Die RegenbogenbrückeDie Regenbogenbrücke

Es gibt eine Brücke, die den Himmel und die Erde verbindet. Weil sie so viele Farben hat, nennt man sie die Regenbogenbrücke. Auf der anderen Seite der Brücke liegt ein wunderschönes Land mit blühenden Wiesen, mit saftigem grünen Gras und traumhaften Wäldern. Wenn ein geliebtes Tier die Erde für immer verlassen muss, gelangt es zu diesem wundervollen Ort. Dort gibt es immer reichlich zu fressen und zu trinken, und das Wetter ist immer so schön und warm wie im Frühling. Die alten Tiere werden dort wieder jung und die kranken Tiere wieder gesund. Den ganzen Tag toben sie vergnügt zusammen herum.
Nur eines fehlt ihnen zu ihrem vollkommenen Glück: Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag miteinander, bis eines Tages eines von ihnen plötzlich innehält und gespannt aufsieht. Seine Nase nimmt Witterung auf, seine Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß. Es tritt aus der Gruppe heraus und rennt dann los über das grüne Gras. Es wird schneller und schneller, denn es hat Dich gesehen!
Und wenn Du und Dein geliebtes Tier sich treffen, gibt es eine Wiedersehensfreude, die nicht enden will. Du nimmst es in Deine Arme und hältst es fest umschlungen. Dein Gesicht wird wieder und von ihm geküsst, deine Hände streicheln über sein schönes weiches Fell, und Du siehst endlich wieder in die Augen Deines geliebten Freundes, der so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber niemals aus Deinem Herzen. Dann überquert ihr gemeinsam die Regenbogenbrücke und werdet von nun an niemals mehr getrennt sein ...

 

Um Dich zu lieben, reichte ein Augenblick.
Um Dich zu vergessen,
würde nicht einmal die Ewigkeit reichen
.
(Unbekannter Verfasser)

Bucci
* 02.04.2011
09.10.2021

Bucci hat Leben verändert, Sichtweisen. Das kann mancher Mensch nicht von sich behaupten! Bucci kann.

Im Juli 2018 zog der Siberian Husky in unserer Station ein: charismatisch, freundlich, ABER „schon“ sieben Jahre alt und mit einigen nicht unerheblichen gesundheitlichen Problemen (Epilepsie, innenliegende Hoden, Schilddrüsenunterfunktion). Wir machten uns Sorgen, dass dieser wunderbare Rüde länger in der Station bleiben würde. Doch Bucci gehörte zu Fortunas Lieblingen: Wir hatten nicht einmal Zeit, ihn auf der Website vorzustellen, da war er auch schon unterwegs in sein neues Zuhause.

Dabei war Bucci nicht der Anlass gewesen, weswegen seine Familie in die Station kam. Sie waren auf der Suche nach einem neuen Gefährten für ihren älteren Rüden Cäsar, der ein paar Wochen zuvor seine Gefährtin Natasha durch einen tragischen Unfall verloren hatte und in ein tiefes Loch gefallen war. Doch Ivokey war zu stürmisch für Cäsar, Bobi nicht „lieb“ genug, um Herrchen gleich vom ersten Tag an in die Firma zu begleiten. Und dann hatte unsere Stationsleiterin die Idee, Bucci vorzustellen. „Und es hat ‚zoom‘ gemacht – er und ich, das war‘s“, beschrieb das Herrchen damals das Kennenlernen. Drei Jahre lang hatte die Familie in Bucci den besten Begleiter bei allen Unternehmungen. Drei Jahre sind kurz, aber es sind drei Jahre, die weder die Familie noch Bucci missen möchten.

Bucci

Liebes Nothilfe-Team,

erst jetzt sind wir in der Lage, über den schweren Verlust unseres Bucci zu schreiben, wir haben diesen tollen Kerl vor drei Jahren bei euch kennen und lieben gelernt. Trotz seiner Epilepsie waren wir damals sofort verliebt und „mussten“ ihn einfach mitnehmen.

Wir haben es nie bereut, diesen treuen Kameraden, Freund und Familienmittelpunkt, der uns so viel Freude bereitet hat, zu uns zu nehmen.

Er hat in den drei Jahren unser komplettes Leben verändert, durch seine Lebensfreude, Sanftheit und Ausgeglichenheit hat er uns gezeigt, was wirklich wichtig im Leben ist.

Leider durften wir nur so wenige Jahre an seinem Leben teilnehmen, und doch sind wir froh, wenigstens diese gehabt zu haben. Wir vermissen ihn so unglaublich, dass es immer noch sehr, sehr schmerzt, an ihn zu denken.

Es grüßt Sie,

A. H.

Liebe Familie H./K., gerne hätten wir Ihnen allen mehr gemeinsame Zeit gewünscht, auch weil Bucci bei Ihnen sicher die schönste Zeit seines Lebens verbringen durfte. Dafür und auch dafür, dass Sie Bucci trotz seiner schweren Krankheiten vorbehaltlos und fest übernommen haben, möchten wir uns herzlich bedanken. Es ist immer zu früh, ob nach drei oder dreizehn Jahren, einen guten Freund gehen lassen zu müssen – das Wichtige, was immer bleiben wird, sind die Erinnerungen und die Liebe. Wir wünschen Ihnen viel Kraft für die Verarbeitung Ihrer Trauer.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde.


Ach liefest Du durch den Garten
noch einmal im raschen Gang –
wie gerne wollt ich warten, warten stundenlang!
(Theodor Fontane)

Aponi 20.08.200714.09.2021

Als gerade mal dreijähriges Hunde-Mädel kam Aponi zu uns in die Vermittlung – damals hieß sie noch Baby. In ihrer Familie hatte Baby bis dahin immer in Rivalität mit der anderen Familienhündin gelebt, und Baby war zutiefst verunsichert. Auch bei uns gab es zunächst wenig Stabilität: Baby musste von unserer Station Süd in unsere damalige Station im Norden Deutschlands, das „Nordlicht“, umziehen. Dann meldeten sich Interessenten, die südlich von München wohnten, und sie scheuten trotz Glatteiswarnung und Staus den weiten Weg in den Norden nicht, um Baby kennen zu lernen. Zwei intensive Tage des gegenseitigen Beschnupperns, und dann hieß es für Baby „zurück nach Süddeutschland“. Zum Zeichen des Neuanfangs wurde aus Baby Aponi, und aus Aponi wurde dank des Feingefühls, des Vertrauens und der Zuwendung ihrer neuen Familie eine wundervolle Begleiterin, für über 10 Jahre, die nun eine große Lücke hinterlassen hat.

Am 14. September ist unsere Aponi nach einer letzten Runde durch den Garten friedlich in ihrer Kuhle unterm Wacholder eingeschlafen.

Unsere Aponi hatte es nicht immer leicht. Mit ihrer etwas ruppigen, spröden Art wurde ihr Wesen oft verkannt. Grummeln war für sie ein Zeichen von Zufriedenheit. Wir vermissen ihre ureigene Art, Freude zu zeigen und zu spielen.

Schön war, dass Aponi nie einen Tierarzt brauchte und auch ihren letzten Weg ohne medizinische Unterstützung bewältigte, sie durfte einfach alt werden.

Sie fehlt ....

Familie B.

Liebe Familie B., ein geliebtes Tier zu verlieren, zerreißt einem fast das Herz. Über zehn Jahre durfte Aponi bei Ihnen leben. Das ist eine lange Zeit, und das macht den Abschiedsschmerz nicht leichter. Wir wünschen Ihnen, dass bald die schönen Erinnerungen an diese gemeinsame Zeit überwiegen werden. Der Gedanke, dass ein Tier an seinem Lieblingsplatz einschlafen darf, ist schön, und kaum einem Tier und seinem Menschen ist dies vergönnt. Wir danken Ihnen herzlich für die schönen Jahre, die Aponi bei Ihnen verbringen durfte – Sie haben aus „Baby“ eine tolle Husky-Dame gemacht.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Der Tod ist die Grenze des Lebens,
aber nicht das Ende der Liebe.

Grappa

Grappa
* Juni 2006
28.08.2021

Grappa kam im April 2016 zu uns in die Station, Teil eines neunköpfigen Rudels eines Mushers aus der Schweiz. Die Mischlingshündin mit dem blonden seidigen Fell passte weder optisch in dieses Rudel junger Husky-Schnösel noch von ihrem Wesen her: Grappa konnte den „jungen Wilden“ nichts entgegensetzen – und wollte es auch nicht, dazu war sie viel zu sanft. Kein Husky, neun Jahre alt, auf einem Auge blind – wir befürchteten eine längere Wartezeit für Grappa, bis sie ein neues Zuhause finden würde – trotz ihrer Liebenswürdigkeit und ihres außergewöhnlichen Charakters. Aber dann ging alles ganz schnell, denn die Zweibeiner des „Ettenheimer Trios“, aus dem kurz zuvor durch den tragischen und viel zu frühen Tod von Linus ein Duo geworden war, hatten Grappa auf unserer Website entdeckt. Und diese Zweibeiner suchen immer gezielt Hunde, die wenig Chancen auf Vermittlung haben. Aussehen, Alter, Rasse – alles unwichtig für diese Menschen. Sie schauen den Hunden in die Augen und ins Herz, und das muss stimmen. Bei Grappa stimmte alles, auch die „Chemie“ zwischen ihr und den vorhandenen Hunden Luna und Balou. So kehrte Grappa viel früher als erwartet der Station den Rücken. Sechs wunderschöne Jahre durfte Grappa in ihrer Familie erleben. Ihre Sanftmut und ihre Stärke bewahrte sie sich bis zu Schluss, sie war eine Kämpferin, bis der Krebs ihr und ihren Menschen keine Chance mehr ließ.

Liebes NfP-Team vor Ort und in Freudenstadt,

leider müssen wir euch mitteilen, dass unsere heißgeliebte Grappa am 28.08. über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Der Krebs war am Schluss leider stärker als unsere tapfere Kämpferseele Grappa. Sie wurde 15 Jahre und 2 Monate alt, und sie war so ein unglaublich tapferer Schatz! Eine Seele von Hund war sie, und wir sind so sehr traurig, dass es schwer fällt darüber zu sprechen bzw. zu schreiben.

Im Mai 2016 war es bei euch auf Station Liebe auf den ersten Blick, im Regen der erste Spaziergang, und es hat einfach sofort gepasst. Wir waren die vierten Besitzer der süßen Maus und lernten sie kennen mit einer blutigen Stelle auf der Schnauze von den jungen Wilden ihres großen Schweizer Rudels, das damals im April 2016 bei euch abgegeben worden war. Sie war viel zu friedliebend und sanft, als sich mit den jungen Rüpeln anzulegen. So zog sie zu uns nach Ettenheim und durfte auch gleich mit zum Urlaub an den Comer See. Und dort sollte sie auch ihren letzten Wanderurlaub dieses Jahr im August verleben.

Schon damals 2016 auf einem Auge blind, seit zwei Jahren dann mit nur noch einem Auge unterwegs, aber zum Glück ohne Einschränkung beim Bewegen, seit dem letzten Winter mit einem zuletzt riesigen nichtoperablen, bösartigen, aber lange wohl nicht schmerzhaften Tumor in der rechten Achsel und einem immer größer werdenden weiteren Geschwür am Bauch hat sie Tag für Tag alles gegeben, in ihrem Rudel mit Pino und Bessi. (Bessi wurde von einer anderen Tierschutzorganisation aus einer Tötungsstation aus den Pyrenäen gerettet und ist nun seit zwei Jahren bei uns, nachdem unsere geliebte Luna uns im Februar 2019 Adieu sagen musste.)

Grappa war immer dabei, wenn es hinaus ging, sie hat keinen Spaziergang ausgelassen und noch 14 Tage vor ihrem Tod wollte sie es nochmal wissen und ist 7,5 km in den Bergen hoch über dem Comer See mitmarschiert, weil sie es wollte, obwohl wir es ihr nicht zumuten wollten. Aber sie wollte unbedingt dabei sein.

Bis zuletzt hat sie gekämpft, dann ging Ende August nachts das Geschwür auf ....

Sie fehlt so sehr! Sie hat immer einen Platz in unseren Herzen, und ihr Rudel mit allen Vier- und Zweibeinern trauert so sehr um sie. Euer Kalenderblatt mit Grappa vom April 2021 hat hier nun einen Ehrenplatz in der Nähe ihres letzten Lieblingsplatzes.

Sie war ein wunderbares Mädchen, eine toughe Lady, die bis zuletzt megatapfer gekämpft hat!

Herzliche Grüße aus Ettenheim und ganz, ganz viel gute Energie für eure wunderbare Arbeit mit den Hundis!

B. R. und T. B.-M. mit Pino und Bessi

Liebe Frau R., lieber Herr B.-M., in Ihrem Abschied zu Grappa wird, wie in jeder Post von Ihnen, deutlich, was für eine außergewöhnliche Hündin Grappa war: so sanft und doch so stark! Wir können nachfühlen, welche Lücke Grappa hinterlassen hat. Wir hoffen, dass Sie bald Trost daraus ziehen können, dass Grappa wunderschöne Jahre mit Ihnen hatte und dass bald ein Lächeln in Erinnerung an die gemeinsamen Erlebnisse die Trauer überwiegt. Unser ganz herzlicher Dank, dass Sie Grappa unvoreingenommen und uneingeschränkt in Ihrem „Rudel“ aufgenommen und bis zum Schluss begleitet haben. Wir wünschen Ihnen viel Kraft bei der Bewältigung der Trauer um Grappa und bei den anderen großen Aufgaben, vor denen Sie derzeit stehen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Gebt mir Hunde, gebt mir Schnee, den Rest könnt ihr behalten!
(Knud Rasmussen)

Jennis

Jennis
* ca. 2009
23.08.2021

Jennis (nicht über uns vermittelt) war Spice’s Lebensretterin, denn Spice wollte nach dem Tod seines Bruders Snow nicht mehr essen – nicht mehr leben! An Jennis‘ Seite blühte Spice noch einmal auf – Jennis schenkte ihm 6 ½ Jahre! Jetzt ist Jennis bei Spice und Snow ….

Jennis kam im Oktober 2011 etwa zweijährig aus dem Tierheim Reutlingen zu uns. Damals rettete sie Spice (9 1/2 Jahre) das Leben. Spice wollte nach dem überraschenden Tod seines Bruders Snow auch nicht mehr leben und fraß einfach nicht mehr. Mit Jennis an seiner Seite drehte er aber noch mal so richtig auf und wurde schließlich 16 Jahre alt. Danke Jennis!

Jennis und Spice waren einfach ein tolles Paar, und Jennis lernte viele Aspekte des Schlittenhunde-Einmal-Eins von Spice. Ob Laufrichtung nach Ansage befolgen, gleichmäßiges Ziehen vor dem Rollwagen und vieles mehr; immer folgte sie ihrem großen Lehrmeister.

Dann war sie es, die mit Spice's Ableben (am 16.05.2018) in ein tiefes depressives Loch fiel. Garou, ein altdeutscher Hütehund, holte sie dann wieder dort raus, und Jennis war ihm für ihre letzten drei Jahre ein treuer, zuverlässiger Hundekumpel.

Jetzt eskalierten eine Reihe von Beschwerden bei Jennis, und sie zeigte deutlich an: "Ich will und kann nicht mehr", u. A. verweigerte sie zum Schluss jegliche Nahrung und wurde immer schwächer.

Heute, am 23.08.2021, ging sie dann über die Regenbogenbrücke. Ruhe in Frieden, Jennis!

J. F.

Lieber Herr F., Sie haben unser ganzes Mitgefühl! Wir alle wissen, dass unsere geliebten Vierbeiner „normalerweise“ vor uns gehen (zum Glück!), aber so lange man sie hat, will man nicht daran denken. Wir wünschen Ihnen viel Kraft für die Verarbeitung der Trauer!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Die Erinnerung ist ein Fenster,
durch das ich Ingo sehen kann, wann immer ich will.
(Ingos Herrchen)

Ingo

Ingo
* 01.03.2007
28.07.2021

Ingo war einer der Hunde, über deren Vorleben man nur ungläubig den Kopf schütteln kann: Er war in seiner ehemaligen „Familie“ gefesselt worden, damit er nicht über den Zaun springt. Sehnen- und Bänderschäden und deshalb ein Humpeln waren die Folge. Viel mehr wussten wir nicht damals, als Ingo (der damals Ringo hieß) in unserer Station einzog. Viel Zeit, ihn kennen zu lernen, hatten wir allerdings nicht: Nach nur einer Woche hatte Ingo, wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben, Glück. Das Glück kam in Gestalt zweier Menschen mit Shiba-Inu Jonas – Jonas entschied sich in der Station eindeutig für Ingo, die Menschen akzeptierten Jonas‘ Entscheidung und ließen sich von Ingos Behinderung nicht abschrecken. Ingo und Jonas waren fortan unzertrennlich, so unterschiedlich, wie sie waren, so unschlagbar waren sie als Team. Als Jonas über die Regenbogenbrücke gehen musste, durfte Ingo sich in unserer Station seine neue Gefährtin aussuchen, und seine Wahl fiel auf Pamy, die jetzt Anny heißt. Shiba-Inu Lisho von einer anderen Tierschutzorganisation vervollständigte das Trio. Nun ist daraus ein Duo geworden – und Ingo ist bei Jonas auf der Wiese jenseits der Regenbogenbrücke.

Ingo kam zu uns, als wir einen Kumpel für unseren Shiba-Inu Jonas suchten. Viel wusste man nicht über Ingo (damals noch Ringo) zu berichten. Er war ja erst eine Woche oder so auf der Station. Nur dass er wohl früher gefesselt war, um nicht über den Zaun springen zu können. Dies konnte man bis zum Schluss an den Narben an den Pfoten sehen …. Durch das Binden waren seine Sehnen und Bänder vor allem an den Hinterläufen verkürzt, was zu einem schlechten Gang führte. Aber Jonas hatte beim gemeinsamen Gassigehen auf der Station gemeint, dass er Ingo gut findet, also haben wir ihm dann eine Chance bei uns gegeben. Mit regelmäßigem Gassigehen und Unterwasserlaufband wurde es aber immer besser. Wobei aber ein für ihn typisches Gangbild blieb.

Ingo war ein sehr freundlicher und offener Typ, der immer den Kontakt zu anderen Hunden suchte und auch meistens fand. Nur wenn er merkte „oh, da gibt es Ärger“, ist er auf Distanz gegangen.

Vor rund 1 ½ Jahren kam Spondylose als Diagnose dazu. Aber mit TCM von der Heilpraktikerin und dann Schmerzmitteln war es sehr gut zu managen für ihn. Die Runden wurden aber immer langsamer und auch kürzer. Auch das Aufstehen als solches fiel ihm immer schwerer, bis es dann zum letzten Weg über die Regenbogenbrücke ging.

Aber wir sind für die Zeit, die uns Ingo schenkte, sehr sehr dankbar und werden ihn immer als die „Graue Eminenz“, die er war, in Erinnerung halten.

Liebe Familie W., wir trauern mit Ihnen um Ingo, und wir danken Ihnen von Herzen, dass Sie Ingo, wie all Ihre Hunde, annahmen, wie er war und ihn seine schlimme Vergangenheit vergessen ließen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Man stirbt, wie man lebte; das Sterben gehört zum Leben, nicht zum Tod.
(Ludwig Marcuse)

Wutang

Wutang
* 22.12.2006
03.08.2021

Wutang lebte seit seiner Welpenzeit bei seinem Besitzer, der ihn leider aus familiären Gründen Ende 2018 abgeben musste. Bei seiner Ankunft auf dem Hasleberg war der damals 12-jährige Husky-Mischling für sein Alter ausgesprochen fit und zeigt keinerlei gesundheitliche Auffälligkeiten. Gegenüber Fremden war Wutang zunächst zurückhaltend misstrauisch, sobald er aber jemand besser kannte, zeigte er seine anhängliche Seite.

Wutang hat sich in den ersten Monaten ein Stück weit geöffnet und lebte eine Zeit lang in einer WG mit Sugar, ansonsten war er eher nicht Gruppen-tauglich und wollte es auch nicht werden. Er war lieber ‚eigenständig‘ und schlendert seine gemütlichen Runden über den Hasleberg. Wobei das Zeitung lesen dabei höchste Priorität hatte! Er zeigte uns auch weitere Leidenschaften: Spielzeug und Büroschlaf. Vertrauten Menschen brachte er auch gerne seinen Ball, dabei ‚wackelt‘ der ganze Hund vor Freude. Nach einer Runde in der Halle setzte er sich regelmäßig vor die Bürotür und wartete sehnsüchtig auf Einlass.

Als er geimpft werden musste, stellte er uns vor die erste große Herausforderung. Tierarztbesuche kannte Wutang nicht. Wenn er auch nur ahnte, dass er dafür in den PolarExpress einsteigen soll, brach bei ihm Panik aus, in der er sicher auch seine Zähne zur Abwehr gebraucht hätte. Maulkorbtraining mit anschließendem Hausbesuch der Tierärztin war nötig, was dann beim zweiten Anlauf erfolgreich zum Ziel führte. Danach war erst mal wieder das Vertrauen angekratzt. Also begann das Maulkorbtraining erneut mit besten Wurststücken. Dann konnte die große Untersuchung geplant werden.

Telefonische Absprachen mit Minutengenauem Timing zwischen der Stationsleiterin und der Tierärztin wurden getroffen. Der Ablauf klingt wie ein Action-Film: Tierärztin fährt los, 15 Minuten später Maulkorb aufsetzen, Betäubungsspritze in der Station geben, Fahrt im Konvoi zur Praxis, Blut abnehmen, Röntgen, Ultraschall, Rücktransport zur Station. Es hat funktioniert! Wutang ist übrigens ‚völlig aufgeräumt‘ im Stationsbüro wieder aufgewacht. Die Analysen ergaben leicht therapierbare ‚Alterszipperlein‘ und Organe in bestem Zustand. Na, das waren doch mal gute Nachrichten, wir waren sehr erleichtert.

Wutang hatte nie ernsthafte Interessenten. Er richtete sich bei uns tagsüber im Büro und in der Halle ein, frühstückte morgens mit den Pflegerinnen und begleitete sie bei ihrer Arbeit auf dem Gelände. Nachts hatte er ein Hundehaus für sich. Er bekam oft Besuch von den Hunden der Stationsleiterin. Mit Quax tobte und spielte er, später machte er mit Junah regelmäßig ‚Oldie-Sport‘, kleinere Runden am Hasleberg.

Wutang wurde zum Mitglied der ‚Stationsfamilie‘ und das war ganz in seinem Sinn. Er bekam seine Wünsche nach Streicheleinheiten, Gassirunden und - wenn es ihm dann passte – Ruhe erfüllt. Er bekam seine Medikamente und, wenn es kalt wurde, seinen Mantel an.

Wie alle alternden Lebewesen wurde auch Wutang in den letzten Monaten noch eigener, die Hinterbeine schwächer, die Runden kürzer und er schlief viel, manchmal ‚komatös‘. Er hörte schlechter und immer öfter war er auch etwas vergesslich. Wir alle nannten ihn liebevoll ‚Opa Wutang‘, führten ihn öfter zum Pipi machen und wenn er verweigerte, bekam er halt später einen ‚Zimmerservice‘ im Büro.

Er ging auch nicht mehr mit jedem spazieren, da setzte er klar Prioritäten. Als es soweit war, schlief er auch nicht einfach friedlich ein, das hätte nicht zu ihm gepasst. Er brauchte und bekam die Hilfe der Tierärztin und seiner Bezugsperson in seinem Stationsbüro.

Wir sind alle noch am Verarbeiten und ertappen uns bei Gedanken wie ‚erst mal nach Opa schauen‘ oder ‚muss Opa‘ nicht gleich raus?‘ Es wird noch eine Weile dauern, er fehlt uns sehr. Denn Opa Wutang war ein ganz besonderer Hund mit Ecken und Kanten.

Das traurige Team der Nothilfe für Polarhunde


Manch‘ herber Verlust im Leben erscheint einem erst sinnlos und unverständlich,
seine Botschaft offenbart sich mit dem Verheilen seiner hinterlassenen Wunden.
(Christiane Breinig)

Nero

Nero
* 24.07.2015
03.08.2021

Lieber Nero,

der 3. August 2021 war für uns ein schwarzer Tag. Wir verloren zwei unserer Hunde auf der Station. Nicht alle von uns hatten die Chance, sich von Dir zu verabschieden, deshalb schicken wir Dir diesen Brief über die Regenbogenbrücke.

Als Du ziemlich genau vor einem Jahr vor unserer Tür auftauchtest, sahen wir nicht den erwarteten Husky-Mischling, sondern ein zappelndes, krankes fünfjähriges Hundebaby. Du hattest wenig Erfahrung im Umgang mit Alltag, Mensch und Hund. Und deine Herzwürmer mussten dringend behandelt werden. Ja, du warst ein Hund in Not und wir nahmen Dich auf.

Es war eine ziemliche Herausforderung, dich jeweils nach der Injektion der Medizin ruhig zu halten. Die Gefahr, dass durch zu viel Bewegung sich etwas löst und deine Blutbahn verstopft, war groß. Ivokey, der sich auf jeden hündischen Partner einstellen konnte, half uns mit seiner beruhigenden Wirkung auf dich. Es hat geklappt, die Herzwürmer wurden besiegt.

Etwas länger dauerte es, bis sich durch die tägliche Beschäftigung mit dir Erfolge einstellten. Du hattest Sonderbetreuung durch die Pflegerinnen, die dich über die schöne Alb führten und dich mit allen Umweltreizen bis hin zu Hundebegegnungen vertraut machten. Ergänzend gab es Spiele in der Halle, bei denen du lernen konntest, nicht immer gleich hochzufahren. Du nahmst die Führung gerne an, die Entwicklung erfolgte in winzigen Schritten, aber es ging immerhin voran.

Und dann trat plötzlich eine erschreckende Wende ein. Aus uns unerklärlichen Gründen flipptest Du bei den kleinsten Anlässen total aus. Dein Zustand verschlechterte sich rapide. Wir nutzten alle möglichen Sicherheitsmaßnahmen und du bekamst ein eigenes Gehege. Dann warst du zeitweise wieder völlig ‚normal‘. Was war passiert?

Die Untersuchung unter Narkose bei unserer Tierärztin löste das Rätsel auf: du hattest einen Tumor im Gehirn. Die Entscheidung musste gefällt werden. Du erwachtest nicht mehr aus dieser Narkose.

Zurück bleiben sehr traurige Menschen und auch einzelne Artgenossen, teilweise mit Narben an Leib und Seele. Wir alle müssen das Geschehene noch verarbeiten und aus den Erfahrungen lernen.

Mach es gut ‚Baby‘ Nero, es tut uns leid, dass wir Dir nicht auf andere Weise helfen konnten.

Das traurige Team der Nothilfe für Polarhunde

 

"If there are no dogs in Heaven,
then when I die I want to go
where they went."
Will Rogers, 1897-1935

 
 

übersetzt:
"Wenn es im Himmel keine Hunde gibt,
dann möchte ich, wenn ich sterbe, dahingehen,
wo sie hingegangen sind."

 

 

nächste Seite                                nach oben
 

23.11.21