Die RegenbogenbrückeDie Regenbogenbrücke

Es gibt eine Brücke, die den Himmel und die Erde verbindet. Weil sie so viele Farben hat, nennt man sie die Regenbogenbrücke. Auf der anderen Seite der Brücke liegt ein wunderschönes Land mit blühenden Wiesen, mit saftigem grünen Gras und traumhaften Wäldern. Wenn ein geliebtes Tier die Erde für immer verlassen muss, gelangt es zu diesem wundervollen Ort. Dort gibt es immer reichlich zu fressen und zu trinken, und das Wetter ist immer so schön und warm wie im Frühling. Die alten Tiere werden dort wieder jung und die kranken Tiere wieder gesund. Den ganzen Tag toben sie vergnügt zusammen herum.
Nur eines fehlt ihnen zu ihrem vollkommenen Glück: Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag miteinander, bis eines Tages eines von ihnen plötzlich innehält und gespannt aufsieht. Seine Nase nimmt Witterung auf, seine Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß. Es tritt aus der Gruppe heraus und rennt dann los über das grüne Gras. Es wird schneller und schneller, denn es hat Dich gesehen!
Und wenn Du und Dein geliebtes Tier sich treffen, gibt es eine Wiedersehensfreude, die nicht enden will. Du nimmst es in Deine Arme und hältst es fest umschlungen. Dein Gesicht wird wieder und von ihm geküsst, deine Hände streicheln über sein schönes weiches Fell, und Du siehst endlich wieder in die Augen Deines geliebten Freundes, der so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber niemals aus Deinem Herzen. Dann überquert ihr gemeinsam die Regenbogenbrücke und werdet von nun an niemals mehr getrennt sein ...

 

Jemanden, der der Grund war, warum man gelächelt hat,
wird man niemals vergessen.
(von unbekannt)

Yuriko
* 12.03.2013
01.06.2022

Im Mai 2015 zog Yuriko, zusammen mit seiner Gefährtin Vicky, in unserer Station ein, die beiden waren Trennungsopfer. Yuriko war nicht nur äußerst hübsch, er war auch äußerst freundlich und offen zu allen Zweibeinern und Artgenossen – ein Herz auf vier Pfoten – und er war trotz seines jugendlichen Alters ein sehr angenehmer Begleiter bei Spaziergängen. Mit diesen Eigenschaften eroberte Yuriko im Fluge alle Sympathien, er war bei den Stationsmitarbeiter*innen genauso beliebt wie bei den Gassigänger*innen. Zu diesen Gassigänger*innen gehörte auch Familie V., die schon länger auf der Suche nach einem „Einsteiger-Husky“ war. Und so verloren wir eine Gassigänger-Familie, aber Yuriko gewann eine Familie, SEINE Familie, und Familie V. gewann ein neues Familienmitglied. Sieben glückliche gemeinsame Jahre waren Yuriko und seiner Familie vergönnt, jetzt musste die Familie Yuriko schweren Herzens über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

Yuriko

Liebes Nothilfe-Team,

leider melden wir uns heute mit traurigen Neuigkeiten bei Euch. Vor knapp drei Wochen mussten wir uns von unserem Familienhund Yuriko verabschieden und ihn über die Regenbrücken gehen lassen.

Er hatte seit circa einem Jahr mit epileptischen Anfällen zu kämpfen. Ein schwerer Anfall hinterließ gravierende Folgen, und so mussten wir diese schwere Entscheidung treffen, und er durfte in unserem Beisein einschlafen.

Wir sind sehr traurig, unseren lieben Yuri nicht mehr in unserer Mitte zu haben, und doch dürfen wir auf viele schöne Erinnerungen in den letzten gemeinsamen sieben Jahren zurückblicken. Yuri war immer zu allen Menschen und Tieren freundlich, und so hinterlässt er nicht nur im Familien-, sondern auch im Freundeskreis eine große Lücke. Es hatte ihn jeder durch seine liebevolle Art schnell ins Herz geschlossen. Spätestens durch seine gejaulten „Unterhaltungen“ konnte er jeden schnell um den Finger wickeln. Viele Urlaube durften wir gemeinsam verbringen, und durch seine unkomplizierte Art war Yuri sowohl bei Fährfahrten als auch bei unzähligen Wanderungen immer mit dabei. Sein Lieblingsstofftier „Wölfle“ durfte bei keinem Ausflug fehlen, und sobald die ersten Schneeflocken den Boden bedeckten, gab es kein Halten mehr – ein Husky eben. Immer wieder überraschte er uns durch neuen Schabernack, der ihm einfiel. So zeigte er uns unter Anderem, dass er Himbeeren und Brombeeren (aber nur die wirklich reifen Beeren) am Stück vom Busch pflücken kann, ohne von den Dornen gepiekst zu werden. Auch ausgewählte Maulwurfshügel wurden zunächst ausgiebig begutachtet und dann in einem Satz plattgedrückt, während ein Lachen in unsere Gesichter trat.

Lieber Yuri,
wir können uns nicht genug für die gemeinsamen sieben Jahre mit Dir bedanken. Du hast unsere Leben und Herzen im Sturm erobert und bereichert, und umso schwerer ist nun die Zeit ohne Dich. Wir werden Dich nie vergessen und immer an die schönen Zeiten zurückdenken. Du warst einfach eine coole Socke!

Vielen Dank an das gesamte Team der Nothilfe für Ihre Arbeit.
Liebe Grüße
Familie V.

Liebe Familie V., die Lücke, die Yuriko hinterlässt, spürt man in jedem Ihrer Worte. Auch wir erinnern uns gerne an den kleinen Herzensbrecher. Wir sind sehr dankbar, dass Yuriko damals bei Ihnen einziehen durfte, denn Yuriko hatte die beste Familie verdient, die es für ihn gab. Wir alle wissen, wie es sich anfühlt, ein geliebtes vierbeiniges Familienmitglied zu verlieren, und wir fühlen mit Ihnen. Ein Trost vielleicht: Die vielen schönen Erinnerungen in Ihren gemeinsamen sieben Jahren kann Ihnen niemand nehmen; auf diese Weise wird Yuriko immer bei Ihnen sein.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Leb wohl, mein lächelnder Clown!
(U. K., Dantes Frauchen)

Dante
* 06/2012 †
25.05.2022

Im Herbst 2016 kam Dante zu uns in die Station – kein „einfacher“ Hund, ein Hund, der nicht jedem und schon gar nicht sofort sein Vertrauen schenkte. Aber nach einem Jahr in unserer Station zog er „virtuell“ zwei Menschen in seinen Bann. Zusammen mit dem verwaisten, schon älteren Schäferhund-Mädchen Diana kamen sie im November 2017 in unsere Station, um Dante kennen zu lernen, und nach einer „Bedenkzeit“ von zwei Wochen (die streng genommen keine war) durfte Dante in sein neues Zuhause umziehen. Dante machte es seiner neuen Familie nicht leicht. Die Familie schrieb uns: „Jeder Versuch, Dante ein Stück weit zu reglementieren, endete mit blutigen Fingern und Händen. … So blieb es in den ersten Wochen und Monaten …. Besucher einzuladen war unmöglich, weil Dante jeden konsequent anging.“
Trotzdem hielten Dantes Menschen zu ihm – und Dante dankte es ihnen letztendlich mit dem Kostbarsten, was er zu geben hatte: Liebe, Vertrauen und Einfühlungsvermögen. Viel zu früh musste nun dieser „nicht einfache Hund“ (welche Doppelbedeutung diese Worte haben, werden Sie verstehen, wenn sie Dantes Geschichte gelesen haben) seine große Liebe, sein Frauchen, verlassen.

Dante

Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde!

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Dante, den wir im November 2017 von Ihnen übernehmen durften, gestorben ist.

Ich bin Ihnen unendlich dankbar, dass Sie uns damals das Vertrauen erwiesen haben und wir diesen nicht ganz einfachen Vierbeiner zu uns nehmen durften. Welche strahlende, liebende Seele sich in diesem Rüpel verbarg, hat sich erst nach und nach gezeigt und uns dann mit voller Wucht getroffen. Ich habe unsere Geschichte aufgeschrieben, vielleicht macht sie dem einen oder der anderen Mut, einer Fellnase eine Chance zu geben, auch wenn sie nicht mainstream ist...

Dantes Geschichte – die Geschichte einer großen Liebe

Es war Interesse auf den ersten Blick, als mein Mann Dante auf der Website der Nothilfe für Polarhunde Freudenstadt entdeckte. Allen zur Vorsicht ratenden Beschreibungen zum Trotz zog uns dieser Hund magisch an. Wir waren uns einig, dass unsere verwaiste Schäferhündin Diana wieder einen Kumpel an ihrer Seite haben sollte – wobei sie das letzte Wort haben sollte. Also machten wir drei uns im November 2017 auf Richtung Süddeutschland. Das erste Zusammentreffen war ziemlich rüpelig, weil Dante, froh über jedes Zeichen und jede Form der Zuwendung, sofort zu großer Form auflief und aufdrehte. Ein langer Spaziergang rund um die Auffangstation entspannte die Situation dann allerdings zusehends. Nur bei Diana waren wir uns nicht so sicher, weil unser altes Mädchen aufgrund ihrer Cauda Equina zunehmend eingeschränkt in ihrer Bewegungsfreiheit und solch einem Rüpel nicht gewachsen war. Also fuhren wir erst einmal wieder heim, mit Dante im Herzen und Bedenken im Kopf.

Nach ein paar Tagen war uns klar, dass die Entscheidung eigentlich schon längst gefallen war. Im Haus und auf dem Hof war Platz genug einerseits für Rückzugsmöglichkeiten für unser Schäferhund-Mädel und andererseits als Tobefläche für Dante. Also fuhren wir zwei Wochen später erneut los, um das neue Familienmitglied abzuholen. Die Heimfahrt war – gelinde gesagt – eine Katastrophe. Dante fuhr gerne Auto, allerdings am liebsten vorne auf einem der Sitze. Jeder Versuch, ihn ein Stück weit zu reglementieren, endete mit blutigen Fingern und Händen. So blieb es auch in den ersten Wochen und Monaten daheim. Besucher einzuladen war unmöglich, weil Dante jeden konsequent anging.

Mittlerweile ging es unserem Hundemädchen nach einem kurzen Hoch zum Jahresende (wir hatten ihr zu Weihnachten einen eigens für sie angefertigten Rollstuhl geschenkt) leider doch immer schlechter. Sie benötigte unsere volle Aufmerksamkeit, Zeit und Kraft, so dass Dante zu kurz kam. Vielleicht war es aber genau diese fehlende Beachtung, die ihn zur Raison brachte. Nachdem unser Mädchen dann Ostersamstag über die Regenbogenbrücke ging, fing Dante an, sich zu wandeln. Nach und nach wurde er zugänglicher, fügte sich in die Strukturen und Tagesabläufe ein, ließ andere Menschen auch in seinem Umfeld zu.

Es hat circa 1 ½ Jahre gedauert, dann hatten wir einen „runderneuerten“ Hund. Dante freute sich über den Besuch der Menschen, die er toll fand, ging mit unseren Kunden problemlos um und war bei Spaziergängen und gemeinsamen Unternehmungen voller Freude. Ende 2018 bekamen wir Familienzuwachs durch Herrn Biermann, einen Malteserrüden. Er war zunächst als Pflegehund bei uns, blieb dann aber, weil sein Frauchen ein Pflegefall wurde. Kein Problem für Dante, der kleine Kerl wurde sein Kumpel.

Dann kam der 5. November 2019 und die Leukämie-Diagnose meines Mannes. Von jetzt auf gleich war unser Leben auf den Kopf gestellt. Mein Mann blieb direkt im Krankenhaus aufgrund der akuten Gefahr unstillbarer Blutungen bei Verletzungen oder Überlastungen. Ich habe meine Zeit aufgeteilt zwischen seiner Betreuung, der Führung unserer gemeinsamen Firma, den Hunden und allen anderen Anforderungen, die es so gab. Bei allem Bemühen kamen die Hunde dennoch viel zu kurz. Sie müssen aber gespürt haben, dass es einfach keine andere Möglichkeit gab und sich jeder diesem akuten Geschehen unterordnen musste. Ich weiß nicht, wie, aber wir hatten von Stund an völlig folgsame, rücksichtsvolle, genügsame Hunde, die sich komplett zurückgenommen haben und mir so die Möglichkeit gaben, meinen Mann nach Kräften zu unterstützen und zu begleiten.

Am 20.12.2020 ist Bernd gestorben. Ich habe das Weihnachtsfest mit Dante und Birmi bei Freunden verbracht und mir bewusst so viel Zeit wie möglich für die beiden genommen. Wieder war ich überrascht, wie eng unser Rudel in dieser Zeit zusammenwuchs und mit wieviel Liebe und Zuneigung meine beiden mir begegneten. Sie standen mir in der Zeit der Trauer und der Neuordnung meines Lebens unverbrüchlich, kraftspendend und aufmunternd zur Seite. Zurückblickend erkenne ich, dass nur ganz wenige unserer menschlichen Freunde auch nur annähernd so viel Verständnis, Rücksichtnahme und Empathie in dieser besonderen Zeit aufbrachten wie unsere Vierbeiner.

In der Woche nach Ostern dieses Jahres wurde bei Dante Lymphdrüsenkrebs im Endstadium mit Lungenmetastasen diagnostiziert. Für eine Chemo war es zu spät, die palliative Behandlung mit Cortison brachte nur bedingt Erfolg. Als er zunehmend abbaute und er mir deutlich zeigte, dass seine Kraft erschöpft war, habe ich ihn über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Er ist jetzt bei Bernd und dem großen Rudel, das ihm vorangegangen ist.

Dante und ich hatten nur 4 ½ gemeinsame Jahre, aber er ist meine ganz große Liebe. Aus dem ungehobelten Rüpel, der aber nie bösartig war, ist ein Freund fürs Leben geworden, und er war jedes Bemühen wert.

Leb wohl, mein lächelnder Clown! U. K.

Liebe Frau K., was für eine „Geschichte“! Wir danken Ihnen von Herzen, dass Sie diese mit uns und den Besuchern unserer Website teilen! Besser als durch Ihre Schilderung kann nicht vermittelt werden, was Tiere vermögen, wie sie den Menschen, den sie ins Herz geschlossen haben, eine Stütze sein können, wie viel Einfühlungsvermögen sie uns entgegenbringen. Uns bleibt nur, DANKE zu sagen dafür, dass Sie Dante aufgenommen und zu ihm gehalten haben, und Ihnen viel Kraft zu wünschen für die Bewältigung der Trauer.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Du zeigtest, dass wahre Größe nicht demonstriert werden muss.
(A. S., Nellys Frauchen)

Nelly (ehemals Nebraska)
* 06/2006 † 14.05.2022

Nelly

Am 07.03.2014 weihte Nelly – damals hieß sie Nebraska – als eine der elf Trennungswaisen unsere Station in Gauselfingen ein. Ihre engsten Kumpel waren Digger und Hank. Nach ein paar Tagen durfte Nelly in einer Pflegestelle in Freudenstadt einziehen, wo sie das, was ihr in der letzten Zeit in ihrer ehemaligen Familie verwehrt worden war, wieder erfahren durfte: das Leben in einem Haus, in einer Familie. Anfangs zurückhaltend, gewann bald die Neugier die Oberhand, und Nelly zeigte in der Pflegestelle, dass sie mit Kindern und Artgenossen verträglich war.

Die Pflegestelle war eine gute Vorbereitung auf Nellys Vermittlung, und schnell fanden sich Interessenten für die damals achtjährige Hündin. Die Interessenten samt eineinhalbjährigem Husky-Rüden scheuten den langen Weg von Oberbayern nach Freudenstadt nicht, um Nelly kennen zu lernen. Die beiden Hunde verstanden sich auf Anhieb, und auch die Zweibeiner waren schnell um Nellys Pfötchen gewickelt. Dennoch fuhr die Familie erst einmal ohne Nelly zurück, denn nicht alle Familienmitglieder waren mit angereist, und man war auch noch nicht sicher, ob man sich überhaupt einen Zweithund „antun“ wollte. Bereits zwei Tage später aber machte sich die gesamte Familie wieder den Weg nach Gauselfingen bzw. Freudenstadt, und diesmal durfte Nelly den Heimweg mit antreten. Bereut hat die Familie diesen Schritt nie, Nelly war eine Bereicherung für die ganze Familie, auch der Husky-Bub Calimero war glücklich, eine hündische Gefährtin zu haben.

Jetzt schrieb uns die Familie: „Am 14.05.2022 durfte Nelly ganz friedlich im Kreise der gesamten Familie nach einem Schlemmervormittag gehen. Das Alter hatte ihr immer mehr zugesetzt, die Hüfte hat nicht mehr mitgemacht – das Aufstehen wurde immer schwerer – ihr Leben immer beschwerlicher für sie. 16 Jahre ist sie alt geworden, 8 Jahre war sie bei uns. Vielen Dank, dass Sie uns damals diese wunderbare Hündin anvertraut haben. Nelly war einfach eine ganz großartige und große Hündin. Sie hat einen festen Platz im Herzen aller, die sie gekannt haben. Liebe Grüße A. S.“

Und an Nelly gerichtet:

„Liebe Nelly,

ich sitze hier in meinem Büro am PC, mein Blick fällt auf den Kringel unter dem Schreibtisch, und er ist leer. Ich vermisse Dich, das Geräusch, wenn Du über den Parkettboden getapert bist. Und erst gestern hab ich zu Calimero auf der Wiese gesagt: „Komm, wir fahren heim zur Nelly …“

Seit einer Woche ist es leise hier, und Du bist nicht mehr da. Deine Asche steht inzwischen im Wohnzimmer in einem Bilderrahmen mit meinem Lieblingsbild von Dir. Rosen stehen davor – wobei Dir sicherlich Wiener oder Käse lieber wären.
Miss Nelly - Nelly Krawalli - eine Hündin der Gegensätze
Du warst die Kleinere – und im Inneren so groß
Du warst die Ältere – und wurdest nach Deiner Ankunft 2014 bei uns erstmal immer jünger
Du warst auf den ersten Blick die Stillere – und konntest auch ganz anders
Du warst die Unscheinbarere – und hattest es nicht nötig, Deine ganze Größe zu demonstrieren
Du warst die Umweltängstliche – und bist so daran gewachsen
Du warst nie die Kuschelmaus – aber wenn, dann mit voller Hingabe
Du warst die Gebrechlichere – aber im Inneren so stark
Du warst die Oma – und hattest den Schalk im Nacken
Du warst beim Spazierengehen unkompliziert – es sei denn, Du hast mich mit der Leine gefesselt und zu Fall gebracht
Du hast nicht wirklich viel von Zusammenarbeit just for fun mit mir gehalten – außer beim Mantrailing
Du hast nie Einschränkungen beim Fressen gezeigt – obwohl Dein Gebiss, als Du kamst, eine einzige Katastrophe war
Du hast nie großes Interesse an anderen Hunden gezeigt – aber als es drauf ankam, da warst Du in voller Präsenz da und hast mir und Calimero zweimal den „Arsch gerettet“
Du hast links ein sanftes tiefbraunes Auge gehabt – im Gegensatz dazu rechts das kühle strahlend hellblaue Auge
Du warst immer langsamer als Calimero – aber Du hast so wendige schnelle Haken schlagen können, dass er dennoch bei Laufspielen nie eine Chance hatte
Du kamst zu uns als „alte Hündin“ und hast dennoch mehr als Dein halbes Leben noch mit uns gelebt
Du warst das letzte Jahr so unkompliziert, unscheinbar und einfach immer da – und nun fehlst Du
Danke, Miss Nelly, für diese wundervollen acht Jahre mit Dir! Du zeigtest, dass wahre Größe nicht demonstriert werden muss.

Liebe Familie S., Ihre Zeilen zeigen, dass es eine ganz große Liebe zwischen Ihnen und Nelly war, das macht uns alle sehr glücklich. Solche Geschichten, wenn auch der Anlass jetzt traurig ist, bestärken uns immer wieder in unserer Arbeit, weiterzumachen für die Tiere, die durch unsere Hilfe noch einmal ein so schönes und glückliches Leben geschenkt bekommen. Das ist unser Antrieb.

Wir fühlen alle mit Ihnen, denn wir alle kennen das Gefühl ein geliebtes Tier zu verlieren. Wir danken Ihnen, dass Sie Nelly bei sich aufgenommen haben, und wir wünschen Ihnen viel Kraft für die Verarbeitung der Trauer.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Du fehlst ….
Immer und überall, für den Rest unseres Lebens.
Du bist gegangen. Zu früh für dich. Zu früh für uns.
Zu früh für alle, die dich lieben und jetzt vermissen.

(unbekannt)

Randy
* 27.03.2012
20.04.2022

Randy

Randy kam Mitte Juli 2015 als Mitglied eines Sechserrudels zu uns in die Station. Die sechs waren wegen Trennung der Besitzer abgegeben worden. Sie zeigten uns gleich, was für „Juwelen“ sie waren. Der damals erst dreijährige Randy zeichnete sich vor allem durch seine Ruhe, Gelassenheit und Freundlichkeit aus. Seine Art begeisterte auch Interessenten, die es sich wirklich nicht leicht machten und alle Stationsmitglieder „unter die Lupe nahmen“. Aber bei Randy stimmte einfach alles, und so durfte Randy bereits nach zwei Wochen die Station wieder verlassen. Schnell fasste er Vertrauen zu seinen neuen Menschen und wurde ihnen ein treuer und fröhlicher Begleiter – fast sieben Jahre lang. Dann schlug völlig unerwartet das Schicksal zu:

Liebes Nothilfe-Team,

leider müssen wir Ihnen schweren Herzens mitteilen, dass unser geliebter Randy am 20.04.2022 verstorben ist.

Wir mussten mit ihm nachts um 11:00 Uhr notfallmäßig in die Tierklinik. (Er war vorher immer gesund, und wir hatten nie Anzeichen von Beschwerden oder einem Geschwür bemerkt.) Die Tierärztin konnte uns nur noch mitteilen, dass ein bösartiges Geschwür aufgebrochen war, dass er eine Notoperation kaum überleben würde, und wenn diese auch gelingen sollte, er höchstens noch 1 bis 2 Monate zu leben hätte. Das wollten wir ihm ersparen und entschlossen uns, ihn sanft einschlafen zu lassen.

Wir holten Randy am 1. August 2015 von der Auffangstation ab. Randy bestach uns durch seine gelassene, ruhige Art und unaufdringliche Freundlichkeit. Bei einem kleinen Spaziergang mit ihm wussten wir, dass die Chemie stimmte, und danach stand fest: Randy ist das künftige Familienmitglied!

Randy war so ein gutmütiger und lieber Kerl, wir konnten ihn fast immer frei laufen lassen. Wenn man ihn rief, kam er nach Husky-Art nach kurzer Überlegung immer zurück. Er hatte auch keinen Jagdtrieb, ich sagte ihm manchmal scherzhaft: „Du bist ja gar kein richtiger Husky!“

Randy verstand sich mit allen Hunden und war zu Menschen immer freundlich. Wenn wir manchmal einen Schwatz mit anderen Hundehaltern hatten, setzte sich Randy hin und wartete ruhig, bis es weiterging. Randy verstand sich mit allen Hunden und war bei uns im Dorf überall beliebt.

Zuhause war er gerne im Garten und konnte stundenlang die Umgebung beobachten. Auch nachts war er bei jeder Temperatur viel draußen. Sein Lieblingsraum war die Küche. Im Essen-Betteln war er perfekt; wenn er einem in die Augen schaute, konnte man nicht mehr widerstehen. Randy gehörte zu uns, er war immer bei uns, wir haben ihn nie allein gelassen.

Auch liebte er es, mit uns ins Tessin zu reisen, wo wir eine Wohnung mit viel Land hatten, wo er sich richtig austoben konnte.

Wir wissen gar nicht, wie unser Leben weitergehen soll ohne Randy!

Lieber Randy,

die fast sieben Jahre, die du unser Begleiter warst, waren so eine Bereicherung unseres Lebens. Wir verstanden uns, und wir konnten uns prima ohne Sprache verständigen. Nie werden wir vergessen, wie Du uns mit deinen treuen Augen angeschaut hast. Dich abzugeben, zerriss uns das Herz. Du wirst immer in unseren Herzen bleiben.

Liebes Team der Nothilfe, Sie haben uns mit Randy eines der schönsten Geschenke unseres Lebens gemacht.

R. und M. S.

Liebe Familie S., wir können nachfühlen, wie es ist, einen vierbeinigen Freund zu verlieren. Wenn es so plötzlich und unerwartet kommt wie bei Randy, ist der Abschied umso schlimmer und schockierender. Uns bleibt nur, Ihnen zu danken für das schöne Leben, das Sie Randy geschenkt haben, und Ihnen viel Kraft zu wünschen, Ihre Trauer zu verarbeiten. Es wird sicher ein wenig dauern, aber irgendwann werden die schönen Erinnerungen an Ihre gemeinsame Zeit diese Trauer überwiegen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Die innere Größe eines Lebewesens hat selten etwas mit der Dimension seines Körpers zu tun. Bei Lex passte beides zusammen. Er war eine Persönlichkeit mit einer rundum großen Ausstrahlung.
(Christiane Breinig)

Lex
* 17.11.2008 † 13.04.2022

Lex

Lex kam im August 2020 mit fünf weiteren Nordischen auf dem Hasleberg an. Es war leicht zu erkennen, dass die Gruppenmitglieder ihm Respekt zollten und nach seinen ‚ungeschriebenen‘ Gesetzen lebten. Die galten auch für den Kontakt zu Menschen. Lex mochte Menschen. Wann ihm ihre Berührung angenehm und erwünscht war, war immer an seinen Augen abzulesen.
Nacheinander zogen die Hunde seiner Gruppe zu ihren neuen Familien, Lex blieb, wurde neu vergesellschaftet und fand mit viel Feingefühl und Lebenserfahrung seinen neuen Platz in der Station.
Er baute Muskeln auf, genoss die Spaziergänge über die Alb und vor allem das Klima. War es kalt, fühlte Lex sich wohl. Besonders in seiner Schale hinter der Außenhütte.
Im Sommer 2021 baute er körperlich ab, die Spaziergänge wurden kürzer, waren ihm aber immer noch enorm wichtig. Und es fand sich jederzeit ein Gassigeher, der ihm seinen Wunsch erfüllte. Auch die tägliche Bewegung im Freilauf war ihm wichtig. Und im Kopf war er sowieso bis zur letzten Minute hellwach. Er war an jedem Neuankömmling in der Station höchst interessiert.
Im Sommer war er auch sehr erfreut über seine Runden in der kühlen Halle. Die klagte er bereits bei der Ankunft ‚seines‘ Personals ein und verbrachte auch fortan mit ihnen die Pause in Hexes Hütte. Nach einer Stunde Bewegung war er dann müde und schlief immer gerne und ausgiebig, sogar im Hundebett in Hexes Hütte. Er fühlte sich einfach bei uns wohl. Das tröstet uns etwas über die Tatsache, dass Lex kein neues Zuhause mehr bekam. Zumal man ihn im letzten halben Jahr nicht mehr hätte ‚verpflanzen‘ können.
Als der Winter nahte, machten wir uns Sorgen. Aber Lex genoss die Kälte mehr als die Wärme. Er lachte noch, obwohl seine Hinterbeine merklich schwächer wurden.
So wie sich der Frühling öfter mit Wärme auf dem Hasleberg zeigte, ging es Lex zunehmend schlechter. Sein Lachen blieb aus und er kam aus eigener Kraft immer schlechter auf die Beine. Obwohl es uns sehr schwer fiel, gebot nicht zuletzt der Respekt vor diesem wunderbaren Hund, ihn zusammen mit unserer Tierärztin zur Regenbogenbrücke zu begleiten. Er sollte nicht leiden müssen.
Wir sind sehr traurig, Lex fehlt uns. Es war uns eine Ehre, diesen charismatischen Vertreter seiner Rasse eine Zeit lang begleiten zu dürfen. Wir werden ihn nie vergessen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Alles verändert sich mit dem, der neben einem ist –
oder neben einem fehlt.

(unbekannt)

Nelson

Nelson
* ca. November 2007 † 31.03.2022

Im April 2008 kam ein achtzehnköpfiges Rudel Eurasier aus einer Beschlagnahmung in unsere damalige Auffangstation in Horb. Aufgewachsen irgendwo außerhalb auf einem umzäunten Gelände, ohne menschlichen Kontakt, waren sie entsprechend scheu. Einer nach dem anderen wurden sie von unserer damaligen Geschäftsstelle und deren Familienhunden „vermittlungsfähig“ gemacht. Der schwarze Nelson war einer dieser Wildlinge, eine imposante Erscheinung – und ein Charmeur. Obwohl Nelson darauf bestand, die ehemalige Geschäftsstelle als sein Revier zu markieren, und deshalb Teppiche weggeräumt und sogar ein Weidezaun im Wohnzimmer errichtet wurde, eroberte er die Herzen seiner Pflegemenschen im Sturm. Als dann Familie S. auf der Suche nach einem Nachfolger für ihren verstorbenen Eurasier war und ihnen ein Foto von Nelson geschickt wurde, war es vor allem um das Herrchen geschehen. Es war „Liebe auf den ersten Foto-Blick“, und obwohl Familie S. gerne einen Welpen gehabt hätte, durfte Nelson im August 2008 zu ihnen nach Sachsen ziehen. Nelson dankte es seiner Familie mit grenzenloser Liebe und Vertrauen (bereits nach ein paar Tagen besuchte er Dresden und fuhr sogar auf einem Schaufelraddampfer mit). „Ich glaube, der Nelson wird wirklich was ganz Tolles werden“ schrieb sein Herrchen damals, und er sollte Recht behalten. Am 31.03.2022, nach 13 ½ gemeinsamen Jahren, ließ das Herrchen seinen treuen Freund in Würde gehen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe im August 2008 von Ihnen einen schwarzen Eurasier, Nelson, übernommen. Ich musste ihn am 31.03.2022 leider einschläfern lassen.

Ich kann Ihnen nur sagen, es war ein ganz toller Hund. Er war ein Hund, der sein Leben lang gesund war. Er war nie jemandem böse gesinnt. Er kam mit Katzen, großen und kleinen Hunden zurecht, auch Kinder mochten ihn. Er war kein Schmuse-Hund. Er liebte das Auto, es war für ihn wie seine Hundehütte. Bei Gewitter und Silvester, da verschwand er immer in die engsten Ecken.

Eine kleine Leidenschaft von ihm waren Walnüsse!!! Am ersten Weihnachten entdeckten wir, dass er Walnüsse über alles mag. Nie hat er etwas heimlich gemopst, aber die Nüsse hatten es ihm angetan. Jeder Weihnachtsteller, den er erreichen konnte, wurde geplündert. Mit viel Geschick hat er jede einzelne Nuss zerlegt und ganz sauber ausgefressen. Immer in der Weihnachtszeit bekamen wir ein extra Säckchen, nur für Nelson, geschenkt.

Vielleicht sind diese kleinen Episoden von Interesse, machen sie doch unsere Vierbeiner so einzigartig und liebenswert.

Ich möchte mich noch einmal dafür bedanken, für Ihre Arbeit. Denn für Nelson begann somit ein schönes langes Leben.

Mit lieben Grüßen
Familie S.

Liebe Familie S., wir fühlen mit Ihnen, wir alle kennen den Schmerz, ein geliebtes Tier zu verlieren. Es tut uns sehr leid, dass Nelson nun nicht mehr bei Ihnen sein kann, und wir sind sehr, sehr dankbar, dass er so ein schönes, langes Leben bei Ihnen haben durfte. Wir wünschen Ihnen viel Kraft für die Verarbeitung der Trauer.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


„Lass den Hund bellen, singen kann er nicht.”
(Friedrich von Schiller)

Fenja
*17.09.2006
29.05.2021

Fenja war bereits zwölf Jahre alt und blind, als sie, zusammen mit ihrer Gefährtin Dana, erst zu uns in die Auffangstation und wenige Tage später in ihre neue Familie einzog. Der Abgabegrund für die beiden betagten Mädels schnöde: „Wir wandern aus und können die Hunde nicht mitnehmen.“ Wunderbar! Tschüss, Auswanderer, viel Glück! Und ja nicht umschauen, denn dann hättet Ihr ja in enttäuschte, ungläubige Hundeaugen sehen müssen, die Euch zuvor zwölf (!) Jahre lang treu begleitet haben. Aber es war zum Glück nicht zum Schaden von Fenja und Dana. Im Gegenteil, die beiden fanden den Himmel auf Erden: in einer Familie mit zwei Zweibeinern, zwei weiteren Islandhunden, Solveig und Nic, und Islandpferden. Fenja und Dana lebten sich in Windeseile ein. Am 29.05.2021 verließen Fenja die Kräfte, sie durfte würdevoll in den Armen ihres Frauchens das große weiße Schiff besteigen, das sie zum anderen Ufer brachte. Mach’s gut, kleine Isländerin! Wir haben Dich kaum kennen lernen dürfen, aber wir werden uns immer an Dich, Dana und Deine neue Familie erinnern.

Liebes Team der Nothilfe für Polarhunde,

nachdem ich Fenja mit Dana zusammen am 04.02.2018 auf der Auffangstation abgeholt hatte, war ich doch mehr als erstaunt, mit welchem Tempo sich beide in die neue Umgebung einfügten. Sie benötigten genau zwei Tage, um sich nachts vor meine Schlafzimmertür zu stellen und mir lautstark mitzuteilen, dass sie auch ins Familienschlafzimmer wollten. Natürlich durften sie.

Sie begleiteten uns auf Turniere, halfen mit bei der Fütterung der Pferde, begrüßten die Einsteller aufs Herzlichste.

Fenja litt an grünem Star, sie war komplett blind. Aber auch damit kam sie gut zurecht. Langsam und vorsichtig schob sie sich immer vorwärts und konnte dadurch einem Hindernis einfach ausweichen. Nach ungefähr einer Woche hatte sie eine Landkarte von unserem Hof im Kopf; so war es ihr möglich, auch mal im Galopp über den Hof zu toben.

Und so vergingen unmerklich die Tage, Wochen, Monate und Jahre. Anfangs hörte Fenja noch hervorragend; dadurch war es mir möglich, auch ohne Leine mit ihr spazieren zu gehen. Ich habe mir dann ein Spiel ausgedacht, bei dem sie auch sehr gute Chancen hatte, indem ich eine Handvoll Katzenbreckies ins Waldlaub warf und die Hunde mit dem Befehl „such!“ losschickte. Fenja schob dann ihre Nase durch das Laub, dass es raschelte, und knackte mit zufriedenem Gesicht ihren Fund. Überhaupt, ihr Gesicht, sie hatte ein immerwährendes Lächeln im Gesicht, so dass man einfach zurücklächeln musste.

Und so wurde sie unmerklich älter, sie verlor Gewicht trotz gutem Appetit, ihre Bewegungen wurden langsamer, und sie schlief sehr viel und sehr tief.

Eines Morgens fand ich sie krampfend und bewusstlos vor. Trotz Intensivbehandlung gelang es mir nicht, sie aus diesem Zustand zurückzuholen, und so war es denn Zeit, ihr beim Sterben zu helfen. Sehr würdevoll verstarb sie in meinen Armen.

Sie bestieg mit ihrem immerwährenden Lächeln ihr großes weißes Schiff, winkte uns, Nic, Dana, Solveig und mir, noch einmal zu, das Schiff legte ab, und während wir ihr ein letztes Lebewohl zuriefen, versammelten sich am anderen Ufer bereits alle, die ihr vorausgegangen waren, und die sie liebten und kannten, um ihr ein begeistertes Willkommen entgegenzurufen.

Dass Sie, liebe Frau M., so viel Zeit verstreichen ließen, bevor Sie uns Fenjas Nachruf schickten, zeigt uns, wie sehr Sie unter dem Verlust gelitten haben. Fenja war einer dieser ganz besonderen Hunde – wir verstehen und fühlen mit Ihnen. Aber wir sind sicher: Fenja konnte nichts Besseres passieren, als, zusammen mit Dana, von Ihnen aufgefangen zu werden und von Ihnen, Dana, Nic und Solveig für ihr restliches Leben begleitet zu werden. Fenjas und Danas Dank sind Sie gewiss, aber auch wir möchten uns sehr, sehr herzlich bei Ihnen für die Aufnahme der beiden bedanken. Behalten Sie Fenjas Lächeln in Erinnerung – es wird Ihnen helfen, sich lächelnd an Fenja zu erinnern.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


"Manchmal ist uns unerklärbar und unglaublich ungerecht,
was manchem Hund so widerfährt.
Es macht uns Fassungs- und Machtlos!‘

(Christiane Breinig)

Devil

Devil
* 27.06.2016
29.12.2021

In Devils Leben lief einiges schief. Es begann mit einer unpassenden Namensgebung für ihn. Deshalb nannten wir ihn liebevoll Devi. Er kam als einer von drei Hunden aus hessischen Tierheimen zu uns. Sie alle stammten aus einer großen Hundegruppe, die wegen nicht artgerechter Haltung beschlagnahmt wurde. Alle drei warteten noch auf ihre Chance in einer neuen Familie.

Anfang November 2020 kam Devil völlig verunsichert und mit viel Misstrauen gegenüber Menschen auf die Schwäbische Alb und es war klar, dass er ganz besondere Betreuung und Förderung brauchte.

Der bildhübsche Husky bekam unsere Pflegerin Monika als ‚personal trainerin‘. Behutsam führte sie ihn an menschlichen Kontakt heran. Und Devil nahm in winzigen Portionen die Angebote an. Als er Vertrauen geschöpft hatte, konnten auch seine Ängste vor ganz normalen Geräuschen des Alltags mit ihrer Unterstützung angegangen und besiegt werden. Langsam wurde auch eine sensible Gassi-Geherin mit in seinen erweiterten Kreis der Menschenkontakte einbezogen. Das funktionierte für den extrem feinfühligen Kerl! Im letzten Herbst hatte er sogar Interessenten. Sie gaben sich alle Mühe und Devil ihre ganze Liebe. Das ging ihm allerdings zu schnell, er schien dadurch regelrecht erdrückt und fing wieder an zu kreisen. Wir mussten in seinem Sinn leider den Kontakt abbrechen.

Ende Dezember ging es Devil schlagartig körperlich nicht gut. Wir fuhren ihn sofort in die Klinik. Die Untersuchung per CT ergab nichts, die des Hirnwassers brachte die Ursache ‚sterile Hirnhaut und Rückenmarksentzündung‘ an die Oberfläche. Die Frage, wie es passierte, konnte nicht beantwortet werden. Erreger wurden nicht gefunden.

Er durfte anschließend zu ‚seiner Monika‘ nach Hause und erholte sich leicht. Er fraß auch wieder, aber kurz darauf verstarb er einfach in ihren Armen. Seine Lebensuhr war abgelaufen, er hatte keine Chance auf Genesung. Devil wurde gerade mal 5 ½ Jahre alt.

Wir sind immer noch fassungslos und Wut und Trauer wechseln sich in unseren Gefühlen ab. Warum musste ihm das passieren? Die Antwort werden wir wohl nie bekommen.

Mach es gut Devil! Wir wünschen Dir von Herzen eine neue reelle Chance jenseits des Regenbogens.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


„We didn't even realize we were making memories,
we just knew we were having fun.“

(R.R. Milne)

Oma Alice
* 27.08.2007
29.07.2021

Alice

Alice lebte lange Jahre nach ihrer Geburt mit ihrem Hundekumpel im Gehege und ist mit ihm im Gespann gelaufen, geführt von ihrem Halter. Beide mussten zwei herbe Verluste erleben. Der Rüde war verstorben und die Gesundheit des Halters eingeschränkt. Alice durfte daraufhin auch ins Haus, aber ihr Partner auf vier Pfoten und die sportliche Betätigung fehlten ihr doch sehr. So kam sie Ende Januar 2020 zu uns auf die Station, um die Chance auf einen artgerechten dritten Lebensabschnitt zu bekommen. Die nutzte sie umgehend und schlich sich beim nächsten Arbeitseinsatz in die Herzen einer Familie, die uns regelmäßig besucht und bei unserer Arbeit unterstützt. Noch vor dem Lockdown konnte sie Anfang März mit nach Hause fahren, um dort gleich den Garten und zu guter Letzt das Badezimmer zu erobern. Sie genoss alles, was ihr geboten wurde, bis zum Schluss!

Liebe Nothilfe,

bis jetzt haben wir es herausgezögert, diesen Text zu schreiben. Denn sobald das Foto und der Text auf der Homepage erscheinen, ist der Abschied wirklich und wahrhaftig da.

Doch es hilft nichts. Nachdem uns Käte im Frühjahr verlassen hat ist unsere Oma ihr im Juli gefolgt. Nachdem wir noch einen wunderschönen letzten Urlaub mit ihr haben durften, ging es ihr schnell schlechter. Als selbst das Laufen immer schwieriger wurde, war es Zeit. Denn Alice brauchte ihre Bewegung und jeder Spaziergang war ein Grund zur Freude. Im Wald, am Strand oder am allerliebsten im Schnee: Wo Alice war, war vorne. Und das selbst dann, wenn sie dank tauber Ohren und schlechter Sicht mal kurz in die falsche Richtung unterwegs war. Beim Laufen war sie zufrieden und konnte danach mit einem regelrechten Lächeln einschlafen, nur um dabei weiter vom Rennen träumen. Bei Tierarzt hat sich mit einem Bellen verabschiedet, als würde sie in ein Rennen starten.

Dieser „sture alte Knochen“ hat uns mehr Freude gebracht, als wir es uns hätten wünschen können. Alles an ihr war liebenswert und ein bisschen verschroben, sei es ihr Lieblingsplatz (Badezimmer), ihr liebster Snack (Waffeln) und ihr freches Anstupsen beim Spaziergang, bis man ihr endlich mal ein Leckerli gegeben hat, und wie sie sich voller Kraft gegen einen gedrückt hat, um ordentlich gekrault zu werden.

Auch wenn sie nur ein gutes Jahr bei uns sein durfte, sind wir sicher, dass sie sich zuhause gefühlt hat. Für uns war „Ich geh mal nach der Oma schauen“ eine liebgewordene Aufgabe über den ganzen Tag, bei der wir uns auch noch eine ganze Weile nach ihrem Tod ertappt haben.

Herzliche Grüße von Michael und Sarah mit Shadow, River und Alcatraz

Alice hat in stets fittem Zustand ein stolzes Alter erreicht. Nicht die Quantität, sondern die Qualität ist gerade für ein erfülltes Leben entscheidend. Und die hatte Alice bei Euch. Danke!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Um Dich zu lieben, reichte ein Augenblick.
Um Dich zu vergessen,
würde nicht einmal die Ewigkeit reichen
.
(Unbekannter Verfasser)

Bucci
* 02.04.2011
09.10.2021

Bucci hat Leben verändert, Sichtweisen. Das kann mancher Mensch nicht von sich behaupten! Bucci kann.

Im Juli 2018 zog der Siberian Husky in unserer Station ein: charismatisch, freundlich, ABER „schon“ sieben Jahre alt und mit einigen nicht unerheblichen gesundheitlichen Problemen (Epilepsie, innenliegende Hoden, Schilddrüsenunterfunktion). Wir machten uns Sorgen, dass dieser wunderbare Rüde länger in der Station bleiben würde. Doch Bucci gehörte zu Fortunas Lieblingen: Wir hatten nicht einmal Zeit, ihn auf der Website vorzustellen, da war er auch schon unterwegs in sein neues Zuhause.

Dabei war Bucci nicht der Anlass gewesen, weswegen seine Familie in die Station kam. Sie waren auf der Suche nach einem neuen Gefährten für ihren älteren Rüden Cäsar, der ein paar Wochen zuvor seine Gefährtin Natasha durch einen tragischen Unfall verloren hatte und in ein tiefes Loch gefallen war. Doch Ivokey war zu stürmisch für Cäsar, Bobi nicht „lieb“ genug, um Herrchen gleich vom ersten Tag an in die Firma zu begleiten. Und dann hatte unsere Stationsleiterin die Idee, Bucci vorzustellen. „Und es hat ‚zoom‘ gemacht – er und ich, das war‘s“, beschrieb das Herrchen damals das Kennenlernen. Drei Jahre lang hatte die Familie in Bucci den besten Begleiter bei allen Unternehmungen. Drei Jahre sind kurz, aber es sind drei Jahre, die weder die Familie noch Bucci missen möchten.

Bucci

Liebes Nothilfe-Team,

erst jetzt sind wir in der Lage, über den schweren Verlust unseres Bucci zu schreiben, wir haben diesen tollen Kerl vor drei Jahren bei euch kennen und lieben gelernt. Trotz seiner Epilepsie waren wir damals sofort verliebt und „mussten“ ihn einfach mitnehmen.

Wir haben es nie bereut, diesen treuen Kameraden, Freund und Familienmittelpunkt, der uns so viel Freude bereitet hat, zu uns zu nehmen.

Er hat in den drei Jahren unser komplettes Leben verändert, durch seine Lebensfreude, Sanftheit und Ausgeglichenheit hat er uns gezeigt, was wirklich wichtig im Leben ist.

Leider durften wir nur so wenige Jahre an seinem Leben teilnehmen, und doch sind wir froh, wenigstens diese gehabt zu haben. Wir vermissen ihn so unglaublich, dass es immer noch sehr, sehr schmerzt, an ihn zu denken.

Es grüßt Sie,

A. H.

Liebe Familie H./K., gerne hätten wir Ihnen allen mehr gemeinsame Zeit gewünscht, auch weil Bucci bei Ihnen sicher die schönste Zeit seines Lebens verbringen durfte. Dafür und auch dafür, dass Sie Bucci trotz seiner schweren Krankheiten vorbehaltlos und fest übernommen haben, möchten wir uns herzlich bedanken. Es ist immer zu früh, ob nach drei oder dreizehn Jahren, einen guten Freund gehen lassen zu müssen – das Wichtige, was immer bleiben wird, sind die Erinnerungen und die Liebe. Wir wünschen Ihnen viel Kraft für die Verarbeitung Ihrer Trauer.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde.


Ach liefest Du durch den Garten
noch einmal im raschen Gang –
wie gerne wollt ich warten, warten stundenlang!
(Theodor Fontane)

Aponi 20.08.200714.09.2021

Als gerade mal dreijähriges Hunde-Mädel kam Aponi zu uns in die Vermittlung – damals hieß sie noch Baby. In ihrer Familie hatte Baby bis dahin immer in Rivalität mit der anderen Familienhündin gelebt, und Baby war zutiefst verunsichert. Auch bei uns gab es zunächst wenig Stabilität: Baby musste von unserer Station Süd in unsere damalige Station im Norden Deutschlands, das „Nordlicht“, umziehen. Dann meldeten sich Interessenten, die südlich von München wohnten, und sie scheuten trotz Glatteiswarnung und Staus den weiten Weg in den Norden nicht, um Baby kennen zu lernen. Zwei intensive Tage des gegenseitigen Beschnupperns, und dann hieß es für Baby „zurück nach Süddeutschland“. Zum Zeichen des Neuanfangs wurde aus Baby Aponi, und aus Aponi wurde dank des Feingefühls, des Vertrauens und der Zuwendung ihrer neuen Familie eine wundervolle Begleiterin, für über 10 Jahre, die nun eine große Lücke hinterlassen hat.

Am 14. September ist unsere Aponi nach einer letzten Runde durch den Garten friedlich in ihrer Kuhle unterm Wacholder eingeschlafen.

Unsere Aponi hatte es nicht immer leicht. Mit ihrer etwas ruppigen, spröden Art wurde ihr Wesen oft verkannt. Grummeln war für sie ein Zeichen von Zufriedenheit. Wir vermissen ihre ureigene Art, Freude zu zeigen und zu spielen.

Schön war, dass Aponi nie einen Tierarzt brauchte und auch ihren letzten Weg ohne medizinische Unterstützung bewältigte, sie durfte einfach alt werden.

Sie fehlt ....

Familie B.

Liebe Familie B., ein geliebtes Tier zu verlieren, zerreißt einem fast das Herz. Über zehn Jahre durfte Aponi bei Ihnen leben. Das ist eine lange Zeit, und das macht den Abschiedsschmerz nicht leichter. Wir wünschen Ihnen, dass bald die schönen Erinnerungen an diese gemeinsame Zeit überwiegen werden. Der Gedanke, dass ein Tier an seinem Lieblingsplatz einschlafen darf, ist schön, und kaum einem Tier und seinem Menschen ist dies vergönnt. Wir danken Ihnen herzlich für die schönen Jahre, die Aponi bei Ihnen verbringen durfte – Sie haben aus „Baby“ eine tolle Husky-Dame gemacht.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Der Tod ist die Grenze des Lebens,
aber nicht das Ende der Liebe.

Grappa

Grappa
* Juni 2006
28.08.2021

Grappa kam im April 2016 zu uns in die Station, Teil eines neunköpfigen Rudels eines Mushers aus der Schweiz. Die Mischlingshündin mit dem blonden seidigen Fell passte weder optisch in dieses Rudel junger Husky-Schnösel noch von ihrem Wesen her: Grappa konnte den „jungen Wilden“ nichts entgegensetzen – und wollte es auch nicht, dazu war sie viel zu sanft. Kein Husky, neun Jahre alt, auf einem Auge blind – wir befürchteten eine längere Wartezeit für Grappa, bis sie ein neues Zuhause finden würde – trotz ihrer Liebenswürdigkeit und ihres außergewöhnlichen Charakters. Aber dann ging alles ganz schnell, denn die Zweibeiner des „Ettenheimer Trios“, aus dem kurz zuvor durch den tragischen und viel zu frühen Tod von Linus ein Duo geworden war, hatten Grappa auf unserer Website entdeckt. Und diese Zweibeiner suchen immer gezielt Hunde, die wenig Chancen auf Vermittlung haben. Aussehen, Alter, Rasse – alles unwichtig für diese Menschen. Sie schauen den Hunden in die Augen und ins Herz, und das muss stimmen. Bei Grappa stimmte alles, auch die „Chemie“ zwischen ihr und den vorhandenen Hunden Luna und Balou. So kehrte Grappa viel früher als erwartet der Station den Rücken. Sechs wunderschöne Jahre durfte Grappa in ihrer Familie erleben. Ihre Sanftmut und ihre Stärke bewahrte sie sich bis zu Schluss, sie war eine Kämpferin, bis der Krebs ihr und ihren Menschen keine Chance mehr ließ.

Liebes NfP-Team vor Ort und in Freudenstadt,

leider müssen wir euch mitteilen, dass unsere heißgeliebte Grappa am 28.08. über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Der Krebs war am Schluss leider stärker als unsere tapfere Kämpferseele Grappa. Sie wurde 15 Jahre und 2 Monate alt, und sie war so ein unglaublich tapferer Schatz! Eine Seele von Hund war sie, und wir sind so sehr traurig, dass es schwer fällt darüber zu sprechen bzw. zu schreiben.

Im Mai 2016 war es bei euch auf Station Liebe auf den ersten Blick, im Regen der erste Spaziergang, und es hat einfach sofort gepasst. Wir waren die vierten Besitzer der süßen Maus und lernten sie kennen mit einer blutigen Stelle auf der Schnauze von den jungen Wilden ihres großen Schweizer Rudels, das damals im April 2016 bei euch abgegeben worden war. Sie war viel zu friedliebend und sanft, als sich mit den jungen Rüpeln anzulegen. So zog sie zu uns nach Ettenheim und durfte auch gleich mit zum Urlaub an den Comer See. Und dort sollte sie auch ihren letzten Wanderurlaub dieses Jahr im August verleben.

Schon damals 2016 auf einem Auge blind, seit zwei Jahren dann mit nur noch einem Auge unterwegs, aber zum Glück ohne Einschränkung beim Bewegen, seit dem letzten Winter mit einem zuletzt riesigen nichtoperablen, bösartigen, aber lange wohl nicht schmerzhaften Tumor in der rechten Achsel und einem immer größer werdenden weiteren Geschwür am Bauch hat sie Tag für Tag alles gegeben, in ihrem Rudel mit Pino und Bessi. (Bessi wurde von einer anderen Tierschutzorganisation aus einer Tötungsstation aus den Pyrenäen gerettet und ist nun seit zwei Jahren bei uns, nachdem unsere geliebte Luna uns im Februar 2019 Adieu sagen musste.)

Grappa war immer dabei, wenn es hinaus ging, sie hat keinen Spaziergang ausgelassen und noch 14 Tage vor ihrem Tod wollte sie es nochmal wissen und ist 7,5 km in den Bergen hoch über dem Comer See mitmarschiert, weil sie es wollte, obwohl wir es ihr nicht zumuten wollten. Aber sie wollte unbedingt dabei sein.

Bis zuletzt hat sie gekämpft, dann ging Ende August nachts das Geschwür auf ....

Sie fehlt so sehr! Sie hat immer einen Platz in unseren Herzen, und ihr Rudel mit allen Vier- und Zweibeinern trauert so sehr um sie. Euer Kalenderblatt mit Grappa vom April 2021 hat hier nun einen Ehrenplatz in der Nähe ihres letzten Lieblingsplatzes.

Sie war ein wunderbares Mädchen, eine toughe Lady, die bis zuletzt megatapfer gekämpft hat!

Herzliche Grüße aus Ettenheim und ganz, ganz viel gute Energie für eure wunderbare Arbeit mit den Hundis!

B. R. und T. B.-M. mit Pino und Bessi

Liebe Frau R., lieber Herr B.-M., in Ihrem Abschied zu Grappa wird, wie in jeder Post von Ihnen, deutlich, was für eine außergewöhnliche Hündin Grappa war: so sanft und doch so stark! Wir können nachfühlen, welche Lücke Grappa hinterlassen hat. Wir hoffen, dass Sie bald Trost daraus ziehen können, dass Grappa wunderschöne Jahre mit Ihnen hatte und dass bald ein Lächeln in Erinnerung an die gemeinsamen Erlebnisse die Trauer überwiegt. Unser ganz herzlicher Dank, dass Sie Grappa unvoreingenommen und uneingeschränkt in Ihrem „Rudel“ aufgenommen und bis zum Schluss begleitet haben. Wir wünschen Ihnen viel Kraft bei der Bewältigung der Trauer um Grappa und bei den anderen großen Aufgaben, vor denen Sie derzeit stehen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Gebt mir Hunde, gebt mir Schnee, den Rest könnt ihr behalten!
(Knud Rasmussen)

Jennis

Jennis
* ca. 2009
23.08.2021

Jennis (nicht über uns vermittelt) war Spice’s Lebensretterin, denn Spice wollte nach dem Tod seines Bruders Snow nicht mehr essen – nicht mehr leben! An Jennis‘ Seite blühte Spice noch einmal auf – Jennis schenkte ihm 6 ½ Jahre! Jetzt ist Jennis bei Spice und Snow ….

Jennis kam im Oktober 2011 etwa zweijährig aus dem Tierheim Reutlingen zu uns. Damals rettete sie Spice (9 1/2 Jahre) das Leben. Spice wollte nach dem überraschenden Tod seines Bruders Snow auch nicht mehr leben und fraß einfach nicht mehr. Mit Jennis an seiner Seite drehte er aber noch mal so richtig auf und wurde schließlich 16 Jahre alt. Danke Jennis!

Jennis und Spice waren einfach ein tolles Paar, und Jennis lernte viele Aspekte des Schlittenhunde-Einmal-Eins von Spice. Ob Laufrichtung nach Ansage befolgen, gleichmäßiges Ziehen vor dem Rollwagen und vieles mehr; immer folgte sie ihrem großen Lehrmeister.

Dann war sie es, die mit Spice's Ableben (am 16.05.2018) in ein tiefes depressives Loch fiel. Garou, ein altdeutscher Hütehund, holte sie dann wieder dort raus, und Jennis war ihm für ihre letzten drei Jahre ein treuer, zuverlässiger Hundekumpel.

Jetzt eskalierten eine Reihe von Beschwerden bei Jennis, und sie zeigte deutlich an: "Ich will und kann nicht mehr", u. A. verweigerte sie zum Schluss jegliche Nahrung und wurde immer schwächer.

Heute, am 23.08.2021, ging sie dann über die Regenbogenbrücke. Ruhe in Frieden, Jennis!

J. F.

Lieber Herr F., Sie haben unser ganzes Mitgefühl! Wir alle wissen, dass unsere geliebten Vierbeiner „normalerweise“ vor uns gehen (zum Glück!), aber so lange man sie hat, will man nicht daran denken. Wir wünschen Ihnen viel Kraft für die Verarbeitung der Trauer!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Die Erinnerung ist ein Fenster,
durch das ich Ingo sehen kann, wann immer ich will.
(Ingos Herrchen)

Ingo

Ingo
* 01.03.2007
28.07.2021

Ingo war einer der Hunde, über deren Vorleben man nur ungläubig den Kopf schütteln kann: Er war in seiner ehemaligen „Familie“ gefesselt worden, damit er nicht über den Zaun springt. Sehnen- und Bänderschäden und deshalb ein Humpeln waren die Folge. Viel mehr wussten wir nicht damals, als Ingo (der damals Ringo hieß) in unserer Station einzog. Viel Zeit, ihn kennen zu lernen, hatten wir allerdings nicht: Nach nur einer Woche hatte Ingo, wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben, Glück. Das Glück kam in Gestalt zweier Menschen mit Shiba-Inu Jonas – Jonas entschied sich in der Station eindeutig für Ingo, die Menschen akzeptierten Jonas‘ Entscheidung und ließen sich von Ingos Behinderung nicht abschrecken. Ingo und Jonas waren fortan unzertrennlich, so unterschiedlich, wie sie waren, so unschlagbar waren sie als Team. Als Jonas über die Regenbogenbrücke gehen musste, durfte Ingo sich in unserer Station seine neue Gefährtin aussuchen, und seine Wahl fiel auf Pamy, die jetzt Anny heißt. Shiba-Inu Lisho von einer anderen Tierschutzorganisation vervollständigte das Trio. Nun ist daraus ein Duo geworden – und Ingo ist bei Jonas auf der Wiese jenseits der Regenbogenbrücke.

Ingo kam zu uns, als wir einen Kumpel für unseren Shiba-Inu Jonas suchten. Viel wusste man nicht über Ingo (damals noch Ringo) zu berichten. Er war ja erst eine Woche oder so auf der Station. Nur dass er wohl früher gefesselt war, um nicht über den Zaun springen zu können. Dies konnte man bis zum Schluss an den Narben an den Pfoten sehen …. Durch das Binden waren seine Sehnen und Bänder vor allem an den Hinterläufen verkürzt, was zu einem schlechten Gang führte. Aber Jonas hatte beim gemeinsamen Gassigehen auf der Station gemeint, dass er Ingo gut findet, also haben wir ihm dann eine Chance bei uns gegeben. Mit regelmäßigem Gassigehen und Unterwasserlaufband wurde es aber immer besser. Wobei aber ein für ihn typisches Gangbild blieb.

Ingo war ein sehr freundlicher und offener Typ, der immer den Kontakt zu anderen Hunden suchte und auch meistens fand. Nur wenn er merkte „oh, da gibt es Ärger“, ist er auf Distanz gegangen.

Vor rund 1 ½ Jahren kam Spondylose als Diagnose dazu. Aber mit TCM von der Heilpraktikerin und dann Schmerzmitteln war es sehr gut zu managen für ihn. Die Runden wurden aber immer langsamer und auch kürzer. Auch das Aufstehen als solches fiel ihm immer schwerer, bis es dann zum letzten Weg über die Regenbogenbrücke ging.

Aber wir sind für die Zeit, die uns Ingo schenkte, sehr sehr dankbar und werden ihn immer als die „Graue Eminenz“, die er war, in Erinnerung halten.

Liebe Familie W., wir trauern mit Ihnen um Ingo, und wir danken Ihnen von Herzen, dass Sie Ingo, wie all Ihre Hunde, annahmen, wie er war und ihn seine schlimme Vergangenheit vergessen ließen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Man stirbt, wie man lebte; das Sterben gehört zum Leben, nicht zum Tod.
(Ludwig Marcuse)

Wutang

Wutang
* 22.12.2006
03.08.2021

Wutang lebte seit seiner Welpenzeit bei seinem Besitzer, der ihn leider aus familiären Gründen Ende 2018 abgeben musste. Bei seiner Ankunft auf dem Hasleberg war der damals 12-jährige Husky-Mischling für sein Alter ausgesprochen fit und zeigt keinerlei gesundheitliche Auffälligkeiten. Gegenüber Fremden war Wutang zunächst zurückhaltend misstrauisch, sobald er aber jemand besser kannte, zeigte er seine anhängliche Seite.

Wutang hat sich in den ersten Monaten ein Stück weit geöffnet und lebte eine Zeit lang in einer WG mit Sugar, ansonsten war er eher nicht Gruppen-tauglich und wollte es auch nicht werden. Er war lieber ‚eigenständig‘ und schlendert seine gemütlichen Runden über den Hasleberg. Wobei das Zeitung lesen dabei höchste Priorität hatte! Er zeigte uns auch weitere Leidenschaften: Spielzeug und Büroschlaf. Vertrauten Menschen brachte er auch gerne seinen Ball, dabei ‚wackelt‘ der ganze Hund vor Freude. Nach einer Runde in der Halle setzte er sich regelmäßig vor die Bürotür und wartete sehnsüchtig auf Einlass.

Als er geimpft werden musste, stellte er uns vor die erste große Herausforderung. Tierarztbesuche kannte Wutang nicht. Wenn er auch nur ahnte, dass er dafür in den PolarExpress einsteigen soll, brach bei ihm Panik aus, in der er sicher auch seine Zähne zur Abwehr gebraucht hätte. Maulkorbtraining mit anschließendem Hausbesuch der Tierärztin war nötig, was dann beim zweiten Anlauf erfolgreich zum Ziel führte. Danach war erst mal wieder das Vertrauen angekratzt. Also begann das Maulkorbtraining erneut mit besten Wurststücken. Dann konnte die große Untersuchung geplant werden.

Telefonische Absprachen mit Minutengenauem Timing zwischen der Stationsleiterin und der Tierärztin wurden getroffen. Der Ablauf klingt wie ein Action-Film: Tierärztin fährt los, 15 Minuten später Maulkorb aufsetzen, Betäubungsspritze in der Station geben, Fahrt im Konvoi zur Praxis, Blut abnehmen, Röntgen, Ultraschall, Rücktransport zur Station. Es hat funktioniert! Wutang ist übrigens ‚völlig aufgeräumt‘ im Stationsbüro wieder aufgewacht. Die Analysen ergaben leicht therapierbare ‚Alterszipperlein‘ und Organe in bestem Zustand. Na, das waren doch mal gute Nachrichten, wir waren sehr erleichtert.

Wutang hatte nie ernsthafte Interessenten. Er richtete sich bei uns tagsüber im Büro und in der Halle ein, frühstückte morgens mit den Pflegerinnen und begleitete sie bei ihrer Arbeit auf dem Gelände. Nachts hatte er ein Hundehaus für sich. Er bekam oft Besuch von den Hunden der Stationsleiterin. Mit Quax tobte und spielte er, später machte er mit Junah regelmäßig ‚Oldie-Sport‘, kleinere Runden am Hasleberg.

Wutang wurde zum Mitglied der ‚Stationsfamilie‘ und das war ganz in seinem Sinn. Er bekam seine Wünsche nach Streicheleinheiten, Gassirunden und - wenn es ihm dann passte – Ruhe erfüllt. Er bekam seine Medikamente und, wenn es kalt wurde, seinen Mantel an.

Wie alle alternden Lebewesen wurde auch Wutang in den letzten Monaten noch eigener, die Hinterbeine schwächer, die Runden kürzer und er schlief viel, manchmal ‚komatös‘. Er hörte schlechter und immer öfter war er auch etwas vergesslich. Wir alle nannten ihn liebevoll ‚Opa Wutang‘, führten ihn öfter zum Pipi machen und wenn er verweigerte, bekam er halt später einen ‚Zimmerservice‘ im Büro.

Er ging auch nicht mehr mit jedem spazieren, da setzte er klar Prioritäten. Als es soweit war, schlief er auch nicht einfach friedlich ein, das hätte nicht zu ihm gepasst. Er brauchte und bekam die Hilfe der Tierärztin und seiner Bezugsperson in seinem Stationsbüro.

Wir sind alle noch am Verarbeiten und ertappen uns bei Gedanken wie ‚erst mal nach Opa schauen‘ oder ‚muss Opa‘ nicht gleich raus?‘ Es wird noch eine Weile dauern, er fehlt uns sehr. Denn Opa Wutang war ein ganz besonderer Hund mit Ecken und Kanten.

Das traurige Team der Nothilfe für Polarhunde


Manch‘ herber Verlust im Leben erscheint einem erst sinnlos und unverständlich,
seine Botschaft offenbart sich mit dem Verheilen seiner hinterlassenen Wunden.
(Christiane Breinig)

Nero

Nero
* 24.07.2015
03.08.2021

Lieber Nero,

der 3. August 2021 war für uns ein schwarzer Tag. Wir verloren zwei unserer Hunde auf der Station. Nicht alle von uns hatten die Chance, sich von Dir zu verabschieden, deshalb schicken wir Dir diesen Brief über die Regenbogenbrücke.

Als Du ziemlich genau vor einem Jahr vor unserer Tür auftauchtest, sahen wir nicht den erwarteten Husky-Mischling, sondern ein zappelndes, krankes fünfjähriges Hundebaby. Du hattest wenig Erfahrung im Umgang mit Alltag, Mensch und Hund. Und deine Herzwürmer mussten dringend behandelt werden. Ja, du warst ein Hund in Not und wir nahmen Dich auf.

Es war eine ziemliche Herausforderung, dich jeweils nach der Injektion der Medizin ruhig zu halten. Die Gefahr, dass durch zu viel Bewegung sich etwas löst und deine Blutbahn verstopft, war groß. Ivokey, der sich auf jeden hündischen Partner einstellen konnte, half uns mit seiner beruhigenden Wirkung auf dich. Es hat geklappt, die Herzwürmer wurden besiegt.

Etwas länger dauerte es, bis sich durch die tägliche Beschäftigung mit dir Erfolge einstellten. Du hattest Sonderbetreuung durch die Pflegerinnen, die dich über die schöne Alb führten und dich mit allen Umweltreizen bis hin zu Hundebegegnungen vertraut machten. Ergänzend gab es Spiele in der Halle, bei denen du lernen konntest, nicht immer gleich hochzufahren. Du nahmst die Führung gerne an, die Entwicklung erfolgte in winzigen Schritten, aber es ging immerhin voran.

Und dann trat plötzlich eine erschreckende Wende ein. Aus uns unerklärlichen Gründen flipptest Du bei den kleinsten Anlässen total aus. Dein Zustand verschlechterte sich rapide. Wir nutzten alle möglichen Sicherheitsmaßnahmen und du bekamst ein eigenes Gehege. Dann warst du zeitweise wieder völlig ‚normal‘. Was war passiert?

Die Untersuchung unter Narkose bei unserer Tierärztin löste das Rätsel auf: du hattest einen Tumor im Gehirn. Die Entscheidung musste gefällt werden. Du erwachtest nicht mehr aus dieser Narkose.

Zurück bleiben sehr traurige Menschen und auch einzelne Artgenossen, teilweise mit Narben an Leib und Seele. Wir alle müssen das Geschehene noch verarbeiten und aus den Erfahrungen lernen.

Mach es gut ‚Baby‘ Nero, es tut uns leid, dass wir Dir nicht auf andere Weise helfen konnten.

Das traurige Team der Nothilfe für Polarhunde

 

"If there are no dogs in Heaven,
then when I die I want to go
where they went."
Will Rogers, 1897-1935

 
 

übersetzt:
"Wenn es im Himmel keine Hunde gibt,
dann möchte ich, wenn ich sterbe, dahingehen,
wo sie hingegangen sind."

 

 

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03.08.22