Die RegenbogenbrückeDie Regenbogenbrücke

Es gibt eine Brücke, die den Himmel und die Erde verbindet. Weil sie so viele Farben hat, nennt man sie die Regenbogenbrücke. Auf der anderen Seite der Brücke liegt ein wunderschönes Land mit blühenden Wiesen, mit saftigem grünen Gras und traumhaften Wäldern. Wenn ein geliebtes Tier die Erde für immer verlassen muss, gelangt es zu diesem wundervollen Ort. Dort gibt es immer reichlich zu fressen und zu trinken, und das Wetter ist immer so schön und warm wie im Frühling. Die alten Tiere werden dort wieder jung und die kranken Tiere wieder gesund. Den ganzen Tag toben sie vergnügt zusammen herum.
Nur eines fehlt ihnen zu ihrem vollkommenen Glück: Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag miteinander, bis eines Tages eines von ihnen plötzlich innehält und gespannt aufsieht. Seine Nase nimmt Witterung auf, seine Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß. Es tritt aus der Gruppe heraus und rennt dann los über das grüne Gras. Es wird schneller und schneller, denn es hat Dich gesehen!
Und wenn Du und Dein geliebtes Tier sich treffen, gibt es eine Wiedersehensfreude, die nicht enden will. Du nimmst es in Deine Arme und hältst es fest umschlungen. Dein Gesicht wird wieder und von ihm geküsst, deine Hände streicheln über sein schönes weiches Fell, und Du siehst endlich wieder in die Augen Deines geliebten Freundes, der so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber niemals aus Deinem Herzen. Dann überquert ihr gemeinsam die Regenbogenbrücke und werdet von nun an niemals mehr getrennt sein ...

 

 

Wenn du so weit gegangen bist, dass du glaubst,
keinen Schritt weitergehen zu können,
dann bist du halb so weit gegangen, wie du kannst.
(Grönländisches Sprichwort)

Orsa

Orsa
* 28.01.2007
06.07.2019

Orsa – der Name so geheimnisvoll wie sein Träger. Orsa, einer der elf Trennungswaisen, die als erste im März 2014 in unserer neuen Station auf der Alb einzogen. Orsa, zusammen mit seiner Schwester Ashanti, derjenige, der durch seine vorigen Haltungsbedingungen am meisten traumatisiert war; der Fremden erst einmal misstraute, dessen Vertrauen man sich erarbeiten musste. Und genau das taten die Zweibeiner, die ihm im Mai 2016 ein Zuhause schenkten, sein erstes „richtiges“ Zuhause und sein letztes. Viereinhalb Monate lang besuchte ihn seine neue Familie, die Zweibeiner und Eurasierhündin Jolly, in der Station, gingen mit ihm spazieren, bauten Vertrauen auf. Viereinhalb Monate jeden Sonntag, gegen Ende sogar zweimal die Woche eineinhalb Stunden Anfahrt! Das hätten so leicht keine anderen Menschen gemacht, für keinen anderen Hund. Aber Orsas Menschen taten es für IHN. Und es zahlte sich aus – diese lange Angewöhnungsphase, die ruhige und souveräne Ausstrahlung und die Geduld der Zweibeiner ebneten Orsa den Weg in das Leben als Familienmitglied. Im Mai 2016 durfte Orsa zu seiner Familie umziehen, die Eingewöhnung völlig „unspektakulär“. Keine zwei Wochen später der Schock: Es wurde ein Tumor im Riechhirn diagnostiziert, die Ärzte gaben Orsa nicht mehr viel Zeit. Aber die Familie kämpfte für Orsa – aus „vielleicht ein paar Wochen“ wurden über drei Jahre!!! Drei Jahre, in denen Orsa auflebte und immer mehr Zutrauen zu seinem „Rudel“ und zu sich selbst fand, er geliebt und angenommen wurde, so wie er war – einzigartig, charismatisch, unglaublich. Auch wenn man aufgrund dieser Diagnose dankbar sein muss, dass Orsa noch „so viel“ Zeit blieb, sein neues Leben zu genießen, sind seine Zweibeiner und auch wir sehr, sehr traurig, dass dieses Leben nun zu Ende ging.

"Lieber Orsa,

da es uns nun leider nicht mehr möglich ist, dich einfach zu umarmen und dir all die schönen und wahren Dinge einfach ins Ohr zu flüstern, schreiben wir dir. Wo auch immer du jetzt bist, wir sind sicher, du wirst unsere Nachricht bekommen.

Was hältst du von dem Sprichwort? Wir finden, es ist wie für dich gemacht. Egal, wie schwierig die Situation auch war, oder wie angsteinflößend die Umstände auch erschienen, du konntest und wolltest stets noch einen Schritt weiter. Zu Beginn hast du dafür etwas Hilfe von Jolly oder von uns benötigt, aber immer häufiger reichten allein deine große Neugier, dein wachsendes Vertrauen in dich selbst und in uns sowie deine unerschöpfliche Lust auf das Leben dafür aus.

Selbst zum Schluss unserer gemeinsamen Zeit, mit einem immer schwächer werdenden Körper, wolltest du einfach nur dabei sein, hast lautstark protestiert, wenn du nicht mehr mit auf die große Runde durftest. Du wolltest zusammen durch den Wald spazieren, im Bach baden, am See picknicken, mit deinen beiden Hundemädchen an derselben Stelle schnuppern, ins Wohnmobil klettern und auf Abenteuerfahrt gehen. Unsere Bewunderung für deinen Willen zu leben und auch deine Freude am Leben wuchs mit jedem Tag.

Und wir wollen auch nicht vergessen, dir ganz herzlich für die immer zuverlässige Erledigung deiner Aufgaben zu danken: das vollständige Absperren der Küchentür, das laute „Wir sind da!“-Geschrei beim Öffnen des Kofferraumes oder Wohnmobils, das Löcher-Graben unter dem Schaukelstuhl, das Gelbe-Flecke-Pieseln in die Wiese des Gartens.

Dein Gröni-Gebrummel, wenn ein anderer Rüde eins deiner beiden Mädchen auch schick fand, fehlt genau so sehr in unserem Alltag wie deine abendliche Aufforderung, einmal Kopf und Rücken ordentlich fest durchzukraulen und sich anschließend zu einem letzten Gang in den Garten aufzumachen.

Wir danken dir ebenso für all die schönen Erlebnisse und die miteinander gemachten Erfahrungen. Zu unserem Glück durften wir vieles von und mit dir lernen. Nie hast du die Geduld mit uns verloren.

Wir vermissen dich, wir sind traurig, und ab und zu weinen wir auch. Dann stellen wir uns vor, dass du zu einem neuen Abenteuer aufgebrochen bist und wünschen dir dabei aus tiefstem Herzen alles Gute. Wir haben dich sehr lieb.

Deine vier Zweibeiner, Jolly und Gaia"

Wir weinen mit Euch, liebe A. und lieber M.. Wir möchten Euch danken, dass Ihr Orsa die Chance seines Lebens gegeben habt und seine letzten Jahre so wunderbar mit ihm und für ihn gestaltet habt. Ohne Orsa ist diese Welt ärmer geworden – die Welt, in der er nun lebt, dafür umso reicher.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Die Zukunft hat viele Namen.
Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare.
Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte.
Für die Tapferen ist sie die Chance ….

(Victor Hugo)

Kentaro

Taro (Kentaro)

* 2004 09.05.2019

Nie werden wir Kentaro vergessen, diesen liebenswürdigen, sturen kleinen Vorzeige-Shiba, den Anfänger-Shiba, den Vorbild-Shiba. Ein Wunder, dass so ein Traumhund überhaupt im Tierschutz gelandet war. Kentaro wurde wegen „sich verändernder Lebensumstände“ abgegeben und durfte in einer Pflegefamilie einziehen. Ab diesem Zeitpunkt wurde er liebevoll Taro gerufen. Die Pflegefamilie liebte Taro über alles, aber die berufliche Situation ließ es nicht zu, Taro fest zu übernehmen. Dann gab es Interessenten, die sich die Entscheidung für Taro bzw. für Hund überhaupt nicht leicht machten. Aber welcher Hund wenn nicht Taro hätte es geschafft, dass die Entscheidung letztlich für ihn ausfiel? Und diese Entscheidung wurde nie bereut, auch wenn Taro im Alter einige gesundheitliche Probleme hatte. Mit 15 hörte sein Kämpferherz auf zu schlagen, er hinterlässt eine große Lücke und eine tieftraurige Familie.

‚Das obige Zitat stand im Jahr 2012 über dem Vermittlungstext unseres Shiba-Rüden Kentaro, der uns kürzlich im Alter von 15 Jahren für immer verlassen hat.

Sein Verlust schmerzt noch immer sehr, und jeden Tag kommen die Erinnerungen hoch. Erinnerungen an einen tollen tapferen Shiba-Inu, der von seinen Vorbesitzern wegen „privater Veränderungen“ abgegeben wurde.
Wir besuchten ihn in der damaligen Pflegestelle und nach eingehenden Gesprächen und Überlegungen zog „Taro“, wie er in der Pflegestelle genannt wurde, zu uns.

Wir hatten mit diesem sturen kleinen Kerl so viel Freude. Auch wenn er oft sein eigenes Köpfchen durchgesetzt hat, waren wir drei ein eingeschweißtes Team. Wir verbrachten fast täglich 24 Stunden zusammen, und in alle Urlaube fuhren wir ausschließlich gemeinsam.

Das obige Zitat bestätigte, dass Taro ein Kämpfer war, als ihm das Schicksal nach wenigen Jahren wieder übel mitspielte. Es wurde ein Glaukom diagnostiziert, und ein Auge musste entfernt werden. Die OP hat er gut überstanden, und seinem Selbstbewusstsein hat das fehlende Auge auch keinen Abbruch getan. Meist ist es aber so, dass das andere Auge auch Veränderungen aufweist. So viel wir auch gehofft und gebetet haben, so musste Taro später auch sein zweites Auge einbüßen.

Wir denken, dass es uns deutlich mehr zu schaffen machte als Taro. Seine Welt war jetzt zwar dunkel, aber für ihn immer noch schön. Auch wenn er anfangs hier und da an Möbeln aneckte, so hatten wir nie den Eindruck, dass sein freudiger Lebenswille verschwunden war. Alle Unternehmungen machten wir wie immer, und wir Menschen dachten oft darüber nach, wie Taro sich wohl fühlt. Wir sind aber ziemlich sicher, dass für ihn nur wichtig war, dass wir in seiner Nähe waren und er damit die nötige Sicherheit bekam.

Leider war es aber auch so, dass Taro mehr und mehr alterte und ein Wehwehchen nach dem anderen auftauchte. Durch seine Blindheit waren die Untersuchungen etwas schwieriger, aber wir haben ihm alle menschenmöglichen Behandlungen zukommen lassen – aber auch ein Hunde-Leben ist nicht grenzenlos. Letztlich mussten wir ihn wegen eines Nierenversagens gehen lassen.

Er ist nicht mehr bei uns und fehlt uns in jeder Minute. Wir sind aber dankbar für das, was Taro uns hat gemeinsam erleben lassen. Nicht alle Erinnerungen sind positiv, aber auch die aus unserer Sicht negativen Sachen machen uns glücklich, dass wir ihn kennen lernen durften.

In unseren Köpfen bleibt er unsterblich, und wir danken für den gemeinsamen Lebensabschnitt, der mit Gold nicht aufzuwiegen wäre.

Wo immer du jetzt bist, lieber Taro, wir wünschen ganz fest, dass es dir gut geht, und vielleicht sehen wir uns ja einmal wieder.

K. & O. V. ‘

Wir fühlen mit Ihnen, liebe Familie V., und wir bedanken uns bei Ihnen dafür, dass Sie Taro einen wunderschönen, behüteten letzten Lebensabschnitt geschenkt haben – und die Liebe, die er verdient hat.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Lebe wild und unersättlich.
(Sabine Asgodom)

Lupa (ehemals Greta)

* 07.11.2006 † 20.05.2019

Bereits elf Jahre war Greta alt, als sie 2017 bei uns in der Station einzog. Aber Greta – das waren elf Jahre Lebensfreude und Lebenserfahrung. Greta wollte kein Spiel mit ihren Gehegekumpels und keinen Spaziergang auslassen, im Gegenteil, „Gretadampf in allen Gassen“ war angesagt, und so ganz nebenbei erzog sie manchen der jungen „Schnösel“. Sie zauberte allen auf der Station ein Lächeln auf das Gesicht und erinnerte sie daran, jeden Tag zu genießen. Natürlich dauerte es ein bisschen, bis Greta mit ihren elf Jahren Interessenten hatte, aber dann ging es ganz schnell. Obwohl Greta einen Tag vor dem Besuch der Interessentin so wild spielte, dass sie dieser mit einem zugeschwollenen Auge begegnete, war das Frauchen leicht um die Pfoten gewickelt, und auch mit der bereits zur Familie gehörenden Hündin Kelly schien alles klar. Schien, wohl bemerkt! Denn zuhause stellte sich heraus, dass Kelly alles andere als begeistert über den Familienzuwachs war. Harte Zeiten für die Zweibeiner und für Greta, aus der inzwischen Lupa geworden war. Kellys Abneigung gegenüber Lupa war so groß, dass Lupa erst einmal auf der Terrasse wohnen musste und die Zweibeiner schon beschlossen hatten, sie in die Station zurückzubringen. Aber dann stellte sich heraus, dass Lupa einige schwerwiegende gesundheitliche Probleme hatte. Und dann geschah ein Wunder, wie es nicht oft vorkommt, aber gerade uns im Tierschutz doch immer wieder begegnet: die Familie hielt zu Lupa, trotz oder gerade wegen dieser gesundheitlichen Probleme; sie schaffte es, Kelly und Lupa zu einem „Waffenstillstand“ zu bewegen und Lupa die schönste Zeit ihres Lebens zu bereiten. Doch jetzt ging diese schöne Zeit zu Ende, Lupas Lebensfreude und Lebenswille waren erschöpft.

"Liebes NothelferInnen-Team,

am 20. Mai habe ich unseren Sonnenschein auf ihre letzte Reise begleitet. Wir sind unendlich traurig, und sie kann das Trösten nun nicht mehr übernehmen. Mit ihrem fröhlichen, verspielten Wesen hatte sie viel Leichtigkeit in unseren Alltag gebracht; trotz ihrer Beschwerden war sie unternehmungslustig und strahlend unterwegs und hat unzähligen Menschen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Greta

Vor knapp zwei Jahren haben unser Hundemädchen Kelly und ich Lupa (damals noch die Greta mit zugeschwollenem Auge) auf dem Hasleberg kennen gelernt. Den gemeinsamen, harmonischen Spaziergang genossen wir und entschlossen uns spontan, diesen Wonneproppen gleich mit nach Hause zu nehmen. Was haben wir da für einen Fehlstart hingelegt! Unsere sehr scheue, schreckhafte, zarte Kelly mutierte zu einem ernst zu nehmenden Wachhund; sie verteidigte ihr Zuhause auch mit den Zähnen. Wir hatten vorerst keine Wahl: Lupa musste die ersten Tage und Nächte auf der Terrasse verbringen. Ausdauerndes Heulen und Bellen waren ihre Antwort darauf.
Stundenlang streunerten wir durch Wälder und Felder, denn da konnten die beiden sogar gemeinsam im selben Mauseloch buddeln. Im Haus aber war der Stress für alle Beteiligten so gross, dass wir entschieden, das sehr lieb gewonnene Mädchen zurück zu bringen … bis wir bei der Tierärztin waren. Lupa hatte Mamma-Tumore, welche bereits gestreut hatten, Struvitsteine, Hüftdysplasie und zwölf faule Zähne. Wir brachten es nicht übers Herz, sie in dieser Situation im Stich zu lassen. Nach Wochen (gefühlten Monaten) konsequenter Arbeit schlossen die beiden ein Friedensabkommen: Wenn du mich in Ruhe lässt und mindestens einen Meter Abstand hältst, bleibe ich friedlich.

Nach dieser intensiven Zeit genossen wir die gemeinsamen Unternehmungen umso mehr, und wir sind dankbar für die unzähligen beglückenden Erlebnisse.

Nun ist es auf einen Schlag sehr ruhig geworden, wir vermissen unsere Lupa, Liseli, Zwätschgeli, Scheseli, Chick-Chicka so sehr - auch Kelly.

Wir grüssen Euch etwas schwermütig, aber nicht weniger herzlich

G. & Kelly"

Liebe G., unser Trost ist, dass Lupa bei Ihnen einen wunderbaren dritten Lebensabschnitt erleben durfte, weil Sie trotz aller Widrigkeiten bedingungslos zu ihr gehalten haben! Wir sind Ihnen dafür unendlich dankbar und Sie verdienen unseren höchsten Respekt für selbstlos gelebten Tierschutz.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Am Ende des Regenbogens werden wir Dich wiedersehen.
(Gipsys Menschen)

Gipsy

* 20.07.200708.06.2019

Die Vermittlung von Gipsy liegt über 10 Jahre zurück, und trotzdem erinnern sich die „alten Hasen“ des NfP-Teams noch gut daran. Gipsy war damals ein eher zurückhaltendes Husky-Mädel gewesen, bemüht möglichst wenig aufzufallen. Aber als ihre heutige Familie in die Station kam, damals im März 2009, war Gipsy wie ausgewechselt. Das waren ganz offensichtlich die richtigen Menschen für sie, und sie hat sich ihnen förmlich an den Hals geworfen. Gipsy durfte den Platz der verstorbenen und schmerzlich vermissten Jagdhündin der Familie einnehmen und hat diesen Platz vollständig ausgefüllt. Jetzt, mit 12 Jahren, musste sie über die Regenbogenbrücke gehen und hinterlässt eine sehr traurige Familie.

"Unsere geliebte Gipsy ist am 08.06.2019 über die Regenbogenbrücke gegangen. Wir sind unendlich traurig. Sie war das liebste Tier, das man sich vorstellen kann. Und so tapfer!

Als wir sie 2009 aus der Station holten, hatte Gipsy bereits Epilepsie. Anfangs sehr heftige Anfälle von mehreren Stunden. Sie wurde so mit Tabletten eingestellt (die sie täglich nehmen musste), dass die Anfälle weniger und kürzer wurden. 2012 bekam Gipsy einen Tumor am rechten Hinterbein, dieser wurde per OP entfernt. Durch einen Gen-Defekt bekam sie immer wieder Zahnstein, wodurch der Kiefer angegriffen wurde. Der Zahnstein wurde regelmäßig entfernt, und immer mussten auch Zähne gezogen werden. Dann im letzten Jahr (2018) mussten die restlichen 21 Zähne gezogen werden. Auch das meisterte sie mit Bravour. Im November erlitt Gipsy einen „Rückenmarksinfarkt“, war sehr schlimm, aber sie kämpfte wie immer, war so tapfer und hat sich wieder erholt.

Während der letzten Woche konnte sie nicht mehr so gut aufstehen und wollte nicht mehr richtig essen. Am Freitagabend hat sie dann das Essen verweigert, und Samstagfrüh konnte sie nicht mehr aufstehen. Wir sind gleich zum Tierarzt gefahren, Gipsy war total schwach. Der Arzt vermutet einen Tumor an der Milz, der geplatzt ist. Alles Blut war schon im Bauchraum.

Wir konnten sie nur noch über die Regenbogenbrücke begleiten.

Gipsy wäre am 20. Juli zwölf Jahre alt geworden. Der Arzt meinte damals (durch die schweren Anfälle), dass sie vielleicht drei Jahre alt werden wird.

Sie war so ein liebes, soziales und tapferes Tier. Eine richtige Kämpferin, hat alles gemeistert.

Wir sind dankbar für die schöne Zeit mit ihr. Es tut so weh, wir werden sie immer im Herzen tragen.
Herzliche Grüße
G. H."

Liebe Familie H., wir trauern mit Ihnen um dieses außergewöhnliche Husky-Mädel. Wir sind überzeugt, dass Gipsy bei Ihnen den Himmel auf Erden hatte. Gerade die zurückhaltenden Hunde, wie Gipsy es war, tun sich oft schwer in der Vermittlung – völlig zu Unrecht! – und wir sind Ihnen sehr dankbar, dass Sie Gipsys lieben, geduldigen und treuen Charakter erkannt und sie geliebt haben.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Fände Liebe einen Weg zum Himmel, und hätten Erinnerungen Stufen,
stiegen wir hinauf und holten Dich zurück.

(Verfasser unbekannt)

Lilly-Fee

Lilly-Fee

* ca. 200828.03.2019

Ein Leben voller Höhen und einem ganz tiefen dunklen Tal ging zu Ende: Lilly-Fee ist über die Regenbogenbrücke gegangen. Als Welpe war die liebe, sanfte und so geduldige Border-Collie-Mix-Hündin bei einem tierlieben Ehepaar eingezogen und verbrachte zusammen mit ihren Zweibeinern und ein paar Samtpfoten schöne Jahre. Doch dann schlug das Schicksal zu: Erst starb Herrchen, dann völlig unerwartet der Sohn. So viel Leid auf einmal, innerhalb kürzester Zeit, war zu viel für das Frauchen, sie wurde dement, vergaß, für sich und die Tiere zu sorgen, Essen zu besorgen, Müll zu entsorgen, zu putzen …. Alle verwahrlosten, bis endlich die Behörden einschritten, Frauchen in ein Pflegeheim und die Tiere, Lilly-Fee und die Samtpfoten, in unsere Obhut kamen. Die Tiere waren in einem erbärmlichen Zustand, Lilly-Fee hatte Flöhe und Milben und war abgemagert – aber trotz allem voller Hoffnung, Lebenswillen und Lebensfreude. Die Wende zum Guten, zum Besten, was Lilly-Fee passieren konnte, kam mit der Pflegefamilie, die Lilly-Fee herzlich aufnahm – trotz ihres Aussehens (das Fell hing in Fetzen an ihr) und ihres Gestanks (verursacht durch die Milben). Mit unendlicher Liebe und Geduld wurde Lilly-Fee gepäppelt, sie blühte auf und wurde eine richtige Schönheit mit dichtem und glänzend schwarzem Fell. Immer wieder hatte Lilly-Fee gesundheitliche Probleme, vor allem Schmerzen in den Gelenken, aber ihre Pflegemenschen fanden für alles eine Lösung, Homöopathie, Physiotherapie, Tierarzt, Medikamente, und mit ihrer Hilfe hatte Lilly-Fee bis zum Schluss Freude am Leben, vor allem am Ballspielen und Schmusen. Doch Ende März half nichts mehr, Lilly-Fee konnte und wollte nicht mehr leben. Sie hinterlässt eine tieftraurige Familie.

"Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,

es ist schon ein paar Tage her, aber für uns ist es immer noch, wie wenn es gestern gewesen wäre, und es fällt uns auch heute noch schwer, darüber zu sprechen oder zu schreiben. Lilly-Fee ging am 28.03.2019 über die Regenbogenbrücke. Sie hat uns für immer verlassen, und wir sind noch immer fassungslos und unsagbar traurig.

Es begann Anfang März. Lilly-Fee zeigte Anzeichen einer Läufigkeit. Wir waren alle sehr verdutzt, da Lilly-Fee ja kastriert war, aber die Symptome hörten nicht auf, und da konsultierten wir unsere Tierärztin. Der Befund war ein kleiner Tumor an der Gesäugeleiste. Die Tierärztin empfahl, den Tumor zu entfernen. Daraufhin folgte der OP-Termin. Am 13.03. war es so weit, und wir haben Lilly-Fee mit gemischten Gefühlen bei der Tierärztin abgegeben für die OP. Es waren bange Stunden, und wir waren überglücklich, als wir Lilly-Fee nach der OP wieder in unsere Arme schließen konnten. Es fiel uns ein Stein vom Herzen, dass sie alles so gut überstanden hatte.

Die nächsten Tage verliefen gut, und zwischenzeitlich hatte uns auch der Befund aus dem Labor erreicht. Es war Gott sei Dank ein gutartiger Tumor, und die Erleichterung war riesig.

Leider wurde die Freude recht schnell wieder getrübt. Stellte sich doch plötzlich ein paar Tage später der Verdacht auf Polydipsie/-urie ein. Lilly-Fee trank und trank, erbrach anschließend alles wieder und war nur noch am Hecheln. Die Tierärztin untersuchte Blut, Urin und die Schilddrüsenwerte. Laut Blutbild waren alle Werte im Normbereich, nur die Schilddrüsenwerte waren erhöht. Lilly-Fee hatte zwischenzeitlich aufgehört zu fressen. Wir versuchten, den Zustand von Lilly-Fee mit Infusionen zu stabilisieren. Am 3. Tag bekam sie nach der Infusion einen epileptischen Anfall. Wir konnten diesen Zustand nicht länger mit ansehen, warst Du doch sonst immer so voller Lebensfreude, so hattest Du diese gänzlich verloren. Da mussten wir, auch wenn es uns das Herz zerriss, die Entscheidung treffen, Dich gehen zu lassen.

Liebe Lilly-Fee, zu groß ist der Schmerz, dass wir Dich verloren haben. Du warst ein Traum von einem Hund, Du hast uns jeden Tag mit Deiner Freude und Liebe angesteckt und warst so dankbar für alles. Danke, dass wir Dich eine Zeit lang in Deinem Leben begleiten durften. Du hattest ein so wunderbares Wesen und musstest in Deinem vorherigen Leben doch so viel ertragen. Wir vermissen Dich sooo sehr und wenn Liebe einen Weg zum Himmel fände und Erinnerung zu Stufen würden, dann würden wir hinaufsteigen und dich zurückholen.

In Liebe
Deine Pflegefamilie Brigitte und Klemens"

Liebe Brigitte, lieber Klemens, aus jeder Ihrer Zeilen kann man die Liebe spüren, die Sie für Lilly-Fee empfinden. Diese Liebe, die Zeit bei Ihnen, hat Lilly-Fee entschädigt für die Qualen, die sie zuvor erleiden musste. Wir waren und sind immer noch tief betroffen von dem Schicksal, das Lilly-Fees früheres Frauchen und deren ganze Familie getroffen hat, und wir sind sehr glücklich, dass wir durch Sie helfen konnten – weil Sie Lilly-Fee ein neues Zuhause geschenkt haben, und weil es Patinnen und Paten gab, die Lilly-Fee finanziell unterstützten. Von ganzem Herzen danke an alle, die Lilly-Fee in diesem letzten Lebensabschnitt begleitet haben! Wir werden Lilly-Fee nie vergessen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Kein Bericht vermag zu beschreiben,
was es bedeutet, einen Angsthund zu begleiten.
Für uns eine überaus sinnvolle Aufgabe.
Und diese Fortschritte in kurzer Zeit bestätigen unser Tun.
Diese Angst, durch Menschenhand gemacht,
versuchen wir durch Menschenhand zu nehmen
.
(Familie W.)

Ashanti

Ashanti

* 28.01.200721.03.2019

Tief betroffen gemacht hat uns die Nachricht, dass Ashanti über die Regenbogenbrücke gehen musste. Ashanti, die zu den ersten elf Bewohnern unserer neuen Auffangstation gehörte, alle elf vernachlässigte, bereits ältere Hunde, die lange Zeit ein unbeachtetes Leben geführt hatten und auch direkt misshandelt worden waren. Ashanti, die als letzte ihres Rudels am 19.02.2017 endlich auch in eine Familie umziehen durfte – IHRE Familie. Ashanti, die Scheueste, die Ängstlichste von allen, deren Seele am nachhaltigsten von der schlechten Behandlung durch ihre ehemaligen Besitzer gezeichnet war. Ashanti, die Grönländerin, die gegenüber Artgenossen sehr bestimmend auftreten konnte und vor allem von einem Zusammenleben mit Geschlechtsgenossinnen so gar nichts hielt. Wie glücklich und dankbar waren wir, als Ashanti zu ihrer Familie fand und wir sie für ihren letzten Lebensabschnitt behütet und angenommen wussten, angenommen, so wie sie eben war. Dass dieser einzige glückliche Abschnitt in Ashantis Leben nicht länger währte, macht uns sehr traurig.

"Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,

zwei Jahren haben wir Ashanti ein Zuhause mit Familienanschluss samt Hauskatze gegeben. Am 21. März haben wir Abschied genommen von unserer Santi.

Schon länger hatten sich kleinere und größere gesundheitliche Instabilitäten gezeigt, die sie tapfer ertragen hat. Dass sich ihr Zustand so schnell negativ entwickeln würde, hatte niemand erwartet. Doch dann war ihr das Leben so schwer geworden, dass wir endschieden haben, ihr diese Schwere und Schmerzen abzunehmen. Sie ist über die Regenbogenbrücke gegangen, und für sie war das sicherlich wie ein Geschenk.

Zwei Jahre haben wir Santi gerne begleitet und sie uns. Als Angsthund haben wir sie übernommen. In dieser Zeit haben wir vieles unternommen, um ihr das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Die Anfänge waren für beide Seiten eine enorme Herausforderung. Aber es hat sich gelohnt. Sie hatte so viel gelernt. Geduldiges und verlässliches Umgehen haben ihre Angst gemildert, und sie hat Freude gehabt. Das allerschönste war Laufen. Gern weit weg von Menschen; über Stock und Stein. Wenn auch noch ein Bach auf dem Weg lag, wo sie baden konnte … da war sie super glücklich. Und sie hatte einen Freund gefunden, mit dem sie hin und wieder richtig rumgetobt hat. Ihre Angst hat sie leider bis zum Schluss nicht ganz verloren. Und sie hat Familie erlebt und das hat sie genossen … Familienanschluss mit Katze.

Gern haben wir Santi ein Zuhause gegeben.

Für mich und meine Familie heißt es jetzt erst einmal Pause von den Nordischen. Ein außergewöhnliches Jahr 2018 liegt hinter uns. Ich muss erstmal wieder Kräfte sammeln. Ob es wieder für einen Hund reicht, weiß ich nicht. Die Zeit wird es zeigen ...

Ich wünsche Ihnen alles Gute und vor allem Gesundheit!

Mit ganz herzlichen Grüßen

M. W. und Familie"

Liebe Familie W., wir wissen, was es heißt, einen „Angsthund“ aufzunehmen. Umso dankbarer sind wir Ihnen, dass sie sich ganz bewusst für Ashanti entschieden haben und ihr die schönste Zeit ihres Lebens geschenkt haben. Auch wir werden Ashanti nie vergessen und sind sehr traurig, dass sie diese Welt verlassen musste, auch wenn es für Ashanti selbst, so wie Sie schreiben, eine Erlösung war.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Wir werden unseren treuen Freund und Familienmitglied noch lange sehr vermissen.
(D. S., Dominos Herrchen)

Domino

Domino


* 06.03.2005
25.03.2019

Dreizehn Jahre ist es nun her, dass der temperamentvolle, aber immer freundliche, damals gerade ein Jahr alt gewordene Husky-Bub Domino in unserer Station in Horb einzog. Es war allerdings nur eine kurze Stippvisite, denn bereits nach kurzer Zeit erlagen Interessenten seinem Charme. Seinen Charme hat er offenbar ein Leben lang behalten, seine Fröhlichkeit auch, aber dazu hatte er auch allen Grund. Er war als geliebtes Familienmitglied überall dabei und hat das Leben seiner Familie bereichert. Entsprechend groß ist die Trauer seiner Menschen, als Domino im März 2019 über die Regenbogenbrücke gehen musste.

"Liebe Freunde der Nothilfe für Polarhunde e.V.,

für mich und meine Frau ist es noch immer kaum in Worte zu fassen. Am 25.03.2019 ist unser geliebter Hund und Freund Domino leider von uns gegangen. Durch den für uns großen Verlust und Schmerz war es nicht möglich, Euch früher zu schreiben und diese kleine Zusammenfassung zu formulieren.

Er kam im Mai 2006 von der Auffangstation in Horb zu uns und war zu diesem Zeitpunkt knapp älter als ein Jahr alt (* 06.03.2005). Man hätte sein Wesen nicht passender beschreiben können als die Beschreibung von Domino auf Eurer Website von damals: „ein ganz normaler fröhlicher, temperamentvoller, lustiger Jung-Husky mit gutmütigem Charakter, für jeden Spaß und Unfug zu haben, ein übermütiger Lausebengel“.

Er hatte beim Vorbesitzer eine schwere Augenverletzung (wahrscheinlich durch eine Katze) erlitten, welche durch den damaligen Besitzer wohl gar nicht oder nicht richtig behandelt wurde. Mit dieser Verletzung hatte er den Weg zur NfP gefunden. Da mein Vater operierender Augenarzt ist, hatten wir uns dem kleinen Husky angenommen und sein Leiden zeitnah gut im Griff, sodass die Verletzung ihm zunächst einmal für viele Jahre keine Schmerzen mehr bereitet hatte und ihn kaum beeinträchtigte.

Sofort nachdem er bei uns eingezogen war, war er unser ständiger Begleiter und ist uns schnell sehr ans Herz gewachsen - er war fortan immer und überall mit von der Partie und kam dadurch viel rum. Einen besseren Freund wie diesen Husky hätte man sich nicht wünschen können! Egal ob Zelten, Reisen mit dem Wohnmobil, Relaxen auf dem Boot oder sogar des Öfteren als Bürohund, Domino war ein absolut unproblematischer, dankbarer Begleiter. Er hat alle Menschen, auf die er traf (und auch oft solche Zeitgenossen, welche mit Hunden angeblich „nicht viel am Hut hatten“) stets mit seinem Charm schnell um den Finger gewickelt. Bei Freunden und Nachbarn war er sehr beliebt und von seiner Familie wurde er natürlich sehr geliebt.

Meiner Frau und mir hat er viel von dieser Zuneigung, welche ihm zuteilwurde, durch seine besondere Art zurückgegeben. Auch war es für ihn keine Herausforderung, tagsüber ab und zu für ein paar Stunden unseren Garten „zu bewachen“. 2011 kamen leider die Probleme mit seiner Augenverletzung zurück, sodass sein Auge aufgrund einer inneren Entzündung, welche aus der alten Verletzung resultierte, einhergehend mit zu hohem Augendruck bei einer auf Augen spezialisierten Tierärztin in Gießen operiert werden musste. Glücklicherweise lief bei der Augen-OP alles glatt und der von einigen konsultierten Tierärzten prognostizierte Verlust des Auges konnte vermieden werden. Domino konnte dank des herausragenden Teams, welches ihn operiert hatte, daraufhin bis auf ca. 60 % Sehverlust auf dem linken Auge (wichtig war dabei, dass das Auge erhalten werden konnte) wieder ein unbeschwertes Hundeleben ohne Einschränkungen führen – was er auch tat.

Von einigen gesundheitlichen Tiefschlägen, welche im September im letzten Jahr begannen (Hundeschlaganfall mit Gleichgewichtsstörungen) erholte er sich nach einer längeren Genesungsphase wieder, sodass wir die Hoffnung hatten, ihn noch für längere Zeit um uns zu haben. Dem war jedoch leider nicht so. Ab dem 22. März ging es ihm plötzlich schlechter, und die Tierärzte konnten ihm leider außer Linderung der Schmerzen nicht mehr helfen, da offenbar ein Tumor im Bereich des Magens aufgebrochen war. Am Morgen des 25.März ist er dann bei uns zu Hause friedlich eingeschlafen. Zu dem Zeitpunkt regnete es sehr stark. Kurz nach dem heftigen Regen schien dann draußen die Sonne und bildete einen Regenbogen, was uns emotional sehr berührte.

Wir werden unseren treuen Freund und Familienmitglied noch lange sehr vermissen. Ich möchte trotzdem diese (wenn auch traurige) Gelegenheit nutzen, um Euch für Euren Einsatz und Engagement für diese Tiere zu danken.

Gruß,
D. & E. S."

Liebe Familie S., wir können Ihre Trauer sehr gut verstehen. Wer so eine innige Beziehung zu seinem Tier hat wie Sie verliert mit ihm einen Freund – und damit einen Teil von sich selbst. Wir wünschen Ihnen von Herzen, dass bald die schönen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit Ihre Trauer überwiegen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Am Mittwoch, 20.03.2019, als die Sonne unterging,
schloss sich Ragnarson dem letzten Licht des Tages an und ging ebenfalls.
Ich durfte seinen letzten Weg mit wohligen Klängen auf meiner Handpan begleiten.
Ich bin ihm unendlich dankbar, dass ich ihn ein Stück seines Weges begleiten
und bis zu seinem Ende dabei sein durfte.

(K.S., Ragnarsons Frauchen)

Ragnarson

Ragnarson (ehemals Lasse)

* ca. 200320.03.2019

Lasses Start ins Leben war wohl kein guter. 2007 kam er, mit geschätzten vier Jahren, als Fundhund in ein Tierheim. Er war nicht gechippt, nicht registriert, und keiner suchte nach ihm. Man kann also davon ausgehen, dass seine „Menschen“ nicht einmal die Courage besaßen, zuzugeben, dass sie Lasse nicht mehr wollten, und ihn ins Tierheim zu bringen, sondern ihn einfach weggeworfen haben. Eine erste Vermittlung scheiterte, die Familie kam, auch mit Hundetrainer, nicht mit Lasse klar und musste ihn ins Tierheim zurückbringen. Dann kam Lasse in unsere damalige Auffangstation in Schleswig-Holstein – und brachte diese mit seinen über 40 kg fast zum Einsturz, so zornig war der Malamuten-Mann. Doch dann, wie wenn man einen Schalter umgelegt hätte, verrauchte die Wut, und Lasse lebte sich überraschend schnell in den Stationsalltag ein. Vieles lief ganz einfach mit Lasse, in anderen Dingen zeigte er tief verwurzelte Verhaltensauffälligkeiten. Von Anfang an war klar, dass es ganz besondere Menschen sein mussten, denen man Lasse anvertrauen konnte. Als sich dann eine Interessentin aus der Schweiz meldete, war uns nach einigen Telefonaten klar, dass das passen könnte. Die Interessentin ließ sich auch nicht durch die weite Anreise abschrecken – nun musste nur noch der Funke seitens Lasse überspringen. Vieles wurde an dem Kennen-Lern-Tag ausgetestet, die Begeisterung des Frauchens hielt an, auch wenn ihr langsam bewusst wurde, dass Lasses Eingewöhnung in den nächsten Wochen ein Full-Time-Job sein würde. Am Ende dieses ganz besonderen Tages – für Lasse, für das neue Frauchen und für die Stationsmitarbeiter – hatte Lasse die Fahrkarte in sein neues Zuhause in den Pfoten. Die lange Autofahrt überstand er bestens, obwohl er Autos scheute wie kaum etwas anderes. Die Eingewöhnung war, wie erwartet, nicht einfach, aber die Beziehung zwischen Frauchen und Lasse, jetzt Ragnarson, wurde zu einer ganz besonderen, ganz innigen Beziehung. Jede Zeile des Abschiedsberichts, den das Frauchen geschrieben hat, zeugt davon:

"Hallo zusammen!

Im Oktober 2009 habe ich mit meinem Freund den Malamuten Lasse von Euch übernommen. Nach einigen Tagen knackigen Kennenlernens und der Erkenntnis, dass mit seinem früheren Namen wenig hilfreiche Erinnerungen verknüpft sind, wurde er von uns neu getauft und hörte innert weniger Tage zuverlässig auf den Namen "Ragnarson".

Ragnarson wurde in den letzten Jahren zu einem sehr coolen Opa, der mich täglich dazu aufforderte, mich neu in ihn zu verlieben. Sehr gewissenhaft bereiteten wir uns auf unseren Abschied vor, der unweigerlich näherkam.

Am Mittwoch, den 20. März, war es soweit, er schlief friedlich ein, ohne nochmal die Unterstützung eines Tierarztes zu benötigen.

Zu seinem Ableben und der Zeit davor:

Vor circa drei Jahren habe ich eine Hundephysio-Therapie-Ausbildung begonnen, auf der Ragnarson mir noch wichtigen Input lieferte. Nachdem er einmal wegen einer entzündeten Zahnwurzel in Narkose gelegt und operiert werden musste, wurde im Röntgen festgestellt, dass er zahlreiche Spondylosen im Rücken hat, besonders im letzten Lendenwirbelbereich. Cauda-Equina-Syndrom mit irgendwann vollständiger Lähmung der Hinterhand war die Diagnose und Prognose. Die Symptome traten eigentlich in der Schwere erst nach der Narkose auf, und er fand nicht mehr zu seiner früheren Fitness zurück. Mit dem neu gewonnenen Wissen aus meiner Ausbildung konnte ich jedoch gut entgegenwirken. Erneut begleitete er mich beim Lernen und half mir, Zusammenhänge zu verstehen.

Ragnarson ließ sich am Ende alles von mir gefallen, genoss Massagen und Manuelle Therapien, verlor dabei aber bis zum Schluss nicht seine Diskussionsfreudigkeit, wenn ihm etwas gegen den Strich ging. Aber er war viel sanfter und toleranter geworden, verwarnte mehr, als dass er zubeißen musste, und ließ sich leichter überreden, doch noch etwas auszuhalten. Ich genoss diese Diskussionen bis zum Schluss, es zeigte, dass er immer noch da war.

Gleichzeitig erkannte er mehr und mehr, wie gut ihm manche Behandlungen taten. So fand ich eine Osteopathin, die ihn noch etwas gezielter behandeln konnte, bei der er nach anfänglichen Motzereien (bei denen er auf meinen Wunsch trotzdem stillhalten konnte! :-)), nach einiger Zeit immer ruhiger wurde und in sich hinein hörte. Nur zwischendrin gönnte er uns mal wieder einen plötzlichen Motzer, der die Osteopathin jeweils etwas hüpfen ließ .... Ich würde sagen, das war sein größter Spaß :-). Es ging ihm einfach ums Prinzip, ER war dabei völlig entspannt.

Schmerzen hatte er keine, nur die Hinterhandschwäche trat immer mehr in den Vordergrund, und seine Sinne ließen merklich nach. Dafür lernte er noch letztes Jahr mit mir, größere Runden zu schwimmen, und so verbrachten wir den letzten Sommer vor allem im Fluss und im Weiher, was ihm sichtlich gut tat. Zuhause arbeiteten wir Seniorentraining für ihn aus, um die Muskulatur noch so lange es ging zu erhalten und die Koordinationsfähigkeit zu verbessern. Er zeigte sich hier richtig engagiert und forderte seine Trainingslektionen fast ein. Das war wirklich cool.

Zudem durfte er mich hin und wieder mit dem Zug nach Zürich begleiten, wo ich einen Lehrauftrag für Tiermedizinische Praxisassistenten erhalten hatte. Auf den Zugfahrten nutzten wir die Zeit für kleinere Übungen, und er staunte wieder wie ein kleines Kind über die großen Hallen des Züri Hauptbahnhofs. Er war einfach so ein unglaublich heller Kopf, das war wirklich herrlich anzusehen.

In den letzten Wochen überschlugen sich ein paar blöde Aktionen. Vereinfacht gesagt, sein Verdauungssystem schlug Kapriolen. Dies schwächte ihn am Ende so sehr, dass er sich davon nicht mehr erholen konnte. Am Samstag vor seinem Ableben waren wir noch in der Notaufnahme, er wurde stabilisiert und erhielt Schmerzmittel. Kurz sah es so aus, als käme er wieder auf die Beine, doch als es dann immer noch nicht überstanden war, wurde er zunehmend schwächer.

Begleitet von einer ganzheitlich arbeitenden Tierärztin und einer Tierheilpraktikerin unterstützten wir ihn, soweit es ging, doch lange wollte ich nicht mehr zusehen. Am Tag darauf hätte ich ihn wohl eingeschläfert, er fand den Weg aber selber und konnte sich ohne Hilfe verabschieden. Das hat mich sehr gefreut, denn er war einfach nicht der Typ, der sich hätte helfen lassen wollen. Bis zum Schluss war er diskussionsfreudig, wenn auch nicht mehr so deutlich spürbar.

Ein unglaublich starker Hund, der mir unglaublich viel gelehrt hat.

Wir haben beide sehr voneinander profitiert, unsere Aufgaben in diesem Lebensabschnitt haben wir, glaube ich, beide gut gemeistert.

Meine Trauer ist nicht so groß, wie ich erwartet hatte. Wir hatten uns schon zuvor verabschiedet und uns gut auf seinen letzten Weg vorbereitet; so war es am Ende für uns alle eine Erleichterung. Wer weiß, wie es noch weitergegangen wäre, wenn er sich nochmal erholt hätte. Alleine laufen, ohne aktive Unterstützung, konnte er in den letzten Monaten nur noch für sehr kurze Wegstrecken. Immerhin ließ er sich immer selbstverständlicher helfen, so richtig Spaß hatte er aber nur noch selten. So war dieser Weg wohl der passende für ihn, und ich gönne ihm die nun gewonnene, absolute Freiheit.

Ich möchte mich nochmal ganz herzlich für das Vertrauen bedanken, das Sie mir entgegenbrachten, als ich diesen Hund übernahm. Es ist eine Ehre für mich, dass er sich am Ende wirklich voll auf mich eingelassen hat und mich richtig zu schätzen wusste. Ich werde ihn immer in meinem Herzen behalten, und seine Lehren werden in mir weiterbestehen.

Ganz liebe Grüße aus der Schweiz
K. S."

Liebe K. S., kaum einer der heutigen Team-Mitglieder kennt Lasse/Ragnarson von damals. Aber Ihre Schilderungen lassen vor unseren Augen ein Bild von einem Malamuten entstehen. Ragnarson war einer der besonderen Hunde, die ganz besondere Menschen brauchen, um das Besondere an ihnen entfalten zu können. Dafür, dass Ragnarson dies bei Ihnen und durch Ihre Liebe konnte und durfte, möchten wir Ihnen von Herzen danken.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


 

Deine Spur führt in unser Herz.
(Verfasser unbekannt)

Bone

Bone

* 05.07.08 † 01.12.18

Bone kam 2009 zu uns in die Vermittlung. Schweren Herzens wurde er abgegeben, von der Mutter des ehemaligen Herrchens. Herrchen hatte sich getrennt, die Mutter hatte Bone übernommen und ganz schnell auch ein „Versorgungsnetz“ für ihn gespannt. Was sie aber nicht vermeiden konnte, war, dass Bone nun auch alleine bleiben musste – eine Situation, die er noch nicht gekannt hatte und mit der er nicht zurechtkam. Eine private Vermittlung scheiterte, obwohl alles im Vorfeld sorgfältig geprüft worden war und zu passen schien. Die Mutter des Herrchens war schließlich froh, auf uns gestoßen zu sein, der weite Weg aus Berlin war kein Hindernis – Hauptsache, Bone bekam eine neue Chance, sprich neue Familie. Aus der Mutter wurde eine treue, inzwischen langjährige Unterstützerin der NfP, Bone hatte einen schweren Start bei uns: Sein innen liegender Hoden musste operiert werden, er war bereits mit der Niere verwachsen. Aber nach diesem erneuten Tiefschlaf fand Bone sein Glück. Viele Interessenten hatten sich für den bildhübschen, damals einjährigen Rüden gemeldet, alles löste sich letztendlich in Luft auf. Dann, Anfang November 2009, kam eine Familie, Vater, Mutter, Sohn und die Husky-Hündin Shiva, ebenfalls erst ein Jahr jung, in unsere Station, damals noch in Horb, um Bone kennen zu lernen. Die Hunde verstanden sich auf Anhieb, der sportliche Vater war total begeistert vom ebenso sportlichen Bone, und so durfte Bone die Reise in sein neues Zuhause antreten. Neun Jahre sind seither vergangen, neun glückliche Jahre für Bone und für die Familie. Am 01.12.2018 musste Bone über die Regenbogenbrücke gehen und hinterlässt eine traurige, aber dankbare Familie.

„Ich will dir einen Hund für eine Weile leihen“, sagte ein Engel. „Damit du ihn lieben kannst, solange er lebt, und trauern, wenn er tot ist. Ich kann dir nicht versprechen, dass er bleiben wird, weil alles von der Erde zurückkehren muss.

Wirst du auf ihn aufpassen, für mich, bis ich ihn zurückrufe? Er wird dich bezaubern, um dich zu erfreuen, und sollte sein Bleiben nur kurz sein, du hast immer die Erinnerungen, um dich zu trösten.

Willst du ihm alle deine Liebe geben und nicht denken, dass deine Arbeit umsonst war? Und mich auch nicht hassen, wenn ich das Tier zu mir heimhole?“

Mein Herz antwortete: “Lieber Engel, dies soll geschehen! Für all die Freuden, die dieses Tier bringt, werde ich das Risiko der Trauer eingehen. Ich werde es mit Zärtlichkeit beschützen und es lieben, solange ich darf. Und für das Glück, das wir erfahren durften, werde ich für immer dankbar sein.

Auch, solltest du es früher zurückrufen, viel früher, als geplant, werde ich die tiefe Trauer meistern und versuchen zu verstehen. Wenn mein geliebter Hund diese Welt voll von Spannung und Zwietracht verlässt, schicke mir doch bitte eine andere bedürftige Seele, um sie ihr Leben lang zu lieben.”

D. K.

Liebe Familie K., wir danken Ihnen von ganzem Herzen für diese Einstellung und dass Sie dem Wunsch des Engels entsprochen und auf Bone aufgepasst und ihn geliebt haben! Wir wünschen Ihnen viel Kraft, um über die Trauer um dieses geliebte Familienmitglied hinwegzukommen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt

 

 

"If there are no dogs in Heaven,
then when I die I want to go
where they went."
Will Rogers, 1897-1935

 
 

übersetzt:
"Wenn es im Himmel keine Hunde gibt,
dann möchte ich, wenn ich sterbe, dahingehen,
wo sie hingegangen sind."

 

 

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07.08.19