Die RegenbogenbrückeDie Regenbogenbrücke

Es gibt eine Brücke, die den Himmel und die Erde verbindet. Weil sie so viele Farben hat, nennt man sie die Regenbogenbrücke. Auf der anderen Seite der Brücke liegt ein wunderschönes Land mit blühenden Wiesen, mit saftigem grünen Gras und traumhaften Wäldern. Wenn ein geliebtes Tier die Erde für immer verlassen muss, gelangt es zu diesem wundervollen Ort. Dort gibt es immer reichlich zu fressen und zu trinken, und das Wetter ist immer so schön und warm wie im Frühling. Die alten Tiere werden dort wieder jung und die kranken Tiere wieder gesund. Den ganzen Tag toben sie vergnügt zusammen herum.
Nur eines fehlt ihnen zu ihrem vollkommenen Glück: Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag miteinander, bis eines Tages eines von ihnen plötzlich innehält und gespannt aufsieht. Seine Nase nimmt Witterung auf, seine Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß. Es tritt aus der Gruppe heraus und rennt dann los über das grüne Gras. Es wird schneller und schneller, denn es hat Dich gesehen!
Und wenn Du und Dein geliebtes Tier sich treffen, gibt es eine Wiedersehensfreude, die nicht enden will. Du nimmst es in Deine Arme und hältst es fest umschlungen. Dein Gesicht wird wieder und von ihm geküsst, deine Hände streicheln über sein schönes weiches Fell, und Du siehst endlich wieder in die Augen Deines geliebten Freundes, der so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber niemals aus Deinem Herzen. Dann überquert ihr gemeinsam die Regenbogenbrücke und werdet von nun an niemals mehr getrennt sein ...

 

 

Es gibt Momente im Leben, da steht die Welt für einen still.
Und wenn sie sich dann weiterdreht, ist nichts mehr, wie es war.

(Verfasser unbekannt)

Pepper

Pepper
* 08.07.2006 † Mitte Oktober 2019

Vor über 12 Jahren, am 07.08.2007, zog Pepper, ein hübscher Mix, in unserer ehemaligen Station in Horb ein. Der Jungspund, damals ziemlich genau ein Jahr alt, fand den Weg über die Tierfreunde Niederbayern zu uns. Drei Monate musste er bei uns „ausharren“ – naja, „ausharren“ ist wohl nicht das richtige Wort, Pepper spielte und tobte mit allem und jedem. Im November 2007 durfte er zu seiner Familie umziehen. 13 glückliche gemeinsame Jahre waren ihm und seiner Familie vergönnt. Jetzt erreichte uns die Nachricht, dass Pepper über die Regenbogenbrücke gehen musste.

Unseren Hund Pepper mussten wir Mitte Oktober 2019 gehen lassen. Er hat uns so lange begleitet, und wir haben 13 wunderbare Jahre mit ihm teilen dürfen. Er war einfach ein treuer Begleiter und ein feiner Hundekumpel. Es tröstet uns, dass er ein gutes Leben hatte mit vielen Spaziergängen, auf denen mit anderen Hunden getobt, gebuddelt und geschnüffelt wurde. Er liebte es, gestreichelt zu werden, genoss besonders unsere Nähe und war immer an unserer Seite. Wir danken ihm zutiefst für seine Treue und für die Zuneigung uns gegenüber, und wir vermissen ihn so sehr. Er war unser Augenstern.

U. S. und J. W.

Liebe Frau S., lieber Herr W., ob nach drei oder nach 13 Jahren – es ist immer zu früh, wenn ein vierbeiniger treuer Freund diese Welt verlässt. Wir fühlen mit Ihnen und bedanken uns herzlich, dass Sie Pepper viele Jahre ein liebevolles und behütetes Heim geschenkt haben. Wir wünschen Ihnen viel Kraft bei der Verarbeitung dieses Verlustes.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt



Laika

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf — dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille —
und hört im Herzen auf zu sein.

Der Panther - Rainer Maria Rilke, September 1903

 

Laika, (Ella) ✶ 2006  † 11. August 2018

Diese Zeilen gingen mir durch den Kopf, als ich die zehnjährige Laika das erste Mal in der Nothilfe besuchte. Sie war ständig bemüht, mir, selbst meinen Blicken auszuweichen und wanderte mit zugekniffenen Augen ununterbrochen durch das Gehege. Mit meinem Rüden zusammen über die Alb laufend zeigte sie sich etwas aufgeschlossener, was nicht zuletzt an der Leine lag – sie konnte ja nicht weg. Diese sanfte, taube Hündin, versteckt in einem Rubenskörper, der dringend Pflege benötigte, mental in einem Zustand der tiefen Resignation, rührte mein Herz. Am Sommerfest 2016 reiste sie mit in die Schweiz.

Die ersten Wochen waren angefüllt mit Pflege der verschiedenen körperlichen Baustellen – so erhielt sie Aufbaupräparate für ihre komplett flachen und eingerissenen Pfoten, die Hosen an den Hinterbeinen wurden vom Urin befreit, sie bekam mehrere Zähne gezogen und ein 700g schweres Lipom entfernt. Laika nahm alles teilnahmslos hin und immer wieder stellte ich mir die Frage, wie ein Hund in so einen Zustand kommen kann. Laika war autistisch, hatte sich die Fähigkeit angeeignet, aus dem Hier und Jetzt zu entfliehen und in eine andere Welt abzutauchen. Nach ein paar Wochen der Erholung bemerkte ich drehende Ohren als Reaktion auf ein zufälliges Schnalzen - Laika konnte hören! Gefühlt „tausend Goodies“ und Laika-Rufe später kam Bewegung in diese geschundene Seele – sie hatte endlich verknüpft, dass diese Anrede ihr gilt und etwas Gutes bedeutet. Dies zu erleben war fabelhaft und gleichzeitig erschreckend: Kann es denn wirklich sein, dass sie ein Leben lang keinen Namen, keine Ansprache hatte? Die Vermutung, dass sie ein Kettenhund war und ohne ihrer „autistischen Begabung“ wahrscheinlich ganz zu Grunde gegangen wäre, bekam durch diese Beobachtung noch ein Stück mehr Wahrheit.

Laika nahm mehr am Leben teil, tauchte öfter in unserer Welt auf und entwickelte Neugierde. Spaziergänge dauerten um das doppelte länger, weil sie sich jeden Stein und jeden Grashalm ganz genau anschauen musste. Es war schön zu sehen, wie sie langsam ihre Umgebung eroberte, zwischen Haus und Garten hin und her wanderte, um ja nichts Aufregendes zu verpassen. Gestärkt besuchten wir den Weihnachtsmarkt der Nothilfe, um eine veränderte Laika vorzustellen. Kaum betraten wir die Halle, verweigerte sie jeden weiteren Schritt und legte sich auf den Boden. Umgeben von lachenden und plaudernden Menschen stand für mich die Welt still – zuerst erschrak ich über ihr vermeintlich ängstliches Handeln, bis ganz langsam eine Ahnung in mir aufstieg, hier geschieht gerade etwas Grosses – zeigte Laika zum ersten Mal einen eigenen Willen? Ich trug meine Hündin zweifelnd nach draussen – sie zog mich zielstrebig zum Bus und bestätigte damit ihr mittlerweile vorhandenes Selbstbewusstsein!

Im folgenden Jahr schleifte Laika auf ihrer Welterkundung vermehrt ihre Hinterpfoten und wir hatten einen Termin bei einem Knochenspezialist. Da traft uns aus heiterem Himmel ihr erster Epianfall. Von da an liess ich sie nicht mehr alleine, sie begleitete mich auch zur Arbeit. Der Knochenspezialist schickte uns nach genauer Untersuchung zum CT, er war davon überzeugt, dass Laika ein Problem im Kopf hatte. Er sollte Recht behalten, es wurde eine Läsion im Gehirn gefunden, die in Intervallen mit einem sehr speziellen Medikament behandelt wurde. Laika erlebte auf diese Weise eine Zeit des Erwachens: in ihrer gewohnten Umgebung nahm sie mit Hund und Mensch aktiv Kontakt auf, öffnete förmlich ihre Augen und hielt einem Blick in Ihre stand. Sie begann aus dem Nichts heraus zu rennen, genoss diese Freiheit und wollte immer mehr. Wie oft beobachtete ich sie kopfschüttelnd, konnte diesen Wandel selbst fast nicht glauben. Zeitgleich streckten die Anfälle sie immer wieder nieder. Den richtigen Medispiegel der Epimedi herauszufinden gestaltete sich schwierig, sie reagierte hochsensibel auf Veränderungen der Dosis.

Im August 2018 waren wir für einen Arbeitseinsatz auf der Alb. Im Bus schlafend bekam Laika wahrscheinlich einen Hirnschlag. Damit schloss sich der Kreis, den die Nothilfe mit ihrer Aufnahme begonnen hatte, zu zeichnen. Alle bedeutenden Abschnitte ihres Lebens waren eng mit diesem Ort verbunden – die Möglichkeit auf ein eigenes Zuhause, die Enthüllung ihres Willens und ihr stiller Abschied. Traurig traten wir gemeinsam die letzte Fahrt an und trafen auf dem Heimweg unseren Tierarzt.
Hoffentlich angefüllt mit schönen Hundeerinnerungen, in Gegenwart von Akuna und Nanuk, bekam Laika schlafend im Bus ganz leise ihre Flügel...

Laika, ich danke dir für deine Tapferkeit, deinen Mut und Wandel. Du hast mir erlaubt, dein schönes Wesen, das du dir im Inneren bewahrt hast, zu entdecken. Dieser Vertrauensbeweis berührt mich noch heute. Du hast mich gelehrt, wie man den vom Leben gestellten Aufgaben begegnen muss.

Deinen Pfotenabdruck trage ich für immer auf meinem Herzen.

Simone mit den Bären Akuna und Nanuk

 


"Ich bin nicht klein, ich bin ein Konzentrat"
(S.K.)

Alica (Ali)
* 08.03.2004
23.09.2019

Mancher Hund würde die Tierartzpraxis nicht mehr lebend verlassen können, ließe sich der Arzt auf die Wünsche dessen Besitzer ein. Wir kennen eine Ärztin, die die Meinung über Alicias nahes Ende nicht mit deren Besitzer teilte, kurzerhand bei uns anrief und um Hilfe bat. Alicia landete umgehend in ihrer neuen Familie. Sie kam träge, übergewichtig und kränklich dort an und stieg umgehend in ihr persönliches Fitness-Programm ein.

Alicia

‚Als die kleine Ali im Winter 2015 unser Haus das erste Mal betrat und auf unsere Hundegruppe traf, war innerhalb von 10 Minuten klar, dass sie die Chefin, Prinzessin und Nervensäge in einem war. Sie wusste ganz genau was sie wollte und vor allem was sie nicht wollte. Ließe man sich nicht auf ihre Wünsche ein, bräuchte man einiges an Durchhaltevermögen oder Ohropax. Sie liebte es mit anderen Hunden zu kuscheln und verweigerte das Spazierengehen bei geringen Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Sie war eine große Persönlichkeit in Kleinformat und fehlt hier heute an allen Ecken und Enden. Sie war einfach nicht so wie die anderen, sie war schlimmer und so wurde sie geliebt.‘

Liebe S., lieber M.,
Ihr verdient unsere höchste Anerkennung, dass Ihr keine Sekunde gezögert habt, Ali bei Euch aufzunehmen. Ihr habt ihr damit nicht nur das Leben gerettet, sondern zusammen mit Eurer Hundegruppe vier Jahre wertvolle und glückliche Lebenszeit geschenkt. Ali hat es Euch offensichtlich auch auf ihre ganz spezielle Art gedankt.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


In den Augen meines Hundes liegt mein ganzes Glück,
all mein Inneres, Krankes, Wundes heilt in seinem Blick.

(Friederike Kämpner 1828-1904)

Mala

Mala (ehemals Kaiyla)
* ca. 2007
09.12.2019

Fünf Jahre Kettenhund in Kroatien; frei gekauft von tierlieben, gutgläubigen jungen Urlaubern; circa sieben Jahre Prinzessin bei einer Malamute-begeisterten und -erfahrenen Familie in Bayern: Das ist Malas Lebenslauf in Kürze. Ein Leben, das in absoluter Tristesse begonnen hatte, nahm durch das Engagement und den Mut zweier junger Leute eine 180-Grad-Wendung. Diejenigen, die unsere Website regelmäßig verfolgen, kennen Malas Geschichte wahrscheinlich, eine Geschichte, die leider kein gutes Licht auf so manchen Tierschutz wirft. Die jungen Leute, Studenten, hatten Mala, damals noch mit Namen Kaiyla, während ihres Kroatienurlaubs entdeckt – an der Kette in einem Garten. Auf der Heimfahrt, zuhause – das Bild von Kaiyla an der Kette war nicht eines von vielen Urlaubseindrücken, die allmählich verblassen, sondern verfolgte die jungen Leute – sie handelten und baten eine Nothilfe für nordische Hunde um Hilfe. Die Aufnahme von Kaiyla wurde ihnen zugesagt, wenn sie sie nach Deutschland brächten. Also (knappes) Geld in die Hand genommen, Zeit, die weite Fahrt – nur für Kaiyla –, und die jungen Leute kamen mit Kaiyla nach Deutschland zurück. Allerdings war fortan diese „Nothilfe“ nicht mehr erreichbar, und die beiden hundeunerfahrenen jungen Leute saßen nun da mit einem „Malamute-Rohdiamanten“, der nichts kannte außer Kette und Garten. Obwohl das Vertrauen in „den Tierschutz“ verständlicherweise nicht mehr vorhanden war, meldeten sich die jungen Leute dann aber zum Glück schlussendlich doch bei uns. Und nun ging es (relativ) schnell: Wir gaben telefonisch Hilfestellung im Umgang mit Mala und suchten parallel nach einer neuen Familie. Es meldeten sich viele, denn Mala war eine absolut bildhübsche Malamutin. Aber nach der Beschreibung von Malas Verhalten, insbesondere ihrer „Zickigkeit“ gegenüber Artgenossen, erlosch das Interesse sehr schnell. Nicht so bei Familie M., die genauso ein Verhalten von ihrem verstorbenen Malamuten Asko kannte. Beim Kennenlern-Termin stimmte die Chemie zwischen Menschen und Mala, und Mala durfte im Dezember 2012 umziehen. Die Familie schrieb irgendwann: „Mala (Kaiyla) ist uns … als ‚Problem-Malamute‘ anvertraut worden. Alles, was unsere Mala-Maus brauchte, war viel Liebe, Vertrauen und Sicherheit. Es war viel Arbeit mit uns dreien, die sich hundertprozentig gelohnt hat … für beide Seiten. Wir sind unendlich dankbar für diese Bereicherung in unserem Leben. … Vielen Dank für dieses Goldstück!“ Auch das Schreiben, mit dem wir informiert wurden, dass Mala über die Regenbogenbrücke gegangen ist, zeugt von der Liebe dieser Menschen zu Mala und umgekehrt:

Liebes Polarhunde-Team,

heute melden wir uns bei Euch mit sehr schwerem Herzen … Mala (ehemalig Kaiyla), unsere treue Malamute-Hündin, ist gegangen. Und uns fehlen, ehrlich gesagt, die Worte …

Wie beschreibt man ein Wesen wie Mala am besten? In einem Zeugnis würde wahrscheinlich Folgendes stehen:

„Mala folgt dem Unterricht mit wechselndem Interesse. Sie lässt sich sehr leicht ablenken und stört öfter den Unterricht. Um auf sich aufmerksam zu machen, spielt Mala oft den Klassenclown. In der Klassengemeinschaft ist Mala eher die „rote Zora“ und klaut Mitschülern das Pausenbrot. Mit ihrem Charme setzt Mala jedoch konsequent ihre Ziele durch.“

Und so war sie. Bis zum Schluss. Dafür haben wir Mala geliebt. Es ist uns nicht möglich, all die Situationen und Erlebnisse hier aufzuschreiben. Es würde ein Roman werden.

Wir haben Mala ein Zuhause gegeben, und Mala hat unser Leben so sehr bereichert. Und dafür sagen wir „Danke“.

Mit Tränen in den Augen, aber voller Dankbarkeit sagen wir: „Tschau ‚Püppi‘“ …. Danke, dass wir bei Dir sein durften …

… vergessen werden wir Dich nie ….

A. und G.

Und wir sagen, ebenso „mit Tränen in den Augen, aber voller Dankbarkeit“, Ihnen, liebe Familie M., ganz herzlichen Dank, dass Sie sich damals völlig unvoreingenommen und ohne Erwartungshaltung auf das Abenteuer „Mala“ eingelassen haben, dass Mala bei Ihnen Mala sein durfte, und wir sind sehr glücklich darüber, dass Sie drei so ein tolles Team wurden. Mala hat Sie verdient und Sie Mala. Wir wünschen Ihnen ganz viel Kraft, über diesen Verlust hinwegzukommen und dass schnell die Zeit kommen wird, in der die schönen Erinnerungen den Schmerz über den Verlust besiegt haben.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Wir sind nicht nur verantwortlich
für das, was wir tun, sondern auch
für das, was wir nicht tun.

(Moliere)

Tenshi

Tenshi
* 2010
30.09.2019

Leider erreichte uns die Nachricht, dass Tenshi am 30.09.2019 über die Regenbogenbrücke gegangen ist, erst jetzt. Der Schock beim Pflegefrauchen saß tief, auch wenn sich Anzeichen, dass es Tenshi nicht gut ging, zeigten. Manchmal helfen auch alle guten Feen, Freundinnen, guten Wünsche und Gedanken, alle (alternative) Medizin nichts – und wir sehen zu, wie sich ein geliebtes Familienmitglied von uns verabschiedet. In den Herzen der Pflegefamilie und seiner Patinnen und Paten wird der kleine große Kämpfer für immer weiterleben. Wir alle hätten ihm mehr Zeit gewünscht.
Tenshi war wirklich ein kleiner großer Kämpfer. Befreit aus einer „Hundehaltung“ in Thüringen, die diesen Begriff nicht verdient, kam er in unsere ehemalige Shiba-Pflegestelle in Freudenstadt. Damals geschätzt auf sechs Jahre, aber wer mag das schon sagen, bei einem Hund, der sich aufgegeben hatte, unterernährt, dehydriert und zu schwach war, um sich auf seinen Beinchen zu halten. Als er einigermaßen stabilisiert war, zog er zu seiner Dauer-Pflegefamilie. Hier durfte er ankommen und blühte auf – im Rahmen seiner Möglichkeiten, der der kleinen Schritte. Bald zeigten sich gesundheitliche Probleme, aber die Pflegefamilie hielt fest zu Tenshi – trotz aller Mühen war nie auch nur angedacht, ihn wieder abzugeben. Zweieinhalb Jahre waren ihm in dieser Familienidylle vergönnt. Das Pflegefrauchen schreibt:

Unser süßer Shiba-Bub Tenshi ist leider am 30. September ganz plötzlich eingeschlafen.

Nachdem wir recht erfolgreich mit der unbezahlbaren Hilfe eines ganz lieben Vereinsmitglieds das Cortison ausgeschlichen hatten, ging es, nach einigem Auf und Ab, „eigentlich“ bergauf. Tenshi hat gefressen, auch das Problem mit dem Durchfall war gut händelbar.

Trotz allem wurde Tenshi immer dünner, und seine Leber wollte sich einfach nicht erholen. Am Wochenende vor dem 30.09. hat Tenshi dann ganz rapide abgebaut, hat gar nicht mehr gefressen und hat auch gespuckt. Montags wollten wir „eigentlich“ mit ihm zum Tierarzt - auf das Schlimmste gefasst. Tenshi entschied sich aber noch morgens, als die komplette Familie neben seinem Körbchen saß, selbst zu gehen und hat einfach aufgehört zu atmen.

Er hinterlässt ein großes Loch, und wir wissen, dass wir wohl nie wieder so eine besondere Fellnase bekommen werden. Trotzdem möchten wir uns an die schönen Momente mit ihm erinnern und an das, was der kleine Mann alles bewältigt hat. Wir sind unendlich dankbar für diese knapp 2,5 Jahre, die wir mit Tenshi leben und ihn begleiten durften.

Familie B.

Das Team der Nothilfe ist ebenfalls sehr traurig, möchte sich aber auch auf diesem Wege natürlich bei unserer ehemaligen Shiba-Pflegestelle in Freudenstadt für die „Erstversorgung“ bedanken, und ganz herzlich bei Ihnen, liebe Familie B., für die liebevolle Aufnahme und aufopferungsvolle Betreuung. Auch bei Tenshis Patinnen und Paten, die es ermöglicht haben, ihn optimal medizinisch zu versorgen, und die ihn mit ihren Gedanken und Wünschen unterstützt haben, möchten wir uns herzlich bedanken. Schön, dass Tenshi in seinem kleinen kurzen Leben noch spüren durfte, wie es ist, geliebt zu werden und jemandem wichtig zu sein.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt

 

"If there are no dogs in Heaven,
then when I die I want to go
where they went."
Will Rogers, 1897-1935

 
 

übersetzt:
"Wenn es im Himmel keine Hunde gibt,
dann möchte ich, wenn ich sterbe, dahingehen,
wo sie hingegangen sind."

 

 

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25.02.20