaulte Zähne, wahnsinnige Schmerzen gehabt haben muss..
„Lady“ machte von allen noch den besten Eindruck, außer des starken Milbenbefalls der Ohren – sie scheint auch älter zu sein, als man annahm. Genaue Altersangaben gibt es jedoch bei keiner der Katzen. Man hat die Tiere nur über mehrere Jahre hinweg gefüttert.

Lady

FriedaAls dritte im Bunde gesellte sich Kätzin „Frieda“ dazu. Hier ordnete die Tierärztin jedoch an, dass diese umgehend operiert werden musste, da ihr, bedingt durch mehrere Tumore im Ohr, bereits der stinkende Eiter aus den Ohren lief. Hier handelte die Pflegestelle sofort.

Später stellte sich heraus, dass die angeblich schon länger kastrierte Katze „Frieda“ ein potenter „Frieder“ war. Der Uringeruch, der sich in der Pflegestelle verbreitete, sprach Bände.

Frieder

Zum Schluss konnte Kater „Socke“ eingefangen werden, der dann gleich beim Tierarzt als Notfall versorgt werden musste und dort verblieb. Seine schwere, schon länger bestehende Verletzung am Hinterteil wurde in einer 3-stündigen OP versorgt. Da „Socke“ nicht besonders gut zu händeln war und die Drainage einige Zeit verbleiben musste, ließen wir Socke in der Tierarztpraxis unter Kontrolle. Nach 2 Wochen holten wir ihn ab und nun darf er sich in unserer Auffangstation in Gauselfingen weiterhin erholen und dort eingewöhnen, bis er dann in absehbarer Zeit Freigang erhält.

Natürlich fragt kein Mensch nach den Kosten – die Besitzerin, die einfach weggezogen ist, zieht sich charmant aus der Affäre mit der Bemerkung „es sind nicht meine Katzen, ich habe sie nur gefüttert – teilweise aber auch kastrieren lassen“.
Immerhin hat sie am 24.07.2015 auf dem Vereinstelefon angerufen und nach ihrem Kater gefragt, sofern er ein weißes Ohr besitzt. Das hat er, das weiße Ohr. Schön auch, nun ihre Anschrift und die Telefonnummer zu wissen. Allerdings muss die Dame auf einen Anruf lange warten, denn wir haben den Fall bereits beim Amt angezeigt.

Kurze Zeit später zogen Berli, Lady und Frieda (die nun ein Frieder ist) im Dreierpack um.Socke

Unsere Mitarbeiterin, Sabine, hatte im Tierpark ausdrücklich darauf hingewiesen, dass alle Miezen behandlungsbedürftig sind und wir selbst den genauen Zustand der Tiere nicht kennen und über diese kurze Zeit der Unterbringung nicht das tun können, was im Normalfall für uns selbstverständlich und notwendig gewesen wäre.

Im guten Glauben, dass eben alles nicht so schlimm sei, übergaben wir dem Tierpark die drei Miezen, der sie nochmals dem eigenen Tierarzt vorstellen wollte. Wir hatten unsererseits unsere Pflicht erfüllt, denn wir hatten auf die anstehende tierärztliche Betreuung hingewiesen.

Umso mehr enttäuschte uns die Äußerung des Tierpark-Chefs, die Tiere seien überhaupt nicht geeignet für den Park und es sei ja nicht in Ordnung, dass wir die Tiere in diesem Zustand weitergeben. Kollegialität geht anders!

Unser Einwand, dass es die Zusage gab, dass wir in Bezug auf den Tierarzt nichts unternehmen sollen, war schier vergessen. Der schwarze Peter wurde uns in die Schuhe geschoben, obwohl man über den sicher nicht so guten Zustand der Tiere im Vorfeld informiert war.

Unsere Pflegestelle war lediglich eine kurze Zwischenstation, bis alle drei Stubentiger eingefangen und gemeinsam zur Eingewöhnung in den Tierpark hätten gebracht werden können.

Wir fragen uns, wie es der Tierpark handhabt, wenn er andere geschundene Tiere übernimmt, sicher ebenso unwissend, in welchem Zustand sie wirklich sind.

SockeSo müssen wir uns noch wegen der Unfähigkeit der Besitzerin, ihre Tiere richtig zu versorgen, rechtfertigen und eine unterschwellige Beschimpfung entgegennehmen.

Die „Besitzerin“ musste herausgefunden haben, wo die Katzen untergebracht waren. Wir staunten nicht schlecht, als Tage später die Besitzerin der Katzen rotzfrech bei der Mitarbeiterin, Sabine, anrief und ihr erzählte, dass sie im Tierpark nach ihren Katzen gefragt und freundlich über deren Zustand Auskunft erhalten hat, gekoppelt mit einer herzlichen Einladung für einen Besuch im Tierpark.

Es fehlen uns schlichtweg die Worte……

Grund für unseren Ärger ist nicht, dass es uns nun um die Kosten geht. Vielmehr ist es eine bodenlose Unverschämtheit den Katzen gegenüber, sie einfach ihrem Schicksal zu überlassen. Wir haben bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet und hoffen, die Besitzerin erhält ihre gerechte Strafe. Ja, wir hoffen!!

Da Tiere in unserer Gesellschaft jedoch leider keine große Wertstellung haben, sind wir ziemlich gespannt auf den Ausgang des Verfahrens und hoffen inständig auf eine empfindliche Strafe.

Wir werden zu gegebener Zeit über den weiteren Verlauf der Geschichte berichten.

Das Team der Katzenhilfe der NfP - Freudenstadt

 

 


 

Unseren Katzen zuliebe:
Kastrationsaktion anlässlich des Weltkatzentags am 8. August

Unsere Katzen sind uns treue Begleiter im Leben und stehen uns meist weit über ein ganzes Jahrzehnt zur Seite. Neben unseren geliebten Stubentigern leben in Deutschland rund zwei Millionen verwilderte Katzen auf der Straße. Immer auf der Suche nach Futter sind sie oft ausgemergelt, schwach und krank. Unkastrierte Katzen mit Freigang, die sich mit den Streunerkatzen paaren, verschlimmern ihre Situation zusätzlich, indem sie für Nachwuchs sorgen.

Die einzig sinnvolle und tiergerechte Methode, das Leid der Tiere zu verringern, ist die Kastration. Deshalb haben TASSO e.V., der Bund gegen Missbrauch der Tiere und Vier Pfoten Ende 2011 das Bündnis „Pro Katze” gegründet.

Anlässlich des Internationalen Weltkatzentags startet das Bündnis „Pro Katze“ erneut eine Kastrationsaktion. Da es besonders für hilfsbedürftige Menschen schwer ist, diesen wichtigen Eingriff zu finanzieren, wird das Bündnis „Pro Katze“ in Zusammenarbeit mit den Tiertafeln Hamburg, München, Düsseldorf, Herten und Kiel insgesamt 88 Katzen von hilfsbedürftigen Menschen kostenfrei kastrieren, chippen und bei TASSO registrieren.

„Katzen sind bereits mit vier bis fünf Monaten geschlechtsreif. Eine Katze kann pro Jahr zwei Würfe mit mindestens drei Kätzchen großziehen, die wiederum nach einem halben Jahr selbst für Nachwuchs sorgen. Die Zahl der Nachkommen von nur einer einzigen Katze steigt so nach nur vier Jahren in die Tausende“, schildert Dr. Cristeta Brause, Tierschutzreferentin bei TASSO e.V., die dramatische Lage.

Neben der Kastration erhalten die Tiere bei Bedarf auch eine medizinische Behandlung, beispielsweise bei Befall mit Parasiten.

Die Anmeldung zu der Aktion fand über die teilnehmenden Tiertafeln statt. Der Tierfutterhersteller „Happy Cat“ unterstützt die Kastrationsaktion finanziell.

Alle Informationen zu „Pro Katze“ unter www.tasso.net/kastration-von-katzen

 


 

Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt: durchs Leben zu gehen, ohne Lärm zu machen.
(Ernest Hemingway)

J o y c e - Morgens halb zehn in Deutschland – Fund einer wertlosen Katze…

Es war ein regnerischer Tag, als ich mein Zuhause, eine Schrebergartenanlage verließ. Hier wurde ich einige Zeit zusammen mit anderen Katzen geduldet und gefüttert. Plötzlich war hier jedoch alles anders, denn ein neuer Mensch war für die Anlage zuständig. Obwohl er keinen Cent hätte ausgeben müssen, so wollte er uns weg haben. Und unter „weg haben“, verstand er üble Dinge, um uns zu vergrämen.

JoyceIch wollte mir einen neuen Platz suchen. Einen, an dem ich vielleicht gemocht und versorgt wurde. Ich wusste, dass das wohl ein Traum war, der wohl nie in Erfüllung gehen würde. Denn gerade wir Katzen werden von den Menschen angeschafft, wenn wir klein und süß sind. Meist für die Kinder oder um das Haus rundherum von Mäusen und Ratten freizuhalten.

Ganz viele Menschen kümmern sich nach der Anschaffung einfach nicht weiter um uns. Riesige Katzenpopulationen sind das Ergebnis und dann reibt Mensch sich die Augen und wir werden wieder einmal zum Problem erklärt, da wir uns durch Menschenhand vermehrt haben. Mensch fliegt zum Mond, ist aber nicht in der Lage, bei uns Katzen eine Geburtenkontrolle vorzunehmen?

Ich schwelgte in meinen Gedanken, was für ein dummes Wesen der Mensch doch ist und merkte, dass nasse Büsche und Zweige mein Fell streiften. Ich beeilte mich, meinem noch unbekannten Ziel möglich schnell näher zu kommen.

Jetzt noch die große Straße überqueren und dann müsste eine Häuserreihe kommen, wo vielleicht jemand ein winziges Plätzchen im Garten für mich hätte. Der noch warme Asphalt war unter meinen schnellen Sprüngen zu spüren, aber dass ein Auto auf mich zuraste, das spürte ich leider nicht.

Ich wurde geblendet von den Scheinwerfern und ich merkte diesen wahnsinnigen Schlag und die immensen Schmerzen. Ich wurde meterweit durch die Luft geschleudert. Der Aufprall war dagegen fast schon mild. Mein Körper landete an der Bordsteinkante, die ihr Menschen zu eurer Sicherheit angebracht habt.

Trotz meiner schrecklichen Schmerzen hatte ich leider das Bewusstsein nicht verloren. Ich nahm all meine Kraft zusammen und hob mein Köpfchen. Ganz kurz sah ich das Auto, das mich angefahren hatte. Warum fuhr es einfach weiter und warum ließ man mich hier liegen?Joyce

Meine Versuche mich zu erheben endeten mit kleinen Aufschreien, da meine Schmerzen unerträglich waren. Es schien, als wäre mein ganzer Körper eine stechende Masse.
Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, so fing es nun auch kräftig an zu regnen. Um mich herum bildete sich eine Pfütze. Das Wasser im Rinnstein stieg immer mehr an und meine Kraft schwand, meinen Kopf aufrecht zu halten. Wasser lief in meine Nase, lief in meinen Mund, und es tat so furchtbar weh! Autos fuhren an mir vorbei. Es waren viele Autos, und immer wieder versuchte ich, mein Köpfchen zu heben, damit die Menschen sehen konnten, dass ich ganz dringend ihre Hilfe brauchte. Nicht ein Auto hielt an – ich weinte vor Schmerzen, doch niemand sah meine Tränen. Nichts und niemand interessierte sich für mich. Noch nicht einmal meinen stattlichen Körper, der hier lag, nahm irgendwer wahr.

Mein Instinkt sagte mir, dass mein Leben nun wohl zu Ende ging, auch wenn ich noch recht jung war und ich wollte doch noch nicht sterben.

Mein Körper wurde immer kälter und ich fror ganz stark. Das lenkte mich sogar ein wenig von den entsetzlichen Schmerzen ab.

Ich wurde auf einmal ganz müde. Ich versuchte, wieder und wieder mein Köpfchen aus der Pfütze hochzuhalten, doch ich hatte keine Kraft mehr. Mein Kopf fiel ins Wasser zurück und ich dachte: "Jetzt ist es aus. Jetzt stirbst Du." Da - auf einmal waren Menschen da. Ich dachte an die Menschen aus dem Schrebergarten, die mir immer Futter brachten und ich freute mich so sehr, dass man mir helfen wollte. Die fremden Menschen stiegen aus einer trat kräftig mit seinem Fuß gegen meinen Körper. „Die hat’s wohl hinter sich“ hörte ich ihn sagen und „Sollen die Besitzer die Viecher doch nicht raus lassen, dann passiert so was nicht. Warum soll ich jetzt dieses nasse und dreckige Vieh zum Tierarzt bringen, die versaut mir nur die Polster und womöglich kostet das dort noch was“.

Nach diesen Worten wollte ich nicht mehr weiterleben in dieser herzlosen Menschenwelt! Ich hatte mittlerweile auch keine Kraft mehr, die Schmerzen in mir waren verschwunden.

JoyceAls ich wach wurde, lag ich in einer Gitterbox. Ich denke, das musste eine Tierarztpraxis sein. So was hatte ich schon einmal gesehen, als ein Tierschutzverein, der eigentlich nordische Hunde betreut, mich damals einfing und mich kastrieren ließ. Danach hat man mich in meinen Schrebergarten zurück gebracht, da ich ja hier versorgt wurde. Sie ahnten ja nicht, dass man uns Katzen dort nicht mehr duldete.

Ich hörte die Tierärztin zu einer Frau sagen: „Das Sitzbein und Schambein sind gebrochen. Leider kein glatter Bruch. Eine Exartikulation des Iliosakralgelenkes.. Versorgt wurde es operativ, indem das Iliogelenk wieder in die alte Stellung gebracht und mit einer Schraube fixiert wurde.
Schambein /Sitzbein heilt von selbst ab, 4-6 Wochen Ruhe sind nötig. Ein sehr positives Zeichen: Harn und Kot werden abgesetzt. Die Kätzin wird ca. 6-8 Jahre alt sein. Es fehlen ihr alle Zähne.
Weiterhin ist der Mittelfußknochen vom Hinterbein gebrochen. Hier wurde auf eine operative Versorgung verzichtet, da die Katze die Narkose nicht so gut vertragen hat und die OP dann beendet wurde. Dieser Bruch heilt jedoch selbst bei Ruhigstellung der Katze. So, wie es jetzt aussieht, ist die Kätzin hinterher nicht in ihrer Bewegung eingeschränkt, sie sollte nach Ruhigstellung von 8-10 Wochen wieder normal und unauffällig sein“.

Wo war ich angekommen? Im Himmel???? Ich hatte zwar noch Schmerzen, aber die fühlten sich irgendwie anders an als in dem Moment, wo ich meine Augen in der Pfütze geschlossen hatte.

Ich war nicht im richtigen Himmel. Aber ich habe diesen hier auf der Erde doch noch gefunden. Die Frau, die mich gefunden hat mir ein Zuhause für immer geben. Und der Tierschutzverein von damals hat die Kosten übernommen.

JoyceJa, liebe Menschen, das ist die traurige Geschichte einer Katze, die namenlos war und niemals ein richtiges Zuhause hatte. Ich hatte Glück, aber tausendenden meiner Spezie’s ergeht es so, dass sie auf den Straßen liegen bleiben und sterben und später mit dem Straßendreck entsorgt werden.

Und ich bin nicht mehr namenlos, nun heiße ich Joyce – gefällt euch mein neuer Name?“

Heute, am 28.07.2015 heißt diese Katze „Joyce“ und wir können sagen, die Kätzin ist auf dem besten Weg dazu, dass sie sich nach der Ruhigstellungsfrist wieder absolut normal verhalten kann.
Bei guter Pflege und ständigen Streicheleinheiten, Besuch vom vorhandenen Kater, sind die Hoffnungen, dass Joyce sich in „ihrem nicht ganz freiwilligen Zuhause“ gut eingewöhnt, sehr groß. Gefreut hat uns von ganzem Herzen, dass sie FEST bleiben darf.Joyce
Kleine Ausflüge im Wohnzimmer beschleunigen den Heilungsprozess.

Es ist außergewöhnlich und bewundernswert, dass Menschen, die eine verletzte Katze vor ihrer Haustüre finden, diese nicht nur dem Notfall-Tierarzt bringen, sondern sie dann auch noch bei sich als Pflegekatze – mit der Option der Festübernahme – beherbergen.
Joyce hatte ganz großes Glück. Als ehemalige Schrebergartenkatze wird sie schon bald das neue Zuhause, wieder als „Freigängerin“, genießen können.

Auch wenn sich wohl kaum etwas verändern wird, so können wir es noch immer nicht begreifen:
Es werden Tiere angeschafft, man lässt sie als Freigänger raus und kümmert sich einfach nicht mehr darum – schon gar nicht um Kastrationen. So vermehren sich die Tiere ungewollt, weil es der Trieb so will. Und dann?? Ja, dann müssen Tierschützer eingreifen, weil sich mal wieder niemand dafür verantwortlich fühlt.

Was man sich wünscht, das wird ignoriert – solange wir Tierschützer helfen, da interessiert es weder die Regierung noch die zuständigen Ämter. Hauptsache, man hat mal wieder Dumme gefunden, die sich der Verantwortung nicht entziehen.

Doch WER zahlt den ganzen Spaß? Auch die Tierschützer! Denn die Städte und Gemeinden haben anderes zu tun, wichtigere Aufgaben. So bekommt man es zu hören. Ist es wichtiger, dass Grünflächen hergerichtet oder Straßen gefegt werden? Hätten da nicht Lebewesen erst einmal Vorrang?

Nein, Tiere haben keine Lobby und es wird jeden Tag schlimmer. WIR jedoch von der NfP – Abtlg.Katzenhilfe – wir setzen uns weiter ein, auch wenn es ein Kampf gegen Windmühlen ist. Denn ein jeder Mensch trägt Verantwortung für alles Lebewesen und das ist eine verdammt wichtige Aufgabe.

Und wir sind dankbar für die Spenden, die wir explizit für die Katzenhilfe erhalten, um unsere Aufgabe überhaupt erfüllen zu können.

Sollten SIE auch ein Herz für Katzen haben, und die weitere Arbeit unserer Katzenhilfe unterstützen wollen, dann freuen wir uns sehr und sind dankbar.
Auch im Namen von Joyce herzlichen Dank.

Joyce

Das Team der NfP – Freudenstadt – Abtlg.Katzenhilfe -

NfP e.V., IBAN: DE29 6426 2408 0052 3760 01 BIC: GENODES1VDS
bei der Volksbank Dornstetten / Verw.-Zweck Katzenhilfe

oder schnell und einfach über Paypal

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Das Leid der Schrebergarten-Katzen

In der zweiten März-Woche 2015 erhielten wir mal wieder einen Hilferuf aus einer Nachbargemeinde von Freudenstadt. Eine Katzenmutter hätte wahrscheinlich mal wieder in ein Gartenhaus Junge transportiert. Das wäre ja nicht weiter schlimm, das sei im Vorjahr auch schon geschehen, aber nun soll das Gartenhaus dem Erdboden gleich gemacht werden, d.h. der ganze Garten wird umgewandelt.
Natürlich würde es sich um eine scheue Katze handeln. Nein, füttern würde man nicht, denn da gibt es Hunde und die würden sicher mit den Katzen nicht freundlich umgehen.

Dickicht im SchrebergartenSo haben wir uns am 13.03.2015 auf den Weg gemacht, die ganze Sache anzuschauen. Das Auto vorsorglich mit Falle, Boxen und Futter gepackt und mussten feststellen, dass man so schnell gar nicht an das Gartenhaus herankommt. Dieses war nämlich zugewachsen und somit ein tolles Versteck für eine Katzenmutter und ihre Jungen.
Zwei Ehrenamtliche vom Verein haben sich am nächsten Tag mit Kettensäge und Astschere bewaffnet auf den Weg gemacht, um den Zugang zum Gartenhaus freizuschneiden. Kaum wurde das Gelände betreten, da machte sich auch die angebliche Katzenmutter in Windeseile aus dem Staub.

Freischneiden des Gartenhauses

Nachdem alles soweit freigeschnitten war, wurde nach Katzenwelpen gesucht, wir wurden jedoch nicht fündig. Natürlich ist es von der Jahreszeit her eigentlich viel zu früh, aber man weiß ja nicht, was einem die Natur für ein Schnippchen schlägt.
Im angrenzenden verlassenen Hasenstall konnte man im Stroh noch gut die Kuhlen vorfinden, in denen die Katzenmutter im vergangenen Jahr ihre Jungen großgezogen hatte.
Als wir das Umfeld angeschaut haben, da war uns klar, dass wir mal wieder voll in ein Wespennest gestochen haben. Rundherum Gärten mit kleinen und großen Gartenhäusern, jede Menge Verstecke für freilebende Katzen. So war es dann auch.
Nachdem wir in dem abbruchreifen Gartenhaus unsere Falle aufgestellt hatten, musste gewährleistet sein, dass sie ständig kontrolliert wird. Und da wir sehr zuverlässige Mitarbeiter für unsere Katzenaktionen haben, war das kein großes Problem. In gewissen Abständen haben 4 Helfer die Kontrollen übernommen. Der Vormittag und Abend war gut abgedeckt, um Mitternacht und morgens um 3 Uhr hat ein Helfer (er hat unseren ganzen Respekt) sich bereit erklärt, diese Kontrollfahrten zu übernehmen, Fast ein Wahnsinn für eine so lange Zeit, aber man trägt ja eine gewisse Verantwortung, wenn man sich einer solchen Sache annimmt.
Einen besonderen Dank an die immer hilfsbereiten Aktiven und vor allem auch an die Spender, die sich immer wieder für unsere Kastrationsaktionen einbringen.

scheuer KaterUnd so steht man Tag und Nacht parat, um eine mit der Lebendfalle gefangene Katze aufzunehmen, das Handy am Bett, damit man jederzeit erreichbar ist – auch in der Nacht. Prompt ging uns nicht die Kätzin, sondern ein potenter schwarz/weißer Kater „ins Netz“, der spät abends in der Pflegestelle abgeliefert wurde.
Durch den guten Kontakt zu unserer Tierärztin war es möglich, dass er auch gleich am Sonntag noch kastriert werden konnte. Kaum war der Katermann nach 2 Tagen wieder fit zum „Auswildern“, wurde ein zweiter Kater gefangen. Auch er wurde kastriert, tätowiert und gechippt und auch nach 2 Tagen in Freiheit entlassen. So hätte es weitergehen können, was aber nicht der Fall war.
Die uns ans Herz gelegte Kätzin nämlich, die haben wir nur einmal noch gesehen, dann hat sie sich nicht mehr blicken lassen. Natürlich waren auch Katzen dabei, die ein Zuhause hatten, vorbildlich tätowiert konnte man sie gleich wieder aus der Falle befreien.
So war unsere ganze Ausbeute in 12 Tagen recht gering. Aber immerhin gibt es zwei Kater weniger, die für Nachwuchs sorgen. Sie stehen gut im Futter, irgendwo gibt es sicher tierliebe Menschen, die diese Katzen füttern. Wir werden es sicher noch erfahren.

Und nun ist das Gelände dem Erdboden gleich gemacht und wir bemühen uns beim Bürgermeister, eine Verordnung für die Gartensiedlung zu bekommen. Zwischenzeitlich sind Kätzinnen gedeckt, die rollige Zeit ist vorbei. Der Wonnemonat Mai ist in Sicht und es wird – wie jedes Jahr – wieder eine Katzenschwemme geben. Um jedoch der Tiere habhaft zu werden und dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer Überbevölkerung kommt, werden wir hier hartnäckig am Ball bleiben. Einfach wird es nicht, meistens läuft man gegen Windmühlen bei den Behörden.
Denn bereits im vergangenen Jahr hatten wir in der gegenüberliegenden Schrebergarten-Siedlung 5 Kätzinnen mit ihren insges. 11 Jungen und 1 Kater gefangen.
Es waren schwerverletzte Katzenwelpen dabei, kranke, aber auch sehr scheue. Was es für eine Aufgabe ist, diese Tiere zu päppeln und dann ein gutes Zuhause zu finden, das weiß nur derjenige, der sich mit diesem Thema befasst. Von den Kosten einmal ganz abgesehen.
Die zahmen Tiere konnten wir gut vermitteln, den scheuen Kater durften wir wieder zurückbringen, er hatte eine trockene Unterkunft und wurde täglich von einem Gartenbesitzer auch während des Winters mit Futter versorgt.
Zwischenzeitlich ist er zahm, hat einen Namen und freut sich über jede Streicheleinheit. Wir haben ihn besucht, er schaut gut und gesund aus und genießt sein Leben dort in Freiheit.

Schön wäre es, man könnte nach dieser Einfangaktion wieder beruhigt schlafen, doch der Gedanke an die vielen freilebenden Katzen, die um ihr Überleben kämpfen müssen, wird uns auch weiterhin begleiten. Es ist schwer zu begreifen, mit welcher Ignoranz die Behörden immer wegschauen und keine Sorge dafür tragen, dass sich an diesem Zustand etwas ändert.
Irgendwo stand einmal geschrieben, dass es nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten gibt. Aber wen interessiert das, wenn es um die Not der Tiere geht? Meistens wird man nur milde belächelt. Wir können jedoch damit umgehen und machen einfach weiter „für die Tiere“.

Das Team der Katzenhilfe bei der NfP - Freudenstadt

 

 


 

Mamutschka - die Mutterliebe einer Katze - was ist das?

Mamutschka

Ich weiß nicht mehr, wie ich überhaupt hier auf den Bauernhof gekommen bin. Sicherlich habe ich irgendwann überlebt, als meine Geschwister auf übelste Weise umgebracht wurden.
Getötet von Menschenhänden, die über unser Schicksal bestimmen. Das Schicksal eines Wesens, das die gleichen Organe hat wie sein Mörder – auch ein Herz, das ebenso schlägt.

Ich fragte mich oft, warum ihr Menschen uns Tieren das antut. Warum? Was haben wir euch angetan, dass ihr dazu fähig seid? Ja, ich weiß, dass ihr vor keiner Spezies halt macht. Ihr tötet alles, was ihr zum Problem erklärt, was ihr Essen könnt oder was euch aus eurer Sicht irgendetwas streitig machen möchte. Ihr bringt sogar euresgleichen um, viele von euch auch die eigenen Kinder.

Kinder…………………..

MamutschkaMir tut es noch immer sehr weh, wenn ich an all meine toten Babies denke. Wir Katzen gehen nicht zum Tierarzt und lassen uns Antibabypillen verschreiben oder die Spirale einsetzen. Nein, wir folgen unserem Instinkt und vermehren uns. Ein Einfaches wäre es, dass die Menschen hier eingreifen und uns lediglich kastrieren lassen – mehr nicht. Es ist da auch völlig unwichtig, woher wir Katzen überhaupt stammen – denn darüber ist „Mensch“ sich bis heute nicht einig. Die immense Population ist da und dagegen hilft kein Katzenmord, sondern eine Geburtenregelung, wie auch in Afrika bei den Menschen.
Unverständlich ist, dass in einem hoch entwickelten Land so viele Menschen leben, die jedweden Respekt vor dem Leben verloren haben. Ein Menschenleben zählt kaum etwas, ein Tierleben nichts, nein eher noch, überhaupt nichts.

So war es, dass ich meine ersten Babies bekam. Sie hatten kaum einen Schluck meiner Milch getrunken, als der Hofbesitzer kam und mir meine Babies fortnahm. Ich hörte noch einige dumpfe Schläge gegen die Stallwand. Er hatte sich noch nicht einmal aus der Scheune entfernt. Ein wenig Hoffnung hatte ich noch, dass vielleicht eines meiner Kinder überlebt hatte und ich suchte einige Tage maunzend den Hof ab – es kam aber keine Antwort.

Kaum waren wenige Monate vergangen, spürte ich wieder, dass mein Bäuchlein dicker und dicker wurde. Ich ahnte nicht, dass die Menschen hieran erkannten, dass sie bald wieder zu Katzenmördern mutieren konnten. Wieder lag ich im Heu und brachte meine Kinder zur Welt – wieder war ich Stunden später alleine und mein klägliches Maunzen interessierte niemanden.

Es war dann wieder soweit, dass ich Babies auf die Welt brachte. Ich konnte sie eine Weile vor den Tod bringenden Händen verstecken. Ich wollte mich aber nicht damit abfinden, dass Leben geboren wurde, um umgebracht zu werden. Es musste doch auch irgendwo hier auf dieser Welt, die für Mensch und Tier geschaffen wurde, auch Menschen geben, die ihre Verantwortung für die ihnen anvertrauten Tiere ernst nahmen.Mamutschka

So machte ich mich zusammen mit meinen drei winzigen Kindern auf die Suche nach genau diesen Menschen. Eine Weile war ich schon unterwegs, als ich ein Haus sah, in dem noch ein Licht brannte. Schemenhaft erkannte ich hinter der Fensterscheibe, die Umrisse einer Porzellankatze. Wer sich eine solche Figur ins Fenster stellt, der hat sicherlich auch ein Herz für eine Katze mit echten Haaren und sicherlich auch für deren Nachwuchs.Mamutschka

Wir machten es uns in der Nähe der Garage in einem Unterstand gemütlich. Schon am nächsten Tag kam eine Frau aus dem Haus. Als sie mich sah, wurde ich freundlich begrüßt und Minuten später schlabberte ich aus sicherer Entfernung ein Schälchen mit Katzenmilch leer. Ich wusste sie nicht richtig einzuschätzen und meine Erfahrungen lehrten mich, Distanz zu den Menschen zu halten. Meine Babies brachte ich selten mit, wenn sie mich fütterte.

Ich wusste nicht, dass die nette Frau einen Tierschutzverein informiert hatte, dass ich mit meinen Kindern hier eingezogen war.

Die Leute kamen mit einem großen Käfig, in dem auch eine geschlossene Kiste war, in den sie leckere Sachen packten. Irgendwann wurde ich schwach und landete zusammen mit meinen drei Kleinen in der Kiste.

Als dann die Menschen kamen, habe ich getobt und gefaucht, was mein kleiner Körper hergab. Meine Babies ahnten, dass was passiert war und blieben in der Holzkiste. Dieses Mal wollte ich sie nicht wieder verlieren – nicht an Menschen, denen ich doch vertraut hatte, dass sie meine Kinder am Leben lassen.

MamutschkaWir wurden irgendwo hingefahren und als ich aus der Kiste lugte, sah ich, dass wir in einem Raum waren. Meine Kinder blieben fast 5 Wochen in der Kiste – die Menschen kamen dauernd in den Raum und schauten. Sie waren wohl froh, dass sie erkennen konnten, dass meine Kinder noch lebten. Aber das sollte auch so bleiben – nur mit einem Besen bewaffnet trauten sie sich den Raum zu betreten. Dieses Mal zeigte ich ihnen, dass ich meine Kinder nicht widerstandslos aufgeben würde – das Töten musste endlich ein Ende haben.

Nach und nach spürte ich, dass ich wohl doch an die richtigen Menschen geraten war. Niemand näherte sich uns aufdringlich oder bedrängte mich. Wir bekamen Futter und frisches Wasser. Ich konnte nach diesen 5 Wochen endlich meinen Kampf für meine Babies aufgeben und sie sorgenfrei in den großen Raum, in den wir umgezogen waren, spielen und toben lassen. Nicht nur aus Dankbarkeit schmiegte ich mich an die Beine der Menschen und musste ein wenig schmunzeln, dass sie mir wohl nicht wirklich trauten und immer ein wenig besorgt schauten, wenn ich mit ihnen schmusen wollte.

Na ja, verstehen konnte ich das. Aber ich war halt auch nur ein Lebewesen mit Herz, das sich nach Streicheleinheiten sehnte…

Diese Menschen, die Tierschutz betreiben, haben dann nach einer ganzen Weile für meine Babies ein Zuhause gesucht. Sie hatten ihnen sogar Namen gegeben: „Kimi, Gismo und Candy“ – ich war so stolz, endlich meinen Kindern eine gute Mutter gewesen sein zu dürfen.

 

 

 

Mamutschka

Als meine Kleinen mit 12 Wochen ausgezogen waren, durfte ich noch bleiben. Nach einer Weile war ich wieder ganz fit. Man brachte mich zu einem Arzt, der mich chippte (da wissen dann die Leute wo man wohnt) und mich kastrierte (da hat man dann mit der Familienplanung abgeschlossen). Auch die OP habe ich ganz schnell weggesteckt.

Ich war skeptisch, als man mich nun wieder zu dem pensionierten Landwirt brachte, der alle meine Babies auf dem Gewissen hatte. Gewundert hat mich, dass er und seine Frau mich eigentlich liebevoll aufnahmen. In der Wohnung gab es Körbchen, ein Katzenklo und eine Futterstelle für mich. Ich traue ihnen noch nicht wirklich und deshalb habe ich auch sofort die nette Nachbarin besucht, die mir den Tierschutz schickte. Wenn es mir also hier in meinem Zuhause nicht mehr gefallen sollte, dann ziehe ich eben wieder um.

Wir Tiere sind euch Menschen ja auch weit voraus, dass wir keinen Hass empfinden. Ich kann es zwar noch immer nicht begreifen, was mir und meinen Kindern angetan wurde, aber hassen tue ich die Menschen dafür nicht. Ich hoffe.

Hoffe darauf, dass sie daraus gelernt haben, dass der Mensch mit ein wenig Aufwand wahnsinnig viel Leid und Elend in der Tierwelt verhindern könnte und es auch tut.

Eure Mamutschka

 

 


 

Update 29.08.2014

Nachdem die Pflegestelle bald Urlaub macht, stand gestern, am 28.08. der Umzug der kleinen Miezchen mit Mama an.

Katzenbabys

Gleich zu Anfang wurden die kleinen Zwerge erst einmal von endlos vielen Zecken befreit, nur die Baby-Zecken, die haben wir nicht erwischt. Unglaublich, was die kleinen Körperchen alles aushalten müssen. Anschließend war Ohrenpflege angesagt. Der Dreck quoll schon über den Rand und man muss fast annehmen, dass die Kleinen eigentlich nichts mehr hören konnten. Mehr als geduldig haben sie es über sich ergehen lassen – alles, was man gemacht hat. Sie haben sich mit angsterfüllten Augen auf den Schoß und in den Arm gedrückt. Dass sie unter Stress standen, das hat man gemerkt, sie waren angespannt und keiner von den Dreien hat geschnurrt. Es war aber kein Problem, sie einfach aufzunehmen.Kiara und Amy

Aber Körperpflege muss sein und so wurden sie gestern, vor der Abholung in unsere andere Katzen-Pflegestelle der Tierärztin in Freudenstadt vorgestellt. Dort bekamen sie noch ihre erste Entwurmung und einen Microchip gesetzt. Der Chip ist einfach ein MUSS, vor allem, weil wir dafür Sorge tragen, dass die kleinen Schätze nach der späteren Kastration einmal Freigang bekommen.
Nun wissen wir auch, dass das vermutete Geschlecht stimmt und wir können sagen, dass es 2 weibliche und 1 männliche Katze sind, heute schätzungsweise 9 Wochen alt. Die Abgabe findet nicht vor der 12. Woche statt – so lange werden die Kleinen mit ihrer Mama zusammen bleiben.

 

Da ist die kleine Amy mit dem Strich über die Nase, die ihrer Mama so sehr ähnlich sieht,

 

Amy

Kiara, die grau/weiße, sie hatte ganz fürchterlich dreckige Ohren,

KiaraKiara

Ninjo, der mausgraue Kater.

Ninjo

Und nicht vergessen haben wir, auch der Mama einen Namen zu geben. Sie heißt „Naomi“.

Naomi

Ninjo und Amy

Erstaunlicherweise sind alle Miezen zum Anfassen, auch die Mama. Und wir möchten nicht wissen, wer die kleine Familie „entsorgt“ hat. Da die letzten Tage nur wolkenbruchartiger Regen fiel, hätten sie es schwer gehabt, ein trockenes Plätzchen zu finden. Bedenken bestehen immer, dass Katzenmütter ihre Jungen einfach wieder an einen anderen Ort bringen. Wir hatten großes Glück, dass sie vorher noch durch die nette Familie abfangen werden konnte.

Nun sind die Kleinen und die Mama bis zur Vermittlung in unserer Pflegestelle in der Nähe von Freudenstadt. Wer Interesse hat an einem Miezchen – oder auch gerne an der Mama, die ja auch vermittelt werden soll, möchte sich doch bitte an folgende Telefonnummer wenden:

 

Katzenhilfe der NfP - Frau Kern, mobil: 0172 – 62 01 484

 

 

 

 

Selten geworden sind sie, die Menschen, die eben NICHT wegschauen

Am 21.08.2014 wurden wir darüber informiert, dass sich ein paar Straßen entfernt von uns eine Katzen-Mutter mit ihren 3 Jungen eingestellt und sich unter dem Gartenhäuschen einquartiert hat. Nachdem man in der ganzen Umgebung herumgefragt hat erfuhr man, dass sie zuvor ihre Jungen in einem Schuppen in der weiteren Nachbarschaft zur Welt gebracht hat. Nein, gehören würde sie niemandem, sie sei herrenlos. Aber was tun – draußen und sich selbst überlassen, das kann man auf keinen Fall und der hauseigene Kater stellt schon interessiert seine Ohren.

Katzenfamilie

Also wo geht man hin? Das Tierheim kommt überhaupt gar nicht infrage und so erinnert man sich, dass es im Ort einen Hundeverein gibt, der sich auch um Katzen kümmert.
Dort nachgefragt erfuhr man, dass derjenige, der füttert, eigentlich auch verantwortlich sei. Nur das Füttern einstellen, das geht gar nicht. So war die Familie ein wenig ratlos und wir – die gerade erst eine andere Miezen-Mama mit ihren drei Jungen gut vermittelt und untergebracht - richteten mal wieder alles her, um die kleine Familie aufzunehmen.

Katzenfamilie

KatzenfamilieDa hier im Büro ständig Land unter ist, brauchte man Hilfe für die Einfangaktion. Für die netten Menschen schien es kein Problem zu sein, sie boten an, sich darum zu kümmern.

So verging der Samstag, an dem sich niemand gemeldet hat, doch am Sonntag zur Mittagszeit ging das Telefon und wir hörten, dass ein Junges in einer Box sei und ich nun mit der Falle kommen könnte und dass man anschließend auch die Mama und den Rest einfängt.Katzenfamilie

 

Bevor ich mich auf den Weg gemacht hatte, wurde noch das Badezimmer hergerichtet. Alle Decken, Tücher und Körbe wieder neu bestückt, frische Katzenklos gerichtet und schon mal Futter in abgedeckten Schüsselchen hingestellt. Alles war zum Einzug bereit.

Die Falle konnte gut in dem Gartenhäuschen aufgestellt werden und eine Einfangbox sollte zum Umschichten dienen. Das Kleine, das bereits eingefangen war nahm ich mit.
Es ließ sich schon streicheln und ich sah dem Rest eigentlich gelassen entgegen.

Kaum war ich Zuhause und hatte den Winzling versorgt, ging schon wieder das Telefon.
Man hätte die Mama mit einem Jungen in der Falle, das andere Junge in der Umschichtbox gefangen und ich könnte es abholen. Da mein Auto die große Katzenfalle, wenn sie bestückt mit Miezen ist, nicht aufnehmen kann, brachten die netten Menschen alle Miezen direkt hier her.

KatzenmamaMutter, Vater, Kind – alle wollten sehen, wo die kleine Familie dann vorübergehend wohnen darf.

Schnell waren die Jungen alle in einer Höhle verschwunden und die Mama versteckte sich hinter einem Korb. Wir schätzen die Kleinen auf ca. 8-9 Wochen und es war uns gleich möglich, alle auf den Arm zu nehmen, ohne dass sie kratzten, fauchten oder bissen. Dem einen Kleinen durften wir sogar eine große und noch festsitzende Zecke wegmachen, ohne dass es auch nur mit der Wimper zuckte.

KatzenbabyDann war Ruhe im Badezimmer – eine richtige Stille, keine der Miezen rührte sich und die Mama stellte sich einfach tot. Aber man konnte sie streicheln und das ist schon mal viel wert.

Die erste Nacht verbrachten sie mit viel Randale – räumten das Fensterbrett ab, zogen alle Decken und Tücher weg, spielten mit Bällchen und Mäuschen – aber sie benutzten auch das Katzenklo. Die Futternäpfe, die randvoll gefüllt waren, gähnten vor Leere.

Ein wenig sind sie nun angekommen, aber man merkt, dass sie die Freiheit vermissen. Für uns ist es sonnenklar, dass wir die Kleinen vom Tierarzt versorgen lassen (entwurmen, chippen, impfen) und die Mama sowieso. Es wird aber noch ein bisschen dauern, bis sie vermittlungsfähig sind, doch in ein paar Tagen können wir auch sagen, was für ein Geschlecht sie haben.Katzenbabys

Nein, wenn jemand fragt, es gibt kein Ende, so lange die Verantwortungslosigkeit der Menschen, die sich wahllos Tiere anschaffen und sie nicht ordentlich versorgen, weitergeht. Es wird produziert und produziert und es sind immer dieselben Menschen, die sich kümmern und versuchen, das Elend wenigstens ein bisschen einzudämmen. Man hat auch langsam keine Lust mehr, die Leute verbal zu erreichen, weil sie einfach „zumachen“ und es sooo niedlich finden, wenn ihre Katze Junge bekommt – die dann wieder Junge bekommen und so weiter und so fort.

Die Miezenmama, die noch keinen Namen hat und ihre Kinder sind in Sicherheit und werden von uns versorgt. Wer aber kümmert sich um die vielen anderen Katzen, die endlos Junge gebären müssen und um die sich keiner kümmert?

Wo bleiben die Gemeinden – die Städte – der Staat überhaupt? Sie sonnen sich in ihrer Politik, auf die man schon lange keine Lust mehr hat und kümmern sich um wichtige Dinge, wie das Museumsfest oder das Jubiläum der Sportfischer.

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Und so ist man weiterhin auf die Menschen angewiesen, die „eben nicht wegschauen“, die es für selbstverständlich ansehen, dass man Verantwortung auch „lebt“.

Monica Schwartze

 


 

Update 29.08.2014 – Ninja Glücklich

 

Es ist doch nur eine Katze…

...dann schauen die meisten Menschen einfach weg und das Thema ist vergessen. Helfen, ja helfen will heute keiner mehr. Und doch ist eine Katze ein Lebewesen, aber es gibt davon zu viele und dann sind die Menschen überfordert. Die Ämter reden sich raus oder tun gar nichts. Denn es gibt ja auch einen örtlichen Tierschutzverein. Aber wenn dieser auch nichts tut?
So sind wir gefragt, von der Katzenhilfe bei der NfP-FDS.

Und wieder einmal hat sich ein Problem ergeben, das vom Menschen produziert wurde. In einem Nachbarort befindet sich ein älterer Mann, der sich in der Schrebergarten-Siedlung seit vielen Jahren um die Katzen kümmert. Ja, die Gemeinde weiß Bescheid und der Bürgermeister findet es ja auch ganz schlimm, aber helfen?? Nein Hilfe hat er keine bekommen und nun sind alle Plätze mit kleinen Miezen belegt und er steht da und weiß nicht mehr, an wen er sich wenden soll. Bis seine Tochter die Initiative ergreift und bei der Tierärztin in Freudenstadt um Hilfe fragt. Anlass war dafür, dass die Tochter ein kleines Katzenkind mit einem dicken und vereiterten Beinchen angeschleppt hat, das sofort behandelt und an den Tropf gehängt werden musste. Der Knochen war schon angegriffen. Aber es ist ja nicht nur dieses eine Kleine – da wuseln ja noch mehr solche Winzlinge mit ihren Müttern herum. Und potente Kater gibt es auch.
Ein Anruf bei der NfP und noch am selben Tag fahren wir dort raus mit unserer ganzen Ausrüstung, um zu helfen.

Wir sehen eine abgelegene Schrebergarten-Siedlung und viele wunderschön gepflegte Gärten. In einem davon wartet der Vater der Initiatorin. Er steht da mitten in einer Schar Katzen, die um Futter betteln. Und er gibt ihnen Futter – seit vielen Jahren schon. Nicht alle überleben, manches Katzenkind ist nicht mehr im Gefolge der Mama.
Vom Fuchs geholt? Der Wald ist nicht sehr weit entfernt und wir denken uns unseren Teil. So kann diese Situation aber nicht bleiben, auch die überlebenden kleinen Katzen werden groß und produzieren wieder Nachwuchs.
Als wir in den Garten gehen, verschwinden alle Miezen – aber das ist nichts Neues für uns. Immer wenn Fremde auftauchen, dann sind die Katzen vorsichtig und suchen erst einmal das Weite. Dann sehen wir jedoch eine Katzenmama, abgemagert und um Futter bettelnd. Sie springt über ihren Schatten und wagt sich zu dem alten Mann, streicht ihm um die Beine und wir sehen, dass sie zahm ist und er sie anfassen kann. Das Kind von ihr ist in gebührendem Abstand zurück geblieben.
Dass es einfach für ihn wäre, so sagt uns der Mann, die Mama mit den Kindern einzufangen. Wir glauben ihm, denn aus Erfahrung wissen wir, dass die Katzen zu den Menschen, die sie nicht verscheuchen, sondern gut behandeln und füttern, zutraulich sind. Aber an diesem Tag war nichts mehr auszurichten. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag. Der Mann sollte die Katze mit den Kindern einfangen, seine Tochter fährt zur Tierärztin und einer von uns holt sie dort ab. So war es geplant und die Tierärztin schnell informiert. Sie weiß, wenn wir etwas in die Hand nehmen, dann ist sie auch zu jeder Zeit bereit, diese Aktionen zu unterstützen und kooperiert auch nach ihrer Öffnungszeit mit uns. Hand in Hand zu arbeiten, das ist oberste Priorität, damit alles nach allen Seiten abgedeckt ist. Und das klappt auch immer – wir sind ein eingespieltes Team.

Am nächsten Tag kam dann der Anruf, dass die Tochter mit zwei Fallen auf dem Weg in die Tierarztpraxis ist. Die Mama war eingefangen und noch ein Kater, der wahrscheinlich der Vater all der Kinder ist, die dort in den Gärten herumspringen.
So kamen die beiden Miezen in die Pflegestelle. Der Kater war schnell erholt und hat sich ständig sein Bäuchlein vollgeschlagen, er machte auch einen ganz relaxten Eindruck. Nur angefasst wollte er nicht werden, was auch nicht sein muss.

Hingegen die Miezenmama war ein erschütternder Anblick. Ihr einmal langes Fell war struppig und stumpf, sie lag nur auf dem Fensterbrett und hat geschlafen. Ihr kleiner Körper war so ausgezehrt, dass sie zum Fressen nicht mal aufgestanden ist. Auch ihre Notdurft hat sie gerade so, wie sie lag, erledigt.
Eine Miezen-Mama, selbst noch ein halbes Kind und schätzungsweise – so der alte Mann – 1,5 Jahre alt. Zweimal hätte sie schon Junge gehabt und nun war sie, kaum die letzten Kinder entwöhnt, schon wieder trächtig gewesen.

NinaNinaNina

Das alles geht nicht spurlos an uns vorbei und man kann seine Emotionen kaum verbergen.

KatzenbabysDie restlichen Kleinen, die eingefangen werden konnten, siedelten in eine andere Pflegestelle um, die Miezen-Mama sollte sich hier bei uns in aller Ruhe erholen.

Ninas Ankunft

Es hat Tage gedauert, bis sie sich einmal richtig bewegt hat. Leise fauchend ließ sie sich streicheln und nahm dies nach einiger Zeit auch gerne an.
Nach einer gewissen Zeit entdeckt sie dann das Katzenklo und kam vom Fensterbrett herunter. Wir hatten ständig die Unterlagen gewechselt, was sie nicht störte.
Einen so erbarmungswürdigen Miezen-Fall hatten wir schon lange nicht mehr bei uns gehabt. Diese kleine Mama war fertig, ausgezehrt und man hatte das Gefühl, dass sie sich fast aufgegeben hat. Nach einigen Tagen haben wir sie entwurmt, da sie auch unter starkem Durchfall litt. Da sie das Futter regelrecht in sich hineingeschlungen hat, war es kein Problem, ihr die Wurmtabletten ins Futter zu schmuggeln.

KatzenbabyKatzenbaby

Nun ist Ninja, so haben wir die kleine Mama genannt, 3,5 Wochen bei uns und hat sich langsam erholt. Ihr Fell glänzt wieder ein bisschen, ist nicht mehr struppig und sie ist sehr zutraulich zu uns. Sie frisst nicht mehr wie eine Wilde das Futter weg, sondern genießt es zwischenzeitlich. Auch hat sie gelernt, dass man seine Notdurft auf dem Katzenklo hinterlässt.

Wir haben Ninja mit dem letzten Katzen-Welpen von einer anderen Miezen-Mutter zusammengebracht und die zwei harmonieren prächtig. Sie spielen und toben und haben insgesamt ca. 45 qm zur Verfügung. Aber Ninja will wieder in Freiheit. Und wir werden sie nicht festhalten.
Es wurden bereits Anzeigen geschaltet und wir geben die Hoffnung nicht auf, dass auch jemand die hübsche Ninja zu sich aufnehmen wird.
Aber auch für den kleinen Katzen-Welpen „Candy“ suchen wir noch liebe Menschen. Ihre Geschwister sind schon ausgezogen in eine Familie, doch Candy wartet noch auf die Chance einer Vermittlung. 2 Tage alt waren die Kleinen, als sie mit ihrer Mama bei uns einzog. Mutter und Kinder blieben beisammen, bis die Kleinen 12 Wochen erreicht haben. Die Mama ist wieder an ihre Futterstelle gekommen, wir werden in einem anderen Bericht in nächster Zeit darüber schreiben.Katzenbaby

Lange haben wir uns überlegt, die Geschichte von Ninja zu veröffentlichen. Es ist für uns immer wieder unbegreiflich, mit wieviel Ignoranz in unserer heutigen Zeit mit den Tieren – hauptsächlich den Katzen – umgegangen wird. Sie werden behandelt wie Aussätzige.
Da gibt es Tierschutzvereine, es gibt Ordnungsämter, Gemeinden, die für Tiere ohne Besitzer da sein sollten und NICHTS, aber auch gar nichts passiert. Man ist es fast schon lange leid, als Bittsteller auf den Ämtern zu erscheinen. Es sind nicht wir, die etwas wollen, sondern es müsste den Zuständigen doch klar sein, dass wir es sind, die deren Aufgaben übernehmen. Es wäre angebracht, dass man sich von Amts wegen um die Katzenprobleme kümmert, denn schon lange haben wir Verhältnisse wie im Ausland. Nur will es keiner sehen. Es ist auch einfacher, wegzuschauen, als Verantwortung zu übernehmen.

NinaNicht, dass uns diese Arbeit zu viel wäre – nein – aber irgendwo sind Grenzen gesetzt und zwar auch finanzieller Art. Tierschutzvereine erhalten Gelder von der öffentlichen Hand, wir sind auf Spenden – speziell für die Katzenhilfe – angewiesen. Und würde es nicht immer wieder besonders liebe Menschen geben, die ebenso ein großes Herz für die Katzen haben, dann könnten wir nicht in diesem Umfang tätig sein.

Der Schrebergarten ist nicht die einzige Baustelle in unserem Landkreis Freudenstadt. Zwischenzeitlich wurden wir auch in einen weiteren Teilort von FDS gerufen, da sich dort dasselbe Problem angebahnt hat und keiner helfen will. Ringsherum sind Bauernhöfe, klar, dass die Katzen abwandern, wenn es zu viele werden. Aber es fehlt absolut die notwendige Einsicht, die Tiere kastrieren zu lassen.
Fünf weibliche Katzen, sicher alle noch unter einem Jahr, rannten dort mit ihren Kleinen herum. Wir haben sie kastrieren und kennzeichnen lassen. Die Kleinen, eines davon musste stationär zum Tierarzt und ist dann nach einigen Tagen an einer Katzenkrankheit verstorben, wurden von uns übernommen. Wir ließen sie tierärztlich versorgen mit allem, was dazu gehört und konnten alle gut vermitteln.

Wahrscheinlich schauen die Behörden weiterhin zu oder eher WEG – obwohl es zwischenzeitlich die Möglichkeit für die Städte und Gemeinden gibt, eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht einzuführen.

Wir sind gespannt, wie sich alles weiter entwickelt – doch aufgeben werden wir nicht, uns für die Katzen stark zu machen, dafür einzusetzen, dass sich bald etwas ändert.

Bitte helfen Sie uns auch bei diesen Katzenproblemen zu helfen.

IBAN: DE29 6426 2408 0052 3760 01 BIC: GENODES1VDS
Verwendungszweck: NINA
bei der Volksbank Dornstetten
 

 Vielen Dank.
Die Katzenhilfe bei der NfP – Freudenstadt

 


 

Aktion „Ich war eine Wohnungskatze!“
Wir suchen die persönlichen Geschichten entlaufener Stubentiger

„Meine Katze ist eine reine Wohnungskatze. Sie läuft nicht weg!“ Die meisten Besitzer von Wohnungskatzen reagieren so oder ähnlich, wenn es um eine vorsorgliche Registrierung ihrer Katze geht. Sie sind fest davon überzeugt, ihre Katze würde nie weglaufen. Wenn es dann doch passiert, ist das für ein unregistriertes Tier umso schlimmer. Die Katze kennt die Umgebung außerhalb der gewohnten vier Wände nicht, es mangelt ihr an Erfahrung, die Gefahren, die draußen lauern, richtig einzuschätzen. Wird das Tier dann doch gefunden, wird die Rückvermittlung zum großen Teil zu einem Glücksspiel. Laut der langjährigen Erfahrung der TASSO-Notrufzentrale hat eine unregistrierte Wohnungskatzen die schlechtesten Aussichten aller Tiere, wieder nach Hause zu finden.

Um Wohnungskatzenbesitzer dafür zu sensibilisieren, ihre Katze doch vorsorglich und kostnelos registrieren zu lassen, hat TASSO Ende letzten Jahres die Aktion „Ich war eine Wohnungskatze!“ ins Leben gerufen. Denn es passiert doch, wie die Geschichte von Kater Nino eindrucksvoll zeigt:

Hallo, ich bin Kater Nino, ich werde im Mai 5 Jahre alt und möchte euch von meinem Abenteuer erzählen, das ich zwischen dem 16.12.2013 und dem 05.01.2014 erlebt habe. Ich war abends, draußen auf dem Balkon, wie ich es immer bin. Ich kann mich da prima mit meinem Katzenkollegen von unten, Leo, unterhalten. Der wohnt unter mir und wir reden gerne. Jedenfalls war ich an dem Abend etwas unvorsichtig und bin vom Balkon geglitten - nachdem ich mich am Katzennetz vorbeigedrückt hatte…

Lesen Sie, wie die Geschichte weitergeht, und wie Kater Nino dank Registrierung bei TASSO wieder nach Hause kam. Und: Was haben Sie erlebt? Erzählen Sie uns Ihre persönliche Geschichte, und helfen Sie uns so bei der Aufklärung von Wohnungskatzenbesitzern im Rahmen unser Aktion "Ich war eine Wohnungskatze!". Danke!

www.tasso.net/Wohnungskatzen

© Copyright TASSO e.V.

 


 

Presse-Mitteilung

TASSO klärt auf: So können Katzenhalter ihre Tiere schützen
Neue Aktion „Ich war eine Wohnungskatze!“

Entläuft ein Tier, so ist das immer dramatisch. Aus diesem Grund hat die Tierschutzorganisation TASSO e.V. die Aktion „Ich war eine Wohnungskatze!“ ins Leben gerufen. Sie soll jedem Katzenbesitzer – aber vor allem den Besitzern von reinen Wohnungskatzen – verdeutlichen, wie wichtig eine vorsorgliche Kennzeichnung und Registrierung ist. „Meine Katze läuft nicht weg; sie ist eine reine Wohnungskatze! Das hören wir von vielen Katzenhaltern“, berichtet Philip McCreight, Leiter von TASSO. „Die meisten Besitzer von Wohnungskatzen sind fest davon überzeugt, dass ihr Tier nie entwischt.“ Wie gefährlich diese Einschätzung sein könne, zeige die über 30-jährige Erfahrung in der Notrufzentrale von TASSO: Katzen liefen 10 Mal häufiger weg als Hunde. Auch Wohnungskatzen. Dennoch seien nur 20 Prozent der Katzen in Deutschland registriert. Das bedeute, dass 4 von 5 Katzen im Verlustfall ihr Zuhause nicht mehr wiedersehen.

Für eine Wohnungskatze hat das Entlaufen meist tiefgreifende, traumatische Folgen. Der Stubentiger ist den neuen Situationen in der ungewohnten Freiheit in der Regel gar nicht gewachsen, unterschätzt unbekannte Gefahren und hat für das Überleben außerhalb seiner gewohnten Umgebung keine Strategien entwickelt. „Die Überlebenschancen sinken mit jedem Tag“, weiß McCreight. „Oft sind reine Wohnungskatzen scheu, lassen sich von Fremden nicht anlocken oder anfassen und verstecken sich. Haben sie Glück und werden doch gefunden, so ist eine Zuordnung zum Besitzer ohne Registrierung so gut wie unmöglich und die Unterbringung im Tierheim unvermeidbar.“ Das zeigten die vielen Telefonate, die täglich in der TASSO-Notrufzentrale eingehen. Zu den Gefahren für den Ausreißer kämen schlaflose Nächte sowie Sorgen und Ängste bei den Besitzern. „Was das Weglaufen betrifft, so wiegen sich viele Besitzer von Wohnungskatzen scheinbar in großer Sicherheit“, bestätigt McCreight.

TASSO-Tipp:
Katzenhalter sollten ihre Wohnungskatze ebenso wie Freigängerkatzen unbedingt kennzeichnen und bei TASSO kostenlos registrieren lassen.

Bei der Aufklärung helfen:
Aktionsplakate und Informationskarten zum Auslegen und Weitergeben können Interessierte kostenlos unter www.tasso.net/wohnungskatzen bestellen.

© Copyright TASSO e.V.

 


 

 

Dank Registrierung bei TASSO e.V.:
Kater Mini nach sieben Jahren wieder zu Hause

Sage und schreibe sieben Jahre lang war Kater Mini im westlichen Münsterland allein unterwegs. Jetzt haben ihn seine Besitzer wieder – dank Registrierung bei TASSO e.V. Die Tierschutzorganisation betreibt Europas größtes Haustierzentralregister und vermittelt entlaufene Hunde und Katzen anhand von Tätowierungen oder Chip-Nummern zurück.

Brigitta und Jürgen Kolbe hatten das Katzenbaby im Mai 2000 in einem Holzstapel auf ihrem Grundstück entdeckt. „Damals wohnten wir noch in Gladbeck bei Essen“, erzählt Jürgen Kolbe. „Mini war das kleinste und hässlichste Kätzchen, deshalb nahmen wir es auf. Wir ließen es kastrieren und bei TASSO registrieren.“ Sechs Jahre später verlegten die Kolbes ihren Wohnsitz nach Ramsdorf, etwa 50 Kilometer westlich von Münster. „Mini war immer schon sehr neugierig und gar nicht scheu“, so Brigitta Kolbe. „Der Kater nutzte ein geöffnetes Dachfenster und kletterte in den Garten, blieb dann bis zum Abend verschwunden.“ Einige Tage später entlud sich ein gewaltiges Gewitter über Ramsdorf, erinnert sich Jürgen Kolbe. Mini war gerade wieder draußen unterwegs. „Blitze und Donner müssen ihn ziemlich erschreckt haben, und da er sich noch nicht so gut in der Gegend auskannte, hat er sich bestimmt verlaufen“, meint der 69-Jährige. Die Kolbes warteten auf Minis Rückkehr. Ohne Erfolg. „Wir haben schließlich TASSO über den Verlust informiert“, erzählt Brigitta Kolbe. Seitdem sind sieben Jahre vergangen.

Ende Juli 2013 dann der Anruf von einem Tierheim in Coesfeld. Man habe ihre Katze gefunden, die Tätowierung im Ohr sei eindeutig zu entziffern gewesen, ein Anruf bei TASSO habe dann die Kontaktaufnahme ermöglicht. Sie hätten gar keine Katze, so Jürgen Kolbes erste Reaktion am Telefon: „An Mini habe ich nach so langer Zeit gar nicht mehr gedacht.“ Im Tierheim dann das große Wiedererkennen. „Der gut genährte aber etwas verwahrlost aussehende Kater war tatsächlich unser Mini.“ Wie sich herausstellte, hatte Mini die letzten Wochen im nur wenige Kilometer entfernt gelegenen Reken gelebt, war dort von einer Familie auf der Terrasse regelmäßig gefüttert worden. Bis die Tochter dann den Kater ins Tierheim nach Coesfeld brachte.

Derzeit wird Mini ärztlich behandelt, er hat eine verbrannte Zunge, nur noch wenige und mit Zahnstein behaftete Zähne. „Aber das bekommt unsere Tierärztin wieder hin“, versichert Jürgen Kolbe. Darauf hofft auch eine anderes Familienmitglied: Baron, der agile schwarze Gordon Setter. Er hatte sich schon damals mit Mini angefreundet, kann es nun kaum erwarten, dass der Kater seine „Krankenstube“ verlässt. „Baron und Mini haben auch nach so vielen Jahren der Trennung keine Berührungsängste“, freut sich Brigitta Kolbe. „Dank TASSO sind wir nun alle wieder vereint.“

© Copyright TASSO e.V.

 


 

 

 Fremde Katzen füttern -
Gut gemeint ist nicht immer auch gut gemacht

Regelmäßig kommt es zu Streitigkeiten zwischen Katzenhaltern und Nachbarn, die es gut meinen und fremde Besitzer-Katzen füttern. Nicht immer kommt diese wohlmeinende Geste beim Tierhalter gut an, weil die Katze vielleicht Spezial- oder Diätfutter benötigt.

Dass Katzen gefüttert oder sogar angelockt werden, ist nicht selten und kann bei Freigängern faktisch nicht verhindert werden. Zwar ist es nicht grundsätzlich verboten, fremde Katzen zu füttern, der Katzenhalter könnte aber notfalls gerichtlich durchsetzen, dass die Fütterung zu unterlassen ist. Diese Maßnahme kann sogar mit einem Ordnungsgeld verbunden werden. TASSO-Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries rät Haltern, zunächst in einem netten Gespräch Katzenfreunde zu bitten, das Füttern der Katze zu unterlassen und die Gründe hierfür zu nennen, um diese Bitte nachvollziehbar zu machen. Menschen, die meinen, fremden Tieren mit der Fütterung etwas Gutes zu tun, sollten sich über die Bitten der Halter nicht hinwegsetzen und diese respektieren.

Die Fütterung im Garten ist zwar erlaubt, dennoch können Behörden oder Vermieter dies untersagen, wenn durch das Futter zum Beispiel Mäuse und Ratten angelockt werden, da von diesen Tiere eine Gesundheitsgefahr ausgeht.

© Copyright TASSO e.V.

 

 


 

Update 03.09.2012

Neues von Marie (Katzenfangaktion am 07./08.06.2012)Maries neues Zuhause

Marie ist mittlerweile kastriert und wohl auf. Leider macht sie es mehr wie deutlich, dass sie nicht zahm werden will und dringend darauf wartet, wieder in die Freiheit entlassen zu werden.

Unglücklicherweise haben wir erfahren, dass es an der Stelle, an der Marie bisher gelebt hat demnächst eine Großbaustelle geben wird. Somit war klar, dass Marie nicht mehr dorthin zurück kann.
Eine geeignete Stelle zur Auswilderung zu finden gestaltete sich zunächst sehr schwierig, aber durch einen Zufall haben wir nun einen Traumplatz für die hübsche Mieze gefunden. Am Sonntag den 02.09. war es dann soweit, dass Marie umziehen durfte. Sie lebt nun im Raum Gaggenau und hat dort ein wirklich traumhaftes Zuhause. Marie hat ihr neues Reich praktisch auf einem kleinen Bauernhof mit Pferden, Hühnern, Kaninchen Schafen und Ziegen. Es gibt noch eine ca. 15-jährige Katze sowie einen alten Hund dort, eine große Scheune in der sicher viele Mäuse sind und weite Koppeln, über die sie Vögeln nachjagen kann. Die nächsten 8 bis 10 Tage muss sie noch im Auswilderungskäfig verbringen und dann darf sie grenzenlose Freiheit genießen. Wir hoffen sehr, dass es ihr so gut gefällt wie ihrem Pflegefrauchen, die am liebsten gleich mit eingezogen wäre und sie nach ihrer „Freilassung“ dort bleibt und sich wohl fühlt.

Auswilderungskäfig

Die NfP kommt selbstverständlich weiterhin für die Kosten für Marie auf und würde sich freuen, liebe Menschen zu finden, die als Pate die Aktion unterstützen wollen. Leider gibt es viel zu wenig Möglichkeiten, scheue Katzen auszuwildern und wir sind dankbar dafür, dass man uns für Marie diese Chance gegeben hat.

 


 

Kastrationsaktion in der Nähe von Freudenstadt

Ständig hofft man, dass der Kelch an einem vorbei geht und trotzdem ist man sofort bereit zu helfen, wenn man gerufen wird. Dieser Hilferuf erreichte uns gleich Anfang 2012.

Streunende KatzeDa gibt es eine kleine Katze im Freien mit vereiterten Augen, die man einfangen müsste. Eine ältere Dame vom örtlichen Tierschutzverein hatte es gemeldet, mit der ich früher schon mal zu tun hatte. Selbst gesundheitlich nicht auf der Höhe, wollte sie einer 90-jährigen Frau, die eine Futterstelle betreut, behilflich sein, das kranke Tier einzufangen, was jedoch nicht gelang. Diese 90-jährige Frau würde seit über 20 Jahren an diesem Ort die Katzen versorgen. Oh, oh – wie soll das auf Dauer gehen?
Naja, so eine kleine Katze ist wohl schnell eingefangen. Noch nichts von einem großen Unglück ahnend, holte ich die Tierschützerin ab und wir fuhren die ca. 6 km zu der entsprechenden Stelle. Was mich dort erwartete, das war mal wieder „Katzenelend pur“. Obwohl man ständig damit konfrontiert wird, ist man immer wieder aufs Neue erschüttert, was es so alles an Elend in unserem Deutschland in Sachen „Tiere“ gibt. Und Katzen haben so gut wie überhaupt keine Lobby.

Bei unserem Eintreffen wuselte es nur so von Katzen – viele erwachsene Tiere, die auf Futter hofften und 4 kleine Tiere, ca. 3-4 Monate alt. Und da war die kleine Mieze mit den vereiterten Augen auch schon verschwunden. Aber es ging wohl nicht nur um dieses eine Tier? Ja doch, momentan schon. In all dem Gerümpel, in dem die Katzen lebten, ein Ding der Unmöglichkeit, das eine Jungtier herauszufangen. Dumm sind die Samtpfötchen nämlich überhaupt nicht. Trotz Futterangebot und einer bereit gestellten Box war es nicht zu schaffen, der kleinen Tiere – denn nur mit dem Einfangen eines kleinen Miezchens war es nicht getan - habhaft zu werden.
Unverrichteter Dinge fuhren wir wieder ab. Nicht aber, bevor wir nicht mit dem Besitzer dieser Scheune gesprochen hatten. Dieser gab uns die Zusage, dass wir das Gelände betreten und die Tiere einfangen dürften. Denn hier war wirkliche Not zu sehen. Zum Teil kranke Tiere, scheue, zahme, alles das, was man in der kalten Jahreszeit an so einem Ort eigentlich überhaupt nicht haben möchte. Als Unterschlupf waren offene Kartons mit feuchten alten Klamotten da – alles stinkend und nur noch zum Wegwerfen.
Zuhause angekommen, startete ich schnell einen Anruf und konnten zwei Mitglieder unseres Vereins gewinnen, die sich sofort bereit erklärten, im Wechsel die Einfangaktion zu übernehmen.Katzen Kastrationsaktion
Es ist immer wieder beruhigend, wenn man weiß, dass man Leute an der Seite hat, die nicht lange reden, sondern handeln – Mitglieder, auf die man sich wirklich verlassen kann.

Es war Januar, die Zeit der rolligen Miezen, es war also Gefahr im Verzug, um einer weiteren Flut an jungen Katzen Einhalt zu gebieten.
Wie es so bei uns üblich ist, hatten wir schnell alles organisiert, damit wir keinen Tag verlieren. Innerhalb einer Woche sollten die 15 Tiere eingefangen und kastriert werden. Die kleinen Katzen mussten dringend einem Tierarzt vorgestellt werden. Es gab also wieder mal eine schlaflose Nacht, in der man alles durchdachte.
Tags drauf begannen wir umgehend und hatten auch das Glück, drei der kleinen Miezen einzufangen, das vierte blieb absolut verschwunden. Nach der Vorstellung beim Tierarzt stand fest, dass der kleine Kerl mit den vereiterten Augen keine Überlebenschance mehr hat. Betroffen mussten wir feststellen, dass unsere Hilfe zu spät kam. Aber es gab ja noch viele andere Samtpfoten aus diesem Bestand, die auf uns angewiesen waren.
So wurden im fliegenden Wechsel und bei bibbernder Kälte ständig Fallen aufgestellt und die eingefangenen Tiere umgehend zum Tierarzt zum Durchchecken und Kastrieren gebracht. Die Tiere waren zum Teil so ausgehungert, dass sie schnell in die Falle gingen.

Angeblich wurde an diesem Ort vom örtlichen Tierschutzverein fünf Jahre zuvor schon einmal eingefangen und kastriert (zum jetzigen Zeitpunkt war jedoch keiner bereit, hier Abhilfe zu schaffen) – nur eine einzige weibliche Katze ging nie in die Falle. Und eben diese Mieze hatte wahrscheinlich mit ihrem Nachwuchs wieder das Elend gefördert.
Als wir bei Katze Nr. 15 angekommen waren, standen plötzlich weitere Miezen parat und forderten Futter. So sind wir schließlich bis Katze Nr. 23 gekommen. Einen ganzen Tag lang und eine Nacht haben wir noch Fallen gesichert und ständig kontrolliert, es ging jedoch keine Mieze mehr hinein. Also hatten wir mit Erfolg die Einfangaktion abgeschlossen.Kastrierte Katzen

Zum Glück hatten wir nette Leute, die die 90-jährige Frau beruhigten, denn sie war der Meinung, wir würden die Katzen alle abholen und sie hätte keine Aufgabe mehr. Die Katzen seien ihr einziger Lebensinhalt. Man kann so etwas fast nicht mehr hören, denn dieser „einzige Lebensinhalt“ war eher ein „Bild des Jammers“. Irgendwie fällt es einem im Lauf der Jahre schwer, die Emotionen noch unter Kontrolle zu halten, es ist immer dasselbe, aber nur mit Aufklärung und Unterstützung kommt man weiter.
Schweren Herzens haben wir die 90-jährige Frau, die anfangs sehr uneinsichtig war, aufgesucht und ihr erklärt, dass wir die Tiere nicht einfangen, um sie zu entsorgen, sondern um sie kastriert und wieder gut erholt an die Futterstelle zu bringen.
So wurden die 22 Katzen – nachdem der eine kleine Kerl es nicht überlebt hatte – einquartiert und liebevoll betreut. Für uns ist es auch nicht einfach zu sehen, wie wohl sich ein Teil dieser Katzen in der Wärme und in den Bettchen gefühlt hat. Doch behalten, das war unmöglich. Also wurden nebenbei noch wetterfeste Häuschen gebaut – mit Isomatten und Polarfleece ausgestattet. Damit die Miezen auch wirklich Gefallen daran finden, träufelten wir noch ein paar Tropfen Baldrian auf die Fleece und konnten später dann auch feststellen, dass die Häuschen angenommen wurden.
Dann hatte man wieder das Vergnügen: 10 Tage Katergestank – wie angenehm, aber man gewöhnt sich ja an alles. 10 Tage Futter ohne Ende – 10 Tage Katzenklos sauber machen – Streu entsorgen.
Dann kam der Tag, an dem die Miezen so fit waren, dass man sie wieder ausquartieren konnte. Zwei Mitglieder waren behilflich für die Einfangaktion – es durfte auch keine vergessen werden.
Peu á peu ließen wir sie an der Futterstelle wieder rennen. Fast alle Tiere verließen fluchtartig die Box, um sich an ihrem gewohnten Ort wieder einzustellen.Katze, kastriert

Nur die zwei kleinen scheuen Miezchen haben wir da behalten. Sie sollten sich in aller Ruhe erholen, um dann vermittelt werden zu können. Doch damit hatten wir nicht gerechnet, was mit diesen beiden kleinen Wichten auf uns zukam. Zuerst wurde das eine sehr zahm – aber auch immer gelber. Die Vorstellung beim Tierarzt war erschreckend: das Kerlchen hatte hochgradig Fieber, nichts mehr gefressen und wurde immer weniger. Diagnose: die trockene FIP. Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine durch das Feline Coronavirus ausgelöste Infektionskrankheit, die ausschließlich Katzen (Felidae) befällt. Kommt es einmal zu einer klinischen Manifestation der Erkrankung, endet diese in aller Regel tödlich. Um es nicht zu quälen, ließen wir es friedlich einschlafen. Kaum ein paar Tage weiter, fing das andere Miezchen an zu kränkeln. FAST dieselbe Diagnose, aber die nasse FIP – auch es hatte keine Überlebenschancen. Dabei hatten wir diesem kleinen Kerl schon die Möglichkeit zur Eingewöhnung gegeben. Niko, unser sozialer Kater hatte angefangen, sich um den kleinen Kerl zu kümmern. Aber es sollte nicht sein, die Krankheit war schon weit fortgeschritten.
Und so ließen wir auch diesen kleinen Miezer gehen. Anschließend ging’s ans Desinfizieren. Davon abgesehen musste die Waschmaschine wieder einige Tage für viele Füllungen an Decken und Handtüchern herhalten.

Mehrere Wochen brachten wir Futter sowie noch einige isolierte Häuschen an die Futterstelle, und kontrollieren ab und zu den „Versammlungsplatz“.

kastreierte Katze

Hätten wir nicht unsere treue und liebe Sponsorin, die uns immer wieder bei solchen Aktionen großzügig finanziell unter die Arme greift, wären uns manches Mal die Hände gebunden und wir könnten nicht so schnell und vor allem in diesem Ausmaß helfen.
So gilt unser besonderer Dank dieser Katzen- und Tierfreundin, für die es immer wieder selbstverständlich ist, uns bei solchen Aktionen uneingeschränkt ihre Hilfe anzubieten.
DANKE – DANKE – DANKE

Monica Schwartze

 


 

Katzenfangaktion am 07./08.06.2012 in Freudenstadt, Stadtmitte

Katzenkind

Durch eine engagierte Tierschützerin aus Freudenstadt, wurde der Nothilfe für Polarhunde e.V. gemeldet, dass sich im Stadtkern von Freudenstadt eine Mutterkatze und ihre Jungen hinter einer Hausverschalung verstecken. Da sich eine recht befahrende Straße in der Nähe befindet und auch ansonsten der Fußweg sehr stark durch Schüler und den anliegenden Kindergarten frequentiert ist, hatten wir sofort unsere Hilfe angeboten, um die Kitten und die Mutterkatze dort wegzuholen.Lebendfalle
So machten wir uns am Abend des 07.06. mit einer Falle und dem benötigten Zubehör auf den Weg nach Freudenstadt. Vor Ort wartete schon die Freudenstädter Tierschützerin, um uns das Versteck der Mieze zu zeigen. Wir näherten uns langsam und sahen, dass die Jungen im Versteck waren.

Da die beiden friedlich schliefen, griffen wir beherzt zu und konnten die beiden Zwerge recht einfach aus der Höhle holen und in einen kuscheligen Transportkorb setzen. Sofort bauten wir die Falle auf und hofften durch leckeres Futter, die Mama der beiden Kitten schnell anzulocken. Leider machte uns das Wetter an diesem Tag sehr zu schaffen. Kurz nachdem die Kleinen gesichert und versorgt wurden, begann es in Strömen zu regnen. Das sind die schlechtesten Voraussetzungen, um eine Katze zu fangen. Weit und breit war kein einziges Fellnäschen zu sehen, was ja auch nicht verwunderlich war.
Als es dann mal etwas nachließ, konnten wir das Muttertier entdecken. Sie näherte sich vorsichtig der Falle, hielt aber doch einen recht großen Sicherheitsabstand ein. Dann konnten wir sehen, dass sie hinter der Fassade verschwand und dort wohl ihre Jungen suchte. Sie blieb dann wieder längere Zeit für uns unsichtbar. Irgendwann tauchte sie wieder auf, doch nie kam sie näher als 1 m an die Falle ran. Wir hielten bis ca. 3 Uhr nachts Wache, aber es tat sich nicht wirklich etwas. Da die Kleinen, dann aber unbedingt versorgt werden mussten brachen wir ab, um am nächsten Morgen unser Glück erneut zu versuchen.

Da kommt die KatzenmutterLeider machte das Wetter auch an diesem Tag nicht mit und es regnete und regnete. Die Katze hatten wir den ganzen Tag nicht zu Gesicht bekommen und wir hatten schon Sorge, dass sie abgewandert sei. Doch dann, gegen 20 Uhr tat sich etwas an der Falle. Eine Katze umkreiste sie neugierig, allerdings nicht die Mama, nein das musste der Vater sein, denn eines der Babys sah genau so aus wie er. Es dauerte nicht lange, dann gesellte sich auch Frau Mama dazu. Gemeinsam wurde nun die Falle inspiziert. Wir sahen mit Bauchweh zu und hofften, dass die Mama und nicht der Papa in die Falle tappt. Sollten wir Pech haben und den Kater würde als Ersten reingehen, wäre es hoffnungslos, die Katzen-Mutter an diesem Tag noch zu fangen, sie würde sofort begreifen, dass da was nicht stimmt, zumal sie ja schon die ganze Zeit übervorsichtig war. Und dann war es soweit, beide streckten den Kopf in die Falle………. und Gott sei Dank war es die Mama, die dann doch hungriger war und ganz hinein kroch. Der Papa drehte um und ging von dannen und wir bibberten, ob die Falle denn nicht bald mal auslöst. Mama machte es wirklich spannend, doch dann endlich machte es ‚klack’ und die Lebendfalle schnappte zu! Schnell wurde Marie, wie sie jetzt heißt in einen Transporter umgeladen und dann ging die Reise ab nach Hause zu ihren Babys.

Marie wird in den nächsten Tagen kastriert, darf dann aber noch eine Weile bei ihren Jungen bleiben, für die wir hoffentlich ein tolles Zuhause finden. Da Marie eine absolut verwilderte Hauskatze ist und in keinster Weise zugänglich wird, sehen wir keine andere Wahl, als sie wieder in ihre gewohnte Umgebung zu bringen. Mittlerweile haben wir erfahren, dass sie in der Nähe eine Futterstelle hat, dort wird sie dann weiterhin versorgt. Allerdings haben wir auch erfahren, dass dort noch weitere unkastrierte Katzen gefüttert werden, die dann nach und nach auch noch gefangen werden müssen. Also auf zu weiteren Taten, die Arbeit wartet…

Katzenbabys

- Sabine Kern -

 


 

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Verwechslungsgefahr: Katzenbaby im Wald könnte geschützte Wildkatze sein!

Schätzungsweise 5.000 Wildkatzen leben in Deutschland, 3.000 davon allein in Rheinland-Pfalz. Viele Menschen glauben, die Wildkatze sei eine verwilderte oder ausgesetzte Hauskatze. Beide Katzenarten – die Wildkatze und unsere Hauskatze – haben jedoch unterschiedliche Abstammungslinien.

Eine Wildkatze lebt ohne menschliche Hilfe in der Freiheit. Sie darf daher weder angefasst noch aus ihrer Umgebung gerissen werden. Auch nicht in bester Absicht. Weil die Babys von Wildkatzen mit ihren großen blauen Augen natürlich auch süß ausschauen, erwecken sie den Beschützerinstinkt, wenn sie von Wanderern allein, ohne Mutter gefunden werden. Wird die Wildkatze dann mit nach Hause genommen – was keinesfalls passieren sollte – erlebt man nicht selten das für diese Katzenart typische Verhalten. Es wird gespuckt, gekratzt, gefaucht und geschlagen. Kommt das so verwaiste Katzenbaby dann wieder in ein Wildfreigehege zurück, muss es mühevoll in monatelanger Arbeit auf die bevorstehende Auswilderung vorbereitet werden, um überleben zu können. Wichtige Lerneinheiten der Mutter in der so wichtigen Prägephase fehlen und machen das Leben für die Katze in Freiheit doppelt gefährlich.

Daher gilt:
Bei getigerten Katzen im Wald immer an eine Wildkatze denken. Auf eine Wildkatze deutet neben der imposanten Größe auch der buschige Schwanz hin, der meist mit drei schwarzen Kringeln endet. Die Katze darf auf keinen Fall angefasst werden. Merken Sie sich den Fundort, und informieren Sie die zuständige Forstbehörde oder eine Naturschutzbehörde, die die Katze beobachten werden.

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Presse-Mitteilung

Großer Erfolg für das Bündnis „Pro Katze“ Osnabrück auf dem Weg zur Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht

Hattersheim/Osnabrück, 5. Juni 2012 – Schätzungen zufolge gibt es rund 15.000 Stubentiger in den Haushalten der niedersächsischen Stadt Osnabrück. Hinzu kommen unzählig viele verwilderte Katzen. „Gewähren Besitzer ihren nicht kastrierten Tieren Zugang ins Freie, tragen diese erheblich zur Vergrößerung der Streunerkatzen-Population und dem damit verbundenem Leid bei“, erläutert Petra Zipp vom Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt).

Das Bündnis „Pro Katze“, ein Zusammenschluss der Tierschutzorganisationen TASSO e. V., VIER PFOTEN und bmt, hat sich dieser Problematik angenommen und intensive Aufklärungsarbeit betrieben. Mit Erfolg. Die Stadt Osnabrück erkannte, dass dringend Handlungsbedarf besteht und hat eine Beschlussvorlage ausgearbeitet, an der das Bündnis „Pro Katze“ im Vorfeld mitgewirkt hat. Demnach sollen Katzen künftig kastriert, gekennzeichnet und registriert werden.

„Bislang wurde die Registrierungspflicht von sehr wenigen Gemeinden aufgenommen. Dabei ist sie unverzichtbar, damit ein Tier im Verlustfall seinem Besitzer schnell zugeordnet und zurück gebracht werden kann“, so Philip McCreight, Leiter von TASSO e.V. Der Verordnungsentwurf sieht zudem Zuschüsse für Öffentlichkeitsarbeit und Kastrationen von Hauskatzen und verwilderten Samtpfoten vor.

„Nach Verabschiedung des vorgelegten Beschlusses wird das Bündnis „Pro Katze“ die Stadt Osnabrück bei der Umsetzung von Kastrationen und der Öffentlichkeitsarbeit tatkräftig zur Seite stehen“, bekräftigt Dr. Martina Stephany von der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN. Das Bündnis fordert den Rat der Stadt Osnabrück auf, allen geplanten Maßnahmen zuzustimmen und somit eine Vorbildfunktion in Sachen Katzenschutz einzunehmen.

Interessierte Bürger können den Verordnungsentwurf unter folgendem Link einsehen:

https://ris.osnabrueck.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1001026&options=4

© Copyright TASSO e.V.
 


 

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Todesfalle Kippfenster
So schützen Sie Ihre Katze

Immer wieder gibt es Katzen, die in einem gekippten Fenster hängenbleiben und sich nicht aus eigener Kraft befreien können. Und immer wieder scheint dieses wichtige Thema bei manchen Katzenbesitzern in Vergessenheit zu geraten. Zwischenfälle mit in Kippfenstern eingeklemmten Katzen kommen inzwischen leider so häufig vor, dass man dafür bereits einen Namen hat: das Kippfenster-Syndrom.

Die von ihren Instinkten gesteuerte Katze wird ein gekipptes Fenster nicht als Hindernis sehen, wenn der Reiz, nach draußen zu gelangen, nur groß genug ist. Wenn sie dann hängen bleibt, bewirken die verzweifelten Befreiungsversuche nur, dass die Situation für das arme Tier immer schlimmer wird. Zu der Panik, die die Katze erlebt, kommen Quetschungen der inneren Organe, im schlimmsten Fall Rückenmarksverletzungen mit irreversiblen Lähmungen der Beine und ein lebensbedrohlicher Schock. Sollte die Katze sogar mit dem Kopf hängen bleiben, droht die Strangulation. Viele Katzen machen sich in einer Notsituation auch nicht bemerkbar, so dass sie oft stundenlang nicht entdeckt werden, während sie qualvolle Schmerzen erleiden oder mit dem Tod ringen.

Daher der dringende Rat an alle Katzenfreunde: Fenster schließen, wenn man die Katze allein zu Hause lässt. Freigänger sollten nur durch eine Katzenklappe ins Freie gelangen können. Manchem hilft ein kleines Hinweisschild als Erinnerung an der Wohnungstür, die Fenster zu schließen. Ist es doch einmal passiert, befreien Sie Ihre Katze ganz vorsichtig aus dem Fenster. Schmerzbedingt könnte sie sich durch Beißen und Kratzen wehren wollen. Bringen Sie das verletzte Tier unbedingt sofort zum Tierarzt und nehmen Sie die Situation nicht auf die leichte Schulter. Auch wenn Sie keine äußeren Verletzungen sehen, heißt das nicht, dass die Katze nicht behandlungsbedürftig ist. Allein der Schock könnte ein Organversagen auslösen. Lassen Sie die Katze wenn möglich in der vorgefundenen Körperposition und bewegen Sie sie so wenig wie möglich. Decken zur Stabilisierung des Körpers auf dem Weg zum Tierarzt können einer Verschlechterung von Brüchen vorbeugen.

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Katzenhilfe bei der Nothilfe für Polarhunde e.V., Freudenstadt

Katzen begleiten uns seit vielen tausend Jahren. Sie wurden geliebt, verehrt, aber auch genutzt. Ein Grossteil unserer Entwicklung und Besiedelung hängt eng mit Katzen zusammen.

KatzeHeute hat sich das Bild gewandelt. Aus „genutzt“ wurde benutzt. Natürlich gibt es auch heute noch viele Menschen, die ihre Katze/n verantwortungsvoll versorgen, sie als Haustier oder Familienmitglied schätzen und vom schwer greifbaren Wesen und der Apartheid der Tiere Fasziniert sind.

Es ist jedoch nicht mehr zu übersehen, dass das Bild der Katze im Allgemeinen zu einem Zerrbild geworden ist.
Katzen werden einerseits züchterisch aufs Ärgste Missbraucht, weil sie im Gegensatz zu Hunden, Exoten oder Grosstieren auch mit kleinem Geldbeutel und deutlich weniger Aufwand vermeintlich tiergerecht gehalten werden können. Aus völlig ungeeigneten 2-Zimmer-Wohnungen heraus werden sie mittels Portraitfotos auf rosa Samt und dem Hinweis auf diverse Zuchtschauplatzierungen an Menschen verhökert, die ihrerseits nach dem „Besonderen“ suchen : dem Tier mit extrem viel Fell, oder gar keinem, dem Tire mit plattem Gesicht ohne Nase – die züchterischen Fehlbildungen sind für diese Menschen kein Makel, keine Gesundheitsbeeinträchtigung, sondern der „exotische Touch“.

Andererseits sind Katzen in unserer Gesellschaft zu einem wertlosen, unbeachteten Objekt verkommen, sobald sie dem niedlichen Kittenalter entwachsen sind. Man stellt ihnen dann allerhöchstens ein Futterschälchen raus, oder eine Schüssel ungeeignete Milch. Doch der Verantwortung zur art- und tiergerechten Versorgung, zur Kennzeichnung, medizinischen Betreuung etc entzieht man sich mit fadenscheinigen Begründungen.
„Katzen müssen rauskönnen, die ernähren sich selbst“ heißt es. Auch wenn man direkt an einer vielspurigen Straße wohnt. Und obwohl Katzen in unserer heutigen Infrastruktur nicht mehr die Selbstversorger sein können, die sie einmal waren.
„Meine Katze ist nicht schuld am Katzenelend“ heißt es, weil der eigene unkastrierte Kater ja keinen Nachwuchs mit nach Hause bringt. Weil man die Würfe, die er produziert, einfach nicht zur Kenntnis nimmt. Man verschließt einfach die Augen davor, dass man als Halter eines unkastrierten Freigängers, einer Freigängerin direkt ursächlich beteiligt ist am Katzenelend.Katzen

Tausende und Abertausende Katzen verhungern, werden durch Bejagung verschiedenster Art getötet, werden überfahren, oder verenden auf elendige Art und Weise schon als Kitten oder Jungtiere an Mangel und Krankheit. Aufgrund der Populationsexplosion geht den Tieren der Raum aus, der Infektionsdruck steigt. Das Ergebnis sind Heerscharen dahinsiechender Katzen.
Dieses Elend wird jedoch von den meisten Menschen nicht wahrgenommen. Die Tiere leben vielfach zwar unter unseren Augen, aber außerhalb unseres Gesichtsfeldes.
Sowohl ihre Geburt als auch ihr Sterben bleibt von vielen unbemerkt. Alleine die übervollen Tierheime, die an den steigenden Kosten verzweifeln, sowie die nicht enden wollende Arbeit all derer, die sich um diese Ausgegrenzten kümmern, belegen die Tatsachen.

Heute möchte ich Ihnen gerne ein wenig aus dem Alltag derer erzählen, die sich dem Leben und Leiden von Katzen und der Linderung desselben verschrieben haben.
Einem Leben und Leiden, welches sich direkt unter unsere aller Augen täglich tausendfach abspielt und wofür ich Sie am Ende meines Berichts direkt um Ihre persönliche Unterstützung bitten möchte.

Bauernhofkatzen-Kastrationsaktion I

Anfang diesen Jahren wurden wir fast gleichzeitig von 2 Landwirten angesprochen. Beide waren am gleichen Punkt angekommen: sie wollten der bislang unkontrollierten Vermehrung ihrer Hofkatzen Einhalt gebieten.Kastrationsaktion
Dies ist nicht die Regel, wie Sie alle sicher wissen, und umso mehr sahen wir uns in der Pflicht, den Menschen beizustehen.
Der eine, nennen wir ihn Herrn A., hatte bereits bei seinem örtlichen TSV um Hilfe ersucht, jedoch ohne Erfolg. Auch eine von ihm angesprochene Katzenhilfe konnte aufgrund zu großer Entfernung nur absagen. Über seinen Veterinär wurde er dann an uns weitergereicht.
Trotz Vollauslastung fackelten wir nicht lange, denn wir sind mehr als dankbar für jeden Katzenhalter, der von sich aus aktiv nach einer Lösung seines Problems sucht, das, weiterhin ungelöst, Tierleid um Tierleid nach sich ziehen würde.

Und so wurde das Fahrzeug mit allem beladen, was man für eine Katzenfang- und Kastrationsaktion benötigt, und ab ging es zum Hof von Herrn A.
Gemeldet hatte er uns 12 Tiere, alle natürlich unkastriert und mehr oder minder bar jeder medizinischen Betreuung. Aber die Familie hatte uns jegliche Unterstützung beim Einfangen zugesagt. Dies und die Einsicht, dass Schluss sein muss mit dem viel zu großen, unterversorgten zeugungsfähigen Bestand, ist mehr, als wir normalerweise erfahren.

Vor Ort fanden wir dann das leider übliche Bild vor. Katzen, wohin man schaute. Alle Alters- und Farbvarianten waren vertreten, von rappeldürren, sehr scheuen Tieren in sichtlich nicht gutem Zustand bis zu einigen wenigen zahmen Exemplaren, die dadurch auch in besserer Verfassung waren, da die Bauersleute sie hatten anfassen können. Eine dieser zahmen Katzen trug den Namen Peter und folgte dem Hausherrn wie ein Schatten. Eine Riesendiskrepanz, dieser Hauskater einerseits, und die halbwilden, angefledderten Artgenossen draußen auf dem Hofgelände andererseits.

Aktion beendetWie viel Nachwuchs in den letzten Jahren angefallen war, wusste keiner. Doch da Jungkatzen bereits ab dem 4. Lebensmonat geschlechtsreif sind und bis zu 3x jährlich werfen, im Schnitt 4-5 Junge, ist eine Rechnung hier leicht aufzumachen. Ein einziges Katzenpaar kann, rein statistisch, in 5 Jahren über 10000 Nachkommen haben.

Auf unsere Frage nach dem Nachwuchs und wie mit ihm verfahren wurde, erhielten wir die uns nur zu bekannte und im ländlichen Raum eben immer noch weitverbreitete Antwort: „wo mer se kriegt hend, hend mer se hegmacht“.
Dies bedeutet: Katzenwelpen, die man zu fassen bekam, wurden auf die übliche Art und Weise dezimiert, im Klartext: erschlagen oder ertränkt. Die diesem Tod entkommenen Welpen wanderten ab oder erlagen wahrscheinlich Krankheiten, Abschüssen oder dem Tod auf der Strasse.
Im Erstgespräch fragte uns Herr A., ob man nicht so um die Hälfte der Katzen besser gleich einschläfern lassen sollte, weil er sich nun doch vor den Kosten scheute, die er auf sich zukommen sah. Diplomatisch, aber unnachgiebig versuchten wir daraufhin, ihn an seiner Ehre und seiner Verantwortung zu packen. Denn niemand sonst als er war schließlich verantwortlich für den Katzenbestand auf seinem Hof.
Schlussendlich stellte sich Herr A. den Tatsachen und entschied, wie ein guter Tierhalter entscheiden soll: Für seine Tiere. Mit allen Konsequenzen.
Darüber waren wir sehr erleichtert. Denn nur, wenn die Halter mitarbeiten, ist der Stresspegel für die Tiere einzuschränken, und nur dann haben wir die Chance, ordentlich und zeitnah, also tier- und tierschutzgerecht, zu arbeiten.

KatzenHilfe war hier also angebracht, schnell und umgehend. Wir verteilten die mitgebrachten Katzenlebendfallen strategisch günstig an den Plätzen, an denen die Bauersleute gefüttert hatten und bestückten sie mit Lockfutter.
Vom 07. bis 13. Februar konnten so insgesamt 22 Katzen dingfest gemacht werden. 12 weibliche Tiere und 10 Kater. Da wir ursprünglich von 12 Katzen ausgegangen waren, erforderte diese Anzahl nun eine vermehrte Logistik, von den höheren Kosten hinsichtlich Benzin, Tierarztkosten oder dem Zeitaufwand gar nicht zu reden.
Täglich kontrollierten die Bauersleute die Fallen und informierten uns telefonisch, wenn Tiere eingefangen waren. Für uns hieß das dann, alles stehen und liegen lassen, Bauernhof anvisieren und die gefangenen Tiere so schnell als möglich abholen, um den Stress der Fangaktion nicht unnötig auszudehnen. Dann auf direktem Weg zum vorab kontaktierten Tierarzt, wo man sich jeden Tieres annahm.
7 Tage lang ging das so. Hin zum Hof, volle Fallen einpacken, durch leere ersetzen, weiter zum Tierarzt, dort dann mehrere Stunden warten, bis ein Tier nach dem anderen überreicht wurde, danach nach Hause, die frischoperierten unterbringen, füttern, versorgen – und quasi noch mit dem Dosenöffner oder dem Wischlappen in der Hand wieder hin zum Hof, wo eine neue Runde eingeläutet wurde.
Tag und Nacht wurde eins. Der Ablauf wurde nur noch bestimmt vom Versorgen der schon operierten und dem nächsten Telefonklingeln. Nicht nur körperlich verlangt einem so etwas alles ab.Katze
Die Tiere , die wir schon in unserer Obhut hatten, zeigten trotz des nicht unerheblichen Stresses des ungewohnten Eingesperrtseins ihr Wohlbehagen in der neuen Rumdumversorgung durch begeistertes, unablässiges Maunzen nach neuem Futter, aber auch dadurch, dass sie alle schon nach wenigen Tagen begannen, die bereitgestellten Katzenklos zu nutzen. Für uns war das eine nicht unerhebliche Erleichterung, hatten wir doch in den Tagen zuvor Waschmaschine und Trockner eine 24-Stunden-Laufzeit verordnen müssen und uns verzweifelt gefragt, welchen Mitstreiter wir noch nicht um ältere Handtücher oder Lappen angebettelt hatten.
Nachdem die letzte der 22 Katzen in der Pflegestation angekommen war, stand auch schon wieder die Aufgabe an, die Tiere, welche die Rekonvaleszenz nach der Operation schon hinter sich hatten, wieder zurück auf ihren Hof zu bringen. Das Freilassen ist immer ein schöner Moment. Einige Tiere hatten schon während des Aufenthalts bei uns je nach Charakter mehr oder weniger Körperkontakt gesucht. Diese nun wieder zu entlassen, fällt immer ein wenig schwer. Aller Aufwand jedoch ist vergessen, wenn man zusieht, wie sie mit hochgestellten Schwänzen sichtlich glücklich ihr Terrain wieder einnehmen. Die ein oder andere Katze bedankt sich für die geleistete Fürsorge, zumindest erwecken sie manchmal den Eindruck, indem sie noch einen Moment stehen bleibt, einem leicht um die Beine streicht und erst dann den Kameraden folgt.
Nach so einer Kastrationsaktion gibt es keinen Grund, die Tiere nicht im alten Zuhause zu belassen, wenn man sie dort füttert und weitere Grundversorgung in Zukunft gewährleistet ist. Ansonsten wird das freie Revier binnen kürzester Zeit von streunenden Zuwanderern besetzt, und man muss wieder da beginnen, wo man eben erst aufgehört hat.
Mit dem Zurückbringen der letzten Katze erlaubten wir uns alle ein tiefes Durchatmen. Wir waren mehr als froh, dass wir kein Tier durch Stress oder sonstige Komplikationen verloren hatten. Glücklich aber macht uns die Gewissheit, dass diese 22 Katzen ein lebenswertes Dasein vor sich haben. Aus dem unsäglichen Kreislauf all des Elends entfernt können sie nun als fester Bestand im gewohnten Umfeld verbleiben. Zusammen mit einer Packung Pralinen als Dankeschön hat man uns versprochen, sich in Zukunft gut um sie zu kümmern. Wir glauben Herrn A. dieses Versprechen und sahen ihm zum Abschied hoffnungsvoll hinterher, als er, mit Kater Peter an seiner Seite, sich zum Holzspalten Richtung Wald aufmachte.

Bauerhofkatzen – Kastrationsaktion II

Fast parallel, nur wenige Tage nach der Aktion bei Herrn A. rief uns Landwirt B. an. Auch hier bestand das gleiche Problem – auf dem Hof tummelten sich Kater und Katzen. Alle unkastriert, man wurde der ganzen Sache nicht mehr Herr und hatte sich gott-sei-dank entschieden, um Hilfe zu bitten.Katze
Etwas kleinlaut riefen wir unseren Tierarzt an mit der Bitte, ob er uns für eine neue Fangaktion gewogen sei. Wir mussten uns ja versichern, dass wieder alles so reibungslos verlaufen würde mit dem kurzfristigen Annehmen der Eingefangenen.
Wir erhielten grünes Licht und starteten zu einem Besuch bei Hof II, erneut mit vollgepacktem Auto.

Zwischen 9 und 11 Katzen kündigte man uns an, den Nachwuchs habe man meist recht gut vermitteln können. In diesem Zuge teilte man uns auch mit, sollten trächtige Tiere darunter sein, möchte man diese nicht kastriert haben. Eine Diskussion hierüber entfiel dann allerdings, da zum Glück noch keine der Kätzinnen tragend war.
Der Gesundheitszustand war bei der ersten Inaugenscheinnahme bei einigen Tieren auffällig. So wunderten wir uns auch nicht, als gleich die ersten fünf Katzen verschnupft und in keinem guten Zustand waren. Statt sie umgehend zur Kastration zu fahren, mussten wir sie erst einmal unterbringen und aufpäppeln. So wurden sie, wie auch die Katzen von Hof I, erst einmal gegen Parasiten behandelt, und dann aufgrund der sichtlichen Erkrankung nach Rücksprache mit dem Tierarzt mit Medikamenten versehen.
Wieder pendelten wir zwischen Hof und Pflegestation, wieder bestanden die Tage aus putzen, waschen und versorgen. Jeder Katzenliebhaber wünscht sich immer wieder auch mehr Zeit, um denen, die sich sichtlich fürchten, den Scheuen, durch Zuspruch ein wenig die Angst vor all diesem Unbekannten zu nehmen – dies ist aber leider nur bedingt möglich. Mit viel Ruhe und bedachter Bewegung versucht man den Tieren darum Sicherheit zu vermitteln. Mehr ist einfach nicht drin.Katze

Erst als die Tiere körperlich so weit wiederhergestellt waren, dass sie den Eingriff schadlos würden überstehen können, konnten wir sie kastrieren lassen. Danach erfolgte die ca. 1-wöchige Nachversorgung inklusive der andauernden medikamentösen Behandlung. Dann die Rückführung auf den Hof. Bei dieser Gelegenheit brachten wir auch einen Posten Katzenfutter mit.

Bei beiden Familien möchten wir uns bedanken, dass Hilfe sowohl gesucht als auch angenommen wurde. Ist dies nicht der Fall, können wir Ehrenamtlichen trotz allen Wollens den Tieren nicht helfen, solange unserer Bitte, behördlich die so dringend nötige Kastrationsverordnung flächendeckend zu erlassen, nicht nachgekommen wird.
Beide Familien haben uns gute Arbeit bescheinigt. Wir hoffen von Herzen, dass diese Mundpropaganda hilft, das Katzenleid im ländlichen Bereich weiter zu verringern.
Obwohl uns Familie B. freiwillig eine kleine Spende angedeihen ließ, konnten wir diese beiden Aktionen nur durchführen, weil eine sehr liebe Spenderin uns mit Zuwendungen in 4stelliger Höhe bedachte. Ohne dieser aus tiefstem Herzen kommenden Hilfe – vielen vielen Dank, wir haben dafür keine Worte, die ausreichen - hätten wir nicht alle 33 Tiere so umfassend versorgen können. Da viele Tierheime inzwischen zwangsweise einen Katzenaufnahmestopp erlassen haben, wegen Überfüllung und schrumpfender finanzieller Mittel, stehen diese 33 stellvertretend für die vielen tausend Katzen, die in Deutschland weiterhin unversorgt Leiden und Elend ausgesetzt sind. Unter unseren Augen. In unseren Gärten, Scheunen und Strassen. Nur wenige haben das Glück, das unsere 33 hier hatten. Die Mehrzahl der von Freigängern produzierten Nachkommenschaft lebt ohne menschliche Fürsorge. Im Falle von Verletzung und Krankheiten, die fast epidemisch unter den Tieren grassieren, sind sie ganz auf sich alleine gestellt. Jämmerlich verhungern und verenden sie in großer Zahl.

Bitte unterstützen Sie diejenigen, die diese Katzenflut eindämmen helfen. Denken Sie an Ihr Tierheim vor Ort. Unterstützen sie solche Kastrationsaktionen. Vor allem aber: sprechen Sie ihre zuständigen Verantwortlichen, persönlich wie schriftlich, auf die Problematik an. Gerne auch in Form eines Leserbriefes.
Fragen Sie, warum so viele Städte und Kommunen das sogenannte „Paderborner Modell“ nicht umsetzen.Katze

Das Paderborner Modell:
Ziel ist Prävention. Vorsorge statt teurer Überschminkerei der Folgen.
Katzenhalter sollen rechtlich verpflichtet werden, ihre freilaufenden, vermehrungsfähigen Tiere zu kastrieren und zu kennzeichnen. Eine „Freigängerkatze“ hat immer einen Besitzer. Im Gegensatz zum halterlosen Streuner, der lediglich ein Nachkomme des Freigängers ist. Dieser Besitzer ist für seine Katze genauso verantwortlich wie ein Hundehalter für seinen Hund, oder ein Pferdehalter für sein Pferd. Nur wenn die Freigänger zuverlässig an der Vermehrung gehindert werden, ist das Katzenelend zu stoppen.
Die rechtliche Verpflichtung der Besitzer dazu ist der einzige Weg. Nur so könnten die überfüllten Tierschutzeinrichtungen, die mit immer geringeren finanziellen Mitteln immer mehr Tiere versorgen sollen, entlastet werden. Und nur so ist auch eine dauerhafte Einsparung von Steuergeldern möglich.
Paderborn, als Namensgeber, hat 2008 eine solche Verordnung erlassen, weitere folgten, zB. Delmenhorst, Leverkusen, Bünde, Düsseldorf, Salzgitter, um nur einige beispielhaft zu nennen. Weitere Städte haben den dementsprechenden Antrag dazu eingereicht.
Doch immer noch ist mit einer flächendeckenden Vorsorge nicht zu rechnen. Solange die Verantwortung von den Ministerien über die Länder bis hin zu den Gemeinden hin- und hergeschoben wird, bleibt es leider beim Vorstoß einiger wenigen Mutiger und Vorausschauender.
Ohne länderübergreifende Verordnung haben Tierschützer wie engagierte Veterinäre auch zukünftig keine rechtliche Handhabe, die Katzenhalter in die Pflicht zu nehmen. Sie werden weiterhin auf den guten Willen einzelner Halter angewiesen sein, und müssen weiterhin auf Einzelaktionen hoffen, bei denen Tierschutz oder Sponsoren aus dem Tierbereich und Tierärzte gemeinsam Fangaktionen durchführen oder Halter mittels reduzierter Kastrationskosten versuchen zu motivieren. Des Problems langfristige Lösung ist das jedoch nicht.

Überdies gleichen viele solcher Einzelaktionen einem Gang übers Minenfeld. Tierärzte, die sich daran beteiligen und nicht die vollen Kosten erheben, oder gar umsonst ihre Arbeit anbieten, werden von oben herab dafür gemaßregelt. Es hagelt Repressalien, die zur Folge haben, dass die Tierärzte ihre normalen Sätze berechnen müssen, was die Zahl der Kastrationen stark vermindert.
Währenddessen erlassen einzelne Städteverwaltungen unfassbarerweise Verordnungen, in denen Bürgern, die freilebende oder streunende Katzen füttern, mitgeteilt wird, dass dieser „Tatbestand“ mit einem Ordnungsgeld bis 5000.- Euro geahndet wird. Das hat uns wirklich sprachlos gemacht.Katze

Auf der einen Seite also die, die dem Elend tierschutzkonform ein Ende bereiten wollen, auf der anderen Seite Bürokraten, die sinnvollen Tierschutz unterbinden oder gar abstrafen wollen. Denn das Füttern oder Anfüttern von Katzen ist Tierschutz. Es rettet die Tiere vorm Hungertod, ist probates Mittel zur Medikamentengabe, dadurch Schutz vor Schmerz und Siechtum und nicht zuletzt Vorraussetzung für das Einfangen und dauerhafte Eindämmen der Population.

Wir bitten Sie: übersehen Sie nicht dieses Leid. Sprechen sie die Thematik an. Helfen sie mit. Unterstützen sie die Einführung des Paderborner Modells, für das sich alle Tierschutzorganisationen, auch aktion tier – menschen für Tiere e.v., vehement einsetzen.

Ende 2010 haben sowohl Bündnis 90/die Grünen als auch die SPD im Bundestag Anträge zur Thematik eingereicht.
Noch im gleichen Jahr wurde dies abwegig beschieden.
Die Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP verwahrte sich entschieden dagegen, für das Problem Katzenschwemme zuständig zu sein. Dieses Problem müsse „vor Ort“ gelöst werden.
Dies ist Unsinn in sich, da „vor Ort“ Tierschutz bzw. Ehrenamtliche heißt und diese schon lange an ihren personellen und finanziellen Grenzen angekommen sind bzw. diese weit überschritten haben, wie der Bundesregierung bekannt ist, auch wenn sie hier scheinbar an partieller Amnesie zu leiden scheint.
Helfen würde hier nur die dringend benötigte gesetzliche Verpflichtung zur Kastration an die Tierhalter, wie die Bundesregierung auch einräumt.
Das Einräumen alleine jedoch bringt uns kein Stück weiter. Nur der Erlass einer dementsprechenden Verordnung – die jedoch nach wie vor auf sich warten lässt.


16.08.18