Die RegenbogenbrückeDie Regenbogenbrücke

Es gibt eine Brücke, die den Himmel und die Erde verbindet. Weil sie so viele Farben hat, nennt man sie die Regenbogenbrücke. Auf der anderen Seite der Brücke liegt ein wunderschönes Land mit blühenden Wiesen, mit saftigem grünen Gras und traumhaften Wäldern. Wenn ein geliebtes Tier die Erde für immer verlassen muss, gelangt es zu diesem wundervollen Ort. Dort gibt es immer reichlich zu fressen und zu trinken, und das Wetter ist immer so schön und warm wie im Frühling. Die alten Tiere werden dort wieder jung und die kranken Tiere wieder gesund. Den ganzen Tag toben sie vergnügt zusammen herum.
Nur eines fehlt ihnen zu ihrem vollkommenen Glück: Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag miteinander, bis eines Tages eines von ihnen plötzlich innehält und gespannt aufsieht. Seine Nase nimmt Witterung auf, seine Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß. Es tritt aus der Gruppe heraus und rennt dann los über das grüne Gras. Es wird schneller und schneller, denn es hat Dich gesehen!
Und wenn Du und Dein geliebtes Tier sich treffen, gibt es eine Wiedersehensfreude, die nicht enden will. Du nimmst es in Deine Arme und hältst es fest umschlungen. Dein Gesicht wird wieder und von ihm geküsst, deine Hände streicheln über sein schönes weiches Fell, und Du siehst endlich wieder in die Augen Deines geliebten Freundes, der so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber niemals aus Deinem Herzen. Dann überquert ihr gemeinsam die Regenbogenbrücke und werdet von nun an niemals mehr getrennt sein ...

 

 

Das einzig wichtige im Leben
sind Spuren von Liebe,
die wir hinterlassen,
wenn wir Abschied nehmen.

(Albert Schweitzer)

Frodo

Frodo: *April 200604.11.2020

Der große Hound Frodo kam im Oktober 2017 zusammen mit seinen drei Lebensgefährten, die früher zusammen Rennen gefahren sind, als Trennungswaise zu uns auf die Station. Sie lebten sich in Windeseile auf der Station ein und fielen jedem gleich auf, nicht nur wegen ihres Stockmaßes von ca. 60 cm, sondern vor allem durch ihren geradezu fürsorglichen Umgang miteinander und ihre äußerst freundliche Art allen anderen Lebewesen gegenüber.

Frodo hatte eine sehr enge Bindung zu seinem Bruder Sam, die beiden waren unzertrennlich – im wahrsten Sinn des Wortes.
Als Sam am 11.04.2018 starb, verhielt er sich am ersten Tag völlig normal und gelassen, es sah so aus, als würde er sich jetzt Karlson und Konrad zuwenden. Aber bereits am nächsten Tag geschah eine rapide Wende. Frodo stand nur noch zitternd mit gesenktem Kopf im Gehege und litt. Es liegt uns nichts ferner, als einen Hund vermenschlichen zu wollen, aber so etwas hatten wir noch nie erlebt. Nein, Frodo war nicht körperlich krank geworden! Aber gewissermaßen seelisch. Frodo muss etwas gespürt haben und war fortan ohne Sam nur noch ein halber Hund! Der Anblick brach uns das Herz, wir mussten handeln.

Nach wenigen Tagen wurde er aus der Situation erlöst und durfte in seine Dauerpflegestelle ziehen. Der Ortswechsel tat ihm gut. In seinem neuen Heim hatte er mehrere Möglichkeiten, sich neue Freunde zum Kontaktliegen zu suchen. Bald erfreute er sich wieder seines Lebens als Pensionär.

Für Frodo gab es gewissermaßen nur zwei ‚Bewegungs-Zustände‘. Entweder er rannte, z.B. joggend mit dem Herrchen, oder er ruhte schmusend und Kontaktliegend mit Artgenossen oder seinen Menschen. Frodo fühlte sich wohl und genoss sein Leben. Klar kamen auch langsam die ‚Zipperlein‘ des Alters. Im letzten Sommer brauchte er Infusionen, die ihn bald wieder auf die Pfoten stellten. Nach 15 ½ Jahren war jetzt aber das körperliche Ende erreicht. Frodo hatte das Glück als sehr großer Hound dieses Alter erreichen zu dürfen, aber jetzt kam er aus eigenen Kräften nicht mehr auf die Pfoten. Seine Pflegefamilie ließ ihn in Würde gehen.

Oh ja, auch Frodo hat viele Spuren von Liebe hinterlassen und alle, die ihm begegnen durften, werden ihn sehr vermissen und wohl nie vergessen. Mach‘s gut lieber Frodo! Wir sind stolz darauf, Dich gekannt zu haben und dass wir einen Abschnitt Deines Lebens mit Dir teilen durften.

Trotz unserer Trauer drängt sich immer wieder ein Bild in den Vordergrund: Frodo, der über die Regenbrücke rennt (so wie er immer war), einem Sam entgegen, der aus dem Jenseits im Eiltempo auf das andere Ende der Regenbogenbrücke zuläuft. Ein sehr schöner Gedanke!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde Freudenstadt


Wir … lauschen bedrückt der Stille im Haus.
(Zoes Familie)

Zoe

Zoe
geboren: 23.10.2008, gestorben: 27.10.2020

Zwei Mal in ihrem Leben verlor Zoe ihre Familie – und beides Mal war sie ganz schnell wieder vermittelt, beim zweiten Mal sogar, bevor sie auf unserer Website vorgestellt werden konnte. Kein Wunder, denn Zoe war optisch wie charakterlich eine ganz außergewöhnliche Traum-Hündin: grazil, mit bestechend blauen Augen, verschmust, gelassen, in sich ruhend, ganz genau wissend, was sie wollte (und was nicht) und eine begeisterte und aufmerksame Begleiterin bei allen möglichen Unternehmungen. Obwohl sie in ihrer ersten Lebensphase Zwinger-Schlittenhündin war, hat sie ganz schnell für sich die Vorteile eines Lebens im Haus entdeckt, und genauso schnell hatte sie entschieden, dass künftig Schlitten ziehen soll, wer will – sie jedenfalls nicht mehr. Am 27.10.2020, nach 4 Jahren, 2 Monaten und 6 Tagen, ist es ganz plötzlich ganz still geworden bei Zoes dritter Familie – die große Trauer kann man aus jedem Wort der Nachricht über Zoes Gang über die Regenbogenbrücke spüren.

Liebes Team,

es fällt uns sehr schwer, diese schlechte Nachricht zu schreiben. Am 27.10.2020 um 17:15 Uhr ist unsere Zoe, viel zu früh für uns und überraschend, über die Regenbogenbrücke gegangen.

Wir sind wahnsinnig traurig, können es noch immer nicht fassen und lauschen bedrückt der Stille im Haus. Zoe war das Beste, was uns je passiert ist. Obwohl wir völlig fremd waren, hat sie uns von Anfang an ihr Vertrauen geschenkt. Allein die Ankunft in ihrem neuen Zuhause hat Zoe in einen wahren Begeisterungssturm ausbrechen lassen. Stets war sie ein vorsichtiger, immer aufmerksamer Begleiter, unkompliziert, verschmust, und natürlich schaute immer wieder die Diva aus ihr hervor. Bemerkenswert ihre Begrüßung von sehr guten Freunden - immer mit lautem Huuhuuu. Sehr diszipliniert erzogen konnten wir Zoe zeigen, wie viel Spaß es macht, Löcher zu graben, sich im Gras zu wälzen oder nach Mäusen zu suchen. Spaß kannte sie vorher nicht.

Zoe hörte von einem Tag auf den anderen auf zu fressen. Wir haben es mit Futterwechsel versucht. O.k. ... ein halber Napf und ein halber Lecker. Dann nur mit viel Überredung 70 g, dann 20 g, dann 7 g. Wir waren natürlich bei den Tierärzten. Wir hörten immer wieder: Zoe sieht super aus. Es gehe ihr gut, keine auffälligen Werte. Dann kam die erste Tierklinik, sollte laut unserem Haustierarzt eine Magenspiegelung vornehmen. Nein, Zoe sieht gut aus, und alle Werte sind normal. Eine Ultraschall-Untersuchung wurde gemacht, auch ohne Befund. Ein bisschen Gastro-Futter, und sie frisst wieder. Aber Zoe wollte nicht und verlor immer mehr Gewicht und Kraft. Dann kamen noch zwei epileptische Anfälle dazu. Diesmal eine andere Tierklinik, und wir nahmen alle Ultraschallbilder, Röntgenbilder, Blutwerte und auch Schilddrüsenwerte mit. Was sollen wir sagen .... Ein MRT und wieder eine Ultraschall-Untersuchung, und Zoe musste zum Aufpäppeln zwei Nächte bleiben .... Ein Telefonat, eine Hirnpunktion, eine Biopsie später durfte Zoe wieder nach Hause. An ihrem 12. Geburtstag haben wir Zoe wieder nach Hause geholt.

Warten .... Wir machten uns große Sorgen, fragten uns, ob wir übertrieben in unserer Fürsorge für Zoe waren. Aber Zoe kämpfte so darum, bei uns zu bleiben, es gab keine Diagnose, und wir wollten wenigstens die Ergebnisse abwarten. Zoe konnte in dieser Zeit kaum stehen oder gehen trotz Vitamine und Astronautennahrung. Am Sonntagmorgen war es soweit. Zoe regte sich kaum, und wir beschlossen, sie zu erlösen. Der Haustierarzt war nicht zu erreichen trotz Mobil-Nummer. Andere nicht bereit, zu uns zu kommen. Und dann: Zoe hat wieder etwas Kraft und Lebenswillen. Wir können ganz kurze Spaziergänge unternehmen. Am Montagabend dann die letzte Weigerung, etwas zu sich zu nehmen. Entspanntes Schlafen für Zoe. Sie hatte ihre Entscheidung getroffen. Am Dienstagmorgen dann der Anruf. Bösartiger Leberkrebs übergehend in die Gallengänge. Das Gehirn zu klein für Alter und Umstand. Viele kleine Veränderungen im Hirn. Keine Chance für Zoe, und wir reagierten sofort, damit Zoe ihren Weg über die Regenbogenbrücke gehen konnte.

Zoe hat uns 4 Jahre, 2 Monate und 6 Tage ihre Zuneigung, Treue und Freude geschenkt. Weil sie immer gesund war, haben wir auf viele weitere gemeinsame Jahre gehofft. Aber es ist jetzt Zeit, danke zu sagen. Danke für viele wunderbare Momente, für viel Freude und Zärtlichkeit, für eine Fülle an wunderbaren Erinnerungen.

M. und C. H.

Bis zu ihrem letzten Atemzug blieb Zoe Zoe, sie entschied für sich, wann es Zeit war zu gehen und wie und wo sie gehen wollte: in den Armen IHRER Familie. Danke, liebe Familie H., dass Sie Zoes letzten Lebensabschnitt zu ihrem schönsten gemacht haben und sie bis zum Schluss so liebevoll begleitet haben! Wir verstehen Ihre Trauer um diese Traumhündin und wünschen Ihnen, dass bald die schönen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit die Trauer überwiegen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Wir nannten sie liebevoll unsere Türklingel auf vier Pfoten,
manchmal verdrehten wir auch die Augen, wenn sie stundenlang maulte.
Jetzt ist plötzlich selbst das fröhliche Geplapper versiegt.
Es ist ungewöhnlich still und traurig auf der Station.

(Christiane Breinig)

Adel

Adel
* 10.01.2012
, † 19.10.2020

Als die Samojede-Mix-Hündin Adel im April 2019 zu uns auf den Hasleberg gebracht wurde, weil sie sich mit den anderen Hunden in der Familie nicht vertrug, kläffte sie erst einmal zwei Tage lang vor sich hin, im Stehen, im Liegen, ohne ersichtlichen Grund. Es schien, als wollte sie der Welt ihre Geschichte erzählen. Man munkelt, sie kommt ursprünglich von einer griechischen Insel, alles sehr ominös und schleierhaft, aber eigentlich auch völlig irrelevant. Adel war jetzt auf der Alb und wollte endlich ein anständiges Zuhause.

Adel ging es auf der Station trotz diagnostizierter Spondylose recht gut. Ihre Muskeln wurden durch die regelmäßigen Spaziergänge aufgebaut, was sicherlich zu ihrem Wohlbefinden beitrug. Und sie zeigte uns, dass sie Menschen liebt und auf Artgenossen eher verzichten kann. Im Zusammenleben mit den anderen Hunden gab sie die ‚Prinzessin‘. Irgendwie war für ihre Bedürfnisse im Gehege ‚zu viel Hund‘ und ‚zu wenig Mensch‘.

Beim Spaziergang mit ihren Gassi-Gehern entspannte sie sichtlich. Sie durfte auch im Haushalt der Station helfen, wobei sie das Pflegepersonal gerne bei der täglichen Arbeit in die Hundehäuser und in die Halle begleitete. Das gefiel ihr sehr gut. Sie war an allem interessiert, sehr freundlich zu den Menschen und das Geplapper verstummte.

Anfang Juni 2020 stellten wir bei der Fellpflege einen kleinen Knoten an der einen Milchleiste fest. Unsere Tierärztin nahm sofort eine Gewebeprobe, überprüfte die Lunge, die zum Glück nicht befallen war, und vereinbarte den Termin in der Klinik zur Operation. Die komplette Milchleiste wurde entfernt.

Zurück auf der Station schlief Adel erst mal viel und erholte sich in Windeseile. Wir konnten aufatmen. Schon bald plapperte sie wie eh und je, buddelte sich Kuhlen im Gehege in der Nähe der Menschen, die Unkraut jäteten, um möglichst nah dabei sein zu können. Wir hofften sehr, dass der Krebs noch nicht gestreut hatte. Leider entdeckten wir Mitte August den nächsten kleinen Knoten an der zweiten Milchleiste. Da Adel für ihr Alter recht fit war, wurde auch diese entfernt. Adel sollte ihre Chance haben. Wieder erholte sie sich an den ersten Tagen schnell, die Wunde heilte gut. Dann ging es plötzlich rapide bergab, Adel wurde schwerkrank. Die Lymphknoten veränderten sich, sie bekam eine Entzündung im Hinterbein, Fieber und Wassereinlagerungen. Ihr Körper wollte wohl nicht mehr. Das zähe Hundemädchen Adel schon! Wir kämpften mit ihr zusammen um ihr Leben in vielen Arzt- und Klinikterminen und verabreichten Medikamente im Stunden-Rhythmus rund um die Uhr. Es folgte ein stetes Auf und Ab.

Am 19. Oktober mussten wir einsehen, dass der Kampf verloren war. Jetzt mussten wir Adel helfen loslassen zu können. Am Abend kam unsere Tierärztin auf die Station und wir ließen sie zusammen gehen.

Es wird noch eine Weile dauern, bis wir verarbeitet haben, dass Adel die Station leider nicht lebend verlassen durfte. Wir haben uns für sie und mit ihr so gewünscht, dass sie ‚Familienmitglied‘ wird. Mehr als geschätztes Mitglied unserer ‚Stationsfamilie‘ zu sein, konnten wir ihr leider nicht bieten.

Das traurige Team der Nothilfe für Polarhunde Freudenstadt


Jemanden, der der Grund war, warum man gelächelt hat,
wird man niemals vergessen.

(unbekannt)

Coco

Coco
* 25.11.2005
06.10.2020

Fast 13 Jahre ist es her, dass Coco bei uns in der Vermittlung war. Die kleine, damals zweijährige Husky-Hündin wurde kurz vor Weihnachten 2007 von ihrer Familie abgegeben, weil sie das Mobbing-Opfer eines Rudels aus vier Hündinnen geworden war. Warum es dazu gekommen war, wusste man nicht, aber die anderen drei Hundedamen – drei gegen eine! – waren offenbar zu allem bereit, und eine dauerhafte Trennung des Rudels wäre weder machbar noch sinnvoll gewesen, denn Coco wollte Anschluss. Im Februar 2008 kamen Cocos neue Menschen in unsere Station, damals noch in Horb, um nach einer Nachfolgerin für ihre verstorbene Hündin zu schauen. Die Wahl fiel auf Coco. Kein leichtes „Erbe“, das Coco da antreten sollte, denn ihre Vorgängerin wurde immer noch über alles geliebt. Aber Coco „füllt die Lücke, die ihre Vorgängerin hinterlassen hat, auf ihre einmalige Art“, schrieben ihre neuen Menschen nach Cocos Einzug bei ihnen. Cocos „einzigartige Art“ war einfach zum Verlieben, immer fröhlich, immer zu allem bereit, ob Spiel oder Schmusestunde. Ein Hunde-Mädel, das wusste, wie man alle um die Pfötchen wickelt. Auch die Umstellung vom Zwinger-Dasein zum Leben in einem Haus meisterte Coco problemlos. Kurz vor Cocos 15. Geburtstag musste diese liebenswerte Husky-Hündin nun über die Regenbogenbrücke gehen, aber sie durfte dies in den Armen ihrer Menschen und in der Gewissheit, dass sie für immer geliebt wird und unvergessen bleibt.

Liebes Team der Nothilfe,

am 06.10.2020 musste ich meinen Hund Coco einschläfern lassen. Nachdem sie immer topfit war, bekam sie vor circa drei Jahren, im Alter von zwölf Jahren, aus dem Nichts kurz hintereinander zwei epileptische Anfälle. Eine neurologische Untersuchung sowie ein MRT, Röntgen und eine Liquor-Untersuchung in der Tierklinik Gießen ergaben keinen Befund, so dass bis heute nicht klar ist, warum bei Coco plötzlich epileptische Anfälle auftraten. Coco sprach zum Glück sehr gut auf eines der „leichteren“ Medikamente bei Epilepsie an, das sie von dem Zeitpunkt an zwei Mal täglich nehmen musste. Die Anfallshäufigkeit reduzierte sich damit auf fünf Anfälle pro Jahr. Zwischen den einzelnen Anfällen war Coco ein ganz normaler und aktiver Hund, völlig ohne Einschränkungen. Noch im letzten Jahr haben wir in unserem jährlichen Wanderurlaub eine Tour in den Bergen gemacht, bei der 800 Höhenmeter überwunden werden mussten – für Coco, damals fast 14 Jahre alt – kein Problem. Leider hat sich dann aber ab Mitte dieses Jahres ihr Zustand verschlechtert. Die Anfallshäufigkeit erhöhte sich, und manchmal bekam sie schon nach zehn Tagen wieder einen Anfall. Trotz Erhöhung der Medikation und vieler Rücksprachen mit der Tierklinik haben wir das nicht in den Griff bekommen. Nachdem sie am 06.10.2020 plötzlich und unerwartet Serienanfälle hatte, und sie am Schluss aus dem Zustand nicht mehr herausgefunden hat, habe ich sie schweren Herzens gehen lassen.

Wir haben Coco vor fast 13 Jahren von der Nothilfe übernommen (siehe auch „Archiv der Glücklichen“ Februar 2008 und unser Erfahrungsbericht aus der Anfangszeit). Coco war damals gut zwei Jahre alt.

Coco war ein sehr besonderer und wunderschöner Hund. Menschenbezogen, anhänglich. immer gut gelaunt, quirlig und voller Tatendrang, und das bis ins hohe Alter. Man konnte sie mitten in der Nacht wecken; sie war sofort hellwach und für jedes Abenteuer bereit. Nachdem ich bereits vor Coco zehn Jahre lang einen Second-Hand-Husky gehabt hatte, hatte ich mir kaum vorstellen können, dass es eine derart tiefe Bindung zwischen Mensch und Hund nochmals geben kann. Coco hat mich eines Besseren belehrt. Ich vermisse sie so sehr.

Es grüßt Sie herzlich

A. R.-S.

Coco ist schon so lange vermittelt, dass kaum einer der heutigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der NfP Coco persönlich kennen lernen durfte - leider, denn der Glücklich-vermittelt-Text, Ihr Erfahrungsbericht und Ihr Abschied machen deutlich, dass Coco einfach nur ein Schatz war. Aber wir alle fühlen mit Ihnen, denn jeder von uns hat schon einmal einen geliebten vierbeinigen Freund verloren und kann nachvollziehen, wie groß Ihre Trauer ist. Wir sind sehr dankbar, dass Coco so ein schönes, langes Leben bei Ihnen haben durfte, und wünschen Ihnen viel Kraft für die Verarbeitung der Trauer.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Ach, liefest du durch den Garten noch einmal im raschen Gang –
wie gerne wollt ich warten, warten stundenlang!

(Theodor Fontane)
Nala

Nala
* ca. Mai 2006
10.09.2020

„Ein Hund zum Behalten“, „eine Schönheit“, „ein unkomplizierter Hund“ - so wurde Nala von unserer ehemaligen Geschäftsstelle und Pflegestelle für Shibas nach deren Einzug dort beschrieben. Abgegeben worden war sie aus einem ganz „einfachen“ Grund: man wollte sie nicht mehr haben. Im Sturm eroberte Nala die Herzen der Zweibeiner, der anderen Hunde und der Samtpfoten in der Geschäftsstelle. Natürlich hatte die schöne Nala Interessenten, aber es wollte nicht so richtig klappen mit der Kontaktaufnahme – bei Fremden fremdelte Nala manchmal. Auf der anderen Seite gab es ein Mitglied, das schon länger auf der Suche nach einem passenden Hund war, aber bei keinem der „Kandidaten“ war der Funke übergesprungen. Beides sollte wohl so sein, denn bei genau diesem Mitglied und Nala war es Liebe auf den ersten Blick. Und Liebe, die ganz große Liebe – auf Gegenseitigkeit - blieb es bis zum Schluss und wird es ewig bleiben. Nach zwölf gemeinsamen Jahren musste Nala jetzt diese Welt verlassen, in den Armen ihres Frauchens durfte sie den Weg über die Regenbogenbrücke gehen. Worte fehlen, zu beschreiben, wie sehr Nala dem Frauchen und deren Eltern fehlt, die enge, ganz enge Verbindung wird für immer bleiben.

Liebes Team der Nothilfe,

ich habe leider keine guten Nachrichten – wir haben unsere Nala verloren.

Nach zwölf Jahren, die wir sie begleiten durften, ist sie am 10.09.2020 gegen Abend in meinen Armen zuhause eingeschlafen. Die schwere Herzinsuffizienz, die schmerzhafte Arthrose im Körper und die Spondylose – ihre Blase und ihre Nieren hatten durch die andauernde Medikamenteneinnahme Schaden genommen. Und dann kam der Tag, an dem sie mir ganz klar gezeigt hat: „Lass mich gehen.“

Nala war ein absoluter Traumhund – es war 2008, als ich sie in der Geschäftsstelle das erste Mal sah – Liebe auf den ersten Blick. Ich werde nie vergessen, wie ich sie damals abgeholt habe – eine kleine zweijährige Eurasier-Shiba-Mischlingsdame – unser Goldschatz saß mit dunkelbraunen Augen im Kofferraum, voller Erwartung auf eine aufregende Zeit. Wir haben so viele schöne Dinge miteinander erlebt, zwölf wunderbare Jahre durften wir mit ihr teilen. Sie war eine treue Begleiterin, meine beste Freundin, unsere unbestechliche Wächterin des Gartens und natürlich eine absolute Schmusebacke. Sie liebte es, mit uns auf Tour zu gehen, egal ob Wald, Feld, Dorf oder Stadt – Hauptsache, sie war dabei und es gab etwas zu sehen und zu schnüffeln. Fremden gegenüber war sie in den ersten Jahren anfänglich sehr reserviert, und je älter sie wurde, umso kontaktfreudiger wurde sie.

Das Haus ist furchtbar leer ohne sie – sie fehlt uns so unsagbar. Zurückgeblieben sind nur Bilder und Erinnerungen – wunderbare Erinnerungen an einen wunderbaren Hund.

Liebe Grüße
M. M. und Eltern

Liebe Familie M., bei Ihrem Abschiedstext für Nala fühlt man richtig, wie sehr Nala von Ihnen geliebt wurde und umgekehrt genauso. Und wir sind so froh zu wissen, dass Nala so ein schönes, langes Leben bei Ihnen haben durfte. Vielen Dank dafür! Viele unserer heutigen Mitarbeiter(innen) kennen Nala nicht persönlich, aber wir fühlen alle mit Ihnen, denn den Schmerz, ein geliebtes Tier zu verlieren, den kennen wir alle.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Was man tief in seinem Herzen besitzt,
kann man nicht durch den Tod verlieren.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Sura

Sura
* 01.12.2008
31.08.2020

Sura hatte (soweit wir ihre Geschichte kennen) vier Mal sehr viel Glück im Leben: Zunächst als sie als Fundhund von ihrem ehemaligen Frauchen aufgenommen wurde, die Sura damit das Tierheim ersparte. Drei Jahre dauerte dieses Glück, aber dann erkrankte das Frauchen. Sura hatte zum zweiten Mal Glück, denn das Frauchen sah ein, dass sie dem kleinen Wirbelwind nicht mehr gerecht werden konnte und wandte sich an uns, um für Sura eine neue Familie zu finden. Und zum dritten Mal hatte Sura Glück – es meldete sich eine Familie, und Sura wurde von ihrem ehemaligen Frauchen direkt dorthin gebracht. Dies verhinderte die nahe Katastrophe, denn die neue Familie bemerkte sehr schnell die schon längere Zeit bestehenden Mammatumore und ließ Sura operieren. UND: Diese Familie hielt zu Sura, obwohl sie ab diesem Moment wussten, dass Sura schwer krank ist. Vier glückliche Jahre wurden Sura von ihrer Familie geschenkt. „Sie war eine Kämpferin bis zum Schluss“ schreibt Suras Familie, aber am 31.08.2020 haben Sura und ihre Familie den Kampf verloren.

Liebes Team der Nothilfe,

am 19.11.2016 wurde uns die damals achtjährige Sura von ihrer Vorbesitzerin persönlich vorbeigebracht und ans Herz gelegt. Sie hatte euch um Hilfe gebeten, da sie an Rheuma erkrankt war und Sura nicht mehr gerecht werden konnte.

Nun mussten wir Sura am 31.08.2020 schweren Herzens über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

Es waren wunderschöne vier Jahre mit dem kleinen Wirbelwind. Wir waren nicht eine Nacht getrennt und haben schöne Urlaube gemeinsam mit ihr verbracht. Sie freute sich unglaublich, wenn die Koffer gepackt wurden. Es war nichts sicher vor ihr, sie konnte Türen aufmachen, sie räumte alles Essbare vom Tisch ab, und dann lag sie so was von unschuldig neben den Resten und blickte einen mit ihren blauen Augen an.

Sura war zwar von Anfang an krank (Brusttumore, Lymphdrüsenkrebs), aber sie hatte so viel Energie, Willenskraft, Charakterstärke, sie war eine Kämpferin bis zum Schluss.

Seit März diesen Jahres wussten wir, dass sie einen Milztumor hat, leider inoperabel, durch die Vorerkrankungen und ihr schwaches Herz.

Liebe Sura,

ein Engel sagte zu uns „Ich will euch einen Hund für eine Weile leihen, damit ihr ihn lieben könnt, solange er lebt, und trauern, wenn er tot ist. Ich kann euch nicht versprechen, dass er bleiben wird, weil alles von der Erde zurückkehren muss.“

Unser Herz antwortete: “Lieber Engel, dies soll geschehen! Für all die Freuden, die dieses Tier bringt, werden wir das Risiko der Trauer eingehen. Wir werden es mit Zärtlichkeit beschützen und es lieben, solange wir dürfen. Und für das Glück, das wir erfahren durften, werden wir für immer dankbar sein.
Auch, solltest du es früher zurückrufen, viel früher, als geplant, werden wir die tiefe Trauer meistern und versuchen zu verstehen. Wenn unser geliebter Hund diese Welt voll von Spannung und Zwietracht verlässt, schicke uns doch bitte eine andere bedürftige Seele, um sie ihr Leben lang zu lieben.”

Sura, „kleines Lumpele“, wir vermissen dich unwahrscheinlich, das Haus ist leer, die Stille ist kaum zu ertragen, auch Du hast für immer einen Platz in unseren Herzen, und wir wissen, dass Nora Dich am Ende der Regenbogenbrücke in Empfang genommen hat.

A. und W.

Liebe Familie H., aus jedem Eurer Worte spürt man, wie sehr Sura von Euch geliebt wurde und sie Euch geliebt hat. Wir sind sehr froh, dass Sura bei Euch ein wunderschönes Leben hatte. Nicht jeder ist bereit, so einem kranken Hund noch eine Chance zu geben. Vielen herzlichen Dank dafür! Sura, ihre blauen Augen bleiben auch uns unvergessen. Wir wünschen Euch viel Kraft und dass bald die schönen Erinnerungen die Trauer überwiegen.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Es gibt Momente im Leben,
da steht die Welt für einen still.
Und wenn sie sich dann weiterdreht,
ist nichts mehr, wie es war.
(Hans Böck)

Ronja
* 11. Oktober 2006
12. Juni 2020

Wie vielen Hunden, gerade solchen, die in ihrem letzten Lebensabschnitt noch eine neue Familie gefunden haben, wünschten wir uns auch für die liebenswerte Ronja mehr Zeit, zum Eingewöhnen, zum Ankommen, zum Genießen und Unbeschwertsein. Für Ronja wurden es leider nicht einmal zwei Jahre. Aber es waren erfüllte, schöne Jahre – das ist, was zählt.

Ronja hatte mit ihren Eltern Lisa und Nanouk und mit ihren Geschwistern Tinka und Semmel im August 2018 in unserer Station einziehen müssen, da das Herrchen verstorben war und das Frauchen die fünf Hunde beim Umzug nicht mitnehmen konnte. Wir lernten Ronja als sehr vorsichtige und zurückhaltende Hündin kennen, der Schwanz meist eingezogen, die Ohren hängend. Das änderte sich erst, als ihr neues Frauchen und deren „Rudel“, Akuna und Nanuk, einen Arbeitseinsatz mit Kennlerntermin in unserer Station machten. Nachdem Nanuk binnen Sekunden entschieden hatte „das ist die Richtige für unser Gspännli“, stellten sich plötzlich die süßen riesen Ronja-Ohren auf und der Schwanz wurde immer öfter husky-gemäß oben getragen. Im September 2018 wurde Ronja Eidgenossin. Ronja entwickelte sich in den knapp zwei Jahren, die ihr in ihrer neuen Familie vergönnt waren, täglich weiter. Natürlich musste der Verlust des alten Rudels, in dem Ronja groß geworden war und zeit ihres Lebens gelebt hatte, erst einmal verarbeitet werden. Aber Ronja lernte durch die Geduld und Einfühlsamkeit ihrer neuen Menschen, wie entspanntes Leben geht – und sie genoss es. Keine Zugarbeit mehr, sondern schnüffeln. Nicht Kleinmachen und Zusammenrollen, sondern hoch erhobenen Hauptes mitten im Raum liegend. Wer weiß, wohin sich Ronja noch entwickelt hätte, hätte sie mehr Zeit gehabt ….

Am zwölften Juni musste ich mich völlig überraschend und doch lange erwartet von meiner geliebten Hündin Ronja verabschieden.

Anfangs war sie sehr schüchtern und ängstlich, hatte die meiste Zeit des Tages buchstäblich Fragezeichen in ihren schönen, dunkelbraunen Augen. Obwohl das Fell auf ihrem Rücken hellgrau war, verbinde ich mit ihr die Farbe Weiß. Sie war so zart, sanft, anschmiegsam, unschuldig, einfach so rein in ihrem Wesen.

Ronja kannte kaum etwas, und oft verhielt sie sich wie unsichtbar. Aber egal, was „Bedrohendes“ um sie passierte oder ich ihr zumuten musste, sie blieb immer freundlich und lieb. In kurzer Zeit begann sie darauf zu vertrauen, dass ich sie beschütze und ihr Gutes will. Mit der Zeit signalisierte sie immer wieder die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen. Als sie sich erlaubte, neugierig zu werden, entfaltete sich Ronja zu einer genießerischen Hündin, die auch mal ausgelassen und albern sein konnte. Sie begann ein neues Leben. Dieses war geprägt durch viel Ruhe und Schmusen, bekannte Laufrunden und Orte, Spielzeit auf dem Hundeplatz und der Arbeit an der Leinenführigkeit. Ronja kannte nur Ziehen, einen langsamen Spaziergang mit Muse zum Schnüffeln musste sie erst lernen. Eines Tages drehte sie im Ziehmodus um und schnüffelte wie verrückt den Boden ab – gefunden und natürlich gefressen hat sie einen Hasenkegel – solche Erfahrungen machten das Lernen einfacher. Sie gewann bis zum Schluss an Selbstvertrauen und manchmal überraschte sie mich damit. So zum ersten Mal, als sie einen Besucher vom Hundeplatz verbellte. Den größten Beweis dafür zeigte der Moment, als sie Akuna auf dem angedeuteten Weg zum Wassernapf im Vorbeigehen den Kaustreifen klaute. Ich gönnte ihn ihr von Herzen!

Wenn man bedenkt, dass sie mit Klappohren in die Station kam, bereitete der Anblick der aufgestellten Ohren einfach nur Freude. Als meine liebe Freundin sie zum ersten Mal sah, gab sie ihr lachend den Spitznamen „Frau Flügel“. Zum Schluss hörte sie sogar auf diesen passenden Namen. Ronja hat in der Zeit bei uns wirklich einen Wandel durchgemacht, und diesen erkannte man buchstäblich in ihrer Haltung. Anfangs immer eingerollt zu einem möglichst kleinen Bündel, saß sie zum Schluss mit erhobenem Kopf, gestellten Ohren und einem entspannten Blick da.

Dreizehn Monate nach ihrem Einzug, beim jährlichen Impftermin, zeigten sich dicke Lymphdrüsen am Hals, ohne weitere Krankheitsanzeichen. Es folgten eine Blutuntersuchung, Biopsie und die schreckliche Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Die Prognose lautete im besten Fall 15 Wochen, das entsprach der Dauer der Chemo in Tablettenform (halbstündige Chemoinfusionen lehnte ich ab). Ich war entsetzt und haderte mit der Ungerechtigkeit des Lebens. Anders meine tapfere Ronja. Sie bot dem Krebs die Stirn und nutzte ihre geliehene Lebenszeit voll aus. Die kombinierte Therapie bestand aus Kortison, Mistelspritzen und Chemotabletten. Auf die dritte Tablette reagierte Ronja das erste Mal mit Erbrechen. Daraufhin brach ich diesen Teil der Therapie ab (9 Wochen nach Diagnose), in dem Wissen, dass es nun schnell gehen kann, und vertraute weiter auf Mistel und Kortison. Der Krebs hatte seine Rechnung ohne die kämpferische Ronja gemacht! Sie entwickelte sich stetig weiter. Es schien, als ob sie wirklich jeden Tag nutzen wollte. So oft beobachtete ich sie lachend, wenn sie fröhlich über eine Wiese rannte oder neugierig etwas untersuchte, und konnte dabei kaum glauben, dass sie so krank ist.

Knapp acht Monate später, eine unglaublich lange Zeit für diese Diagnose, hat Ronja den Kampf leider verloren. Sie wurde fast vierzehn Jahre alt.

Liebe Ronja, du kühnes Mädel, ich vermisse dich schrecklich, deine riesigen Ohren, deinen lieben Blick, dein wunderbares Wesen. In vielen Herzen hast du einen ganz besonderen Platz! Du hast deine Reise inzwischen sicher beendet und rennst unbeschwert über eine Blumenwiese. Ich wünsche dir auch dort ein großes Sofa für deine wohlverdiente, schmerzfreie Ruhe.

Deine Simone mit den Bären Akuna und Nanuk

Wie viele Menschen würden die Fortschritte, die Ronja gemacht hat, gar nicht bemerken, aber Du, liebe Simone, hast sie wertgeschätzt und konntest Dich darüber freuen. Dafür unseren herzlichen Dank, denn genau damit hast Du Ronjas letzten Lebensabschnitt zu ihrem schönsten gemacht, und Ronja ist über sich hinausgewachsen. Wir können nachfühlen, welch große Lücke Ronja hinterlässt, und wir sind Dir umso dankbarer, dass Du gleich einem neuen Notfell einen Platz in Deinem Rudel angeboten hast. Ronja aber bleibt unvergessen!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Abschied ist für die, die mit den Augen lieben.
Wer mit dem Herzen liebt, ist nie wirklich getrennt.

(Verfasser unbekannt)

Hera

Hera
* 12.03.2006
09.07.2020

Noch im April 2020 konnten wir glückliche Post von Hera veröffentlichen, der „göttlichen Hera, der „Powerlady“. So schnell kann es manchmal gehen - jetzt erreichte uns die traurige Nachricht, dass Hera über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Als Hera, zusammen mit ihrem viel jüngeren Sohn Panda, vor über drei Jahren in die Station kam, hatte sie das Glück, dass es Menschen gab, die ihren charismatischen Charakter, ihre Souveränität, Freundlichkeit und Sanftheit gesehen haben und für die Heras Alter (damals 11 Jahre) und die Tatsache, dass sie noch nie in einem Haus gelebt hatte, Nebensache war. Und so durfte Hera vor Panda die Station wieder verlassen. Sie wurde, wie konnte es anders sein, das Beste, was diesen Menschen passieren konnte und war bald aus der Familie nicht mehr wegzudenken. Umso größer ist jetzt die Trauer. Die Familie schreibt:

Vom Kopf her wissen wir, dass es einmal einen Abschied geben wird. Aber wenn es dann soweit ist, ist es gefühlt, als hätte es diese Option nie gegeben.

Und weiter:

Am 9. Juli mussten wir uns schweren Herzens ganz unerwartet von unserer Traumhündin Hera verabschieden. Es ging ihr trotz ihres Alters – 14 Jahre – noch immer sehr gut. Deshalb kam ihr sich plötzlich verschlechternder Zustand für uns sehr überraschend. Was sich zuerst für uns wie ein Schlaganfall oder Herzproblem darstellte, wurde letztendlich als neurologisches Problem diagnostiziert.

Wir verbrachten einige wunderbare Jahre mit ihr – im März 2017 holten wir sie zu uns. Die Zeit mit ihr war eine Lebensbereicherung und der Abschiedsschmerz prägt noch unseren Alltag.

Mit lieben Grüßen

E. und H. N.

Liebe E., lieber H., wir trauern mit Euch um einen ganz außergewöhnlichen Hund. Auch wir werden Hera nie vergessen. Und wir werden es Euch nie vergessen, dass Ihr so völlig unvoreingenommen Hera in Eurer Familie aufgenommen und ihr die schönsten Jahre ihres Lebens geschenkt habt. Danke!

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


Erinnerungen an Dich sind wie Diamanten,
die ich in der Schatulle Herz
wie einen wertvollen Schatz bewahre.

Lena

Lena
* November
200720.06.2020

Lena war eine ganz außergewöhnliche Hündin. Vor über zwölf Jahren hatten wir sie in der Vermittlung. Sie kam aus Gran Canaria, wo sie in einem kleinen Hinterhof gehalten worden war, oft bei 40 °C im Schatten, ohne Wasser und Futter, wenn sie bellte, wurde sie geschlagen. Dass das damals sieben Monate alte Husky-Mädchen das überlebt hat, dabei sogar kerngesund blieb, ist schon außergewöhnlich. Dass Lena ihre Liebe zu Menschen, ihre Fröhlichkeit und Verschmustheit nie verloren hat, ist noch außergewöhnlicher. Mit ihrer Übereignung an uns begann ihr Glück: es warteten schon liebe Menschen und ein lieber Rüde auf sie, am 16.05.2008 durfte Lena zu ihrer Familie ziehen. Jetzt musste die Familie Lena voller Trauer gehen lassen.

Liebe Freunde, leider muss ich Euch mitteilen, dass unsere Lena gestorben ist. Ich habe sie vor über zwölf Jahren bei Ihnen geholt und musste sie jetzt voller Trauer gehen lassen.

Lena war der lustigste Hund, den ich kannte. Sie schaffte es, sich bei jedem ins Herz zu schleichen, und jeder liebte sie.

Etwas klein geraten war ich am Anfang etwas enttäuscht, da ich doch immer stattliche Husky-Rüden hatte. Aber sie wurde zu einer wunderschönen Hündin mit dem schönsten Gesicht, das ich je sah.

In unserer Siedlung holte sie sich eifrig täglich ihre Leckerli, und es gab wirklich keinen, der sie nicht mochte.

Leider hatte sie auch viele Geister in ihrem Kopf, zum Beispiel Angst vor Gewittern, vor dem Silvester und vor Lautsprechern. Da ich sie erst nach ihrer Prägungsphase bekam, scheint in dem ersten Jahr einiges schief gelaufen zu sein. Deswegen bin ich heute noch jenen Menschen dankbar, die sie von Gran Canaria nach Deutschland in die Nothilfe gebracht haben.

Ich bin dankbar für jeden Tag mit ihr, und wir sind alle voller Schmerz.

G. G.

Ein so liebes und langjähriges Familienmitglied zu verlieren, ist schmerzhaft – wir trauern mit Ihnen, liebe Familie G.. Wir waren damals sehr dankbar, dass sie das kleine Mädel nach sieben für sie schlimmen Monaten so schnell abgefangen und herzlich aufgenommen haben, und wir sind Ihnen heute dankbar für die vielen schönen Jahre, die Sie ihr geschenkt haben.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


If there are no dogs in Heaven,
then when I die I want to go
where they went.

(Will Rogers)

Vivo

Vivo
* 19.10.2011 12.05.2020

Vivos Leben gleicht im Rückblick einer permanenten Folge von Ereignissen mit viel Glück im Wechsel mit Pech. Er überlebte als Einziger seines Rudels als Welpe eine meist tödliche Krankheit (Parvovirose) und trug vermutlich als Folge Kreiseln mit Selbstverletzungstendenz davon. Eine Familie übernahm ihn. Als er sechs Jahre alt war, hatten sich die Lebensumstände der Familie in eine Richtung entwickelt, die für Vivo zu viel Unruhe mit sich brachte. Er begann bereits zu kreiseln, wenn man ihm in die Augen schaute, als er zu uns auf den Hasleberg gebracht wurde. Er brachte auch eine halbseitig gelähmte Zunge mit, er hatte sich damit arrangiert und sich entsprechende Techniken bei der Wasser- und Futteraufnahme angeeignet. Es bescherte ihm die Besuche eines Raben, der immer zu Fütterungszeiten geduldig an Vivos Gehege auf dessen wohlwollende Freigabe zum Verzehr der im Kies gelandeten Futterbrocken wartete.

Vivo bekam erst einmal die Spezialbetreuung durch unsere Stationsleiterin, bis er wieder Menschen vertraute, eine Pflegerin kam dann hinzu und bald seine spezielle Bezugsperson. Vivo stabilisierte sich und der Spaß des Lebens begann. Spiele mit Artgenossen, tolle Spaziergänge mit vielen neuen Eindrücken, Hundezeitungen und Lerneinheiten machten sein Leben auf dem Hasleberg abwechslungsreich. Er liebte Schnee, ebenso zählte Wasser zu seinem Element, das er bei entsprechenden Temperaturen immer wieder am Bach und See schwimmend besuchen durfte.

Und er flirtete gerne mit Malamute-Damen. Eileen war jedoch die einzige, mit der er über eineinhalb Jahre eine WG zuließ. Sie regelte zusätzlich die Tage, das passte für ihn. Eileen fand nach langer Zeit eine passende Familie, Vivo hatte leider nie einen ernsthaften Interessenten.

Aber er hatte auch viel Spaß und konnte ganz schön lustig sein. Ganz besonders, wenn er uns Menschen dabei verebbeln konnte. Die Flirts fand er übrigens nach wie vor sehr anregend, aber sein Gehege zu teilen erschien ihm zu aufregend. Der Spaß hörte bei ihm immer dann auf, wenn wir seinen Körper berühren mussten und es nicht um Streicheleinheiten ging. Selbst Fellpflege war nur jeweils in Einheiten von Minuten möglich. Das gab auch den Ausschlag zur Entscheidung, ob wir den Anfang des Jahres festgestellten Analtumor operieren lassen. Bereits zur Analyse musste Vivo sediert werden, eine erforderliche täglich notwendige Nachbehandlung hätte er nie zugelassen. Wir bescherten ihm lieber noch einige Zeit mit der für ihn wichtigen Lebensqualität, bis er signalisierte, es sei nun Zeit zu gehen.

Hallo, mein lieber Kerle Vivo.

Nun bist du über die Regenbogenbrücke gegangen. Ich sehe dich mit erhobenem Haupt und mit kräftigen Schritten entlang schreiten, deine schöne Rute steht nach oben und ich weiß, alles ist gut.
Am Vortag deines Gehens hast Du Dich verabschiedet und es war klar, dass es an der Zeit ist Dich gehen zu lassen.
Ich bin Dir unendlich dankbar dein Vertrauen bekommen zu haben Dich über einen langen Zeitraum durch das Leben begleiten zu dürfen. Vieles hast Du mich gelehrt!
Ich vermiss Dich sehr, aber in Deinem Sinne werde ich ab jetzt eine andere Fellnase begleiten. Einen Platz in meinem Herzen wirst Du stets haben und wir bleiben auf immer verbunden.

Gute Reise, mein Vivo!
Deine Claudia

Es ist immer wieder traurig, einen Hund in der Station zur Regenbogenbrücke gehen lassen zu müssen, ohne ihm nochmals das Glück einer Familie geben zu können. Aber wir alleine können ohne Menschen, die bereit sind, diesen Hund aufzunehmen, nun auch keine Wunder vollbringen.

Vivo war ein sehr stolzer Hund, er bekam alles, was wir ihm geben konnten. Und er hatte verlässliche emphatische Paten, die sein Leben bei uns und ganz besonders die letzten Wochen mit zusätzlichen alternativen Therapien unterstützten. Das hat Vivo gespürt und es hat ihm sicher gut getan.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt


In unserer Gesellschaft ist das Sterben ein Tabu-Thema, die Trauer eine ‚Schwäche‘, die man nicht gerne zeigt. Wie schade!
(Henrik Hofmann)

Jaska

Jaska
* 12.04.2005
† 20.03.2020

Jaska wurde uns in schwachem Zustand von Privat aus gesundheitlichen Gründen an einem Wochenende Mitte Januar 2020 auf den Hasleberg gebracht. Die fast 15-jährige Hündin war völlig verwurmt und trank Unmengen. Da wir nichts über ihren gesundheitlichen Zustand erfahren hatten, mussten wir umfangreiche Analysen bei unserer Tierärztin starten, um das Richtige für Jaska tun zu können.

Sie hat sich relativ schnell erholt und wir hofften, dass sie auch etwas zunimmt, denn sie fraß mit Appetit ihr kräftiges Futter. Menschen gegenüber war sie sehr zutraulich und freute sich, wenn sie für eine Gassi-Runde angezogen wurde. Draußen war sie äußerst neugierig und las sehr gerne die Nachrichten ihrer Artgenossen und von anderen Tieren. Jaska konnte auch gut genießen, so verbrachte sie die ersten zwei Wochen auf der Station mit z.B. Schlenderrunden im ‚Kurgarten‘ genannten Freilauf oder Schläfchen in der schönen Wintersonne, zusätzlich geschützt durch ihr Cape.

Parallel suchten wir für die alte Dame dringend eine Pflegestelle, denn es war klar, dass ihr nicht mehr unendlich viel Zeit in ihrem restlichen Leben zur Verfügung steht. Der Wunsch ging in Erfüllung! Kaum war der Aufruf in der Homepage eingestellt, kam am nächsten Morgen um 6:30 Uhr eine Nachricht bei uns an! Am 1. Februar bekam Jaska Besuch von ihrem Pflegefrauchen mit der ganzen Hundegruppe. Als die Sympathie zwischen allen Beteiligten abgeklärt war, fuhren sie zusammen nach Hause. Jaska hat erst mal die ganze Nacht neben dem Bett des neuen Frauchens ruhig geschlafen. Sie war sofort zuhause, behauptete selbstsicher ihren Platz in der Familie und benahm sich, als gehöre sie schon immer dazu. Sie genoss das Leben mit den Hunden und dem Familienoberhaupt, lies sich aufpäppeln und weiterführende Analysen per Ultraschall bei der örtlichen Tierärztin zu. Nach sechs Wochen verweigerte sie jegliches Futter und signalisierte, dass es jetzt soweit wäre. Auch weitere Spritzen brachten keine Besserung mehr und Frau S. begleitete sie ein letztes Mal zur Tierärztin, um ihr den letzten Dienst zu erweisen. Sie durfte in Würde gehen.

‚Liebe Jaska,

ich wäre noch so gerne ein Stück Deines Weges mit Dir gegangen...
Deine liebenswürdige Art und Dein zutrauliches, offenes Wesen bereiteten uns so viel Freude. Uppik hatte eine beste Freundin gefunden, ihr Beide habt so unglaublich gut harmoniert. Zu zweit an der Leine pöbeln, war einfach viel spaßiger.
Nun laufen wir wieder alleine und Du fehlst uns einfach.
Machs gut Du große Hundemaus, es war eine Freude, Dich ein kleines Stück Deines Weges begleitet zu haben. Wir werden uns wiedersehen….
Lieben Dank an das ganze Team der Nothilfe für Polarhunde. Dank Eures Einsatzes konnte Jaska noch eine unbeschwerte Zeit genießen.

Liebe Grüße
Ute‘

Wir alle sind sehr traurig und hätten ihr gerne noch etwas mehr glückliche Lebenszeit gegönnt. Es hat nicht sollen sein.

Wir sind Frau S. unendlich dankbar, dass sie sofort nach unserem Aufruf alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um Jaska aufzunehmen und sie die letzten Wochen so liebe- und verantwortungsvoll zu begleiten.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt


Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben.
Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird, ….
Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines Lebens.
Er fragt sich nicht, ob er mit uns alt werden möchte.
Er tut es einfach.
Seine Liebe, wenn wir sie erst einmal verdient haben, ist absolut.

Picasso

Akena
* 07.04.2006
  † 09.04.2020

Wegen Umzugs ihrer Familie kam Akena 2008 in unsere damalige Auffangstation in Horb. Etwas über zwei Jahre war sie damals alt. Anfangs war sie etwas schüchtern, aber man merkte, dass sie sehr motiviert war, mit Zweibeinern zusammen etwas zu unternehmen. Die neuen „richtigen“ Menschen für Akena kamen im April 2009, und sie brachten mit Stone einen traumhaften Rüden mit, einen Tschechoslowakischer-Wolfshund-Husky-Mix. Bereits beim ersten Kontakt stimmte die Chemie zwischen allen, und Akena durfte am Ende des Kennenlern-Tages mit in die Schweiz umziehen. Akena und Stone wurden ein richtig gutes Team, Inouk wurde die Dritte im Bunde, und binnen kurzem wuchs das Rudel um weitere Notfälle auf sieben an. Akena, die Chefin, und ihre Kumpels durften ein abwechslungsreiches Leben leben. Zwei Tage nach ihrem 14. Geburtstag mussten ihre Menschen Akena wegen eines Milztumors über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

Auf der Suche nach einem Zweithund für unseren Stone kamen wir per Zufall auf die Seite der NfP in Freudenstadt, Akena gefiel uns auf Anhieb, und vom Alter her passte es auch. Ohne zu zögern gingen wir mit Stone in den Schwarzwald und fuhren im April 2009 mit zwei Hunden nach Hause.

Akena war ein außergewöhnlicher Hund, extrem liebenswert, kraftvoll, souverän, immer happy, liebte das Fressen und draußen unterwegs zu sein.

Nur ein paar Monate später gab es noch ein paar Notfelle dazu, bis unser Rudel auf sieben Hunde angewachsen war. Akena stehts die Chefin der Meute, mit ihrer ruhigen und souveränen Art hatte sie das Rudel im Griff. Auch als Leaderin im Gespann fuhren wir einige Rennen, machten viele Schneeschuhtouren und Wanderungen.

2012 flogen wir dann mit den Hundies nach Kanada, um genau zu sein nach Yellowknife. Dort konnten wir jeden Tag mit den Hunden Schlitten fahren, am Nachmittag dann gemütlich auf dem Sofa ausruhen und die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

Fast ein Jahr später ging es dann wieder zurück in die Schweiz, und wir zogen in unser Haus mit schönem Garten und Blick auf die Berge, welche wir fast jeden Tag auf einer Wanderung neu entdeckten. Immer war Akena motiviert. Einige Filmaufnahmen fürs Schweizer Fernseh folgten.

2016 ging es mit allen Hundies nach Schweden. Viele Reisen im Inland und im nahen Ausland folgten. Akena war der perfekte Reisehund. Immer wollte sie dabei sein, sie war auch einfach liebenswert und hat sich bei vielen Leuten einen Platz im Herzen ergattert.

Ab 2019 konnte ich die einst vom Jagdtrieb getriebene Akena ohne Probleme frei laufen lassen, und die Leine war nur noch pro forma dabei. Akena genoss es nun, frei ums Haus zu sein.

Im Januar 2020 hatte sie ihren ersten Epianfall ... aus dem nichts ... ab da an hatte ich sie unter besonderer Beobachtung. Ein Vetcheck im Februar zeigte nichts Auffälliges. Wir unternahmen noch einige längere Wanderungen bis im März ohne je einen weiteren Zwischenfall. Das Hochspringen und Aufstehen erschien ihr immer etwas mühsamer, aber mit bald 14 Jahren ja auch normal.

Anfang April hatte sie dann einen Schwächeanfall und konnte fast nicht mehr aufstehen. Am nächsten Tag alles wieder super, als ob nichts gewesen wäre. Wir dachten uns nichts dabei. Am 7. April konnten wir ihren 14. Geburtstag feiern, und wir machten einen schönen Spaziergang im Wald mit allen Hundies.

Am nächsten Morgen war sie dann etwas müde und schlief viel. Fressen wollte sie nicht mehr ... das gefiel mir überhaupt nicht. Der Tierarzt kam zu uns nach Hause und hat ihr dann ein Schmerzmittel gespritzt. Voller Hoffnung, dass es besser gehen und sie sich erholen wird, ließen wir sie im Wohnzimmer ruhen.

Dann der 9. April …. Sie kam aus dem Haus, lief raus, wollte Pipi machen, und auf einmal bleib sie stehen. Ihre Beine machten nicht mehr mit. Sie hatte Mühe zu stehen. Ich rief wieder den Tierarzt und wollte, dass er sich Akena genau ansieht und Blut kontrolliert.

Leider musste sie noch am selben Tag erlöst werden. Milztumor, der geplatzt war. Alles ging sehr schnell .... eine Not-OP hätte sie, so geschwächt, nicht mehr überlebt.

Sie hat ein stolzes Alter erreicht. Ein Traumhund durch und durch. Wir vermissen Akena sehr, und sie fehlt auch dem Rudel. Ein einmaliger Hund. Viel habe ich durch sie gelernt und erlebt.

Run free, Akena!

Nicole S.

Die Nachricht, dass Akena über die Regenbogenbrücke gegangen ist, kam für uns unerwartet und hat auch uns sehr traurig gemacht. Nicht alle des heutigen Teams kennen Akena noch persönlich aus ihrer Zeit in der Station Horb, aber sie war ganz offensichtlich ein Traum-Husky-Mädel. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Akenas gesamtem Rudel für das erlebnisreiche Leben voller Liebe, das Ihr Akena geschenkt habt. Wir fühlen mit Euch und verstehen Eure Trauer.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde Freudenstadt


Für uns ist Chico jetzt … im Hundehimmel,
er hat goldene Flügel,
und er ist einer unserer Schutzengel.

(Chicos Herrchen)

Chico (Hachiko)
* 23.01.2007
13.04.2020

Zehn Jahre war Chico alt, als er über einen anderen Tierschutzverein in unserer Station landete, seine „Vorgeschichte“ war so gut wie unbekannt. In der Station entpuppte sich der hübsche Akita als sehr menschenbezogen, verschmust und typisch Akita: futterneidisch, eifersüchtig, andere Rüden, Kinder, Katzen, Kleintiere sollten ihm besser nicht zu nahe kommen. Nach einer gewissen – erwarteten – Wartezeit meldeten sich genau die richtigen Menschen für Chico – und Chico strafte uns Lügen. Der Futterneid war schnell vergessen, und den Kater der Familie hat Chico nicht nur akzeptiert, sondern ihm sogar den Vortritt gelassen. Chico hat, so schreibt sein Herrchen heute, nicht den Platz seines Vorgänger-Akitas Musahi eingenommen, sondern hatte von Anfang an seinen eigenen Platz in den Herzen seiner Familie. Und diesen wird er auch behalten, auch wenn er jetzt von jenseits der Regenbogenbrücke über SEINE Menschen wacht.

Chico

Ein paar Zeilen über Chico zu schreiben, fällt mir schwer. Nicht, weil es so weh tut, ich könnte Bücher über ihn schreiben, trotz der relativ kurzen Zeit, die er bei uns war. Aber vielleicht erklärt die Geschichte, wie und warum wir ihn kennen gelernt haben, was ihn für uns so besonders gemacht hat.

Als wir uns für Chico entschieden haben, war unser Musahi, der Akita, der vierzehn Jahre lang Teil unserer Familie war, erst drei Monate tot. Alle vermissten ihn, doch für mich war es am schlimmsten. Musahi war in den vierzehn Jahren fast in jeder Sekunde an meiner Seite, er war immer da, er war mein bester Freund, mein Kind, mein Vertrauter, und plötzlich war er weg. Das Gefühl, ihn nicht mehr bei mir zu haben, war unbeschreiblich.

Deswegen fand ich auch die Idee meiner Frau, einen „neuen“ Hund zu suchen, absolut lächerlich. Was sollte ich mit einem neuen Hund, wie sollte er denn den Platz von Musashi ausfüllen? Es war viel zu früh, und außerdem fühlte es sich wie Verrat an Musashi an. Gott sei Dank ist meine Frau aber nicht nur schön, sondern auch sehr klug (und hartnäckig), und so „verkaufte“ sie mir diese „Idee“ (die ja in Wahrheit so etwas wie eine Therapie für mich war) als eine Art Vermächtnis von Musashi. Sein Platz war frei, und er hätte es gewollt, wenn wir „für ihn“ einen Hund suchen würden, der eine Familie braucht. Ich war skeptisch, meine Bedingungen waren: kein junger Hund, auf jeden Fall ein Akita, Malamute oder Husky und ein Hund, der schwer zu vermitteln sein sollte, weil es ja eben „nur“ um Musashis Vermächtnis gehen sollte. Also eine Art „Pflegekind“, sicher kein vollwertiges Familienmitglied, kein Hund, der jemals auch nur Musashis Platz einnehmen sollte.

Damit dachte ich, Zeit erkauft zu haben, woher sollte ein Hund, auf den diese Vorgaben zutreffen, denn so schnell kommen?

Die „erkaufte“ Zeitspanne waren übrigens etwa fünf Minuten, denn natürlich hatte meine Frau bereits vorher Chico auf Ihrer Homepage entdeckt.

Natürlich habe ich widerstrebend die Fotos betrachtet, den Text gelesen, und natürlich war ich kritisch. Aber, wie in jeder guten Ehe (unsere dauert mittlerweile fünfundzwanzig Jahre) habe ich mich gefügt und bin zu Ihnen nach Gauselfingen gefahren. Alleine, zuerst, um Chico nur einmal kennenzulernen. Und natürlich war mir in der ersten Sekunde unseres Kennenlernens klar, dass Chico zu uns gehört.

Sie sagten uns, er wäre eigenwillig, wir sollten vorsichtig sein, beim Fressen wegen seinem Futterneid, und außerdem hatte er ja nie eine Familie zuvor. In der Realität hat er von der ersten Sekunde an perfekt in unser Rudel gepasst. Nach drei Tagen hat er gemeinsam mit unserem Kater gefressen und nach fünf Tagen war es so, als wäre er seit Jahren bei uns.

Der Unterschied zwischen Musahi und Chico könnte nicht größer sein. Musashi war ein König, der absolute Alpha-Rüde, stark, dominant und eigenwillig. Chico war ein Riesenbaby, für immer Kind, ein perfektes Rudel-Mitglied, sozial, liebevoll und immer freundlich. Chico hat nie Musashis Platz in meinem Herzen eingenommen, er hat sofort einen eigenen Platz gefunden.

Vor etwa eineinhalb Jahren haben wir uns inmitten der Schweiz einen alten Bauernhof angeschafft, und Chico hatte ein Leben wie im Paradies. Seine Freunde waren die Nachbarskühe, er konnte an sie herantreten, sie beschnuppern, sie hatten keine Angst vor ihm, im Gegenteil, Chico war ihr Freund. Im letzten halben Jahr konnte er nicht mehr alleine aufstehen, ich musste ihn heben und das an manchen Tagen (und auch machen Nächten) sehr oft, weil er es liebte, den Platz zu wechseln. Das bisschen Mühen hat er mit übergroßer Liebe mehr als reichlich zurückbezahlt.

Er hat das Leben bei uns bis zuletzt genossen und geliebt, und wir hatten Zeit, Abschied zu nehmen. Natürlich vermissen wir ihn sehr, aber der Verlust schmerzt nicht so sehr, weil wir wissen, dass wir ihm ein schönes Leben bereitet haben und wir außerdem denken, dass er den Platz frei gemacht hat, für einen anderen Hund, der eine Familie sucht.

Für uns ist Chico jetzt bei Musashi und unserer Heather (unserem Husky-Mädchen) im Hundehimmel, er hat goldene Flügel, und er ist einer unserer Schutzengel.

B. B. und R. T.

Jedes Wort Ihres Nachrufs zeugt von Ihrer gegenseitigen Liebe zu Chico. Was für ein schönes Vermächtnis von Chico! Wir sehen ihn immer noch vor uns – ein Bild von einem Akita und von so einem besonderen Charakter. Ein ganz großes DANKE an Sie, dass Chico mit zehn Jahren bei Ihnen zum ersten Mal erfahren durfte, was es heißt, geliebtes Familienmitglied zu sein. Wir verstehen Ihre Trauer und fühlen mit, und wir ziehen den Hut davor, dass Sie Chicos Tod so sehen, dass Chico „den Platz frei gemacht hat für einen anderen Hund, der eine Familie sucht“.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde, Freudenstadt


Es ist Erlösung, sagt der Verstand.
Es ist zu früh, sagt das Herz.
Du fehlst, sagt die Liebe.
Es ist Gottes Wille, sagt der Glaube.
Doch wer sagt, so ist das Leben, der weiß nicht, wie weh so etwas tut.

(Verfasser unbekannt)

Vicky

Vicky

* 16.10.2003, 24.04.2019

Im Februar 2016 bekamen wir den Hilferuf einer Dame für ihre zwei Akitas, Mutter und Sohn. Die Dame war aufgrund ihrer Lebensumstände überfordert und bat uns, eine neue Familie für die beiden zu finden. Nicht ganz einfach, denn für Akitas braucht es ganz besondere Menschen, und die Mutter, Vicky, war bereits 13 Jahre alt und nicht im besten körperlichen Zustand. Auch für Vicky war die Situation alles andere als einfach, verlor sie doch schon zum zweiten Mal in ihrem Leben ihr Zuhause. Zum Glück fand der Sohn schnell eine neue Familie, aber nun machten wir uns noch mehr Sorgen um Vicky. Doch auch Vicky hatte Glück: Ab- und aufgefangen wurde die liebe, menschenbezogene Akita-Hündin von zwei Freunden der Nothilfe, die schon öfter ganz bewusst einer älteren/alten Fellnase ein Zuhause geschenkt hatten. Der weite Weg von NRW an die baden-württembergisch-bayerische Grenze hielt die beiden nicht ab, Vicky kennen zu lernen. Und der Weg lohnte sich – für alle: Vicky durfte die Heimreise mit antreten und war fortan wieder ein geliebtes Familienmitglied, und die Zweibeiner fanden in Vicky einen „so treuen und herzensguten Hund“, wie sie ihn noch nie gehabt hatten. Im bereits zur Familie gehörenden Husky-Rüden Dragon (auch von der NfP) hatte Vicky ihre „hündische Stütze“ und gewann sehr schnell ihre Lebensfreude wieder. Über drei Jahre durfte die betagte „Lady“ in dieser Familie bleiben, alles wurde getan, um ihr das Alter schmerzfrei, schön und abwechslungsreich zu machen. Mit nicht ganz 16 Jahren aber verließen Vicky die Kräfte, und sie durfte in den Armen ihrer Menschen den Gang über die Regenbogenbrücke antreten. Sie hinterlässt tieftraurige, aber auch dankbare Menschen:

Es ist schon ein paar Tage her, dass unsere geliebte „alte Lady“ Vicky verstorben ist. Die Trauer, der Umzug von Köln nach Rosenheim und auch ein Jobwechsel ließen leider einige Zeit ins Land ziehen, bis wir diesen Bericht schreiben konnten. Dennoch wollen wir auch im Nachhinein sehr gerne einen Abschiedsbericht über unsere geliebte Vicky verfassen.

Im Frühjahr 2016 erreichte uns seitens der NfP ein Notruf, dass in Neu-Ulm eine Akita-Dame mit ihrem Sohn auf einem Balkon hausen musste, weil die damalige Besitzerin leider mit ihrer aktuellen Situation überfordert war. Die Dame hatte sich an die NfP gewandt, um für die beiden Hunde eine neue Unterkunft zu finden.

Wir selbst hatten zum damaligen Zeitpunkt noch Dragon, der wenige Wochen zuvor seine Partnerin Laika verloren hatte. Also fuhren wir zu dritt für ein verlängertes Wochenende von Köln nach Bayern bzw. Baden-Württemberg, um uns vor Ort einmal Vicky anzuschauen. Vicky war zwischenzeitlich in einem Vorort von Ulm auf einem alten Gehöft mit dazugehörender Tierpension untergebracht.

Beim ersten Kontakt tapste Vicky offen auf uns zu und beschnupperte uns gleich neugierig. Während der anschließenden Gassi-Runde hatte Vicky relativ schnell unser Herz erobert, nur Dragon war nicht allzu begeistert. Im Gegenteil sogar, er knurrte Vicky an und zeigte ihr deutlich die kalte Schnauze. Der kleine Prinz sah wohl den möglichen Neuzugang als Konkurrenz. Über Nacht machten wir uns nochmals Gedanken und entschlossen uns dann, die bereits betagte, etwas kränkliche Dame mit nach Köln zu nehmen. Als wir sie am Sonntagmorgen abholten, sprang Vicky, wie wenn sie es bereits wissen würde, sofort auf den Rücksitz unseres Autos und machte sich auf Dragons Kuscheldecke breit. Dragons Reaktion war Verwunderung und Überforderung.

Auf der ganzen Fahrt von Ulm nach Köln war Vicky in höchster Aufregung. Während der fünfstündigen Fahrt saß sie im Kofferraum und beäugte uns und auch die neue Situation.

Kaum in Köln angekommen, beschnupperte sie ihre neue Umgebung und ihr neues Zuhause. Unter stetiger Kontrolle von Dragon. Vicky wurde während der ersten Tage zum Schatten von Dragon. Wo Dragon ging, war Vicky. Wo Dragon lag, lag auch Vicky.

In den nächsten Tagen und Wochen blühte Vicky in Köln richtig auf. Gemeinsam mit Dragon wurden sie zum neuen Traumgespann in Köln. Einen so treuen und herzensguten Hund wie Vicky hatten wir niemals zuvor. Im Park wurden die beiden von den spielenden Kindern geliebt. Immer wieder wurden wir, aufgrund des Hollywood-Films „Hachiko Waits“, auf Vickys Rasse und Treue angesprochen. Besonders bei asiatischen Touristen war Vicky ein beliebtes Motiv für Bilderserien und Selfies.

Zahlreiche Urlaube nach Holland, Österreich, Frankreich und innerhalb Deutschlands konnte Vicky in den Folgemonaten und -jahren erleben. Reisen und neue Landstriche erschnüffeln war sowohl Vickys als auch Dragons Hobby. Ein Urlaub im Schwarzwald endete allerdings fast tödlich für die alte verfressene Dame. Als wir kurz außer Haus waren, aß Vicky die in einem Koffer befindlichen Leckerli samt Verpackung. Eine Notbehandlung im Tierklinikum Haslach rettete ihr Leben. Geliebt hat sie auch lange Spaziergänge im Sand am Meer oder Gondelfahrten in den Bergen mit anschließender Hütteneinkehr.

Die Jahre zogen ins Land, und der Körper zeigte langsam erste Verschleißerscheinungen. Das Becken, der Rücken, die Nieren, …. Trotz zahlreicher Behandlungen und Einnahmen von Tabletten war Vicky jeden Tag voller Lebensfreude. Vor allem die bedingungslose Treue zeichnete sie aus. Wir können nur alle Leser den tollen Charakter dieser Rasse empfehlen.

Im Frühjahr 2019 hatte Vicky immer mehr Schwierigkeiten zu gehen. Das selbstständige Aufstehen fiel ihr immer schwerer. Wir versuchten, mit Anti-Rutsch-Socken die Situation zu verbessern. Aber leider ließ sich das Unvermeidliche nur unwesentlich hinauszögern. Das Schlimmste an der Situation war der klare Verstand von Vicky. Nachdem sie es Mitte April nicht mehr schaffte, alleine aufzustehen, wir sie beim Gassi stützen mussten, entschieden wir uns schweren Herzens, sie über die Regenbogenbrücke gehen zu lassen.

Mit Tränen in den Augen begleiteten wir unsere alte Dame auf ihrem letzten Weg. Vicky hinterlässt bei uns eine große Lücke, die wohl so schnell keine Fellnasse schließen kann. Voller Dankbarkeit blicken wir auf die drei wunderschönen, aufregenden Jahre mit unserer treuen Seele Vicky zurück.

Wir werden Dich nie vergessen …! Du wirst immer in unseren Gedanken bei uns sein.

Sascha & Markus mit Diaz

Lieber Markus, lieber Sascha, auch wir werden Vicky nie vergessen. Sie war ein ganz besonderer Schatz. Bei Euch möchten wir uns ganz herzlich bedanken, dass Ihr, wieder einmal, einem bereits älteren Hund ein Zuhause und Vicky einen so schönen und behüteten dritten Lebensabschnitt geschenkt habt.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde Freudenstadt


Es gibt Momente im Leben, da steht die Welt für einen still.
Und wenn sie sich dann weiterdreht, ist nichts mehr, wie es war.

(Verfasser unbekannt)

Pepper

Pepper
* 08.07.2006 † Mitte Oktober 2019

Vor über 12 Jahren, am 07.08.2007, zog Pepper, ein hübscher Mix, in unserer ehemaligen Station in Horb ein. Der Jungspund, damals ziemlich genau ein Jahr alt, fand den Weg über die Tierfreunde Niederbayern zu uns. Drei Monate musste er bei uns „ausharren“ – naja, „ausharren“ ist wohl nicht das richtige Wort, Pepper spielte und tobte mit allem und jedem. Im November 2007 durfte er zu seiner Familie umziehen. 13 glückliche gemeinsame Jahre waren ihm und seiner Familie vergönnt. Jetzt erreichte uns die Nachricht, dass Pepper über die Regenbogenbrücke gehen musste.

Unseren Hund Pepper mussten wir Mitte Oktober 2019 gehen lassen. Er hat uns so lange begleitet, und wir haben 13 wunderbare Jahre mit ihm teilen dürfen. Er war einfach ein treuer Begleiter und ein feiner Hundekumpel. Es tröstet uns, dass er ein gutes Leben hatte mit vielen Spaziergängen, auf denen mit anderen Hunden getobt, gebuddelt und geschnüffelt wurde. Er liebte es, gestreichelt zu werden, genoss besonders unsere Nähe und war immer an unserer Seite. Wir danken ihm zutiefst für seine Treue und für die Zuneigung uns gegenüber, und wir vermissen ihn so sehr. Er war unser Augenstern.

U. S. und J. W.

Liebe Frau S., lieber Herr W., ob nach drei oder nach 13 Jahren – es ist immer zu früh, wenn ein vierbeiniger treuer Freund diese Welt verlässt. Wir fühlen mit Ihnen und bedanken uns herzlich, dass Sie Pepper viele Jahre ein liebevolles und behütetes Heim geschenkt haben. Wir wünschen Ihnen viel Kraft bei der Verarbeitung dieses Verlustes.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt



Laika

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf — dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille —
und hört im Herzen auf zu sein.

Der Panther - Rainer Maria Rilke, September 1903

 

Laika, (Ella) ✶ 2006  † 11. August 2018

Diese Zeilen gingen mir durch den Kopf, als ich die zehnjährige Laika das erste Mal in der Nothilfe besuchte. Sie war ständig bemüht, mir, selbst meinen Blicken auszuweichen und wanderte mit zugekniffenen Augen ununterbrochen durch das Gehege. Mit meinem Rüden zusammen über die Alb laufend zeigte sie sich etwas aufgeschlossener, was nicht zuletzt an der Leine lag – sie konnte ja nicht weg. Diese sanfte, taube Hündin, versteckt in einem Rubenskörper, der dringend Pflege benötigte, mental in einem Zustand der tiefen Resignation, rührte mein Herz. Am Sommerfest 2016 reiste sie mit in die Schweiz.

Die ersten Wochen waren angefüllt mit Pflege der verschiedenen körperlichen Baustellen – so erhielt sie Aufbaupräparate für ihre komplett flachen und eingerissenen Pfoten, die Hosen an den Hinterbeinen wurden vom Urin befreit, sie bekam mehrere Zähne gezogen und ein 700g schweres Lipom entfernt. Laika nahm alles teilnahmslos hin und immer wieder stellte ich mir die Frage, wie ein Hund in so einen Zustand kommen kann. Laika war autistisch, hatte sich die Fähigkeit angeeignet, aus dem Hier und Jetzt zu entfliehen und in eine andere Welt abzutauchen. Nach ein paar Wochen der Erholung bemerkte ich drehende Ohren als Reaktion auf ein zufälliges Schnalzen - Laika konnte hören! Gefühlt „tausend Goodies“ und Laika-Rufe später kam Bewegung in diese geschundene Seele – sie hatte endlich verknüpft, dass diese Anrede ihr gilt und etwas Gutes bedeutet. Dies zu erleben war fabelhaft und gleichzeitig erschreckend: Kann es denn wirklich sein, dass sie ein Leben lang keinen Namen, keine Ansprache hatte? Die Vermutung, dass sie ein Kettenhund war und ohne ihrer „autistischen Begabung“ wahrscheinlich ganz zu Grunde gegangen wäre, bekam durch diese Beobachtung noch ein Stück mehr Wahrheit.

Laika nahm mehr am Leben teil, tauchte öfter in unserer Welt auf und entwickelte Neugierde. Spaziergänge dauerten um das doppelte länger, weil sie sich jeden Stein und jeden Grashalm ganz genau anschauen musste. Es war schön zu sehen, wie sie langsam ihre Umgebung eroberte, zwischen Haus und Garten hin und her wanderte, um ja nichts Aufregendes zu verpassen. Gestärkt besuchten wir den Weihnachtsmarkt der Nothilfe, um eine veränderte Laika vorzustellen. Kaum betraten wir die Halle, verweigerte sie jeden weiteren Schritt und legte sich auf den Boden. Umgeben von lachenden und plaudernden Menschen stand für mich die Welt still – zuerst erschrak ich über ihr vermeintlich ängstliches Handeln, bis ganz langsam eine Ahnung in mir aufstieg, hier geschieht gerade etwas Grosses – zeigte Laika zum ersten Mal einen eigenen Willen? Ich trug meine Hündin zweifelnd nach draussen – sie zog mich zielstrebig zum Bus und bestätigte damit ihr mittlerweile vorhandenes Selbstbewusstsein!

Im folgenden Jahr schleifte Laika auf ihrer Welterkundung vermehrt ihre Hinterpfoten und wir hatten einen Termin bei einem Knochenspezialist. Da traft uns aus heiterem Himmel ihr erster Epianfall. Von da an liess ich sie nicht mehr alleine, sie begleitete mich auch zur Arbeit. Der Knochenspezialist schickte uns nach genauer Untersuchung zum CT, er war davon überzeugt, dass Laika ein Problem im Kopf hatte. Er sollte Recht behalten, es wurde eine Läsion im Gehirn gefunden, die in Intervallen mit einem sehr speziellen Medikament behandelt wurde. Laika erlebte auf diese Weise eine Zeit des Erwachens: in ihrer gewohnten Umgebung nahm sie mit Hund und Mensch aktiv Kontakt auf, öffnete förmlich ihre Augen und hielt einem Blick in Ihre stand. Sie begann aus dem Nichts heraus zu rennen, genoss diese Freiheit und wollte immer mehr. Wie oft beobachtete ich sie kopfschüttelnd, konnte diesen Wandel selbst fast nicht glauben. Zeitgleich streckten die Anfälle sie immer wieder nieder. Den richtigen Medispiegel der Epimedi herauszufinden gestaltete sich schwierig, sie reagierte hochsensibel auf Veränderungen der Dosis.

Im August 2018 waren wir für einen Arbeitseinsatz auf der Alb. Im Bus schlafend bekam Laika wahrscheinlich einen Hirnschlag. Damit schloss sich der Kreis, den die Nothilfe mit ihrer Aufnahme begonnen hatte, zu zeichnen. Alle bedeutenden Abschnitte ihres Lebens waren eng mit diesem Ort verbunden – die Möglichkeit auf ein eigenes Zuhause, die Enthüllung ihres Willens und ihr stiller Abschied. Traurig traten wir gemeinsam die letzte Fahrt an und trafen auf dem Heimweg unseren Tierarzt.
Hoffentlich angefüllt mit schönen Hundeerinnerungen, in Gegenwart von Akuna und Nanuk, bekam Laika schlafend im Bus ganz leise ihre Flügel...

Laika, ich danke dir für deine Tapferkeit, deinen Mut und Wandel. Du hast mir erlaubt, dein schönes Wesen, das du dir im Inneren bewahrt hast, zu entdecken. Dieser Vertrauensbeweis berührt mich noch heute. Du hast mich gelehrt, wie man den vom Leben gestellten Aufgaben begegnen muss.

Deinen Pfotenabdruck trage ich für immer auf meinem Herzen.

Simone mit den Bären Akuna und Nanuk

 


"Ich bin nicht klein, ich bin ein Konzentrat"
(S.K.)

Alica (Ali)
* 08.03.2004
23.09.2019

Mancher Hund würde die Tierartzpraxis nicht mehr lebend verlassen können, ließe sich der Arzt auf die Wünsche dessen Besitzer ein. Wir kennen eine Ärztin, die die Meinung über Alicias nahes Ende nicht mit deren Besitzer teilte, kurzerhand bei uns anrief und um Hilfe bat. Alicia landete umgehend in ihrer neuen Familie. Sie kam träge, übergewichtig und kränklich dort an und stieg umgehend in ihr persönliches Fitness-Programm ein.

Alicia

‚Als die kleine Ali im Winter 2015 unser Haus das erste Mal betrat und auf unsere Hundegruppe traf, war innerhalb von 10 Minuten klar, dass sie die Chefin, Prinzessin und Nervensäge in einem war. Sie wusste ganz genau was sie wollte und vor allem was sie nicht wollte. Ließe man sich nicht auf ihre Wünsche ein, bräuchte man einiges an Durchhaltevermögen oder Ohropax. Sie liebte es mit anderen Hunden zu kuscheln und verweigerte das Spazierengehen bei geringen Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Sie war eine große Persönlichkeit in Kleinformat und fehlt hier heute an allen Ecken und Enden. Sie war einfach nicht so wie die anderen, sie war schlimmer und so wurde sie geliebt.‘

Liebe S., lieber M.,
Ihr verdient unsere höchste Anerkennung, dass Ihr keine Sekunde gezögert habt, Ali bei Euch aufzunehmen. Ihr habt ihr damit nicht nur das Leben gerettet, sondern zusammen mit Eurer Hundegruppe vier Jahre wertvolle und glückliche Lebenszeit geschenkt. Ali hat es Euch offensichtlich auch auf ihre ganz spezielle Art gedankt.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde


In den Augen meines Hundes liegt mein ganzes Glück,
all mein Inneres, Krankes, Wundes heilt in seinem Blick.

(Friederike Kämpner 1828-1904)

Mala

Mala (ehemals Kaiyla)
* ca. 2007
09.12.2019

Fünf Jahre Kettenhund in Kroatien; frei gekauft von tierlieben, gutgläubigen jungen Urlaubern; circa sieben Jahre Prinzessin bei einer Malamute-begeisterten und -erfahrenen Familie in Bayern: Das ist Malas Lebenslauf in Kürze. Ein Leben, das in absoluter Tristesse begonnen hatte, nahm durch das Engagement und den Mut zweier junger Leute eine 180-Grad-Wendung. Diejenigen, die unsere Website regelmäßig verfolgen, kennen Malas Geschichte wahrscheinlich, eine Geschichte, die leider kein gutes Licht auf so manchen Tierschutz wirft. Die jungen Leute, Studenten, hatten Mala, damals noch mit Namen Kaiyla, während ihres Kroatienurlaubs entdeckt – an der Kette in einem Garten. Auf der Heimfahrt, zuhause – das Bild von Kaiyla an der Kette war nicht eines von vielen Urlaubseindrücken, die allmählich verblassen, sondern verfolgte die jungen Leute – sie handelten und baten eine Nothilfe für nordische Hunde um Hilfe. Die Aufnahme von Kaiyla wurde ihnen zugesagt, wenn sie sie nach Deutschland brächten. Also (knappes) Geld in die Hand genommen, Zeit, die weite Fahrt – nur für Kaiyla –, und die jungen Leute kamen mit Kaiyla nach Deutschland zurück. Allerdings war fortan diese „Nothilfe“ nicht mehr erreichbar, und die beiden hundeunerfahrenen jungen Leute saßen nun da mit einem „Malamute-Rohdiamanten“, der nichts kannte außer Kette und Garten. Obwohl das Vertrauen in „den Tierschutz“ verständlicherweise nicht mehr vorhanden war, meldeten sich die jungen Leute dann aber zum Glück schlussendlich doch bei uns. Und nun ging es (relativ) schnell: Wir gaben telefonisch Hilfestellung im Umgang mit Mala und suchten parallel nach einer neuen Familie. Es meldeten sich viele, denn Mala war eine absolut bildhübsche Malamutin. Aber nach der Beschreibung von Malas Verhalten, insbesondere ihrer „Zickigkeit“ gegenüber Artgenossen, erlosch das Interesse sehr schnell. Nicht so bei Familie M., die genauso ein Verhalten von ihrem verstorbenen Malamuten Asko kannte. Beim Kennenlern-Termin stimmte die Chemie zwischen Menschen und Mala, und Mala durfte im Dezember 2012 umziehen. Die Familie schrieb irgendwann: „Mala (Kaiyla) ist uns … als ‚Problem-Malamute‘ anvertraut worden. Alles, was unsere Mala-Maus brauchte, war viel Liebe, Vertrauen und Sicherheit. Es war viel Arbeit mit uns dreien, die sich hundertprozentig gelohnt hat … für beide Seiten. Wir sind unendlich dankbar für diese Bereicherung in unserem Leben. … Vielen Dank für dieses Goldstück!“ Auch das Schreiben, mit dem wir informiert wurden, dass Mala über die Regenbogenbrücke gegangen ist, zeugt von der Liebe dieser Menschen zu Mala und umgekehrt:

Liebes Polarhunde-Team,

heute melden wir uns bei Euch mit sehr schwerem Herzen … Mala (ehemalig Kaiyla), unsere treue Malamute-Hündin, ist gegangen. Und uns fehlen, ehrlich gesagt, die Worte …

Wie beschreibt man ein Wesen wie Mala am besten? In einem Zeugnis würde wahrscheinlich Folgendes stehen:

„Mala folgt dem Unterricht mit wechselndem Interesse. Sie lässt sich sehr leicht ablenken und stört öfter den Unterricht. Um auf sich aufmerksam zu machen, spielt Mala oft den Klassenclown. In der Klassengemeinschaft ist Mala eher die „rote Zora“ und klaut Mitschülern das Pausenbrot. Mit ihrem Charme setzt Mala jedoch konsequent ihre Ziele durch.“

Und so war sie. Bis zum Schluss. Dafür haben wir Mala geliebt. Es ist uns nicht möglich, all die Situationen und Erlebnisse hier aufzuschreiben. Es würde ein Roman werden.

Wir haben Mala ein Zuhause gegeben, und Mala hat unser Leben so sehr bereichert. Und dafür sagen wir „Danke“.

Mit Tränen in den Augen, aber voller Dankbarkeit sagen wir: „Tschau ‚Püppi‘“ …. Danke, dass wir bei Dir sein durften …

… vergessen werden wir Dich nie ….

A. und G.

Und wir sagen, ebenso „mit Tränen in den Augen, aber voller Dankbarkeit“, Ihnen, liebe Familie M., ganz herzlichen Dank, dass Sie sich damals völlig unvoreingenommen und ohne Erwartungshaltung auf das Abenteuer „Mala“ eingelassen haben, dass Mala bei Ihnen Mala sein durfte, und wir sind sehr glücklich darüber, dass Sie drei so ein tolles Team wurden. Mala hat Sie verdient und Sie Mala. Wir wünschen Ihnen ganz viel Kraft, über diesen Verlust hinwegzukommen und dass schnell die Zeit kommen wird, in der die schönen Erinnerungen den Schmerz über den Verlust besiegt haben.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt


Wir sind nicht nur verantwortlich
für das, was wir tun, sondern auch
für das, was wir nicht tun.

(Moliere)

Tenshi

Tenshi
* 2010
30.09.2019

Leider erreichte uns die Nachricht, dass Tenshi am 30.09.2019 über die Regenbogenbrücke gegangen ist, erst jetzt. Der Schock beim Pflegefrauchen saß tief, auch wenn sich Anzeichen, dass es Tenshi nicht gut ging, zeigten. Manchmal helfen auch alle guten Feen, Freundinnen, guten Wünsche und Gedanken, alle (alternative) Medizin nichts – und wir sehen zu, wie sich ein geliebtes Familienmitglied von uns verabschiedet. In den Herzen der Pflegefamilie und seiner Patinnen und Paten wird der kleine große Kämpfer für immer weiterleben. Wir alle hätten ihm mehr Zeit gewünscht.
Tenshi war wirklich ein kleiner großer Kämpfer. Befreit aus einer „Hundehaltung“ in Thüringen, die diesen Begriff nicht verdient, kam er in unsere ehemalige Shiba-Pflegestelle in Freudenstadt. Damals geschätzt auf sechs Jahre, aber wer mag das schon sagen, bei einem Hund, der sich aufgegeben hatte, unterernährt, dehydriert und zu schwach war, um sich auf seinen Beinchen zu halten. Als er einigermaßen stabilisiert war, zog er zu seiner Dauer-Pflegefamilie. Hier durfte er ankommen und blühte auf – im Rahmen seiner Möglichkeiten, der der kleinen Schritte. Bald zeigten sich gesundheitliche Probleme, aber die Pflegefamilie hielt fest zu Tenshi – trotz aller Mühen war nie auch nur angedacht, ihn wieder abzugeben. Zweieinhalb Jahre waren ihm in dieser Familienidylle vergönnt. Das Pflegefrauchen schreibt:

Unser süßer Shiba-Bub Tenshi ist leider am 30. September ganz plötzlich eingeschlafen.

Nachdem wir recht erfolgreich mit der unbezahlbaren Hilfe eines ganz lieben Vereinsmitglieds das Cortison ausgeschlichen hatten, ging es, nach einigem Auf und Ab, „eigentlich“ bergauf. Tenshi hat gefressen, auch das Problem mit dem Durchfall war gut händelbar.

Trotz allem wurde Tenshi immer dünner, und seine Leber wollte sich einfach nicht erholen. Am Wochenende vor dem 30.09. hat Tenshi dann ganz rapide abgebaut, hat gar nicht mehr gefressen und hat auch gespuckt. Montags wollten wir „eigentlich“ mit ihm zum Tierarzt - auf das Schlimmste gefasst. Tenshi entschied sich aber noch morgens, als die komplette Familie neben seinem Körbchen saß, selbst zu gehen und hat einfach aufgehört zu atmen.

Er hinterlässt ein großes Loch, und wir wissen, dass wir wohl nie wieder so eine besondere Fellnase bekommen werden. Trotzdem möchten wir uns an die schönen Momente mit ihm erinnern und an das, was der kleine Mann alles bewältigt hat. Wir sind unendlich dankbar für diese knapp 2,5 Jahre, die wir mit Tenshi leben und ihn begleiten durften.

Familie B.

Das Team der Nothilfe ist ebenfalls sehr traurig, möchte sich aber auch auf diesem Wege natürlich bei unserer ehemaligen Shiba-Pflegestelle in Freudenstadt für die „Erstversorgung“ bedanken, und ganz herzlich bei Ihnen, liebe Familie B., für die liebevolle Aufnahme und aufopferungsvolle Betreuung. Auch bei Tenshis Patinnen und Paten, die es ermöglicht haben, ihn optimal medizinisch zu versorgen, und die ihn mit ihren Gedanken und Wünschen unterstützt haben, möchten wir uns herzlich bedanken. Schön, dass Tenshi in seinem kleinen kurzen Leben noch spüren durfte, wie es ist, geliebt zu werden und jemandem wichtig zu sein.

Das Team der Nothilfe für Polarhunde e. V., Freudenstadt

 

"If there are no dogs in Heaven,
then when I die I want to go
where they went."
Will Rogers, 1897-1935

 
 

übersetzt:
"Wenn es im Himmel keine Hunde gibt,
dann möchte ich, wenn ich sterbe, dahingehen,
wo sie hingegangen sind."

 

 

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06.12.20